Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Diagnostik des Equinen Metabolischen Syndroms (Gelesen: 32910 mal)
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30. November 2005 um 21:29
 
die Diagnostik des Equinen Metabolischen Syndroms
sollte nach einer mindestens fünf-, besser zwölfstündigen Fastenperiode erfolgen.

Bestimmt werden: Glukose, Triglyzeride, Fruktosamin, T3, T4, Cortisol, ACTH und Insulin. Weiters werden ein sogenannter Glukosetoleranztest und bei Indikation ein TRH - Stimulationstest durchgeführt.

Die Parameter Glukose, Triglyzeride, T3, T4 und Cortisol werden von den meisten Labors angeboten.
Hier wäre neben den richtig gewählten Blutröhrchen (Li - Heparin, Serum- und Natriumfluoridröhrchen) vor allem auf eine nicht allzu lange Transportzeit zu achten, da ansonsten Glukose abgebaut wird.

Komplizierter ist die Bestimmung der Werte ACTH und Insulin.
Beim Insulin genügt es laut Aussage unseres Labors, wenn das Serum (rotes Röhrchen) sofort abzentrifugiert wird und mit Kühlakkus gekühlt innerhalb weniger Stunden per Kurierdienst einlangt.
Ist ein derart rasches Einlangen nicht gewährleistet, so muß das Insulin (abzentrifugiertes Serum) ebenso wie das thermolabile ACTH (abzentrifugiertes Plasma aus EDTA - Röhrchen) bei - 20°C tiefgefroren verschickt werden.

Dies ist in der Praxis oft schwierig durchzuführen.
Hier wäre eine Bestimmung somit nur sinnvoll, wenn das Labor oder die TA-Praxis ganz in der Nähe ist.
Wir schlagen unseren Tierärzten daher drei Möglichkeiten vor:

a) das Pferd zu einem kompletten Check an die Klinik zu überweisen,

b) alternativ einen overnight Dexamethasonsuppressionstest zu machen, um wenigstens das ECS diagnostisch ausschließen zu können,

c) in Einzelfällen, wenn die Besitzer ihre Pferde nicht an der Klinik vorstellen wollen und bei ansonsten eindeutigen klinischen und labordiagnostischen Befunden (junges Pferd, typische Fettverteilung und Übergewicht, Hufrehe, erhöhte Glukose-, Triglyzeridwerte, pathologischer Glukosetoleranztest, Cortisol im Normbereich) auf die Bestimmung von ACTH und Insulin zu verzichten und managementtechnisch von einem EMS auszugehen.

zu der Fastenzeit:

Die lange Fastenzeit wird einerseits international empfohlen, um Einflüsse des Futters auf den Kohlenhydrat- und damit indirekt den Insulinstoffwechsel auszuschließen und andererseits benötigt, um den oralen Glukosetoleranztest durchführen (Futter im Magen kann den Test beeinflussen) zu können.
Die Interpretation der Werte ist von den Referenzwerten des Labors abhängig.
Allgemein gilt: Glukose, Fruktosamin, Triglyzeride, Insulin sind zumeist erhöht, T3 und T4 sind zumeist erniedrigt (der TRH - Stimulationstest ist allerdings normal), Cortisol und ACTH liegen im Normbereich (im Unterschied zum ECS), der Glukosetoleranztest zeigt einen diabetogenen Typ (d.h. übermäßigen Anstieg und nur langsamen Abfall der Glukose im Blut) an.
Individuelle Varianzen bestehen natürlich und müssen immer in Zusammenhang mit den klinischen Symptomen gebracht werden.

vielen Dank Frau Dr. S. W. aus Wien
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Antwort #1 - 18. Februar 2006 um 01:39
 
Auf Wunsch nochmals zusammenfassend ein paar Worte zur Diagnostik:

1) Vorgeschichte
- vorwiegend leichtfuttrige Rassen (Ponyrassen, Spanische Mustangs, Morgans, Araber, etc.)
- Alter zwischen 6 und 20 Jahren

2) Klinisches Erscheinungsbild:
- zumeist Übergewicht und/oder
- Fettdepots an bestimmten Stellen: vor dem Euter bzw. im Schlauchbereich, um die Schweifwurzel, am Mähnenkamm, über den Augen
- Anzeichen schleichender Rehe können vorhanden sein: abgeflachte Sohle, verbreiterte weiße Linie, Ringbildung
- später klinisch manifeste Reheschübe
- vermehrter Appetit
- gelegentlich gesteigerter Durst und häufiges Harnlassen (Polydipsie, Polyurie)
- Lethargie

3) Laborwerte: sollten nach einer zwölfstündigen Fastenperiode erhoben werden.

(Normwerte sind z.T. laborabhängig, bitte dort erfragen. Die angegebenen Normwerte beruhen auf den mir zur Verfügung stehenden Befunden "meines" Labors. Achtung, beim Vergleich Einheiten beachten!).

- Insulin (Norm = 70 - 140 pmol/l) ist erhöht: kann bei MS über 300 pmol/l ansteigen
[SPACE=5](Normwerte beim "MedVet-Labor": 10-20mU/l)
- Glukose (Norm = 55 - 95 mg/dl) ist zumeist leicht erhöht: liegt bei MS zumeist bei 110 - 140 mg/dl
- Triglyzeride (Norm = unter 50 mg/dl) sind ebenfalls meist leicht erhöht: steigen auf über 50 mg/dl. Bedenklich wird es etwa ab 200 mg/dl (Hyperlipidämie)

- Cortisol (Norm = 3 - 6,7 µg/dl) und ACTH (Norm = 20 - 50 pg/ml) sollten normal sein, können jedoch bei schmerzbedingten Streßsituationen (akute Hufrehe!) leicht ansteigen und daher falsch positiv sein.

- Dexamethasontest (Blutabnahme, 40 µg Dexamethason/kg Körpermasse intramuskulär, neuerliche Blutkontrollen nach 15 und 19 Stunden) dient dem Ausschluß des ECS: beim gesunden Pferd erfolgt Absinken des Cortisolwertes unter 1 µg/dl

- Schilddrüsenwerte T 3 (Norm = 0.3 - 0.9 µg/l) und T 4 (Norm = 1.3 - 4.1 µg/dl) können fälschlicherweise zu niedrig sein ("euthyroid sick syndrome" ) , die Schilddrüse lässt sich jedoch mit einem TRH - Stimulationstest normal stimulieren.

- intravenöser Glukosetoleranztest: 0,5 g Glukose/kg Körpermasse wird in 50%iger Lösung rasch intravenös infundiert und der Zuckerspiegel in kurzen Abständen kontrolliert. Beim gesunden Pferd erfolgt eíne Rückkehr in den Normbereich nach etwa ein bis zwei Stunden. Beim MS bleibt der Spiegel auch nach drei Stunden noch erhöht (Insulinresistenz)

Eine Möglichkeit bereits im Frühstadium die Insulin-Resistenz des Pferdes festzustellen ist folgende Berechnung:
G (Glukose in mg/dL)
I (Insulin uIU/mL)
ist dieser Wert dann kleiner als 4,5 deutet das auf IR hin.


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Antwort #2 - 29. November 2005 um 20:05
 
Sowohl beim Menschen als auch beim Pferd scheint Fettleibigkeit die Neigung zum Metabolischem Syndrom auszulösen. Allgemein geht man davon aus, daß Körperfett eine neutrale Substanz ist, die einzig und allein als Energiespeicher dient, dies ist weit von der Wahrheit entfernt.
Körperfett (speziell das am Bauch, Leber und an den skeletären Muskeln) enthält Zellen, die stoffwechseln und hormonell sehr aktiv sind. Und wenn sie dann zu zahlreich vorhanden sind, können sie durch ihre Aktivitäten eine Kaskade an Stoffwechselproblemen auslösen bis hin zur Insulinresistenz oder zur anhaltenden Hyperglykemie. Diese Abnormalitäten üben eine Vielfalt an Auswirkungen auf das Cardiovasculäre System und Knochen aus. Einer dieser Effekte ist eine gesteigerte Synthese und Ausschüttung von Cortisol in die peripheren Gewebe des Körpers, dies kann verantwortlich sein für die Anfälligkeit dieser Pferde zur Hufrehe.
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Antwort #3 - 29. November 2005 um 20:05
 
Ob nun Hufrehe, Hauterkrankungen, Durchfall, Kolik, schlechter Haarwechsel, Leberstörung oder sonstige unerklärlich auftretenden Erkrankungen: Oft genug wird hier nur das Symptom behandelt und der sehr wahrscheinlich gestörte Stoffwechsel des Pferdes nicht untersucht. So kommt es dann oft nur zu einer kurzzeitigen Besserung bis es dann wieder hakt.
Hier gilt es dann auch, den Organismus im Ganzen zu betrachten und die Basis des Problems ausfindig zu machen. Dazu muß man jedoch zunächst die Grundlagen dieser Vorgänge kennen und sich stets vor Augen halten, daß ein Ungleichgewicht an einer Stelle Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel nach sich ziehen kann.

Der Stoffwechsel hat auf- und abbauende Funktionen.
Als "Transportweg" im Pferdekörper dienen die Blutwege. Es befördert Nährstoffe, Sauerstoff, Hormone, die in Zellen aufgenommen werden. Das ist der aufbauende Stoffwechsel. Andererseits transportiert es auch Kohlendioxid, Giftstoffe und Stoffwechselmetaboliten zu den Ausscheidungsorganen. Der abbauende Stoffwechsel ist also die "Müllabfuhr", die die Abfallprodukte zur Lunge, Haut, den Darm und die Nieren bringt. Ein Stoffwechsel wird beeinflußt durch Wärme, Kälte, Medikamente, Hormone, ja auch durch Stress.

Damit denn nun der körpereigene Pizza-Blitz und die Müllabfuhr so richtig funktionieren, benötigt der Lastenträger Zelle Kohlenhydrate, Sauerstoff, Wasser, Proteine, Fette, Mineralien, Vitamine und Hormone. Nun muß man nur noch wissen, warum dies benötigt wird.

Proteine sind wichtig für den Aufbau aller Strukturen und Hauptbestandteil der Enzyme, durch die die Zelle ihre Arbeit verrichtet, die Enzyme sind die Katalysatoren des Organismus bei chemischen Reaktionen.

Kohlenhydrate sind die Energielieferanten und werden entweder in den Muskeln oder in der Leber gespeichert undhelfen bei der Fettsynthese, werden in der Zelle verbrannt oder zu Milchsäure vergoren. Jetzt wird es interessant für Insulinresistente Pferde: Beim Kohlenhydratstoffwechsel wird der aus dem Darm gewonnene Zucker (Glukose) in der Leber zu Glykogen umgewandelt und bei Bedarf in das Blut abgegeben, z.B. bei größerer Anstrengung. Bei Mangel an Zucker wird das Glykogen dann aus bestimmten Aminosäuren und aus Fett gebildet.Die aus der Muskelarbeit stammende Milchsäure wird zum größten Teil in Glykogen überführt.

Lipide enthalten Fettsäuren, die als Nährstoff und Energielager genutzt werden und sind wichtig für den Aufbau von Zellorganellen.

Wasser ist Lösungs-, Transportmittel, ist wichtig für die Strukturerhaltung unmd zur Wärmeregulierung.

Mineralstoffe sind Mengen- und Spurenelemente und sind wichtig für:
die Regulierung und Reaktion der Körperflüssigkeiten und mildern Übersäuerung,
bestimmen den Druck der Körperflüssigkeit, bilden Knochen,Zähne, Knorpel, Leiten die Reize von Nerv zu Nerv - und Nerv zu Muskel, sind Teile von Enzymen, Hormonen und auch des Blut- und Muskelfarbstoffs und sind wichtig für die Blutgerinnung. Aus diesem Grunde ist eine ausgewogene (also nicht zuviel und nicht zu wenig) Deckung des Mineralstoffbedarfs sehr sehr wichtig. Leider verlassen sich nur all zu viele Pferdehalter darauf, das in den Sommermonaten die Weide alles liefert - ein Irrtum.

Die Leber ist wichtig für den Eiweißstoffwechsel und bildet viele Proteine. Dazu aber benötigt sie schwefelhaltige Aminosäuren, nämlich Methionin und Cystein, ohne diese Stoffe funktioniert die Entgiftung nicht korrekt und führt zu Leberschäden. Wenn die Ammoniakentgiftung aber gestört ist, kann dies zu schweren Zentralvervalen Erkrankung und zur Störung der Blutgerinnung kommen.

Fettsäuren oder auch Aminosäuren, die nicht im Körper selbst hergestellt werden können, muß mit der Nahrung aufgenommen werden, diese heißen dann essentielle Fettsäuren.

Damit dann aber auch alles, was der Körper aufgenommen und verwertet hat, ordentlich wieder herauskommt, braucht der Körper Ballaststoffe. Die ständige Zufuhr dieser Ballaststoffe animiert den Dickdarm, Ballast regelmäßig auszuscheiden.

Bitte nicht hierzu schreiben,es folgt noch etwas. Mache kurze Pause...........
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Antwort #4 - 29. November 2005 um 19:07
 
ich habe heute ein sehr gutes Gespräch gehabt mit Herrn Dr. Bingold
er machte mich auf diese Krankheit aufmerksam...die leider hier in Deutschland noch nicht so bekannt ist....(wird wohl noch 1-2 Jahre dauern)
Es läßt sich leider auch noch nicht s finden was speziell aufs Pferd gemünzt ist (jedenfalls hier in Deutschland nicht)
Ich suche jetzt ein paar Erklärungen raus die für den Mensch geschrieben wurde aber wenn man das umlegt aufs Pferd sollte der ein oder andere mal Überlegen.....


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Antwort #5 - 29. November 2005 um 19:09
 
Beim metabolischen Syndrom sind mehrere wichtige Prozesse im Körper gestört: der Zucker- und der Fettstoffwechsel sowie der Blutdruck. Die meisten Menschen mit einem metabolischen Syndrom sind übergewichtig. Übergewicht trägt entscheidend zur Manifestation des Syndroms bei. Die Folgen sind gravierend: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, daraus folgend Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenversagen, Augenschäden und Durchblutungsstörungen in Beinen und Füßen treten gehäuft auf. Eine konsequente Therapie inklusive einer veränderten Lebensführung kann die Risiken entscheidend mindern
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Antwort #6 - 29. November 2005 um 19:10
 
Metabolisches Syndrom
Begriffsbestimung :
Das " metabolische Syndrom " ist eine neue Bezeichnung für eine Gruppe von Zivilisationskrankheiten, die gemeinsame Ursachen haben und sich gegenseitig verstärken. Es sind dies:
1.) Übergewicht
2.) Bluthochdruck
3.) Diabetes ( erhöhter Blutzucker ) verbunden mit
4.) Bewegungsmangel .

Übergewicht u. Bewegungsmangel verstärken sich gegenseitig: Übergewicht behindert vermehrte Bewegung, mangelnde Bewegung verhindert zuverlässig das Abnehmen.

Durch die dabei mitbeteiligte Erbanlage „ Diabetes „ wird auch die Fetteinlagerung in den Körper gefördert: Insulin wirkt nicht so gut u. Zucker wird , vereinfacht gesagt , nicht verbrannt, sondern in Fett umgewandelt.

Therapieprinzip :
Einzige Lösung: sowohl Bewegung vermehren, als auch Kalorienzufuhr reduzieren


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Antwort #7 - 29. November 2005 um 19:10
 
Metabolisches Syndrom
Der Diabetes Typ 2 ist meist Teil einer komplizierten Störung der Regelung und der Abläufe in verschiedenen Körperzellen. Diese Störung wird zusammengefasst mit dem Bergriff "Metabolisches Syndrom". Herzinfarkt, Schlaganfall und anderer Erkrankungen, welche mit Veränderungen der Arterien in Zusammenhang stehen, sind meist Folgen des Metabolischen Syndroms.

Eine bestimmte Art von Fettverteilung, der "Apfeltyp" (viel Bauchfett, wenig Fett im Bereich von Gesäß und Oberschenkeln) zusammen mit einer Insulinresistenz sind allgemeine Charakteristika des Metabolischen Syndroms.

Die Neigung zum Metabolischen Syndrom wird vererbt. Ca. 40 % der Bevölkerung in Deutschland haben diese Erbanlage. Mit zunehmendem Körpergewicht und zunehmendem Alter zeigen sich die einzelnen Facetten des Metabolischen Syndroms, welche sich gegenseitig verstärken.

Die wichtigsten Störungen beim Metabolischen Syndrom

Muskelzellen
Geringere Aufnahme von Glukose aus dem Blut.
Folge: Ansteigen des Blutzuckers.

Fettzellen
Geringere Aufnahme von Blutzucker.
Folgen: Blutzuckeranstieg und zusätzlich durch Störung des Fettstoffwechsels vermehrte Freisetzung von Fettsäuren.

Leberzellen
Geringere Aufnahme von Blutzucker.
Folgen: Blutzuckeranstieg aufgrund mehrerer Ursachen: neben geringerer Glukose-Aufnahme in die Leber zusätzlich vermehrte Glukoseproduktion (Gluconeogenese), sowie Umwandlung von Glykogen in Glukose (Glykogenolyse). Des weiteren auch in der Leber Störung des Fettstoffwechsels mit Anstieg der Blutfette (Triglyzeride, LDL-Cholesterin).

Niere
U. a. geringere Ausscheidung von Kochsalz.
Folge: Anstieg des Blutdrucks.

Gerinnungssystem
Zunehmende Neigung des Bluts zur Gerinnselbildung.
Folge: Verstopfung der der Arterien.

Gefäßinnenwand (Endothel)
Erhöhter Blutzucker, Blutdruck und erhöhte Blutfette führen zu massiven Störungen des Endothelstoffwechsels mit (u. a. auch Störung der NO-Produktion) einer chronischen Gefäßwandentzündung.
Folge: zunehmende Zerstörung der Gefäße (Arterien).

Wenn die Gefäße zerstört werden und gleichzeitig eine v ermehrte Neigung zur Verstopfung der Gefäße besteht, kommt es irgendwann ganz rasch zum Verschluss eines Gefäßes.

Dadurch wird ein Teil eines Organs plötzlich nicht mehr durchblutet. Die Versorgung ist unterbunden, und dieser Teil des Organs geht zu Grunde.

Beim Herzen führt dies zum Herzinfarkt, beim Hirn zum Hirninfarkt (Schlaganfall).


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Antwort #8 - 29. November 2005 um 19:10
 
beim jungen Pferd wo der Verdacht auf Cushing besteht sollte man lieber erstmal in diese richtung denken..
die typischen Anzeichen sind
-Rehe die man nicht in den Griff bekommt
-Übergewicht aber nicht immer
-Fetteinlagerungen an Augen,Mähnenkamm

das schlimme daran ist das Pferd muß bewegt werden was aber wiederum nicht durch die Rehe geht..
man soll auf die Fütterung achten
am besten nur Zuckerrübenschnitzel (nicht melassiert)
und Heu vom Vorjahr

nichts mit Glukose und keine Stärkehaltigen - und Kohlenhydrate Futtermittel

man muß zusehen das man den Stoffwechsel in gang bekommt..

also ein doofer Kreislauf denn wenn das Pferd Rehe hat kann ich es nicht bewegen....also kann man schon einiges über das Futter erreichen

so in der Richtung wurde es mir erklärt ich werde noch nach weiteren Seiten suchen!!

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Antwort #9 - 29. November 2005 um 19:11
 
Hallo Sonja
erstmal herzlich willkommen hier in unserer Runde
ich habe gerade gelesen das dein Pferd die Diagnose Metabolisches Syndrom hat kannst du uns ein wenig da drüber erzählen??
wie wurde es festgestellt??
was für Syntome waren es??
wie behandelst du??
und wie geht es deinem Pferd???
es wäre echt lieb von dir wenn du ein wenig da drüber schreiben würdest
lg
Pony
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Antwort #10 - 29. November 2005 um 19:12
 
Hallo Pony,
näheres zu meinem Schatz findest Du bei den Hufrehetagebüchern. Ich könnte mich heute in den Hintern beißen, daß ich ihr diesen exzessiven Weidegang gestattet habe, aber ich dachte wirklich,wenn sie ganzjährig draussen sind, kann nicht soviel passieren und bei 30 ha Fläche machte sie auch immer genug Bewegung.
Zum metabolischen Syndrom:
sie hat die typischen Symptome: Übergewicht, Fetteinlagerungen im Mähnenkamm (dieser ist richtig hart), rund um den Schweifansatz und vor dem Euter, Fettwülste im Bereich der Augengruben (supraorbitale Fettpölster) und jetzt leider auch Hufrehe.
Folgende Untersuchungen wurden durchgeführt: großes Blutbild, Harnstatus, endokrinologische Untersuchungen (Einzelparameter und Funktionstests)
Ergebnisse=>
Blutchemie: Glukose (leicht erhöht: 110 mg/dl; Norm = 55 - 90), Triglyzeride (leicht erhöht: 60 mg/dl; Norm = bis 50)
Insulin: erhöht
ACTH: normal
Cortisol: an der Obergrenze
T3,T4 (Schilddrüsenwerte): normal
low dose - overnight - Dexametasonsuppressionstest (DST): normal
Glukosetoleranztest: abweichend, in Zusammenhang mit den erhöhten Glukose- und Insulinwerten beweisend für Equines Metabolisches Syndrom.
Trotz einiger klinischer Übereinstimmungen konnten Cushing (junges Pferd, normales ACTH, normaler DST) und Schilddrüsenunterfunktion ausgeschlossen werden.
Zur Therapie schreibe ich später etwas, muß jetzt in eine Besprechung.
LG,
Sonja
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sonja




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Antwort #11 - 29. November 2005 um 19:12
 
Und weiter geht´s:
Therapie:
das Wichtigste ist natürlich die Gewichtsreduktion, die allerdings langsam erfolgen muß, um den ohnehin gestörten Fettstoffwechsel und damit die Leber nicht zu überlasten. Ideal wäre eine Kombination aus diätetischen Maßnahmen und Bewegung. Man hat herausgefunden, daß bereits leichte Bewegung die Ansprechbarkeit der Zellen auf Insulin deutlich verbessert.
Empfohlen werden:
- Ernährung hauptsächlich basierend auf Rauhfutter (high fiber diet), wobei gutes Heu in einer Menge von 1,5 - 2% des Zielkörpergewichtes (nicht des Istgewichtes !) gegeben werden sollte. Möchte man bezüglich des Fruktangehaltes des Grases auf Nummer sicher gehen, sollte man es noch etwa 30 - 60 Minuten vor der Fütterung wässern.
- Ganz zu meiden sind: Getreide, Melasse, Gras, Weizenkleie (aufgrund der unvermeidbaren Stärkekontamination und des ungünstigen Calcium - Phosphorverhältnisses) sowie weitere Futtermittel mit einem hohen glykämischen Index, wie Karotten oder Äpfel. Unter dem glykämischen Index versteht man den Anstieg der Plasmaglukose- und -insulinwerte nach Fütterung eines Futtermittels. Hafer gilt dabei mit einem glykämischen Index von 100 als Referenzfuttermittel. Man hat herausgefunden, daß Karotten einen GI von 51 haben !!!
- Eines der Hauptprobleme des Metabolischen Syndromes ist die Insulinresistenz. Dadurch kommt es zu einer chronischen Hyperglykämie (zu hohem Blutzuckerspiegel). Ein zu großes Angebot an Zucker führt zur Glykosilierung von Zelleiweißstoffen und zur Bildung von sogenannten Sauerstoffradikalen. Sauerstoffradikale lösen unter anderem die Entzündungskaskade aus und bewirken eine Gefäßverengung (Vasokonstriktion) durch Beeinträchtigung der endothelialen Stickoxidproduktion. Dies bezeichnet man als oxidativen Streß. Um dem oxidativen Streß entgegenzuwirken, sollte man mit dem Futter vermehrt sogenannte Antioxidantien verabreichen (Vitamin C, Vitamin E, etc.).
- Wichtig ist auch die Zufuhr sogenannter Mikronährstoffe, im speziellen von Vanadium, Chrom und Mangan, da hier (ebenso, wie bei Calcium- und Magnesiummangelzuständen) Zusammenhänge zur Insulinresistenz bestehen.
- Da unser Heu im Regelfall wenig Lysin (eine essentielle Aminosäure) enthält, sollte dieses ebenfalls zugeführt werden.
- Der Ersatz von Methionin (obwohl eine wichtige Aminosäure in der Hornproduktion) wird dagegen nicht empfohlen, da dieses zu Homocystein verstoffwechselt wird, welches wiederum negative Auswirkungen auf das Gefäßendothel haben kann.
- In Amerika wird der Einsatz sogenannter "Adaptogene" propagiert. Es handelt sich hierbei um eine Gruppe spezieller Arzneipflanzen, die nachweislich positive Auswirkungen auf den Glukosestoffwechsel haben sollen. Besonders empfohlen wird das Präparat "APF" (advanced protection formula) der Firma Auburn Labs. Leider habe ich bisher keinen Weg gefunden, das Präparat nach Österreich zu bekommen.
- Medikamente sind bisher nicht zur Behandlung zugelassen. Es wird allerdings eifrig geforscht, wobei besonders orale Antidiabetika, die die Insulinwirkung an der Zelle unterstützen, im Licht der Aufmerksamkeit stehen. Zu nennen wären etwa Metformin (hier gibt es bereits Vorversuche an fetten, insulinresistenten Stuten) und die sogenannten Glitazone (Thiazolidinedione). Die Studien sind allerdings erst im Laufen, bisher gibt es keine Hinweise auf Erfolge und vor allem mögliche Nebenwirkungen.
Ebenfalls ausprobiert wurde ein Medikament, das die Cortisonproduktion in der Nebennierenrinde unterdrückt und bei Cushingpatienten gute Erfolge bringt (Trilostan). Neben des unglaublich teuren Preises, der den für Pergolid noch wesentlich übersteigt, ist die Wirkungsweise fraglich.
Soweit meine bisherigen Informationen.
Zugegebenermassen scheitern einige dieser Tips sicher an mir, da ich mir z.B. nicht vorstellen kann, meinem Pferd keine Karotte mehr zu geben...
Liebe Grüße,
Sonja
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Antwort #12 - 29. November 2005 um 19:12
 
Hab´noch was vergessen:
- von Futterfetten wurde mir dringend abgeraten, da diese einerseits wiederum die antioxidative Kapazität des Körpers beanspruchen und andererseits den ohnehin belasteten Fettstoffwechsel kippen können. Insulinresistenz verhindert durch eine Hemmung der Lipoproteinlipase nämlich auch die Veresterung der freien Fettsäuren zu Triglyzeriden und damit die Klärung des Plasmas. Die Folgen können eine Überschwemmung des Stoffwechsels mit Fetten und damit eine Organverfettung (v.a. Leber, aber auch Niere, Herz, etc.) sein (Hyperlipämie).
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Antwort #13 - 29. November 2005 um 19:13
 
Hallo Sonja
willkommen bei uns..
das muß ich jetzt erstmal in Ruhe lesen um es zu verstehen
aber ich finde es toll das du über dein Pferd und seine Krankheit berrichtest..
vielen lieben Dank
übrigens der Dr. Bingold erwähnte diese Krankheit in Verbindung mit Hella nach dem was er hier gelesen hat....
das Verunsichert einen immer mehr..
am 15. März werde ich auf eine Veranstaltung zu ihm fahren er hat mich dazu Eingeladen
und hoffe so an neue Erkenntnisse zu kommen
alles gute für den Beschlagtermin und euch beide
lg
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Antwort #14 - 29. November 2005 um 19:14
 
Hallo Sonja,
o je...
das klingt sehr, sehr wahrscheinlich!!!

Im Moment habe ich ganz fest das Gefühl "das ist es!"

Wir hatten ja bei Sina bisher immer auf Cushing getippt, aber gerade am Sonntag hat mir eine TA wieder gesagt. "Zu jung"

Gerade hat es mir einen Stich versetzt, als ich das von den Fettpolstern im Bereich des Euters gelesen habe ! Auch das hat Sina, ich habe schon vor Jahren mal einen TA darauf angesprochen. Der sagte, das seien eben Fettpölsterchen, es habe keine Bedeutung. Bisher ist mir das nie mehr untergekommen als mögliches Symptom.
Cortisol war bei uns, beim Test, auch an der Obergrenze. Man sagte mir, auch das habe nicht viel zu bedeuten, der Test sei mehr als unzuverlässig.

Das mit der Bewegung, das ist natürlich ganz, ganz schwer. Wie bewegt man ein Pferd mit einer sehr starken Hufbeinrotation? Reiten nicht erlaubt, longieren auch nicht.
Im Moment hat sie wieder einen Schub, d.h. es wird vielleicht wieder Monate dauern bis sie schmerzfrei läuft. Wie bewege ich dieses Pferd? *heul*

Zu dick ist sie eigentlich nicht, kriege ich jedenfalls immer wieder zu hören. Man fühlt die Rippen, wenn man über den Bauch streicht.
Allerdings wirkt sie "bauchig", hat eben auch diese Fettpolster über den Augen, am Mähnenkamm, neben dem Schweifansatz, am Euter....
Dann muss sie wohl weiterhin abnehmen?

Dumme Frage: was ausser Heu darf denn mein Hotti noch bekommen? Keinerlei Getreide, keine Äpfel, keine Karotten..... (gar kein Obst?)
Wohl auch tatsächlich so gut wie keine Weide, oder?
Ob es dann dieses Mal doch die Stunde Weidegang ohne Maulkorb war? In Verbindung mit Äpfeln und Karotten, die ich in kleiner Menge gebe?
Das wäre vielleicht eine Erklärung für die Reheschübe im Winter, da gebe ich immer Karotten und Äpfel. Nicht in großer Menge, aber ich gebe sie.
Was fütterst du deinem Pferd?

Nach dem, was du über Mineralstoffe schreibst, ist mein Mineral, das Formula4Feet auch nicht optimal. Es enthält Methionin. (Wie ist das denn dann mit MSM, soweit ich das weiß ist Methionin eine Vorstufe zu MSM. Ist das dann auch nicht gut?)
Vanadium, Chrom und Mangan fehlen ganz.

Wie gibst du diese Zusätze? Hast du ein spezielles Mineralfutter oder gibst du einzelne Komponenten?

Es ist sehr frustrierend zu lesen, dass es keine Behandlungsmöglichkeit gibt....

LG Edith

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Aktueller Gesundheitszustand:
Sina ist im Oktober 2011 gestorben
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Antwort #15 - 29. November 2005 um 19:14
 
Hallo
also laut Dr. Bingold
nur Heu und Rübenschnitzel(ich nehme die Speddy Beets) ohne Zucker

keine Glucose und keine Stärkehaltigen Kohlenhydrate,
kein lang oder kurzkettiges Zucker
und vorallem zusehen den Stoffwechsel in den Griff bekommen
lg
Pony


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Antwort #16 - 29. November 2005 um 19:15
 
@Pony: "....und vor allem zusehen den Stoffwechsel in den Griff bekommen..."
Ja und wie???

LG Edith

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Pony
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Antwort #17 - 29. November 2005 um 19:16
 
das hat er mir leider noch nicht verraten ich hoffe auf den 15 märz dann fahren wir zu ihm
lg
Pony
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sonja




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Antwort #18 - 29. November 2005 um 19:17
 
Hi,
wie Pony schon gesagt hat: die Fütterung sollte aus Heu und unmelassierten Rübenschnitzel + Mineralstoffsupplement bestehen.
Dabei ist zu beachten daß pro 0,5 kg Rübenschnitzel 0,7 kg Heu weggelassen werden müssen ! (Philip J. Johnson, Nat T.Messer, Eleanor Kellon: Treatment of Equine Metabolic Syndrome; Compendium of Continuing Education for the Practitioning Veterinarian, 2004, 122 - 130: könnt ihr vielleicht Euren Tierärzten mal zum Lesen geben !)
@ is-pony: ich füttere auch das Formula4feet. Es ist zwar Methionin enthalten, aber dafür auch Zink, Magnesium, Chrom und Vanadium sowie Antioxidantien, Vorstufen von Neurotransmittern (Botenstoffen im Gehirn, wie z.B. Dopamin, das beim Cushing-Syndrom fehlt), etc. Ich nehme das Methionin in Kauf, zumal sich die Tierärzte über die Bedeutung in Bezug auf eine Störung der Gefäßstörung nicht einig sind.
Methionin hat übrigens nichts mit MSM (metylsulfonylmethan) zu tun, die beiden haben nur die Methylgruppe in ihrer chemischen Formel gemeinsam. MSM entsteht aus DMSO, einem Präparat, das in der Medizin seit langem bei einer Vielzahl von Erkrankungen als entzündungshemmendes, giftstoffbindendes, ausschwemmendes und leicht antibakterielles Medikament eingesetzt wird. Auch als Salbengrundlage wird es sehr geschätzt, da es die Wirkstoffe durch die Haut in die Tiefe des Gewebes bringen kann (z.B. Dolobene). Hierzu gibt es sogar ein nettes Buch von Dick Francis ("Galopp").
P.S.: wie ich oben schon kurz gesagt habe, ich glaube nicht, daß einige Karotten oder ein Apfel mein Pferd umbringen...
LG,
Sonja

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sonja




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Antwort #19 - 29. November 2005 um 19:17
 
Ach ja, noch zum "In-Ordnung-bringen" des Stoffwechsels: Phil Johnson schreibt, daß das Ziel eine Umkehr der Insulinresistenz ist. Das gelingt nur durch Bewegung ! Leider bietet auch er keine Lösung an, wie wir unsere lahmenden Pferde bewegen sollen, ohne ihre Schmerzen noch zu verstärken. Er sagt nur, daß Pferde im Reheschub natürlich nicht gearbeitet werden dürfen...
Ist ja auch logisch: Schmerz = Streß = Cortisolausschüttung. Cortisol ist wiederum für Insulinresistenz und Anstieg des Blutzuckerspiegels verantwortlich: ein Teufelskreislauf, der sich irgendwie selbst unterhält. Cortisol (das körpereigene biologisch aktive Cortison) hat zudem katabole Wirkung, d.h. Körpereiweiß und -fett werden abgebaut. Dadurch kann es wieder zu einer Störung des Fettstoffwechsels mit Anstieg der Triglyzeride und Leberwerte kommen. Außerdem können die Pferde deutlich Gewicht verlieren (mit Ausnahme der unnatürlichen Fettdepots über den Augen und an anderen ausgewählten Körperstellen, die wiederum durch die Cortisonwirkung ausgelöst werden. Habt ihr schon mal einen Menschen gesehen, der über lange Zeit Cortison nehmen musste ? Auch beim Menschen kennt man diese ungewöhnliche Fettverteilung: aufgeschwemmtes Gesicht, Bauchfett, Fetteinlagerungen im Nackenbereich, aber spindeldürre Arme und Beine). Häufig haben die Pferde eben noch einen Bauch, obwohl man schon die Rippen sieht oder zumindest gut fühlen kann - genau, wie Du es bei Sina beschreibst, Edith.
LG,
Sonja

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