Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Tagebuch Bjalla (Gelesen: 72036 mal)
Bjalla
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Antwort #260 - 02. Juli 2017 um 20:45
 
Bjalla wohnt jetzt alleine, weil Larry wegen seines Reheschubs in einer Krankenbox bleiben muss. Begeistert ist sie nicht davon, alleine zu sein. Aber sie hat immerhin im Zelt gelegen und geschlafen, obwohl sie nachts die anderen Pferde nicht sehen kann, wenn die nicht gerade auf ihrem Paddock unterwegs sind. Sie verhält sich normal, wirkt aber etwas traurig.

Weil ihr Mähnenkamm in letzter Zeit mehr wurde, ist die Trennung von Larry eine gute Gelegenheit, ihre Heuration zu reduzieren. Sie bekommt jetzt 7,5 kg Heu, also in etwa 2 % ihres Körpergewichtes.

Außerdem habe ich ihr Training wieder aufgenommen, weil die Verletzung am Bein gut zu verheilen scheint. Heute habe ich Bjalla gleich zweimal am Tag bewegt, weil ich wegen Larry sowieso da war. Außerdem freut sie sich, wenn sie in ihrer Einzelhaft etwas mehr Ansprache hat.

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Bjallas EMS-Tagebuch

Fragen zu Bjalla


Aktueller Gesundheitszustand:
Ataxie, 3. Reheschub innerhalb von 6 Jahren im Juni/Juli 2010, daraufhin Diagnose EMS, IR.
September 2015 Diagnose Cushing, ACTH: 257, Prascend 1 Tablette

Haltung/Fütterung:
Bjalla lebt zusammen mit Larry/Shetty im Offenstall, ohne Einstreu. Gemeinsam bekommen sie Heu und etwas Knabberstroh über 24 h verteilt aus Futterkisten mit Heunetz, zusätzlich je 1 Handvoll Heucobs/Wiesenflakes, kurweise Bierhefe ohne Treber. Im Sommer gehen sie 30 – 60 Minuten auf die Weide.

Bewegung:
tägliche Bewegung (Ausritte und Bodenarbeit), Spaziergänge


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Bjalla
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Antwort #261 - 05. Juli 2017 um 21:12
 
Ich habe schlechte Nachrichten  weinend

Bjalla kam mir gestern so merkwürdig vor und stolperte viel. Also fühlte ich, ob Pulsation vorhanden war. Sie hatte Pulsation.
Es war abends und ich wollte nicht hysterisch werden. Also wartete ich bis heute ab. Morgens war ich bei den Ponys und sie hatte Pulsation, auf einem Bein geringgradig, auf dem anderen mittelgradig. Die Schmiedin, die zufällig im Stall war, bestätigte meine Meinung, dass schnell gehandelt werden müsste. Der Tierarzt kam mittags. Er fand, dass Bjallas Sohlen extrem weich sind, eine mehr als die andere. Seiner Meinung nach kann es sein, dass sie dadurch eine Huflederhautentzündung bekommen hat. Wir hoffen, dass es keine Rehe ist. Auf die Zangenprobe reagierte sie nicht sehr empfindlich.

Der Tierarzt hat einen Aderlass gemacht. Bjalla bekommt Metacam und ASS. Außerdem haben wir Hufverbände über die beschlagenen Hufe gemacht und ein Extra-Polster unter den hinteren Bereich des Strahls gemacht, um diesen Bereich mehr zu belasten. Morgen kommt der Schmied. Der Tierarzt möchte, dass Bjalla wieder ihren Rehebeschlag mit Lederplatte und Wolle bekommt. Wenn es ihr morgen schlechter geht, soll ich auch noch egeln lassen. Der Tierarzt war aber optimistisch.

Bitte drückt uns die Daumen, dass es Bjalla diesmal wirklich schnell besser geht. Wenn ich nicht diesen tollen neuen Tierarzt und den lieben Hufschmied hätte, würde ich jetzt genau durchdrehen.

Nun steht Larry im kühlen Stall in seiner Notbox und Bjalla brütet im Zelt in der Hitze. Aber das lässt sich jetzt leider nicht ändern. Zum Glück habe ich Urlaub und genug Zeit für die Krankenpflege und seelische Aufrüstung meiner Ponys. Heute war ich von morgens bis abends im Stall.
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Antwort #262 - 07. Juli 2017 um 21:57
 
Gestern hatte Bjalla deutlich weniger Pulsation als am Tag zuvor. Mittags kam der Schmied und hat ihr den vom Tierarzt verordneten Beschlag verpasst. Das ließ sie sich auch gut gefallen. Beim Laufen sah man aber, dass sie Schmerzen hat. Dadurch dass die Verbände jetzt ab sind, kann ich nun wieder wunderbar kühlen.

Heute fand ich morgens, dass die Pulsation an einem Bein wieder mehr geworden ist. Wir haben auch eine schlimme Gewitternacht hinter uns. Wer weiß, ob sie sich da so allein in ihrem Zelt aufgeregt hat. Ich jedenfalls habe mir zu Hause Sorgen um sie und das Zelt gemacht, so hat es gestürmt, geblitzt, gedonnert und geschüttet.

Jedenfalls habe ich beschlossen, nichts unversucht zu lassen und sie heute noch egeln zu lassen. Acht Blutegel haben ihre Arbeit brav verrichtet. Abends fand ich die Pulsation wieder besser als morgens.

Bjalla bekommt weiterhin Metacam und zweimal täglich ASS. Außerdem kühle ich zweimal täglich mit Eis. Ich will unser Glück nicht herausfordern, doch ich will mal behaupten, Bjalla erholt sich diesmal schneller.

Ich verbringe weiterhin quasi den ganzen Tag im Stall. Abends falle ich meistens nur noch ins Bett. Aber ich bin ja froh, wenn es ihnen bald besser geht. Sand habe ich auch noch für den Auslauf bestellt und zwischendurch verteilt, damit sie es schön haben, wenn sie wieder auf den Auslauf dürfen. Was macht man nicht alles für die Puschel.
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Antwort #263 - 10. Juli 2017 um 20:30
 
Am Tag nach dem Egeln war die Pulsation besser. Gestern war sie an einem Bein wieder schlechter, heute an beiden Beinen deutlich schlechter.  weinend Das wird wohl nichts mit der schnellen Genesung.

Ich habe Bjallas Bewegungsradius weiter eingeschränkt. Sie bekommt weiterhin zweimal täglich ASS, einmal täglich Metacam. Außerdem kühle ich zweimal täglich. Der Tierarzt sagt, sie wird vermutlich einfach Zeit brauchen. Ich verliere allerdings langsam die Geduld, weil meine Nerven im Moment nicht gerade stabil sind.

In einigen Tagen werde ich die Blutegel, die im Winter an Bjallas Hufen gesaugt hatten, fragen, ob sie schon wieder Hunger haben. Wenn sie noch nicht trinken wollen, werde ich mir andere Blutegel besorgen. Inzwischen weiß ich ja, wie das Egeln bei Hufrehe funktioniert.

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Antwort #264 - 17. Juli 2017 um 22:31
 
Bjalla geht es viel besser. Links keine Pulsation, rechts nur noch minimal (nur von äußerst erfahrenen Personen überhaupt zu ertasten). Seit heute wohnt Larry wieder bei ihr. Sie freute sich sehr bei seiner Ankunft, ärgert ihn aber leider schon den ganzen Tag (ihr ist langweilig im Zelt, die Fliegen nerven und vor allem hat sie Hunger).

Die Tierärztin war zur Akupunktur da und diagnostizierte: sehr verspannter Rücken, Störung im Leber- und Gallenbereich, Ansammlung von Flüssigkeit und Probleme mit der Lymphe (was Bjalla schwammig und nach EMS aussehen lässt), Übersäuerung. Außerdem plagt sich Bjalla mit Blähungen und Kotwasser (was je nach Heuballen mal besser und mal schlechter ist).

Therapie: Heudiät, Basenpulver, Ostpreußenkräuter, Brennesseln, Lymphomyosot-Tropfen. Ggf. gegen Kotwasser Prosymbioflor.

Gegen die schlechte Laune: Ich will morgen versuchen, entweder mit Bautenschutzmatten oder Kunstrasen einen Weg zum Sandplatz auf dem Paddock zu bauen und auch unter den Baum Bautenschutzmatten zu legen, damit die Ponys wieder unter dem Baum fressen können und dabei mindestens mit den Vorderhufen einigermaßen weich stehen. Schließlich ist wieder Hitze angesagt, so dass sie sich dort im Schatten wohler fühlen als im Zelt.
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Antwort #265 - 21. Juli 2017 um 20:58
 
Ich habe den Ponys eine L-förmige Strandlandschaft gebaut, von der sie sehr begeistert sind. Später lässt sich das L durch ein weiteres L zum einem Mini-Paddock-Trail ergänzen.

Bjalla hat keine Pulsation mehr. Es geht ihr wieder gut. Metacam bekommt sie ab morgen nicht mehr. Außerdem werde ich ASS langsam ausschleichen.

Zusammen mit Larry bekommt sie pro Tag 12 kg Heu. Ansonsten nur die Kräuter zum Entwässern. Dazu momentan Lymphomposot plus Basenpulver.

Ich bin so erleichtert, dass Bjalla jetzt keine Schmerzen mehr hat. Nun soll sie sich noch zwei Wochen lang erholen. Dann fange ich langsam damit an, sie wieder zu bewegen. Es ist so schön, dass auch Larry jetzt wieder fit ist. Sie leben wieder sehr friedlich und glücklich zusammen. Bjallas schlechte Laune ist verflogen. Smiley
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Antwort #266 - 04. August 2017 um 22:01
 
Bjalla und Larry sind zufrieden und es geht ihnen gut. Allerdings hatte Bjalla zwischendurch Bauchweh. Colosan und Führen haben zum Glück geholfen. Wir haben beschlossen, dass das ein Zeichen dafür ist, dass sie wieder mehr Bewegung braucht.

Seit gestern machen wir fünfminütige Spaziergänge, die nächste Woche verlängert werden.

Laut Maßband wiegt Bjalla inzwischen 366 kg, hat also gut abgenommen. Bei beiden Ponys ist der Mähnenkamm schön weich. Ein gutes Zeichen. Smiley

Beide Ponys haaren wie verrückt. Man könnte meinen, der Winter steht schon vor der Tür.

Weil mein Heumanagement durch die reduzierte Heumenge nicht mehr zu meiner Zufriedenheit funktioniert (Heu ist zu schnell aufgefressen), bekommen die Ponys im Augenblick noch Knabberstroh. Ich arbeite gerade daran, eine Mittagsfütterung zu gewährleisten. Dazu will ich ein automatisches Tor bauen, das mittags einen vorher abgesperrten Paddockbereich öffnet, auf dem das Mittagsheu wartet. Ich hoffe, dass mir eine zuverlässige Konstruktion gelingt und werde berichten.
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