Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Fragen zu Nevada (Gelesen: 1756 mal)
Nevada
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Beiträge: 11

Trier, Germany
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18. April 2017 um 22:50
 
Ich werde sicherlich noch mehrere Beiträge hier eröffnen (müssen), aber ich schildere hier einfach mal vorab alles zu meinem dicken kleinen Sorgenkind. Wie ich schon in meiner Vorstellung geschrieben habe, unterstütze ich von Zeit zu Zeit als Pflegestelle den Tierschutz, jedoch rein privat, auf eigene Kosten und Verantwortung. Bisher war ich da eigentlich überwiegend in der Exrennpferde-Ecke unterwegs, ich habe einige Traber und Galopper nach dem Ende ihrer Rennkarriere umtrainiert zu Freizeitpferden, die dann an Privatpersonen vermittelt wurden. Vor einigen Wochen erreichte mich dann ein Notruf einer ganz anderen Art. Eine Familie hatte sich selbst an den Tierschutz gewandt, da sie mit ihrem Pferd absolut überfordert seien. Das Pferd, eine 13 Jahre alte Azteca-Stute, war 2011 aus Spanien importiert wurden und lief dann ca. ein Jahr in Deutschland als Schulpferd, bis es schließlich 2012 diese Familie als "Schmusepferd" für die drei Kinder der Familie kaufte. Das waren zweifellos liebe Menschen, die auch das Pferd ehrlich liebten, aber leider absolut keine Ahnung von Pferden hatten. Die Stute stand bei ihnen im Garten, meistens alleine, höchstens mal mit dem alten Pony eines Nachbarn zur Gesellschaft, in Gras satt, und wurde dreimal am Tag gefüttert. Eine Mahlzeit bestand aus einem Eimer voller Rübenschnitz oder Müsli, dazu Brot, Möhren, Äpfel und Bananen, was gerade da war. Dazu kam, dass Kinder natürlich nichts lieber tun, als ein Pferd zu füttern, dementsprechend wanderten auch noch Unmengen an Leckerli in das arme Tier. Wirklich geritten wurde sie nie, höchstens mal die Kinder drauf geführt, und da sie sich kaum bewegte und abnorme Mengen an Futter bekam, wurde sie schnell extrem übergewichtig. Die Familie wurde mehrfach von ihrem Hufschmied ermahnt, sich unbedingt Hilfe zu holen, aber erst ein akuter Reheschub im März 2016 brachte dann den Durchbruch. Das Pferd kam in eine Klinik, wo man feststellte, dass der Zustand der Stute lebensbedrohlich war. Die Blutwerte waren extrem schlecht, die Stute litt unter Altemnot und durch den Reheschub hatte sie eine Hufbeinrotation mittleren Grades (7,5) erlitten. Außerdem hatte sie Mangelerscheinungen und sehr hohe Entzündungswerte im Blut. Nach der Erstversorgung in der Klinik kam sie dann auf ausdrücklichen Wunsch der Besitzer zu einer mir bekannten Tierschützerin, wo sie zuerst einmal in geeignete Haltungsbedigungen kam und man an den schlimmsten Baustellen arbeitete. Sprich, sie wurde auf eine kontrollierte Diät gesetzt, bekam Vitamin- und Zinkpräparte und Reformin, bekam einen Rehebeschlag und wurde langsam an die Gesellschaft anderer Pferde gewöhnt. Es stellten sich Besserungen ein, sodass sie vor 3 Monaten in einen für Rehepferde geeigneten Offenstall umzog und dort in einer Gruppe von 4 Pferden stand. Leider war das aber keine Dauerlösung. In den ersten Wochen hatte sie natürlich deutlich an Gewicht verloren durch die Futterumstellung, allerdings war eine 100% kontrollierte Fütterung im Offenstall nicht mehr möglich. Es wurde zwar rationiert aus Heunetzen gefüttert, aber da sie auch sämtliche Einstreu fraß und doch immer wieder auch ans Futter der anderen ging, begann sie, wieder zuzunehmen. Sie ging zu dieser Zeit lahmfrei, trat nur vorne zeitweise noch etwas kurz, und der Tierarzt sagte, man müsse nun dringend beginnen, sie regelmäßig zu bewegen und auch zu fordern, damit sie endlich abnahm, wieder Luft bekam und sich wieder bewegen lernte. Da die Dame vom Tierschutz viele Tiere zu betreuen hatte und das nicht leisten konnte, sprach sie mich an, und so zog Nevada vor 5 Wochen zu mir. Hier steht sie auf einem Paddock mit 4 anderen Pferden. Futter gibt es abgewogen aus dem Heunetz (Heu mit Stroh gestreckt), gerade genug dass der Magen immer beschäftigt ist, und nachts kommen die Pferde in den Stall, damit die andern, die alle mehr Futter brauchen, die Möglichkeit haben, sich satt zu fressen. Sie wird täglich bewegt, überwiegend im Roundpen oder auf dem Reitplatz, und sie hat auch schon deutlich abgenommen und fängt ganz langsam an, freier zu atmen und Muskeln aufzubauen. Als ich sie bekam, konnte sie kaum traben, Galopp ging gar nicht, die Bewegungsbaläufe waren ihr einfach nicht mehr möglich. Sie legte sich nie hin und atmete selbst im Stand schwer und tief in den Bauch. Diese Dinge haben sich deutlich gebesser, ich mache viel Bodenarbeit, Dehnübungen und Gymnastik, sie ist sehr viel beweglicher geworden und manchmal trabt oder galoppiert sie sogar von sich aus auf dem Paddock. Sie fängt an, mit den anderen zu spielen, und zeigt ein tolles Sozialverhalten, auch dem Menschen gegenüber ist sie ein Traum, immer freundlich und immer absolut zuverlässig. Klingt eigentlich alles, als seien wir auf einem guten Weg. ABER...jetzt kommt das große Aber. Sie geht seit 2 Wochen immer mal wieder lahm. Im Schritt sieht man es nicht, im Trab mal mehr, mal weniger deutlich. Die Lahmheit dauert nie lange an, mal nur ein paar Tritte, mal etwas länger, aber wenn ich sie dann am selben Tag 3 Stunden später nochmal laufen lasse, sieht man nichts mehr. Laut Tierarzt ist immer noch das gefährlichste ihr Übergewicht, das ganz dringend runter muss. Um mal einen Eindruck zu bekommen, wir reden bei einem Pferd von ca. 1,50m Stockmaß von mindestens 100kg, die runter müssen. Das ging am Anfang schnell, weil sie auch viel Wasser verloren hat, inzwischen geht das Abnehmen nur noch sehr schleppend, weil ich mch wegen der Lahmheit auch nicht traue, sie so viel zu bewegen, wie es eigentlich sein müsste. Sie hat auch noch immer einen "Spezialbeschlag" vorne, wobei das ehrlich gesagt für mich einfach nur aussieht, wie ein erzwungener Bockkuf. Sie steht in meinen Augen viel zu steil und die Trachten sind zu hoch, ansonsten sind das ganz normale Eisen, und sie läuft wie auf Highheels und zeigt deutlich, dass sie nicht gut laufen kann mit diesem Beschlag. Beim Röntgen in der Klinik 2016 wurde außerde im rechten Vorderbein, das auch die Rotation hat, ein Chip festgestellt, der aber laut TA keine Probleme bereitet. Ich weiß im Moment nicht wirklich, wer das Huhn ist und wer das Ei. Der Beschlag ist in meinen Augen schlichtweg falsch, die Hufstellung für mich absolut nicht ok, am 28.kommt mein Hufschmied und schaut sich das an. Außerdem kommt übermorgen der Tierarzt und röntgt nochmal, damit man sehen kann, wie sich alles seit dem Reheschub entwickelt hat.

Soooo, sehr langer Text. Ich habe, wie ihr euch denken könnt, 1000 Fragen, zum Thema Fütterung, Abnehmen, Hufstellung und Beschlag, Belastbarkeit und und und. Ich werde mich jetzt erst mal durchs Forum schmökern und bin über Tipps und Anregungen jetzt schon jederzeit dankbar!
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Lugi
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Beiträge: 1570

Hünstetten, Hessen, Germany
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Antwort #1 - 19. April 2017 um 07:29
 
Herzlich willkommen hier im Forum. Ich denke, Du wirst eine Menge Infos finden, wenn Du Dir Zeit zum Schmökern nimmst.
Da hast Du Dir ja ein "dickes" Problem angelacht. Aber so wie Du es angehst, seit Ihr, nach meinem Erachten, schon jetzt auf einem ganz guten Weg. Hut ab!

Nach Deinen Beschreibungen würde ich auch denken, dass der "Spezialbeschlag" kontraproduktiv ist. Gute und hochfrequente Hufpflege ist jetzt das A & O. Bei meinem Pferd kam ich ohne Beschlag aus, habe stattdessen Sohlenverbände (bzw. Polsterung) gemacht und die Hufe in Paddockschuhe gesteckt (empfehlenswert: die v. d. Sattlerei Engl).Das war deshalb auch von Vorteil, weil ich alle drei Wochen an der Stellung der Hufe arbeiten konnte. Zudem muss man jetzt nach dem akuten Reheschub auch mit Hufgeschwüren rechnen. Das sind häufige Folgen, die sehr schmerzhaft sind und den Besitzer dann erstmal an erneute Schübe denken lassen.

Außerdem zur Bewegung: Im ersten Jahr bitte sehr, sehr vorsichtig, sonst riskierst Du eine Nachrotation oder Absenkung. Der Huf braucht ca. ein Jahr nach der Entzündung, um wieder stabil vom Kronrand runter zu wachsen. Die Stute muss sowieso schon ein Zuviel an Gewicht schleppen, wenn jetzt noch das Reitergewicht hinzukommt, dann kann das Hufbein durch die Rehe und damit verbunde Loslösung des Hufbeinträgers möglicherweise irreparabel absinken. TÄ sind nach der Erfahrung vieler Leute hier im Forum häufig zu schnell bei der Empfehlung, das Pferd zu reiten. Das kann nach hinten losgehen. Also nur langsam steigernd spazieren  gehen auf weichen Wegen. Bekommt sie Schmerzmittel? Wenn ja, dann noch deutlich vorsichtiger sein! Und erst mit dem Bewegungsprogramm loslegen, wenn die Schmerzmittel ausgeschlichen sind und sie schmerzfrei scheint.
Dadurch dass sie jetzt in Pferdegesellschaft steht, hat sie ja schon deutlich mehr Bewegung als vorher.

Das Abnehmen sollte wirklich langsam erfolgen. Lass Dich nicht verunsichern, wenn es zu stocken scheint. Bei zu schnellem Abnehmen wird der Stoffwechsel u.a. durch die abgebauten (zuvor in den Fettreserven eingelagerten) "Giftstoffe" zusätzlich belastet. Der Stoffwechsel braucht lange (etwa ein halbes Jahr), um sich zu regenerieren. Jetzt heißt es für Dich, Geduld haben!! Die Haltungsänderung und sehr regelmäßige Hufbearbeitung steht am Anfang und ist die Basis.

Ganz viel Glück und gutes Gelingen. Ich freue mich, dass Du Nevada eine neue Chance zu einem guten Pferdeleben gibst. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie in einem Jahr schon ein ganz anderes und ganz tolles, gesundes Pferd sein kann!
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Hufrehe Tagebuch

Fragen zum Tagebuch


DRP, * 1996, Wallach, 146 cm, 430 kg (noch etwas zu dünn)

Versteckte Reheschübe: Mai u. Oktober 2011; Hufgeschwüre Juli, September, Oktober 2011
EMS-Diagnose 2013

Er wird regelmäßig 3-4 mal/ Woche bewegt. Meist 1 bis 2 Stunden Ausritte entweder geritten oder als Handpferd in allen Gangarten und ein bis zweimal/ Woche Equikinetic

Aktuelle Fütterung:
z.Zt rund um die Uhr Heu unter engmaschigen Netzen ,
zudem ca. 200g Hafer, 200g getreidefreies Müsli v. Agrobs +  wechselnde Kräuter-Mischung, 50 g Mineral plus v. NHC, 25 ml Omega-Öl-Mischung (NHC) + unterschiedl. Kräuter v. pernaturam

Pony ist barhuf, hat harte, kernige Hufe, geht nicht fühlig - bei Bedarf mit Hufschuhen.
 
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Danni-Bär
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Antwort #2 - 19. April 2017 um 12:41
 
Hallo und Herzlich willkommen auch von mir  Smiley

Ich habe mal einen Deiner Beiträge als Antwort-Threat verschoben damit die Infos ein wenig zusammen bleiben. Hier können Dir jetzt alle antworten...

Da habt ihr in der Tat eine "schwere" Aufgabe zugelegt- Hut ab !

Weißt du ungefähr wie schwer sie ist oder hast du ein aktuelles Foto für uns? Wie sieht denn die aktuelle Fütterung aus?

War der bisher einzige reheschub um März 2016? Mit reiten würde ich auch die Kontroll röntgenbilder abwarten.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim abnehmen  Smiley

LG Kerstin
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Tagebuch Danni-Bär
Fragen zum Tagebuch

Aktueller Gesundheitszustand:
Einziger Reheschub im Mai 2009
Zahnprobleme Anfang 2016 und Oktober 2016 (insgesamt 3 Extraktionen)

Fütterung:
3x täglich 1,3 kg Heucobs plus Mash und 50g Pronutrin
Morgens zusätzlich 1 Rippe Palmin und 100g SES
Heu zur freien Verfügung (kann er kaum noch kauen)

das Pferd wird nicht mehr gearbeitet :
Kinderpony, Spaziergänge zum Spielplatz und Bodenarbeit


Weide:
Seit der Zahngeschichte diesen Sommer 24h Zugang zu portionierter Weide

LG Kerstin und der Danni-Bär
 
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Nevada
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Antwort #3 - 19. April 2017 um 13:29
 
Der einzige bekannte Schub war im März 2016. Die Besitzer hatten allerdings 0 Ahnung. Es kann durchaus sein dass auch vorher schon was war, die haben ja erst den Tierarzt gerufen als sie absolut nicht mehr laufen konnte. Danach war aber definitv nichts mehr.

Was das "reiten" angeht, bitte ich falsch verstehen. Ich wiege knapp 50 kg und Nevada ist wirklich stabil gebaut. Sogar meine Ostheopatin die wirkllich übergründlich ist, meinte, das sei kein Problem. Wir reden ja hier nicht von einem wirklichen Ausritt. Ich kam eigentlich nur darauf, weil sie beim spazierengehen immer sehr zäh ist, nicht weil sie Schmerzen hat, sondern sie wurde scheinbar in Spanien nicht ganz "freundlich" erzogen und ist etwas unsicher, wenn sie einem Mensch am Strick folgt, sie hält dann sehr viel Abstand und lässt sich quasi hinterher ziehen. Setze ich mich dagegen einfach ohne Sattel drauf, läuft sie richtig munter vorwärts, ganz ohne Treiben, dann geht sie nur mit Halfter und Strick, ist aufmerksam und wach und zeigt deutlich, dass sie so viel zufriedener ist als am Strick, ich denke da hat sie einfach schlechte Erfahrungen gemacht. Eingeritten wurde sie erst in Deutschland, sie ist das Gegenteil der meisten Pferde, sie fühlt sich wohler wenn ein Mensch auf ihr sitzt als wenn sie ihm folgen soll. Sie lässt sich z.B. auch nicht verladen wenn ein Mensch vor ihr her geht, lässt sich aber ohne Probleme in den Hänger reiten bzw läuft auch alleine rein. Das ist der einzige Grund warum ich ab und an mal drauf sitze, das sind ja maximal 30min und ich habe einfach das Gefühl, sie hat das lieber als wenn ich sie führe.

Aktuelle Bilder habe ich leider noch nicht, da ich mein Handy mal wieder gebadet habe und ich keine Fotos mehr damit machen kann, ich kümmere  ich aber drum, leihe mir mal eins.
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Nevada
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Antwort #4 - 19. April 2017 um 13:35
 
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Nevada
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Antwort #5 - 19. April 2017 um 13:36
 
Das sind die Bilder von März 2016, von vorne rechts, wo sie die Rotation hatte, und den Chip
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