Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
  Willkommen Gast.
Wenn dies Dein erster Besuch hier ist, lese bitte zuerst die Hilfe - Häufig gestellte Fragen durch. Du musst Dich vermutlich Einloggen oder Registrieren, bevor Du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf den "Registrieren" Link, um den Registrierungsprozess zu starten. Du kannst aber auch jetzt schon Beiträge lesen. Suche Dir einfach das Forum aus, das Dich am meisten interessiert.

Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
Das Notfall Telefon betreut Sarotti (Christina Staab) Tel.: 09373-99180
  ÜbersichtHilfeSuchenEinloggenRegistrierenPN an Administrator Rechtliche Hinweise  
 
Seitenindex umschalten Seiten: 1
Thema versenden Drucken
Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden (Gelesen: 15152 mal)
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden
01. November 2005 um 17:54
 
Medikamente(Langzeitcortison) die nicht bei Hufrehe Pferden verwendet werden sollten!!!!z.b. Dexacortin-K
ich lese gerade dieses Mittel wird bei Hufrehe gespritzt!!!

und als Nebenwirkung wird Hufrehe angegeben das kann ja wohl nicht sein??!!

http://www.vetpharm.unizh.ch/TAK/OLD/04000000/00042786.01

Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
sonja




Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #1 - 01. November 2005 um 17:55
 
Hi,
ist ein Langzeitcortison (Dexamethason) und kann somit natürlich Hufrehe auslösen. Die Verabreichung von Cortison bei Hufrehe sollte eigentlich nach dem jetzigen Wissensstand schon lange überholt sein :?
LG, Sonja
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #2 - 01. November 2005 um 17:56
 
Ja Sonja sollte!!

aber les mal:

Indikationen
Entzündungen an Gelenken, Sehnen, Sehnenscheiden, Schleimbeuteln, Huf- und Klauenlederhaut. Allergische Erkrankungen wie Urticaria, Hufrehe, Bronchospasmen, allergische Dermatitis, Acetonämie, Intoxikationen. In Verbindung mit Antibiotika oder Chemotherapeutika bei schweren Infektionskrankheiten wie Pneumonie, Mastitis, Puerperalinfektionen.

die TA sind schnell mit der spritze weißt du immer was drin ist???

lg
Petra
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Spookey
User ab 1000 Beiträgen
*
Offline




Beiträge: 1238
Geschlecht: female
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #3 - 01. November 2005 um 17:57
 
Als Samira letztes Jahr die Lederhautreizung hatte, kam dann auch ein Tierarzt, da wir ja nicht wussten, ob es nicht doch wieder Rehe ist. Er meinte aber, es sei eindeutig eine Lederhautentzündung, und er würde ihr was spritzen. Misstrauisch, wie ich bin, fragte ich, was das denn sei (er war schon dabei, die Spritze aufzuziehen). Er meinte dann:"Ein Entzündungshemmer/Schmerzmittel und etwas Cortison, um die Entzündung zu nehmen." Und er wusste, dass Samira Cushing hat! :@ Ich meinte dann, dass das Risiko doch recht hoch sei, damit bei ihr Rehe auszulösen, und er meinte dann nur, die Dosis sei doch so gering...Ich habe ihn dann aber wohl doch sehr verunsichert, denn er legte die Spritze beiseite und meinte, er würde vielleicht doch besser was ohne Cortison spritzen...Okay, er ist kein Kliniktierarzt, sondern ein "Viehdoc", der aber auch bei Pferden an sich recht viel Ahnung hat und auch nicht sehr konservativ ist. Uns hat das aber schon ziemlich enttäuscht - was, wenn wir ihn nicht drauf angesprochen hätten? Wie viele Pferde sind so schon in eine Rehe reingerasselt?
Zumal Cortison in so einem Fall ja völlig unnötig ist, da gibt es ja genügend andere Mittel!

Grüßle, Spookey
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Spookey
User ab 1000 Beiträgen
*
Offline




Beiträge: 1238
Geschlecht: female
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #4 - 01. November 2005 um 17:57
 
Ich sitze hier gerade relativ sprachlos... Griesgrämig

Ich hatte ja von Samiras Besitzerin neulich eine Auflistung bekommen, wie Samiras bisherige Reheschübe behandelt wurden. Bei den ersten beiden Schüben war das "Voren" - laut TA (nicht der aus dem oberen Beitrag) "was Natürliches gegen die Entzündung". Wir haben das zwar nicht geglaubt, sind dann aber irgendwie immer davon ausgegangen, dass das so was in Richtung Equipalazone oder so war, aber schaut mal selbst: http://www.vetpharm.unizh.ch/TAK/04000000/00044093.01

"Dexamethason (9α-Fluor-16α-Methylprednisolon) ist ein stark wirksames Kortikosteroid mit langer Wirkungsdauer. Dexamethason hat eine 30fach stärkere glukokortikoide Wirkung als Cortisol, während die mineralokortikoide Wirkung zu vernachlässigen ist."

"Indikationen:
(...)
- Hufrehe der Pferde im frühen exsudativen Stadium"

Samira hatte ja im Sommer vor der ersten Rehe massiven Juckreiz, damals bekam sie von der Frau der TA's (ist Kleintierärztin, vertritt ihn aber manchmal) Cortison gespritzt, was wir auch wussten (Predixon). Später bekam sie dann vom TA noch mal was gespritzt (laut TA "was zur Stoffwechselunterstützung" ) - und was war das? Voren!

8 Wochen später bekam sie die Rehe.

Der erste Schub war Ende Juli 2001, er begann schleichend, erst nach ein oder zwei Wochen war klar, dass es Rehe ist. Zuerst bekam sie Voren und Heparin, Nux Vomica und Coenzym Comp (beides i.m.), dazu Isoxsuprinpulver. Eine Woche später dann noch mal Heparin und Finadyne.

Der Schub klang ab, aber Mitte Oktober bekam sie plötzlich aus heiterem Himmel einen neuen Schub. Und wieder bekam sie Voren gespritzt... :@

Es wurde nicht besser, deshalb kam dann der andere TA (der von dem Beitrag oben). Samira wurde dann mit reichlich Equipalazone und Nitrosalbe behandelt, die Rehe war dann gottseidank recht schnell vorbei. Danach war dann bis Sommer 2003 "Rehepause", aber der Stoffwechsel war immer mehr am Umkippen, die Cushingsymptome wurden immer ausgeprägter.

Damals wussten wir von Cushing wenig und sind auch nicht auf die Idee gekommen, dass Cortison so schaden kann. Heute will ich gar nicht wissen, was das damals angerichtet hat - und was noch alles hätte passieren können! Wenn man dann noch bedenkt, dass dieser TA der erste war, der den Verdacht geäußert hatte, Samira könnte Cushing haben (schon vor der ersten Rehe), macht das die Angelegenheit noch viel frustrierender. Er hätte es doch wissen müssen!

Auch die anderen beiden Reheponys bekamen von ihm immer "was Homöopathisches" gespritzt, ihnen ging es meist am nächsten Tag wieder ungewöhnlich gut, und kurz drauf gab es einen Rückfall. Ich bin mir sicher, dass auch das Cortison war (ich werde mal die SB's fragen, ob sie die Rechnungen noch haben). Gerade beim Shetty hat sich das mit den Reheschüben durch den ganzen Sommer gezogen - immer 2 Tage schlecht, dann wieder ein paar Tage gut, dann wieder schlecht (das Pony würde optisch auch wunderbar zum "Metabolischen Syndrom" passen)...

Und ich bin mir sicher, dass dieser TA ganz bestimmt nicht der einzige ist, für den "Voren" oder ähnliche Mittel bei Rehe das Mittel der Wahl sind - und die meisten Pferdebesitzer haben keinen Überblick, was ihren Pferden alles gespritzt wurde, gerade wenn die Angaben des TA's so vage sind. Und wer nicht gerade Internet hat und so wie wir anhand der Namen nachforschen kann, vertraut dann eben seinem TA... ~0

Leute - seid vorsichtig!!!


Frustrierte Grüße, Spookey
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #5 - 01. November 2005 um 17:58
 
ich möchte euch bitten (in dem oben genannten link) mal nach zu sehen was für Medikamente eure Pferde bekommen haben!!!
schreibt es bitte hier rein
lg
Petra
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #6 - 01. November 2005 um 17:59
 
Untersuchungen zu Prednisolon- Hufrehe??!!

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/jochheimc_2002.pdf


Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #7 - 01. November 2005 um 17:59
 
Depo-Medrol ad us. vet., Suspension

http://www.vetpharm.unizh.ch/wir/00000008/3432__F.htm
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #8 - 01. November 2005 um 18:00
 
Vetacortyl ad us. vet., Injektionssuspension

http://www.vetpharm.unizh.ch/wir/00000008/3432__F.htm
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #9 - 01. November 2005 um 18:01
 
Dexafort ad us. vet., Injektionssuspension

Dexa TAD ad us. vet., wässrige Injektionslösung

Dexacortin ad us. vet., Injektionslösung

Dexadreson ad us. vet., Injektionslösung

Dexamedium ad us. vet., Injektionssuspension

Voren® ad us. vet., Glucocorticoid

Voren®-Depot ad us. vet., Injektionssuspension

http://www.vetpharm.unizh.ch/wir/00000005/0022__F.htm
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Spookey
User ab 1000 Beiträgen
*
Offline




Beiträge: 1238
Geschlecht: female
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #10 - 01. November 2005 um 18:01
 
Hier ist noch eine Übersicht über die relative Stärke verschiedener Glukocorticoidhormone:

Cortisol [SPACE=19] 1,0
Cortison [SPACE=18] 0,8
Prednison [SPACE=15] 4,0
Paramethason [SPACE=6] 10,0
Betamethason [SPACE=6] 30,0
Dexamethason [SPACE=5] 30,0

LG Spookey
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Spookey
User ab 1000 Beiträgen
*
Offline




Beiträge: 1238
Geschlecht: female
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Medikamente(Langzeitcortison)
Antwort #11 - 01. November 2005 um 18:02
 
Vollständigkeitshalber möchte ich hier noch den Dexamethason-Suppressions-Test (Cushing-Test) mit anhängen, bei dem ja auch Dexamethason gespritzt wird.

Es wird oft gesagt, dass das die Dosis dort sehr gering sei und das Risiko, dass das Pferd Rehe bekommt oder eine schon vorhandene Rehe schlimmer wird, sehr gering sei.
Die Meinungen gehen aber unter den Tierärzten sehr auseinander - während manche keinerlei Bedenken haben (und auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben), sind andere sehr vorsichtig.

Ich selber kann nicht beurteilen, wie hoch das Risiko tatsächlich ist, allerdings ist die Dosis beim Low-Dose-Test (es gibt auch noch einen in viel höherer Dosierung) nur wenig geringer als die Höchstdosis bei einer normalen Dexamethasonbehandlung:

Dex-Test laut Laboklin: 2 mg/50 kg Dexamethason i.m.

Dosierung "Voren" beim Pferd zur normalen Behandlung: 0,5-2,5 mg/kg i.m.

Dexadreson (wurde bei meinem Pferd beim Cushingtest verwendet, leider weiß ich die Dosierung nicht): bis 3 mg/kg i.m.

Ein gewisses Restrisiko wird also bestehen, wobei man natürlich - wie immer - abwägen muss, was schlimmere Folgen hat, denn wenn man die Rehe nicht in den Griff bekommt, weil das Pferd unerkannt Cushing hat, ist das natürlich auch nicht wirklich besser.

Bei Samira wurde damals übrigens ein ACTH-Test gemacht - der TA sagte, bei Rehepferden macht er keinen Dex-Test. Wir hatten Glück, das Testergebnis war eindeutig - leider ist das nicht immer so. Das aussagekräftigste Ergebnis liefert eben schon ein Dex-Test...

Grüßle, Spookey
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden
Antwort #12 - 07. Oktober 2006 um 00:12
 
Cushing-Schwelle
Damit bei der medikamentösen Therapie mit Glucocorticoiden kein Morbus Cushing ausgelöst wird, gibt es für jeden Wirkstoff der Gruppe eine bestimmte Dosis, bei deren Überschreitung ein Cushing-Syndrom ausgelöst wird. Bei Landzeitbehandlung mit Glucocorticoiden sollte diese Schwelle nicht überschritten werden. Bei Morbus Cushing befindet sich im Blut zu viel Cortisol. Der Überschuss kann durch Krankheiten (etwa Tumoren) mit erhöhter Cortisol-Produktion ausgelöst werden.
http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Dexamethason/wirkung-medikament-10.html#

Beim adrenogenitalen Syndrom greifen Glukokortikoide in die Entstehungsmechanismen der Erkrankung ein. Sie besteht in einer Störung des hormonellen Regelkreises. Weil die Nebenniere zu wenig Hormone bildet, kommt es aus der Hirnanhangsdrüse zu einer verstärkten Ausschüttung von Corticotropin. Dieses erschöpft die Nebennierenrinde letztlich völlig durch ständige Signale zur Herstellung der Hormone Kortison und Androgene. Die Gabe von Glukokortikoiden meldet der Hirnnhangsdrüse eine ausreichende Hormonkonzentration im Blut, sodass sie ihrerseits die Überproduktion an Corticotropin einstellt.
http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffgruppe/Glukokortikoide.html#

Die Nebenwirkungen der Glukokortikoide hängen direkt mit ihren Hauptwirkungen zusammen:
Glukokortikoide greifen in den Zucker-, Eiweiß- und Knochenstoffwechsel sowie den Wasserhaushalt des Körpers ein. Bei Einnahme hoher Dosen von Glukokortikoiden über einen langen Zeitraum können beispielsweise Nebenwirkungen wie ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel oder Osteoporose auftreten. Im Extremfall entsteht ein so genannter Morbus Cushing. Typische Zeichen dieser Erkrankung sind: Vollmondgesicht, Verfettung am Rumpf, Abbau der Knochensubstanz (Osteoporose), Bluthochdruck oder Muskelschwäche. Um diese Folgen zu vermeiden, wurde für jedes Glukokortikoid eine Dosis bestimmt (Cushing-Schwelle), ab welcher bei längerer Anwendung ein Morbus Cushing entstehen kann. Diese Schwellendosis sollte bei Langzeittherapie nicht überschritten werden. Allerdings gibt es von Patient zu Patient große Unterschiede in der Schwellendosis. Außerdem existiert keine Dosis, bei der man ganz sicher sein kann, keinen Morbus Cushing auszulösen.
Da Glukokortikoide den Zellen des Immunsystems die Aufnahme lebenswichtiger Stoffe erschweren, schwächen sie das Immunsystem auch in seiner Abwehrkraft gegen Krankheitskeime.
Eine lange und hochdosierte Therapie mit Glukokortikoiden stört auch den hormonellen Regelkreis des körpereigenen Kortisons. Da sich ständig hohe Dosen an Glukokortikoiden im Blut befinden, unterdrücken sie in der
Hirnanhangsdrüse die Ausschüttung von Corticotropin. Dadurch aber wird in den Nebennieren die Bildung körpereigenen Kortisons praktisch abgestoppt. Eine Therapie mit Glukokortikoiden sollte daher niemals plötzlich abgebrochen, sondern immer mit langsamen Dosissenkungen über eine längere Zeit beenden werden. Nur so kann sich der Körper anpassen und selbst wieder ausreichend Kortison produzieren.
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden
Antwort #13 - 02. November 2006 um 07:32
 
Celestovet® ad us. vet., Injektionslösung

Zusammensetzung
Betamethasoni acetas 12.8 mg
Betamethasoni natrii phosphas 3.9 mg
Conserv.: E 216 0.2 mg, E 218 1.8 mg, Alcohol benzylicus 9 mg
Carmellosum natricum, Dinatrii phosphas anhydricus, Natrii chloridum, Natrii edetas, Polysorbatum 80, Aqua ad injectabilia, q.s. ad solutionem pro 1 ml

Fachinformationen Wirkstoffe / Inhaltsstoffe (CliniPharm)
Betamethason

Eigenschaften / Wirkungen
Celestovet® ist eine wässrige Corticosteroid-Suspension.
Es enthält 2 verschiedene Ester des hochwirksamen Corticosteroid Betamethason, die sich in der Wirkung ideal ergänzen. Das leicht lösliche Betamethason-21-dinatriumphosphat ermöglicht einen raschen antiphlogistischen, antiallergischen und antirheumatischen Effekt, während das schwer lösliche Betamethason-21-acetat langsamer resorbiert wird und deshalb über einen längeren Zeitraum wirksam ist.
Die Kombination der Initial- mit der Depot-Wirkung gewährleistet eine optimale therapeutische Wirksamkeit.
Die glucocorticoide Wirksamkeit des Betamethason ist stärker als die des Dexamethason.

Indikationen
Arthritis, Bursitis, Tendovaginitis und anderen entzündlichen Prozessen am Bewegungsapparat der Pferde.
Nach der intraartikulären Injektion von Celestovet® klingen Schmerzen und Empfindlichkeit innerhalb von 12 - 24 Stunden ab. Die Wirkung hält im allgemeinen 3 - 5 Wochen an.

Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:
Virale Infektionen, septische Prozesse, Magen-Darm-Ulzera.


Unerwünschte Wirkungen
Die einmalige Applikation ist in der Regel gut verträglich und führt zu keinen nennenswerten Nebenwirkungen.
Bei länger dauernder Anwendung besteht die Gefahr einer Nebennierenrinden-Inaktivitätsatrophie, von Magen-Darm-Ulzera, Osteoporose, Hufrehe, Hepatopathie und Thromboseneigung.

http://www.vetpharm.unizh.ch/reloader.htm?http://www.vetpharm.unizh.ch/TAK/03000...

Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Pony
Themenstarter Themenstarter
Administrator
WEBMASTER
*****
Offline




Beiträge: 1904

Langelsheim, Niedersachsen, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden
Antwort #14 - 02. November 2006 um 07:36
 
Dexacortin-K ad us. vet.[V], Injektionssuspension

   
Streuli Pharma AG
HINWEIS:dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!


Corticoid-Mikrokristall-Injektionssuspension für Pferd, Rind, Schwein, Hund und Katze


Zusammensetzung
Dexamethasonum 2,5 mg, Lidocaini hydrochloridum 5 mg, Conserv.: E 218 1 mg; Antiox.: E 223 0,11 mg, Excipiens ad suspens. inject. pro 1 ml

Fachinformationen Wirkstoffe / Inhaltsstoffe (CliniPharm)
Dexamethason - Lidocain

Eigenschaften / Wirkungen
Dexamethason, der Wirkstoff von Dexacortin-K, ist ein stark wirksames Glucocorticoid, dessen antiphlogistische, antiallergische und palliative Wirkung ca. 6-8 mal stärker ist als die des Prednisolons. Infolge der dadurch möglichen, niedrigeren Dosierung werden weder abnorme Natrium- und Wasserretention noch übermässige Kaliumausscheidung manifest. Gleichermassen sind weitere, der Corticosteroid-Therapie eigene Nebenerscheinungen weniger ausgeprägt.
Dexacortin-K ist eine Mikrokristall-Injektionssuspension. Die Lösung kann intramuskulär oder subkutan verabreicht werden. Dabei wird ein Depoteffekt erzielt, da Dexamethason sehr langsam von der Injektionsstelle resorbiert wird.

Pharmakokinetik
Die Resorption des freien Dexamethasons aus dem Depot dauert bis zu mehreren Wochen. Die Wirkungsdauer beträgt bis zu 2 Wochen und länger für die antiallergische Wirkung. Eine Cortisolsuppression kann beim Rind über 30 bis zu 45 Tage festgestellt werden. Die Proteinbindung von Dexamethason beträgt ca. 70%, wovon bis zu 75% locker an Transcortin, ein spezifisches Transportprotein für Corticosteroide, gebunden werden.
Dexamethason weist ein Verteilungsvolumen von ca. 1,2 l/kg (Hund, Rind) auf. Es verteilt sich in alle Gewebe und passiert die Blut-Hirn- und die Plazenta-Schranke.
Dexamethason wird in der Leber metabolisiert. Die Elimination erfolgt überwiegend renal als Glucuronid, ein geringer Teil wird in sulfatierter Form ausgeschieden.

Indikationen
Entzündungen an Gelenken, Sehnen, Sehnenscheiden, Schleimbeuteln, Huf- und Klauenlederhaut. Allergische Erkrankungen wie Urticaria, Hufrehe, Bronchospasmen, allergische Dermatitis, Acetonämie, Intoxikationen. In Verbindung mit Antibiotika oder Chemotherapeutika bei schweren Infektionskrankheiten wie Pneumonie, Mastitis, Puerperalinfektionen.

Dosierung / Anwendung
Rind, Pferd   2-3 (-6) ml pro 100 kg KGW
Schwein   1-2 (-4) ml pro 50 kg KGW
Kleintiere   0,3-0,6 (-1) ml pro 10 kg KGW

Die Lösung kann intramuskulär oder subkutan verabreicht werden.
Bei Bedarf kann die gleiche Dosis nach 48 Stunden erneut verabreicht werden.


Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen
Bestehende Magen-Darm-Ulcera, virale Infektionen, Systemmykosen, Festliegen durch Hypocalcämie, Glaukom, schlecht heilende Wunden und Geschwüre, letztes Drittel der Trächtigkeit bei Rind und Schaf (in den meisten Fällen wird ein Abort provoziert).

Vorsichtsmassnahmen
Bei bakteriellen Infekten, erkennbarer Abwehrschwäche, Diabetes mellitus, kongestiver Herzinsuffizienz und chronischer Niereninsuffizienz sind bei der Applikation von Dexacortin besondere Vorsichtsmassnahmen erforderlich. Bei längerfristiger Therapie soll das allfällige Entstehen von Glukosurie, Hypokaliämie und gastrointestinalen Läsionen überwacht werden.
Eine aktive Immunisierung soll nicht während und bis zu 14 Tage nach einer Glucocorticoid-Therapie durchgeführt werden. Die Ausbildung einer ausreichenden Immunität kann auch bei Schutzimpfungen, die bis zu 8 Wochen vor einer Therapie erfolgt sind, beeinträchtigt sein.


Unerwünschte Wirkungen
Mögliche Nebenwirkungen, die sich aus den bekannten Wirkungen von Dexamethason ableiten, sind abhängig von der Dauer und der Dosierung der Medikamentation und treten normalerweise erst nach längerfristiger Anwendung und nach hohen Dosen auf. Folgende Nebenwirkungen sind bekannt: Magen-Darm-Ulcera, Hautatrophie, Osteoporose, Arthropathie, Muskelschwund, Hufrehe (Pferd), verminderte Glucosetoleranz, Erniedrigung der Krampfschwelle, Hepatopathie, Thromboseneigung, Hypertonie, Glaukom und Katarakt, verminderte Milchleistung (Rind), Cushing-Syndrom.
Die Verabreichung an Jungtiere kann das Wachstum verzögern. Bei Hunden können sich folgende Nebenwirkungen bereits nach kurzer Therapiedauer manifestieren: Polydipsie, Polyphagie und Polyurie. In solchen Fällen darf die Therapie nicht fortgesetzt werden.

Wechselwirkungen
Verstärkte Kaliumverluste bei gleichzeitiger Gabe von Thiazid- und Schleifendiuretica; verminderte Herzglykosidtoleranz; erhöhtes Risiko gastrointestinaler Blutungen und Ulcerationen bei Kombination mit nichtsteroidalen Antiphlogistica; erhöhter Insulinbedarf; verminderte Wirkung bei Gabe von Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin und anderen enzyminduzierenden Substanzen; Erhöhung des Augeninnendruckes bei gleichzeitiger Verabreichung von Anticholinergica (z.B. Atropin).

http://www.vetpharm.unizh.ch/reloader.htm?http://www.vetpharm.unizh.ch/TAK/OLD/0...
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Leonie




Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden
Antwort #15 - 02. Januar 2007 um 23:23
 
Ich weiss nicht, wie es hieß, was meine Kleine bekam, als sie im Reheschub zu ersticken drohte, aber es war Cortison und wurde gespritzt. Es hat einen neuen Schub ausgelöst, den der TA aber bewusst in Kauf genommen hat, da sie ansonsten nicht zu retten gewesen wäre. Hat geklappt, ihr allerdings eine wesentlich längere Reha-Phase beschert. Aber in diesem Falle war es meines Erachtens nach ok. Als Rehe-Mittel finde ich es unverantwortlich. Meine Kleine bekam mal das Prednisolon wegen ihres Hustens. Davon gab es einen dicken Ring auf den Hufen und die Brust schwoll an. Dann hat sie sich regelrechte Löcher in die Brust geschubbert und gebissen...
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
ponyx
User ab 500 Beiträgen
*
Offline


Hufreheforum.de


Beiträge: 927

Hannover, Germany
Zeige den Link zu diesem Beitrag Re: Langzeitcortison nicht bei Hufrehe verwenden
Antwort #16 - 22. Juni 2010 um 17:25
 
also bei meiner wurde der erste reheschub auch durch langzeitcortison ausgelöst,
sie bekam das wegen ihrer arthrose gespritzt, na schönen dank auch, über eine kleine aufklärung hätt ich mich damals sehr gefreut...  Traurig
Zum Seitenanfang
  
 
IP gespeichert
 
Seitenindex umschalten Seiten: 1
Thema versenden Drucken