Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Notfallplan - Fütterung  für EMS-Pferde (Gelesen: 10733 mal)
simba1604
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Es werde Licht auf Erden.


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83564 Soyen, Bayern, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Notfallplan - Fütterung  für EMS-Pferde
12. Januar 2007 um 12:27
 
Hier zusammengestellt aus meinen Erfahrungen und dem zusammengetragenen Wissen des Forums.

Der Gesundheitszustand eines EMS-Pferdes steht und fällt mit der Fütterung, darum bitte folgende Hinweise beachten:



Kohlehydratarme Fütterung, das heißt:

Die Fütterung ist mit unmelassierten Rübenschnitzeln, einem guten MF und natürlich gewaschenem(!) Heu ist gut und auch vollkommen ausreichend.

Speedy Balancer

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1158679107

Kwick Beets

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1185385788

- Heu waschen (d.h. mindestens 1 Stunde im Wasser liegen lassen und danach das Wasser wegschütten!) - dadurch werden viele Kohlehydrate ausgewaschen!
Die Heumenge richtet sich nach dem zu erreichenden Ziel-Gewicht des Pferdes. Man geht von 1% bis 1,5% des (Ziel-)Körpergewichtes aus. Der Erhaltungsbedarf läge dann bei ca. 2% des (Ziel-)Körpergewichtes.

"Verbotene" Futtermittel sind:
- keinerlei Getreide, auch keine Getreideanteile, o.ä.
- keine Äpfel, Karotten, Bananen
- kein Brot
- keine Öle
- kein Gras

Achtung bei sämtlichen Mineralfutter auf die Inhaltstoffe - bitte ganz genau die Zusammensetzung überprüfen!!!
(Jegliche Zusätze wie Gluko..., Dextrose..., u.ä. sind zu vermeiden. Es handelt sich hier, vereinfacht gesagt, um Zuckerarten.)

Vorsicht auch bei Verfütterung von Brennesseln, diese haben viele Kohlehydrate
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1163415986/7#7

Verwendung von Ginko biloba ist für EMS nicht angezeigt, siehe hier:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1220199783

Auch sollte man Abstand davon nehmen EMS-Pferde mit  Heparin zu behandeln, siehe hier:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1141830131

Falls es möglich ist (es hat ja nicht jedes Pferd gleich Hufrehe), dann hilft Bewegung.
Durch Muskelarbeit wird das Insulin verstoffwechselt und damit abgebaut. (Mal ganz vereinfacht erklärt.)

Wenn das Pferd schon an Hufrehe leidet, dann ist diese natürlich gesondert zu behandeln!!!
Allerdings ohne Futterumstellung wird auch die Rehe wohl nicht besser werden.

Hier noch eine Liste mit Futtermitteln, welche nicht gut für EMS-Pferde sind:
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1163415986

Bei dem Verdacht auf EMS/IR (Insulinresistenz) wäre die Untersuchung des Insulinwertes angebracht und evtl. ein Glukosetoleranztest. Auch ein Ausschluß von ECS (Cushing) ist sehr empfehlenswert.
Besonders in Anfangsstadien können sich die Symptome von ECS und EMS sehr ähneln:
Insulinresistenz, Hyperinsulinämie sowie klinische oder subklinische Hufrehe begleiten beide
Erkrankungen. Vor allem ältere Pferde und Ponies mit regionaler Adipositas und Hufrehe sollten darum
auf beide Syndrome getestet werden. Da jüngere Tiere, die an EMS erkrankt sind, ein ECS entwickeln
können, empfiehlt sich in diesen Fällen ein regelmäßiges Monitoring.
Das neue EMS/ECS-Profil von biocontrol umfasst die Bestimmung von ACTH, Insulin, Glukose,
Fruktosaminen, Triglyceriden und γ-GT. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft bietet diese
Kombination aus hormonellen und klinisch-chemischen Parametern bei einmaliger Blutentnahme die
größtmögliche Aussagekraft bzgl. einer Differenzierung zwischen EMS und ECS.
Dieses Profil ging aus einer Studie hervor, die an der Klinik für Pferde der Justus-Liebig-Universität
Giessen durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Studie wurden die Methoden validiert und ein Stabilisator
getestet, der es erlaubt, die ansonsten instabilen Peptidhormone ACTH und Insulin ungefroren an ein
Labor zu senden.
Bei der Bestimmung von ACTH gilt es allerdings zu beachten, dass es in den Wintermonaten auch bei
gesunden Pferden zu deutlichen Überschreitung des Normalwertbereiches kommen kann.
Untersuchungsmaterial: 1 ml stabilisiertes EDTA-Plasma und 1 ml Serum. Die Blutentnahmeröhrchen mit
Stabilisator sind vorab bei biocontrol erhältlich.
Die Untersuchungskosten belaufen sich auf EUR 42,00 zuzüglich MwSt.

42 Euro bei Rechnungstellung den 1,4fachen Satz.
42 x 1,4 =
58,80 Euro
.

Weitere Informationen bei:
biocontrol, Labor für veterinärmedizinische Untersuchungen, Postfach 1630, 55006 Mainz, Tel.:
06132/781234, Fax: 06132/781385, e-mail: info@biocontrol.de

Quelle
http://www.bioscientia.com/biocontrolDeDe/De/home.htm

bitte Preis beachten

http://www.bioscientia.de/biocontrolDeDe/De/abrechnung.htm


Da die IR (Insulinresistenz) ein Hauptsymptom von EMS ist, hier noch einige Erläuterungen dazu:
Kurzfassung:
Das IR-Pferd produziert Insulin.  IR-Pferde haben einen normalen Glukosespiegel mit erhöhtem Insulin.
Bei Diabetis hat man:  - hohe Glukose mit hohem Insulin  (Typ II Diabetis)
     oder                    - hohe Glukose mit niedrigem bis kein Insulin  (Typ I Diabetis)
Zum Glück gibt es bei Pferden nur sehr selten Diabetis Typ I, denn es sind keine Insulingaben möglich und sie würden sterben.
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1133290990

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen.

Die Fütterungs Empfehlung beruhen auf Positive Erfahrungen die hier im Forum gemacht wurden,  
es liegt aber an jedem selbst wie er für sein Pferd entscheidet  

Für Tipps und ärztliche oder sonstige Ratschläge kann das Forum www.hufreheforum.de und www.hufrehe.org/info  keine Haftung übernehmen.  
Diese sind lediglich als Anregung zu verstehen und ersetzen nicht die Einschaltung und Untersuchung von Fachleuten und TÄ im konkreten Einzelfall
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