Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Hufrehe Tagebuch "Eureka" (Gelesen: 32845 mal)
Eureka23
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03. November 2005 um 20:02
 
15.08.2005

Sooo, jetzt will ich mich auch mal ans Werk machen. Da ich als heimliche Mitleserin hauptsächlich dieTagebücher lese, interessiert sich vielleicht auch jemand für unsere Geschichte.

Die "wahre" Eureka ist eine 14 Jahre alte Vollblutaraberstute, seit 9 Jahren gehört sie mir.

Haltungsform:
Boxenhaltung + April bis November/ Dezember ganztägig Weidegang, sonst tagsüber stundenweise Sandauslauf mit Herde

Arbeitspensum:
leichte bis mittlere Arbeit (Westerntraining auch fürs Turnier, Gelände, Wanderritte, Reiterrallyes, Reiterspiele)

Futter:
reichlich Heu, 1,5 Kg Derby equimix (haferfrei), Möhren, gelegentlich mal ein Apfel oder eine Banane

Vorgeschichte:
sie war nie krank, hat sich aber diverse Verletzungen zugezogen:
10/ 02 Prügelei auf der Weide, Prellung am Sprunggelenk. 4 Wochen Pause, danach Antrainieren.
03/ 03 Fesseträger-Zerrung vorne links, 6 Monate "Weidepferd", danch wieder vorsichtig antrainieren.
01/ 04 Überbein-OP vorne rechts nach unerkanntem Griffelbeinbruch, danach wieder antrainieren nach Klinik-Plan
03/ 04 Rückfall beim FT vorne links wegen Überbelastung, danach NOCH vorsichtiger antraineren.
10/ 04 - 06/ 05 Stute läuft endlich wieder normal und wird täglich gearbeitet, es wird immer besser.

05.06.05
Training, der RL ist zufrieden mit der Stute, endlich ist sie mal nicht dicklich sondern eher muskulöser geworden, trotz Weidegang. Sie läuft wunderbar und ich freue mich. Weniger erfreulich sind die angelaufenen Vorderbeine, aber nach den Verletzungen habe ich mich schon dran gewöhnt, das kommt immer wieder vor. Vorne links bleibt es wohl so, aber vorne rechts war es schon lange nicht mehr da. Ich kühle mit dem Schlauch und die Beine schwellen sofort ab. Der Huf vorne rechts sieht komisch aus, diese "Windrisse" hatten wir doch mit Zustzfutter (Kieselgur) und Huföl bereits im Griff. Also Hufe mal wieder nach Monaten einölen.

06.06.05
Ich longiere ausgebunden und benutze danach den Schlauch. Alles gut. Die Windrisse sind noch da, aber der Schmied ist nötig und bestellt, 4 Tage sollte das Pferd überleben bis dahin. Wir hatten schlimmere Hufprobleme vor 2 Jahren, da fielen die Eisen mitsamt Tragrand runter, aber Dank Kieselgur hatten wir das Thema erledigt

07.06.05
Ich mache "Hausaufgaben" und reite Seitengänge. Immer wenn der rechte Vorderhuf belastet wird, stöhnt die Stute auf, ich lasse es besser sein. Ich befürchte Spätfolgen des Überbeins, an Rehe denke ich nicht.

08.06.05
Die Eisen klappern und übermorgen kommt der Schmied, also Reitpause.

09.06.05
Die Stute läuft lustlos, als ich sie abends von der Weide hole. Ich lasse sie im Sandpaddock laufen, sie bleibt lustlos, läuft sich aber ein. Eigentlich ist sie ein "heißer Ofen", ich bin irritiert. Auf den Pflastersteinen zurück zum Stall zieht sie eine "Miesfresse", ich bin entsetzt. Ich kühle mit dem Schlauch und fummele an den Beinen und Hufen rum, denn bei uns am Stall haben einige Pferde Rehe, wer weiß, ob wir nicht diesmal dran sind... Nach dem kalten Wasser läuft Eureka normal wie immer, ich finde keine Erwärmung und keinen Puls, also schiebe ich alles auf den Beschlagstermin.

10.06.05
Der Schmied ist da und ich hole das Pferd von der Weide. Es schleppt sich in den Stall und wird beschlagen, was es sich anstandlos gefallen läßt. Der Schmied meint, es sei zu fett, auch wenn man Rippen sieht. Bei Rehepferden wäre das so, Rippen wären fast sichtbar, aber Hals und Hintern wären dick. Aha! Wozu arbeite ich täglich mit dem Pferd am Muskelaufbau und an Reduzierung/ Vermeidung der Weideplautze?
Schmied entschwindet und die Stute kann sich gerade noch in die Box schleppen, mit deutlichem Wendeschmerz. Ich fummele nach dem Puls, der ist schnell und richtig hart. Ich finde, der TA muss sofort her, aber der kommt sowieso in 15 Minuten wegen Impfung, also rufe ich ihn nicht extra an. Zwischendurch fühlen reheerfahrene Pferdebesitzer den Puls und meine, sie möchten mir ja keine Angst machen, aaaaber .... Mir muss da keiner mehr Angst machen, ich habe sie bereits!
Dre TA kommt nach 10 Minuten und verschiebt die Impfung, nachdem ich ihn gebeten habe, erst mal zu sehen, wie das Pferd läuft. Er ist entsetzt und spritzt erst mal kein Resiquin, sondern Schmerzmittel und Entzündungshemmer und wir treffen uns am nächsten Morgen wieder. Er verordnet Futterentzug, also müssen 3 Möhren zum Heu genügen.

11.06.05
Ta kommt und die Stute randaliert in der Box (ist Stressweberin), da sie "Ausgehverbot" hat. TA ist vorsichtig mit einer Diagnose (es könnte alles an den Hufen sein), schlägt aber vor, auf Rehe zu behandeln. Ich stimme sofort zu, zumindest habe ich dann nichts versäumt. Ein Aderlass kann wenigstes nicht schaden, also los! TA spritzt einiges in die Halsvene und staut selbige mit einer Wäscheleine. Ich weiß nicht, ob ich den Anblick ertrage (bei anderen Pferden jederzeit, aber beim eigenen?), aber die "Schaulustigen" haben sich mittlerweile reichlich eingefunden und versichern mir, sie würden die Prozedur erledigen, ich könne jederzeit flüchten. Das tue ich auch, als der TA die Vene ansticht und das Blut meterweit auf die Gasse spritzt. Nach 3 Minuten ist alles vorbei und ich wage mich wieder heran. Zum Glück weiß ich, was die Stute wiegt, 5 Liter Blut waren genug.
Mechanisch befolge ich die Anweisungen des TA: 2 Stunden hoch angebundenes Pferd, wegen möglicher Hämatome am Kopf. Auf der Gasse, denn in der Box will sich die Stute lieber hinwerfen. Die Schaulustigen halten das Pferd aufrecht. Habe TA nach Futterzustand gefragt: er findet mein Pferd normal und keinesfalls zu feist, wie in den letzten Jahren.
Es gibt noch Hufverbände, sicher ist sicher, und ein Röntgentermin wird für den 13.06. vereinbart. Am 12. 06 gibt es eine Heparin-Spritze, dafür ist meine Anwesenheit nicht unbedingt gefragt.
Nach 2 Stunden kann die Stute endlich wieder in die Box zurück und sackt elendiglich in sich zusammen. Sie liegt stundenlang auf der Seite und später dann mal auf dem Bauch, wie ein zusammengerollter Hund. Als ich den TA anrufen will, weil es mir nicht geheuer ist, erhebt sie sich, wie Lazarus aus dem Grab. Ich bin erleichtert und die Schaulustigen beschaffen mir eine Pizza (sollten sie hier mitlesen: vielen lieben DANK!).
Die Stute hält ihre Diät eigenverantwortlich ein, sie frisst nur Stroh und die 3 Möhren, sie mag nicht einmal Heu.
Auch am 12.06.05.

13.06.05
TA kommt zum Röntgen: leichte Hufbeinrotation vorne beidseits und -Senkung rechts, es ist Hufrehe!11!@#$ Ich will das eigentlich nicht hören, höre mir aber trotzdem die Anweisungen bezüglich Schmied etc. an und mache entsprechende Termine.

To be continued...


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Eureka23
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Antwort #1 - 03. November 2005 um 20:03
 
16.08.2005

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14.06.05
Ich fahre zum Pferd, aber eigentlich will ich da gar nicht mehr hin. Ich habe mir vor Jahren damit den langgehegten Wunsch erfüllt, heute wünsche ich, ich besäße gar kein Pferd. Abgesehen von dem Geld, dass ich seit 3 Jahren in die Pflege und den Unterhalt dieses Tieres stecke, nur um es zu begucken, machen mich die Sorgen um dieses Wesen völlig porös, da sind die Kosten nichts gegen.
Ich möchte lieber heute als morgen das Pferd loswerden, ich will es nicht mehr sehen... und für diesen Gedanken schäme ich mich sehr.
Eine Besitzerin eines anderen Rehepferdes, deren Pferd einen unerklärlichen Schub nach dem anderen bekommt, fasst meine Gedanken unaufgefordert in Worte, und zwar so drastisch, dass ich mir hinterher andere Tränen abwischen muss: Lachtränen.

Eureka liegt viel, hat aber zumindest wieder angefangen, Heu zu fressen.

15.06.05
Der Schmied kommt (ein neuer, der sich mit Rehepferden gut auskennt) und nimmt die Eisen ab. Er glaubt nicht an akute Rehe, da Eureka gut auf 3 Beinen stehen kann und auf Zangenproben nicht reagiert. Die Röntgenbilder sind eindeutig, aber könnte es sich vielleicht nicht um den 1. Schub handeln? Der HS feilt eine Rille in den rechten Huf vorne und kürzt die Zehe rechts und links. 5 Euros fürs Eisenabnehmen und er entschwindet wieder, nachdem er Vorschläge für einen Rehebeschlag gemacht hat, wenn es denn einer sein sollte.
Die Besitzerin des anderen Rehepferdes erscheint und teilt mir mit, was meine Stute morgens veranstaltet hat, wegen der "Boxenruhe", Eureka habe gewebt, wie wahnsinnig, und sie habe es dem TA (zufällig am Stall) gezeigt. TA sei erbleicht und werde sich bei mir deswegen melden.
TÄ (Kollegin von TA, Gemeinschaftspraxis) kommt und gipst die Stute ein, ich frage gleich nach Beruhigungsmitteln, um "Boxenruhe" zu erzwingen. Sie gibt mir Sedalin, das soll auch gut für die Hufe sein.
Ab jetzt jeden Morgen 3 Striche Sedalin, wie wär's mit Equi? Nur wenn's unbedingt sein muss, ich kriege es nicht ins Pferd. Hippopalazon wird bestellt, das geht irgendwie rein und ich möchte der Stute schon die elenden Schmerzen etwas lindern. Es gibt noch Heparin und einen neuen Termin.
Eureka fühlt sich besser und frisst ihr Heu, wäre schlecht, wenn nicht.

17.06.05
Nachuntersuchung: es wird besser, aber Hippopalazon noch nicht da.

18.06.05
Hippopalazon ist da, es gibt 2X 10 ml. Abends gebe ich es, morgens die SB ("Wir mussten unseren Bullen auch mal was ins Maul geben, das schaffen wir schon!")
Es klappt ganz gut, nur mag Eureka danach nicht fressen, es dauert 2 Stunden, bis sie nicht mehr versucht, das Gel irgendwie auszuspucken. Zum Glück kenne ich das seit der Griffelbein-OP und kann alle Kolik-Bedenken zerstreuen. Ein flehmendes Pferd, das nicht frisst, erscheint bedenklich. Ich freue mich über so aufmerksame SBs.

22.06.05
Es gibt neue Gipse, ansonsten geht es Eureka unverändert.

28.06.05
Eureka ist mittlerweile allein im Stall, Miteinsteller mit Pferd mit Reheverdacht meinen, ihr Pferd benötige unbedingt Gras und stellen es raus. Ich bin sauer, sie hätten es sagen können, damit ich Eureka rechtzeitig in eine andere Stallgasse hätte verfrachten können, zumindest tagsüber, denn das Alleinsein erträgt sie schlecht.
Spreche abends mit SB, ein Umzug in Fensterbox neben anderem Rehepferd (s.o.) ist kein Problem, da ist sie nie allein und es sind häufig Menschen um sie, die sie belustigen.

29.06.05
Wieder neue Gipse, sie halten, dank Sedalin.
Danach bezieht Eureka ihre neue Box, in der sie ohne zu Weben zur Ruhe kommt.

06.07.05
Es gibt neue Gipse und es geht Eureka zunehmend besser. Leider haben die letzten Gipse den Kronrand aufgescheuert bzw. ein Druckstelle verursacht, also wird eine Kompresse mit Bepanthen-Salbe mit eingegipst. Am nächsten Tag soll ich die Stelle freischneiden, was ich auch mit einer Geflügelschere schaffe.
Hippopalazon gibt es nur noch abends. Dem TA erscheint Eureka unglücklich, zur Aufmunterung können wir täglich 15-30 Minuten einen Gras-Spaziergang machen. Das hilft enorm, Eureka ziegt Lebensfreude und schluckt das Hippopalazon mit dem Gras sofort weg, vorher hat sie die Hälfte zwanglos ausgespuckt. Heu spachtelt sie wie blöd, wir nennen sie "Inhalator"Durchgedreht.
Nach Rücksprache mit Miteinstellerin, die THP lernt, gibt es jetzt Nux Vomica und Ginkgo B.

13.07.05
Wieder neue Gipse, und nur noch 2 Striche Sedalin. Die Gipse werden zur Schonung des Kronrandes tief angelegt. Dabei sind andere Pferdebesitzerinnen anwesend, die Krankenschwester/ Arzthelferin in der Orthopädie sind. Beide Damen heben die Zeigefinger und meinen, ordentlich gepolsterte Gipse scheuern nicht... Also werden die Gipse mit Watte unterpolstert, wie es beim Menschen gemacht wird. Das funktioniert sehr gut.
Es geht aufwärts, wir können gar nicht so viel Heu anschleppen, wie das Pferd verputzt.
Eureka hat sehr abgenommen, man sieht die Rippen.
Nächste Woche kann man an einen Rehebeschlag denken.
Hippopalazon wird abgesetzt, mal sehen, was wird. 3 Tage später sehe ich zum ersten Mal Rehestellung (Sägebock), am Tag danach läuft Eureka wieder sehr gut. TA sprach von guten und schlechten Tagen, solange die Guten immer besser werden, nehme ich das so hin.

19.07.05
Eureka befreit sich zwanglos von den Gipsen, sie fallen einfach ab auf dem Weg zum Gras-Spaziergang.
Panischer Anruf beim TA ergibt Entwarnung: die Gipse kommen morgen sowieso ab. Ansonsten geht es ihr ganz gut

20.07.05
Es wird nachgeröntgt, keine weiteren Veränderungen. Nur noch 1 Strich Sedalin, noch mal Hippopalazon fürs Beschlagen, und gut ist.

21.07.05
Der Schmied kommt und beschlägt nach TA-Anweisung: schwebende Zehe, Eisen hinten zu und Polsterung mit irgendwas, was man beim Zahnarzt bekommt, zum Reinbeißen, wenn man falsche Zähne braucht. Es ist eine weiße Masse, verknetet mit dem Zahnarztzeug (mit Pfefferminzgeschmack!). Trachten hinten 0,5 cm höher, Zehe kurz.
Eureka ist nach dem Beschlag sichtlich erleichtert ( atmet förmlich auf, als sie die Hufe absetzt), ich bin es auch.
Nach den neuen Röntgenbildern ist es wohl der 1. Reheschub, spekulieren muss keiner mehr.

To be continued...

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Antwort #2 - 03. November 2005 um 20:03
 
17.08.2005

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21.07.05
Der Schmied spricht von Unterstützung des Hufwachstums durch Lorbeeröl oder Rheumasalbe (Habe ich noch nie gehört :~) auf den Kronrand und Zusatzfutter. Er spricht von Hufvital und Kerabol, da er damit Erfolge gesehen hat, die den Versprechungen der Hersteller entsprechen, obwohl er es nicht geglaubt hat. Ich solle mal bei Google nach Hufvital suchen, auf der Seite befänden sich sehr gute Informationen über Hufe und Hufrehe.
Ich bin sowieso Internet-süchtig und mache das am selben Tag.
Bei "Hufvital" erschienen auch sofort Seiten mit "Wie bekomme ich das Zeug ins Pferd?" Es riecht wohl nach Fisch oder so.
Da es nicht ganz billig ist, bitte ich per mail um eine Probe, denn es liest sich sehr gut. Was nützt es aber, wenn Eureka es nicht frisst?

22.07.05
Ich bekomme Antwort über Hufvital, die Probe würde mir in den nächsten Tagen zugehen. Dazu eine Anleitung, wie man ein Pferd daran gewöhnt (erst mal aus der Hand, wenn das nicht klappt, ein paar Krümel unters Futter mischen)
Auf dem Weg zum Stall erwerbe ich noch schnell etwas Lorbeeröl, Rheumasalbe ist mir nicht geheuer :~.

26.07.05
Die Futterprobe liegt im Briefkasten, man riecht sie schon von Weitem. Sie verpestet unsere ganze Wohnung, ÜÄH! Ob Eureka DAS fressen mag? Fischig ist milde ausgedrückt, ALTER Fisch mit Knoblauchsoße trifft es eher.
Der Probe liegt ein Schreiben bei, dass es zuzeit Pferde gibt, die andere Geschmacksrichtungen testen. Falls mein Pferd das Futter ablehnt, können wir am Test teilnehmen. Und ein Prospekt.
Ich nehme alles mit zum Stall, denn TÄ kommt, sie soll mal die Beschreibung lesen.
Während ich warte, mache ich das Geschmacksexperiment: Eureka verschlingt gierig das "Fischfutter". Gut!
Als die Tä kommt, will sie Eureka auf dem Sandpaddock laufen sehen. Eureka schießt ab und ist auch im Trab fast lahmfrei. Dafür bekommt sie ab sofort Ausgang auf dem Paddock, 2-3 Stunden, erlaubt sind auch Buckler und Galöppchen, hautpsache weicher Boden und kein Gras.
Eureka soll ihre Figur halten, denn sie bekommt Fettpölsterchen am Schweifansatz. Sie wird ausgiebig befühlt, und ich spreche Cushing und Metabolisches Syndrom an, wegen dem Schweifansatz. Frau Doktor hält das für unwahrscheinlich und meint, Fettpölsterchen hätten Pferde auch an unterschiedlichen Stellen zuerst, wie Menschen auch. Wir sprechen auch lange über Fett am Hals, sie meint aber, ich könne wohl Fett von Muskeln unterscheiden, ich glaube das allerdings auch.
Sie hält Hufvital für eine gute Idee, also bestelle ich es. Die Anschaffung eines Weidemaulkorbes findet sie auch richtig, denn alles spricht bei Eureka für eine Futter-Rehe. Eureka ist auch kein Pferd für zeitlich knappen Weidegang, sie läßt sich dann nicht mehr einfangen. Ich schaffe das zwar, kann aber nicht immer dafür parat stehen, ich muss ja noch arbeiten.

Eurekas Heuration wird nicht mehr erhöht, wenn sie quengelt, bekommt sie eine Mischung aus Heu und Stroh, damit sie beschäftigt ist. Mittlerweile glaube ich, mein "Inhalator" saugt das Heu aus Langeweile ein.

27.07.05
Ich fahre nicht zum Stall und die Miteinsteller, die Eurekas Futter richten, "vergessen" das Sedalin. Sie wagen das, was ich nicht gewagt hätte. Aber schließlich ist das Pferd wieder von der 23,5 Stunden-Boxenhaft befreit

28.07.05
Eureka ist gelassen und nimmt die 20-Stunden-Haft ohne Sedalin oder irgendwelche Randale hin. Also gibt es außer den Kügelchen der THP keine "Drogen" mehr.
Mit den ganzen Medis im Balg konnten wir selbst im "Bremsen-Krisengebiet" grasen gehen, die Viecher hatten mein Pferd fluchtartig verlassen. Wahrscheinlich wurden sie ohnmächtig nach dem Ansaugen, wegen dem Sedalin...Durchgedreht. Man muss das Positive sehen...

02.08.05
Der 10KG-Eimer Hufvital ist gekommen, mit einer Anleitung, wie man Rehepferde damit über 14 Tage anfüttert, da es sich um eine Futterumstellung handelt, die für Rehepferde ja nicht ganz unbedenklich ist. Finde ich gut und habe bereits angefangen, mit der Probe anzufüttern.

03.08.05
Ich fahre mit der Besitzerin des anderen Rehepferdes in ein Reitsportgeschäft, das alle Weidemaulkörbe anbietet, um die Objekte alle mal anzufassen und zu vergleichen. Wir können keinen erwerben, denn in der passenden Größe sind sie ausverkauft. Man teilt uns mit, dass Weidemaulkörbe der Renner der Saison seien, die gingen weg, wie nie. Es müsse ein echtes Rehe-Jahr sein. Wir können das nur bestätigen und bestellen "Fressbremsen", nachdem die Verkäuferin beim Hersteller nachgefragt hat, wann neue Ware kommt. Es wird die 2. Augusthälfte sein. Wir warten ab.

Eureka lustwandelt vormittags auf dem Sandpaddock und abends gehen wir zum Grasen. Sie läuft immer wieder gut und schlecht, alle 3-4 Tage ändert sich das Gangbild. Solange "gut" immer besser wird, bis hin zu "Normal", bin ich zufrieden.

Fischfutter ist immer noch sehr beliebt und wird gesteigert.

10.08.05
Ta kommt und ist mit Eurekas Gangbild sehr zufrieden. Selbst der Wendeschmerz auf hartem Boden ist weg. Ich soll weiter machen, wie bisher, es scheint der richtige Weg zu sein. Alles ist wieder erlaubt, in Maßen. Selbst Kraftfutter oder stundenweiser Weidegang, aber ich möchte das nicht. Nach der Lektüre diese Forums warte ich lieber ab. Maulkorb ist auch noch nicht da. Mit Kraftfutter würde Eureka wohl die Box zerlegen, sie tut ja nix großartig. Ohne Weide stirbt sie nicht, m.E. eher mit, also lasse ich das. Hat Frau Doktor auch gesagt, Herr Doktor behauptet das Gegenteil...:? ich liebe diese Gemeinschaftspraxis....
Herr Doktor spricht: Eureka hat eine Top-Figur, da könnte auch ruhig etwas mehr dran (Rippen sieht man bei jedem Atemzug und Fettdepots am Sterz sind wieder weg).
Jetzt ist wieder mal meine Geduld gefragt, denn Rehefolgen müssten aus dem Huf rauswachsen, diese Entzündung könne man mit Equi & Co. nicht beeinflussen.
Ich mache weiter, wie bisher, es scheint zu klappen.

Nur das Fischfutter wird plötzlich verschmäht, aber Rübenschnitzel zum Verstecken sind erlaubt. Ich brause zur Genossenschaft und kaufe sie lose. Bis sie eingeweicht sind, wird wohl ein Tag vergehen, notfallmäßig borge ich Heucobs. Damit verschwindet das Fischfutter sofort im Pferd, ansonsten teile ich die empfohlene Menge in 2 Portionen auf.

11.08.05
Ich gebe Eureka zur Begrüßung das Fischfutter und sie stopft es sofort in sich rein. Klar, die Rüschnis sind fertig und werden nicht mehr gebraucht... Eureka mag sie auch als Nachtmahl nicht und läßt sie liegen.
Ich schnappe ein Eisschälchen, um die Krippe zu säubern von der Matsche und was passiert: das blöde Pferd entreißt mir die Eisschale und verspachtelt die Rüschnies, als ob es morgen nie wieder Futter gäbe :~ ! Diese Zicke! Was glaubt sie wohl? Dass ich ihr demnächst ihr Krippenfutter auf Meißner Porzellan kredenze?
So schlecht scheint es ihr nicht zu gehen, ich werte es positiv, dass sie wieder Schabernack treibt.

15.08.05
Eureka läuft wieder ganz normal, auch beim Wenden. Ich finde das gut, nachdem sie 2 Tage vorher wieder sehr klamm ging, doch an das ewige Auf und Ab gewöhnen wir uns. Ich übe mich im Puls fühlen an verschiedenen Pferdebeinen, damit ich Vergleichsmöglichkeiten habe. Ich bin nicht gut darin, gebe ich zu, denn an den üblichen Stellen des Pulsfühlens beim Pferd finde ich auch keinen... obwohl sie durchaus lebendig sind, also muss irgendwo Puls vorhanden sein!
In der Zwischenzeit findet eine Miteinstellerin Eureka tief schlafend auf der Seite liegend in der Box vor. Eureka scheint zu träumen, wie ein Hund. Sie macht Galoppbewegungen im Schlaf. Wenn sie es schon nicht so darf und kann, kann sie ja zumindest davon träumen... Durchgedreht

Unser Tagebuch ist endlich auf dem neuesten Stand, wenn sich was ändert, werde ich weiter berichten. Ich hoffe nur Gutes!!!!

Für heute liebe Grüße

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Antwort #3 - 03. November 2005 um 20:04
 
19.08.2005

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19.08.05
Der HS kommt zum neuen Beschlag. Es klappt wunderbar, obwohl Eureka vorher keine Schmerzmittel mehr bekommen hat. Der HS ist auch sehr vorsichtig, die Hufe werden nicht abgeschlagen, sondern mit der Zange abgekniffen, ausgeschnitten und geraspelt. Er benutzt nur 4 Nägel pro Huf, die er ganz tief setzt. Die Nägel werden mit einer Zange versenkt und nicht in die Löcher gehämmert. Der Schmied ist mit Eurekas Gangbild sehr zufrieden und auch mit den Hufen an sich. Er meint, in 8 Monaten würde man den Hufen nichts mehr ansehen von Rehe. Ich hoffe, das wird auch IN den Hufen so sein.
Beim Ausschneiden war heute eine Druckstelle vom Hufbein an der Sohle zu sehen, vorne links. Das verstehe ich nicht ganz, denn vorne rechts war es doch schlimmer von der Hufbeinrotation und -absenkung her. Der HS meint, auch das zu breite Eisen vorher könne so etwas bewirken. Ich bin froh, den Schmied gewechselt zu haben.
Der Schmied lobpreist nochmals das Hufvital, aber Eureka hat wohl nicht richtig zugehört, heute frisst sie es gar nicht, da helfen weder Heucobs noch Rüschnies :@.
Nach dem Beschlag läuft Eureka auf hartem Boden nicht ganz so gut wie vorher (auf dem Weg zum Gras musste ich stramm marschieren, um mithalten zu können...Zwinkernd), aber es geht ganz gut. Ich bin zufrieden.

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Antwort #4 - 03. November 2005 um 20:04
 
27.08.2005

Ich mache mal weiter:

Nach dem neuen Beschlag lief Eureka auf hartem Boden 4 Tage recht bescheiden, aber auf Sand war es recht gut.

Unseren Grasspaziergang habe ich ausfallen lassen, seitdem ich mein Pferd dabei erwischt habe, wie es unter abenteuerlichen Verrenkungen seinen Schädel zwischen die Litzen vom Paddock manövriert und sich büschelweise Gras vom Wegesrand oder der benachbarten Weide in den Paddock zieht. Dortselbst wird noch sortiert in fressbar und ungenießbare Wurzeln und Sand. Es ist ein recht mühsames Geschäft und hilft gegen die gähnende Langeweile, also lasse ich das so. Ich bitte die SBs jetzt nicht, Strom auf die Litze zu machen, aber extra Grasen gehen ist nicht mehr.

Dienstag morgen war das Ginkgo aufgebraucht und ich konnte erst Freitag wieder neues besorgen. In der Zwischenzeit ging der Puls komplett runter auf für mich nicht mehr zu fühlen. Nachdem ich Dramys Tagebuch gelesen habe, erhärtet sich mein Verdacht, dass es an der Wirkung vom Ginkgo liegen könnte, das das Blut zu sehr in "Wallung" bringt...

Seit gestern gibt es wieder Ginkgo-Kügelchen, mal sehen, was mit dem Puls passiert.

In der Zwischenzeit hat Eureka sich an den Beschlag gewöhnt und läuft wieder sehr gut. Nur ein Wechsel vom ebenen Sand auf harten Untergrund macht ihr zu schaffen, sie läuft sich aber schnell ein.

Ich bin zufrieden und fasse mich in Geduld, denn ab jetzt muss die Zeit es einfach bringen.

Für heute liebe Grüße

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Antwort #5 - 03. November 2005 um 20:04
 
16.09.2005

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Trotz Ginkgo-Kügelchen ist der Puls nicht mehr zurückgekommen, bis auf manche Tage, aber er wird lange nicht mehr so stark. Es scheint auch immer dann aufzutreten, wenn die Einstreu spärlich ausgefallen ist, die frau, die das unter der Woche macht, hat da ein seltsames Maß. mal stehen die Pferde tagelang bis zu den Sprunggelenken im Stoh, mal tagelang stellenweise auf dem Beton. Es ändert sich nichts, wenn man sie nett drauf anspricht oder ihr den Marsch bläst, also streue ich gegebenenfalls nach.

07.09.2005
Die TÄ war da und selbst sie konnte links keinen Puls mehr finden, rechts nur noch ganz wenig. Sie befand Eureka für lahmfrei auf hartem Boden, auch in der Wendung. Eureka kann wieder geritten werden. Smiley
Ich bin auch sofort ohne Sattel draufgesprungen und 4 Runden um den Platz geritten (dafür schleppe ich keinen schweren Westernsattel an, Eureka hasst sowieso jegliche Art von Sätteln). Das war SCHÖN! Vor allem, weil mein "heißer Ofen" trotz der langen Haft sehr gelassen und lieb war, so dass ich die Ohne-Sattel-Nummer beibehalten kann und keine Buckel- oder Renn-Attacken bezwingen muss.

Wir zockeln also immer um den Reitplatz herum, alle 3 Tage 5 Minuten länger.

Nächsten Dienstag kommt der Schmied, mal sehen, was der sagt. Eurekas Hufe wachsen gut, wuchern aber nicht mehr so wild an den Trachten. Es kann sein, dass Eureka nach dem Beschlag wieder schlechter läuft, dann wird eben das Reiten ausfallen. Möglicherweise ist es der letzte Beschlag mit Keilen.

Der Maulkorb ist endlich da, aber irgendwie kann ich mich mit dem Ding noch nicht anfreunden. Ich habe den Eindruck, er ist etwas klein für die dicke Nase des arabischen Traums... Obenrum scheint er zu passen, aber untenrum...:? Wir haben noch viel Zeit, damit zu üben, denn für dieses Jahr reicht das Gras, das Eureka mühsam neben dem Paddock erbeutet. Irgendwelche Weidegänge, auch nur für 1 Stunde, könnten uns alles verderben, meint die TÄ.

Leider wird Eureka nie wieder unbefangen grasen dürfen, das finde ich aber nicht so schlimm, denn Hufrehe IST schlimmer. Also werden wir den Maulkorb mal in Angriff nehmen und hoffen, dass mein schlaues Pferdchen lernt, damit umzugehen. (Damit meine ich nicht, dieses lästige Objekt abzumontieren....)
Der SB überlegt auch, wie die Rehepferde in der nächsten Weidesaison gehalten werden sollen. Sandauslauf wäre eine Möglichkeit, aber wie hält man die blöden Biester davon ab, den Sand zu verspeisen? Stundenweiser Weidegang ist auch angedacht, das würde aber extra kosten, weil jemand die Pferde wieder reinholen muss, während die PBs arbeiten gehen, um die Boxenmiete zahlen zu können... Ich habe bereits kundgetan, dass ich lieber für den Reinhol-Service bezahle, als für Rehebehandlung. Mal sehen, was sich ergibt.

Für heute liebe Grüße

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Antwort #6 - 03. November 2005 um 20:05
 
22.10.2005

So, dann werde ich mal weiter positiv berichten:

Seit dem 07.09. ist Eureka wieder "Reitpferd", zumindest hocke ich wieder drauf. Ich habe es gesteigert auf 45-50 Minuten mit etwas Trab dabei.
Dann wuste ich auch nicht mehr weiter, habe mich aber ein wenig gewundert, dass ich nach 3 Monaten Hufrehe wieder reite, obwohl viele sagen, man sollte warten, bis der Huf einmal vollständig durchgewachsen ist und evtl. noch länger. Zum Glück habe ich zu dem Zeitpunkt zufällig den TA getroffen und dazu befragt.
Der hat mir dann gesagt, ich könne ruhig auf dem Pferd sitzen, aber irgendwelches Antrainieren wie beim Sehnenschaden oder nach der Griffelbein-OP wäre überflüssig, es bringe nix. Ich müsse einfach abwarten bis die Hufe komplett duchgewachsen seien, zur allgemeinen Belustigung könne ich meine Schrittrunden reiten, am Besten ganze Bahn oder auch mal traben, so wie das Pferd es verträgt. Es könne auch gesteigert werden, müsse aber nicht. Wenn ich Geduld habe, könnte ich im nächsten Frühjahr anfangen, ganz normal zu reiten, vorher wäre Schritt auf weichem Boden ohne großartige Wendungen besser.
Im nächsten Mai werde ich noch mal röntgen lassen und hoffentlich dann nie wieder mit Hufrehe zu tun haben...

Ich bin sehr erleichtert, dass ich nicht jeden Tag reiten MUSS. Wenn ich Lust habe, springe ich ohne Sattel drauf, wenn nicht, dann eben nicht. Oder ich schicke die kleine Nichte von Miteinstellern mit dem Pferd auf den Platz, damit mache ich 2 Lebewesen glücklich.

Was mich am meisten freut, ist dass mein "heißer Ofen" die Ruhe selbst ist, obwohl Eureka jetzt Boxenpferd mit stundenweisem Sandauslauf ist. Wir ziehen unsere Bahnen in aller Gelassenheit, es gibt kein Entsetzen, Gerenne oder Gezappel mehr.
Zur Abwechslung habe ich jetzt angefangen, mit Halsring zu reiten. Mal sehen, wie weit wir damit kommen. Wir haben ja Zeit und Ruhe...

Vorgestern war der Schmied wieder da und war auch sehr zufrieden. Diesmal hat man erst richtig die Rehefolgen gesehen, verbreiterte weiße Linie, Einblutungen in der Hufsohle... Ich bin froh, mir anfangs nicht eingeredet zu haben, es sei keine Rehe, die Hufe sähen nicht danach aus.

Liebe Grüße

Eureka23


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Antwort #7 - 03. Januar 2006 um 00:04
 
Ich muss dieses Tagebuch mal wieder an die erste Seite holen:

Eureka geht es immer besser, das merke ich daran, dass sie zu ihrem wahren Selbst zurückgefunden hat. Seit einer Woche ist sie wieder das feurige Roß, das ich eigentlich kenne.
Irgendwo ist das schade, dass unser Schrittgebummel ohne Sattel ungemütlich wird, aber ich hatte mir schon über den Sinneswandel der Stute Sorgen gemacht.

Jetzt hat sie ihre Lauffreude wiedergewonnen und marschiert langen Schrittes durch die Halle. Wenn wir traben, mag sie nicht mehr aufhören und sie sucht mittlerweile jeden Anlaß, loszusprinten. Da reicht es, wenn jemand an der Bande hustet... Ich bin zu alt, damit ohne Sattel fertig zu werden und erst recht, um von meinem eigenen Pferd zu plumpsen, ab morgen wird gesattelt! Notfalls wir auch geführt, da ist Madame immer lieb.

Bin ich allein in der Halle, lasse ich sie auch mal laufen (ohne mich), da muss sie sofort rennen, buckeln und pupsen, es scheint sie zu entspannen.

Sie sieht auch sehr gut aus, das Fell glänzt wie wild. Nach dem Beschlagen läuft sie nicht mehr klamm. Es macht auch keinen Unterschied, ob sie auf weichem oder harten Boden läuft.

Jetzt müssen wir nur noch die Zeit überstehen bis zum nächsten Frühjahr, wenn ich noch mal röntgen lasse.
Mein Pferd ist ernsthaft gelangweilt vom Reha-Sport, aber ich werde mich nicht hinreißen lassen, ganz normal mit Kringelreiten und sonstigen Trainingsaktionen anzufangen, bis wir das Jahr rum haben und es frische Röntgenbilder gibt.

Liebe Grüße

Eureka23

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Antwort #8 - 07. Januar 2006 um 22:11
 
06.01.2006

Heute war der Schmied da und war sehr zufrieden mit dem Hufwachstum und dem nachwachsenden Horn. Auf die weiße Linie habe ich jetzt nicht geachtet, aber die Hufsohle ist frei von den unheimlichen roten Druckstellen. Unter den Polstern gammelt nix, der Strahl ist wunderbar.
Eureka hat auch noch kein Eisen verloren, wie die anderen „Rehleins“ bei uns. Diese hatten dann erst mal wieder große Schwierigkeiten, zu laufen. Ich habe vorsorglich Erstlingswindeln und Panzerband im Spind, sollte Eureka sich auch die Schuhe ausziehen, werde ich sofort einen Hufverband basteln, damit sie sich keine Probleme einfängt, bis der Schmied kommen kann.

Eureka hat Geburtstag, sie wird 15. Auf üppiges Geburtstagsmahl muss sie verzichten, sonst gab es immer Mash, aber wegen der Rehe wage ich das nicht. Sie bekommt eine Mandarine zu ihrem normalen Krippenfutter, das muss reichen.

07.01.2006

Nach dem neuen Beschlag läuft Eureka diesmal gut, sie möchte beim Freilaufen nur nicht buckeln und rennen, aber das braucht sie auch nicht. Sie ist dann im Schritt umhergewandert und ein wenig getrabt, das sah normal aus. Ich bin zufrieden.

Für heute liebe Grüße

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Antwort #9 - 14. Juni 2006 um 23:28
 
14.06.2006

Freut euch mit mir und schöpft vielleicht auch Hoffnung!

Heute, ein Jahr nach dem Reheschub war Röntgentermin. WIR HABEN ES GESCHAFFT!!!! Auf den Bildern hat mein Pferd gesunde Hufe ohne Rotation (na gut, links ganz, ganz minimale Abweichungen von der Parallele) und die Senkung rechts ist nicht mehr zu erkennen. Keine Hutkrempen am Hufbein und die Sohle ist auch wieder gut dick geworden.

Eureka kann nach und nach wieder normales Reitpferd werden, da freue ich mich schon drauf!

In den letzten 4 Wochen hatten wir Probleme mit fliegenden Eisen, aber der Schmied kommt dann so schnell es geht und ein WE können wir mit den Windeln überbrücken. Das haben wir jetzt hinreichend geübt. Jetzt steht uns noch die „Entwöhnung“ vom Rehebeschlag bevor, aber das ganze Gedöns mit den Eisen empfinde ich mittlerweile als nebensächlich. Das kommt auch so schon mal vor.
Ich habe mich so lange in Geduld geübt, da kommt es nicht mehr drauf an. Hauptsache das Pferd ist gesund und munter.

Im Hinterkopf schwirrt mir immer noch der Gedanke herum, dass Eureka EMS haben könnte, darum füttere ich sie einfach so, als hätte sie es, das wird ihr nicht schaden.

Ich möchte heute das Tagebuch nicht schließen, möglicherweise gibt es noch Dinge zu berichten, die hier interessant sein könnten.

Aber ich möchte auf jeden Fall großes Lob dem Forum aussprechen, dessen User uns sehr geholfen haben. Viele Infos habe ich nur hier bekommen, bevor ich hier mitgelesen habe, kannte ich weder den Begriff EMS noch die Möglichkeiten der entsprechenden Fütterung. Ich hätte nicht gewusst, dass ein lahmfreies Rehlein nicht direkt reitbares Pferd bedeutet, und mir war auch neu, dass sich Veränderungen im Huf zurückentwickeln können, wenn man Zeit, Geduld und Glück hat.
VIELEN LIEBEN DANK!!!

Im vergangenen Jahr habe ich viele Dinge, die ich meinte über mein Pferd zu wissen, revidieren müssen. Manches ist mir nicht leicht gefallen (Abschied vom ganztägigen Weidegang fürs Pferd an erster Stelle), aber ich bin mittlerweile überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg waren und sind. Ohne dieses Forum hätte es das nicht gegeben.

Ich stelle hier mal eine virtuelle Kiste Sekt ein, damit ihr virtuell mit mir anstoßt. Zum Glück wird man davon auch nur virtuell betrunken….

Liebe Grüße

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Antwort #10 - 16. Juni 2006 um 21:51
 
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Antwort #11 - 17. Juni 2006 um 23:11
 
Die Bilder sind ca. 2 Monate vor dem Reheschub aufgenommen, bei Reiterspielen.

Das erklärt unser Erscheinen im Schottenkaro, während ich versuche, Boccia-Kugeln in den gelben Schalen zu platzieren (im Stil von "Reise nach Jerusalem") oder möglichst viel Wasser in wabbeligen Plastikbechern von Tisch zu Tisch zu transportieren.

Liebe Grüße

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Antwort #12 - 20. Juni 2006 um 21:49
 
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Antwort #13 - 21. Juni 2006 um 00:04
 
Das sind die ganz aktuellen Bilder von meiner Schickse. Was sagen denn die "Fettpolster-Expertinnen" zum unteren Bild? Ich finde nämlich die Gegend um die Hüfthöcker und hinter der Schulter schon irgendwie auffällig... Der Hals geht noch, obwohl wir wieder einen Heuballen hatten, der so richtig gut aussieht, ich meine, es wäre Rye-Gras. Heute habe ich einen Ballen aufgetan, der stinknormales Wiesenheu enthält, damit das "Neck-o-Meter" (siehe safergrass) wieder besser aussieht. Ich meine nämlich, dass es wirklich vom Heuballen abhängt, den wir verfüttern, ob meinem Pferd der Mähnenkamm anschwillt oder abschwillt. Oder ich werde langsam wirklich hysterisch...

Naja, die rehe haben wir ja offensichtlich im Griff, doch das soll schließlich auch so bleiben.

Liebe Grüße

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Antwort #14 - 07. Oktober 2006 um 23:11
 
07.10.2006

Um das Tagebuch aus der Versenkung zu holen und die Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben:

Eureka ist wieder ganz normales Reitpferd geworden!

Sie hat 14 Tage gebraucht, um sich den Rehebeschlag abzugewöhnen, jetzt hat sie wieder ihre normalen Eisen, hinten ist ein Steg wegen Sehnenschadens von früher. Nach dem Schmiedbesuch läuft sie auch nicht fühlig oder so.

Seit Juni habe ich sie mit Reiten, Longieren und Dualaktivierung langsam aufgebaut, so dass ich sie in der vergangenen Woche für „unterrichtstauglich“ befunden habe. Nun habe ich „Hausaufgaben“ vom RL (der kommt nicht so oft, da er ca. 80 km Anfahrt hat), damit das Pferd auch als Reitpferd vernünftig trainiert wird. „Reha-Sport“ war gestern…

Eureka geht es richtig gut; seit sie hauptsächlich von Heu und Speedies lebt, sie ist sehr gelassen geworden.  Die Leute sind immer ganz erstaunt, dass das hübsche Pony  („Ist da Araber mit drin?“) tatsächlich ein VA ist ...
Auch das „Sehnenbein“ das 3 Jahre lang nur direkt nach Bewegung dünn war, ist jetzt dauerhaft dünn. Hartnäckige Speckbeulen verschwinden nach und nach, das Pferd ist nicht mehr so aufgedunsen (alle hielten es für muskulös, ich auch…) und muss nicht mehr nach jeglicher Arbeit dringend pinkeln wie früher.

Eigentlich würden wir gerne mal wieder ausreiten, ich habe mir aber in diesem Jahr die Reitmarke gespart und finde auch keine Ausreit-Partner. Mal sehen, vielleicht borge ich mir mal ein Kennzeichen und ziehe alleine los, mit einem Pferd, dass sich in meiner Gegenwart immer schon selbst genug war und der neuen Gelassenheit sollte es klappen.

Eureka lebt zurzeit noch allein auf dem Sandpaddock, doch im Winter werden voraussichtlich andere Pferde dazukommen, wenn die Weiden zu sind, denn dann ist der Platz zum Rausstellen begrenzt.

Erst mal liebe Grüße

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Antwort #15 - 14. Februar 2007 um 00:02
 
13.02.2007

Da ich um neue Fotos fürs Tagebuch gebeten wurde, wird es Zeit, das Tagebuch mal wieder nach oben zu schubsen.

...

Zum Pferd: es läuft und läuft und läuft…

Wir haben Reitunterricht und nehmen am Freispringen teil. Am letzten Wochenende waren wir bei einem Kurs „Dualaktivierung“ dabei, der bei uns am Stall stattgefunden hat. Das war richtig klasse, vor allem, weil mein kleines Pferd sich mächtig angestrengt hat, gut zu sein. Ein Araber in höchster Konzentration allein in der Halle mit ca. 40 weiteren Zuschauern inmitten der blau-gelben Gassen… Das hat den Zuschauern regelrecht die Sprache verschlagen. Jetzt halten mich alle für die Expertin der Dualaktivierung, leider muss ich zugeben, dass ich nur mal im Buch geblättert habe, um meinem Pferd eine neue Aufgabe zu gönnen. Am Kurs habe ich teilgenommen, weil ich neugierig war, ob ich das aus dem Buch auch kapiert habe. Und weil es so einfach war, direkt am Stall.

...

Das Zuhause der „wahren“ Eureka kann man sich hier begucken: www.reitanlage-fockenberg.de. Da finden sich sicherlich auch bald Fotos vom „Guru“-Kurs.

Liebe Grüße

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Antwort #16 - 20. Mai 2007 um 21:39
 
16.05.07 - 20.05.07

Die beiden Eurekas haben zusammen Urlaub im Emsland gemacht. Das hat uns sehr gut gefallen und vor allem konnte der Araber an sich seiner Bestimmung folgen und durch die Gegend laufen, auch mal in Höchstgeschwindigkeit. Das hat richtig gut getan!

Vor anderthalb Jahren habe ich nicht dran geglaubt, dass sich mein Kleinmädchentraum noch erfüllen würde, aber es hat doch noch geklappt. Durchgedreht

Ich kümmere mich jetzt drum, dass es auch noch ein Bild davon gibt.

Liebe Grüße

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Antwort #17 - 20. Mai 2007 um 23:44
 
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Antwort #18 - 21. Juli 2008 um 22:21
 
21.07.2008

Dieses Tagebuch handelt zum Glück weiterhin nicht mehr von Hufrehe!!!

Es könnte ein Trainings-Tagebuch werden, allerdings führe ich so was nicht regelmäßig.

Seit dem letzten Sommer hat Eureka angefangen, deutlich abzunehmen, so dass der TA schon meint, ich wäre hysterische Rehepferdbesitzerin, die ihr Pferd am Hungertuch nagen lässt. Ich meine aber, dass sich das Pferd irgendwas im Urlaub eingefangen haben könnte, also gibt es volles Programm mit Blutbild und Kotprobe: das Pferd ist schlank, aber gesund.
Ich sehe auch lieber mal eine Rippe, als noch mal seltsame Fettpolster.

Eureka lebte weiterhin auf dem Sandpaddock  und bekommt 3 Mal am Tag Heu, morgens und nach dem Reiten Hafer mit Bierhefe und abends einen kleinen Eimer Speedy Beets mit Apfelessig für den Geschmack. Ich probierte es auch mit Öl im Futter, das hatte aber keine Auswirkungen auf die Figur, darum habe ich es wieder weggelassen. Manchmal gibt es eine Möhre oder einen Apfel, doch das ist kein fester Bestandteil des Futtereimers.

Damit Eureka regelmäßig Bewegung und Unterhaltung hat, finde ich eine RB für sie, die beiden kommen gut zurecht und ich bin finanziell und vor allem zeitlich entlastet.

Ich habe mir auch wieder angewöhnt, wenn ich am Stall bin auch irgendetwas mit dem Pferd zu unternehmen, das als sinnvolles Training zu bezeichnen ist.

Unser Reitunterricht macht auch gute Fortschritte, vor allem, seit mein Westernheini mal verhindert war und seine LAB uns unterrichtete. Sie ist Dressurtussi… Seitdem reite ich lieber bei ihr, denn mein Araber kann mehr als manches Warmblöd der Möchtegern-Bundestrainer bei uns am Stall.  Laut lachend

Tja, es wäre zu schön um dauerhaft zu sein, mein Pferd lahmte wieder seit Anfang Juni…
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Antwort #19 - 21. Juli 2008 um 22:25
 
Die Lahmheitsgeschichte habe ich aus einem anderen Forum kopiert, damit ich das nicht nochmal schreiben muss:

So, nachdem ich mit Linda(glinda), Mano und Schatzi bereits viel Spaß im Skiurlaub hatte (Usertreffen Anfang Februar in der Schweiz  Laut lachend), habe ich zusammen mit Linda beschlossen, dass wir uns auch mal im Sommer treffen wollen. Diesmal bei Linda zu Hause, sie scheint da zu wohnen, wo andere Urlaub machen, also nix wie hin! Sommerferien bieten sich dazu ja einfach an.

Der ursprüngliche Plan war, dass ich den Hänger ans große Auto mache, das ganze voll-stopfe mit Kram und Hund, das Pferd in den Hänger schiebe und dann durch halb Deutschland fahre.

Dieses hat das Pferd aber nicht ganz verstanden und sich, wie schon oft, kurz vor den Ferien ein Beinleiden zugelegt. Es lahmt, und zwar ordentlich.
So habe ich denn den Tierarzt heraufbeschworen und damit fröhliches Rätselraten, was das Pferd denn nun hat. Ich wollte das gerne wissen und etwas dagegen unternehmen, damit alles bis zum Urlaub noch was wird.
Es folgten Ideen wie Hufgeschwür (einfache Sache), Hufbeinbruch, Fesselträgerschaden (natürlich zupft das Dinge Stücke der Knochenhaut raus und braucht Monate zur Heilung, wenn überhaupt…) oder mal einfach 2 Wochen Entzündungshemmer spritzen und warten was geschieht.
Worauf warten wir denn da? Auf besseres Wetter oder was? Manche Besitzer wollen das, ich aber nicht!
Dann also Leitungsanästhesie, aber nicht ganz unten anfangen, sondern erst mal mittig, damit wir einen Leitfaden bekommen, wo zumindest vage die Lahmheit herkommt, und wo man mal ein Röntgengerät oder Ultraschall hinhalten könnte. Das ganze Programm von unten nach oben über mehre Tage hingezogen will ich nicht!
Hört sich unprofessionell an, hat aber seinen Grund: Der letzte Versuch der Leitungsanästhesie endete damit, dass mein Pferd drei erwachsenen Menschen und sich selbst zu Boden gerungen hat, alle lagen einträchtig auf dem Rücken auf der Stallgasse und Frau Doktor hatte die Braunüle selbst im Daumen stecken, obwohl ebendieser Daumen nicht der Betäubung bedurfte, das Gegenteil war eher der Fall.

Zusätzlich zum Tierarzt konnte ich einen starken Mann besorgen, der sich nicht zu Boden ringen lässt, auf überhaupt gar keinen Fall, damit ging es und wir fanden heraus, dass der Schmerz unterhalb des Fesselgelenkes sitzt. Dortselbst wollten wir das Röntgengerät dann hinhalten, was aber natürlich nicht anwesend war, also gab es einen neuen Termin dafür.

Über mein Pferd kann man einiges sagen, extravagant ist noch am schmeichelhaftesten, aber dass es mir gegenüber nicht absolut wohlerzogen ist und die Füße stehen lässt, ist nicht der Fall. Darum ward ich auserkoren, die Röntgenplatten zu halten und das bitte nur mit der Bleischürze. Zu der Schürze ist zu sagen, dass sie für Menschen gemacht ist, die erheblich größer sind als ich, was zwar nicht Besonderes ist, aber mir doch einiges an Ungemach bereitet. Ich müsste theoretisch diese Schürze hochkrempeln, was aber in echt unmöglich ist. Schwer ist das Objekt natürlich auch, „schwer wie Blei“ bekommt da eine ganz reale Bedeutung.
Nichtsdestotrotz hüllten wir uns in seltsame Gewänder und machten uns ans Werk der ersten Fotoserie. Ergebnis: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts! Das Pferd ist 17, geht aber vom äußeren Erscheinungsbild  gut für 8 durch, und so auch seine Gelenke, alle einwandfrei, nicht mal ein Zufallsbefund von Arthrose.

Daraufhin folgte ein neuer Termin mit Leitungsanästhesie und wir fanden heraus: es ist etwas im Huf, der noch mal von allen Seiten geröntgt werden müsste, natürlich zu einem neuen Termin…

Und so geschah es. Ich robbte ewige Zeiten um das Pferdebein herum, angetan mit der kleidsamen Bleischürze, selbstverständlich bei brütender Hitze. Ich habe leider immer wieder Mühe, mich mit dem gewichtigen Gewand von der Stallgasse zu erheben, aber ich schaffte es. Ich werde muskulös, wie Conan der Zerstörer, ich schwör!

Am Interessantesten sind ja die Oxspringaufnahmen für das Strahlbein oder so, das glaubt einem niemand, der das nicht selbst erlebt hat.
Man nehme einen komischen Holzklotz mit einem Plexiglas-Dreieck, in das man den Pferdehuf hineinpraktizieren muss, obwohl das Pferd da nicht gerne mitmachen will. Damit das Gebilde nicht zusammenbricht, fixiert man den Klotz mit seinem Fuß, die Röntgenplatte vorzugsweise mit dem dicken Zeh. Und nicht wackeln, dann wird das Bild ja nix! Im spannenden Moment, wo alles am Platz ist und nur noch das Bild geschossen werden müsste… kreischt jemand von hinten oh Herr Doktor, haben Sie grad mal ne Wurmkur? Und das Pferd verlässt vor Schreck den Klotz… Das Ganze bitte noch mal von vorn!
Im Schweiße unserer Füße schaffen wir es letztendlich, die Bilder zu machen, und wieder mal sehen wir nichts Richtiges.

Was es letztendlich sein könnte, wäre Hufbeinprellung oder Zerrung der tiefen Beugesehne ganz unten, auf jeden Fall wird es das Pferd dran hindern, in Urlaub zu fahren in diesen Ferien. Schön blöd, es weiß nicht, was ihm entgeht.



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