Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Trächtigkeitstoxikose (Gelesen: 3093 mal)
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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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15. Februar 2006 um 18:58
 
Die Trächtigkeitstoxikose oder auch Gestationsketose genannt, ist eine Leberstoffwechselentgleisung während der Tragzeit.

Eine Fettleber liegt dieser Erkrankung zugrunde .

Eine Leberverfettung entsteht u.a. durch falsche Ernährung (zu energiereich) und Übergewicht, Umweltgifte (Schadstoffe), Medikamente, Vitaminmangel und durch Giftstoff produzierende Krankheitserreger (auch Schimmelpilzgifte).

Verfettete Organe können nur noch eine verminderte Leistung erbringen, wobei von ihnen aber gerade in der Trächtigkeit Höchstleistungen abverlangt werden.

Im  letzten Trächtigkeitsdrittel, in der die Gewichtskurve und die Aktivität der Früchte tgl. immens ansteigt, ist der Energiebedarf für Stute und deren ungeborenen Fohlen am höchsten. Dies ist die kritischste Zeit, in der sich durch eine energetische Unterversorgung eine Trächtigkeitstoxikose entwickeln kann.

Ist die Energiezufuhr zu gering, greift der Körper zwecks Energiegewinnung auf seine Fettdepots zurück, letztendlich kommt es zu einer krankhaft gesteigerten  Fettmobilisation (Fett wird zur Leber transportiert, um dieses in Energie umzuwandeln), bei deren Ab- und Umbau zu Kohlehydrat jedoch giftige Stoffwechselabfallprodukte entstehen, die aufgrund der in Mitleidenschaft gezogenen Organe nicht mehr ausreichend abgebaut werden können und somit zur Vergiftung des Tieres führen.

Es kommt zur drastischen Absenkung des PH- Wertes Durch Übersäuerung des Darmes kann es manchmal zu Verschiebungen der Darmflora kommen, wodurch pathologische Krankheitserreger ein leichtes Spiel haben, die Darmwände ungehindert zu passieren, den Organismus überschwemmen und das schon dramatische Krankheitsbild noch zu erschweren.

Aceton wird über die Lunge abgeatmet (Atemluft riecht süßsäuerlich) und über den Urin in Form von Ketonkörpern ausgeschieden.

Es hat sich gezeigt, das überwiegend übergewichtige Pferde dem erhöhten Risiko, eine Trächtigkeitstoxikose zu bekommen, ausgesetzt sind

Eine zu ernergiereiche/kohlehydratreiche Fütterung mit viel Getreide und auch kohlehydratreichem Saftfutter sollte schon im Vorfeld vermieden werden.

Auf ausreichende Zufuhr an Rohfaser ist zu achten! Ein gutes Heu sollte in beliebiger Menge tgl. zur Verfügung stehen,

Faktoren die eine Trächtigkeitstoxikose begünstigen

Übergewicht durch falsche Ernährung (zu energie- bzw. kohlehydratreich) und Veranlagung, sowie Bewegungsmangel.

Abhilfe :
Leistungsorientierte Fütterung

Ausreichende Bewegungsmöglichkeiten sind ebenso wichtig,   

Stress sollte vermieden werden

Futterumstellungen während der Tragzeit (insbesondere bei Wechsel der Kraftfuttersorte)

Infektionserkrankungen mit Futterverweigerung

Schimmelpilzgifte (z.B. sporenhaltiges Heu) und andere Schadstoffe (Gifte aus Umwelt, Medikamente, Schadstoffe in Futtermitteln)

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Langelsheim, Niedersachsen, Germany
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Antwort #1 - 19. September 2012 um 16:46
 
Huflederhaut: Das Auftreten sowie die Verschlimmerung von Hufrehesymptomen während der Trächtigkeit wird immer wieder beschrieben. Die Ursachen für ein erhöhtes Hufreherisiko während dieser Zeit sind bis jetzt jedoch unbekannt.

Hufrehe tritt am häufigsten im letzten Drittel der Trächtigkeit auf. Meistens sind die betroffenen Tiere älter als zehn Jahre, obwohl ein spezifischer Alterszeitrahmen für das Auftreten nicht bekannt ist. Oft handelt es sich dabei um das Wiederaufflammen einer bereits existierenden Entzündung.

In einem Internetchat für Veterinärmediziner wurde ein Fragenkatalog zu diesem Thema von diversen Pferdepraktikern (62 Teilnehmer) bearbeitet und die Ergebnisse zusammengefasst. Vielfach konnten Übergewicht, eine Verfettung des Nackens sowie ein schwerer Körper auf sehr schmalen Beinen mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden. Auch die Überfütterung mit Getreide während der Trächtigkeit, vorherige Ausbrüche von Hufrehe, suboptimale Hufpflege, endokrinologische Dysfunktionen (z. B. Equines metabolisches Syndrom) und Magen-Darm-Symptome während dieser Zeit werden mit dem Auftreten in Verbindung gebracht. Hufrehe kommt sowohl bei hyperöstrogenen als auch bei hypoöstrogenen Zuständen der Zuchtstuten vor. Auch eine Dysregulation des Glukosestoffwechsels und die Insulinresistenz, die zwischen dem 150. und 270. Tag der Trächtigkeit auftreten, werden für ein erhöhtes Risiko an Hufrehe zu erkranken verantwortlich gemacht. Andere Erkrankungen, die während der Trächtigkeit auftreten und hohe Gewichtsverluste im zweiten Drittel verursachen, haben einen negativen Effekt auf die Plazentaentwicklung und durch die erhöhte Zytokinausschüttung auch Auswirkungen auf die Insulinresistenz. Durch die erhöhte Relaxinkonzentration im Blut während Trächtigkeit kommt es zu Änderungen in der Extrazellularmatrix und zur Kollagendegradation, was dann zu Störungen der Lamellenoberfläche des Hufes führen kann. Ein suboptimaler Trächtigkeitsverlauf kann bei dem sich entwickelnden Fetus ebenfalls zu einem erhöhten Risiko für eine spätere Hufreheerkrankung führen.

Die Behandlung der akuten Symptome der Hufrehe wird bei tragenden Stuten gegenüber anderen Pferden nicht wesentlich verändert. Die Dosierung von Phenylbutazon, DMSO und opioiden Analgetika wird nach Erfahrung der involvierten Pferdetierärzte häufig etwas reduziert.

Inzwischen gibt es viele wissenschaftlich nachvollziehbare Modelle der pathophysiologischen Ursachen, die für die Hufreheerkrankung während der Trächtigkeit verantwortlich gemacht werden könnten. Direkte Nachweise dafür fehlen jedoch bis dato.

(Quelle: P.J. Johnson et al. (2009): Pregnancy-Associated Laminitis in Mares. J. Eq. Vet. Sci. 29 (1), S. 42–46.)

© Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG


Quelle
http://www.vetline.de/facharchiv/pferde/journal-club/risiko-von-hufreheerkrankun...
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