Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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entscheidene Stunden einer Hufrehe (Gelesen: 12845 mal)
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10. August 2007 um 19:28
 
Liebe Leute,

Hufrehe ist eine absolut ernste Erkrankung, die genauso wie eine Kolik einen absoluten Notfall darstellt.

Manchmal entscheiden nur Stunden darüber, ob das betreffende Pferd die Rehe so überstehen wird, dass es irgendwann wieder geritten werden kann

oder aber ob es im schlechtesten Falle über Wochen und Monate mehr oder weniger leidet und am Ende qualvoll eingeht.

Dieses Forum wurde gegründet, um betroffenen Pferdebesitzern möglichst schnell und möglichst umfangreich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit irreparable Anfangsfehler möglichst vermieden werden können.

Ihr findet hier eine ganze Reihe Pferdebesitzer, die sich seit Jahren mit den verschiedensten Formen der Hufrehe hautnah auseinandersetzen und sehr, sehr viel Erfahrungen – gute wie schlechte – sammeln konnten. Sie können Euch extrem wertvolle Ratschläge geben.


Leider beobachten wir immer wieder, dass viele Ratschläge nur halbherzig umgesetzt werden – gerade in der Anfangsphase  der Hufrehe.
Das hat oft fatale Folgen, denn die Zeit läuft einem davon und bevor man es richtig merkt, ist es oft für konsequente Maßnahmen zu spät.


Darum hier noch mal eine Zusammenfassung dessen,
was wirklich absolut wichtig ist
:

Hufrehe entsteht aufgrund unterschiedlichster Auslöser.
Futterrehe ist am bekanntesten.
Es gibt aber auch
Belastungsrehe,
Geburtsrehe,
Vergiftungsrehe,
und Hufrehe als Folge anderer Primärerkrankungen wie
EMS, Cushing oder Borelliose
um nur einige zu nennen.

Diese Ursachen müssen natürlich erforscht und klar ausgemacht werden.
Das ist immens wichtig, um weitere Reheschübe in der Zukunft vermeiden zu können.
Darum sind die Bluttests, Röntgenbilder etc. auch bei einem noch so leichten Reheschub  absolut sinnvolle Investitionen, die man sich nicht ausreden lassen sollte.

Für den akuten Schub – ebenfalls egal, wie leicht er auch sein mag gilt als Erste Hilfe immer dasselbe.
Egal, was die Rehe letztendlich verursacht hat, bei Rehe läuft letztendlich immer dasselbe ab eine Störung des Stoffwechsels (aus unterschiedlichsten Gründen) führt dazu, dass im Huf eine schwere Entzündung entsteht.

Wir versuchen es mal Bildlich darzustellen:

Jeder hat es sicher schon mal erlebt, dass er nach einem anstrengenden Tag abends dicke Beine oder Füße hatte. Das entsteht, weil aus unterschiedlichsten  Gründen unser Stoffwechsel nicht so funktioniert, wie er sollte und in den Beinen sich quasi Wasser sammelt. Die Haut dehnt sich aus und die Beine sind dick.

Im Prinzip geschieht beim Pferd dasselbe. Nur, dass die Hufe sich nicht ausdehnen können. Also kommt es im Huf zu einem Überdruck, der immer grösser wird (und schmerzhaft ist). Der Druck wird schliesslich so hoch, dass er die Strukturen, die das Innere des Hufes mit dem Äusseren verbinden zerquetscht. Bei dem Prozess entsteht eine Entzündung, die noch mehr Flüssigkeit in den Huf bringt…der Druck wird immer höher. Die haltenden Strukturen werden zunehmend instabil und irgendwann zerstört. Das Hufbein beginnt sich abzusenken oder zu rotieren und im schlimmsten Fall, wenn der Druck zu hoch wird, löst sich die Hornkapsel vom Rest des Hufes – das Pferd „schuht aus“. Das ist in den allermeisten Fällen das Ende.

Bis es soweit kommt, vergehen häufig Tage und Wochen oder Monate – manchmal sogar Jahre mit oft sehr unauffälligen, da unterschwellig verlaufenden Entzündungsschüben, die leider wegen ihrer Unauffälligkeit nicht genügend ernst genommen werden.

Wenn es dann plötzlich richtig dramatisch wird ist es für wirklich greifende Maßnahmen oft zu spät.

Als Erste Hilfe bei einem Hufreheschub – egal wie klein er auch sein mag – egal, was ihn ursprünglich ausgelöst hat gilt
immer
:



1. Sofort den Tierarzt hinzuziehen!


2. SOFORT den Stoffwechsel entlasten. Das heisst in erster Linie absolut und konsequent kohlenhydratarme Fütterung.

Solange der Stoffwechsel gestört ist kann er die Kohlenhydrate nicht verarbeiten und sie verschlimmern den Reheprozess!


Kohlenhydrate stecken in großen Mengen in Weidegras und Getreide…….auch Zucker sind Kohlenhydrate!.


Weidegras 
auch das kleinste Hälmchen ist in einem akuten Schub und auch in der Reha absolut tabu. Ob man später wieder mit Gras anfangen kann und wenn ja, in welcher Form und Menge lässt sich erst sagen, wenn man eindeutig klären konnte, was der Hufrehe zu grunde liegt (also Blutbilder etc.)

Getreide ist nicht nur das Müsli am Morgen – Getreide steckt in nahezu allen Mineralfuttern am Markt, in fast jedem Leckerli und in allen sonstigen Zusatzfuttern

…..und schon ein einziges Leckerli kann einen Schub verschlimmern oder sogar auslösen…auch das haben wir schon öfter erlebt.

Zucker findet Ihr nicht nur im Gras. Zucker steckt in Form von Fruktane in Obst (Karotten, Äpfel etc.). Melasse ist schierer Zucker (und steckt in fast jedem Mischfutter und in nahezu allen  Leckerli)

Zucker (Endungen mit ….ose wie z.B. Dextrose, Glucose etc. weisen auf Zuckerverbindungen hin) finden sich in nahezu allen Mineralfuttern, Zusatzpülverchen und in vielen Medikamenten.

Darum bitten wir Euch inständig:

Nehmt unsere Fütterungsempfehlungen ernst und macht ganz besonders im Schub selbst und in den Wochen danach auch nicht die allerkleinste Ausnahme!


3. Sofort ruhig stellen – also keine unnötige Bewegung im akuten Schub


Da die Hufrehe eine Instabilität im Huf verursacht, können Erschütterungen das Hufbein weiter lösen und rotieren oder absenken lassen.

Darum sollte das Pferd in eine dick und weich ausgepolsterte Box (z.B. Späne oä. ) gestellt werden. Solange der Schub aktiv ist nicht genötigt werden, sich zu  bewegung.

Wenn das Pferd unter Schmerzmitteln/Entzündungshemmern  steht, sollte es solange es diese erhält sich nicht frei bewegen dürfen - auch wenn es wieder will, denn es ist nicht ersichtlich, ob die Rehe wirklich durch ist oder das Schmerzmittel lediglich den Schmerz, der dem Pferd normalerweise Schonung signalisiert nur ausschaltet und das Pferd die Hufe dann überlastet.

Außerdem werden Schmied und / oder Tierarzt  dem Pferd je nach Sachlage vor Ort einen Polsterverband oder einen Gipsverband anlegen, die den Huf so entlasten, dass einer möglichen Rotation entgegen gewirkt wird.

4. Einmal Hufrehe – immer Hufrehe


Ein Pferd, das einmal Hufrehe hatte – egal aus welchem Grund – wird sein Leben lang eine Disposition zur Hufrehe behalten.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man auch nach überstandener Hufrehe die Ernährung und Figur seines Pferdes sein Leben lang genau im Auge behält.

Das bedeutet: sehr kontrollierte Fütterung und TÄGLICHE Bewegung in Form von ARBEIT

auf der Weide stehen oder im Paddock ist keine Arbeit. Das Pferd muss täglich geritten oder gefahren werden oder im Feld arbeiten oder sonst was…und zwar richtig. Allein die Arbeit verhindert oft, dass es zu diesen Stoffwechselblockaden kommt.

Die meisten Pferde mit fütterungsbedingter Hufrehe mit oder ohne  EMS schieben ihren ersten Hufreheschub, wenn sie aus welchen Gründen auch immer (Krankheit, weniger Zeit des Besitzers, Reitbeteiligung weg, gesundes Schulpferd wird krankes Privatpferd etc.) plötzlich nicht mehr so viel arbeiten müssen wie früher.

Insbesondere die in unserem Lande übliche Unart, die Pferde mit kiloweise Krippenfutter (Müslis, Hafer, Kraftfutter, Zusatzpülverchen hierfür und dafür) vollzustopfen, Leckerli    kiloweise zu verfüttern und die Pferde rund um die Uhr auf Koppel zu schicken ist absolutes Gift…und man sollte sich, wenn man keinen weiteren Schub erleben will genau überlegen, ob man zu diesem Habitus zurückkehrt, nur weil das Pferd wieder gesund ist.

Viel zu oft lesen wir:

Er/sie tut mir so leid, wenn er/sie nicht mit auf Koppel darf. Pferdchen ist richtig traurig……. 2 Wochen später: …...lasse Pferdchen jetzt wieder xy Stunden mit auf Koppel – geht prima….

…ein paar Monate später: ….HILFE…..mein Pferdchen hat einen neuen Reheschub…der ist viel schlimmer als der erste…und jetzt auch noch Rotation….ich weiss gar nicht wo das her kommt……

…oder wir lesen: ….habe mein Pferd jetzt im Offenstall stehen….da hat er rund um die Uhr Auslauf und ich muss nicht mehr täglich unbedingt reiten weil meine Zeit ist etwas knapp…..

….der restliche Verlauf wie oben……

…so etwas muss nicht passieren und kann mit ganz einfachen Maßnahmen und Konsequenz verhindert werden!

Also bitte, bitte, bitte nehmt unsere Hinweise zur Fütterung und Sofortbehandlung ernst – wir haben schon zu oft erlebt, wohin kleine Ausnahmen führen und wir wünschen uns, dass Ihr mit Eurem Pferd nicht in dieselbe Falle tappt……
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Antwort #1 - 08. Mai 2007 um 08:33
 
Sofortmaßnahmen bei akuter Hufrehe

Aderlaß


Sinn und Zweck

Öffnung einer Vene.
Sinn ist es, eine gewisse Menge Blut ausfließen zu lassen, um die Blutmenge im ganzen Körper  zu vermindern, die Blutbeschaffenheit zu verbessern und den Kreislauf des Blutes wieder anzuregen

Vorteile

Durch den Aderlass nimmt die Konzentration der im Blutkreislauf befindlichen Giftstoffe sowie Blutgefäß verengende Stoffe ab. Das geschieht dadurch, dass der Pferdekörper die durch den Aderlass fehlende Blutmenge zunächst durch Blutflüssigkeit ersetzt. Erst später werden neue Blutkörperchen gebildet. Es tritt somit zuerst eine Blutverdünnung ein. Das Blut kann schneller zirkulieren und durch die entsprechenden Gefäße bzw. Kapillaren dringen.
oder siehe hier
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1158644598

Pulsation fühlen und Schleimhäute kontrollieren


genaue Beschreibung siehe hier
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1143498225

Kühlen der betroffenen Hufe
:

Kaltes Wasser führt zu einer erhöhten Durchblutung der Hufe

fließendes Wasser aus dem Schlauch


Sinn und Zweck

Mehrmals am Tag in Intervallen auf die betroffenen Hufe und mindestens 20 bis 30 Minuten lang, damit es richtig wirkt.

Vorteile

Anfangs sind Rehepferde bei dieser Kühlung relativ unwillig und tippeln hin und her. Nach ca. 10 Minuten steht das Pferd jedoch ruhig und merkt die Erleichterung

Nachteile

Hierzu muss das Pferd jedes Mal aus seiner Box oder aus dem Offenstall herausgeholt und auf den Abspritzplatz gebracht werden. Das ist im akutem Schub kaum möglich


Hufe in Eimer stellen


Sinn und Zweck

Betroffene Rehe-Hufe in mit kaltem Wasser aufgefüllte Plastikbehälter stellen, mehrmals am Tag.

Vorteile

Der Vorteil dieser Art des Kühlens ist, dass sie auch in der Box gemacht werden kann

Nachteile

Nachteil ist die umständliche Handhabung mit den schweren, wassergefüllten Behältern, nicht selten fällt ein Behälter um und hinterlässt klatschnasse Einstreu
Aber man bekommt Übung mit der Zeit!!

Pferd in Bach stellen


Befindet sich zufällig ein Bach in unmittelbarer Stallnähe, kann das Pferd dort hinein gestellt werden. Mögliche, auf dem Bachgrund befindliche Steine müssen zuvor entfernt werden. Zusätzlich kann ein provisorisches Zäunchen im Bereich des Bachlaufs eingerichtet werden, ca. drei auf drei Meter, damit sich das Pferd darin umdrehen kann. Ein befreundeter Artgenosse sollte sich in der Nähe befinden.

Heiß-kalte Wechsel-behandlung


Abwechselndes kühlen und erwärmen der betroffenen Hufe

Durchführbar mit anschnallbaren Hufschuhen, in die mit einer Plastikspritze (gereinigte Wurmkur-Spritze o.ä.) abwechselnd mit Eiswürfeln gekühltes Wasser und gut warmes Wasser mit Rivanol eingespritzt wird. Diese Art der „Kneippschen“ heiß-kalten Wechselbehandlung ist mittels Hufschuhen am wirkungsvollsten durchzuführen. Da eine Mangeldurchblutung (Ischämie) besonders im vorderen Bereich der Hufe besteht, kann durch die erhebliche Verringerung der Huftemperatur durch das Eiswasser der Bedarf an Sauerstoff für den Stoffwechsel im Huf verringert werden. Sehr warme Rivanol-Aufgüsse anderseits führen zu einer Erweiterung der Gefäße (Vasodilatation) im Huf mit einer vermehrten Durchblutung der Kapillargefäße. Dieses Wechselspiel sollte mehrere Tage lang und mehrmals in Abständen an jedem Tag durchgeführt werden und dabei jedes Mal „kalt enden“, d.h. die jeweils letzte Anwendung sollte mit Eiswasser durchgeführt werden. Diese Prozedur ist verhältnismäßig aufwendig und verlangt die ständige Anwesenheit des Pferdebesitzers. Nicht einfach ist auch das Aufbringen der Hufschuhe auf die hochgradig schmerzempfindlichen Hufe.

Pferde mit starker Hufrehe


Bei Pferden, die sehr oft liegen und unter einer starken Hufrehe leiden, kann die heiß-kalte Wechselbehandlung auch mittels Umschlägen abwechselnd mit Eiswasser und warmer Rivanol-Lösung durchgeführt werden, welches aus zwei bereitgestellten Behältern entnommen und immer wieder abwechselnd auf die Umschläge aufgegossen wird.

Umschläge mit Weißkohl


Sinn und Zweck

Weißkohl (Kreuzblütler mit weichen Blättern und weißen Köpfen) wurde bereits im Altertum für medizinische Zwecke wegen ihrer antibiotischen Wirkung verwendet. Inhaltsstoffe sind u.a. Glucosinolate, Sinalbin- und Ferulasäure. In der Humanmedizin werden diese Bestandteile als pharmazeutische Hilfsstoffe, bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden, bei Bronchitis und Harnwegsinfektionen verwendet

Vorteile

Huf-Umschläge mit frisch zerkleinertem Weißkohl fördern die Durchblutung und „ziehen die Entzündung“ aus den Hufen. Allerdings sind keine  Wunder zu erwarten. Den frisch zerkleinerten Weißkohl (ca. ½ Kohl pro Behandlung = zwei Hufe) in eine strapazierfähige Plastiktüte geben und den Huf hineinstellen. Den oberen Bereich der Plastiktüte mit stabilen Klebeband umwickeln. Darauf eine Jute-Tüte stülpen und mit elastischer Binde umwickeln. Das Ganze mit Klebeband fixieren. Nicht zu fest wickeln, damit kein Blutstau entstehen kann. Den Umschlag einige Tage anwenden, pro Tag einige Stunden, damit er seine volle Wirkung entfalten kann. Nach dem Abnehmen müssen die Hufe lange gekühlt werden.

Nachteile

Schaden können solche Umschläge allerdings, wenn man sie tagelang an den Hufen belässt, ohne sie abzunehmen. Hierdurch entwickelt sich ein permanenter Hitzestau ohne die Möglichkeit der wichtigen Kühlung.


Untergrund und Bodenbeschaffenheit


Der beste Untergrund ist

ein steinfreier Sandplatz,
eine mäßig bewachsene, weiche - keine ausgetrocknete, harte -Wiese,
eine Matschfläche oder eine gleichmäßige Fläche mit Schnee.
Diese Böden haben den Zweck, dass sie beim Auffußen der betroffenen Hufe einen gleichmäßigen Druck auf die Sohle ausüben.
Schlecht ist ein harter Untergrund, da beim Auffußen auf diese Flächen der Tragrand alleine den Druck aufnehmen muss, die Sohle erfährt keinen Gegendruck und wird bei jedem Bodenkontakt zwangsläufig nach unten gedrückt, was sehr schmerzhaft ist und jedes mal den beschädigten Aufhängeapparat beansprucht.
Steine und andere harten Fremdkörper entfernen.  
Problematisch sind auch sogenannte Drainageflächen aus Rundkieselsteinen oder  scharfkantigen Schottersteinen im Bereich von Eingängen vor Innenställen oder Auslaufzonen auf der Weide. Entschärfen dieser Zonen durch Aufschütten mit Stroh, Sägespänen u.a.

Hufverband


Anlegen eines Hufverbandes bei akuter Hufrehe mit stoßdämpfender Eigenschaft aus sechs übereinander angeordneten Schichten. Die innerste Schicht ist Verbandswatte, die um den Huf gelegt wird. Darüber wird Polsterwatte gewickelt, die mit einer elastischen Binde fixiert wird. Darauf folgt eine selbstklebende Binde, die schließlich mit einem wasserabweisenden Klebeband umgeben wird. Zur zusätzlichen Dämpfung  kann zwischen Verbands- und Polsterwatte im Bereich der Hufsohle nochmals ein Polster aus gefüllten Röllchen oder gefalteter Watte eingelegt werden. Bei korrektem Anlegen eines Hufverbandes ist das Kühlen mit kaltem Wasser bzw. heiß.kalte-Wechselbehandlung durchaus möglich
siehe auch hier
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130677916

Boxenhaltung bei Hufrehe Pferden


Sinn und Zweck

Die beste Einstreu für Hufrehe Pferde, die in Boxen stehen, ist eine Unterschicht aus frischen, möglichst staubarmen Sägespänen, auf die gutes Stroh aufgebracht wird, so dass beim Stehen ein ständiger Gegendruck auf die Sohle besteht. Wird nur Stroh auf hartem Boden eingestreut, kann dieser Gegendruckeffekt kaum erzeugt werden.

Vorteile

Die Box sollte unbedingt größer sein, als die von der Reiterlichen Vereinigung (FN) empfohlenen Mindestmaße von 2.80 auf 3.00 Meter für ein Großpferd (!). Denn legt sich das Pferd hin, gelangt es durch seine Krankheit bedingte Unbeweglichkeit nicht selten an die Boxenwand, kann sich festlegen oder hat große Schwierigkeiten, wieder auf die Beine zu kommen. Ggf. umstellen in eine größere Box.
Sehr gut ist eine große Außenbox mit Doppeltür, aus der das Rehepferd, während es steht, herausschauen kann und abgelenkt ist

Nachteile

Völlig ungeeignet sind sog. Quarantäneboxen, die oftmals abgeschottet sind und in denen keinerlei Sozialkontakt mit Artgenossen möglich ist.
Dem ohnehin schon psychisch angeschlagenen Rehepferd wird dann zusätzlich der überaus wichtige Kontakt zu anderen Pferden verweigert, es regt sich auf und steht ständig unter Stress, was für die Genesung nicht unbedingt gut ist

Offenstallhaltung


Beibehaltung des Sozialkontakts möglich und erwünscht. Berücksichtigt werden müssen allerdings die veränderten Verhältnisse bei einem z.B. ranghohen erkrankten Pferdes hinsichtlich der Rangordnung, die Anordnung von Flächen (insbesondere Raufutter-, Liege- und Ruheplätze), sowie Ort und Lage von angrenzenden Weideflächen. Auf keinem Fall das rehekranke Pferd gedankenlos in einem abgetrennten Offenstall oder Innenstall verbringen, während seine Artgenossen um mehrere Ecken herum und ohne Sichtkontakt auf Koppeln stehen

Bewegung des Rehepferdes in der akuten Phase
ja oder nein?


Darf man ein an akuter Hufrehe erkranktes Pferd bewegen oder nicht?

Kritiker führen an, dass die tiefe Beugesehne bei jedem Schritt, den das Pferd macht, Zugkräfte am Hufbein ausübt, die die problematische Hufbeinsenkung beziehungsweise –rotation fördert.
Befürworter gehen davon aus, dass ein kontinuierliches Bewegen des leicht an einer Hufrehe erkrankten Pferdes unter „Herdenzwang“ durch seine Artgenossen aufgrund der Durchblutungsförderung positiv für die Genesung ist.
In älteren Pferdebüchern wird beschrieben und auch von vielen Pferdebesitzern bestätigt, dass unter artgerechten Haltungsbedingungen die akute Hufrehe schnell abklingt, wenn die Pferde zwangsweise bewegt werden. Auch Folgeerkrankungen wie beispielsweise Koliken könnten so weniger entstehen.
Nachteil ist, dass sich ein genesendes Rehepferd bei einer plötzlichen Galoppeinlage der Offenstallgemeinschaft dazu hinreißen lässt, mitzulaufen, was für den (noch) labilen Aufhängebereich der erkrankten Hufe sehr nachteilig sein kann.
Deshalb am momentanen Zustand des Pferdes orientieren. Hat es eine hochgradige Rehe mit extremen Schmerzen und liegt es viel, sollte man es nicht zur Bewegung zwingen. Verbessert sich sein Zustand oder hat es nur eine leichte Rehe, ist eine dosierte Bewegung auf weichem Boden zumutbar.

Fütterung


Bei Hufrehe durch die Aufnahme von zu viel Frischgras oder Grassilage:
Sofortiger Entzug dieser Futterarten.
- Kein Getreide,
- keine Zusatzfuttermittel.
- keine Äpfel, Karotten, Bananen  
- kein Brot  
- keine Öle  
- kein Gras  
Hauptsächliche Futtergrundlage ist Heu (am besten gewässert 1 Stunde) um die Kohlenhydrate auszuspülen und der Darm genug Rauhfaser bekommt.Das Wasser nicht mehr für Pferde verwenden.
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1168601062

Hufbearbeitung


Eisenbeschlag  sofort entfernen.
Frei schwebende Zehe raspeln,
Rundfeilen der Zehe, um dem Rehehuf das Abrollen zu erleichtern.
Ggf. Drainagen im Huf legen durch flächiges Abraspeln der vorderen Hufaußenwand, durch Drainagefurchen oder punktuelle Öffnungen bis zur weißen Linie.

Suchmaschiene Hufschmied

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130676389

Trachtenhochstellungen
keilförmige Einlagen unter Hufeisen,
Klebeschuhe und Gipsverbände sind zu Überdenken

Schmerzbehandlung


Die zum Teil heftigen Schmerzen sollten ausreichend, aber nicht übermäßig behandelt werden.
Im Vordergrund stehen Maßnahmen am Huf,
die die Schmerzbehandlung unterstützen und begleiten vielleicht durch einen orthopädischen Rehebeschlag. Medikamentöse Schmerzbehandlung durch nicht steroidale Entzündungshemmer u.a.
Vor allem Acetylsalicylsäure (ASS/“Aspirin“) hat sich sehr bewährt und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd

siehe unbedingt hier
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130745145

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen.
Für Tipps und ärztliche oder sonstige Ratschläge kann das Forum www.hufreheforum.de und www.hufrehe.org/info  keine Haftung übernehmen.
Diese sind lediglich als Anregung zu verstehen und ersetzen nicht die Einschaltung und Untersuchung von Fachleuten und TÄ im konkreten Einzelfall
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Antwort #2 - 08. Mai 2007 um 08:37
 
Häufig gestellte Fragen zu Hufrehe und Infoblatt Hufrehe

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130675317



Infoblatt EMS und häufige Fragen zu dem Metabolischem Syndrom

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130674198

   
Infoblatt ECS und häufig gestellte Fragen zum Equinen Cushing Syndrom

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130675358


Infoblatt Borreliose und Häufig gestellte Fragen zu Borreliose

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130675260

Fructan-Kohlenhydrate - Wetter - Warnung

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130672612


Endlich wieder Weidezeit aber auch Fruktanzeit

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1174552270/0#0


MANGAN - Ein Spurenelement man sollte es ernst ...

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1134202985
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Antwort #3 - 05. August 2007 um 22:10
 
zusammengestellt von Simba aus eigenen Erfahrungen und dem zusammengetragenen Wissen des Forums.
diese Fütterung bewährt sich auch im akutem Hufrehe Schub

Der Gesundheitszustand eines Hufrehe und EMS-Pferdes steht und fällt mit der Fütterung, darum bitte folgende Hinweise beachten:



Kohlehydratarme Fütterung, das heißt:

Die Fütterung ist mit unmelassierten Rübenschnitzeln, einem guten MF und natürlich gewaschenem(!) Heu ist gut und auch vollkommen ausreichend.

- Heu waschen (d.h. mindestens 1 Stunde im Wasser liegen lassen und danach das Wasser wegschütten!) - dadurch werden viele Kohlehydrate ausgewaschen!
Die Heumenge richtet sich nach dem zu erreichenden Ziel-Gewicht des Pferdes. Man geht von 1% bis 1,5% des Körpergewichtes aus. Der Erhaltungsbedarf läge dann bei ca. 2% des Körpergewichtes.

"Verbotene" Futtermittel sind:
- keinerlei Getreide, auch keine Getreideanteile, o.ä.
- keine Äpfel, Karotten, Bananen
- kein Brot
- keine Öle
- kein Gras

Achtung bei sämtlichen Mineralfutter auf die Inhaltstoffe - bitte ganz genau die Zusammensetzung überprüfen!!!
(Jegliche Zusätze wie Gluko..., Dextrose..., u.ä. sind zu vermeiden. Es handelt sich hier, vereinfacht gesagt, um Zuckerarten.)

Vorsicht auch bei Verfütterung von Brennesseln, diese haben viele Kohlehydrate
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1163415986/7#7

Verwendung von Ginko biloba ist für EMS nicht angezeigt, siehe hier:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1167914866/4#4

Auch sollte man Abstand davon nehmen EMS-Pferde mit  Heparin zu behandeln, siehe hier:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1141830131

Falls es möglich ist (es hat ja nicht jedes Pferd gleich Hufrehe), dann hilft Bewegung.
Durch Muskelarbeit wird das Insulin verstoffwechselt und damit abgebaut. (Mal ganz vereinfacht erklärt.)

Wenn das Pferd schon an Hufrehe leidet, dann ist diese natürlich gesondert zu behandeln!!!
Allerdings ohne Futterumstellung wird auch die Rehe wohl nicht besser werden.

Hier noch eine Liste mit Futtermitteln, welche nicht gut für EMS-Pferde sind:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1163415986

Bei dem Verdacht auf EMS/IR (Insulinresistenz) wäre die Untersuchung des Insulinwertes angebracht und evtl. ein Glukosetoleranztest. Auch ein Ausschluß von ECS (Cushing) ist sehr empfehlenswert.
Testverfahren siehe hier:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1140222712/1#1
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1131799564/4#4

Da die IR (Insulinresistenz) ein Hauptsymptom von EMS ist, hier noch einige Erläuterungen dazu:
Kurzfassung:
Das IR-Pferd produziert Insulin.  IR-Pferde haben einen normalen Glukosespiegel mit erhöhtem Insulin.
Bei Diabetis hat man:  - hohe Glukose mit hohem Insulin  (Typ II Diabetis)
     oder                    - hohe Glukose mit niedrigem bis kein Insulin  (Typ I Diabetis)
Zum Glück gibt es bei Pferden nur sehr selten Diabetis Typ I, denn es sind keine Insulingaben möglich und sie würden sterben.
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1133290990

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen.

Die Fütterungs Empfehlung beruhen auf Positive Erfahrungen die hier im Forum gemacht wurden,
es liegt aber an jedem selbst wie er für sein Pferd entscheidet  

Für Tipps und ärztliche oder sonstige Ratschläge kann das Forum www.hufreheforum.de und www.hufrehe.org/info  keine Haftung übernehmen.  
Diese sind lediglich als Anregung zu verstehen und ersetzen nicht die Einschaltung und Untersuchung von Fachleuten und TÄ im konkreten Einzelfall
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Antwort #4 - 19. September 2006 um 07:46
 
Was sich nach blutrünstigem Mittelalter anhört, ist heute wieder aktuell. Der Aderlaß hilft vor allem Pferden mit akuter Hufrehe. Wieviel Liter dabei fließen, welche Grenzen der Aderlaß hat und wo das abgezapfte Blut überhaupt landen darf, zeigt der Bericht. Gleichzeitig deckt er eine Gesetzeslücke auf: Wer darf eigentlich ein Pferd zur Ader lassen?Nur der Tierarzt oder auch Heilpraktiker?
soweit ich das finden konnte dürfen es beide
Cavallo Heft 9/2006, Seite 66

was habt ihr für Erfahrungen gemacht mit dem Aderlaß bei eurem Pferd..
lg
Petra
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Antwort #5 - 19. September 2006 um 07:49
 
Der Aderlass. Bei einem Pferd normaler Größe werden ca. 5 l Blut abgelassen. Da das Blut zunächst nicht nachgebildet, sondern nur durch körpereigenes Serum ersetzt werden kann, entsteht eine Doppelwirkung: Verdünnung des Blutes und Abziehen des Serums aus dem Entzündungsgebiet. Zusätzlich wird eine Elektrolytinfusionen gegeben.

bitte beachten!!!
hat das Pferd Medikamente bekommen die das Blut verdünnen wie Heparin oder Aspirin bitte dann keinen Aderlaß machen lassen!!!
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Antwort #6 - 08. Januar 2007 um 18:11
 
Hallo ihr Lieben, hallo Petra.
Da ich letztes Jahr das erste mal mit Hufrehe konfrontiert wurde, bin ich überhaupt auf Empfehlung von Petra hier gelandet. Das damals betroffene Pferd bekam 2 x Aderlass. Dabei hieß es, bei dem großen Pferd mindestens 5 Liter Blut. So habe ich es auch mal in grauer Vorzeit  gelernt . 
Dem Pferd ist es nach Aderlass und Heparinbehandlung besser gegangen. Zum einen erfolgt die sofortige Verdünnung des Blutes und zum anderen eine schnellstmögliche Entgiftung. Also nur Mut, den Pferden hilft es meistens in Verbindung mit allen hier benannten Maßnahmen.
Liebe Grüße
Angela
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Eureka23
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Antwort #7 - 08. Januar 2007 um 23:15
 
Hallo,

mein TA hat Eureka beim reinen Verdacht auf Hufrehe schon kräftig zur Ader gelassen, ich meine, es waren 4-5 l von 450kg Pferdegewicht. Das hat auch sehr gut geholfen, dem Pferd ging es danach schlagartig besser. Der Hals war auch lokal anästhesiert, damit sie keine Schmerzen spürt und sie war sediert, damit sie hinterher ruhig bleibt.
Hinterher war es natürlich eine ziemliche Hampelei:
Das Pferd musste hoch angebunden stehen, damit es im Falle einer evtl. Nachblutung keine dicken Blutergüsse bekommt, das war schwierig, da es sich wegen der Sedierung lieber schlafen legen mochte, aber wir haben das irgendwie überstanden. Ich bin froh, mich dafür entschieden zu haben.

Liebe Grüße

Eureka23
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SabineW
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in Gedenken an Opa-Osmo
† 22.08.2007


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Antwort #8 - 08. Januar 2007 um 23:49
 
Wir haben  damals bei unserem Haffi auch einen Aderlass machen lassen und es ging im danach wirklich besser.
Er hatte damals das erstemal Hufrehe, er stand auf der Weide und ich sah sofort da stimmt was nicht, habe ihn dann mit gaaaanz viel Mühe in den Stall bekommen. Habe dann meinen damaligen TA angerufen er ist gekommten hat gespritzt mir ein paar Maulspritzen dagelassen und war weg.  Griesgrämig Da ich ja überhaupt keine Erfahrung mit Rehe hatte dachte ich mir er wird schon wissen was er macht, habe auch garnicht gefragt was er gespritzt hat, wusste nur das die Paste Schmerzmittel war. Mario ging es aber am nächsten Tag kein bisschen besser im Gegenteil jetzt bewegte er sich keinen Zentimeter mehr (hätte ihn am tag vorher in dem Zustand bestimmt nicht mehr von der Weide bekommen) Weiss noch das ich den TA damals schon auf Aderlass angesprochen hatte und er mir gesagt hatte das es "altmodischer Kram" sei.
Als es Mario wie gesagt am nächsten Tag noch schlechter ging habe ich einen anderen TA angerufen und er hat dann den Aderlaß gemacht, allerdings ohne Sedierung er war auch ganz brav (konnte sich ja auch nicht viel wehren  Zunge) als das ganze Blut floss musste ich wohl wegschauen war mir dann doch was zu viel, habe Mario aber tapfer festgehalten und getröstet.  Smiley Am nächsten Tag war Mario wie verändert, hat dann noch einige Zeit Med. bekommen und ich habe Hufe gekühlt, Hufschmied u.s.w. aber er war dann doch ziemlich schnell wieder fit.
Habe ihn dann an eine Freundin verkauft die auch ein Rehepferd hat, da er bei mir immer alleine auf dem Paddock stand und ich merkte er wurde immer trauriger, was sich bei ihm in Grelligkeit äusserte. Es geht ihm heute immer noch super gut, hatte gottseidank nie wieder eine Rehe(ist 3 Jahre her) und mit seiner neuen Partnerin klappt auch alles bestens.  Durchgedreht Er ist er beste Freund vom Sohn meiner Freundin.
Fazit für mich, wenn eins meiner Pferd wieder eine Rehe bekommen würde, kämme Aderlaß auf jedenfall für mich wieder in Frage.
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SabineW  
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Leonie




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Antwort #9 - 14. Januar 2007 um 20:46
 
seid dennoch vorsichtig. Bei meinem Pferd wurde zweimal ein Aderlaß gemacht und dabei auf beiden Seiten die Halsvenen zerstört. Es wird laut Aussage des anschließend behandelnden TAs wohl nicht mehr einzuschläfern sein, sollte das mal erforderlich werden...*schluck*. Auch die schlichte Gabe von Antibiotika i. V. gestaltete sich sehr schwierig danach. Das ist nicht mehr zu reparieren...vernarbt. Dieser Aderlass-TA hat da aber auch drin rumgestochert, dass einem echt schlecht wurde...hätt ich das nicht aus einem alten Buch gekannt und dran geglaubt, hätt ich ihn rausgeworfen. Inzwischen weiss ich, dass er argen Murks gemacht hat damals...mein armes Pony.
Es ging ihm kurze Zeit gut, dann kamen die Hufschmerzen wieder - logisch, die Rehe kam ja von der zu dünnen Sohle, und die wurde ja durch den Aderlaß nicht dicker...*grummel*.
Grundsätzlich ist diese Maßnahme sehr gut, wenn die restlichen Maßnahmen darauf folgen.
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simba1604
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Antwort #10 - 15. Januar 2007 um 08:28
 
Also ich finde einen Aderlaß auch total gut.

Mein "Opa" (etwas älterer Vollblüter) hat das auch mal über sich ergehen lassen müssen. Er hatte eine recht starke Huflederhautentzündung und der TA damals war überzeugt vom Aderlaß. Also, haben wir das gemacht.
Der arme Kerl hat beim Stechen der doch recht dicken Kanüle einfach meine Jacke gepackt und die Zähne zusammen gebissen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bastian hat erst wieder losgelassen, als die Kanüle gezogen wurde.
Man, man, war ich froh, daß ich diese dicke Jacke anhatte - nicht auszudenken wenn er mir direkt in die Schulter gebissen hätte  Zwinkernd

Bei Angel wurde ein Aderlaß in der Klinik gemacht als der Hämatokritwert so schlecht war (viel zu dick das Blut). Sie haben erst den Aderlaß gemacht und dann eine Infusion gegeben. Da war ich leider nicht dabei, weil Ostern war und wir unterwegs waren. Aber ich hatte Vertrauen in die Ärztin, die das gemacht hat und es hat wohl auch gut geklappt gehabt.

Also ich habe nur positive Erfahrungen damit. Beiden Pferden ging es daraufhin besser.
Es ist halt wie mit allen Sachen, es muß von jemandem gemacht werden, der Ahnung davon hat.

Liebe Grüße

Claudia    Zwinkernd
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mambo
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Antwort #11 - 15. Januar 2007 um 09:56
 
hallo, wir haben nun auch schon 3 x aderlaß machen lassen. einmal bei einer belastungsrehe von mambo. der hat wirklich mit extremen schmerzen damals dagestanden. und nach dem aderlaß war deitliche linderung zu sehen.
und 2 x bei emir. wobei ich, als ich getsern den eintrag von ich glaube leonie gelesen habe, schon etwas nervös wurde. beim letzten mal kam nur noch ganz wenig blut, und meine freundin hatte totale schwierigkeiten, die vene zu finden. und erst nach einigem ( wie nannte es leonie doch ) rumgestochere kam dann endlich blut. es floß aber nicht wirklich schnell.vielleicht 1 1/2 liter. mehr nicht. was hoffentlich noch kein zeichen von narbenverhärtung war. das muß ich unbedingt bei ihrem nächsten besuch erfragen.
ich hoffe natürlich, das ich mir zu dem thema noch lange keine gedanken machen muß. aber für uns kommt eigentlich nur einschläfern in frage. es wäre der horror, wenn das nun nicht mehr gehen würde.
gegen narbenverhärtungen kann man normal etwas unternehmen, wenn es noch nicht zu lange her ist. muß da dringend unseren thp befragen, was er sagt.
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