Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Hyperlipidämie (Gelesen: 4878 mal)
Pony
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Hyperlipidämie
03. Oktober 2007 um 13:24
 
Hyperlipidämie (Hyperlipoproteinämie) der Ponys


Definition und Ätiologie

• Fettstoffwechselstörung, keine selbstständige Primärerkrankung

• Tiere waren zeitweise in energetischer Unterbilanz

o Meist bei reiner Weidehaltung im Winter, wenn keine Zufütterung!

o Energiebedarf muss durch Fettabbau gedeckt werden

• Lipolyse auch oft durch Stressfaktoren provoziert

o Trächtigkeit

o Starker Parasitenbefall

o Verminderte Peristaltik durch Sandablagerungen im Kolon

o Latente Salmonellose

o Hufrehe

o Transport

o Ort- und Besitzerwechsel

Pathophysiologie

• Gesteigerte Lipolyse der Triglyceride und gesteigerte Zirkulation von Glycerol und Fettsäuren

• Glycerol und Fettsäuren als Lipoproteine gebunden => Abbau über ß-Oxidation

• Lipoproteinlipase ist erniedrigt => Umsetzung der Lipoproteine zunehmend eingeschränkt, ihr Blutspiegel steigt

• Immer (!!!) fettige Leberinfiltrationen!

• Hegglin – Syndrom am Herz tritt auf

Vorkommen


• Meist bei Shetland Ponys

• Stuten häufiger als Wallache und Hengste (Gravidität!?!)

• Andere Pony Rassen können auch erkranken

Symptome und Diagnose


• Tiere meist guter bis sehr guter Ernährungszustand

• Apathie und völlige Futterverweigerung

• Wasseraufnahme stark reduziert

• Häufigeres Auftreten im Winter

• Erhöhte Körpertemperatur, wenn fieberhafter Primärerkrankung vorliegt

• Puls: 70- 80 /min

• Atemfrequenz etwas über Norm

• SH leicht ikterisch, z.T. schmutzig – verwaschen

• Längeres Bestehen der Erkrankung: Körpertemperatur sinkt unter Norm

• KFZ deutlich verlängert

• Auskultation des Abdomen: kaum Darmgeräusche

• Ampulla recti: vereinzelte, mit Schleim überzogene Kotballen

• Primär Darmerkrankung => stinkender Durchfall

• Foetor ex ore

• Blutprobe

o Im Röhrchen abgesetztes Serum / Plasma ist milchig – hellbraun bis leicht bläulich

o Milchig – weiße Oberschicht

o Nach Zentrifugation: große Mengen Neutralfette enthalten

• Hyperlipidämie möglich

o Plasmagehalt an Gesamtfett größer als physiologische Grenze von 7g/l

o Gehalt an Cholesterin im Plasma gesunken

o Aktivität der alkalischen Phosphatase gestiegen

o Aktivität der γ- Glutaminsäure – Transaminase stark gestiegen

o Gesamtbilirubin evtl. steigend

o Anfänglich Hypoglykämie, kann zur Hyperglykämie umschlagen

o Hämokonz. Gekoppelt mit metabolischer Azidose in schweren Fällen

o Harn kann schwach sauer reagieren

• Plasmatriglycerid Konzentration liegt bei 4,7 bis 78,6 mmol/l

• Ponys meist beschleunigter Blutgerinnung => Quicktest

• SGOT, SGPT, LDH und SDH erhöht

Therapie


• Evtl. vorliegende Primärerkrankung zuerst therapieren

• 4,2%ige Na-hydrogencarbonat – Lsg gegen die Azidose

• Korrektur von entgleistem Elektrolyt- und Wasserhaushalt

• Korrektur der Hyperlipoproteinämie

• Zwangsernährung

• Leinsamenschleim geben (bei Hufrehe und EMS Vorsicht)

• 2x 80 IE Insulin im Abstand von 2 d geben

• Glucoselösung infundieren

• Heparindauertropf (50 000 – 80 000 IE) zur kontinuierlichen Freisetzung der Lipoproteinlipase

o In 30 min ca. 7500 IE Heparin zuführen

• Glucokortikoide zur Anregung des Citronensäurezyklus geben

• Genesungsphase: täglich 80 IE Depot- Insulin!

Prognose


• Durch kombinierte Therapie relativ gut

• Wichtig: Früherkennung und Therapie

Quelle
http://vetstudy.johanneslink.de/pafiledb3/uploads/Lernzusammenfassung%20Innere%2...
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Pony
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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Antwort #1 - 03. Oktober 2007 um 13:25
 
Störungen des Fettstoffwechsel Hyperlipämie   
   
Diese Erkrankung tritt oft bei Ponys auf und ist meist an Hochträchtigkeit und eine vorübergehende ungenügende Futteraufnahme gebunden.   
Sie kann aber auch Folge anderer Erkrankungen oder Belastungen sein, die die Futteraufnahme drastisch beeinträchtigen oder die Futterverwertung hemmen (z.B. starker Parasitenbefall, Hufrehe, Infektionskrankheiten des Magen- Darm- Traktes).   
   
Die betroffenen Pferde müssen, da sie ihren Energiebedarf nicht durch das Futter decken können, Fettreserven des Körpers angreifen.   
Diese Reaktion kann über das Ziel hinausschießen, so dass viel mehr an Fett abgebaut wird, als im Stoffwechsels des Körpers verwertet werden kann. Als Folge steigt der Fettspiegel des Blutes stark an, was zu einer milchigen Trübung des Blutplasmas führt.   
Leber, Niere und andere Organe verfetten krankhaft.   
Puls und Herzbeschleunigung sind die Folge einer fettigen Degeneration des Herzmuskels.   
Die Pferde nehmen nur sehr wenig oder gar kein Futter auf. Sie wirken teilnahmslos und abgeschlagen.   
Puls, Atemfrequenz und Temperatur sind meist erhöht. Die Lidbindehäute sind verwaschen und gerötet. Als charakteristisches Zeichen ist das Blutserum milchigtrüb verfärbt.   
   
Tragende Stuten verfohlen meist. In fortgeschrittenem Stadium besteht Untertemperatur und es ergeben sich massive Herzprobleme. Aus der Maulhöhle entwicht oft ein unangenehmer Ammoniakgeruch, die Zunge weist einen übelriechenden grauweißen Belag auf. Die Darmperistaltik kann verzögert sein.   
Die Erkrankung ist sehr ernst zu nehmen.   
Durch eine Bestimmung des Gesamtlipidgehaltes im Plasma oder des Triglyzeridgehaltes im Blut ist die Erkrankung nachzuweisen   

Azidose
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1162941210
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