Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Tagebuch Carino, Warmblut-Haflinger (Gelesen: 11498 mal)
Saphiria
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Carino, 18J


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01. Juni 2007 um 11:27
 
Ich fange dann mal ein Tagebuch an, auch wenn der Test noch nicht gemacht ist, denke ich passt es besser hierher als in die Vorstellung.
Carino habe ich als 3-jährigen 1993 vor dem Schlachter gerettet, denn seine Besitzerin konnte sich die harmlose Knie-OP, die er brauchte (Knieband zu lang), nicht leisten. Damals stand er in einem Stall ohne Auslauf, fest in der Box, war dementsprechend unausgelastet und übermütig. Er ist ein Mischling aus Brandenburger Warmblut und Haflinger, auf einem Hof südlich von Berlin gezüchtet worden. Der Hofbesitzer hatte wohl einen Faible für Haflinger-Warmblut-Kreuzungen. Über seine Fohlenzeit weiss ich weniger, nur dass er bei einem Händler zwischengeparkt war, bevor er zu der Vorbesitzerin und dann zu mir kam.
Auf alten Fotos sehe ich schon damals im Winter Teddyfell, aber es war durchschnittlich lang, der Fellwechsel ging schnell und unproblematisch. Auch ansonsten hatte ich alle Jahre ein kerngesundes Pferd (bis auf 2 Koliken so um 1999 herum).
Erstmals dicker wurde sein Winterfell, als er 2003 in den Offenstall umzog. Mittlererweile in Ostseenähe in Mecklenburg Vorpommern. Eine ungeklährte Hufproblematik hatten wir zu der Zeit auch einmal, hinten links soweit ich mich recht erinnere. Hufgeschwür war der Verdacht, es ging aber nie etwas auf und irgendwann wars auch einfach wieder gut.
Carino war bis 2000 etwa im Turniersport gegangen, dann Freizeitpferd und einige Jahre auch nur Koppelpferd.
Vor 2 Jahren zog er auf den jetzigen Hof um, wieder Offenstallhaltung.
Letzten und diesen Winter hatte er wieder enorm viel Fell, bei den 60 Pferden hier stach er dennoch heraus, bekam wie auf dem letzten Hof auch schon den Spitznamen "Teddy". Das gab mir nicht weiter zu denken, denn er war nunmal Hafi, schon älter und Offenstallpferd, ich dachte mir nichts dabei.
Beim schwitzen hat sich sein Fell schon immer leicht gewellt, was ich aber auch für normal hielt.
Im Dezember hatte er eine Zahnbehandlung und wirklich scharfe Kanten, die nun weg sind. Geschwitzt hat er unter dem dicken Fell beim reiten normal.
Jetzt im Frühjahr hat er erst wieder Mattenweise Fell abgeworfen, jetzt hängen aber noch einzelne Haare fest am Pferd und kleine dünne Büschelchen. Vielleicht kann ich sie morgen schon ausbürsten, dennoch ist er beim Fellwechsel gegenüber den anderen Pferden auf dem Hof hintenan. Ansonsten ist er fit, hellwach, macht mit und ist derzeit "Pflegepapa" eines frisch geborenen Fohlens seiner Lieblingsstute.

Um Cushing auszuschliessen, rief ich gestern meinen TA an, der meinte er glaube daran nicht bei Carino und wolle lieber Mineralien zufüttern (woraufhin ich wenigstens auf ein Blutbild bestand). Nach einer Nacht drüberschlafen, will ich den Dex-Test aber machen. Tierklinik angerufen (ist nah bei uns): Wir behandeln keine Pferde und Großtiere mehr." -Toll- Griesgrämig Ich solle mich an Schwerin wenden... klasse Griesgrämig.
Mein TA ist immer sehr ausgebucht, ich bezweifle dass er 3 Termine an einem Tag für uns freibekommt und das noch pünktlich zu festen Zeiten. Werde das aber mit ihm klären. Gleichzeitig habe ich einen TA angemailt, der mit der Pferdeklinik in Alt-Sammit zusammenarbeitet, vielleicht ist das eine Option, die sind nicht sooo weit weg. Mal sehen was er antwortet.

Über Tipps, Hinweise und Kommentare bin ich dankbar. Aktuelle Fotos mache ich am Wochenende vom Sommerfell/ Übergangsfell.

Fotos:
Volles Winterfell im Dezember:
...

Schon etwas dünner aber immernoch lang im März:
...

Im April:
...
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Carino, 18J


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Antwort #1 - 03. Juni 2007 um 19:24
 
So, jetzt gibts nochmal ganz viele Fotos von gestern und heute. Er hat jetzt eigentlich doch schon richtig schönes Sommerfell, nur die Büschelchen fallen noch zögerlich aus. Manche kann ich schon ausziehen, andere sitzen noch fest. Aber ich will ihn ja nicht "rupfen", daher lasse ichs in Ruhe bis sie von allein ausfallen. Das Sommerfell ist jedenfalls glänzend und normal finde ich. Habe auch mal besonders auf Unterpolsterungen oder Muselabbau etc. geachtet, das hat er alles nicht.

Hier kommen die Fotos:

Erstmal ein Ganzkörperbild mit den besagten Büschelchen (die hellen Flecke):
...

Kruppe, keine Unterpolsterungen:
...

Nochmal Kruppe, Sommerfell:
...

Widerrist:
...

Ein Büschelchen mal ganz nahe:
...

Ein Portrait (keine Polster über den Augen):
...

Habe auch ganz besonders aufs schwitzen geachtet, obwohl er heute von mir und noch von einer Stallbekannten ausführlich gearbeitet wurde, hat er garnicht geschwitzt. Getrunken auch nur ein schlückchen und wann ich ihn das letzte mal hab "urinieren" sehen, daran kann ich mich garnicht erinnern.

Sieht das wirklich immernoch typisch nach Cushing aus? Momentan, jetzt wo das Fell doch schon so schön ausgefallen ist... also ich zweifle gerade etwas. Freue mich über Meinungen.
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Carino, 18J


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Antwort #2 - 07. Juni 2007 um 14:10
 
So, es gestaltet sich alles ein klein wenig kompliziert hier oben im Norden  Augenrollen: Der Tierarzt der mit der Klinik in Alt-Sammit zusammenarbeitet und sogar eigene stationäre Aufnahmemöglichkeiten für Pferde hätte, gab mir die kurze knappe Antwort, ich möge mich für den Dex-Test doch bitte an Alt-Sammit wenden und solle dort schön von ihm Grüßen  hä?.
Mein eigentlicher TA hat doch weniger Ahnung von Cushing als ich dachte, lehnt aber den Dex-Test von seiner Machbarkeit her ab, weil er es nicht schaffen würde zu exakten Zeiten Blut abzunehmen. Ich werde nun erstmal nen ACTH-Test machen lassen und habe ihm hierfür die Telefonnummer von Prof. Hoppen gegeben, den er nun anruft. Er wird also die Röhrchen bei Prof. Hoppen bestellen und am Montag sagt er mir was bei dem Telefonat herauskam und wann wir den Blutabnahmetermin machen.
Ich denke dann habe ich erstmal einen ersten Anhaltspunkt, sollte beim ACTH-Test nichts herauskommen, würde ich ggf. dann wenn ich im August Urlaub habe und mit Carino eh schon bei einem Kurs unterwegs bin (Hänger gemietet habe etc.) dann eine Zwischenstation in Alt Sammit planen um dort stationär den Dex-Test machen zu lassen.
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Carino, 18J


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Antwort #3 - 19. Juli 2007 um 10:06
 
Hallo,

ich hatte mich ja lange nicht gemeldet. Mit meinem Tierarzt funktioniert das alles nicht sonderlich gut, ich wollte ja ACTH testen lassen, er hatte sich dann erkundigt wegen der Röhrchen bei denen man nicht einfrieren muss, bekam den Professor wohl sehr schwer ans Telefon, der versprach dann wohl ein Fax zu schicken, was nie ankam. Egal, ich habe mich nun direkt an die Tierklinik in Alt Sammit gewendet, am 6. August beginnt mein Urlaub dann damit, dass ich Carino dort hin bringe und er für 2 Tage dort bleiben wird. Es wird dann erstmal ein Blutbild genommen und Urin auf Gluckose untersucht.
Je nach Ergebnis danach dann am nächsten Tag der Dexametason-Test gemacht. Preislich wird es im Rahmen bleiben und ich kann damit gleich sichergehen, dass nicht noch Mineralmangel etc. bestehen.

Carino geht es soweit momentan gut, aber sein Fell hat sich nochmal sehr geändert. War es vor zwei Monaten glatt und glänzend, mit den gezeigten Büschelchen, so ist es jetzt frei von Büscheln, dafür gibt es aber richtig flächige Stellen, die matt und struppig sind. Ich denke das erhärtet den Cushing-Verdacht um einiges, zumindest kann man sich nicht mehr schönreden dass es normal sein soll. Irgendwas stimmt nicht und mit den umfangreichen Tests hoffe ich mich mal auf der sicheren Seite, auch wenn ich große Angst vor einer durch Dexametason-Test ausgelösten Rehe habe.

Der Arzt der Tierklinik scheint jedenfalls wirklich sehr erfahren mit Cushing zu sein, mein Tierarzt war dies nicht. Ich habe also jetzt ein besseres Gefühl. Er wird mir dann auch das Rezept ausstellen, meinte gleich Pergolid wäre ein gutes Mittel der Wahl, wenn es denn Cushing ist.

Wie gesagt, ansonsten geht es Carino gut, er ist aufmerksam, lebendig, und scheint keine weiteren Probleme zu haben, ich hoffe jetzt mal einfach dass wir jetzt noch früh genug handeln und bete, dass jetzt nicht ausgerechnet bis Anfang August ein erster Reheschub kommt... . Aber vorher schaffe ichs nicht mich hier freizuschaufeln.

Viele Grüße, ich halte Euch auf dem Laufenden, sobald ich weiss was nun Sache ist.
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Antwort #4 - 19. Juli 2007 um 10:15
 
Das ist ein Bild vom Wochenende, hier sieht man ganz gut was ich meine, am Übergang zur Schulter. Er hat auch immernoch Fell verloren.

...
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Carino, 18J


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Antwort #5 - 07. August 2007 um 15:20
 
So, jetzt haben wir Carino gerade wieder von der Klinik abgeholt. Leider bekommen wir die Werte für Cushing oder nicht erst in einigen Tagen. Es wurde gestern 16:00 Uhr ein Check up gemacht, dann Blut abgenommen, dann 20:00 Uhr Blutabnahme und heute 12:00 Uhr Blutabnahme.

Hier aber schonmal die Werte vom

Blutbild:

Leukozyten: 8,5
Erythrozyten (RBC): 6,81
HGB: 10,8 g/dl
Hkt: 35 PP: 5,6
MCV: 47%
MCH: 15,8 pg
PLT: 124
Lymphozyten in %: 18,6
Monozyten in %: 2,1
Granulozyten in %: 79,3  (hier oberhalb der Referenz 45-70)
Lymphozyten absolut: 1,5
Monozyten absolut: 0,1
Granulozyten absolut: 6,9


ALB: 28 g/l
ALKP: 362 U/L (hier über Referenz von 10-326)
AST: 294 U/L
UREA: 7,2 mmol/l
Ca: 3,17 mmol/l
CK: 279 U/L
C2EA: 97 umol/l
GGT: 42 U/L
GLOB: 46 g/l
GLU: 5,55 mmol/l
LDH: 1164 U/L
TBIL: 10 umol/l
TP: 75 g/l

Würde mich über Beurteilungen sehr freuen, der Tierarzt meinte nichts auffälliges zu sehen, Referenzwerte sind vom Haflinger.
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Carino, 18J


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Antwort #6 - 10. August 2007 um 14:03
 
So, jetzt steht es fest, er hat definitiv Cushing. Ich habe eben mit meinem Tierarzt telefoniert, er hat heute die Werte bekommen und versucht mir am Telefon die Werte zu erklären. Er will dann wegen der Dosierung von Pergolid etc. noch das Wochenende über recherchieren und mit dem Labor telefonieren, hat das wohl nicht so oft bislang gehabt.

Irgendein Wert der absinken sollte sei wohl sogar noch gestiegen, kann mir dazu jemand vielleicht was sagen? Also ein Wert der bei ihm vor dem Cortison besonders niedrig war...?

Jetzt habe ich Schiss vor Hufrehe  weinend, hoffentlich kommt das Medikament dann rechtzeitig. Wie ist das überhaupt, wenn er mit Pergolid behandelt wird, kann man damit eine Hufrehe wirklich wirksam aufhalten oder kann er die trotzdem mit höherer Warscheinlichkeit bekommen, wegen des Cushings?
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Carino, 18J


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Antwort #7 - 13. August 2007 um 17:46
 
So, nun habe ich alle Werte bekommen, von dem Test. Tierarzt hatte nach Telefonat mit dem Labor erfahren, dass die sich wohl bei einem Wert (dem zweiten) verschrieben hatten.

Die Cortisolwerte sind:
vor Cortisongabe: 4,9
erste Blutabnahme: 0,6
zweite Blutabnahme: 1,6

Tierarzt meint das wäre grenzwertig, wenn dann Cushing im Anfangsstadium, vielleicht kann jemand von Euch noch was dazu sagen?

Wir wollen ihn aber mit Pergolid behandeln, Rezept über niedrigste Dosis bekomme ich jetzt (zum einschleichen sicher die 0,25 er) und schauen wie er darauf anspricht, da eben die Symptome vorhanden sind.

Was meint ihr? Wo finde ich Referenzwerte, suche noch im Forum weiter...
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Carino, 18J


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Antwort #8 - 15. August 2007 um 17:52
 
Das Pergolid-Rezept ist noch nicht da.

Heute bin ich mit Carino ausgeritten, es sollte ein Schrittausritt werden um ihn nicht zu überlasten. Er war dermaßen knackig, wollte paarmal durchgehen, einmal buckelte er gar (hat er seit Jahren nicht mehr gemacht), passagierte beinahe zwischendurch, aber ich war Stur und hab ihn Schritt gehen lassen.
Würde ichs nicht besser wissen, hätte ich meinen können heute wieder auf dem zappeligen Jung-Carino zu sitzen der er vor 9 Jahren einmal war.

Er verliehrt immernoch Fell, glänzt aber sehr schön. Er hat in den letzten zwei Wochen ein wenig zugenommen, obwohl das Futter gleich geblieben ist.

Habe mir nochmal genauer seine Oberlinie angeschaut: Kruppe ist wieder runder geworden, aber sein Rücken scheint mir doch ein wenig gesenkt zu sein. Zumindest war er in jungen Jahren anders. Schmerzen scheint er nicht zu haben, auch mach dem Reiten gibts keinen empfindlichen Druckpunkt auf dem Rücken.

Die Beine sind klar, die Hufe in Ordnung, die Ränder bissel bröckelig aber nächste Woche kommt der Schmied zum ausschneiden (Eisen hatte er ja noch nie drauf).
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Carino, 18J


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Antwort #9 - 17. August 2007 um 12:59
 
Hach ich bin gerade in der Zwickmühle. Soll ich für Carino im Winter eine Box ordern, oder nicht? Ich erläutere mal unsere Situation, vielleicht hat ja jemand eine Idee was das beste für ihn sein könnte:

Er steht ja momentan ganzjährig im Offenstall, das heisst er steht tagsüber auf einer Sand/Lehm-Koppel, wo er Stroh bekommt und Frischgemüse (u.a. auch Futterrüben). Am späten Nachmittag wird die Koppel zur Weide geöffnet, auf der er dann die ganze Nacht mit der Herde quasi Auslauf bis zum Horizont hat, also sehr groß alles. Morgens werden sie dann wieder abgeteilt. Also Weide nicht rund um die Uhr. Auf die Fütterung habe ich somit auch keinen Einfluss, das heisst ich kann zufüttern wenn ich hinfahre, sonst gibts eben nur diesen Standart. Im Winter sah es nun immer so aus, dass er quasi garnicht weiter geritten wurde, denn ich komme nach Hause wenn es dunkel ist und da finde ich ihn auf der Weide nicht mehr und zudem muss man auch immer durch sehr matschigen tiefen Boden waten um zu den Pferden zu kommen, die deshalb meist auch sehr weit hinten auf der Weide stehen (tagsüber dann eben auch in diesem Matsch). Um ihm im Winter dann die tägliche Tablette zu geben, muss ich mir etwas einfallen lassen, warscheinlich kann ich ihn dann immernoch gleich nach der Arbeit auf der kleineren Koppel erwischen, reiten kann ich ihn dann aber dennoch nicht, denn das ginge bei mir nur spät abends wenn meine kleine Tochter ins Bett muss und der einzige beleuchtete Reitplatz ist die Reithalle, da ist nachmittags Unterricht und somit kann ich dort auch erst spät abends hinein und da bekomme ich ihn dann im dunkeln nicht mehr von der Weide. Also könnte er im Winter im Offenstall bleiben, würde dann eher am Wochenende bewegt werden und bekähme aufgrund kaum noch vorhandenem Gras Heu, Stroh und Gemüse.

Nun die zweite Variante: Box anmieten. Seine Haltung sähe dann so aus: Von ca 11-18:00 Koppelgang, neue Herde, dann in der Box mit individueller Fütterung. Nachteile: weniger Auslauf, schlechtere Luft/ Staub (ist ja nunmal immer so bei Innenboxen). Vorteil: Ich könnte ihm nicht nur die Tablette geben, sondern auch seine Fütterung selbst steuern und ihn auch spät abends noch bewegen, zumal er beim reiten mit Winterfell schnell schwitzt und somit dann in der Box auch ggf. eingedeckt werden könnte.

Die zweite Variante erscheint mir die bequemere, aber ich möchte für ihn sinnvoll entscheiden. Leider gibt es auf den anderen Höfen der Umgebung keine Offenställe und hier finde ich somit die Offenstall-Lösung mindestens für den Sommer am besten. Er ist eindeutig ein Draußen-Pferd, ich weiss wirklich nicht ob ich ihn im Winter "einknasten" sollte. Andererseits gefällt mir die Matsch-Situation im Offenstall auch nicht sonderlich, auch wenn er noch nie Probleme mit Mauke hatte, schwimmt der Boden bei langen Regenphasen (im Norden haben wir ja selten Schnee) immer fast weg.

Wie würdet ihr entscheiden? Wenn ich wirklich im Winter eine Box haben möchte, müsste ich wohl schnell eine reservieren, der Stall ist rappelvoll.
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Carino, 18J


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Antwort #10 - 17. August 2007 um 18:26
 
Heute war er wieder sehr gut drauf, diesmal ist meine Tochter geritten (2,5 Jahre, wir haben ihn mit ihr geführt). Er war wie immer super lieb. Als sie nicht mehr wollte, bin ich mit ihm an der Hand noch bissel im Schlängellauf um die Kegel getrabt, mehr war wegen ausgesprochen schlechtem Boden auf Dressur- und Longierplatz nicht drin. Fell glänzt, Hufe sind in Ordnung (er hat allerdings so 2cm vom Kronrand eine leichte Eindellung, mache davon noch Fotos). Im übrigen ist mir schon länger aufgefallen, dass seine Hufe sehr langsam wachsen. Das ist bestimmt schon seit 2 Jahren so, insbesondere hinten. Da wir nie irgendwelche Hufprobleme hatten in der Zeit und er auch nie gelahmt hat, haben wir uns nicht viel dabei gedacht und halt immer wieder nach Augenmaß ausschneiden lassen (geht schon immer auf Barhuf). Jetzt mit der Cushing-Diagnose überlege ich natürlich ob es einen Zusammenhang gibt und was das bedeuten könnte. Die Hufe sind zur Zeit tendenziell trocken, winzige Risse (längst) an den Vorderhufen, die Sohle ist normal , der Strahl franst immer etwas aus, aber nicht weiter auffällig.
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Carino, 18J


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Antwort #11 - 18. August 2007 um 23:29
 
Was ih noch nicht erwähnt hatte und jetzt immer deutlicher zu sehen ist: Carino bekommt viele weiße Stichelhaare, das hatte er vorher nicht. Auch einzelne weiße Büschelchen.

Heute war er ruhig beim arbeiten, aber aufmerksam.

Rezept ist immernoch nicht da  Ärgerlich.
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Carino, 18J


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Antwort #12 - 08. September 2007 um 19:52
 
Es gibt nicht viel neues, lediglich das Rezept ist gestern endlich endlich angekommen, nachdem ich ca 7-8 mal beim Tierarzt angerufen hatte. Er meinte es gäbe keine Rezeptvordrucke für veterinärmedizinische Rezepte und das alles auf ein normales A4-Blatt gedruckt, unterschrieben und gestempelt. Ich hoffe mal das funktioniert so, ist natürlich dann gestern gleich durch mich weitergeschickt worden an die wohlbekannte Online-Apotheke im freundlichen Nachbarland.

Wegen dem Stall hatte ich ein Gespräch mit der Hofbesitzerin, Carino wird auf jeden Fall in seiner Offenstallherde bleiben, wenn das Fohlen nachts in die Box kommt, nimmt sie ihn dann auch mit rein, ansonsten bleibt er draußen. So haben wir es nun erstmal entschieden, denn mit dem Fohlen hängt er wirklich ständig zusammen, das wollen wir ihm lassen.
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Antwort #13 - 09. September 2007 um 16:51
 
Heute habe ich mal Hufbilder gemacht. Carino schiebt schon wieder Winterfell, als erstes Pferd der Herde. Noch ist es glänzend und seidig und noch nicht lang. Ansonsten geht es ihm unverändert gut.

Hier die Bilder:

vorn:

...

hinten:

...

vorn links:

...
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Carino, 18J


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Antwort #14 - 20. September 2007 um 10:51
 
Ich wollte mich nur kurz melden. Carino bekommt jetzt Pergolid 0,25 mg für 30 Tage, dann wird erhöht auf 0,5mg. Ihm geht es unverändert gut, sein Winterfell schiebt er schon langsam, bzw. ist es nun schon kein Sommerfell mehr und ein wenig weniger glänzend, aber dafür bis auf die immernoch vom letzten Fellwechsel vorhandenen Büschelchen gleichmäßig. Mir ist im übrigen aufgefallen, dass er anscheinend etwas dunkler geworden ist, wenn ich mit Bildern von früheren Jahren vergleiche und auch in der Erinnerung habe ich ihn heller. Kann das denn in dem Alter und im Zusammenhang mit Cushing tatsächlich sein, dass er bissel nachgedunkelt ist? Das kam mir beim Sommerfell schon so vor, er war mal ein richtiger Goldfuchs. Und er hat die Cushing-typischen weissen Stichelhaare an manchen vereinzelten Stellen.
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Carino, 18J


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Antwort #15 - 24. September 2007 um 08:59
 
Seit einer Woche bekommt Carino jetzt seine Pergolid-Dosis von 0,25mg und am Freitag war er sowas von energiegeladen, ich kann mir kaum vorstellen, dass die Tabletten so dermaßen schnell wirken, aber es war sehr auffällig. Er war die letzten beiden jahre ja ein wirklich ruhiges Pferd geworden aber auch nicht apatisch oder unaufmerksam. Seit Freitag jedoch hat man das Gefühl ein Pulverfass zu haben. Er hat mir mehrmals die Longe durch die Hand gezogen, ist buckelnderweise durchgegangen, ich kenne das aus seinen Jungpferdezeiten. Ausserdem hat er wieder den altbekannten "Gummi" im Gang, eine Grundspannung die er schon lange nicht mehr hatte. Ich hatte ja angenommen, dass die zwei Jahre Reitpause dazu geführt hatten dass seine Muskulatur diesen Schwung momentan noch nicht wieder hergibt, aber was ich seit Freitag wieder an Aktion sehe, ich kann nur staunen.
Ist es wirklich möglich, dass diese geringe Dosierung schon nach wenigen Tagen so eine starke Auswirkung hat?
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Carino, 18J


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Antwort #16 - 26. September 2007 um 08:24
 
Ich habe angefangen Carino mal wieder darauf zu konditionieren auf Zuruf zu mir zu kommen. Vor zwei Tagen bin ich also rein, habe ihn vorher gerufen (Ohren gingen hoch, er schaute, sonst nichts), habe ihn dann von schräg hinten angetrieben, woraufhin er gewohnterweise mir zum Koppeleingang freiwillig folgte und dort dann seine Belohnung erhielt. Gestern stand er dann schon am Tor und wartete auf mich. Wenn ich das hinbekomme, dass er jeden Abend zuverlässig alleine zum Tor/ zu mir kommt, dann wäre das fürs draußen lassen im Winter eine große Erleichterung, es wird ja immer schneller dunkel.
Ansonsten ist aufgefallen, dass der leicht aufgeschwemmte Eindruck den er vor Beginn der Pergolid-Gabe machte (Kruppe und Bauch waren irgendwie runder und weicher) jetzt gewichen ist. Entweder er ist bissel appetitlos momentan oder er hatte tatsächlich irgendwelche Wassereinlagerungen im Gewebe, die nun weg sind, jedenfalls wirkte er gestern ein wenig eingefallen im vergleich zu einer Woche zuvor.
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Carino, 18J


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Antwort #17 - 16. Oktober 2007 um 09:36
 
Eigentlich gibt es nichts neues zu berichten, Carino geht es soweit gut, er bekommt demnächst seine Dosiserhöhung auf 0,5mg. Mauke hat er jetzt an einem Ballen.
Winterfell hat er auch schon, würde aber sagen noch nicht deutlich mehr als die anderen Pferde auf der Koppel. Vermute allerdings, dass die geringe Tablettendosis von 0,25mg momentan sowieso noch keinen großen Effekt bringt (ausser dass er deutlich aufgeweckter ist als früher).
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Carino, 18J


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Antwort #18 - 18. Oktober 2007 um 16:58
 
Wollte nur kurz schreiben, dass die Mauke wieder weg ist, vielleicht war es doch nur eine Abschürfung die bissel geeitert war, jedenfalls ists nun wieder alles ok.
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Carino, 18J


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Antwort #19 - 26. November 2007 um 11:44
 
So, mal wieder update liefern: Carino bekommt jetzt seit einer Woche etwa seine volle Dosis Pergolid (1mg). Es geht ihm gut, er ist wach, schwitzt selbst bei Arbeit in der Halle und trotz dickem Fell nicht mehr. Auch die Stallbesitzerin hat den Eindruck, und mir geht es auch so, dass sein Winterfell dieses Jahr kürzer ist als im letzten Jahr. Vielleicht wird es noch länger, aber momentan sieht es zwar immernoch dick aber nicht dicker aus als bei den anderen Hafis die im Offenstall stehen. Die Feuerprobe ist sicherlich dann erst der Fellwechsel im Frühjahr. Ansonsten geht und benimmt er sich wieder wie früher, wird auch mal aufmüpfig, ist wirklich wacher seitdem er Pergolid bekommt. Die Mauke ist weg geblieben, die Hufe wachsen anscheinend wieder normal. Nebenwirkungen vom Pergolid wie Kotwasser etc. scheint er nicht gehabt zu haben.
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