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PCO Syndrom-EMS Hormonstörungen Pferd (Gelesen: 39794 mal)
Pony
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01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo
Sollte es möglich sein das es Pferde gibt die an diesem Syndrom auch leiden??


Das Syndrom der Polyzystischen Ovarien (PCOS) ist eine Erkrankung, die bei 5% der geschlechtsreifen Frauen auftritt.

In der NICHD-PCOS Konsensuskonferenz in den USA 1990 wurde es durch Zyklusstörungen (Oligo- oder Amenorrhoe), einen männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus) und/oder vermehrte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie) definiert, wobei in vielen Fällen ein unerfüllter Kinderwunsch besteht. Zudem finden sich bei etwa 70% der Patientinnen Eierstockzysten (PCO- polyzystischen Ovarien).

In einer neueren Definition, die 2003 in Rotterdam durch eine PCOS-Expertengruppe festgelegt wurde, liegt ein PCOS vor, wenn zwei der drei Kriterien: 1. Zyklusstörung, 2. Erhöhung der männlichen Hormone und/oder äußere Zeichen der erhöhten männlichen Hormonbildung, 3. Polyzystische Ovarien vorliegen. Die Polyzystischen Ovarien wurden hierbei ebenfalls neu definiert. Polyzystische Ovarien liegen vor, wenn im gynäkologischen Ultraschall mindestens ein Eierstock ein Volumen von mindestens zehn Milliliter und/oder mindestens zwölf "Zysten" (Follikel) von jeweils einer Größe von zwei bis neun Millimeter aufweist.

Klinisch imponiert das PCOS häufig durch ein Übergewicht, das zusammen mit einer Insulinresistenz das PCOS mit dem Metabolischen Syndrom verbindet. Das Metabolische Syndrom umfasst das Übergewicht (Adipositas), den Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie), die Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämien), die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und die Zuckererkrankung (Diabetes mellitus).

Tatsächlich ist bei Frauen mit PCOS im späteren Lebensalter ein erhöhtes Risiko für die Folgeerkrankungen des Metabolischen Syndroms zu finden.

Eine familiäre Häufung mit Vererbung des PCOS von der Mutter auf die Tochter wurde beschrieben, zudem zeigt sich bei Männern mit frühzeitiger Glatzenbildung (vor dem 30. Lebensjahr) ein gehäuftes Auftreten von Töchtern mit PCOS.

Die Differentialdiagnose betrifft vor allem andere Erkrankungen die einen Hirsutismus oder unerfüllten Kinderwunsch bedingen können, insbesondere Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, Nebenniere oder der Eierstöcke.


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Pony
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Antwort #1 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hormonstörungen beim PCOS

Beim PCOS verstärken sich mehrere endokrinologische Störungen in einem sich selbst verstärkendem Circulus vitiosus. Dabei besteht eine vermehrte Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse.

Die vermehrte LH Konzentration stimuliert am Eierstock (Ovar) die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene). Diese werden im Fettgewebe in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umgewandelt und entgegen dem normalen Menstruationszyklus azyklisch abgegeben. Dies bewirkt wiederum an der Hirnanhangsdrüse die bereits beschriebene Störung der LH und FSH-Ausschüttung.

Das FSH hat ebenfalls einen bedeutenden Einfluß, indem es bei der gesunden Frau an der Umwandlung der Androgene in Östrogene beteiligt ist und eine regelrechte Menstruation mit Eisprung gewährleistet.

Beim PCOS verstärkt der verminderte FSH Spiegel die bestehende Hyperandrogenämie und verhindert einen normalen Zyklus.

Die Hyperandrogenämie per se führt am Ovar zu einer Verdickung (Fibrose) der äußeren Eierstockwand (Kapsel), die zusätzlich dazu führt, daß die FSH-Wirkung blockiert wird. Zudem hemmen die hohen Androgenspiegel die Bildung eines Hormonbindungsproteins (SHBG- Sexhormonbindendes Globulin), dass normalerweise einen Teil der aktiven männlichen Hormone bindet und somit seine Wirkung vermindert.

Insulinresistenz beim PCOS

Die Insulinresistenz des PCOS führt kompensatorisch zu einer vermehrten Insulinfreisetzung. Die so entstehende Hyperinsulinämie verstärkt die vorbestehende Hyperandrogenämie, einerseits durch direkte Steigerung der ovariellen Androgenproduktion, andererseits durch vermehrte hypophysären LH-Freisetzung die am Ovar ebenfalls zu einer gesteigerten Hormonproduktion führt.

Insulin hemmt zudem die Bildung des Bindungsproteins SHBG in der Leber und stimuliert an der Nebenniere eine zusätzliche Bildung männlicher Geschlechtshormone.

Das PCOS zeigt eine familiäre Häufung, so dass eine genetische Komponente in der Enstehung dieser Erkrankung anzunehmen ist.

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Antwort #2 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Periodenstörung (A-/ Oligomenorrhoe)

vermehrte Behaarung nach dem männlichen Verteilungsmuster (Hirsutismus)

erhöhte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie)

sowie
Metabolisches Syndrom
Übergewicht (Adipositas)
unerfüllter Kinderwunsch / Unfruchtbarkeit (Infertilität)
Zysten der Eierstöcke (Ovarialzysten)
Akne
Haarausfall
Acanthosis nigricans

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Antwort #3 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Stimulierbarkeit der Hormonsensitiven Lipase bei Großpferd und Pony

Inaugural-Dissertation
Dr.med.vet Nadine Riebandt
24.05.05

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/riebandtn_ss05.pdf
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Eddi




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Antwort #4 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Dazu fällt mir folgendes ein:
Sogenannte "entartete" Eierstöcke soll ein recht häufiges Stutenproblem sein, das oft als Nebenbefund einer Kolik gestellt wird.
Diese "Entartung" kann schnell,langsam oder auch gar nicht wachsen und enorme Größen aufweisen (Fussballgroß)
Eine OP ist riskant, weil die Eierstöcke bei der OP nicht sichtbar sind, gefühlt operiert werden muss und die Entartung sehr stark durchblutet ist.
Eine OP muss ab einer bestimmten Größe erfolgen um das Leben des Pferdes zu retten.
Das Verhalten der Stute ist gestört. Sie weißt oft regelrecht hengstige Verhaltensmuster auf, reagiert zum Teil aggressiv anderen Pferden gegenüber und ist im Zusammenhang mit anderen Pferden oft nicht mehr oder nur noch eingeschränkt reit- und händelbar.
Eine Hormonbehandlung durch den TA ist oft unbefriedigend.
Erfolg kann eine homöopathische Behandlung bringen (eigene Erfahrung).
Sie ist extrem leichtfutterig und rund, Blutwerte sind nie untersucht worden.
Bei Interesse kann ich ihr Tagebuch erstellen.
LG Eddi
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Antwort #5 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Eddi!

Ja - das Tagebuch würde mich total interssieren! - Also, wenn Du magst stellst Du es bitte ein?

Liebe Grüße

Claudia Zwinkernd
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nicole




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Antwort #6 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
im Internet gibt es gute Infos aus der Humanmedizin unter www.pco-syndrom.de.

Ich habe Kontakt mit der Uni Essen aufgenommen. Von den dortigen Humanmedizinern habe ich erfahren, dass
es bekannt ist, dass auch Kühe an PCOS erkranken können. Von Pferden war dort zunächst noch nichts bekannt.
Ich habe aber die Kontaktdaten von einem Kollegen erhalten, dessen Frau TA ist. Ich habe ihm die Daten auch
geschickt und warte nun auf Antwort.

Gruß

Nicole
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Eddi




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Antwort #7 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Tagebuch Püppe
Püppe haben wir, seitdem sie 5 Monate jung war.
Mit so ca 5 Jahren fing es an, dass sie grunzte wie ein Hengst, mit aufgerolltem Hals usw. und ganz unkontrolliert anfing Funny zu "decken".
Als Tastbefund ergab sich eine Entartung des rechten Eierstocks.
Eine Hormontherapie durch die TK brachte so gut wie Nichts.
Diese Entartung kann schnell,langsam oder auch gar nicht wachsen, kontrolliert wurde das im Abstand von 6 Monaten.
Glücklicherweise blieb er stabil.
Eine sofortige OP wird nicht gemacht, da diese sehr riskant ist. Das Ding ist sehr stark durchblutet und der TA arbeitet quasi ohne Sichtmöglichkeit.
Eine OP wird nur notfallmäßig ausgeführt, wenn dieses Ding eine gewisse Größe hat und zu platzen droht.
Zurück zu Püppe:
in der Zeit war ein Reiten oder Putzen mit Funny nicht möglich. Wenn wir sie von der Wiese holten, hatten wir Funny am Kopf und Püppe lang, weil sie immer unkontrolliert auch im Gehen gedeckt hat.
Einen Tag bekam ich beide gar nicht alleine von der Wiese und mein Mann und ich haben einzeln geführt, mein Mann durch Nachbars Garten. Sie sah Funny und sprang meinem Mann auf die Schulter - es war lebendsgefährlich.
Dieses Verhalten zeigte sie lediglich von Mai bis in den Herbst. und war glücklicherweise nicht in der Reithalle so und bei fremden Pferden.

Da ja nun die Hormontherapie nur für den Hersteller nützlich war, habe ich selbst etwas tun müssen.
Sie bekam, sobald das "Grunzen" im Frühjahr anfing, auf das Krankheitsbild zugeschnittene homöopathische Tropfen ( Nymphosal von Weravet/Assmann).
Erfolg: bereits am nächsten Tag wurde das Grunzen weniger und das Decken hörte auf.
Die ersten Jahre bekam sie sie durchgehend vom Frühjahr bis in den herbst, später dann nur noch, wenn das Grunzen anfing.
Die Wirksamkeit der Tropfen bestätigten sich, als ich ein Jahr die Flaschen verwechselt habe und ich mich erschrocken habe, dass die Tropfen nicht mehr wirken!
Aber glücklicherweise wirkten die Richtigen dann doch!
Seit 2 Jahren ist ihr Verhalten normal, kontrolliert habe ich nicht mehr, wäre aber wahrscheinlich bei der letzten Kolik vor 2 Jahren aufgefallen, wenn da noch etwas gravierendes gewesen wäre.
Sie ist jetzt 19!
Laut TK ist dies ein häufiges Stutenproblem.

LG Eddi

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Antwort #8 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
@ Eddi

Das ist ja der Hammer. Danke Eddi, das ist ja total interessant und zeigt uns wiedermal, daß Homöopathie einfach genial ist.

Mich hat das ganze jetzt irgenwie daran erinnert, daß früher Angel immer gewiehert hat, als ob ein röhrender Hirsch unterwegs wäre....Durchgedreht - das war mitunter schon ganz schön peinlich....:p - dann hat letztes Jahr mein Homöopath mir Kügelchen dafür/dagegen gegeben.... und siehe da, das Röhren ist verschwunden.....

Liebe Grüße

Claudia Zwinkernd
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Antwort #9 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Eddi,

kann auch das "hengsteln" von tragenden Stuten in diese Rubrik fallen? Die Stute einer Freundin hatte das bei bisher jeder Trächtigkeit und auch dieses Mal ab dem 4. Monat etwa zeigt sie sich hengstig.

LG

Romana
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Pony
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Antwort #10 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Informationen zum PCOS

Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine Erkrankung, die bei etwa 5-10% der geschlechtsreifen Frauen auftritt. Der Erkrankungsbeginn liegt typischerweise zwischen dem 15 und 25 Lebensjahr.

Das PCOS ist charakterisiert durch Zyklusstörungen (A- oder Oligomenorrhoe) in Kombination mit einem männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus), Akne oder Haarausfall (Alopezie) und/oder einer Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie). Andere Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, der Nebenniere und der Eierstöcke müssen zudem ausgeschlossen werden. Nach dieser im Jahre 1990 von der NIH (National Institutes of Health) festgelegten Definition finden sich nur bei 70% der Patientinnen sonographisch die klassischen polyzystischen Ovarien, die ursprünglich (Stein und Leventhal 1935) namensgebend waren.

Die Einführung einer neuen Definition ist aktuell Gegenstand heftigster Diskussionen. So wurde im Jahre 2003 die neue Rotterdam-Definition des PCOS ins Gespräch gebracht, die besagt, dass ein PCOS vorliegt wenn zwei der drei folgenden Kriterien zutrifft: 1. Zyklusstörung (d.h. entweder keine Periode oder Abstände der Blutungen > 35 Tage), 2. Polyzystische Ovarien und 3. Zeichen der erhöhten männlichen Hormone (z.B. erhöhte männliche Hormone im Blut). International richten sich die meisten Ärzte bislang noch nach der NIH-Definition.

Klinisch imponiert das PCOS zusätzlich durch Übergewicht und einen unerfüllten Kinderwunsch. Das PCOS zeigt eine familiäre Häufung, so dass eine genetische Komponente ursächlich anzunehmen ist. Bisher liegen von verschiedenen Studien jedoch sehr heterogene Ergebnisse vor. In zahlreichen Untersuchungen konnte ein Zusammenhang des PCOS mit dem Metabolischen Syndrom festgestellt werden. Das Metabolische Syndrom umfasst eine Übergewichtigkeit (Adipositas), Zuckerverwertungsstörung (Diabetes mellitus), Blutfettwerterhöhung (Hyperlipidämie), Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) und die Gefäßverkalkung.

Das Krankheitsbild PCOS wird jedoch nicht nur durch die körperlichen Beschwerden geprägt. Die klinische Symptomatik des PCOS, vor allem die vermehrte Körperbehaarung, das Übergewicht und die Unfruchtbarkeit haben deutliche Auswirkungen auf psychosozialer Ebene mit massiven Einschränkungen im Bereich der Lebensqualität, der Lebenszufriedenheit und der Sexualität.

Zur Diagnostik des PCOS sind umfangreiche Untersuchungen notwendig. Dazu gehört immer ein ausführliches Gespräch mit der Patientin (Beginn der ersten Periode, Menstruationszyklus, Pubertätsentwicklung, Familiengeschichte etc.), eine körperliche Untersuchung mit Beurteilung der Haut und der Körperbehaarung und Bluttests mit Bestimmung verschiedener Hormone. Komplettierend sollte eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke durchgeführt werden. Eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der Nebenniere und des Eierstocks (Ovar) muss ausgeschlossen werden. Zudem ist eine Untersuchung der Schilddrüsenfunktion erforderlich, da ein Teil der PCOS Patientinnen zusätzlich noch an einer Autoimmunentzündung der Schilddrüse (Autoimmunthyreoiditis) leidet, die zu einer Unterfunktion führen kann. Diese Schilddrüsenunterfunktion kann, genauso wie das PCOS, Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Die bis dato praktizierten therapeutische Ansätze in der Behandlung des PCOS richten sich vornehmlich nach der im Vordergrund stehenden klinischen Symptomatik. Neue Therapiekonzepte sind in der Entwicklung. Eine ausführliche Darstellung der Therapiekonzepte finden Sie unter www.pco-syndrom.de

Bei allen betroffenen Patientinnen sollte nach der Diagnosesicherung und Therapieeinleitung durch den betreuenden Gynäkologen in Kooperation mit einem Internisten frühzeitig eine Behandlung des Metabolischen Syndroms begonnen werden, um kardiovaskulären Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, etc.) vorzubeugen.

Eine detaillierte Darstellung des PCO-Syndroms (Diagnostik, Pathomechanismus, Therapie, Literatur etc.) finden Sie unter:
www.pco-syndrom.de

Hormonstörungen beim PCOS
Beim PCOS verstärken sich mehrere endokrinologische Störungen in einem sich selbst verstärkendem Circulus vitiosus. Dabei besteht eine vermehrte Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse.

Die vermehrte LH Konzentration stimuliert am Eierstock (Ovar) die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene). Diese werden im Fettgewebe in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umgewandelt und entgegen dem normalen Menstruationszyklus azyklisch abgegeben. Dies bewirkt wiederum an der Hirnanhangsdrüse die bereits beschriebene Störung der LH und FSH-Ausschüttung.

Das FSH hat ebenfalls einen bedeutenden Einfluss, indem es bei der gesunden Frau an der Umwandlung der Androgene in Östrogene beteiligt ist und eine regelrechte Menstruation mit Eisprung gewährleistet.

Beim PCOS verstärkt der verminderte FSH Spiegel die bestehende Hyperandrogenämie und verhindert einen normalen Zyklus.

Die Hyperandrogenämie per se führt am Ovar zu einer Verdickung (Fibrose) der äußeren Eierstockwand (Kapsel), die zusätzlich dazu führt, daß die FSH-Wirkung blockiert wird. Zudem hemmen die hohen Androgenspiegel die Bildung eines Hormonbindungsproteins (SHBG- Sexhormonbindendes Globulin), dass normalerweise einen Teil der aktiven männlichen Hormone bindet und somit seine Wirkung vermindert.



Insulinresistenz beim PCOS

Die Insulinresistenz des PCOS führt kompensatorisch zu einer vermehrten Insulinfreisetzung. Die so entstehende Hyperinsulinämie verstärkt die vorbestehende Hyperandrogenämie, einerseits durch direkte Steigerung der ovariellen Androgenproduktion, andererseits durch vermehrte hypophysären LH-Freisetzung die am Ovar ebenfalls zu einer gesteigerten Hormonproduktion führt.

Insulin hemmt zudem die Bildung des Bindungsproteins SHBG in der Leber und stimuliert an der Nebenniere eine zusätzliche Bildung männlicher Geschlechtshormone.



Genetik

Obwohl die Erkrankung schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist, sind die Ursachen des PCOS weiterhin ungeklärt. Es gibt Hinweise auf eine genetische Komponente, da familiäre Häufungen beobachtet werden. So haben Töchter gehäuft Mütter oder Schwestern mit PCOS oder Väter und Brüder mit frühzeitige einsetzender androgenetischer Alopezie.

Ethnische Unterschiede im klinischen Erscheinungsbild geben ebenfalls Hinweise auf einen genetischen Hintergrund des PCOS. Die Heterogenität des Krankheitsbildes mit verschiedenen klinischen Ausprägungen, die unterschiedlichen Definitionen, das Fehlen eines klar definierten männlichen Phänotyps und der offensichtlich komplexe Vererbungsmechanismus erschweren die Identifizierung der an der Entstehung des PCOS beteiligten Gene. Zudem stehen keine geeigneten Tiermodelle zur Verfügung, die zur Untersuchung genetischer Aspekte dieser Erkrankung herangezogen werden können.

Wenngleich das PCOS eine familiäre Häufung zeigt, mangelt es aufgrund der dargestellten Probleme bislang an Kopplungsanalysen. Auf der Suche nach möglichen Kandidatengenen werden zur Zeit folgende Systeme untersucht: Die Signalkaskade des Insulins (Insulin-Rezeptor-Substrat-1 und -2, Insulin-Rezeptor, Insulin-Promotor), Einflussfaktoren der Insulinresistenz (PPARg, PON1), der Fettstoffwechsel/ Ernährung (Leptin, Ghrelin, Adiponectin, GNAS1), Nebennierenenzyme (CYP 11a, 3ß-HSD Typ 1 und 2, 17ß-HSD), das Ovar beeinflussende Faktoren (Inhibin, Follistatin, IGF1, IGF2) und andere (Calpain 10, IL6, TNFα).
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Antwort #11 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Tja mir stellt sich die Frage, haben das vielleicht auch Pferde??
Ist das Möglich??
Kann jemand mal mit seinem TA sprechen der ein Pferd (Stute) hat mit Metabolischem Syndrom
Denn ich kann mir gut vorstellen das auch da ein zusammenhang bestehen könnte...aber nicht muß
lg
Petra

Diagnostik des PCOS
http://www.pco-syndrom.de/diagnostik

Diagnostik der Insulinresistenz
http://www.pco-syndrom.de/diagnostik_insulinresistenz

Diagnostik des Metabolischen Syndroms
http://www.pco-syndrom.de/diagnostik_metabolisches_syndrom
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Antwort #12 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Bei mir kommt morgen die TÄ zum Blutabnehmen. Da werde ich mal nachfragen.

Und gegen Ende der Woche, wenn ich das Insulin-Ergebnis habe rufe ich eh in der Tierklinik an (die bekommen von mir dann immer extra noch die Werte....), dann werde ich da auch mal nachfragen.

Liebe Grüße

Claudia     Zwinkernd
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Antwort #13 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Also. die TÄ war heute da, ich hab ihr was vom PCOS ausgedruckt und sie gefragt, ob sie sich das vorstellen könnte, daß es das beim Pferd auch gibt.

Sie hat gesagt, sie würde sich das mal durchlesen und dann beim Labor anrufen, ob die diese Hormone bestimmen können. Wenn ja, dann schickt sie gleich was mit ein.
Weil bei Angel war die Rosse ja auch immer schon mehr als unauffällig, dann das geröhre (wiehern), das sich mehr nach Hengst (oder Hirsch  Laut lachend)) angehört hat, und so. Außerdem merkt man seit ein paar Wochen auch richtig, wenn sie rossig ist - das war früher nie der Fall.

Na, mal schaun ob da was bei rauskommt.

Liebe Grüße

Claudia     Zwinkernd
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Antwort #14 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Da bin ich auch mal gespannt.
Als ich das hier gelesen habe, ist mir wieder die Schwester meiner beiden Jungs eingefallen. Sie wurde 6-jährig bei der Züchterin über die Regenbogenbrücke geschickt. Sie hatte mehrere Reheschübe, benahm sich wie ein Hengst, (sah auch so aus) wurde nicht trächtig und eine Hormonbehandlung blieb erfolglos...

Wenn es klappt, werden wir in der 2. Februarwoche bei meinen beiden Jungs Blut nehmen, ich bin ja wirklich mal gespannt.
Könnte es denn Vergleichbares auch beim Hengst geben?
Hier wird ja nur von den weiblichen Spezies gesprochen.

LG
Tanja
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Antwort #15 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
Hallo Tanja!

Also, da kann ich jetzt auch noch nichts genaues dazu sagen. Ich werde mal schaun, was meine TÄ spricht, ich kann sie ja mal fragen, ob das evtl. bei Hengsten auch in Betracht kommt.
Ich hoffe, daß ich am Freitag das Insulin-Ergebnis bekomme. Dann melde ich mich diesbezüglich wieder.

Liebe Grüße

Claudia    Zwinkernd

PS: Ich drücke auch Deinen beiden Jungs die Daumen, daß Ihr möglichst schnell einen Grund für ihre Probleme herausfindet.
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Antwort #16 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
eddi
Was ist das denn eigentlich genau was eure Püppi hat?

lg Kathrin
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Antwort #17 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
gefunden in einem anderen forum

Wir haben von unserer 9jährigen Stute via TA/Labor vorsorglich/routinemäßig (also ohne besonderen Grund) ein Blutbild erstellen lassen, mit dem für uns erschreckenden Ergebnis, dass eine Gravidität (Trächtigkeit) nicht ausgeschlossen bzw. anzunehmen ist. Statt des normalerweise üblichen 20 bis 25 tgr. Östrogensulfat-Wertes hat unsere Stutet 50,5 tgr.
Die anschließende Ultraschall-Untersuchung hat zu keinem abschließenden Ergebnis geführt. Auch keine Zysten etc. feststellbar.


Also ich denke das es dann doch einen zusammenhang gibt mit PCO und Metabolischem Syndrom
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Antwort #18 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
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Antwort #19 - 01. Januar 1970 um 01:03
 
http://www.laboklin.de/pdf/de/news/pferde_endokrinologie.pdf

- Östradiol-17ß

Indikation: Abklärung des Funktionszustands der Ovarien, Verdacht auf ovarielle

Neoplasien bzw. Ovarialzysten

Untersuchungsmaterial: Serum oder Plasma, 0,5 ml

Bewertung

Proestrus: 1.2 - 6.2 pg/ml

Östrus: 7.1 - 13.0 pg/ml

Diestrus: 3.7 - 5.0

Deutlich bzw. dauerhaft erhöhte Konzentrationen sprechen für das Vorliegen von

Ovarialzysten bzw. östrogen produzierenden Neoplasien.

Kosten: € 12,80 (zzgl. MwSt.)

Testlaufzeit: 1 Woche

- Progesteron

Indikation: Abklärung des Funktionszustands der Ovarien, Trächtigkeitsdiagnose

(besser: Nachweis des Ausbleibens einer Luteolyse) zwischen Tag 19 bis 21

Untersuchungsmaterial: Serum, 0,5 ml

Bewertung:

< 2 ng/ml: Östrus

> 2 ng/ml Diöstrus (Konzentration abhängig von der Lutealphase)

Konzentrationen > 2 ng/ml zwischen Tag 19 und 21 und sprechen für eine erfolgte

Konzeption. Messungen zu einem späteren Trächtigkeitsstadium sind schwierig zu

interpretieren, da während der cyclischen lutealen Sekretion ähnliche

Konzentrationen erreicht werden können.

Kosten: € 12,80 (zzgl. MwSt.)

Testlaufzeit: 1 Tag

- Testosteron

Indikation: Verdacht auf Kryptorchismus beim männlcihen Tier, Verdacht auf

Ovarialtumoren beim weiblichen Tier

Untersuchungsmaterial: Serum oder Plasma, 0,5 ml

Bewertung

Hengst: 1.5 - 5 ng/ml

Wallach: < 0.04 ng/ml

Stute: < 0.04 ng/ml, erhöhte Konzentrationen sprechen für

androgenproduzierende Neoplasien (Granulosa-Theka-

Zelltumor, NNR)

Kosten: € 17,90 (zzgl. MwSt.)

Testlaufzeit: 1 Woche

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