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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Magengeschwür bei Cushing (Gelesen: 6161 mal)
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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15. Februar 2007 um 09:45
 
Magengeschwüre beim Pferd
von Sabrina Streck

Diagnose Magengeschwür beim Pferd - „Das gibt‘s doch gar nicht, oder?“

So oder ähnlich sehen häufig die Reaktionen aus, die behandelnde Tierärzte auslösen, wenn sie diese Diagnose stellen. Viele Pferdebesitzer sind oft total erstant über die Diagnose ihres Tierarztes. Woher sollen denn Pferde diese Managerkrankheit „Magengeschwür“ bekommen.? Haltung und Fütterung sind doch in den letzten Jahren ständig verbessert worden und heutzutage haben Pferde doch keinen großen Streß mehr.




Kommt nicht bei vielen Züchtern irgendwann einmal ein Problemfohlen zur Welt, daß sich schlecht entwickelt und daß trotz regelmäßigen Wurmkurgaben einfach nicht zunimmt. Daß vielleicht nicht richtig fressen mag und evtl. auch struppiges Fell hat? Wenn man dann noch des öfteren milde Koliken beobachtet oder das kleine Fohlen aufstoßen sieht, hat man schon die meisten Symptome für Magengeschwüre.

Magenprobleme wie Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) bis hin zu Magengeschwüren (Ulzera) sind keine Seltenheit. Im Gegenteil, sie treten viel häufiger auf als man denkt. Bei Fohlen liegt die Zahl bei ca. 57 %, Rennpferde sind sogar mit 93% vertreten, aber auch Turnierpferde aller Sparten sowie Zuchttiere sind mit 60 % zu einer hohen Zahl vertreten. Am wenigsten betroffen ist die Gruppe der Freizeitpferde. Sie sind mit „nur“ 30 % die kleinste Gruppe.

Und dabei sollte man froh sein, wenn ein Tierarzt diese Möglichkeit relativ früh Betracht zieht, denn leider werden die Geschwüre oft erst sehr spät erkannt. Das liegt auch daran, daß 50 % der betroffenen Pferde eine unspezifische Symptomatik zeigen. Wenn sich Symptome zeigen, ist das Geschwür meist schon weiter fortgeschritten.

Um Magengeschwüre sicher diagnostizieren zu können muß man eine Gastroskopie durchführen lassen. Diese wird in einigen Pferdekliniken angeboten und die Kosten liegen in etwa bei 200 - 300 Euro. Ist diese Möglichkeit nicht gegeben kann man, falls mehrere Symptome zutreffen und der begründete Verdacht von Magenproblemen besteht auch mit einer klinischen Therapie beginnen und so den Verdacht bestätigen oder widerlegen.



Symptome 

Es gibt diverse Anzeichen für das Vorliegen eines oder mehrerer Magengeschwüre. Beim Fohlen sind dies: Durchfälle, ein schlechter Entwicklungsstand, struppiges Fell, milde Koliken, ein aufgedunsener Bauch, starkes Speicheln, das Liegen in der Rückenlage, unterbrochenes Saugen, Zähneknirschen, Fieber oder Blutbildveränderungen.

Bei erwachsenen Pferden weichen die Symptome etwas von denen der Fohlen ab.
Symptome
Magenprobleme
wiederkehrende milde Koliken,
schlechtes Fressen oder auswählen bestimmter Futterbestandteile,
schlechten Allgemeinzustand,
Abmagerung,
Leistungsminderung,
Mundgeruch,
Aufstoßen,
Flehmen,
Leerkauen,
apathisches Verhalten und Verhaltensveränderungen zeigen.




Woher kommen diese Probleme?

Man spricht bei Pferde vom Equine Gastric Ulcer Syndrome, also von einem Ursachenkomplex, da meist mehrere Dinge zusammentreffen. Auch heutzutage haben Pferde Streß. Dies ist mit einer der Gründe für für derartige Probleme. Denken wir nur einmal an den Deckeinsatz bei Hengsten, Brenntermine, Zuchtschauen und auch Turniere. Aber auch eine niedrige Position in der Rangordnung, längere Transporte, ein lästiger Boxennachbar oder häufige Stallwechsel können ursächlich sein. In einigen Fällen liegt auch eine andere
Grunderkrankung vor.
Ursache ist hier eine schlechte Durchblutung des Magens, die durch die Gabe von Schmerzmitteln, z. B.
Phenybutazon,
Novalgin,
Kortison (bei Cushing)
hervorgerufen werden kann, insbesondere bei Fohlen.

Auch die von einem Pferd verlangte Leistung kann die Entstehung von derlei Problemen begünstigen. Manchmal reicht das Reiten allein schon aus. Man vermutet, daß bei der Arbeit ein erhöhter Druck auf den Magen wirkt, der dazu führt, daß die Magensäure in den säureempfindlichen Bereich der Schleimhaut hochgedrückt wird. Je intensiver das Training ist, desto höher ist die Gefahr, daß ein Pferd an Magengeschwüren erkrankt.

Aber auch Futterentzug ist eine weitere Möglichkeit. Häufig ist auch falsche Fütterung mit Schuld an der Misere.

 

Wie entstehen Magenprobleme

Früher verbrachten Pferde einen großen Teil ihrer Zeit mit dem Fressen von Gras. Daher rührt, daß der Pferdemagen 24 Stunden am Tag Magensäure produziert und nicht nur dann, wenn etwas zu verdauen ist. Die heutige Fütterung erfolgt in viel konzentrierterer Form. Häufig wird zuviel Kraftfutter und zuwenig Rauhfutter gefüttert. Und es entstehen längere Phasen, in denen Pferde nichts fressen. In dieser Zeit produziert der Magen die Magensäure trotzdem weiter, was zur Folge hat, daß die schützende Schleimhautschicht und letztlich die Magenwand angegriffen wird. Dann entstehen oberflächliche Entzündungen, die wenn sie immer weiter gereizt werden zu tiefen Geschwüren werden können.
Äußerst selten kommt es zum Durchbruch der Magenwand. Dies sind sehr kritische Fälle, in denen man oft nicht mehr viel machen kann. Bezeichnend ist die folgende Zahl: 80 % der in der Klinik vorgestellten Kolikpferde leiden an Magengeschwüren oder-problemen.

Bei Fohlen ist die Reifung des Magen-Darmsystems ein wichtiger Punkt. Bei Untersuchungen hat man gesehen, daß bei 40 % der Fohlen in den ersten Tagen und Wochen Reizungen der Magenschleimhaut oder kleine Geschwüre entstehen. Kurz nach der Geburt ist die Schutzschicht des Fohlenmagens im Vergleich zu einem erwachsenen Pferd sehr dünn. Außerdem muß sich der Magen erst an die Magensäure gewöhnen. Die Reizungen heilen meist nach einiger Zeit von selbst wieder ab. Seltener, dafür umso gefährlicher ist es, wenn solche Geschwüre nach zwei bis drei Monaten auftreten. Sie sind dann meist viel massiver mit sichtbaren Symptomen.

Was kann man tun?

Meist erfolgt zuerst eine medikamentöse Therapie, die dafür sorgt, daß die Magensäure reduziert wird. Bis vor kurzem wurden dafür meist Magenmedikamente aus dem Humanbereich angewendet, wie z. B. Ranitidin oder Cimetidin. Seit kurzer Zeit ist in Deutschland das Medikament „GastroGard“ mit dem Wirkstoff Omeprazol zugelassen. Diese Medikamente blockieren die Säureproduktion und verhindern ein Absinken des ph-Werts unter ein gesundes Maß. Momentan ist dies das einzige Medikament für Pferde in Deutschland. Die Therapie kann der Besitzer auf Anweisung des Tierarztes selbst durchführen.

Außerdem gibt es Zusatzfutter, die mit der Kraftfuttergabe verabreicht werden können z. B. GastroCare (Nutri Science). Dies wirkt der Übersäuerung des Magens entgegen und bilden einen Schutzfilm auf den Geschüren, so daß diese ungehindert abheilen können. In einer irischen Pilotstudie konnten bei allen "Probanten" selbst schwere Magengeschwüre erfolgreich behandelt werden. Als Nebeneffekt zeigten bereits nach kurzer Zeit alle behandelten Pferde eine deutliche Gewichtszunahme und einen verbesserten Muskelaufbau. Kopper setzten wesentlich seltener auf und gerade junge Pferde (Fohlen) stoppten diese lästige Unart.


 

Hat man die Streßfaktoren sollte man sie reduzieren oder falls möglich ganz beseitigen. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, die Kraftfutterration zu verringern, auf mehrere Gaben am Tag verteilen und die Heuration zu erhöhen. Silage ist wegen der darin enthaltenen Milchsäure nicht ideal.

Auffällig ist, daß Pferde mit sehr viel Koppelgang kaum zu den Kandidaten mit Magengeschwüren zählen.

 

Fakt ist, wir können einiges tun um Magenprobleme bei unseren vierbeinigen Freunden zu verhindern. Das sollten wir beherzigen, denn nicht umsonst gibt es das Sprichwort „es ist so unnötig, wie ein Magengeschwür“!

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Antwort #1 - 15. Februar 2007 um 10:04
 
Therapie:

Die meisten Medikamente für das Pferd wurden aus der Humanmedizin übernommen. So auch die Histamin2-Antagonisten Cimetidin und Ranitidin oder auch der Protonenpumpenblocker Omeprazol. Sie sorgen für eine Blockade der Säureproduktion. Diese Therapeutika können entweder über das Futter oder intravenös gegeben werden, bei einer Behandlungsdauer von zwei bis vier Wochen. Bekannt sind auch sogenannte „Antacida", Magnesium- oder Aluminium-haltige Substanzen (z.B.: Maaloxan®), die den pH-Wert puffern und einen körpereigenen Schleimhautschutz aktivieren. Leider müssen große Mengen dieser Präparate vier bis sechs mal täglich eingegeben werden, was diese Therapie unwirtschaftlich macht. Ebenfalls teuer, aber sehr effektiv ist Sucralfat, ein Zuckerkomplex, der sich als Schutzfilm über den Geschwürskrater legt. Studien an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und in verschiedenen Pferdekliniken haben auch für einen speziell für Pferde entwickelten Pektin-Lecithin-Glycerin-Komplex (Apolectol, Pronutrin®) eine sehr gute Wirksamkeit nachgewiesen. Er wirkt der Übersäuerung des Magens entgegen und stabilisiert die Schleimschutzschicht. Dieses Zusatzfuttermittel wird einmal täglich zwei bis vier Wochen gefüttert.

Bei allen Therapieformen werden zwar die Symptome (sofern vorhanden) innerhalb weniger Tage verschwinden, dennoch ist es wichtig die Therapie über einen längeren Zeitraum fortzuführen, denn endoskopische Untersuchungen haben gezeigt, dass die komplette Heilung erst zu einem späteren Zeitpunkt eintritt. Als therapieunterstützende Maßnahmen gelten die Minimierung von Stress und die Anpassung der Fütterung. Bei schweren Magengeschwüren gilt jedoch Heufütterung und Ölzusatz als problematisch. Man sollte statt dessen vorübergehend ein kaufähiges (zur Speichelproduktion) gemischtes Alleinfutter mit geringer Kraftfutterkomponente (z.B.: aufgeweichte Graskops mit einem geringen Getreide- oder Maiszusatz, entsprechend des Energiebedarfs) zusammen mit schleimhautabdeckenden Substanzen füttern.
http://www.tierklinik-schierling.de/info/magengeschwuere.htm
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Antwort #2 - 15. Februar 2007 um 10:17
 
Fütterung und andere Faktoren für das Auftreten von Magengeschwüren
[06.12.2004]

Unter den heutigen Haltungsbedingungen ist das Auftreten von Magenulzera bei Sport- und Freizeitpferden, aber auch schon bei Fohlen bemerkenswert hoch. Insbesondere der Fütterung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Für das Auftreten von Magenulzera sind zahlreiche Risikofaktoren bekannt: Intensive Trainings- und Rennbelastungen, Stress, Infektionen, Folgen medikamentöser Behandlungen, vor allem mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern, und nicht zuletzt die Fütterung mit der Fütterungstechnik und dem Rationstyp.

Bei rund 90 Prozent der Vollblüter, Traber und Pacer kann während der Rennsaison ein Magengeschwür festgestellt werden. Selbst Turnier- und Distanzpferde weisen noch eine Erkrankungsrate von bis zu 60 Prozent auf. Im Vergleich dazu zeigen Pferde, die ausschließlich auf der Weide gehalten werden, keinerlei Veränderungen der Magenschleimhaut.

Eine typische Region für die Ausbildung von Magengeschwüren ist die dem Margo plicatus nahe Region der kutanen, drüsenlosen Schleimhaut der Pars proventricularis. Insbesondere während intensiver Belastungen mit erhöhtem abdominalen Druck und Kompression des Magens kommt der Pars nonglandularis verstärkt mit saurem Magensekret in Berührung.

Als dominierende aggressive Faktoren gelten die direkte Einwirkung von Salzsäure, Pepsin und Gallensäure auf die kutane Schleimhaut. Ebenfalls ulzerogene Wirkung besitzen Acetat, Butyrat und Propionat.

Besonders problematisch sind Karenzzeiten, nach denen die Inzidenz an Magengeschwüren zunimmt. Nach längerem Futterentzug konnte eine Zunahme des Gallensäuregehaltes im Magen festgestellt werden. Durch die Gallensäure wurde der Ionentranport am Epithel verändert und die Permeabilität für das Eindringen von Wasserstoffionen in das Epithel erhöht.

Interessanterweise scheint der Einfluss der Haltungsbedingungen ungeachtet der Fütterungstechnik ebenfalls ein kritischer Faktor bei der Entstehung von Magenulzera zu sein. Denn bei Pferden, die ad libitum Heu bekamen, aber in einer Box gehalten wurden, traten trotzdem Magengeschwüre auf.

Neben der Futterzuteilung stellt der Rationstyp eine kritische Komponente dar. In zahlreichen Studien wird immer wieder darauf hingewiesen, dass eine hohe Energieaufnahme, z. B. in Form von Getreide, als Risikofaktor anzusehen ist. So liegt der pH-Wert des Mageninhalts 3,5 Stunden nach Mischfuttergabe bei 4,87. Im Gegensatz dazu waren die pHWerte nach Heufütterung durchschnittlich bei 3,83. Dabei spielt die geringe Durchmischung des Mageninhaltes nach der Aufnahme von Kraftfutter eine Rolle. Dies erklärt sich u. a. durch die schwache Einspeichelung des Futters bei der Aufnahme. Beim Verzehr von Heu werden sechs Liter Speichel pro Kg Heu gebildet, wohingegen bei pelletiertem Mischfutter nur 1,7 Liter Speichel pro kg Futter entstehen. Durch die unzureichende Durchmischung kann die Magensäure nicht oder nur unzureichend in den Futterbrei eindringen. Es kommt zu einer längeren Verweildauer des Futters im Magen mit einer vermutlich erhöhten Magensaftsekretion, da die regulative Rückkopplung über die Durchsäuerung des Mageninhaltes fehlt. Zusätzlich kann es in festem Mageninhalt zu Temperaturen von bis zu 43,4 °C kommen, was eine verstärkte bakterielle Aktivität begünstigt. Als Stoffwechselprodukte der bakteriellen Fermentation entstehen flüchtig Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, welche ihrerseits ulzerative Wirkung haben.

Zur Verringerung des Risikos von Magengeschwüren sollte die Kraftfuttermenge pro Mahlzeit auf maximal 0,4 kg pro 100 kg Körpermasse limitiert werden. Die Speichelbildung und Durchmischung des Mageninhaltes kann durch die Fütterung von Raufutter unmittelbar vor der Kraftfuttergabe angeregt werden. Die empfohlene Mindestmenge beträgt ein kg pro 100 kg Körpermasse.

Zusätzlich zur Begrenzung von Kraftfutter sollten lange Nüchternzeiten vermieden werden. Als günstiger Zeitpunkt für den Arbeitsbeginn mit dem Pferd gilt drei bis fünf Stunden nach der letzten Fütterung.

(Quelle:
I. Vervuert und M. Coenen:
Nutritive Risiken für das Auftreten von Magengeschwüren beim Pferd


vielleicht sollte man dann mal an unmelasierte Rübenschnitzel denken, gerade wenn die Pferde das Heu ablehnen!!! noch was zum Thema http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1171526019/5#5
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