Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Risiko von Hufreheerkrankungen während der Trächtigkeit (Gelesen: 1342 mal)
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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27. Juni 2010 um 13:06
 
Risiko von Hufreheerkrankungen während der Trächtigkeit
[01.09.2009]
Huflederhaut: Das Auftreten sowie die Verschlimmerung von Hufrehesymptomen während der Trächtigkeit wird immer wieder beschrieben. Die Ursachen für ein erhöhtes Hufreherisiko während dieser Zeit sind bis jetzt jedoch unbekannt.

Hufrehe tritt am häufigsten im letzten Drittel der Trächtigkeit auf. Meistens sind die betroffenen Tiere älter als zehn Jahre, obwohl ein spezifischer Alterszeitrahmen für das Auftreten nicht bekannt ist. Oft handelt es sich dabei um das Wiederaufflammen einer bereits existierenden Entzündung.

In einem Internetchat für Veterinärmediziner wurde ein Fragenkatalog zu diesem Thema von diversen Pferdepraktikern (62 Teilnehmer) bearbeitet und die Ergebnisse zusammengefasst. Vielfach konnten Übergewicht, eine Verfettung des Nackens sowie ein schwerer Körper auf sehr schmalen Beinen mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden. Auch die Überfütterung mit Getreide während der Trächtigkeit, vorherige Ausbrüche von Hufrehe, suboptimale Hufpflege, endokrinologische Dysfunktionen (z. B. Equines metabolisches Syndrom) und Magen-Darm-Symptome während dieser Zeit werden mit dem Auftreten in Verbindung gebracht. Hufrehe kommt sowohl bei hyperöstrogenen als auch bei hypoöstrogenen Zuständen der Zuchtstuten vor. Auch eine Dysregulation des Glukosestoffwechsels und die Insulinresistenz, die zwischen dem 150. und 270. Tag der Trächtigkeit auftreten, werden für ein erhöhtes Risiko an Hufrehe zu erkranken verantwortlich gemacht. Andere Erkrankungen, die während der Trächtigkeit auftreten und hohe Gewichtsverluste im zweiten Drittel verursachen, haben einen negativen Effekt auf die Plazentaentwicklung und durch die erhöhte Zytokinausschüttung auch Auswirkungen auf die Insulinresistenz. Durch die erhöhte Relaxinkonzentration im Blut während Trächtigkeit kommt es zu Änderungen in der Extrazellularmatrix und zur Kollagendegradation, was dann zu Störungen der Lamellenoberfläche des Hufes führen kann. Ein suboptimaler Trächtigkeitsverlauf kann bei dem sich entwickelnden Fetus ebenfalls zu einem erhöhten Risiko für eine spätere Hufreheerkrankung führen.

Die Behandlung der akuten Symptome der Hufrehe wird bei tragenden Stuten gegenüber anderen Pferden nicht wesentlich verändert. Die Dosierung von Phenylbutazon, DMSO und opioiden Analgetika wird nach Erfahrung der involvierten Pferdetierärzte häufig etwas reduziert.

Inzwischen gibt es viele wissenschaftlich nachvollziehbare Modelle der pathophysiologischen Ursachen, die für die Hufreheerkrankung während der Trächtigkeit verantwortlich gemacht werden könnten. Direkte Nachweise dafür fehlen jedoch bis dato.

(Quelle: P.J. Johnson et al. (2009): Pregnancy-Associated Laminitis in Mares. J. Eq. Vet. Sci. 29 (1), S. 42–46.)
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