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Westernblot Erklärung (Gelesen: 3048 mal)
Pony
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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19. Februar 2006 um 02:25
 
Wieso werden keine Titer mehr angegeben und wie ist dann ein schwach positives und positives Resultat beim Westernblot zu bewerten?

Antwort:
Titerresultate sind das Ergebnis der Prüfung einer Serumverdünnungsreihe mit einem Antigen, gegen das Antikörper im Serum nachgewiesen werden sollen. Für die meisten infektionsserologischen Untersuchungen, bei denen es um den Nachweis erregerspezifischer Antikörper geht, werden Titerbestimmungen mit Vollantigen in Form des indirekten Immunfluoreszenz-Antikörper-Testes (IFAT) mit guter Aussagekraft durchgeführt (z.B. Babesien, Ehrlichien, Leishmanien). Anders ist jedoch nach unseren Untersuchungen die Situation bei den Borrelien. Hier werden mit diesem, oder vergleichbaren Verfahren (ELISA's, oder Praxisteste) zu viele unspezifische Antikörper in hohen Titern erfasst, die dann leider oft zur irrtümlichen Diagnose der Borreliose beitragen.

Beim Verfahren des rekombinanten Westernblot (WB) steht der Nachweis und die Identifizierung der immunologischen Spezifität der Borrelien-AK im Vordergrund, was diagnostisch den entscheidenden Vorteil ergibt. Ihre gleichzeitige exakte Quantifizierung wäre sicher nützlich, ist aber z. Zt. technisch nicht möglich und hinsichtlich der diagnostischen Relevanz nicht abgeklärt.

Bei der Auswertung des WB nehmen wir jedoch eine nach IgM und IgG getrennte halbquantitative Bewertung der nachgewiesenen AK vor (basierend auf Spezifität und Konzentration): In ‚negativ' und ‚grenzwertig' und die 2 positiven Stufen: ‚schwach positiv' und ‚positiv'.

Eine Eingruppierung in eine positive Stufe erfolgt nur, wenn gegen mindestens eines der 4 - 5 hochspezifischen B.burgdorferi-Antigene (OspC, p18, p39, p100 und OspA eingeschränkt) Antikörper nachweisbar sind.

Als schwach positiv wird bewertet, wenn nur AK gegen 1 hochspezifisches Antigen, oder gegen mehrere, jedoch in geringgradiger Konzentration vorliegen.

Das Verfahren des rekombinanten Westernblot erlaubt auch eine Verlaufs- und Therapiekontrolle, die frühestens 6 - 8 Wochen nach Therapiebeginn durchaus sinnvoll ist. Es wird dabei das Bandenmuster und seine Intensität mit dem Vorbefund verglichen und bewertet.
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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Antwort #1 - 27. Februar 2006 um 07:42
 
Westernblot
 

Beim Westernblot werden die einzelnen Proteine des Erregers aufgetrennt und die Immunreaktion gegen jedes einzelne Antigen bestimmt. Jede einzelne Bande stellt die Antikörperantwort gegen das hier befindliche Protein dar. Die unterschiedlichen Banden haben hierbei unterschiedliche Bedeutung. Die Proteine werden entsprechend ihrem Molekulargewicht in kDa unterschieden. Will man mit dem Westernblot frische und ältere Infektionen differenzieren geschieht dies ebenfalls durch die Antikörperklassen IgM und IgG.

Bedeutung der Proteinbanden:
 

100 kDa, 94 kDa und 83 kDa

IgG Antikörper gegen dieses Protein sind spezifisch werden vor allem in der Spätphase der Infektion gefunden

75 und 66 kDA

wenig spezifisch, Antikörper gegen diese Proteine treten auch bei anderen Infektionen auf

60 kDa

wenig spezifisch, Antikörper gegen diese Proteine treten auch bei anderen Infektionen auf

58 kDa und 47 kDa

wenig spezifisch, Antikörper gegen diese Proteine treten auch bei anderen Infektionen auf

41 kDa Flagellin-Protein

Antikörper gegen dieses Protein finden sich bei einem sehr hohen Prozentsatz aller Borrelien –Infektionen schon im Frühstadium der Erkrankung. Antikörper gegen dieses Protein treten aber auch bei anderen Infektionen mit Spirochäten und begeißelten Bakterien auf.

39 kDa  (Bmp A)

Antikörper gegen dieses Protein sind hochspezifisch und lassen sich im gesamten Krankheitsverlauf nachweisen.

37 kDa

Antikörper werden als spezifisch angesehen.

34 kDa (Osp B) und 31 kDA (Osp A)

Antikörper gegen beide Proteine sind hochspezifisch treten erst im späteren Erkrankungsstadium auf. Für Osp A (31 kDa) sind eine Reihe unterschiedlicher Serotypen bekannt.

29/28 kDa (Osp D)

Die Spezifität ist hoch. Antikörper dagegen sind nur schwach ausgeprägt und treten nicht immer auf.

25 kDa und 21 kDa (Osp C)

Antikörper gegen beide Proteine sind sehr spezifisch. Antikörper gegen diese Proteine erscheinen sehr früh nach einer Infektion.

18  kDa

Antikörper sind wahrscheinlich spezifisch und treten vor allem in der Spätphase auf.
 

Interpretation des Westernblots
 

Das Ergebnis eines Immunoblots ist dann als positiv zu bewerten, wenn Antikörper gegen mindestens zwei hochspezifische Proteine nachgewiesen werden. Bei Nachweis von Antikörpern gegen nur ein hochspezifisches Protein handelt es sich um ein fragliches Ergebnis. In diesem Fall ist der Blot mit einer zweiten, 14 Tage später entnommenen Serumprobe zu wiederholen.

Für die Interpretation des IgM-Westernblots sind vor allem die frühen Banden 41 kDa (Flagellin), 39 kDa (BmpA und 25/21 kDa (Osp C) von Bedeutung. Generell sollten bei der Gesamtbeurteilung der Borrelien Westernblots nicht nur die Art und Anzahl sondern auch die Stärke der Banden in die Bewertung mit einbezogen werden.
 
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