Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Pi - Cushing und kompensierte Insulinresistenz (Gelesen: 411 mal)
Christine71
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Hufreheforum.de


Beiträge: 6

Dortmund, Germany
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02. Juli 2017 um 22:43
 
Hallo ihr Lieben,
ich habe seehr viele Fragen! Cool
Zuallererst: wie schnell oder wie langsam sollte ein Pferd mit IR/ECS (oder auch EMS) abnehmen?
Ich bin bereit, das komplette Hardcore-Paket umzusetzen (Weideverbot, Spänebox, kein Krippenfutter, abgewogenes, gewaschenes, zuckerreduziertes Heu in Heunetzen mit kleinen Maschen, keine Leckerlis, Möhren, Äpfel und vor allem! mehr Bewegung),
ABER IST DAS ÜBERHAUPT SINNVOLL?
Oder nimmt Pferdi dann zu schnell ab und bekommt davon noch mehr Probleme?
Die einzelnen Maßnahmen können ja auch abgestuft werden: keine Weide – Weide mit Fressbremse – stundenweise Weide – stundenweise Weide mit Fressbremse..
Kein Krippenfutter – zuckerfreies Krippenfutter (Heucobs oder melassefreie Rüschnis) – reduziertes Krippenfutter.
Auch die Bewegung lässt sich natürlich (fast) beliebig steigern.
Oder reicht es möglicherweise aus, einfach täglich eine Prascend ins Pferd zu werfen und gut ist?
Ihr versteht bestimmt schon, worauf ich hinauswill?!
Woher weiß ich, welche Maßnahme in welchem Umfang für mein Pferd sinnvoll und optimal ist? Try and Error mit häufigen Bluttests? Und wie häufig sollten die Bluttests sein?
Ich bin da gerade echt überfordert, insbesondere da mir immer Pis Magengeschwürproblematik im Hinterkopf herumgeistert! Ich möchte mir nicht vorstellen, wieviel Stress Pi hat, wenn fast der komplette Stall morgens auf die Weide geht und er muss drinnen bleiben..

Nächste Frage:
Gibt es eine „stille“ Hufrehe? Ich mache mir jetzt große Sorgen, weil Pi fühlig läuft.. Klar, sein Spat wird auch nicht besser, da fällt ihm die Bewegung anfangs schwerer und seitdem die Eisen ab sind macht er einen großen Bogen um jede Schotterpiste. Aber ist das schon eine schleichend beginnende Rehe? Und falls ja, wie stelle ich das fest? Welche anderen Symptome gibt es? Wie erkenne ich den Anfang?
Ich kenne Rehe (Gottseidank!) nicht von meinen eigenen Pferden und die fremden Rehe-Pferde und -Ponies, hatte schon länger Rehe als ich sie kennengelernt habe. Ich habe also keine Erfahrung mit dem Beginn der Rehe. Im Internet wird Rehe meistens als plötzlich eintretende Krankheit dargestellt: gestern gesund – heute stocklahm. Aber stimmt das (immer) so?

3. Frage:
Die TÄin möchte gerne Corticosal zusätzlich zum Prascend geben und Akupunktur anwenden. Ist das sinnvoll oder kann ich mir das Geld sparen? Habt ihr Erfahrungen mit unterstützenden Behandlungen? Was ist mit Mönchspfeffer? Ich weiß natürlich, dass ein angepasstes Futter- und Bewegungsmanagement die beste (und schnellste!) Therapie ist, aber vielleicht kann ich trotzdem etwas sinnvolles ergänzen?

4. Frage:
Da ich gelesen habe, dass Cushing die Magenschleimhaut angreifen kann und Prascend möglicherweise den Appetit hemmt, würde ich gerne einen Magenschutz dazufüttern. Natürlich wegen Pis chronischen Magengeschwüren im Hinterkopf. Die üblichen Verdächtigen heißen Pronutrin und Magnoguard. Allerdings ist da entweder Saccharose oder Süßholzwurzel drin! Ist die Gabe für einen kompensierenden IRler trotzdem sinnvoll? Gastrogard habe ich zwar sicherheitshalber immer auf Vorrat im Schrank, aber vorbeugend ist mir das dann doch zu teuer!

5. Frage:
Pi bekommt ein Mineralfutter mit folgenden Inhaltsstoffen:
Zusammensetzung
Sonnenblumen-Lecithin (GVO-frei), Bierhefe, Seealgenmehl, Hagebuttenschalen.
Analytische Bestandteile und Gehalte
Rohprotein 12,5 %, Rohöle/-fette 3,5 %, Rohfaser 3,2 %, Rohasche 13,5 %.
Mineralstoffe
Calcium 4 %, Phosphor 1,1 %, Natrium 2 %
Technologische Zusatzstoffe je kg
50 g Kieselerde gefällt / E551
Ernährungsphysiolog. Zusatzstoffe je kg
2.000.000 mcg Biotin (D(+)-Biotin), 2.000 mg Vitamin E, 10.000 mg Zink als Glycin-Zinkchelat, Hydrat, 100 mg Folsäure, 5.000 mg Eisen, 1.000 mg Kupfer, 6.000 mg Mangan als Glycin-Manganchelat, 140 mg Jod, 4.000 mg L- Methionin, 2.000 mg Lysin.

Ist das Mifu in Ordnung für ein komp.IR-Cushi? Oder soll ich besser sofort wechseln? Oder kann ich das noch zu Ende füttern bevor ich auf Allergo-Vital umstelle?



Pis Blutwerte von Idexx Laboratories sind jetzt auch da:
Lipämie-Index            negativ
Hämolyse-Index      negativ
EMS/Cushing Profil 1
ACTH (CLIA)            77,1 pg/ml (kein Referenzwert)
Insulin      (CLIA)            20 mU/l (kein Referenzwert)      
Glucose            115 Referenzintervall 63-101 mg/dl
Triglyceride gesamt      42 Referenzintervall <50 mg/dl
y-GT                  25 Referenzintervall <30 U/l.

Ein großes Blutbild wurde auch gemacht, aber ich bin gerade zu faul das komplett abzuschreiben.. Augenrollen Wenn ihr Werte daraus wissen wollt, bitte einfach fragen!

So, das war’s erstmal an Fragen und Werten. Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung und Hilfe! Ihr habt hier ein tolles Forum aufgebaut, Hut ab! Smiley

Liebe Grüße
Christine
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Lugi
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Hufreheforum.de


Beiträge: 1535

Hünstetten, Hessen, Germany
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Antwort #1 - 03. Juli 2017 um 13:50
 
Das sind tatsächlich viele Fragen, auf die ich auch nicht immer eine Antwort habe.

Wie Du ja auch weißt, muss man natürlich immer individuelle Lösungen finden, die an die besonderen Bedürfnisse des jeweiligen Pferdes (und seines Betreuers) angepasst sind.
Grundsätzlich, wenn es ums Abspecken geht, bin ich - mit vielen anderen - der Meinung, dass das nicht zu radikal erfolgen sollte. Allerdings ist ein Pferd wirklich sehr übergewichtig und hat Fettpolster, die eine IR produziert haben, MUSS man etwas tun.
Als allererstes würde ich jedes Getreide weglassen. Krippenfutter, wenn es nötig ist, um Mineralfutter drin zu verstecken, und/ oder das Pferd sonst zuviel Stress hat, weil der ganze Stall gefüttert wird - dann ist ein Händchen voll Heucobs (eingeweicht) und/ oder ebenfalls ein Händchen voll getreidefreies Kräutermüsli (z.B. v. Agrobs) eine gute Sache (also eher eine weitere Raufutter-Ration).
Auf Heu würde ich nicht radikal verzichten. Man kann mal das Heu bei der LUFA testen lassen, um herauszufinden, ob der Zuckergehalt sehr hoch ist und gegebenenfalls dann waschen. Aber nicht so radikal kürzen, wie es manche machen, und nur noch 1% des Zieklgewichtes geben - das macht tatsächlich dann andere Problem und hilft dem Stoffwechel gar nicht.

Bewegung ist dabei auf jeden Fall das A & O und sollte unbedingt, wenn irgend möglich regelmäßig erfolgen. Langsam steigern, wenn das Pferd bisher nicht so viel Bewegung hatte. Man kann mit strammen Spaziergängen beginnen (am besten viel bergauf!), das steigert auch die eigene Kondition  Zwinkernd. Diese dann in der Länge steigern; Schrittausritte über eineinhalb Stunden und länger (in fleißigem Schritt, kein Gelatsche) und natürlich auch zusätzlich gerne gymnastizierende Arbeit, um weitere Muskulatur aufzubauen. Abspecken geht halt gut, wenn man die Ausdauer fördert.
Einfach Prascend und gut ist - ist keine gute Methode.
Das wissen wir von uns selbst ja auch: Viel Bewegung und weniger essen steigert das gesamte Wohlbefinden, fördert das Immunsystem, die Atemwege und schmiert die Gelenke und macht auf Dauer auch gute Laune. Gerade ein Arthrosepferd (Spat) kann davon zudem erheblich profitieren.

Komplettes Weideverbot kommt für mich eigentlich nur bei akuter Rehe in Frage. Dosierte Weide (stundenweise) im Herdenverband ist gesund und auf jeden Fall auch gut für die Psyche! Zur Not mit Maulkorb, aber auch da muss man schauen, wie das Pferd damit zurecht kommt. Fressen lernen sie damit früher oder später alle - manche brauchen ein bisschen Hilfe und ein paar Tage länger. Aber manchmal ist es auch so, dass das Sozialverhalten in der Herde mit Maulkorb ganz schön eingeschränkt ist und die Pefrde unetreinander Stress bekommen. Das muss man beobachten, tritt aber in gewachsenen und entspannten Gruppen eher selten auf.

Man muss das Pferd beobachten und sehen, wie es insgesamt klar kommt und wie schnell es mit den Maßnahmen abnimmt. Hast Du ein Massband, um das Gewicht zu messen? - das ist eine gute Kontrolle, denn mit dem bloßen Auge kann man es oft nach einiger Zeit gar nicht mehr einschätzen und vertut sich gerne. Hilfreiches und günstiges Gadget!

Ich habe mein IR-Pferd durch diese Haltungs- und Fütterungsänderungen von IR auf normale Werte füttern können (anfangs halbjährlich einen Bluttest gemacht, später nur noch einmal im Jahr).

Ja, es gibt stille Hufrehe - schleichende Schübe, nennt man das auch. Mein Pony hatte die und selbst der TA hat eine ganze Weile gebraucht, die Rehe zu diagnostizieren, weil Pony nur ab und an geautscht hat und sehr fühlig lief - stocklahm war er absolut nicht. Es gab auch Tage, da ging er ohne mit der Wimper zu zucken über Schotter, am nächsten Tag hat ihn ein kleines Steinchen einknicken lassen.
Woran ich es aber deutlich sehen konnte (als ich wusste, worauf ich achten muss) war: Pulsation und warme Hufe. Und später (ca. ein viertel-Jahr später) haben sich in der Hufwand vom Kronrand runter tiefe Einschnürungen gebildet. Der Huf fing an zu schnabeln, da die Zehenwand sich vom Hufträger getrennt hatte und nach außen bog.
Fühligkeit kann schon auch ein Hinweis sein. Natürlich ist ein Pferd, dass auf barhuf umgestellt wird aber auch fühlig.
Wenn Du ganz sicher gehen willst, dass da nichts war in der Vergangenheit, dann lass doch ein Röntgenbild machen. Viele TÄ haben inzwischen mobile Röntgengeräte und das ist auch nicht allzu teuer. Bei uns haben die Röntgenbilder irgendwann eine geringgradige Rotation des Hufbeines gezeigt, da war dann alles klar.

Mit Cushing habe ich bisher keine Erfahrung - deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Außer dass sogar Tierärzte von Böhringer zusätzliches Füttern von Corticosal oder Mönchspfeffer für sinnvoll halten. Möglicherweise kann man damit die Prascend-Dosis auch minimieren - an die man sich ja sowieso auch individuell heranschleichen muss und genau beobachten sollte, mit welcher Dosis das Pferd am Besten leben kann. Akupunktur ist nach meiner Meinung nie verkehrt und damit habe ich eine Menge sehr guter Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Bereichen gemacht.

Was den medikamentösen Magenschutz angeht - da habe ich auch keine Erfahrung. Aber ich würde eben vor allem darauf achten, dass keine zu langen Karenzzeiten in der Fütterung entstehen. Viel Raufutter, wenig oder gar kein Krippenfutter (oder Krippenfutter eben auch durch Raufutter ersetzen)!

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Abspecken und hoffe, einige Unklarheiten klarer gemacht zu haben  Zwinkernd.



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Hufrehe Tagebuch

Fragen zum Tagebuch


DRP, * 1996, Wallach, 146 cm, 430 kg (noch etwas zu dünn)

Versteckte Reheschübe: Mai u. Oktober 2011; Hufgeschwüre Juli, September, Oktober 2011
EMS-Diagnose 2013

Er wird regelmäßig 3-4 mal/ Woche bewegt. Meist 1 bis 2 Stunden Ausritte entweder geritten oder als Handpferd in allen Gangarten und ein bis zweimal/ Woche Equikinetic

Aktuelle Fütterung:
z.Zt rund um die Uhr Heu unter engmaschigen Netzen ,
zudem ca. 200g Hafer, 200g getreidefreies Müsli v. Agrobs +  wechselnde Kräuter-Mischung, 50 g Mineral plus v. NHC, 25 ml Omega-Öl-Mischung (NHC) + unterschiedl. Kräuter v. pernaturam

Pony ist barhuf, hat harte, kernige Hufe, geht nicht fühlig - bei Bedarf mit Hufschuhen.
 
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OsieW
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Tavli


Beiträge: 2312

Aachen, Nordrhein-Westfalen, Germany
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Antwort #2 - 02. August 2017 um 22:12
 
Auch ein guter Hinweis auf Rehe kann sein, zu beobachten, wie das Pferd steht. Haben sie Schmerzen in den Füßen, belastend sie abwechselnd, so ganz unauffällig mal links, dann rechts.
Mönchspfeffer hat eine ähnliche Wirkung wie Prascend, es wirkt sich auf die Dopaminproduktion im Hirn aus und hilft, daß der ACTH-Wert sinkt.
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In Gedenken an Tavli

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verstorben am 26.1.2013
 
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