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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen???
 
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Entzündliche Atemwegserkrankungen (Gelesen: 2958 mal)
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Entzündliche Atemwegserkrankungen
23. Juli 2007 um 11:33
 
Entzündliche Atemwegserkrankungen (COPD, SAID, RAO und IAD) können verschiedene Ursachen haben und treten in unterschiedlichen Schweregraden auf. Je nach Ausmaß der Erkrankung kommt es zu unterschiedlich starker

1 Schleimproduktion
2 Verkrampfung der Atemwege
3 Schwellung der Atemwege
COPD

(Chronic Obstructive Pulmonary Disease - chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Der bisher gebrauchte Begriff COPD beschreibt eine spezifische, meist mit Rauchen assoziierte Krankheit des Menschen und deckt das Krankheitsspektrum des Pferdes nicht ab. Der Begriff COPD sollte daher für die chronischen Lungenerkrankungen des Pferdes nicht mehr verwendet werden.

SAID

(Small Airway Inflammatory Disease - Entzündliche Erkrankung der kleinen Atemwege)

SAID beschreibt die der IAD verwandte Erkrankung des Menschen und wird für das Pferd nicht mehr verwandt, da die beiden Krankheitsbilder sich nach neuen Erkenntnissen nicht decken.

RAO 

(Recurrent Airway Obstruction - Wiederkehrende Atemwegsobstruktion)

RAO deckt sich weitgehend mit Dämpfigkeit und betrifft erwachsene Pferde mit Atemwegsobstruktion, die durch Haltungsumstellung oder Einsatz von Bronchodilatoren beseitigt oder erheblich gelindert werden kann.

Die RAO hat eine allergische Grundlage. Die Allergie ist aber nur eine Komponente der RAO. Die Allergene sind meist Schimmelpilzsporen aus Heu und Stroh. Da es sich um einen allergischen Mechanismus handelt, reicht bei einem Pferd mit RAO auch schon eine geringe Menge des Schimmelallergens, das sich auch in gutem Heu und Stroh findet, um den Krankheitsprozeß aufrecht zu erhalten.

Die zweite Komponente ist unspezifisch. Im Zustand der Reizung ist die Lunge nicht nur auf das spezifische Allergen (Schimmelpilz), sondern auch auf alle anderen Reize, die auf die Lunge wirken überempfindlich (Reizgase, jeglicher Staub, Endotoxin, sehr kalte Luft,...). Das Endstadium der RAO mündet in das irreversible Lungenemphysem (Dämpfigkeit).

Das allergische Asthma des Menschen mit starken akuten Anfällen ist beim Pferd sehr selten.

IAD 

(Inflammatory Airway Disease - Entzündliche Atemwegserkrankung)

IAD umfaßt alle hustenden Pferde, deren Krankheit nicht auf RAO oder einer Infektion beruht und bei denen die unteren Atemwege betroffen sind. Dies sind die meisten der im Stall hustenden Pferde.

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich hierbei um einen ähnlichen Krankheitsprozeß wie bei der RAO, nur daß die Allergie fehlt. Es gibt also nur die unspezifische Reizung, was am ehesten noch mit dem Raucherhusten zu vergleichen ist. Das Ausmaß der Erkrankung ist nicht so schwer, es handelt sich meist um jüngere Pferde, was aber daran liegt, daß im Verlauf der nicht ausheilenden Erkrankung eine Allergisierung stattfindet und somit das Geschehen mit der RAO endet.

Wir sind also wieder da angelangt, wo wir schon einmal waren: Einerseits die Dämpfigkeit (RAO) und andererseits der Rest des nicht infektiösen Husten (IAD).

weiter zu lesen

http://equivetinfo.de/html/erkrankungen.html
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Winterzeit gleich Hustenzeit oder auch nicht
Antwort #1 - 23. Juli 2007 um 11:38
 
Winterzeit gleich Hustenzeit ist ein häufig beobachteter Zusammenhang. Je mehr Sie als Reiter und Pferdebesitzer wissen, desto leichter gelingt es, diesen scheinbaren Zusammenhang zu vermeiden. Atemwegserkrankungen sind neben Lahmheiten der häufigste Grund, warum Pferde nicht mehr geritten werden können, chronisch krank werden und schließlich sogar getötet werden. Jedes vierte Pferd in Deutschland leidet wiederholt an Atemwegserkrankungen. Jedes zehnte ist bereits chronisch krank. Oft liegt es in der Hand des Halters, durch Vorbeugung, rechtzeitiges Erkennen und konsequente Behandlung Heilung, Linderung und Lebensqualität für das Pferd zu erreichen. Faszinierender Atmungsapparat Ehrfurcht vor der genialen Konstruktion des Atmungsapparates des Pferdes ist angebracht. Er bewegt am Tag – auch wenn das Pferd gar nicht arbeitet - ungefähr 100.000 Liter Luft. Während der Arbeit kann sich das Atemvolumen pro Atemzug vervierfachen, zudem steigt die Atemfrequenz. Bei schwerer Arbeit bewegt ein Pferdeatmungsapparat dann 1500 Liter Luft pro Minute. Das tut er, um einen optimalen Sauerstoffaustausch in der Lunge zu erreichen. Hier fließt die Atemluft in tausende kleiner Lungenbläschen, die von feinsten Blutgefäßen umschlossen sind. Sauerstoff gelangt aus der Einatmungsluft ins Blut, verbrauchtes Kohlendioxid wird in der Ausatmung abgegeben. Das Einatmen funktioniert über Muskelkraft. Der Hauptatemmuskel ist das Zwerchfell. Es wird von Muskeln, welche die erste Rippe nach vorne ziehen, und kleinen Zwischenrippenmuskeln in seiner Arbeit unterstützt. Die Ausatmung funktioniert vor allem passiv, indem sich die elastische Lunge zusammenzieht. Auch das kann von Ausatmungshilfsmuskeln unterstützt werden. Insgesamt ein faszinierendes System. Noch dazu schützt und reinigt dieses System sich selbst.

Probleme entstehen erst, wenn wir als Menschen vor allem durch die unzureichende Pferdehaltung dieses System blockieren. Jede anhaltende Störung macht dauerhaft und unwiederbringlich Teile des Atmungsapparates kaputt. Kleine Störungen werden vom System selbst ausgeglichen. Wenn wir ein Symptom wahrnehmen, ist immer das System selbst schon überfordert. Auch nur eine erhöhte Atemfrequenz, gelegentliches Anstoßen, Leistungsrückgang, Husten oder Nasenausfluß können bereits Zeichen einer beginnenden schweren Störung sein. Nehmen Sie es nicht leicht. In aller Regel erkälten Pferde sich nicht. Zumindest mit trockener Kälte kann ein Pferd sehr gut umgehen.

Mehrere Ursachen

Die Hauptursachen für Atemwegserkrankungen sind:

• Haltungsfehler

• Spezifische Viren oder Bakterien

• Allergien, oft gegen Pilzsporen und

Milben aus Heu- oder Strohstaub

• Unspezifische Überempfindlichkeiten.

Oft kommen mehrere dieser Ursachen

zusammen.

Die Haltungsfehler sind der Hauptgrund, warum Atemwegserkrankungen im Winter häufiger auftreten. Den Pferden mangelt es an frischer Luft und an der Möglichkeit zur freien Bewegung. Statt dessen sind sie Staub von Einstreu, Futter und Hallenböden ausgesetzt und stehen häufiger und länger im Stall als in der wärmeren Jahreszeit. Die Temperatur im Stall verhindert, dass die Pferde Thermoregulation und Immunsystem trainieren. Zudem schränkt häufig eine Decke die natürlichen Funktionen und zum Teil auch die freie Beweglichkeit der Rippen ein. Menschen atmen mit einem Rucksack, dessen Riemen auf die erste Rippe drücken, schließlich auch flacher. Zudem beginnt der Winter mit dem Herbstfellwechsel, einer beachtlichen Stoffwechselleistung, die die Pferde neben ihrer Arbeit erbringen müssen. Eine Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen entsteht hier leichter und hat mehr  Folgen als mitten im Sommer.

Von Viren, Bakterien und Allergien

Spezifische Viren können die Ursache von fieberhaften akuten Erkrankungen des Atmungsapparates sein. Hiermit können die Pferde sich gegenseitig anstecken. Leichter ist das natürlich, wenn sie ohnehin durch die unzureichende Haltung geschwächt sind, durch einen Vitaminmangel nicht so abwehrstark sind und mit vielen anderen Pferden zusammen in einem Stall stehen. Vor Erkrankungen mit Influenzaviren und Herpesviren kann man sein Pferd durch Impfungen schützen. Das macht nur dann Sinn, wenn das Pferd korrekt grundimmunisiert und in den vorgeschriebenen Abständen wiederholt geimpft wird. Am sinnvollsten ist der Schutz aller Pferde eines Bestandes mit zeitgleicher Impfung. Spezifische Bakterien kommen oft erst dann, wenn Viren den Atemtrakt bereits geschädigt haben. Akute bakterielle Erkrankungen sind auch fieberhaft und ansteckend. Solche Erkrankungen können das Entstehen von Allergien begünstigen.

Sollte bei bakteriellen Erkrankungen der Einsatz eines Antibiotikums erforderlich sein, wirkt dieses in Kombination mit einem Schleimlöser z.B. Sputolysin® besser. Andere Medikamente bewirken die Entkrampfung der Bronchien und verschaffen dem Pferd so wieder mehr Atemluft. Zusätzlich zur Lösung des schmerzenden Krampfes können durch solche Medikamente auch die Entzündung auf zellulärer Ebene gebremst und die Selbstreinigungskräfte gestärkt werden (z. B. durch Ventipulmin® und VentiPlus®). Oft können Schleimlöser und Krampflöser sinnvoll miteinander kombiniert werden. Zum Teil kommen Medikamente zur Stimulierung der Abwehrkräfte oder zur Entzündungshemmung zum Einsatz.
Alle Therapeutika können aber eines sicher nicht: Haltungsmängel ausgleichen!

Für das Pferd bleibt wichtig:

• pferdegerechte Haltung;

• ausreichende Vitaminversorgung

vor allem während des Fellwechsels

und während der Wintermonate;

• staubarme Einstreu und staubarmes

Raufutter;

• ausreichende und angemessene

Bewegung;

• liebevolle, sachkundige und sorgfältige

Beobachtung und – sollte es

zu Anzeichen einer Atemwegserkrankung

kommen – zügige, konsequente

und gezielte Behandlung.



Unspezifische Überempfindlichkeiten haben oft Pferde, die als kleine Fohlen schon sehr krank waren. Häufig liegt hier die Ursache für Entwicklungs- und Trainingsmängel des Atmungsapparates. Das kann völlig unauffällig sein, aber die Reaktion auf Belastungen durch unzureichende Haltung oder durch Infektionen ist bei solchen Pferden oft stärker.

Schnelles Handeln schützt vor Dauerschäden. Das allerwichtigste ist das rechtzeitige Erkennen von Beeinträchtigungen. Das Pferd sollte gründlich von einem Tierarzt untersucht werden. In Anlehnung an die Beratung sind unbedingt und konsequent Haltungsverbesserungen für das Pferd durchzuführen. Auch die Therapie sollte gezielt und konsequent durchgeführt werden. Das Pferd ist nach Anweisung des Tierarztes zu belasten; Kontrolluntersuchungen sind einzuhalten. Zur Behandlung von Atemwegserkrankungenkommen verschiedene Medikamente und Applikationsarten in Frage. Wichtig sind fast immer schleimlösende Medikamente, damit die Selbstreinigungskräfte ungehindert arbeiten können und damit sich nichts festsetzt. Es gibt Medikamente, die Schleim lösen und den Abtransport des gelösten Schleims beschleunigen. Sollte bei bakteriellen Erkrankungen der Einsatz eines Antibiotikums erforderlich sein, wirkt diesesin Kombination mit einem Schleimlöser z.B. Sputolysin® besser. Andere Medikamente bewirken die Entkrampfung der Bronchien und verschaffen dem Pferd so wieder mehr Atemluft. Zusätzlich zur Lösung des schmerzenden Krampfes können durch solche Medikamente auch die Entzündung auf zellulärer Ebene gebremst und die Selbstreinigungskräfte gestärkt werden (z. B. durch Ventipulmin® und VentiPlus®).

Oft können Schleimlöser und Krampflöser sinnvoll miteinander kombiniert werden. Zum Teil kommen Medikamente zur Stimulierung der Abwehrkräfte oder zur Entzündungshemmung zum Einsatz. Alle Therapeutika können aber eines sicher nicht: Haltungsmängel ausgleichen!

Für das Pferd bleibt wichtig:

• pferdegerechte Haltung;

• ausreichende Vitaminversorgung

vor allem während des Fellwechsels

und während der Wintermonate;

• staubarme Einstreu und staubarmes

Raufutter;

• ausreichende und angemessene

Bewegung;

• liebevolle, sachkundige und sorgfältige

Beobachtung und – sollte es

zu Anzeichen einer Atemwegserkrankung

kommen – zügige, konsequente

und gezielte Behandlung.



Pferde erkälten sich in aller Regel nicht! Frische Luft und viel Bewegung fördern Gesundheit  und Vitalität. 

Autorin: Dr. Anke Rüsbüldt,Hamburg

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