Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Pferd mit Rehe kaufen? (Gelesen: 1592 mal)
Lia
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nähe Augsburg, Bayern, Germany
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16. August 2017 um 13:56
 
Hallo,

ich habe mir gestern ein Pferd angeschaut, das ich evlt. kaufen möchte. Bin mir jedoch unsicher, da es ein Rehepferd ist (Isländer, 13 Jahre alt)
Jetzt bräuchte ich einen Rat ob es sinnvoll ist dieses Pferd zu kaufen und ob das mit unserer Haltung und Vorstellung auf Dauer kompatibel wäre.

Es wird seit 8 Jahren im Offenstall gehalten und in den Sommermonaten komplett auf der Wiese. Wurde innerhalb von 2 Wochen angeweidet, angefangen mit 20 Minuten. 2015 hatte es dann ein paar Wochen nach dem Anweiden zum ersten Mal Rehe. Letztes und dieses Jahr wieder kurz nach dem Anweiden… Später war sie wohl wieder auf dem Gras, auch im Herbst kein Problem. Da die Besitzerin aber nur 2 Pferde und einen kleinen Stall hat, die Weide ist etwas entfernt, sucht sie nun ein neues Zuhause für das Pferd.

Der letzte Schub war im Juni. Hat dann wohl vor allem einen Wendeschmerz gehabt. Wurde dann mit Schmerz- und Entzündungshemmern behandelt. Momentan steht sie nur im Offenstall. Zu Fressen bekommt sie zur Zeit nur Heu und Stroh, dazu getreidefreies Müsli von Agrobs, Rehe Vital Mineralfutter und Corticosal.
Wurde vor ein paar Tagen nochmal neu Beschlagen – Metallbeschlag mit Steg und Silikon drunter. Hinten läuft es barhuf und auch im Winter war das Pferd komplett barhuf.
Wird zur Zeit regelmäßig geritten, läuft gut, zieht aber weichen Boden vor, läuft auf Asphalt aber nicht schlechter.
Röntgenbilder habe ich jetzt bekommen, Blutwerte bekomme ich auch noch. Die derzeitige Besitzerin meint, dass ihr Tierarzt anhand der Blutwerte meint, dass es tendenziell in Richtung EMS geht, was mir dann jetzt auch noch etwas Kopfzerbrechen bereitet...
Unser Großer ist Heustauballergiker, bekommt sein Heu nass gemacht. Ist auf Dauer auch lästig, daher soll jetzt ein Heubedampferd einziehen. Auf zusätzliches Heu waschen habe ich ehrlich gesagt wenig Lust... Wäre das notwendig?

Wir haben einen Offenstall mit großem befestigtem Paddock, der Untergrund besteht hauptsächlich aus Kies, ist also eher fest. Hier und da kommt das Gras etwas durch, was aber ohnehin von den Shettys ganz kurz gehalten wird. Wir haben direkt an den Paddock angrenzend ein wenig Gras (Pferdeweide mit Kräutern), wächst aber eher spärlich und eine Weide, auf die man die Ponys führen muss. Da ich bei den Kleinen zwecks Gewicht sehr aufpassen muss, werden sie sehr knapp gehalten und kommen auch im Sommer maximal 30 Min am Tag auf die Weide. Das könnte für oben genanntes Pferd aber auch komplett entfallen.
Ich möchte das Pferd nur im Freizeitbereich nutzen, also überwiegend ausreiten gehen und etwas Gymnastizierung und Bodenarbeit auf dem Platz. Eventuell würde ich auch gerne mal einen kleineren Wanderritt mitmachen.

https://lh3.googleusercontent.com/2e95g4gYQLenz85BKBHeQb1wbUvVtsY9LD1LO-U2h40bce...
https://lh3.googleusercontent.com/j_C_Taf8hqW1P426C6DAihs7RZFY9h46mLJ0WTncy8ilNF...

Vielen Dank im Voraus!
LG
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Lugi
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Antwort #1 - 16. August 2017 um 18:13
 
Hallo und herzlich Willkommen.

Tja, schwierig, da zu raten.

Das Pferd gehört eigentlich runter von der Weide (ok, momentan steht es wohl auch nicht drauf) und vor allem nicht geritten. Es hat, wie man auf dem Röntgenbild sehen kann, beidseitig bereits eine leichte Rotation der Hufbeine. Bei jedem Ritt, kann sich das verschlimmern. Der letzte Schub war im Juni? Das ist ja nur wenige Wochen her. Der Hufträger hat sich durch den Rehe-Schub gelöst, das Hufbein hat keinen festen Halt mehr und kann nachrotieren, auch wenn jetzt kein akuter Schub mehr vorliegt. Man sagt, bis alles wieder voll belastbar ist, vergeht ca ein Jahr. Solange sollte man möglichst auf Reiten verzichten.
Ich weiß, es gibt TÄ, die tatsächlich behaupten, dass ein Rehepferd mit Beschlag wieder bewegt werden darf - nur weil es lahmfrei geht, ist das aber nicht der Fall und birgt ein hohes Risiko der extremen Verschlimmerung (bis hin zum Hufbeindurchbruch, was wir mal nicht vermuten wollen). Isländer sind sehr zäh und beißen die Zähne zusammen, bis es nicht mehr geht.

Die Blutwerte wären natürlich interessant. Ist das Pferd zu dick? Wie kann man aus den Blutwerten auf EMS schließen? Eine Insulinresistenz lässt sich schlussfolgern, eventuell, aber EMS ist eine klinische Sichtdiagnose. Also gehe ich davon aus, dass es die klassischen Fettdepots hat?

Wahrscheinlich wäre Deine Haltung die bessere für das Pferd. Wenn Du bereit bist, ca ein Jahr aufs Reiten zu verzichten und die Rehe auskurieren kannst, stehen die Chancen nicht schlecht, ein voll reitbares und - zwar reheempfindliches aber - erstmal gesundes Pferd im Stall zu haben. Falls das Pferd allerdings deutlich zu dick wäre, liefest Du Gefahr, immer wieder mit einem Reheschub rechnen zu müssen, wenn Du es nicht schaffst, es sinnvoll abzuspecken. Was natürlich nicht einfach ist, wenn es nicht geritten werden darf (auch longieren ist wegen der engen Wendungen mindestens ein paar Monate lang nicht angeraten).

Wurde Cushing untersucht und ausgeschlossen?
Zudem musst Du natürlich wissen, dass Pferde, die einmal Rehe hatten, immer ein Reherisiko haben (vor allem, wenn es eine stoffwechselbedingte Rehe ist - der Verlauf, immer nach dem Anweiden, spricht dafür).

Ich würde mir eine pro-und-contra-Liste machen.
Was spricht für dieses Pferd? (ein günstiger Preis wäre für mich kein Argument, denn die Rehenachsorge ist auch nicht gerade preiswert). Dabei solltes Du Dir ganz ehrlich u.a, die Fragen beantworten:
KannstDu dem Pferd eine rehegerechte Haltung bieten (der harte Boden u. Grasreste auf dem Paddock sind eventuell tatsächlich nicht ideal)?
Hast Du einen reheerfahrenen Hufbearbeiter, der Dich unterstützen kann?
Eventuell ist zeitweiliges Heuwaschen zum Abspecken doch notwendig, bedampfen reicht hier natürlich nicht, denn die Fruktane sollen ja herausgewaschen werden - willst und kannst Du das leisten?

Aus meiner Erfahrung heraus würde ich momentan sagen, seitdem ich mein Ex-Rehlein selbst halte und die Haltung einigermaßen frei gestalten kann, finde ich es nicht sooo schwierig, einem Rehepferd ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Aber man steckt nicht drin, und wer weiß, vielleicht holt uns doch wieder ein Schub ein und dann rätselt man herum, woran es gelegen hat und was man noch ändern könnte und muss möglicherweise doch wieder alles umwerfen und tief in die Tasche greifen für Umbaumaßnahmen und Tierarztkosten usw. Ich wäre nicht die erste, der das in diesem Jahr passiert, in dem Wetter- und Grasbedingungen seltsam sind und offensichtlich Rehe begünstigen. Obwohl wir - toitoitoi - seit 6 Jahren verschont bleiben von diesem Damoklesschwert.

Vielleicht kann Dir jemand anderes hier in der Runde mehr Mut zusprechen - auch weil ich dem Pferdchen wünsche, dass es eine bessere Haltung findet als jetzt.
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Hufrehe Tagebuch

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DRP, * 1996, Wallach, 146 cm, 430 kg (noch etwas zu dünn)

Versteckte Reheschübe: Mai u. Oktober 2011; Hufgeschwüre Juli, September, Oktober 2011
EMS-Diagnose 2013

Er wird regelmäßig 3-4 mal/ Woche bewegt. Meist 1 bis 2 Stunden Ausritte entweder geritten oder als Handpferd in allen Gangarten und ein bis zweimal/ Woche Equikinetic

Aktuelle Fütterung:
z.Zt rund um die Uhr Heu unter engmaschigen Netzen ,
zudem ca. 200g Hafer, 200g getreidefreies Müsli v. Agrobs +  wechselnde Kräuter-Mischung, 50 g Mineral plus v. NHC, 25 ml Omega-Öl-Mischung (NHC) + unterschiedl. Kräuter v. pernaturam

Pony ist barhuf, hat harte, kernige Hufe, geht nicht fühlig - bei Bedarf mit Hufschuhen.
 
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Lia
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nähe Augsburg, Bayern, Germany
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Antwort #2 - 16. August 2017 um 23:53
 
Vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Antwort.

Fand es auch komisch, dass das Pferd so kurz nach der Rehe wieder normal geritten wird, aber ich kenne mich mit Rehe nicht so wirklich aus und dachte erst auch, dass der Schub schon länger her ist und vielleicht auch nur ganz leicht war…

Nein, das Pferd ist eigentlich gar nicht zu dick. Hat keine Fettdepots und die Rippen kann man auch gut fühlen. Hab leider keine eigenen Fotos gemacht, drum kann ich aber auch keins einstellen.

Wie der Tierarzt auf EMS schließt weiß ich nicht, vielleicht einfach eine Vermutung? Habe ich so auch schon erlebt…

Cushing wurde untersucht und hat das Pferd nicht.

Wahrscheinlich ist es besser das Pferd nicht zu kaufen.
Ich habe das schon befürchtet… Aber das Pferd ist wirklich sehr nett…
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cheyenne
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in der Ruhe liegt die
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Antwort #3 - 17. August 2017 um 05:48
 
Hallo und willkommen,
Lugi hat ja schon ausführlich alles geschrieben. Es wäre schön wenn dem Pferd ein schöneres, und vor allem Rehegerechtes Zuhause geboten werden könnte unentschlossen  es ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung, und das es jetzt schon wieder geritten wird so kurz nach der Rehe..ist überhaupt nicht gut..der Huf ist noch instabil, und es zeigt ja das es noch schmerzt da es weichen 'Boden vorzieht. Kiesboden wäre da z.B. nicht so gut da die kleinen Steinchen die sowieso empfindliche Lederhaut reizen können. Aber das könntest Du ja ändern, wir haben selbst eine Rehestute und mussten vieles komplett ändern. Sprich, großen Sandpaddock einrichten für Tags , ein Stück Weide umzackern und plattfahren,also grasfrei machen damit sie mit noch zwei Rehleins mit der Herde nachts raus kann, ohne jedoch Gras zu bekommen, sie haben ihre extra Heuraufe ( Rundballen mit Netz), etc etc....wir konnten erst nach über einem Jahr wieder mit ihr langsam anfangen zu arbeiten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, all die Mühe und Geduld hat sich gelohnt und wir würden es niemals anders machen. Aber man muss dazu sagen, alles kann man nicht mehr mit ihr machen, sie hatte Rotation und Senkung, aber das muss man ja auch nicht wie ich finde. Wie Du ja schreibst möchtest Du Bodenarbeit oder Ausritten mit dem Pferd angehen, ich denke Du kannst das hinkriegen wenn Du wie gesagt Haltung, Fütterung und Bewegung Rehegerecht anpassen kannst. Drück die Daumen Zwinkernd lg Cheyenne
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Das mir mein Pferd das Liebste ist...sagst Du oh Mensch sei Sünde...mein Pferd blieb auch im Sturm mir treu...Du Mensch nicht mal im Winde..
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Lugi
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Hünstetten, Hessen, Germany
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Antwort #4 - 17. August 2017 um 08:01
 
Wenn der Isländer nicht deutlich zu dick ist, finde ich das Risiko nicht so gravierend!

Man kann hoffen, dass er bei vernünftigerem Anweiden* und niedrig dosiertem Weidegang ein gutes und beschwerdefreies Leben ohne erneute Schübe haben kann. Man muss sich ein bißchen reindenken und das Risiko kennen, um gefährliche Auslöser zu vermeiden. Lies Dich doch mal hier durch die verscheidenen Infos - so habe ich vor 6 Jahren auch eine Menge über Rehe-Haltung und -Fütterung gelernt.

Auch mein Wallach hatte scheinbar harmlose (weil fast nicht sichtbare) Schübe. Er hatte eine ähnliche Rotation, wie auf Deinen Röntgenbildern sichtbar. Ich habe ihn ca. ein Jahr lang auf Heudiät gesetzt (d.h. in engmaschigen Netzen abgewogene Mengen gefüttert) und nicht aufs Gras gelassen. Einige Wochen nach dem Schub begann ich mit langsam steigernden Spaziergängen mit gepolsterten Hufschuhen. Anfangs wenige Minuten, später bis zu zwei Stunden. Er wurde auch später entgiftet, Blut wurde immer wieder kontrolliert (schlechte Leberwerte!). In der Anfangsphase habe ich ihn innerhalb der Herde in einem kleinen, sehr weich eingestreuten Offenstallabteil mit Paddock gehalten. Später hatte er Paddockschuhe an und durfte mit der Herde mitlaufen (er ist allerdings ranghoch und wurde nicht gescheucht). Wir hatten auch teils steinigen, bzw. hart gepflasterten Boden, zudem war Winter und der Boden z.T. hart buckelig gefroren, deshalb die gepolsterten Paddockschuhe. Heute kann ich ihn wieder voll belasten. Das Hufbein ist wieder in Normalstellung, den Hufen sieht nicht mal ein Profi die veragngene Rehe an. - Ich schreibe das nur, um Dir zu zeigen, es geht!

Heute halte ich die Pferde in Eigenregie. Unser Paddock + Trail hat leider ebenfalls Grasreste (ich lege Wert auf viel Platz, weil die Ponys nur stundenweise auf die Weide kommen. Sie schaffen es aber zu dritt nicht, alles grasfrei zu halten  Zwinkernd). Und unser Paddock ist teilweise mit Autobahnschredder befestigt - d.h. auch steinig. Zeitweilig hatte ich eine dicke Sandschicht aufgebracht, der ist allerdings bei Starkregen weggeschwemmt worden und ich darf keinen mehr aufbringen. Die Hufe der Pferde werden durch unterschiedliche Böden trainiert und sind sehr schön hart geworden. Wenn jetzt ein Pferd wieder einen Schub bekäme, würde ich ihm wieder Paddockschuhe mit Polsterverband anziehen, sobald es wieder laufen darf und aus der Akutphase raus ist. Aber das Rest-Gras wäre ein Problem. Das gab es in dem früheren Stall nicht.

(*es kommt beim Anweiden nicht nur auf langsames Steigern an, sondern auch darauf, dass man die Nachttemperaturen beachtet. Wenn es nachts kälter ist als 6-8°, kann das Gras nicht wachsen, sprich: die Fructane nicht verarbeiten. Es speichert Zucker - das ist GEFÄHRLICH!).
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Nucki Nuss
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† 19.08.2010 in Gedenken
an "Willy"


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Berlin, Berlin, Germany
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Antwort #5 - 17. August 2017 um 08:52
 
Hallo!

Wenn man sich ein Rehepferd anschafft muss man haltungstechnisch immer Kompromisse machen. Teilweise ist es schwer einen guten geeigneten Stall zu finden.
Wenn man den jedoch gefunden hat, hat man viel Freude an den Pferden.

Mein Isi hatte leider auch mehrere Schübe, ist jedoch 31 Jahre alt geworden und wurde bis zum Schluss geritten.

Ich will aber nichts Schönreden. Manchmal kommen auch Schübe und keiner weiß, warum, woher etc.

Als alter Tierfreund würde ich mich aber fragen was mit dem Pony sonst passiert. Aber das ist kein vernünftiger Gedanke  Smiley
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Bjalla
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Antwort #6 - 17. August 2017 um 09:20
 
Wenn das Pferd nicht zu dick ist, du es so halten kannst, dass es bei dir nicht dick wird und vorerst gar nicht (später nur kurz) auf die Weide darf, dann sollte das machbar sein. Der harte Boden kann ein Problem darstellen. Wenn es aber möglich ist, dem Pferd Bereiche zu schaffen, auf dem es weich steht, denke ich schon, dass das gehen sollte, zumal es beschlagen ist.

Kannst du dem Tier eine entsprechende Haltung bieten (Heu muss außerhalb eines akuten Reheschubs nicht gewaschen werden), dann könntest du es meiner Meinung nach riskieren. Bedenken musst du allerdings, dass du vorerst nicht reiten solltest. Ein Jahr lang würde ich mit dem Reiten nicht unbedingt warten und mich da von einem kompetenten Tierarzt beraten lassen. Wenn du die nächsten Monate mit Spaziergängen und Bodenarbeit verbringen und dann das Reiten ganz langsam auf weichem Boden steigern würdest, sollte das gehen. Dann kannst du ein voll reitbares und gesundes Pferd bekommen. Was du jetzt an Konsequenz und Geduld investierst, zahlt sich hinterher aus.

Im Hinterkopf musst du dann aber behalten, dass du immer streng bei Fütterung und Haltung bleiben musst. Dann stehen die Chancen gut, dass das Pferd gesund bleibt. Aber sicher kannst du nicht sein, denn ein Rehepferd bleibt empfindlicher. Andererseits ist man aber auch bei einem vorher rehefreien Pferd nicht sicher, dass es nie eine Hufrehe bekommt. Wobei die Gefahr bei einem Rehepferd natürlich höher ist.

Wenn du das Pferd magst, bereit bist, in der ersten Zeit Rücksicht zu nehmen und konsequent in Haltung und Fütterung bleiben kannst, dann stehen die Chancen für dich und das Pferd meiner Meinung nach gut. Aber du solltest dir gut überlegen, ob du es schaffen könntest, den Bedürfnissen des Pferdes gerecht zu werden, sollte es doch wieder einen Reheschub bekommen.
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Bjallas EMS-Tagebuch

Fragen zu Bjalla


Bjalla ist am 10. Februar 2018 gestorben. Ihre Krankengeschichte:
Ataxie, 3. Reheschub innerhalb von 6 Jahren im Juni/Juli 2010, daraufhin Diagnose EMS, IR.
September 2015 Diagnose Cushing, ACTH: 257, Prascend 1 Tablette, später reduziert auf ¾ Tablette (ACTH: 6,2)
November 2016 Hufrehe/Huf zu kurz ausgeschnitten, Juli 2017 noch ein Reheschub (Bjalla ist aufgeschwemmt, wurde wegen des Schubs im November vermutlich zu lange geschont)
Bjalla lebte zusammen mit Larry/Shetty im Offenstall, Holzpellets als Einstreu. Gemeinsam bekamen sie 12 kg Heu über 24 h verteilt aus engmaschigen Heunetzen, zusätzlich je 1 – 2 Handvoll Heucobs, kurweise Bierhefe ohne Treber/diverse Stoffwechselkräuter. Ab August 2017: N-Sulin als Ergänzungsfutter. Keine Weide.
tägliche Bewegung (Longieren/Intervalltraining ganze Bahn, Equikinetik im Schritt, Spaziergänge)


Larry - Bjallas neuer Freund
 
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starbuck
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xxx, Bayern, Germany
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Antwort #7 - 17. August 2017 um 10:00
 
Gibt Pferde, die haben mal ne Rehe (ggf. Vergiftungsrehe)und dann bei vernünftiger Haltung nicht wieder...oder aber man stellt sich auf den Kopf, macht alles richtig und die Schübe kommen dank krankem Stoffwechsel doch immer wieder aus dem nichts...wie bei uns...fast 2 Jahre Ruhe...und jetzt im Frühjahr/Frühsommer ohne jegliches Gras 3 Schübe innerhalb von gut 2 Monaten...und nun wieder seit 9 Wochen stabil...mit den schlimmen Schäden am Huf, die wir nun auskurieren/nach und nach korrigieren...Frührente ja eh seit dem 2015er Schub....

Ich würde im Leben kein schon mit EMS & Rehe vorerkranktes Pferd kaufen (und auch kein gesundes mehr, denn Ersparnisse, Nerven, Kräfte etc. sind über die Jahre nun inzw. einfach alle).

Nach dem ersten Schub (klassische Grasrehe) im Pferdeleben meines Pferdchens und Rekonvaleszenz & Haltungsänderung und wieder 1a Hufen & Reitbarkeit hätte ich wohl auch noch gesagt, das geht zu regeln...aber nun 10 jahre weiter... und mehrere lebensbedrohliche Schübe (ohne Gras als Auslöser)....
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Irene
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Koblenz, Rheinland-Pfalz, Germany
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Antwort #8 - 17. August 2017 um 11:57
 
Hm, schwierig da was zu raten...
Das Ganze KANN natürlich gut gehen, aber wenn nicht...  unentschlossen
Man muss sich vor Augen halten was man sich da ins Haus holt und auch mal den Worstcase durchdenken. Sprich: Pferd benötigt erstmal weiterhin TA/Medis und aufwändige Pflege (da letzter Reheschub nicht allzu lange her) und ist monatelang nicht reitbar.
Kann und möchte man das?
Wenn man mal ehrlich ist kauft man sich ja in erster Linie ein Pferd, weil man Spaß am reiten hat (Thema Wanderritt)  unentschlossen Dazu kommen eventuelle TA-Kosten, die bisher noch unkalkulierbar sind. Bekommt man die im Ernstfall gestemmt?
Und bei einem bereits erkrankten Pferd ist es nochmal wahrscheinlicher, das diese Kosten (recht schnell) auf einen zukommen.
Der Aufwand ist meines Erachtens nach nicht zu unterschätzen (Thema Heu waschen). Wenn du jetzt schon sagst, das dich das bei dem Allergiker-Pferd nervt....  unentschlossen
Ich seh das bei meinem: kein Rehekandidat, aber EMS-anfällig, zudem COPD und chron. Sehnenschaden. Ich habe mich inzwischen an die Planerei gewöhnt, aber es ist SEHR, sehr aufwändig....wann kann er auf die Weide, wie lange, wieviel Heu muss ich abwiegen bei wieviel Stunden Weidegang, spielen die Miteinstellerin mit wenn meiner pünktlich vom Gras runter soll, was ist bei Urlaub/Krankheit, wer kümmert sich zuverlässig,.....??

Sorry wenn ich dir das Thema jetzt evtl. kaputt rede und zu negativ sehe. Bitte nicht in den falschen Hals bekommen! Es kann durch entsprechende Pflege ja auch gut gehen. Aber es ist nun mal eine große Verantwortung, wenn man ein (krankes) Tier aufnimmt.

Ich wünsche dir viel Glück bei deiner Entscheidung.
LG

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Tagebuch Amigo *Sehnen- und Lungenpatient*


Fragen zum Tagebuch von Amigo


Fütterung:
Heu 12kg gewässert, Alpengrün-Müsli 300g, Plantagines 70g, Magnobuild 25g, Magnokollagen 20g, Lamin 15g, Teufelskralle 25g, Leinöl
...und nun inhalieren wir auch täglich...
 
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Lia
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Beiträge: 5

nähe Augsburg, Bayern, Germany
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Antwort #9 - 17. August 2017 um 22:59
 
Vielen Dank euch allen!

Haben eben auch schon zwei Ponys mit "Baustellen" und eigentlich genug Sorgen, Ausgaben und Extras, als dass es wahrscheinlich sehr unvernünftig wäre, sich ein wissentlich krankes Pferd zu kaufen...

Darum habe ich mich jetzt schweren Herzens gegen das Pferd entschieden. Wenn es nicht so nett und arm wäre, wäre das allerdings leichter... Hoffe nur, dass es einen guten Platz findet... Aber man kann leider nicht alle retten...
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