Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Eureka23
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27. April 2014 um 00:54
 
Nach einer jahrelangen Erfolgsgeschichte im Hufrehebereich, die leider am 14.10.2013 nicht mehr vom Erfolg gekrönt war (der Link zum TB ist in der Signatur, falls jemand sich durch die letzten 9 Jahre lesen möchte), wollen wir uns hier mal einreihen, denn seit Dienstag habe ich  die ECS-Diagnose für die "wahre" Eureka. "Die Pille" war gleich bestellt.

Am Freitagmorgen klingelte mein Handy, der Doc war dran: Pille hat er im Auto und er würde die gerne vorbeibringen. Ich war am sprechenden Knochen mit Toast im Mund, im Bademantel und wollte eigentlich den letzten Ferientag genießen.
Ich: Ähhh, gehts auch später?
Doc: Neee!
Ich: Geben Sie mir eine gute halbe Stunde, Sie wissen schon, die Fahrzeit...
Doc: Ok, wenn ich eher da bin, fang ich schon mal an.
Ich: Ich setze mich sofort in Bewegung. (Dass ich schnell ein respektabeles Gewand anlegen muss und Zähne putzen, braucht er ja nicht wissen  Zwinkernd)
Anfangen womit? Wir hatten mal über Kontrollröntgen gesprochen, doch er wollte nicht so recht, er habe Hochsaison mit allen möglichen Pferdeleiden, das hat ja wohl noch Zeit.
So habe ich denn den Toast runtergeschluckt, meinen Kaffee runtergestürzt, mich angemessen bekeidet, die Zahnbürste in den Mund gesteckt und bin zum Stall gefahren. Erster!  Laut lachend

Wenige Minuten später kam der Doc und hat gleich das Röntgenutensil aufgebaut, diesmal mit Markierungen. Das Pferd wollte erst mal nicht mitmachen, so ein Draht an den Füßen von diesem Mann, das geht ja mal gar nicht! (Kommentar von Doc:"Den Aderlass hat sie mir wohl nicht verziehen...")
Ich fühlte mich ein wenig versetzt in "Der Doktor und das liebe Vieh", als dann der plötzlich aufgetauchte SB und der Doc besprachen, wieviel Erotik im Be- und Entkleiden von Frauen mit der Bleischürze steckt. Ich kann sowas ab und werde nicht rot dabei, trotzdem wäre ich gerne schlagfertig gewesen im Stil von: "Ich bin heute nicht drauf vorbereitet, aber beim nächsten Mal komme ich gleich nackend und mit rasierten Beinen!" Leider geht mir Schlagfertigkeit völlig ab, wenn ich den Eindruck habe, diese Bleischürze lässt mich der Schwerkraft folgend entweder in den Boden versinken oder doch zumindest in die Knie gehen.  Zunge
Ich habe den aufrechten Stand behalten können *schwitz* und Bilder wurden gemacht. Das Ergebnis bekomme ich noch, wahrscheinlich Montag, wenn ich wieder vor den Schülern stehe. Bestimmt in der Turnhalle...  Durchgedreht. Egal, ich will es wissen!

Danach wurde mir die rosa Pillenschachtel ausgehändigt mit der Anweisung, 2 Tage eine Viertelpille, ab dann eine halbe, das müsste reichen. Nach 10 Wochen nachtesten, bis dahin müsste ich etwas bemerkt haben am Pferd. Aha, warten wir wieder mal gespannt...
Einen Pillenteiler besitze ich ja noch vom Hund;  gesucht, gefunden und zack, das Pillen-Dingen bröselt. Egal, die Brösel in einer Möhre untergebracht und dem Pferd als Besonderheit serviert. Es bereitet ihm auf jeden Fall Freude, diese Möhre zu verspachteln, die Pille tut anscheinend sofort Gutes  Zwinkernd.
Auf den Rest, den TA und Werbung versprechen, müssen wir warten...

Gefreut habe ich mich auch noch, denn am Stall fand ich weitere 20 Pillen vor, das Geschenk und "Erbe" von einem langjährigen Weggefährten mit ECS, der leider im letzten November an Kolik gestorben ist  weinend.

LG

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Antwort #1 - 27. April 2014 um 22:49
 
Hmpf, jetzt wollte ich eigentlich "Vor-der-Pille-"Bilder einstellen, aber der Rechner weigert sich standhaft, meine SD-Karte zu lesen. Er ist böse!  Ärgerlich

Ich habe gute Neuigkeiten:
Heute Abend war recht spät noch der Doc zum Besamen gekommen (am Stall werden Westfalen gezüchtet, bevor irgendwelche falschen Eindrücke entstehen...  Zwinkernd) und ich hab zufällig davon erfahren und dem Mann aufgelauert, damit er mich nicht doch morgen in der Turnhalle anruft wegen der RöBis. Nachdem er also den künftigen Bundeschampion aus der dezenten Styroporkiste in die Stute gefüllt hatte, kam er gleich auf mich zu. Die Bilder sehen sehr gut aus!  Laut lachend Er war ganz begeistert, er kennt ja auch die ersten Bilder, die wenig hoffnungsvoll ausgefallen sind. Im oberen Drittel wachsen schöne, Hufbein-parallele Hufe herunter und zur Sohle ist wieder genügend Platz. Unten, wo Aladdins Pantoffel noch vorhanden ist, könne man eine Rotation von mindestens 28° messen  Schockiert/Erstaunt, oben würde man nicht glauben, was da vor einem halben Jahr zu sehen war. Ich soll weitermachen, wie bisher, auch das Barhuflaufen im Sand wäre besser, als alle Rehebeschläge. Sollte ich den Drang verspüren, woanders als im Sand herumzustapfen, könne ich Hufschuhe mit Keil benutzen. Ich bleibe enfach mit dem Pferd im Sand, das scheint ja der Bringer zu sein.

LG von einer hocherfreuten

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Antwort #2 - 28. April 2014 um 22:39
 
Heute ist der Rechner mir mehr zugetan und hat die Speicherkarte gelesen.

Also kommen jetzt die "Vor-der-Pille-Bilder", aufgenommen an der Stätte unseres Sandstapfens  Durchgedreht.

...

...

...

LG

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Antwort #3 - 04. Mai 2014 um 22:44
 
Seit 10 Tagen gibts ja nun die Pille und ich muss sagen, die macht schon was her  Smiley.
Als die Pillen kamen, war mein Pferd kurzfristig zum Zombie mutiert und das Fell fing wieder an zu kleben. Trotz liebevollem ausgiebigen Bürsten blieb das Pferd staubig und wenn ich mit der Hand ins Fell gegriffen habe, hatte ich sofort einen dicken Grauschleier an den Fingern, ihgitt!  Ärgerlich
Letzte Woche habe ich das Pferd kaum gesehen, weil mein Auto kaputt gegangen ist (liegengeblieben auf dem Weg zur Arbeit, eine wunderbare Situation, die einem täglich begegnet und die man dementsprechend augenblicklich bewältigen kann...  Ärgerlich) . Tolle Wurst, zumal so eine überdimensionierte Reisschüssel sich dadurch auszeichnet, dass die Anschaffung äußert preiswert ist, aber wehe, man braucht ein Ersatzteil! Das Teil kostet dann richtig und die Leiferzeiten lassen mich vermuten, dass es mit einem Staffelläufer über den Landweg aus Korea hierher getragen werden muss...  Griesgrämig.
Und da ein Pferd es ja gut haben soll (ich kanns schlecht mitten in der großen Stadt auf dem Balkon halten), liegt der Stall nicht gerade um die Ecke, geschweige denn verkehrsgünstig für den Bus, ich wäre zwar hingekommen, aber nicht unbedingt zurück.

Von Sonntag bis Freitag hatte sich schon eine wundersame Wandlung mit dem Pferd vollzogen:
Es wird zügiger beim Sandstapfen *keuch* und nimmt seine Umwelt deutlicher wahr = es glotzt mal wieder oder erschreckt sich auch  Smiley. Ihm ist aufgefallen, dass die Wurmkur kein echtes Geschmackserlebnis ist und es sich gegen die Verabreichung mal wieder auflehnen kann. Das Klebefell ist verschwunden, ich habe wieder ein glattes, glänzendes Pferd da stehen, das offensichtlich ins Leben zurückfindet.
Bisher tut die Pille nur Gutes, sie ermöglicht dem Pferd sogar den täglichen Genuss eigentlich "verbotener" Sachen, wie Möhren- bzw. Apfelstücke. Pillenverweigerung? Neeenee, man muss aufpassen, dass man nicht den Finger abgebissen bekommt, so fixiert ist das Pferd auf das tägliche Leckerchen.
Nebenwirkungen konnte ich bisher auch nicht feststellen.

LG

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Antwort #4 - 13. Mai 2014 um 23:44
 
Noch keine 3 Wochen "die Pille" und schon setzen die "Jungbrunnen"-Effekte ein. Cool

Mein heutiges Erlebnis dazu möchte ich euch nicht vorenthalten:
Unsere Reitplätze sehen aus, wie Gartenteiche. Mangels Wathose und wegen ergiebiger Bewässerung von oben musste ich mein Sandstapfen in die Halle verlegen  Smiley.
Dann kommen Reiterin mit Pferd und Zuschauerin herein.
Reiterin erkundigt sich freundlich nach meinem Pferd und ob es ihm besser geht. Ich kenne sie nicht, seitdem unser Stall zur größeren Reitanlage angewachsen ist, kann ich das nicht schaffen, alle zu kennen (mit Reitkappe auf erkenne ich sie auch nicht wieder...  Augenrollen). Aber sie kennt offensichtlich uns und unseren Kampf gegen das Rehegespenst. Fand ich nett.
Dann fragt sie, wie alt Eureka jetzt ist, Zuschauerin wollte das wissen.
Ich: 23!
Zuschauerin: Oh! Ich dachte, es sei ein Jungpferd, noch nicht angeritten. Von Weitem sieht das so aus.
Laut lachend Laut lachend Laut lachend

Ich habe dann von Nahem unsere grauen Haare präsentiert. Falls die von der Pille ebenfalls weggehen, sollte ich auch mal an der Pille lecken... ?  Zwinkernd  Smiley
Ich fürchte aber, das Thema muss ich meinem Frisör erzählen oder zu grauen Haaren stehen  Smiley.

LG

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Antwort #5 - 14. September 2014 um 01:11
 
Hmpf, wir sind auf Seite 2 gerutscht, das kann ich nicht auf mir sitzen lassen  Zwinkernd.

Die letzten RöBis (April) hatte ich ja eigentlich einstellen wollen, als ich sie dann endlich hatte, erwiesen sie sich als zu dunkel, um irgendwas abzufotografieren. Mit viel Licht dahinter sehe ich den Markierungsdraht, und dessen Verlauf sieht untenrum furchtbar aus... Als ob da eine Nase dran wäre  Schockiert/Erstaunt. Naja, obenrum sah es nach ordentlichem Huf aus und die lange Nase ist mittlerweile auch dem Schmied zum Opfer gefallen. Die weiße Linie nähert sich ebenfalls ihrer Normalform an.

Im Juli war ein ACTH-Test angesagt, natürlich wieder mit Schwierigkeiten, da das Pferd ja nüchtern sein sollte:
Phantom-TA: Ich sags dem SB, wann ich komme.
Ich: Sagen Sie es mir! SB kann das vergessen, hängen ja mehrere Leute dran, die es auch vergessen können, ich vergesse das nicht, muss aber nur daran denken und nicht noch an das, was 99 andere Einsteller so wollen.
TA: ja

Ende vom Lied war, dass ich abends (ich komme gerne recht spät, weil dann 90 von 99 Miteinstellern schon zu Hause sind und ich meine Ruhe habe) in den Stall gerauscht bin und fröhlich meinem Pferd das Abendmahl richten wollte, mich noch mokiert habe, weil vergessen wurde, Rauhfutter für morgens vor die Box zu legen (am großen Misttag gehen die Pferde früh auf die Wiese und bekommen keines, meins aber schon, weil es auf den Sandauslauf geht) und dass die Raufe auch schon leer ist und es Kohldampf schiebt.
Bis Miteinstellerin A kam, um mir von SBs K auszurichten, der TA käme am nächsten Morgen für Blutabnehmen. Ahhhhrrrggg, ich hatte gerade die Raufe nachgefüllt und wollte die paar Heucobs + Bierhefe in den Trog werfen. Also innegehalten mit bewerfen und zackig ab in die Box, das Raufen-Dingen wieder leer gemacht und mein Stoppschild quer über alle Löcher, durch die man Futter in dieses Pferd stecken könnte geklebt.
Dann brachen wir auf zum täglichen Reha-Walking und kamen dabei am SB vorbei. Sagt der was? Nein, er erzählt lang und breit anderen Einstellern, dass ich ja gerade weg bin, und nun habe er vergessen mir das zu sagen. Ähmmm, ich war 30m weiter auf dem Reitplatz und nicht in einer anderen Welt...
Ich war stark versucht, den TA anzurufen, wenn die Rechnung kommt, um zu fragen, wofür die ist. "Waren Sie da? Ich wusste das nicht!"
Wär aber nicht gegangen, als ich ihn das nächste Mal sah (zufällig), hatte er schon den Laborzettel im Auto und schnell geholt (und einen Dackelwelpen dabeigehabt, der jeden um alle Finger wickelt, so sweet, da kommt keine schlechte Stimmung auf  Smiley): ACTH bei 35,4, das wäre der Jahreszeit entsprechend gut eingestellt auf die Pille. Im November müssen wir nachtesten, dann müsste es wieder sinken, ansonsten Pillendosis anpassen.

Die Pille wird immer noch anstandslos gefressen, wenn ich das Trägermaterial variiere. Zur Zeit geht das Apfelstück bei allen, außer bei mir, ich muss ein Möhrenstück bringen. Alle, die mit der Pille zu tun haben, müssen den Moment wählen, wenn noch kein Raufutter da ist, denn ab da sind wir alle mit Äpfeln und Möhren abgemeldet und uninteressant.

Zur Unterhaltung des Pferdes habe ich angefangen, es vom Boden aus zu fahren, das klappt sehr gut. Nur Führen ist öde, dann muss ich das Pferd hinter mir herschleppen, aber sowie ich die Leinen dran schnalle, lebt es auf. Es würde auch gerne traben, aber... dann glaubt es, es sei ein Lampenaustreter und steppt ab wie sonstwas, da kann ich keinesfalls hinterherrennen  Augenrollen *keuch* Ich habs versucht, auf der langen Seite, aber im tiefen Sand schafft das nur das Pferd, ich nicht! Und keiner muss glauben, dem Pferd genügte eine lange Seite vom Reitplatz, neenee, das will nicht mehr langsamer und ich rase da hinterher in dem Bemühen, es zum Schritt zu bekommen. Mein Kopfkino hat immer Bilder, wie ich da waagerecht hinterherflattere  Laut lachend, also mache ich das Ganze lieber gleich im Schritt. Gestern "durchfuhren" wir einen Trail, nur das Tor haben wir uns gespart, das geht nicht so, wie ich stehe und mit den Händen voller Leinen schon erst recht nicht  Zwinkernd.
Ich könnte ein Einspännergeschirr haben und irgendwo ist auch noch das dazugehörige Sulky am Stall, soll ich... oder ist ein 23jähriges Pferd nicht doch zu alt zum Einfahren... hmmm... einen Reifen ziehen auf dem Platz wäre doch wenigstens mal eine Abwechslung...
Immerhin gibt es Perspektiven nach dem gruseligen Reheschub, das sollte Mut machen. Mir und allen, die es lesen  Smiley.

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Antwort #6 - 14. September 2014 um 23:04
 
Es gibt noch Veränderungen, die ich gestern vergessen habe:
Eureka hatte ja ihre Sommerresidenz bezogen, einen Paddock, der ein wenig in die Zuchtstutenweide hineingebaut ist. Der Sichtkontakt hat ihr gereicht, aber in diesem Sommer hat sie noch 2 Stuten bei sich: die Rehe-WG  Zwinkernd. Sogar mit einer 2. Araberin, das scheint gut zu passen und kommt dem Arabern nachgesagten "Rassismus" entgegen  Zwinkernd. Die beiden Schicksen sollen nett zusammen "spielen". Ich frage mich: was spielen die denn? Ich denke da gerade an 2 Rentnerinnen, die zum Bingo gehen  Laut lachend. Sollte das andere arabiche Pferd jünger sein, denke ich an Mutter und Tochter beim Canasta...  Zwinkernd In den nächsten Ferien muss ich mal Mäuschen spielen und mir das live ansehen.

Es scheint sich doch durchzusetzen, dass die Rehleins nicht unbedingt aufs Gras müssen, sowie sie wieder einigermaßen laufen ... Ich mutiere gar noch von der bösen Tierquälerin, die ihrem Pferd den Weidespaß versagt, zum Vorbild  Cool.

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Antwort #7 - 29. September 2014 um 00:14
 
Letzte Woche habe ich neue Pillen gebraucht und den Phantom-TA angerufen und welche bestellt. Er wollte sie am Stall abgeben, 1-2 Tage könnte das dauern. OK, ich bin ja strukturiert und bevorzuge Vorratshaltung; ich hatte noch Pillen für 8 Tage.
Am nächsten Tag klingelt mein Handy, TA dran: er habe die 60 Pillen in Eurekas Halfter gesteckt, aber die Packung sei etwas durchgeweicht, ich solle das Ganze doch mal zeitnah da wegnehmen. Ja, mach ich nachher, alles gut.
Ich fuhr dann zum Stall in der Erwartung einer nassen rosa Pillenschachtel, aber keine da. Ich dachte, jemand habe sie an sich genommen und in den Aufenthaltsraum oder zu meinen Sachen gelegt, aber nix. Da finde ich zufällig in den Halfterstrippen kunstvoll verkantet 6 Blisterverpackungen (so nennt man das, oder?). Aha! Ich konnte sie erretten, bevor sie in der Gegend rumfliegen, die kostbarenPillen. Gut, dass der Doc angerufen hat.

Das Verabreichen geht weiterhin meist problemlos, solange ich das Verschleierungsmaterial wechsle. Der Reiz des Verbotenen (Apfel, Möhre oder Banane) ist einfach zu groß!  Cool Ich muss auch gestehen, dass ich noch niemals in Sichtweite des Pferdes das Obst oder Gemüse präpariert habe. Ich schleiche mich weg in den Aufenthaltsraum und schlage die Tür zu, um in aller Heimlichkeit die Vorbereitungen zu treffen. Dann führe ich die Pille ihrer Bestimmung zu, als halte ich den heiligen Gral in den Händen  Laut lachend. Und dann guckt das Pferd mich an: "Was denn, schon wieder son Apfelschnitz? Kannste selber fressen, ich fress Heu!" Und wendet sich ab!  Ärgerlich
Egal, der Apfelschnitz schmeckt auch später noch, zur Not nehme ich ihr das Heu weg, warte 10 Minuten, dann gehts.

Nachdem ich mir allen Ernstes nichts mehr fürs Reiten gekauft habe, sondern Trekkingschuhe, um neben dem Pferd herzulatschen, musste reitmäßig mal was geschehen. Also war ich voriges Wochenende los zum Kurztrip auf den Ponyhof. Dort ritt ich dann wieder, das war schön. Ich konnte es offensichtlich noch. Ich hatte einen Dülmener namens "Samstag", von dem die Kids, die wir mithatten, steif und fest behaupteten, der bockt wie Sau  Schockiert/Erstaunt. Hm, ich hab den schon mal gesehen mit einer Frau, die wir aus dem Rollstuhl auf dieses Pony gehievt haben, da war er ein zuverlässiger Begleiter bei einem schnellen Ritt in nicht ganz einfachem Gelände, der sich auch durch schiefen Sitz nicht aus dem Konzept bringen läßt. Leicht zu reiten musste er sein, sonst wärs für die Frau nicht gegangen, doch die beiden waren sehr gut zusammen unterwegs.  Also sollte es mir wohl gelingen. Später habe ich erfahren, dass "Samstag" sich seine Würde in dem Ferienbetrieb durchaus dadurch bewahrt, indem er Reiter, die er nicht leiden kann, kurzerhand ins Gebüsch bockt und ansonsten sich auch eher nervensägend beträgt. Offenbar fand ich Gnade vor seinen Augen, denn wir hatten Spaß zusammen.
Ich habe es genossen, lange zu reiten und vor allem das Pony hinterher ganz unbefangen auf eine riesige 24-Stunden Weide zu entlassen. Ganz doof fand es mich wohl nicht, denn es ist mir nach dem Rausstellen heimlich gefolgt, als ich durchs Weidetor rausging, anstatt sich zu den Kumples zu gesellen und Freizeit zu haben  Schockiert/Erstaunt. Ich konnte es nur mühsam zurückdrängen und somit zum Feierabendglück zwingen. Tja, es ist dort leider verboten, Tiere mit aufs Zimmer zu nehmen..  Zwinkernd

Da das mit dem Gereite bei mir noch klappt und mein eigenes Pferd völlig angeödet ist von der langen Wanderschaft und meinen sonstigen Unterhaltungsprogrammen, habe ich es mir heute mal gegönnt, es wieder zu besteigen. Ich habe einfach mal das Sidepull aus dem Schrank genommen (den Schimmel hab ich letztens schon abgewischt  Zwinkernd), damit den Spaziergang um die Reitanlage absolviert und dann sind wir ab in die Halle zur Aufstiegshilfe und ich bin rauf da. Pferd erst  Schockiert/Erstaunt, dann  Smiley "Jetzt gehts mal weiter hier!" Und es stapfte fröhlich wie schon lange nicht mehr ein paar Runden mit mir im Schritt außenrum. Nach 51 Wochen des Nichtreitens konnte ich das verantworten. Und es war astrein, als hätte es die Reitpause nie gegeben.  Smiley Ich denke, ich werde das wiederholen.

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Antwort #8 - 30. November 2014 um 00:13
 
Nach 2 Monaten ohne besondere Ereignisse will ich mal mit guten Nachrichten weitermachen.

Der im November vorgesehene ACTH-Test hat ganz einfach stattgefunden. Ich ruf Phantom-TA an, habe Sprechstundenhilfe am Ohr, die sich melden will am Tag vor dem Blutabnehmen. Und sie tat es, ich konnte das 12 stündige Nüchternsein organisieren und letzten Dienstag musste mein Pferd dann mal bluten.

Ich beäugte ständig mein Handy und den AB zu Hause, denn das Ergebnis könnte ja donnerstags oder so kommen... Freitag habe ich mittags gedacht, wenn das Phantom anruft, werde ich es bitten, den Laborzettel bei Gelegenheit an Eurekas Boxenschild zu klemmen, dann ersparen wir uns Faxe, die nicht kommen und irgendwelche Briefe. Aber niemand rief mich an.
Abends komme ich zum Stall und denke, ich habe eine Vision! Ein Zettel steckt am Boxenschild. Entweder habe ich Verbindungen zur Phantomwelt oder verfüge über ungeahnte telepathische Kräfte  Cool, jedenfalls fand ich den Laborzettel.
And the ACTH-Wert is.... 24,6!  Smiley Smiley Smiley Die halbe Pille scheint es zu bringen, ich bin entzückt!

Eigentlich wollte ich schreiben, dass die Verabreichung der Wunderpille einwandfrei funtioniert, aber das Pferd hat mich davon etwas abgebracht.
Heute komme ich mit dem Apfelstück, das Pferd beißt rein, kaut, nimmt das 2. Stück aus meiner Hand und tauscht elegant Apfel gegen angelutschte Pille. Letztere befand sich anstatt Apfel an meiner Pfote, säuberlich angeklebt mit Apfelsaft und Pferdesabber. Mit den Klebefingern konnte ich nichts Neues mehr auftreiben, jetzt stand ich da blöd mit der Pille, die bereits begann, sich in Brei zu verwandeln. Ich wusste nicht, wohin damit, also habe ich sie zwanglos dem Pferd ins Maul gestopft. Da ist sie geblieben.

Ansonsten gehen wir Gassi oder ich reite ohne Sattel im Schritt in der Halle umher. Oder ich lasse das Pferd laufen, wenn ich die ganze Halle für uns haben kann, damit es merkt, dass es noch andere Gangarten als gemütlichen Schritt gibt. Letzten Sonntag habe ich auch mal wieder zentrifugiert.
Ich mutiere langsam von der ambitionierten Freizeitwesternreiterin zur alternativen Tüddeltante und meditiere gerade darüber, wie wir alten Schachteln (Pferd und ich) uns weiterhin gegenseitig belustigen können. Meine aktuelle Idee ist mit Halsring reiten oder einen Zirkus-Kurs zu besuchen. Mal sehen, wozu ich mich durchringen kann. Einen Halsring kann ich mir schnell ausborgen, das könnte morgen beginnen  Zwinkernd.

Eureka läuft immer noch barhuf, für unser Sandgestapfe und gelegentliche Gassirunden scheint das gut zu klappen. Die jahrelange ach so dolle Fühligkeit ist weg. Ob das auch an der Pille liegt bzw. an einem heimlich brütenden ECS, dem wir endlich mit eindeutiger Diagnose und der Wunderpille beikommen können?

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Antwort #9 - 25. Januar 2015 um 23:45
 
Ich muss das hier mal auf den neuen Stand bringen: Eureka geht es stetig besser! Am 6.1. ist sie 24 geworden.

Sie ist ein wenig gesetzter so im Alter, nimmt aber wieder aktiv am Umfeld teil und wird manchmal "wie früher".

Neulich beim Zentrifugieren:
Wir waren nicht allein in der Halle, auf 2 Zirkeln wurd longiert. Das andere Pferd machte ständig Quatsch mit Buckeln und Pupsen und losrennen, aber mein Pferd doch nicht!  Ich steh da ganz entspannt mit der Longe in der Hand und lasse mein Pferd gelassen angaloppieren, soweit so gut. Nach ein paar Runden steckt es den Kopp ziwschen die Beine, furzt, bockt und rast ab, so dass ich einige Meter durch den Sand surfen musste... Das hat die seit 15 Jahren nicht mehr gemacht  Schockiert/Erstaunt!!! Meine Miteinsteller, die mit uns gemeinsam altern, meinten nur: "Immer, wenn sie Pillen nahm..."  Laut lachend (Da gab es vor ganz vielen Jahren mal eine TV-Serie, die so hieß, allerdings war es ein "Er", der Pillen einwarf und dann fliegen konnte. Um die zu kennen muss man aber ungefähr 50 Jahre alt sein.)

Tja, die Pillen... Eigentlich kriege ich die meist problemlos ins Pferd, eine Handvoll Equigard, Pille drauf und dann wirds gleich weggefressen. Equigard verliert aber zusehends an Attraktivität und komischerweise habe ich bisher immer sonntags das Pillen-Einwerfproblem. Da schmeckt kein Apfel, kein Equigard, keine Möhre und ich kann das rosa Wunderdings so reinstopfen und hoffen, dass es im Pferd verschwindet Griesgrämig. Der Tag wird kommen, an dem ich die Pille auf Heuhalme fädeln muss...  Cool.

Zuerst war ich der Pille ja etwas gram, weil sie doch etwas expensiv ist. Aber wenn ich bedenke, dass sie macht, dass mein Pferd erst mal barhuf laufen kann, bin ich überschlagsmäßig finanziell mit der Pille besser bedient als mit Spezialbeschlägen alle 6 Wochen  Zwinkernd. Es gibt weder Probleme mit Sehnen-Altlasten noch mit Fühligkeit. Es überrascht mich zwar, aber angenehm.
Früher hieß es immer, never change a running system, einmal Eiereisen, immer Eiereisen, aber irgendwie hat das "Wüstenleben" einen Reset bei dem Pferd durchgeführt.
Das gilt auch fürs Reiten, wir haben uns dabei nie so gut verstanden, wie jetzt. Ich reite nun fast jeden Tag eine halbe bis dreiviertel Stunde, wir traben auch mehr und ich wage es, das auch ohne Sattel zu tun. Eigentlich empfand ich mich zu alt dafür, ich fürchtete, gelegentliche Hopser nicht mehr geschmeidig sitzen zu können und vor allem: runterfallen ist leicht, aber schaffe ich es noch, den Aufprall elegant abrollend oder gar auf den Füßen landend zu gestalten?
Zur Zeit fürchte ich da nichts, dieses Pferd will mich doch gar nicht verlieren, das wollte es nie (es erstarrte echt zur Salzsäule, wenn ich irgendwo war, wo ich nicht hingehörte, sprich: ins Rutschen geriet), da muss ich mal drauf vertrauen.

Das liest sich wieder zu schön, um wahr zu sein, ist es aber, doch Probleme gibt es auch. Ich würde ja gerne mehr mit Sattel reiten, doch dazu gehört ein Sattelgurt. Mein Pferd hat immer schon eine Tendenz zu Gurtdruck gehabt und ertrug nichts am Leibe, wo nicht Professionals Choice draufstand. Und nun hat sich das so gesteigert, dass auch das nichts mehr nützt. Ich habe einmal gesattelt, bin dann 20 Minuten geritten und das hat einen Gurtdruck erzeugt, wie ich das noch nie erlebt habe  Schockiert/Erstaunt. Richtig dicke Beulen, aus denen Flüssigkeit lief und später dann Krusten, die wochenlang nicht weggehen wollten, bis ich ihnen mit Ballistol zu Leibe gerückt bin. Wenigstens brauche ich für dieses Pferd nur WaffenÖL und keinen WaffenSCHEIN  Smiley.
Nun habe ich allen Hightec- oder Lammfell-Anatomischen-Gurten entsagt und teste einen Old-School-Schnurengurt. Das scheint zu klappen und mein Pferd von allen Gurtdrucken und sogar seit Jahren vorhandenen Gurtzwängen zu befreien. Und selbst wenn nicht, egal. Unsere liebe RB (die sich ansonsten nie ohne Sattel aufs Pferd getraut hat, aber nun wohl Spaß daran gefunden hat) sagte dazu: dann reiten wir eben auf Indianerart!
So wirds gemacht!  Smiley

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Antwort #10 - 04. November 2015 um 02:42
 
Uih, da ist ja einige Zeit ins Land gegangen, ohne dass ich das TB mal frisch gemacht habe. Die letzten Monate verliefen gut, es ging stetig voran mit dem Projekt "Reitpferd". Der Spat wird zwar deutlicher, aber unter dessen Berücksichtigung kamen wir ausgezeichnet zurecht mit der Seniorengymnastik. Der altmodische Schnurengurt war voll der Bringer und mein Pferd hat das Beine-nach-vorne-ziehen nach dem Gurten doch noch erlernt, ohne dabei hintenüber zu fallen (das war echt so, darum hab ich das nie gemacht, aber nun musste ich da mal entschlossen bei). Alles war im grünen Bereich. War!

Sonntag morgen dann Anruf vom Stall, da wäre was passiert beim Rausstellen, der TA sei gekommen, warum wisse man aber nicht. Nur dass diejenige, die den TA hat heraufbeschwören lassen, kein Handy dabeihat, aber gesagt hat, ich müsse da mal angerufen werden. Nach einigem Hin und Her am Telefon habe ich dann erfahren müssen, dass sich dieses Unglückspferd beim Rausbringen losgerissen hat, bevor das Tor auf war und sich zwischen Torpfosten und Torverschluss gerammt hat. Der Torverschluss bohrte sich dann ca. 10 cm tief ins Pferd zwischen Brust und Oberarm.
Ich hoffe, dass es bald mal regnet, denn die Blutspur von diesem Stunt zieht sich über die halbe Reitanlage und hat zu einem regelrechten Sensationstourismus zu unserer Box geführt  unentschlossen.
Zum Glück hat eine Krankenschwester das Pferd rausstellen wollen, also jemand, der sich mit unschönen Anblicken, Hautlappen und Verletzungen im allgemeinen auskennt und nicht ohnmächtig auf den Paddock kippt, sondern beherzt den Hautlappen zurückgeklappt, mit Kompressen und Panzertape angeklebt hat und mit der Hand in Form hielt, bis der TA kam.
Jetzt ist mein Pferd in mühevoller Kleinarbeit zusammengenäht, aus der Brust häüngt ein Schlauch, aus dem es rötlich tropft und es ist von der Brust bis zum linken Röhrbein ein wenig unförmig angeschwollen weinend.  Es ist auf Leinstroh untergebracht, damit es besser laufen kann als im Stroh, denn der Radialisnerv ist wahrscheinlich geschädigt, wie sehr wissen wir nicht. Ganz so schrecklich kann es nicht sein, denn das Pferd konnte mit und ohne Betäubung vom Nähen das betroffene Bein durchaus nach vorne führen ohne den Huf über den Boden zu ziehen und als es nochmal aus der Box musste, um das Stroh gegen das Leinstroh zu tauschen, war es noch etwas besser damit. Machen kann ich gerade nichts, nur abwarten, wie es wird. Trotzdem frage ich mal in diese Runde, ob sich jemand mit dem Radialis-Ding auskennt bzw. irgendwelche Erfahrungen damit hat?

Es hätte alles so schön sein können... Ich reite wirklich gern, war aber mit der Seniorengymnastik gut zufrieden. Das Pferd und ich sind in den vergangenen 19 Jahren gemeinsam älter geworden und dann ist das eben unser Reitspaß; ich trauere nicht den Sliding-Stopps oder Rollbacks hinterher. Nach dem letzten Reheschub habe ich das Pferd leichten Herzens in Altersteilzeit geschickt, das war auch der Plan: das 3er Westernreitabzeichen noch, dann ist es auch gut mit irgendwelchen öffentlichen Auftritten.
Und dann das! Die Wehwechen und Krankheiten kuriert oder im Griff, dann kommt wieder ein Akt der Selbstverstümmelung... Ich könnte im Kreis k*****!

Man mag mir nun vorwerfen, dass ich zu sehr auf den Nutzungswert des Pferdes aus bin, das ist aber nicht wahr. Sportlichere Ambitionen könnte ich mit Pferden anderer Leute ausleben, die sie mir auch gerne ausleihen dafür. Ich will das meistens gar nicht, denn ich verbringe die Stall-Freizeit lieber mit meinem Pferd, ganz genau so wie es mit fast 25 Jahren eben ist.

Ich sage wohl nichts Überraschendes, wenn ich finde, dass es schöner ist, zum Reiten nach dem Motto "Turne bis zur Urne" aufzubrechen, als hastig zum Stall zu eilen, um einem blutverkrusteten, bewegungsunfähigen, schweißtriefenden, zitternden Pferd, das körperlich und nervlich völlig aus der Spur ist, Beistand zu leisten.

Ich mag aber nicht nur rumjaulen, zu guter Letzt doch noch was Positives: die Pille geht jetzt immer einwandfrei ins Pferd! das Equigard ist in Ungnade gefallen im Sommer, denn es wurde innerhalb von 14 Tagen ranzig und roch auch so. Bahhh, kein Wunder, dass das Pferd das nicht mehr mag. Ich habe dann Höveler Puritan gekauft, weil es mir auf der Futtersuche sympathisch erschien, im "Futterhaus" zufällig rumlag und auch noch billiger war. Es riecht nicht erst köstlich (tagelang in meinem Auto nach 5 minütigem Sacktransport) und dann nach altem Frittierfett, es riecht immer gleich nach wenig bis nix. Das Pferd geht dermaßen darauf ab, dass ich die Pille da nur beilegen muss, Futter + Pille in den Napf und dann ist die Pille verschlungen. Da wird nix mehr sortiert oder ausgespuckt  Cool.

LG

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Eureka23
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Antwort #11 - 12. Dezember 2015 um 23:52
 
Ich berichte mal, wie es nach dem Tor-Stunt weiterging:
Passiert ist es ja Sonntag, da haben wir das zur Bewegungslosigkeit verdammte Pferd abends mit vereinten Kräften aus seiner "Schmoll-Ecke" geschubst, damit es mit dem Schädel in Richtung Heuraufe und Tränke steht. Somit war Fressen und Saufen garantiert, in dieser Position hat es dann die nächsten 2 Tage verbracht.
Mittwoch musste es dann zum Misten (Radlader-Methode) mal die Stallgasse wechseln und ist erstaunlich gut über den Hof gekommen und war auf dem Rückweg nur mühsam davon abzuhalten, in die Box zu rasen. Donnerstag habe ich es mal aus der Box geholt zum Bürsten, da schleifte die Zehe noch, Freitag dann schon nicht mehr. Das Phantom ließ mir ausrichten, es dürfe nun bis zum Schlauch laufen, damit ich die Wahnsinnsschwellung kühlen kann, die mittlerweile bis ganz unten ging. Dr. Wasserschlauch hat da sehr gut geholfen.
3 Wochen später war ich zufällig am späten Nachmittag am Stall (hatte einen Termin bei einem sehr netten Pferdezahnarzt) und wollte gerade nach Hause, da wuchs das Phantom wie ein Pilz vor mir aus dem Boden. Er wollte mal meinem Pferd auf die Brust gucken. Bite sehr! Der Hautlappen sah inzwischen aus, wie ein getrocknetes Schweineohr für den Hund, also sollten die Fäden einfach noch 3 Wochen drinbleiben, dann kommen sie raus und egal was mit dem Lappen ist, drunter wäre schon neue Haut gewachsen, wahrscheinlich sogar mit Haaren dran. Nächste Woche ist die Zeit dann um, inzwischen hat mein Pferd beschlossen, sich den einen oder anderen Faden selbst zu ziehen und sieht ziemlich zerfleddert aus. Natürlich habe ich vor Schreck erst mal meinen Finger in die Löcher gesteckt, und was fühle ich: Haut und Haare!  Smiley Ich habe dann noch das Pferd vorgetrabt, alles gut, es darf wieder raus und das Projekt "Seniorengymnastik" kann wieder in Angriff genommen werden. Ich arbeite dran.
Das Phantom hat dann noch ausgiebig die Muskeln meines Pferdes bewundert (Ähhh... nach 3 Wochen Boxenknast ist da aber nicht viel von übrig...) und die Pillen wirken wohl gut, wenn das Pferd in seinem Alter so aussieht. Na, da freu ich mich doch!  Laut lachend
Eigentlich wollte ich einen neuen ACTH-Test haben, aber das Phantom sprach: lieber erst im Frühjahr, dann wäre der Wert aussagekräftiger als gerade jetzt. OK, so wirds gemacht!

Der Pferdezahnarzt war auch sehr angetan vom Fressbrett der alten Dame, kleine Haken und ein abgebrochener Zahn, dem er die Kanten glatt gemacht hat, sonst alles astrein. Vor allem die Schneidezähne, da musste ich doch mal fragen, wie das sein kann, wo ich doch jahrelang einen "bösen, bösen" Billig-MK benutzt habe. Da hat er gelacht und gesagt, der Preis vom MK sei nicht ausschlaggebend, sondern wieviel Erde/Sand da reinkommt, denn der schleife an den Zähnen, nicht die Platte. Es würde vor allem die beiden oberen mittleren Schneidezähne betreffen, aber der Nutzen bei der Verhinderung von Reheschüben wäre weitaus größer als der Schaden. Ich möchte trotzdem mein Pferd lieber grasfrei halten und habe den MK zur allgemeinen Verfügung gestellt mit zugeklebtem Loch, so für Kolik oder nach Sedierung.

Zur Zeit ist mein Pferd wieder froh und munter, Zahnarzt und TA haben mir unabhängig voneinander versichert, dieses Pferd würde 40 Jahre alt; ich würde mal sagen: Läuft!  Smiley

LG

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