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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Borreliose - Mecklenburg-Vorpommern (Gelesen: 1706 mal)
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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06. Oktober 2007 um 09:57
 
Die Borreliose beim Pferd



Die Erreger der sogenannten Borrelioseerkrankung oder auch Lyme-Disease sind Bakterien der Gattung Borrelia. Diese Bakterienart wurde erstmals 1982 entdeckt und ist seit 1984 unter dem jetzigen Namen Borrelia burgdorferi beschrieben. Diese sind durch Zecken, insbesondere der Gattung Ixodes auf den Menschen und z.B. Pferd und Hund übertragbar.

Den jetzigen Namen Lyme-Disease verdankt sie der Ortschaft Lyme in den USA. Hier wurde die Erkrankung, die von Zecken auf den Menschen übertragen wurde, erstmals beschrieben.

In Europa ist vor allem Ixodes rhicinus die dominierende Zecke bei der Übertragung von Borrelia burgdorferi.

Der Entwicklungszyklus der Zecke beträgt 2 Jahre. Hier kommt es immer wieder zu Blutaufnahmen vor allem bei Kleinnagern und wildlebenden Tieren.

Der Erreger persistiert in einem Naturherd. Hier sind vor allem Kleinnager und Nagetiere, aber auch Wildwiderkäuer als Reservoir für die Borrelien verantwortlich. An diesem Reservoir der wildlebenden Kleinnager und Wildwiderkäuer stecken sich Zecken an. Nach der Ansteckung kann es aber auch zu einer Übertragung über den Fortpflanzungsweg innerhalb der Zeckenpopulation kommen. Die Infektion von Säugetieren erfolgt generell von Zeckenlarven oder Zeckennymphen im Frühling oder Sommer.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob für ein Pferd Larven- oder Nymphenbisse eine unterschiedlich bedeutende Rolle spielen. Wichtig ist jedoch , dass es bei dem Kontakt von Zecke und Säugern, in diesem Fall von Pferd, mindestens zu einem Kontakt von 24 Stunden kommen muß, um eine Übertragung der Borrelien erfolgen zu lassen.

In Teilen der USA sind bis zu 75 % der adulten Pferde seropositv.

Die Diagnose für eine Lyme-Disease basiert auf klinischen Symptomen und auf ELISA-Tests bzw. auf einem Westerblot-Test. Beim ELISA-Test werden Antikörpertiter festgestellt. Hierbei ist es jedoch oftmals schwierig, Erkrankungen zu erfassen, weil eine Crossreaktion von anderen Borrelien stattfindet, die nicht für Erkrankungen, sondern nur für einen Antikörperanstieg verantwortlich sind. Der Westernblot-Test ist ein spezifisches Verfahren, das nach einem Punktesystem erstellt wird. Hier werden spezifische Immunglobuline herausgefiltert, die bei einer Erhöhung einer Diagnosehilfe für eine Borrelioseerkrankung geben können.

Hierbei handelt es sich um Immunglobuline der Klassen IgG und IgM, deren Menge im Blut Rückschlüsse auf die bisherige Dauer einer Infektion geben kann. Gelangt ein neuer Erreger in den Körper, reagiert dieser als erstes mit der Bildung von IgM-Antikörpern. Die Produktion sinkt einige Wochen nach Beginn der Infektion. Dann sind zum Schutz des Organismus verstärkt IgG-Antikörper gebildet worden. IgG-Antikörper werden bei einer Erstinfektion erst nach ungefähr 3 Wochen gebildet, lassen sich jedoch dann meist für lange Zeit im Blut nachweisen, während IgM-Antikörper verschwinden.

Die Zeit der Infektion und des Auftretens von Antikörpern können von 3 bis 10 Wochen dauern.

Aber auch die Feststellung von Borellia burgdorferi-DNA in Gelenkkapselteilen oder Gelenkflüssigkeiten mittels PCR (Polymerase-Chain-Reaction) kann eine aktive Infektion aufzeigen. Dennoch ist aber auch im Moment die Sensivität der PCR-Reaktion beim Pferd nicht vollständig bekannt.

Es können aber auch Borrelien aus affektierter Haut mittels Biopsie gewonnen werden und auch hier kann mittels PCR eine Diagnose erarbeitet werden.

Die Manifestation der Erkrankung und die Prädilektionsstellen für Borrelia burgdorferi sind vorallem Gelenke, Nerven, Gewebe, Augen und Herzmuskelgewebe. Sie ist die Folge einer Immunkomplexbildung, die wiederum Mediatorenstoffe, wie Prostaglandin und Kollagenase anziehen und im Rahmen einer Entzündung vorallem zu Knorpeldegenerationen führen. Die gleiche Art der Entzündung entstehen vorallem im Nervensystem und im Herzmuskelgewebe. Im Rahmen unserer eigenen Erfahrungen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Vorkommen der Lyme-Disease bzw. der Borrelia burgdorferi - Infektion können wir feststellen, dass auch hier eine nicht geringe Anzahl an Pferdem mit klinischer Borreliose zu finden sind. Wir haben vorallem Pferde gefunden, die multiple Lahmheiten zeigen, die sich nicht nur auf ein Bein beschränken, sondern auch in einem bestimmten Zeitraum mehrere Beine betreffen.

Die Pferde zeigen des weiteren Ödeme an den Gliedmaßen, Abmagerung, Hautprobleme, leichtes und intermittierendes Fieber über längere Zeit und vorallem auch Pferde mit Abmagerung gelten als auffällig.

Die Diagnose erfolgt immer im Zusammenhang mit der klinischen Untersuchung, dem Ausschluß anderer Erkrankungen und einem positiven Westernblot-Test. Auch getestete Pferde ohne eine klinische Erkrankung zeigen positive Westernblot-Tests.

Bei der Untersuchung des Blutbildes manifest erkrankter Pferde war im Vordergrund immer eine sehr starke Absenkung des Albumingehaltes zu erkennen, sowie eine moderate bis deutlich erhöhte Anzahl der weißen Blutkörperchen.

Quelle
http://www.praxis-fuer-pferde.de/Fachinfos.php
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