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PCO Syndrom-EMS Hormonstörungen Pferd (Gelesen: 41416 mal)
Pony
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01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo
Sollte es möglich sein das es Pferde gibt die an diesem Syndrom auch leiden??


Das Syndrom der Polyzystischen Ovarien (PCOS) ist eine Erkrankung, die bei 5% der geschlechtsreifen Frauen auftritt.

In der NICHD-PCOS Konsensuskonferenz in den USA 1990 wurde es durch Zyklusstörungen (Oligo- oder Amenorrhoe), einen männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus) und/oder vermehrte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie) definiert, wobei in vielen Fällen ein unerfüllter Kinderwunsch besteht. Zudem finden sich bei etwa 70% der Patientinnen Eierstockzysten (PCO- polyzystischen Ovarien).

In einer neueren Definition, die 2003 in Rotterdam durch eine PCOS-Expertengruppe festgelegt wurde, liegt ein PCOS vor, wenn zwei der drei Kriterien: 1. Zyklusstörung, 2. Erhöhung der männlichen Hormone und/oder äußere Zeichen der erhöhten männlichen Hormonbildung, 3. Polyzystische Ovarien vorliegen. Die Polyzystischen Ovarien wurden hierbei ebenfalls neu definiert. Polyzystische Ovarien liegen vor, wenn im gynäkologischen Ultraschall mindestens ein Eierstock ein Volumen von mindestens zehn Milliliter und/oder mindestens zwölf "Zysten" (Follikel) von jeweils einer Größe von zwei bis neun Millimeter aufweist.

Klinisch imponiert das PCOS häufig durch ein Übergewicht, das zusammen mit einer Insulinresistenz das PCOS mit dem Metabolischen Syndrom verbindet. Das Metabolische Syndrom umfasst das Übergewicht (Adipositas), den Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie), die Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämien), die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und die Zuckererkrankung (Diabetes mellitus).

Tatsächlich ist bei Frauen mit PCOS im späteren Lebensalter ein erhöhtes Risiko für die Folgeerkrankungen des Metabolischen Syndroms zu finden.

Eine familiäre Häufung mit Vererbung des PCOS von der Mutter auf die Tochter wurde beschrieben, zudem zeigt sich bei Männern mit frühzeitiger Glatzenbildung (vor dem 30. Lebensjahr) ein gehäuftes Auftreten von Töchtern mit PCOS.

Die Differentialdiagnose betrifft vor allem andere Erkrankungen die einen Hirsutismus oder unerfüllten Kinderwunsch bedingen können, insbesondere Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, Nebenniere oder der Eierstöcke.


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Antwort #1 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hormonstörungen beim PCOS

Beim PCOS verstärken sich mehrere endokrinologische Störungen in einem sich selbst verstärkendem Circulus vitiosus. Dabei besteht eine vermehrte Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse.

Die vermehrte LH Konzentration stimuliert am Eierstock (Ovar) die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene). Diese werden im Fettgewebe in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umgewandelt und entgegen dem normalen Menstruationszyklus azyklisch abgegeben. Dies bewirkt wiederum an der Hirnanhangsdrüse die bereits beschriebene Störung der LH und FSH-Ausschüttung.

Das FSH hat ebenfalls einen bedeutenden Einfluß, indem es bei der gesunden Frau an der Umwandlung der Androgene in Östrogene beteiligt ist und eine regelrechte Menstruation mit Eisprung gewährleistet.

Beim PCOS verstärkt der verminderte FSH Spiegel die bestehende Hyperandrogenämie und verhindert einen normalen Zyklus.

Die Hyperandrogenämie per se führt am Ovar zu einer Verdickung (Fibrose) der äußeren Eierstockwand (Kapsel), die zusätzlich dazu führt, daß die FSH-Wirkung blockiert wird. Zudem hemmen die hohen Androgenspiegel die Bildung eines Hormonbindungsproteins (SHBG- Sexhormonbindendes Globulin), dass normalerweise einen Teil der aktiven männlichen Hormone bindet und somit seine Wirkung vermindert.

Insulinresistenz beim PCOS

Die Insulinresistenz des PCOS führt kompensatorisch zu einer vermehrten Insulinfreisetzung. Die so entstehende Hyperinsulinämie verstärkt die vorbestehende Hyperandrogenämie, einerseits durch direkte Steigerung der ovariellen Androgenproduktion, andererseits durch vermehrte hypophysären LH-Freisetzung die am Ovar ebenfalls zu einer gesteigerten Hormonproduktion führt.

Insulin hemmt zudem die Bildung des Bindungsproteins SHBG in der Leber und stimuliert an der Nebenniere eine zusätzliche Bildung männlicher Geschlechtshormone.

Das PCOS zeigt eine familiäre Häufung, so dass eine genetische Komponente in der Enstehung dieser Erkrankung anzunehmen ist.

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Antwort #2 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Periodenstörung (A-/ Oligomenorrhoe)

vermehrte Behaarung nach dem männlichen Verteilungsmuster (Hirsutismus)

erhöhte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie)

sowie
Metabolisches Syndrom
Übergewicht (Adipositas)
unerfüllter Kinderwunsch / Unfruchtbarkeit (Infertilität)
Zysten der Eierstöcke (Ovarialzysten)
Akne
Haarausfall
Acanthosis nigricans

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Antwort #3 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Stimulierbarkeit der Hormonsensitiven Lipase bei Großpferd und Pony

Inaugural-Dissertation
Dr.med.vet Nadine Riebandt
24.05.05

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/riebandtn_ss05.pdf
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Eddi




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Antwort #4 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Dazu fällt mir folgendes ein:
Sogenannte "entartete" Eierstöcke soll ein recht häufiges Stutenproblem sein, das oft als Nebenbefund einer Kolik gestellt wird.
Diese "Entartung" kann schnell,langsam oder auch gar nicht wachsen und enorme Größen aufweisen (Fussballgroß)
Eine OP ist riskant, weil die Eierstöcke bei der OP nicht sichtbar sind, gefühlt operiert werden muss und die Entartung sehr stark durchblutet ist.
Eine OP muss ab einer bestimmten Größe erfolgen um das Leben des Pferdes zu retten.
Das Verhalten der Stute ist gestört. Sie weißt oft regelrecht hengstige Verhaltensmuster auf, reagiert zum Teil aggressiv anderen Pferden gegenüber und ist im Zusammenhang mit anderen Pferden oft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt reit- und händelbar.
Eine Hormonbehandlung durch den TA ist oft unbefriedigend.
Erfolg kann eine homöopathische Behandlung bringen (eigene Erfahrung).
Sie ist extrem leichtfutterig und rund, Blutwerte sind nie untersucht worden.
Bei Interesse kann ich ihr Tagebuch erstellen.
LG Eddi
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Antwort #5 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Eddi!

Ja - das Tagebuch würde mich total interssieren! - Also, wenn Du magst stellst Du es bitte ein?

Liebe Grüße

Claudia Zwinkernd
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nicole




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Antwort #6 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
im Internet gibt es gute Infos aus der Humanmedizin unter www.pco-syndrom.de.

Ich habe Kontakt mit der Uni Essen aufgenommen. Von den dortigen Humanmedizinern habe ich erfahren, dass
es bekannt ist, dass auch Kühe an PCOS erkranken können. Von Pferden war dort zunächst noch nichts bekannt.
Ich habe aber die Kontaktdaten von einem Kollegen erhalten, dessen Frau TA ist. Ich habe ihm die Daten auch
geschickt und warte nun auf Antwort.

Gruß

Nicole
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Eddi




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Antwort #7 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Tagebuch Püppe
Püppe haben wir, seitdem sie 5 Monate jung war.
Mit so ca 5 Jahren fing es an, dass sie grunzte wie ein Hengst, mit aufgerolltem Hals usw. und ganz unkontrolliert anfing Funny zu "decken".
Als Tastbefund ergab sich eine Entartung des rechten Eierstocks.
Eine Hormontherapie durch die TK brachte so gut wie Nichts.
Diese Entartung kann schnell,langsam oder auch gar nicht wachsen, kontrolliert wurde das im Abstand von 6 Monaten.
Glücklicherweise blieb er stabil.
Eine sofortige OP wird nicht gemacht, da diese sehr riskant ist. Das Ding ist sehr stark durchblutet und der TA arbeitet quasi ohne Sichtmöglichkeit.
Eine OP wird nur notfallmäßig ausgeführt, wenn dieses Ding eine gewisse Größe hat und zu platzen droht.
Zurück zu Püppe:
in der Zeit war ein Reiten oder Putzen mit Funny nicht möglich. Wenn wir sie von der Wiese holten, hatten wir Funny am Kopf und Püppe lang, weil sie immer unkontrolliert auch im Gehen gedeckt hat.
Einen Tag bekam ich beide gar nicht alleine von der Wiese und mein Mann und ich haben einzeln geführt, mein Mann durch Nachbars Garten. Sie sah Funny und sprang meinem Mann auf die Schulter - es war lebendsgefährlich.
Dieses Verhalten zeigte sie lediglich von Mai bis in den Herbst. und war glücklicherweise nicht in der Reithalle so und bei fremden Pferden.

Da ja nun die Hormontherapie nur für den Hersteller nützlich war, habe ich selbst etwas tun müssen.
Sie bekam, sobald das "Grunzen" im Frühjahr anfing, auf das Krankheitsbild zugeschnittene homöopathische Tropfen ( Nymphosal von Weravet/Assmann).
Erfolg: bereits am nächsten Tag wurde das Grunzen weniger und das Decken hörte auf.
Die ersten Jahre bekam sie sie durchgehend vom Frühjahr bis in den herbst, später dann nur noch, wenn das Grunzen anfing.
Die Wirksamkeit der Tropfen bestätigten sich, als ich ein Jahr die Flaschen verwechselt habe und ich mich erschrocken habe, dass die Tropfen nicht mehr wirken!
Aber glücklicherweise wirkten die Richtigen dann doch!
Seit 2 Jahren ist ihr Verhalten normal, kontrolliert habe ich nicht mehr, wäre aber wahrscheinlich bei der letzten Kolik vor 2 Jahren aufgefallen, wenn da noch etwas gravierendes gewesen wäre.
Sie ist jetzt 19!
Laut TK ist dies ein häufiges Stutenproblem.

LG Eddi

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Antwort #8 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
@ Eddi

Das ist ja der Hammer. Danke Eddi, das ist ja total interessant und zeigt uns wiedermal, daß Homöopathie einfach genial ist.

Mich hat das ganze jetzt irgenwie daran erinnert, daß früher Angel immer gewiehert hat, als ob ein röhrender Hirsch unterwegs wäre....Durchgedreht - das war mitunter schon ganz schön peinlich....:p - dann hat letztes Jahr mein Homöopath mir Kügelchen dafür/dagegen gegeben.... und siehe da, das Röhren ist verschwunden.....

Liebe Grüße

Claudia Zwinkernd
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Antwort #9 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Eddi,

kann auch das "hengsteln" von tragenden Stuten in diese Rubrik fallen? Die Stute einer Freundin hatte das bei bisher jeder Trächtigkeit und auch dieses Mal ab dem 4. Monat etwa zeigt sie sich hengstig.

LG

Romana
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Pony
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Antwort #10 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Informationen zum PCOS

Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine Erkrankung, die bei etwa 5-10% der geschlechtsreifen Frauen auftritt. Der Erkrankungsbeginn liegt typischerweise zwischen dem 15 und 25 Lebensjahr.

Das PCOS ist charakterisiert durch Zyklusstörungen (A- oder Oligomenorrhoe) in Kombination mit einem männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus), Akne oder Haarausfall (Alopezie) und/oder einer Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie). Andere Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, der Nebenniere und der Eierstöcke müssen zudem ausgeschlossen werden. Nach dieser im Jahre 1990 von der NIH (National Institutes of Health) festgelegten Definition finden sich nur bei 70% der Patientinnen sonographisch die klassischen polyzystischen Ovarien, die ursprünglich (Stein und Leventhal 1935) namensgebend waren.

Die Einführung einer neuen Definition ist aktuell Gegenstand heftigster Diskussionen. So wurde im Jahre 2003 die neue Rotterdam-Definition des PCOS ins Gespräch gebracht, die besagt, dass ein PCOS vorliegt wenn zwei der drei folgenden Kriterien zutrifft: 1. Zyklusstörung (d.h. entweder keine Periode oder Abstände der Blutungen > 35 Tage), 2. Polyzystische Ovarien und 3. Zeichen der erhöhten männlichen Hormone (z.B. erhöhte männliche Hormone im Blut). International richten sich die meisten Ärzte bislang noch nach der NIH-Definition.

Klinisch imponiert das PCOS zusätzlich durch Übergewicht und einen unerfüllten Kinderwunsch. Das PCOS zeigt eine familiäre Häufung, so dass eine genetische Komponente ursächlich anzunehmen ist. Bisher liegen von verschiedenen Studien jedoch sehr heterogene Ergebnisse vor. In zahlreichen Untersuchungen konnte ein Zusammenhang des PCOS mit dem Metabolischen Syndrom festgestellt werden. Das Metabolische Syndrom umfasst eine Übergewichtigkeit (Adipositas), Zuckerverwertungsstörung (Diabetes mellitus), Blutfettwerterhöhung (Hyperlipidämie), Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) und die Gefäßverkalkung.

Das Krankheitsbild PCOS wird jedoch nicht nur durch die körperlichen Beschwerden geprägt. Die klinische Symptomatik des PCOS, vor allem die vermehrte Körperbehaarung, das Übergewicht und die Unfruchtbarkeit haben deutliche Auswirkungen auf psychosozialer Ebene mit massiven Einschränkungen im Bereich der Lebensqualität, der Lebenszufriedenheit und der Sexualität.

Zur Diagnostik des PCOS sind umfangreiche Untersuchungen notwendig. Dazu gehört immer ein ausführliches Gespräch mit der Patientin (Beginn der ersten Periode, Menstruationszyklus, Pubertätsentwicklung, Familiengeschichte etc.), eine körperliche Untersuchung mit Beurteilung der Haut und der Körperbehaarung und Bluttests mit Bestimmung verschiedener Hormone. Komplettierend sollte eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke durchgeführt werden. Eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der Nebenniere und des Eierstocks (Ovar) muss ausgeschlossen werden. Zudem ist eine Untersuchung der Schilddrüsenfunktion erforderlich, da ein Teil der PCOS Patientinnen zusätzlich noch an einer Autoimmunentzündung der Schilddrüse (Autoimmunthyreoiditis) leidet, die zu einer Unterfunktion führen kann. Diese Schilddrüsenunterfunktion kann, genauso wie das PCOS, Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Die bis dato praktizierten therapeutische Ansätze in der Behandlung des PCOS richten sich vornehmlich nach der im Vordergrund stehenden klinischen Symptomatik. Neue Therapiekonzepte sind in der Entwicklung. Eine ausführliche Darstellung der Therapiekonzepte finden Sie unter www.pco-syndrom.de

Bei allen betroffenen Patientinnen sollte nach der Diagnosesicherung und Therapieeinleitung durch den betreuenden Gynäkologen in Kooperation mit einem Internisten frühzeitig eine Behandlung des Metabolischen Syndroms begonnen werden, um kardiovaskulären Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, etc.) vorzubeugen.

Eine detaillierte Darstellung des PCO-Syndroms (Diagnostik, Pathomechanismus, Therapie, Literatur etc.) finden Sie unter:
www.pco-syndrom.de

Hormonstörungen beim PCOS
Beim PCOS verstärken sich mehrere endokrinologische Störungen in einem sich selbst verstärkendem Circulus vitiosus. Dabei besteht eine vermehrte Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse.

Die vermehrte LH Konzentration stimuliert am Eierstock (Ovar) die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene). Diese werden im Fettgewebe in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umgewandelt und entgegen dem normalen Menstruationszyklus azyklisch abgegeben. Dies bewirkt wiederum an der Hirnanhangsdrüse die bereits beschriebene Störung der LH und FSH-Ausschüttung.

Das FSH hat ebenfalls einen bedeutenden Einfluss, indem es bei der gesunden Frau an der Umwandlung der Androgene in Östrogene beteiligt ist und eine regelrechte Menstruation mit Eisprung gewährleistet.

Beim PCOS verstärkt der verminderte FSH Spiegel die bestehende Hyperandrogenämie und verhindert einen normalen Zyklus.

Die Hyperandrogenämie per se führt am Ovar zu einer Verdickung (Fibrose) der äußeren Eierstockwand (Kapsel), die zusätzlich dazu führt, daß die FSH-Wirkung blockiert wird. Zudem hemmen die hohen Androgenspiegel die Bildung eines Hormonbindungsproteins (SHBG- Sexhormonbindendes Globulin), dass normalerweise einen Teil der aktiven männlichen Hormone bindet und somit seine Wirkung vermindert.



Insulinresistenz beim PCOS

Die Insulinresistenz des PCOS führt kompensatorisch zu einer vermehrten Insulinfreisetzung. Die so entstehende Hyperinsulinämie verstärkt die vorbestehende Hyperandrogenämie, einerseits durch direkte Steigerung der ovariellen Androgenproduktion, andererseits durch vermehrte hypophysären LH-Freisetzung die am Ovar ebenfalls zu einer gesteigerten Hormonproduktion führt.

Insulin hemmt zudem die Bildung des Bindungsproteins SHBG in der Leber und stimuliert an der Nebenniere eine zusätzliche Bildung männlicher Geschlechtshormone.



Genetik

Obwohl die Erkrankung schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist, sind die Ursachen des PCOS weiterhin ungeklärt. Es gibt Hinweise auf eine genetische Komponente, da familiäre Häufungen beobachtet werden. So haben Töchter gehäuft Mütter oder Schwestern mit PCOS oder Väter und Brüder mit frühzeitige einsetzender androgenetischer Alopezie.

Ethnische Unterschiede im klinischen Erscheinungsbild geben ebenfalls Hinweise auf einen genetischen Hintergrund des PCOS. Die Heterogenität des Krankheitsbildes mit verschiedenen klinischen Ausprägungen, die unterschiedlichen Definitionen, das Fehlen eines klar definierten männlichen Phänotyps und der offensichtlich komplexe Vererbungsmechanismus erschweren die Identifizierung der an der Entstehung des PCOS beteiligten Gene. Zudem stehen keine geeigneten Tiermodelle zur Verfügung, die zur Untersuchung genetischer Aspekte dieser Erkrankung herangezogen werden können.

Wenngleich das PCOS eine familiäre Häufung zeigt, mangelt es aufgrund der dargestellten Probleme bislang an Kopplungsanalysen. Auf der Suche nach möglichen Kandidatengenen werden zur Zeit folgende Systeme untersucht: Die Signalkaskade des Insulins (Insulin-Rezeptor-Substrat-1 und -2, Insulin-Rezeptor, Insulin-Promotor), Einflussfaktoren der Insulinresistenz (PPARg, PON1), der Fettstoffwechsel/ Ernährung (Leptin, Ghrelin, Adiponectin, GNAS1), Nebennierenenzyme (CYP 11a, 3ß-HSD Typ 1 und 2, 17ß-HSD), das Ovar beeinflussende Faktoren (Inhibin, Follistatin, IGF1, IGF2) und andere (Calpain 10, IL6, TNFα).
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Antwort #11 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Tja mir stellt sich die Frage, haben das vielleicht auch Pferde??
Ist das Möglich??
Kann jemand mal mit seinem TA sprechen der ein Pferd (Stute) hat mit Metabolischem Syndrom
Denn ich kann mir gut vorstellen das auch da ein zusammenhang bestehen könnte...aber nicht muß
lg
Petra

Diagnostik des PCOS
http://www.pco-syndrom.de/diagnostik

Diagnostik der Insulinresistenz
http://www.pco-syndrom.de/diagnostik_insulinresistenz

Diagnostik des Metabolischen Syndroms
http://www.pco-syndrom.de/diagnostik_metabolisches_syndrom
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Antwort #12 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Bei mir kommt morgen die TÄ zum Blutabnehmen. Da werde ich mal nachfragen.

Und gegen Ende der Woche, wenn ich das Insulin-Ergebnis habe rufe ich eh in der Tierklinik an (die bekommen von mir dann immer extra noch die Werte....), dann werde ich da auch mal nachfragen.

Liebe Grüße

Claudia     Zwinkernd
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Antwort #13 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Also. die TÄ war heute da, ich hab ihr was vom PCOS ausgedruckt und sie gefragt, ob sie sich das vorstellen könnte, daß es das beim Pferd auch gibt.

Sie hat gesagt, sie würde sich das mal durchlesen und dann beim Labor anrufen, ob die diese Hormone bestimmen können. Wenn ja, dann schickt sie gleich was mit ein.
Weil bei Angel war die Rosse ja auch immer schon mehr als unauffällig, dann das geröhre (wiehern), das sich mehr nach Hengst (oder Hirsch  Laut lachend)) angehört hat, und so. Außerdem merkt man seit ein paar Wochen auch richtig, wenn sie rossig ist - das war früher nie der Fall.

Na, mal schaun ob da was bei rauskommt.

Liebe Grüße

Claudia     Zwinkernd
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Xanadu


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Antwort #14 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Da bin ich auch mal gespannt.
Als ich das hier gelesen habe, ist mir wieder die Schwester meiner beiden Jungs eingefallen. Sie wurde 6-jährig bei der Züchterin über die Regenbogenbrücke geschickt. Sie hatte mehrere Reheschübe, benahm sich wie ein Hengst, (sah auch so aus) wurde nicht trächtig und eine Hormonbehandlung blieb erfolglos...

Wenn es klappt, werden wir in der 2. Februarwoche bei meinen beiden Jungs Blut nehmen, ich bin ja wirklich mal gespannt.
Könnte es denn Vergleichbares auch beim Hengst geben?
Hier wird ja nur von den weiblichen Spezies gesprochen.

LG
Tanja
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Antwort #15 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Tanja!

Also, da kann ich jetzt auch noch nichts genaues dazu sagen. Ich werde mal schaun, was meine TÄ spricht, ich kann sie ja mal fragen, ob das evtl. bei Hengsten auch in Betracht kommt.
Ich hoffe, daß ich am Freitag das Insulin-Ergebnis bekomme. Dann melde ich mich diesbezüglich wieder.

Liebe Grüße

Claudia    Zwinkernd

PS: Ich drücke auch Deinen beiden Jungs die Daumen, daß Ihr möglichst schnell einen Grund für ihre Probleme herausfindet.
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Antwort #16 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
eddi
Was ist das denn eigentlich genau was eure Püppi hat?

lg Kathrin
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Antwort #17 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
gefunden in einem anderen forum

Wir haben von unserer 9jährigen Stute via TA/Labor vorsorglich/routinemäßig (also ohne besonderen Grund) ein Blutbild erstellen lassen, mit dem für uns erschreckenden Ergebnis, dass eine Gravidität (Trächtigkeit) nicht ausgeschlossen bzw. anzunehmen ist. Statt des normalerweise üblichen 20 bis 25 tgr. Östrogensulfat-Wertes hat unsere Stutet 50,5 tgr.
Die anschließende Ultraschall-Untersuchung hat zu keinem abschließenden Ergebnis geführt. Auch keine Zysten etc. feststellbar.


Also ich denke das es dann doch einen zusammenhang gibt mit PCO und Metabolischem Syndrom
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Antwort #18 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
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Antwort #19 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
http://www.laboklin.de/pdf/de/news/pferde_endokrinologie.pdf

- Östradiol-17ß

Indikation: Abklärung des Funktionszustands der Ovarien, Verdacht auf ovarielle

Neoplasien bzw. Ovarialzysten

Untersuchungsmaterial: Serum oder Plasma, 0,5 ml

Bewertung

Proestrus: 1.2 - 6.2 pg/ml

Östrus: 7.1 - 13.0 pg/ml

Diestrus: 3.7 - 5.0

Deutlich bzw. dauerhaft erhöhte Konzentrationen sprechen für das Vorliegen von

Ovarialzysten bzw. östrogen produzierenden Neoplasien.

Kosten: € 12,80 (zzgl. MwSt.)

Testlaufzeit: 1 Woche

- Progesteron

Indikation: Abklärung des Funktionszustands der Ovarien, Trächtigkeitsdiagnose

(besser: Nachweis des Ausbleibens einer Luteolyse) zwischen Tag 19 bis 21

Untersuchungsmaterial: Serum, 0,5 ml

Bewertung:

< 2 ng/ml: Östrus

> 2 ng/ml Diöstrus (Konzentration abhängig von der Lutealphase)

Konzentrationen > 2 ng/ml zwischen Tag 19 und 21 und sprechen für eine erfolgte

Konzeption. Messungen zu einem späteren Trächtigkeitsstadium sind schwierig zu

interpretieren, da während der cyclischen lutealen Sekretion ähnliche

Konzentrationen erreicht werden können.

Kosten: € 12,80 (zzgl. MwSt.)

Testlaufzeit: 1 Tag

- Testosteron

Indikation: Verdacht auf Kryptorchismus beim männlcihen Tier, Verdacht auf

Ovarialtumoren beim weiblichen Tier

Untersuchungsmaterial: Serum oder Plasma, 0,5 ml

Bewertung

Hengst: 1.5 - 5 ng/ml

Wallach: < 0.04 ng/ml

Stute: < 0.04 ng/ml, erhöhte Konzentrationen sprechen für

androgenproduzierende Neoplasien (Granulosa-Theka-

Zelltumor, NNR)

Kosten: € 17,90 (zzgl. MwSt.)

Testlaufzeit: 1 Woche

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Antwort #20 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
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Antwort #21 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Ovarialtumoren bei der Stute
Klinische Diagnostik und Therapiemöglichkeiten

Dr. Kerstin Herfen, Prof. Dr. Hartwig Bostedt

Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz

Justus-Liebig-Universität Gießen







Tumoröse Veränderungen des Stutenovars treten im Bezug zu anderen möglichen ovariellen Abberationen relativ selten auf. Sie führen dann aber in der Mehrzahl der Fälle zu erheblichen Störungen, welche sowohl das Allgemeinbefinden der betroffenen Stute beeinträchtigen, als auch eine reiterliche und züchterische Nutzung des Pferdes verhindern. Dies kommt besonders bei zunehmender Chronizität der Erkrankung zum Tragen. Anhand des Patientengutes der Klinik aus den letzten Jahren werden daher die Möglichkeiten und Grenzen der klinischen und endokrinologischen Befunderhebung bei Verdacht eines Ovartumores aufgezeigt. Ebenso werden die Therapiemöglichkeiten und die weitere Entwicklung und Nutzung der ovariektomierten Stuten beschrieben.Im Untersuchungszeitraum wurden 18 Stuten mit unterschiedlicher Anamnese vorgestellt. Dabei standen Unrittigkeit, Virilismus und kolikartige Zustände als besondere Beobachtungen der Besitzer im Vordergrund. Intestinale Ursachen für die Koliken wurden bei sämtlichen Stuten im Vorfeld ausgeschlossen. Alle Stuten wurden einer eingehenden gynäkologischen Untersuchung unterzogen, wobei das Hauptaugenmerk den Ovarbefunden galt. Die Befundaufnahme umfasste die manuelle rektale Untersuchung, welche durch die transrektale ultrasonographische Kontrolle der Ovarien und des Uterus ergänzt wurde. Bei 14 Stuten konnte in Absprache mit den Besitzern zusätzlich noch der endokrinologische Status der Stute erhoben werden. Da weder die klinisch-gynäkologische Untersuchung, noch die transrektale Sonographie eine eindeutige Aussage über die ovarielle Abberation zulassen, dient die Erfassung des Hormonstatus der Befunderweiterung. Eine eindeutige Charakterisierung der tumorösen Ovarveränderung ist aber auch unter Berücksichtigung aller klinisch relevanter Untersuchungsverfahren nicht zu stellen.Da eine tumoröse Entartung des Ovars nur über eine vollständige operative Entfernung des betroffenen Organes zu therapieren ist, ist die Laparotomie die Therapie der Wahl. In 17 Fällen wurde nach Absprache mit den Besitzern daher eine Laparotomie durchgeführt. Alle hier operierten Stuten wurden in Allgemeinnarkose postumbilical in der Linea alba laparotomiert. Bei den in der Literatur beschriebenen Laparotomieverfahren sind die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen operativen Zugänge zur Ovariektomie beschrieben. Das Argument der schlechten Darstellungsmöglichkeit des veränderten Ovars bei einem medianen Zugang zur Abdominalhöhle erwies sich lediglich in einem Fall als korrekt. Diese Stute konnte nicht einseitig ovariektomiert werden, da das veränderte Ovar nicht soweit zu mobilisieren war, dass eine Vorlagerung in die Laparotomiewunde möglich wurde. Eine Extirpation des Ovars ohne Sichtkontrolle verbietet sich aufgrund der starken hämatogenen Versorgung des Organes und der daraus resultierenden starken Blutungsgefahr bei ungenügender Ligatur der Gefäße. Es wurde daher bei diesem Pferd ein konservativer Therapieversuch angestrebt, um die in diesem Fall vorliegende zystöse Erweiterung des Ovars zu beheben. Bei den verbliebenen 16 Stuten waren die veränderten Ovarien dergestalt vorzulagern, dass eine einseitige Ovariektomie problemlos möglich war. Auch der komplikationslose postoperative Verlauf rechtfertigt dennoch den größeren technischen und operativen Aufwand gegenüber zum Beispiel der Laparotomie in der Flanke am stehenden, sedierten Pferd.Eine besondere Bedeutung kommt der anschließenden pathologisch-histologischen Untersuchung des extirpierten Ovars zu. Eine praeoperative Biopsie aus dem veränderten Ovar per vaginam zur Charakterisierung der Umfangsvermehrung erscheint aufgrund des stark durchbluteten Ovargewebes und der somit schlecht kontrollierbaren Wunde nicht zu empfehlen. Die postoperativ durchgeführte pathologisch-histologische Untersuchung ergab in 75% der Fälle (12 von 16 Stuten) einen klassischen Granulosazelltumor. Die bei den übrigen Stuten vorgefundene Vergrößerung des Ovars war durch unterschiedliche pathologische Zustände bedingt. So wurde je einmal ein Ovarhämatom und eine paraovarielle Zyste posthum diagnostiziert. Bei zwei Stuten lag eine zystische Degeneration beziehungsweise eine polyzystische Entartung des Ovars vor. In allen 16 Fällen konnte keine eindeutige Korrelation zwischen Anamnese, klinischer Befunderhebung, Hormonstatus und pathologisch-histologischer Untersuchung festgestellt werden. Lediglich der Nachweis von Testosteron im peripheren Blut bei 5 von 18 Stuten war als Diagnostikum zur Identifizierung eines Granulosazelltumores heranzuziehen. Anamnestisch zeigten diese fünf Stuten alle einen in den vergangenen Monaten entstandenen, zunehmenden Virilismus. Aber auch Stuten ohne erhöhte Testosteronspiegel im peripheren Blut wurden im Rahmen der anamnestischen Befragung als zunehmend viril beschrieben.Der Therapieerfolg nach Extirpation des Ovars ist kurzfristig in der schnellen Genesung der Stuten und kurzen Rekonvaleszenzphase zu sehen. Eine langfristige Beobachtung der Stuten zeigte eindeutig, dass in allen Fällen die zur Vorstellung vorliegenden Befunde wie Unrittigkeit, Virilismus und Koliken postoperativ nicht mehr beobachtet werden konnten. Die nach der Operation züchterisch genutzten Stuten konzipierten komplikationslos.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass durch das unterschiedliche anamnestische, klinisch-gynäkologische und endokrinologische Bild der erkrankten Stuten eine eindeutige Diagnose erst nach einer pathologisch-histologischen Untersuchung zu stellen ist. Dabei ist die operative Entfernung tumoröser Ovarveränderungen über den Zugang der Linea alba die operative Methode der Wahl für eine dauerhafte gynäkologische Therapie der Stuten. Die unkomplizierte kurz- und langfristige postoperative Entwicklung der Stuten unterstreicht die positiven Erfahrungen der Behandlung solcher Ovarveränderungen.
 

Literatur:

MEINECKE, B. (1986): Zur Klinik der Ovartumoren der Stute. Tierärztliche Praxis (1986) Nr. 14, S. 501-508

MOLL, H. D. et al. (1987): Diagonal paramedian approach for removal of ovarian tumors in the mare. Vet Surg (1987) Nr. 16, 6; S. 456-458

HINRICHS, K., HUNT, P. R. (1990): Ultrasound as an aid to diagnosis of granulosa cell tumor in the mare. Equine Vet J (1990) Nr. 22, 2; S. 99-103

LEIDL, W. et al. (1992): Klinische Aspekte der Ovarfunktion und ihrer Störungen bei der Stute. Tierärztl. Umschau (1992) Nr. 47; S. 63-66

CARSON-DUNKERLEY, S. A. et al. (1989-1995): Ovariectomy of granulosa cell tumors in mares by use of the diagonal paramedian approach: 12 cases (1989-1995). J Am Vet Med Assoc (1997) Nr. 211 (2); S. 204-206
 

Anschrift der Verfasser:

Dr. Kerstin Herfen
Prof. Dr. Dr. h.c. Hartwig Bostedt
Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Justus-Liebig-Universität Gießen
Frankfurter Straße 106
D-35392 Gießen
Telefon 06 41/993 87-00

eMail [mail]hartwig.bostedt@vetmed.uni-giessen.de[/mail]

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Antwort #22 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Es gibt Berichte über Hufrehe bei Stuten, die absolut keinem der oben genannten Faktoren ausgesetzt waren. In machen Fällen zeigten die Stuten überhaupt keine Rosse, und wenn es gelang eine Rosse herbeizuführen, waren sie auf Anhieb wieder gesund.


http://www.amesbichler.com/magazin/hufrehe.htm
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Antwort #23 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
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Antwort #24 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
der Östrogenwert bei Stuten soll unter 5 sein.Die Stuten können Zysten auf den Eierstöcken haben ein  TA kann eine Hormonspirale einsetzen.

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Verena




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Antwort #25 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo,
ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich etwas über das metabolische Syndrom herausfinden wollte. Nun hab ich dieses PCO-Syndrom gerade hier gefunden und musste sofort an meine Ponystute denken.

Also, sie hat seit dem letzten Sommer eine schleichende Hufrehe (hab ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht gewusst). Im September hat der Hufpfleger mich das erste mal darauf aufmerksam gemacht, dass die weiße Linie verbreitert ist und nach dem Ausschneiden lief sie etwa klamm. Jetzt im Januar hatte sie ihren ersten "richtigen" Reheschub. Der TA hat auf mein Drängen hin auch eine Blutuntersuchung gemacht, weil ich schon länger das Gefühl hatte, dass sie dauerrossig ist und ich gelesen hatte, dass es da möglicherweise einen Zusammenhang mit Hufrehe geben könnte. Und tatsächlich der Östrogenwert der eigentlich <5 sein sollte, war bei >300! Beim Ultraschall wurde festgestellt, dass sie mind. 15 Zysten auf jedem Eierstock hat. Sie bekam dann auch eine Spirale eingesetzt für 14 Tage. Leider kann ich nicht sagen, dass ich das Gefühl habe, dass das was gebracht hat. Sie scheint noch immer mal mehr, mal weniger rossig zu sein.

In dem anderen Hufrehe-Forum bin ich dann auf EMS aufmerksam gemacht worden. Mein Pony hat nämlich auch beulenförmige Fetteinlagerungen über den Augen, hinter der Schulter, am Rücken und auf der Kruppe. Außerdem hatte sie im Dezember eine Art Kreislaufkollaps, bei dem sie plötzlich ganz doll zu zittern anfing und hingefallen ist und ein paar Sekunden später war sie wieder ganz normal. Und dazu noch die schleichende Rehe...

Ich hab inzwischen einen Tierarzt gefunden, der sich mit EMS auskennt und der in der nächsten Woche Insulin, Glukose und ACTH testen will.

Naja, und jetzt stoße ich hier auf dieses PCO-Syndrom. Ich hab allerdings noch nicht so ganz verstanden, wie das mit EMS zusammenhängt. Könnt ihr mir da vielleicht noch mehr sagen, dann könnte ich den TA ja gleich mal danach fragen?

LG, Verena

Ach ja, lustigerweise heißt mein Pony auch Püppi  Zwinkernd
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Antwort #26 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Verena
Willkommen bei uns im Forum....
schön das du uns gefunden hast.

Zu dem PCO Syndom können wir leider noch nicht sehr viel sagen...da es nur eine Vermutung von mir war das es das bei den Pferden auch gibt.

Als ich dann im anderen forum von deiner Geschichtegelesen haben war mir ...ja es gibt diesen Zusammenhang....
Vielleicht magst du uns ja mal mehr zu deiner Stute erzählen...wie wurde dein TA dadrauf aufmerksam, was hat er untersucht....

Und zu deiner Frage...knn ich dir leider nur folgende Sachen reinkopieren...

du solltest auf jeden Fall noch das Metabolisches Syndrom bei deinem Pferd abklären...wenn du magst suche ich dir die genauen anweisungen raus wie dieser Test gemacht werden muß....

Hier erstmal die Infos:
In einer neueren Definition, die 2003 in Rotterdam durch eine PCOS-Expertengruppe festgelegt wurde, liegt ein PCOS vor, wenn zwei der drei Kriterien: 1. Zyklusstörung, 2. Erhöhung der männlichen Hormone und/oder äußere Zeichen der erhöhten männlichen Hormonbildung, 3. Polyzystische Ovarien vorliegen. Die Polyzystischen Ovarien wurden hierbei ebenfalls neu definiert. Polyzystische Ovarien liegen vor, wenn im gynäkologischen Ultraschall mindestens ein Eierstock ein Volumen von mindestens zehn Milliliter und/oder mindestens zwölf "Zysten" (Follikel) von jeweils einer Größe von zwei bis neun Millimeter aufweist. 

Klinisch imponiert das PCOS häufig durch ein Übergewicht, das zusammen mit einer Insulinresistenz das PCOS mit dem Metabolischen Syndrom verbindet. Das Metabolische Syndrom umfasst das Übergewicht (Adipositas), den Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie), die Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämien), die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und die Zuckererkrankung (Diabetes mellitus). 
---------------------------

Insulinresistenz beim PCOS 

Die Insulinresistenz des PCOS führt kompensatorisch zu einer vermehrten Insulinfreisetzung. Die so entstehende Hyperinsulinämie verstärkt die vorbestehende Hyperandrogenämie, einerseits durch direkte Steigerung der ovariellen Androgenproduktion, andererseits durch vermehrte hypophysären LH-Freisetzung die am Ovar ebenfalls zu einer gesteigerten Hormonproduktion führt. 

Insulin hemmt zudem die Bildung des Bindungsproteins SHBG in der Leber und stimuliert an der Nebenniere eine zusätzliche Bildung männlicher Geschlechtshormone. 

Das PCOS zeigt eine familiäre Häufung, so dass eine genetische Komponente in der Enstehung dieser Erkrankung anzunehmen ist. 

lg
Petra
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Verena




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Antwort #27 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Petra,
die Anweisung wie der EMS-Test gemacht werden muss, habe ich schon gefunden.

Mein Tierarzt ist eigentlich gar nicht darauf gekommen, sondern ich. Es war so, dass Püppi schon sehr lange diese komischen Fettplacken hatte und ich schon mehrere TA danach gefragt hatte. Die konnten mir aber alle nichts dazu sagen. Vor einigen Wochen bekam Püppi dann auch immer dickere Beulen über den Augen und die fingen an ständig zu tränen. Außerdem hatte ich seit Oktober das Gefühl, dass Püppi dauerrossig ist. Bei uns auf dem Hof sind nur Stuten und darum ist das nicht so eindeutig festzustellen, aber sie hat immer nach dem Pinkeln geblitzt und das macht sie sonst nur, wenn sie rossig ist. Als Püppi dann im Dezember diesen Kreislaufkollaps hatte, hatte ich das Gefühl, da stimmt insgesamt was nicht. Darum wollte ich die Hormonwerte untersuchen lassen.

In der Woche als ich den TA deswegen anrufen wollte, hatte Püppi plötzlich ihren Reheschub. Das ist also nur zufällig so zusammen getroffen. Ich dachte dann, dass die Rehe vielleicht auch irgendwie damit zusammenhängt, weil ich mir nicht erklären konnte, wovon die Rehe ausgelöst worden sein könnte.

LG,
Verena
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Antwort #28 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Verena
Ich würde dich bitten uns auf dem laufenden zu halten,
denn es sind ja doch hier im Forum einige Stuten betroffen mit dem EMS,
sollten dann Zysten an den Eierstöcken vielleicht mit die Auslöser sein haben sie ja die chance was zu unternehmen...

vielleicht hast du ja ein paar bilder von Püppi für uns, du kannst sie mir gerne per mail schicken
Petra@hufrehe.org

Vielleicht hast du ja Lust und Zeit ein Tagebuch anzulegen...es würde vielen anderen vielleicht schneller helfen ihrem Pferd zu helfen

lg
Petra

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Verena




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Antwort #29 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hi Petra,

ich hab vorhin mal ein paar Bilder gemacht und hab sie dir grad geschickt.
Im Moment komm ich leider nicht dazu, ein Tagebuch zu schreiben. Aber in 2 Wochen hab ich etwas weniger Stress in der Uni und dann werd ich mich da mal dran machen.

Verena
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Falk
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reiz mich nicht


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Antwort #30 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Bilder von Püppi

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Verena




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Antwort #31 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Vielen Dank fürs Einstellen der Bilder!

Ich habe jetzt nächste Woche Donnerstag einen Termin für die Blutabnahme. Mal sehen was dabei raus kommt... Ich werde auch fragen, ob es Sinn macht den Östrogenwert gleich noch einmal mitzubestimmen. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass die Hormonspirale irgendetwas gebracht hat.

Was meint ihr denn zu den Bildern? Die Stellen am Rücken kann man mit dem Winterfell nicht so gut erkennen, aber irgendwie sieht sie insgesamt so beulig aus, oder?

LG,
Verena
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Nicole

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Antwort #32 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Also wir haben schon zwei Stuten mit Eierstocktumor in der Uniklinik in München operieren lassen. Beide sehr erfolgreich.  Beide waren anschließend noch trächtig.

Allerdings kann ich bei beiden Stuten keinen Zusammenhang zu EMS herstellen. Beide sind eher spinnelig dürr und schwer füttrig.

Verena:
sieht das Fell aus wie bei einem Monchichi? Wie alt ist Dein Pferdchen? Wirkt irgendwie ein bisschen wie bei unserer Ariane... Bei der war es wohl ein ECS als Folge eines andauernden EMS....
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Verena




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Antwort #33 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Nicole,
sie ist 13. Du hast recht, auf den Bildern sieht das Fell komisch aus. Das liegt, denke ich, allerdings auch am Winterfell und Fellwechsel. Mit dem Fellwechsel hat sie aber noch nie Probleme gehabt.

Ich hoffe, dass ich morgen endlich die Ergebnisse der Blutuntersuchung bekomme. Dann werd ich weiter sehen.

LG,
Verena
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Antwort #34 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Verena
wie geht es dir und deiner Püppe?
Was ist aus den blutwerten geworden und den Ergebnissen??

laß mal wieder was von dir hören
lg
Petra
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Verena




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Antwort #35 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Petra,

ich hatte schon unter "Blutuntersuchung von Püppi" etwas zu den Ergebnissen der Blutuntersuchung geschrieben. ECS und EMS können wohl ausgeschlossen werden. Trotzdem bekommt Püppi weiterhin nur Heu, allerdings nicht gewaschen.

Meiner Kleinen geht es momentan sehr gut. Sie ist zwar nicht gerade begeistert, dass sie nicht mit den anderen auf die Weide darf. Aber das ist ja nur zu ihrem Besten...  Zwinkernd

Ich habe gerade in der letzten Woche noch einmal eine Blutuntersuchung machen lassen, allerdings habe ich die genauen Werte noch nicht. Es ist ein großes Blutbild + Mangan gemacht worden und der Östrogenwert wurde noch einmal überprüft. Leider weiß ich noch nichts über den Östrogenwert, aber es wurde festgestellt, dass der Manganwert sehr niedrig ist.

Ich habe nun gerade noch einmal nachgelesen und gesehen, dass Mangan auch verantwortlich ist für die Funktion der Eierstöcke. Vielleicht besteht da ja ein Zusammenhang...

Möglicherweise sind die anderen Symptome, also die Fettplacken und die Rehe ja auch eine Folge davon. Jedenfalls sagte der TA, dass ein so hoher Östrogenwert wie bei Püppi (bei der ersten Blutuntersuchung) einen sehr großen Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel haben kann.

Ich meld mich, wenn ich die genauen Werte weiß!

LG,
Verena
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Antwort #36 - 09. Dezember 2006 um 09:36
 
www.labor28.de/lab_mag/dez2005/proinsulin8.html

Metformin wurde auch schon an Pferden getestet aber es kam zu schlimmen Nebenwirkungen das es beim Pferd nicht einsetzbar ist

Wie wirkt der Inhaltsstoff?

Metformin wird bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) vom Typ 2 eingesetzt. Es ist vor allem für übergewichtige Patienten geeignet, wenn der Blutzuckerspiegel durch Diät und verstärkte körperliche Betätigung nicht ausreichend gesenkt werden kann.

Kohlenhydrate sind wesentliche Bestandteile unserer Nahrung. Der Körper nimmt sie nur dann auf, wenn sie in kleinste Teilchen gespalten sind. Kohlenhydrate werden daher im Magen und im Darm zu Glucose, einem Zuckerteilchen, abgebaut.

Die Zuckerteilchen gehen vom Darm in das Blut über. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel. Das Blut transportiert die Teilchen zu den Geweben, die Energie benötigen, denn Zucker ist für den Körper Energie. Damit die Gewebezellen den Zucker aus dem Blut aufnehmen können, brauchen sie einen Helfer - das Hormon Insulin.

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und gespeichert. Die Drüse gibt das Hormon in das Blut ab, wenn sie durch den steigenden Blutzuckerspiegel dazu gereizt wird. Insulin ermöglicht den Gewebezellen, den Zucker aufzunehmen. Folglich sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Dieser Regelmechanismus hält den Blutzuckerspiegel annähernd konstant. Das ist sehr wichtig. Ist der Blutzucker dauerhaft erhöht, passieren zwei Dinge:

1. Das Gewebe wird nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt. Die Zellen holen sich die fehlende Energie aus anderen Stoffen. Dabei entstehen giftige Stoffwechselprodukte.
2. Der im Blut kreisende Zucker lagert sich in den Blutgefäßen ab. Augen und Nieren werden geschädigt, und der Blutdruck steigt.

Sehr oft reagieren beim Typ-2-Diabetiker die Gewebezellen schwächer auf das Insulin. Man nennt diesen Zustand auch Insulin-Resistenz. Um den Zucker in die Zellen einzuschleusen werden immer größere Mengen Insulin benötigt, die der Körper nicht bereitstellen kann.

Metformin zählt zur Arzneistoffgruppe der Biguanide: verschiedene blutzuckersenkende Arzneistoffe, die sich in Aufbau und Wirkung sehr ähnlich sind. Metformin verbessert die Wirkung von Insulin in den Muskeln und im Fettgewebe: Die Zellen können mehr Zucker aufnehmen und verwerten. Zusätzlich wird bereits im Darm weniger Zucker in das Blut aufgenommen, und auch die körpereigene Produktion von Zucker in der Leber geht zurück. Metformin senkt dadurch nicht nur den Blutzuckerspiegel, es erleichtert auch die Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Patienten.



Anwendungsgebiete



Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) Typ 2



Packungsgrößen



30 Filmtbl. (N1) 500 mg


120 Filmtbl. (N2) 500 mg


30 Filmtbl. (N1) 850 mg


120 Filmtbl. (N2) 850 mg



Warnhinweise!



Die Behandlung der Zuckerkrankheit mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen Kontrolle. Bis zur optimalen Einstellung bzw. bei Präparatwechsel sowie durch unregelmäßige Anwendung dieses Arzneimittels kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.


Während der Therapie mit diesem Medikament muss der Alkoholgenuss eingeschränkt werden.



Wann ist das Medikament nicht für Sie geeignet (Gegenanzeigen)?



Abhängigkeit von Alkohol (Alkoholismus)


Eingeschränkte Atemfunktion


Eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion


Funktionsstörungen der Gefäße


Funktionsstörungen des Herzens


Gabe von Röntgenkontrastmitteln


Vor großen Operationen



Schwangerschaft und Stillzeit



Während der Schwangerschaft und der Stillzeit darf das Medikament nicht angewendet werden.



Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.



Blähungen


Bauchschmerzen


Veränderung des Geschmacksempfindens


Übelkeit, Erbrechen, Durchfall


Schwere Stoffwechselentgleisung durch zu viel Milchsäure im Blut (Lactatazidose) (Sehr selten oder Einzelfälle )


Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Sehr selten oder Einzelfälle )


Blutarmut (Anämie) (Sehr selten oder Einzelfälle )



Wechselwirkungen

Andere blutzuckersenkende Medikamenten, Herz-Kreislaufmedikamente aus der Gruppe der ACE-Hemmer und der Beta-Blocker, Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Entzündungshemmer sowie Medikamente gegen Depressionen können die blutzuckersenkende Wirkung von Metformin verstärken.

Kortison, harntreibende Medikamente, Schilddrüsenhormone, Sexualhormone und Asthma-Medikamente aus der Gruppe der Beta-2-Agonisten können die Wirkung von Metformin einschränken.

Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Metformin in unvorhersehbarer Weise verstärken.

Patienten, die Herz-Kreislauf-Medikamente aus der Gruppe der Beta-Blocker erhalten, erkennen die Warnsignale von Unterzucker, wie Herzklopfen nicht mehr so gut.

Das Medikament kann die Wirkung weiterer Medikamente verstärken oder abschwächen oder selbst verstärkt oder abgeschwächt werden. Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen.

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Antwort #37 - 11. Dezember 2006 um 14:44
 
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