Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Tagebuch Bjalla (Gelesen: 81087 mal)
Bjalla
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Antwort #280 - 21. November 2017 um 09:28
 
Bjalla läuft weiterhin mit trockenem Hufverband herum. Ich hoffe jedenfalls, dass er trotz Dauerregen und Pfützen einigermaßen trocken bleibt, da der Tierarzt mir gezeigt hat, wie man den Verband mittels Autoreifenschlauch outdoortauglich gestaltet.

Soweit ich das gestern bei Dunkelheit und Regen beurteilen konnte, lief sie besser.

Die Osteopathin sagte mir, dass die chinesischen Kräuter namens "Hot Hoof", die Bjalla seit Samstag erhält, 2 - 3 Tage brauchen, um zu wirken. Daher setze ich nun auf die Wirkung dieser Kräuter. Ende der Woche kommt die Osteopathin wieder, um Bjalla zu behandeln.
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Aktueller Gesundheitszustand:
Ataxie, 3. Reheschub innerhalb von 6 Jahren im Juni/Juli 2010, daraufhin Diagnose EMS, IR.
September 2015 Diagnose Cushing, ACTH: 257, Prascend 1 Tablette, später reduziert auf ¾ Tablette (ACTH: 6,2)
November 2016 Hufrehe/Huf zu kurz ausgeschnitten, Juli 2017 noch ein Reheschub (Bjalla ist aufgeschwemmt, wurde wegen des Schubs im November vermutlich zu lange geschont)


Haltung/Fütterung:
Bjalla lebt zusammen mit Larry/Shetty im Offenstall, Holzpellets als Einstreu. Gemeinsam bekommen sie 12 kg Heu und etwas Knabberstroh über 24 h verteilt aus engmaschigen Heunetzen, zusätzlich je 1 – 2 Handvoll Heucobs, kurweise Bierhefe ohne Treber/diverse Stoffwechselkräuter. Ab August 2017: N-Sulin als Ergänzungsfutter. Keine Weide.

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Antwort #281 - 22. November 2017 um 14:41
 
Ich sollte mir jeglichen Optimismus grundsätzlich abgewöhnen  weinend
Darauf folgt immer eine Verschlechterung.

Gestern lahmte Bjalla wieder stärker; vor allem hatte sie permanent Pulsation und der Huf war warm. Die Hufsohle ist an der betroffenen Stelle so dünn und weich, dass ich sie mit dem Daumen etwas eindrücken kann.
Da ich leider abends immer erst so spät bei ihr sein kann, habe ich den Tierarzt nicht angerufen, sondern einen noch weicheren Verband gebastelt und ihr aus meinen Restbeständen eine Ampulle Traumeel verabreicht.

Meine morgendliche Kontrolle zeigte heute keine Verbesserung. Bjalla wirkte sehr unglücklich. Der Tierarzt empfahl telefonisch, Bjalla in ihr weich eingestreutes Zelt zu sperren, damit der Huf nicht weiter gereizt wird und ihr trotz der Magenprobleme, die sie davon bekommt, Metacam zu geben. Abends kommt er vorbei, um sie sich selbst anzusehen. Dann bringt er Gastroguard mit. Wir befürchten, dass sie durch die dünne Sohle den Huf immer wieder reizt und er dadurch nicht richtig abheilt. Die Huf-Kräuter haben bei Bjalla leider bisher überhaupt keinen Effekt gehabt. Mein armes Pony tut mir so leid.  weinend
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Antwort #282 - 23. November 2017 um 19:22
 
Der Tierarzt war gestern spät abends noch da.

Diagnose: Inzwischen reagiert Bjalla an der ganzen Sohle auf die Hufzange. Sie ist lahm und hat dauerhaft Pulsation.
Der Tierarzt geht davon aus, dass das Problem darin liegt, dass sie kaum noch Sohlenwölbung hat und die Sohle furchtbar dünn und empfindlich ist, so dass der Huf ständig gereizt wird, trotz Verband.

Deshalb hat er aus einem Gummizeug namens "Wolke 7" eine Art weiches Reheeisen gebastelt und wie einen Rehebeschlag nach vorne offen auf den Huf geklebt. Das schafft Abstand zum Boden und verteilt die Last auf Trachten, Strahl und hintere Tragwand. Darum kam der Hufverband. Wir haben auf ein anderes Schmerzmittel umgestellt, weil Bjalla von einer Metacamgabe sofort schlimmes Kotwasser hatte. Dazu gibt es Gatroguard. Und Bjalla darf nur noch ins Zelt und auf die Gummimatten davor.

Heute war die Osteopathin da. Sie stellte eine Verbesserung fest, denn Bjalla reagierte nur noch innen und in der Mitte der Sohle auf die Zange. Pulsation ist viel besser, allerdings ist jetzt mehr Pulsation am Nachbarhuf, der ständig überlastet wird. Sie hat Bjallas 4. und 7. Halswirbel behandelt und sowieso das ganze Pony osteopathisch, was es sehr genossen hat. Danach kam wieder die Akupunktur, diesmal vor allem für die Hufe. Das Gewebe oberhalb des kranken Hufs ist zu weich durch die Erkrankung. Dazu gab es eine Behandlung für Magen und Darm.

Bjalla bekommt nun bis Sonntag Schmerzmittel plus Gastroguard, trägt ihren oben beschriebenen Verband und ist eingesperrt. Am Montag soll der Tierarzt laut Osteopathin den Huf wieder untersuchen. Wenn sie dann nicht mehr auf die Zange reagiert, soll sie einen Polsterbeschlag irgendeiner Art bekommen, zur Not geklebt. Denn auch die Osteopathin ist der Meinung, dass das Problem die dünne Sohle ist, die immer wieder gereizt wird, wenn sie keinen adäquaten Schutz hat. Sie meint aber auch, dass Bjalla so schnell wie möglich wieder bewegt werden muss - was aber nur mit Polster geht.

Die chinesischen Kräuter sollen laut Osteopathin auch für besseres Hufwachstum und besseres Hufhorn sorgen, was langfristig natürlich die o. g. Problematik lindern würde. Osteopathin und Tierarzt wollen telefonieren und sich abstimmen. Das finde ich sehr gut. Es ist positiv, dass ich da ein wirklich engagiertes Team habe, das Bjalla hilft.
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Antwort #283 - 24. November 2017 um 09:12
 
Der Vollständigkeit halber die Röntgenbilder vom 10. November fürs Tagebuch:

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Antwort #284 - 27. November 2017 um 17:50
 
Der Tierarzt war da. Bjalla reagiert nicht mehr auf die Zange und darf beschlagen werden.  Smiley
Der Schmied kommt Mittwoch oder Donnerstag. Bis dahin bleibt sie mit ihrem tollen Hufverband in ihrem Knast, damit es nicht wieder einen Rückschlag gibt.

Hoffentlich wird es jetzt endlich gut. Larry wäre auch dankbar dafür. Nachts ist er bei Bjalla eingesperrt, tagsüber ist er ausgesperrt und muss im Regen stehen, der momentan sehr ergiebig fällt. Und Larry hasst Regen!
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Antwort #285 - 01. Dezember 2017 um 10:09
 
Neue Nachrichten aus unserem Katastrophenleben  Traurig
Der Hufschmied war am Mittwoch da. Ich habe noch nie einen so schrecklichen Schmiedtermin erlebt. Hinterher waren sowohl Bjalla als auch der Schmied und ich mit den Nerven fertig.

Er hat sich vorher Bjallas Röntgenbilder angesehen und mit Schrecken die Nachricht des Tierarztes vernommen, dass Bjallas Sohle nur 5 mm dick ist. Dann hat er die Hufe etwas beraspelt, um ordentlich beschlagen zu können. Danach stand Bjalla bereits nicht sonderlich gut, obwohl er kaum Horn entfernt hatte. 

Dann hat er die Hufeisen kurz aufgebrannt. Er sagte, er hätte sie extra nicht so heiß gelassen wie normal. Aber trotzdem konnte Bjalla danach den linken Huf erstmal gar nicht aufstellen, danach beide Hufe nur schlecht. Wir haben ihr Gummimatten untergelegt. Danach ging es besser, wenn auch nicht gut. Ich hätte heulen können. Mein armes Pony!  weinend
Ich habe ihr sofort eine Ladung Metacam verpasst, weil ich befürchtete, dass jetzt alles wieder von vorne losgeht.
Es war ein echter Horror, Bjalla unter diesen Bedingungen zu beschlagen. Natürlich konnte sie die Hufe kaum geben und noch schlechter lange nur auf drei Beinen stehen. Der Schmied hat die dünnsten Nägel genommen, die es auf dem Markt gibt. Er hat so weit außen genagelt, wie möglich. An der Stelle, an der vorher die Entzündung gewesen war, hat er überhaupt nicht genagelt.

Mit dem Tierarzt war besprochen worden, dass Bjalla ein Silikonpolster erhalten sollte. Auf die übliche Weise (Plastikgitterplatte mit Silikon unterspritzen) war das Polster aber sehr dünn, weil sie kaum Sohlenwölbung hat. Daher haben wir beschlossen, die Methode des Schmiedes anzuwenden, der Bjalla 2010 nach der Rehe beschlagen hatte: Wir haben die Hufeisen bis zum Rand mit Silikon aufgefüllt und gehofft, dass das die richtige Entscheidung war. Die Sohle ist nun schön dick und es kann auch nichts aufstollen. Denn es schneit bei uns momentan etwas.

Zurück zum Stall lief Bjalla sehr steif und machte kurze Schritte. Ich hoffte, dass das Metacam seine Wirkung entfalten würde, damit sich nicht wieder eine Entzündung bildete, nachdem die Hufe so gereizt wurden. Außerdem habe ich sie wieder ins Zelt gesperrt.

Abends bin ich mit viel Angst zum Stall gefahren und befürchtete, ein krankes Pferd vorzufinden. Aber sie hatte keine Pulsation. Gestern hatte sie morgens und abends ganz leicht Puls, lief aber gut mit den Eisen. Ich quetschte den letzten Rest Metacam aus der Packung und sperrte sie weiter ein.

Jetzt fahre ich wieder zu ihr und hoffe, ein Pferd ohne Pulsation vorzufinden. Nachmittags kommt die Osteopathin. Noch sehr oft stehe ich das alles nicht durch. Vor allem werden unsere Lösungsoptionen nicht gerade mehr. Ich wünsche mir so sehr, dass das arme Tier endlich mal wieder ohne Schmerzen leben kann - und ich mein mehr als nur angegriffenes Nervenkostüm erholen kann.

Es geben sich alle solche Mühe. Trotzdem ist seit einem Jahr keine dauerhafte Besserung zu verzeichnen.  Traurig
Das zermürbt mich. Es ist erstaunlich, wie tapfer und ausgeglichen Bjalla dabei ist. Wobei ich sagen muss, dass ich sie momentan etwas mit Heu überfüttere, damit sie sich in ihrem Knast nicht zu Tode langweilt und nicht unwirsch wird.

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Antwort #286 - 01. Dezember 2017 um 18:43
 
Morgens hatte Bjalla tatsächlich keine Pulsation. Also ließ ich sie zu Larry auf den Auslauf. Zuerst traute sie sich gar nicht, dann tapste sie ganz vorsichtig los. Viel bewegt hat sie sich nicht. Die meiste Zeit stand sie in einer Ecke und hat auch nicht viel gefressen.

Abends hatte sie an beiden Vorderbeinen Pulsation - wie hätte es auch anders sein können. weinend Ich bin mir sicher, dass sie die meiste Zeit nur still gestanden hat. Die Äppelhaufenverteilung und die Hufspuren sahen danach aus. Trotzdem Pulsation und wechselseitiges Entlasten der Hufe. Hufe wärmer.

Also habe ich das Pony wieder eingesperrt. Im Zelt mit ihrem Heu hatte ich den Eindruck, dass sie nicht mehr so viel entlastete. Da hat sie die weiche Holzeinstreu.

Kurz drauf kam die Osteopathin. Sie findet den Beschlag und die Hufstellung sehr gut, allerdings seien die Hufe zu kurz. Das sei das Problem. Dabei hat der Schmied daran nichts gekürzt. O-Ton Tierarzt: Was soll der arme Kerl machen - es wächst ja nichts.
Die Hufe müssen also wachsen. Mit dem N-Sulin sehe ich diesbezüglich keine Verbesserung. Ich frage mich, ob ich für diese Zeit Formula4Feet kaufen soll. Damit habe ich huftechnisch vor 7 Jahren gute Erfahrungen mit Bjalla gemacht.

Die Osteopathin riet mir, jetzt keinen Entzündungshemmer zu geben, weil Bjalla darauf mit Bauchschmerzen reagiert und sich im Bauch und in den Flanken ganz steif macht. Ihrer Meinung nach würde sie dadurch weniger Last mit der Hinterhand aufnehmen, was den Vorderhufen schaden würde - ein Teufelskreis. Ich solle mehr von den China-Kräutern geben, was ich vorhin gemacht habe. Sie meint, am Montag wäre die Pulsation weg. Bjalla hätte sich - bis auf die Hufe - schon gut verbessert und würde das ohne Schmerzmittel schaffen. Ich wünsche mir, dass sie damit richtig liegt. Mir macht es allerdings Sorgen, dass Bjallas Zustand sich heute über den Tag verschlechtert hat.
Sollte es morgen schlimmer werden, werde ich mir Entzündungshemmer vom Tierarzt besorgen müssen. Er sagt, ggf. könnte ich es erstmal mit Aspirin versuchen, falls sie das besser verträgt. Das wäre noch eine Option. Es würde uns auch nichts nützen, wenn die Hufe schlimmer würden, weil wir den Magen schonen. Nux vomica bekommt Bjalla auch wieder.

Die Osteopathin meint, der Beschlag sei eigentlich gut und solle drauf bleiben. Man müsste Bjalla Zeit geben, damit die Hufe wachsen können. Da wäre mir jetzt wirklich ein Wachstumsbeschleuniger lieb. Ihre Hufe wachsen furchtbar langsam - so gut wie gar nicht, habe ich manchmal den Eindruck.
Bjalla würde bei der Osteopathie sehr gut mitarbeiten und der Osteopathin die Stellen zeigen, an denen sie Schmerzen hat, sagt sie. Das sei bei Isländern selten. Hoffen wir mal, dass das hilft.

Es ist nicht einfach, die richtige Entscheidung zu treffen. Jeder hat für seine Vorschläge gute Argumente. Woher soll man wissen, was im speziellen Fall richtig ist? Man entscheidet sich für eine Sache und kann nur hoffen, dass das die richtige Entscheidung war.
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Antwort #287 - 03. Dezember 2017 um 20:23
 
Gestern hatte Bjalla zu meiner großen Überraschung und Freude morgens und abends keine Pulsation, heute nur morgens.
Das zeigt zumindest, dass sie es ohne Entzündungshemmer aushält. Aspirin habe ich ihr nicht gegeben, denn das war nur als Notlösung gedacht. Als die Osteopathin mir sagte, Bjalla käme ohne Entzündungshemmer aus, hatte ich es ja nicht glauben können.

Es scheint zumindest zu klappen, wenn sie im Zelt auf der weichen Einstreu stehen kann und nicht viel läuft. Vor dem Zelt lag zwei Tage lang Schnee, was für die Kühlung der Hufe sicherlich auch gut war, wenn sie mal vor die Tür trat, um einen Schluck zu trinken.

Bjalla liegt mehr als sonst, steht aber auch gerne im Zelteingang und guckt in die Welt. So wirklich klar läuft sie nicht. Das ist aber nicht verwunderlich. Seit gestern weigert Larry sich, tagsüber auf den Auslauf zu gehen. Er will unbedingt bei Bjalla bleiben. Für sie ist das bestimmt besser. So kann er wachen, während sie liegt.

Sie hat abgenommen in letzter Zeit. Man merkt, dass das alles sie anstrengt. Daher gebe ich ihr mehr Heu und hoffe, dass Larry dadurch nicht zu kugelig wird.

Im Moment sieht es so aus, als ob es in Sachen Pulsation auf und ab geht, aber nicht wirklich schlimm wird. Ich merke deutlich, dass Bjalla extrem gut auf die osteopathische Behandlung und Akupunktur anspricht, auch wenn das ein riesiger Kostenfaktor ist, den ich nicht ewig stemmen kann. Ich schätze, dass ich Bjalla noch eine ganze Weile im Zelt einsperren und warten muss, dass die Hufe wachsen. Darum habe ich mich nun dazu entschlossen, es tatsächlich mit Formula4Feet zu versuchen. Das hat 2010 gut geklappt. Daher kann es gut sein, dass Bjalla einfach gut darauf anspricht. Es ist ein Versuch, der klappen kann. Schaden wird es ihr nicht.

Mit den Hufen hat das nichts zu tun, doch die Osteopathin fragte mich, ob Bjalla in ihrem Leben mal etwas Schlimmes erlebt hätte. Der extrem verspannte Rücken und die Verspannungen in der Hinterhand deuteten auf ein Trauma hin, das der Körper vor langer Zeit erlebt und nicht überwunden hätte. Bei traumatischen Erlebnissen würde es manchmal passieren, dass der Körper sich verspannt und sich nie wieder entspannt. Sie würde versuchen, das allmählich zu lösen. Es kann gut sein, dass der Unfall im Fohlenalter, durch den Bjalla die Ataxie hat, dieses schlimme Erlebnis ist. Ich weiß ja nie so richtig, was ich alles glauben soll und was man so spät noch ändern kann. Es wäre aber für die arg strapazierten Vorderhufe sicherlich sehr gut, wenn die Hinterhand durch die Behandlung auf Dauer mehr Last aufnehmen könnte... falls ich nicht vorher Insolvenz anmelden muss.
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Antwort #288 - 05. Dezember 2017 um 18:44
 
Ich weiß nicht, mir gefällt das alles nicht...

Morgens erschien mir Bjallas Zustand relativ gut. Ich fühlte zumindest keine Pulsation. Darum ließ ich sie für einige Stunden mit Larry auf den Auslauf. Großartig bewegt hat sie sich da nicht, sondern mehr oder weniger meistens in ihrer Lieblingsecke auf dem Sand gestanden. Abends hatte sie aber an beiden Beinen Pulsation, und zwar mehr als sonst. Das muss nicht von dem Ausflug auf den Auslauf kommen, kann aber. Gestern hatte sie auch Pulsation, obwohl sie nicht auf dem Auslauf war - allerdings weniger.

Postitiv ist, dass ich sie nicht mehr dabei beobachtet habe, dass sie die Hufe wechselseitig entlastet. Aber sie hat auch keine Lust, sich zu bewegen. Jedenfalls wollte sie abends lieber im Zelt bleiben und kam nur zögerlich raus, um ihre Heucobs zu fressen. Normalerweise steht sie schon draußen und wartet.

Es kann ja sein, dass ich bei meiner Suche nach einer Lösung zu ungeduldig bin oder mir etwas einrede. Aber müsste der Beschlag nicht allmählich zu einer Besserung beitragen? Immerhin ist er morgen eine Woche drauf. Ich habe das ungute Gefühl, er schadet mehr als er Bjalla hilft. Ich finde es sehr bedenklich, dass der andere Huf nun schon mehrmals auch deutlich Pulsation hatte. Kann ja sein, dass es ohne den Beschlag nicht anders wäre, doch ich bin nicht glücklich mit der ganzen Situation.
Morgen rede ich mit dem Tierarzt.
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Antwort #289 - 06. Dezember 2017 um 14:34
 
So, ich habe einen Plan  Smiley

Heute habe ich lange mit Cheyennes Schmied telefoniert, der mir sehr viel erklärt hat. Er hat mir den Rat gegeben, den Beschlag, auch wenn er gerade nicht optimal ist, drauf zu lassen, weil eine Abnahme Bjalla nur unnötig quälen würde. Außerdem soll ich Schmerzmittel/Entzündungshemmer geben, damit Bjalla sich freiwillig etwas bewegt, was gut für die Heilung und das Hufwachstum sei. Den Beschlag soll ich mindestens 10 Wochen drauf lassen, damit der Huf in Ruhe wachsen kann.

Der Tierarzt ist auch der Meinung, dass der Beschlag drauf bleiben soll und dass Bjalla Schmerzmittel braucht. Sie bekommt jetzt Flunidol (allerdings niedrig dosiert), weil das bei ihr letztens besser wirkte als Metacam und besser vertragen wurde. Dazu gibt es Gastroguard. Weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass sich Bjallas Zustand immer verschlechterte, sobald sie sich zu viel bewegen konnte, haben wir uns für die Kompromisslösung entschieden, sie die nächsten Tage mit Schmerzmitteln noch auf kleinem Areal zu halten und nach einigen Tagen ihren Radius auf dem Auslauf zu erweitern.

Langfristig empfiehlt der Schmied, Bjalla ohne Polster zu beschlagen, die Finger komplett von Strahl und Sohle zu lassen und die Beschlagsperioden auf mindestens 10 Wochen zu verlängern, weil der Huf so langsam wächst. Sonst bestünde immer wieder die Gefahr, dass man ihn zu kurz macht. Damit das klappt, empfiehlt er 10er Eisen, da damit der Abstand zum Boden größer ist als mit 8er Eisen und weil sie eine lange Beschlagsperiode auch aushalten. Polster findet er auf Dauer nicht gut, weil die Sohle dadurch weich bleiben würde. 5 mm Sohle seien für einen Isländer nicht schlecht. Sie klönne ohne Polster auskommen, auch wenn die Umstellung vermutlich erst schwer sein werde.

Ich denke, der Plan kann funktionieren. Der Schmied hat angeboten, mit meinem Schmied zu telefonieren und ggf. auch mal selbst zu kommen, um zu beraten. Das finde ich super lieb! Ich werde meinen Schmied bitten, dieses Angebot anzunehmen, damit wir eine gute Lösung für Bjalla finden.
Jedenfalls bin ich jetzt nicht mehr so verzweifelt, weil ich das Gefühl habe, das Richtige zu tun. Sie wird nicht von heute auf morgen über den Ausläuf hüpfen wie ein junges Reh. Das ist mir klar. Aber ich muss mir nicht mehr ständig den Kopf darüber zerbrechen, was ich anders machen sollte.

Vielen, vielen Dank für deine Hilfe, liebe Cheyenne! Bitte grüße deinen Schmied von mir, wenn du ihn siehst, und danke ihm noch einmal dafür, dass er sich so viel Zeit für mich genommen hat.
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September 2015 Diagnose Cushing, ACTH: 257, Prascend 1 Tablette, später reduziert auf ¾ Tablette (ACTH: 6,2)
November 2016 Hufrehe/Huf zu kurz ausgeschnitten, Juli 2017 noch ein Reheschub (Bjalla ist aufgeschwemmt, wurde wegen des Schubs im November vermutlich zu lange geschont)


Haltung/Fütterung:
Bjalla lebt zusammen mit Larry/Shetty im Offenstall, Holzpellets als Einstreu. Gemeinsam bekommen sie 12 kg Heu und etwas Knabberstroh über 24 h verteilt aus engmaschigen Heunetzen, zusätzlich je 1 – 2 Handvoll Heucobs, kurweise Bierhefe ohne Treber/diverse Stoffwechselkräuter. Ab August 2017: N-Sulin als Ergänzungsfutter. Keine Weide.

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Antwort #290 - 12. Dezember 2017 um 18:40
 
Es ist zwar noch nicht so lange her, dass wir den o. g. Plan beschlossen hatten, doch scheint er nicht zu funktionieren. Gestern lahmte Bjalla morgens stark und hatte heftige Pulsation - wie bei einer Rehe. Daraufhin habe ich sie wieder einsperren müssen. Diese Maßnahme zusammen mit den Schmerzmitteln hat dazu geführt, dass die Pulsation abends fast weg war.

Heute hatte sie weiterhin Pulsation, aber viel weniger als gestern. Der Tierarzt und ich haben gemeinsam überlegt und sind zu dem Schluss gekommen, dass der Beschlag bisher zu keiner Besserung geführt hat - eher zu einer Verschlechterung. Er scheint zu drücken und die Hufe zu reizen. Es bleibt die Wahl zwischen Abwarten und Abnahme des Beschlags.

Nun gibt es natürlich keine Garantie dafür, dass es nach Abnahme des Beschlags besser wird, doch wir können es zumindest versuchen. Es kann ja durchaus sein, dass auch die Nägel zum jetzigen Zeitpunkt Probleme machen. Meine Vermutung ist eher, dass sie Probleme damit hat, dass die Last im Moment auf die komplette Sohle verteilt wird. Wir überlegten, ob wir zum Kleben oder zu Hufschuhen tendieren und entschieden uns für Hufschuhe. In die Hufschuhe sollen weiche Polster, die vor allem die Last auf die Trachten und den Strahl legen. Diese Polster will der Tierarzt wieder aus Wolke 7 basteln, das er aber noch bestellen muss.

Der neue Plan lautet also, den Beschlag zu entfernen, sobald Wolke 7 da ist. Und dann Bjallas Hufe in Hufschuhe zu stecken, mit Spezialpolstern aus Wolke 7. Damit sie bei der Abnahme des Beschlages nicht leiden muss und komplett das Vertrauen in Leute verliert, die an ihren Hufen herumwerkeln, wird der Tierarzt wohl die Hufe kurz betäuben. Nun warten wir also auf Wolke 7.

Der Tierarzt empfahl als Plan B diese Hufschuhe: Soft Ride Boots mit Polstern für Rehepferde. Da sie aber nicht gerade billig sind, versuchen wir es erst mit den Easyboots RX, die ich bereits habe.
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Antwort #291 - 16. Dezember 2017 um 21:15
 
Wolke 7 ist vier Wochen lang nicht lieferbar. Also musste der Tierarzt ein anderes Polster bestellen, das allerdings auch auf sich warten ließ.  Ärgerlich

Vorgestern war zum vorerst letzten Termin die Osteopathin da. Bjalla musste für diesen Termin erstmals seit Tagen den weichen Boden verlassen. Dabei fiel sofort auf, dass sie deutlich lahmte. Auf dem kleinen Areal auf weichem Boden war das nicht aufgefallen. Bei der Untersuchung konnte Bjalla den rechten Huf nicht geben, weil sie auf dem linken nicht stehen konnte. Wir waren also wieder ganz am Anfang.  weinend

Eine Stunde später war der Tierarzt da, um den Beschlag zu entfernen und den Huf zu untersuchen. Bjalla reagierte wieder an der alten Stelle (vorne innen) auf die Hufzange. In Ermangelung des bestellten Polsters bastelte der Tierarzt aus Zahnabdruckmasse ein provisorisches Polster für Strahl- und Trachtenbereich. Dann packten wir den Huf in einen Verband. Den Beschlag am rechten Huf ließen wir vorerst drauf, weil Bjalla auf dem linken Huf nicht richtig stehen konnte und wir sie nicht zusätzlich belasten wollten. Der Verband mit dem provisorischen Polster brachte ihr auf jeden Fall Erleichterung. Sie lief damit besser als mit dem Beschlag und kaute, sobald der Verband angebracht war.

Gestern kam endlich das richtige Polstermaterial, das nachgiebiger ist als die doch ziemlich harte Zahnabdruckmasse. Also entfernten wir den Verband und bastelten ein Polster für den hinteren Strahlbereich. Seither trägt sie links den Hufschuh mit Polster. Leider rutschte das schöne Polster über Nacht nach oben, so dass es heute bei meiner morgendlichen Kontrolle hinter den Ballen saß. Jetzt habe ich es mit Panzertape an den Huf geklebt und hoffe, es bleibt nun an Ort und Stelle. Wenn der linke Huf sich etwas erholt hat, werden wir den Beschlag am rechten Huf auch entfernen. Im Ganzen wirkt Bjalla aber momentan glücklicher als vorher, so dass ich ganz vorsichtig hoffe, dass wir diesmal richtig gehandelt haben. unentschlossen

Morgens hatte sie heute Pulsation, abends keine. Sie bekommt weiterhin Flunidol als Schmerzmittel/Entzündungshemmer plus Gastrogard. Damit kommt sie ohne Magen- und Darmbeschwerden klar. Dazu den TCM-Tee gegen Entzündungen und zur Anregung der Durchblutung.

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Antwort #292 - 18. Dezember 2017 um 10:19
 
Mit dem Hufschuh geht es ihr besser. Ich hoffe, diesmal ist es eine dauerhafte Verbesserung. Jedenfalls ist Bjalla gestern unerlaubt an mir vorbei auf den Auslauf gesaust und töltete ein Stück. Das hätte sie einige Tage vorher nie tun können. Nachdem sie sich gewälzt und eine Weile die Freiheit genossen hatte, habe ich sie wieder eingesperrt.
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Antwort #293 - 20. Dezember 2017 um 08:41
 
In ihrem Knast hatte Bjalla seit Sonntag (3 Tage) keine Pulsation.
Gestern habe ich sie 20 m zur Stallgasse geführt, um ihre Hufe und den Hufschuh bei Licht zu kontrollieren. Danach hatte sie sofort Pulsation. Die Pulsation hörte nach einigen Minuten ruhigem Stehen wieder auf. Nach dem Rückweg in ihr Zelt hatte sie wieder Pulsation. Der Tierarzt sagt, das sei normal, weil der Huf schon so lange gereizt sei und daher länger bräuchte, um sich zu erholen.
Schmerzmittel soll ich langsam ausschleichen und Bjalla noch einige Wochen eingesperrt lassen.
Das Eisen am rechten Huf habe ich noch nicht entfernt, weil ich den Eindruck hatte, dass Bjalla noch nicht gut genug länger auf dem linken Huf stehen kann, um die Prozedur einigermaßen zu überstehen.
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Antwort #294 - 22. Dezember 2017 um 08:27
 
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Antwort #295 - 02. Januar 2018 um 09:43
 
Bjalla ist nun schon seit sieben Wochen krank und man kann nicht von einer Verbesserung sprechen.  weinend
Es geht ständig auf und ab.

Heiligabend hatte sie leider ihre dollen 5 Minuten. Ich hatte sie kurz auf den Auslauf gelassen (extra mit einem Haufen Heu, damit sie Ruhe hält), weil ich dringend das Zelt grundreinigen musste, ohne dass mir ständig ein Pony im Weg steht. Da rannte sie mehrmals hin und her. Am nächsten Tag war die Pulsation wieder da.  Traurig

Seitdem hatte sie meistens Pulsation. Zwischendurch wurde es mal besser. Doch dann rastete sie im Zelt aus, weil Larry einen Spaziergang mit mir machte. Sie sprang herum und regte sich auf.

Das Hufeisen konnte ich noch nicht vom rechten Huf entfernen. Sie wollte und konnte nicht lange genug auf dem linken Huf stehen. Silvester lahmte sie. Neujahr hatte sie morgens noch Dauerpulsation, abends war die Pulsation dann plötzlich weg.

Ich befürchte, der Huf kann nicht richtig heilen, weil er an der betroffenen Stelle immer noch zu viel Druck erhält und gereizt wird. Ich habe schon versucht, ein Polster zu basteln, das diese Stelle zum Schweben bringt. Doch das funktionierte nicht richtig. Immerhin ist es mir jetzt gelungen, dafür zu sorgen, dass der Huf nicht ständig feucht wird im Hufschuh. Ich habe eine Filzsohle zwischen Huf und Polster gepackt.

Zwischendurch hatte ich den Entzündungshemmer fast ausgeschlichen, da wurde es wieder schlechter, weil sie Heiligabend über den Auslauf rannte. Daher musste ich die Entzündungshemmer-Dosis wieder erhöhen. Aber ich kann ihr doch nicht ständig Medikamente geben.

Heute rufe ich den Tierarzt an und frage ihn, ob wir nicht doch noch etwas ändern müssen. Vielleicht sollten wir doch gipsen? Wenn sie mit dem Gips auf den Auslauf dürfte, wäre das immerhin gut.
Das ist wirklich unglaublich frustrierend. Die Hufe wachsen ja auch nicht. So kommt immer wieder Druck auf die gereizte Stelle.

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Antwort #296 - 04. Januar 2018 um 09:00
 
Gestern beim Tierarzttermin hatte Bjalla keine Pulsation. Der Tierarzt meinte, er hätte sie schon durchaus schlechter laufen sehen. ABER bei der Untersuchung mit der Zange zeigte sich, dass die betroffene Stelle am Huf noch immer schmerzt.

Da mit der bisherigen Therapie keine wirkliche Besserung eingetreten ist, haben wir entschieden, es mit dem Gips zu versuchen. Nun ist Bjallas Huf eingegipst und steckt zusätzlich im Hufschuh, damit der Gips geschützt ist. Ziel ist es, Ruhe in den Huf zu bringen, damit er heilt.

Mit dem Gips lief sie immerhin nicht schlechter als vorher. Es wird sich jetzt zeigen, ob diese Maßnahme endlich dauerhaft hilft. Schlimmstenfalls müssen wir den Gips nach einer Woche wieder entfernen. Bestenfalls heilt der Huf endlich.
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Antwort #297 - 12. Januar 2018 um 08:24
 
Seit dem Gipsen ist nun eine Woche vergangen. Zwei Tage nach dem Gipsen hatte Bjalla für einen Tag Pulsation, dann wieder für einige Tage nicht mehr. Gestern und vorgestern hatte sie leichte Pulsation.

Ich vermute, dass das Wetter dabei immer eine Rolle spielt. Denn wenn die Temperaturen steigen und der Wetterfrosch im Fernsehen sagt, dass Menschen mit Rheuma oder Bluthochdruck mit Beschwerden rechnen müssen, hat Bjalla meistens Pulsation. Diese Woche kam dann noch eine gewisse Unruhe auf dem Paddock hinzu, wie in Larrys Tagebuch beschrieben.

Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sich ihr Zustand - wenn auch nur ganz minimal - bessert. Die Tage mit Pulsation werden seltener und wir sind jetzt bei Metacam für 150 kg. Ich hoffe auf kälteres Wetter, denn das tut Bjalla offenbar gut.
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Antwort #298 - 15. Januar 2018 um 12:48
 
Mein Optimismus war verfrüht. Am Wochenende lahmte Bjalla deutlich und hatte Pulsation. Irgendwie ist der Gips auch keine Lösung. Was auch immer wir machen, sobald Bjalla nur wenige Schritte läuft (mal kurz über den Auslauf oder zur Lahmheitsdiagnostik über den Hof), geht es ihr spätestens am nächsten Tag schlechter. Ich kann sie aber nicht für immer einsperren und wünsche mir eine Lösung, mit der sie zur Genesung auf den Auslauf darf.

Der Tierarzt würde gerne weitere Diagnostik betreiben (MRT), weil Bjalla seit über zwei Monaten nicht gesund wird. Aber man kann die Hufsohle noch immer mit dem Daumen eindrücken, so dass ich denke, es heilt einfach nicht, weil auch durch die Polster ein gewisser Druck auf die Stelle ausgeübt wird und Bjalla besonders empfindlich ist. Ich habe dazu einen Tierarzt mit viel Erfahrung befragt, den ich wegen seiner praktischen und ehrlichen Art sehr schätze. Er sagt, er hätte solche Fälle schon öfter erlebt. Ich müsse Geduld haben und ein MRT sei nicht nötig. Er findet die Idee gut, einen Schmied etwas basteln zu lassen, das die betroffene Stelle am Huf zum Schweben bringt.

Darauf haben wir uns nun geeinigt. Mein Tierarzt hat mir dazu einen Schmied empfohlen, der gerne Problemfällen hilft. Die beiden machen jetzt zusammen einen Termin aus, der hoffentlich diese oder nächste Woche stattfinden wird. Vermutlich werde ich meinem bisherigen Schmied anbieten, bei diesem Termin dabei zu sein, damit er von dem anderen Schmied lernen kann, wenn er das möchte.

Die Sache wird nicht ganz einfach, weil die Stelle, die schweben soll, nicht etwa an der Zehe sitzt, sondern seitlich innen (so etwa zwischen 1 und 3 Uhr). Ich werde berichten und hoffe, dass wir es schaffen, Bjallas Huf so zu entlasten, dass sie endlich nicht mehr eingesperrt sein muss. Sie hat zwar im Moment etwa die Ausmaße einer Paddockbox zur Verfügung, doch das ist ja keine Dauerlösung. Immerhin guckt sie vergleichsweise fröhlich und würde so gerne laufen... Gestern durfte sie sich mal auf dem Sand wälzen und fing danach gleich an zu hüpfen. Kein Wunder, bei 2 Monaten Knast mit wenigen Tagen Unterbrechungen. Aber ich weiß, wenn ich sie jetzt auf den Auslauf laufen lasse, dann rast sie unvernünftig herum und steht nach wenigen Stunden wieder stocklahm in der Ecke. Man kann von einem Pferd, das die ganze Zeit eingesperrt war, keine Vernunft erwarten.

Ich erwarte keine schnelle Genesung, doch es wäre schön, wenn wir endlich mal einen Aufwärtstrend erreichen könnten, und zwar mit einer Lösung, die es Bjalla erlaubt, auf den Auslauf zu dürfen.
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Antwort #299 - Gestern um 14:35
 
Wir haben unseren Hufschmiedtermin gut überstanden  Smiley

Zum Glück hatte sich Bjallas Huf in den letzten Tagen etwas beruhigt. Somit hat der Gips doch noch geholfen.

Der Tierarzt und der von ihm empfohlene Hufschmied haben sich wirklich viel Zeit genommen. Bjalla wurde ausgiebig begutachtet und untersucht. Es wurden diverse Röntgenaufnahmen gemacht, um eine etwaige Fissur, Hornsäule etc., die womöglich am Anfang nicht zu sehen gewesen waren, auszuschließen. Aber auf den Röntgenbildern wurden zum Glück keine Schrecklichkeiten gefunden. Es kann sein, dass das Hufbein um weniger als 2 Grad rotiert ist, das kann aber auch eine Messungenauigkeit sein. Eigentlich sieht es nämlich nicht danach aus. Die weiße Linie ist etwas verbreitert, was aber noch die Nachwirkung der Rehe aus Sommer 2017 ist. Eine Einblutung ist zu sehen, die auf irgendein Geschehen im Huf hinweist.

Die Hufe waren inzwischen recht gut nachgewachsen - Formula4Feet scheint zu wirken. So war es möglich, die Hufe zu korrigierten. Der Schmied hat übrigens selbst Islandpferde und kennt sich damit aus. So kam er auch gut mit Bjallas Gang klar.

Zuerst hat er mich davon überzeugt, dass es für Bjalla besser wäre, sie jetzt hinten zu beschlagen. Er erklärte mir ausführlich, warum das gut für sie sei. Ihre Zehe ist hinten viel zu lang gewesen, die Hufform zu oval. Daher konnte sie überhaupt nicht abrollen, machte beim Gehen zusätzlich noch einen Seitwärtsschwenk mit dem Bein und vor allem konnte sie hinten schlecht Last aufnehmen. Er wollte sie aber dazu bringen, hinten so viel Last aufzunehmen wie von der Natur vorgesehen, damit die Vorderhufe entlastet werden. Barhuf könne er die Hinterhufe nicht so stark korrigieren wie mit Beschlag. Außerdem könne man am Beschlag zusätzlich eine deutliche Zehenrichtung anbringen. Daher riet er zum Beschlag. Man sah hinterher deutlich, dass das geklappt hatte. Bjalla nahm tatsächlich hinten deutlich mehr Last auf und kaute zufrieden. Meine Bedenken in Sachen Verletzungsgefahr für Larry, wenn Bjalla hinten beschlagen ist, wurden von Schmied und TA zerstreut.

Schmied und TA bemängelten beide, dass der bisherige Schmied in seinem Bestreben, die Hufe in eine ideale Stellung zu bringen, zu viel für das alte Pferd getan hat. Die Trachten waren nicht in Ordnung - vor allem aber ist die innere Wand inzwischen so steil geworden, dass sie evtl. aufs Hufbein oder den Hufbeinast drückt. Außerdem muss Bjalla mit der inneren Wand zu viel Last aufnehmen. Womöglich kommt daher der Schmerz.

Nachdem der Schmied den Huf etwas korrigiert hatte, kaute Bjalla zufrieden. Um die schmerzende Stelle zu entlasten, hat Bjalla gar keinen komplizierten Beschlag bekommen. Sie hat normale Eisen mit deutlicher Zehenrichtung und eine Luwex-Platte drunter. An der entsprechenden Stelle wurde etwas von der Platte entfernt, so dass das Eisen dort über der Platte schwebt. Außerdem hat Bjalla ein weiches Polster unter der Platte.

Der Schmied hat kalt beschlagen, was für Bjalla eine Wohltat war. Und er ist sehr sorgsam und verständnisvoll mit ihr umgegangen, was der bisherige Schmied allerdings auch immer tat.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass Bjalla einen zufriedenen Eindruck machte, zwischendurch immer wieder kaute und gähnte. Allerdings hat die ganze Prozedur den Huf natürlich wieder gereizt, trotz Kaltbeschlag und wenigen Nägeln. Deshalb bekommt sie heute Metacam für 200 kg. Außerdem soll sie 2 - 3 Tage in ihrem Knast bleiben. Wenn sich eine positive Entwicklung abzeichnet, darf sie danach täglich auf Asphalt geradeaus geführt werden, damit sie sich endlich bewegt.

Direkt nach dem Beschlag lief sie nicht gerade lahmfrei. Aber das war auch nicht zu erwarten. Außerdem muss sie sich erst an den neuen Beschlag gewöhnen, zumal sie seit langen Jahren hinten unbeschlagen war. Aber mit der Zeit nahm sie Fahrt auf und wollte schneller gehen. Einmal rannte sie mich beinahe um. Das werte ich als eindeutig positives Zeichen.  Smiley

Damit die innere Wand wieder weiter nach außen kommt, wurde der Huf entsprechend korrigiert und das Eisen innen weiter gelegt. Damit besteht natürlich die Gefahr, dass sie sich das Eisen abtritt. Deshalb soll ich mir für die nächste Zeit Hufglocken besorgen. Denn Bjalla muss sich erst daran gewöhnen, dass das Eisen so übersteht. Der Schmied empfiehlt Hufglocken, mit denen man die Hufe im Sommer auch wässern kann. Denn wenn die Hornkapsel im Sommer zu trocken und hart würde, sei das für Bjalla auch nicht gut.

Außerdem rieten TA und Schmied mir, mich von einer Osteopathin beraten zu lassen, welche gymnastischen Übungen für ihren Rücken Bjalla trotz Knast machen könne.

Insgesamt fand ich den Termin sehr gut und hoffe, dass Bjalla damit nun Aufwärtswind erhält. Der Schmied meint, wir kriegen die Hufe wieder ordentlich hin. Denn eigentlich seien ihre Hufe gar nicht schlecht.

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