Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Azidose (Übersäuerung) und Hufrehe (Gelesen: 7457 mal)
Eddi




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31. Oktober 2005 um 18:46
 
Fakt ist, das unsere Umwelt immer saurer wird, z.B. hat der Regen bereits einen ph-Wert von 4,0.
Dieser wird durch Mineralstoffe im Boden neutralisiert.
Somit fehlen diese den Pflanzen und entsprechend den Pflanzenfressern usw. und der Weg zu Särekrankheiten ist bereits da.
Bekannt ist die Azidose als Auslöser für Rheuma, chronische Lahmheiten,Podotrochlose, anderen Arthrosen, Exostosen und anderen Hufproblemen.
Es wird von Zusammenhängen beim Sommerekzem,Hufrehe,Kreuzverschlag, einigen Fällen von chronischem Husten,Leistungsschwäche und einigen Koliken gesprochen.

Funktion des Säure-Basenhaushalts
- Im Magen wird aus Kochsalz Salzsäure und Natriumbikarbonat gebildet
- Natriumbikarbonat geht ins Blut über und wird von Leber,Bauchspeicheldrüse,Galle und Dünndarm aufgenommen
- die Lunge gibt überschüssige Säure an die Außenluft ab, sodenn Frischluft zur Verfügung steht
- die Niere filtert das Bikarbonat zurück und gibt gleichzeitig Säure zurück.
bei einer Übersäuerung kann die Niere nicht mehr richtig arbeiten

- wird mehr Säure gebildet als ausgeschieden werden kann,wird diese im
Bindegewebe eingelagert
. Dort können größere Mengen Säure gespeichert werden, ohne dass zu diesem Zeitpunkt Krankheitserscheinungen aufteten
Im Blut und Urin kann man erst viel später die Übersäuerung nachweisen


Ursachen die zur Übersäuerung führen
Hauptursachen sind ein Mangel an Basen und Basenbildnern und ein Zuviel an
Säurebildnern aus der Nahrung
sowie eine schlechte Resorption und gestörte Ausscheidung im Körper.
Durchfälle
Darmgärungen
Fehlleistungen der Leber,Bauchspeicheldrüse,Niere
Basenmangel im Futter
Eiweißüberangebot

Hunger,Fieber,Sauerstoffmangel
starke Belastung
Medikamente: Kortison (aufgrund Kaliumverluste),
Phenylbutazon
sowie falsche Mineralstoffversorgung
elektrische und magnetische Wechselfelder
(z.B. Hochspannungsleitunegen und Neonröhren!!! (ist im Reagenzglas leicht nachweisbar!!!)

Anzeichen einer latenten Azidose können sein:
- Abgeschlagenheit,Müdigkeit,Arbeitsunlust
- Appetitlosigkeit oder Heißhunger
- chronische Darmstörungen
- schlechtes Fell
- Gestank aus dem Maul
-
Strahlfäule

-
schlechtes Hufwachstum

- vermehrtes Schwitzen
-
Muskelverspannungen

-
chronischer Husten

- Nieren- und Blasenerkrankungen
-
Juckreiz und Mauke

-
Steifheit, unerklärliche Lahmheiten


Symtome der akuten metabolischen Azidose
die entweder durch vermehrte Produktion oder verminderten Abbau von Säuren oder durch Bikarbonatverluste über den Darm entstehen.
- feuchtkalte Haut
- normale bis Untertemperatur
- Zyanose (bläuliche Verfärbung der Haut u. Schleimhäute infolge relativer Vermehrung reduzierten Hämoglobins im Kapillarblut)
- kapillare Füllungszeit verlängert
- tiefe Atmung
-
Polyurie (übermäßige Harnausscheidung)

- Dehydration
- Tachykardie (Herzjagen)
- Muskelschwäche bis Festliegen
- Tremor (willkürlich nicht oder nur unvollständig unterdrückbare Bewegungsstörung (Dyskinese) in Form rhythm. Zuckungen von Muskelgruppen mit resultierendem „Zittern“ der betroffenen Körperteile oder des ganzen Körpers)
- Stupor
- Koma

Lokale Übersäuerungen

- Hufrehe
- Kreuzverschlag
- Herzinfarkt

Bei einer chronischen oder akuten Übersäuerung ist
nicht der ganze Körper gleich sauer.
Es bestehen erhebliche lokale Unterschiede aufgrund des Speichervermögens verschiedener Gewebe für Nährstoffe, die Durchblutung und die individuell verschiedene Arbeitsleistung der Muskeln.

Therapiemöglichkeiten der akuten und lokalen Azidose
Zur Therapie der akuten und lokalen Azidose stehen an 1. Stelle Injektionen oder Infusionen mit Natriumbikarbonatlösung eventuell in Kombination mit den zum Arzneimittelbild passenden biochemischen/homöopathischen Mitteln (z.B.Natrium phos.,Magnesium phos., Natrium sul., Natrium mur., usw.Bei Eindicken des Blutes gibt man Kaliumchloratum nach Anweisung des Therapeuten über einen längeren Zeitraum, Schulmedizinisch hilft
Heparin und der Aderlaß
.

Karlsbader Salz

Karlsbader Salz wird als Pufferausgleich empfohlen.
Es regt die
Sekretin, den Stoffwechsel und die Fresslust an, wirkt wirkt schleimlösend und abführendund regt die Tätigkeit von Leber und Nieren an

Dosierung Pferd: 10-30g
Entsäuerungsmittel der biochemie ist Natrium phosphoricum


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Eddi




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Antwort #1 - 31. Oktober 2005 um 18:46
 
Basenbildende Zusatzfutter
Als basenbildende Zusatzfutter werden Möhrem,Rote Bete,Futterrüben und Kartoffeln (roh oder gedämpft, ohne grüne Verfärbungen,ist Solanin und giftig) genannt.
Ebenso soll die Kartoffelfütterung als diätisches Beifutter die Hufhornqualität und das Hufwachstum durch die B-Vitamine und Azidosebekämpfung positiv beeinflussen können.
Weiterhin wirken Apfelessig und saure Äpfel basisch.

Therapieansatzpunkte

Natriumbikarbonat

ist aus der Humanmedizin als Entsäuerungsmittel bekannt.
Obwohl es in der Veterinärmedizin eigentlich kaum wegzudenken ist, ist es "unmodern" geworden.
Es wurde gegen Kreuzverschlag und Hufrehe eingesetzt.

Karlsbader Salz

gilt als Pufferausgleich gut geeignet. Es regt den Stoffwechsel,die Sekretion und die Fresslust an, wirkt schleimlösend und regt die
Tätigkeit von Leber und Niere
an.

Biochemie nach Schüßler

in der Veterinärmedizin wird meist D8 für passend angesehen.
Das Entsäuerungsmittel der Biochemie ist
- Natrium phosphoricum -

Es kommt in den Blutkörperchen,Muskelzellen,Nervenzellen und in der Zwischenzellenflüssigkeit vor.
Es fehlt vor allem bei
chronischen Erkrankungen.


Bestimmungsmöglichkeit
Leider ist wieder mal eine genaue Bestimmung nicht einfach. Über den Urin kann lediglich der Verlauf einer Azidosetherapie bestimmt werden. Ist nach Aufnahme von Bicarbonat nach wenigen Stunden kein Anstieg im Urin feststellbar, kann man wohl davon ausgehen, dass der Körper es benötigt weil er übersäuert ist und seinen Vorrat auffüllen muss.
Alles andere können durch Fütterung und Stress Momentaufnahmen sein.
Sehr Aufwendige Untersuchungen sind aber möglich.
Gleiches gilt für die ph-Messung des Kotes.

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Eddi




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Antwort #2 - 31. Oktober 2005 um 18:46
 
Vorweg meine Meinung: Man darf bestimmt nicht alle Erkrankungen nur auf eine Azidose berufen, allerdings ist es bestimmt eine Überlegung wert, ob nicht wirlklich die Übersäuerung eine Rolle mirspielt und man da zusätzlich etwas gegen machen sollte.

Mit Azidose in Verbindung stehende Krankheiten

Hufrehe

Eine lokale Azidose führt sowohl zum Säureschmerz als auch zur Nekrotisierung des Gewebes. Eine lokale Blockierung der arteriellen und venösen Endstrombahnen führt durch Sauerstoffmangel und übermäßige Säurekonzentration zum Gewebetod.Die verschlechterte Fließeigenschaft von übersäuertem Blut tragen ebenfalls zum Sauerstoffmangel bei.
Die Intrazullärazidose führt zur Ischämie (= kritische Verminderung der Sauerstoffzufuhr meist durch schwere arterielle Durchblutungsstörungen, im Gegensatz zum Infarkt jedoch reversibel), diese erzeugt infolge anaerober Verbrennung Milchsäure, diese senkt den lokalen ph-Wert weiter - ein Teufelskreis.
Und genau diese Vorgänge laufen bei einer Hufrehe ab.Hinzu kommt, dass die schwellenden Weichteile sich nicht ausdehnen können, der Druck im Huf wird immer größer - das Pferd schuht aus.
.
Hufwachstumsstörungen und Hohle Wand sollen ebenso durch die Minderdurchblutung durch die Azidose betroffen sein.

Nierenerkrankungen

Bekannt ist, dass die Niere sowohl Wasserstoffionen ausscheidet als auch Bikarbonationen zurückresorbiert.
Es wird gesagt, dass ohne ausreichende Basenversorgung die Niere nicht ordnungsgemäß arbeiten kann.
Bei den Laborwerten fallen auf:
Hyperchlorämie, Werte über 110 mmol/l
metabolische Azidose, Plasmabikarbonat unter 10 mmol/l
alkalischen Urin
gelegentlich Hypokaliämie
Nach Schüßler gibt man: Natrium mur., Natrium sulf., Natrium phos., Kalium Chlor. entsprechend den Symptomen.

Leberschaden


Bei fast jedem Leberschaden ist ein Basendefezit mitbeteildigt.
Wird der Basenmangel beseitigt kann die Leber als massiv Basen verbrauchendes Organ sich schneller regenerieren.
Zur Biologischen Therapie eignet ich zum Beispiel
-Infihepan (OP Infirmarius-Rovit)
-Chelidonium-Kpmplex sowie der Löwe Komplex Nr. 1
-Leptandra
-Ferum  Phos. Tropfen

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Antwort #3 - 11. November 2005 um 19:21
 
42 Seiten zur Azidose ....hier geht`s lang

http://www.kwyin.de/pdf/alkatop.pdf

das von Eddi beschrieben ist aus diesem Link!!
dort wird noch genauer alles Beschrieben


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Antwort #4 - 08. November 2006 um 07:45
 
Nimmt das Pferd zu hohe Mengen von eiweiß-, kohlenhydrat- und oder fruktanhaltigem Futter zu sich, kommt es schnell zum Erreichen des reheauslösenden Schwellenwertes.

Nimmt das Pferd z.B. eine größere Menge Getreide (= Kohlenhydrat) zu sich, presst der dadurch überladene Magen, das Futter teilweise ungenügend verdaut in den Dünndarm. Von dort aus wird es weiter in den Blinddarm geschleust. Dort halten sich rohfaserverdauende Bakterien, die Rohfaser aufspalten um die darin befindlichen Nährstoffe freizusetzen, und die kohlenhydratverdauenden Bakterien die Waage. Doch durch das Überangebot an Kohlenhydraten, ist eine explosionsartige Vermehrung der kohlenhydratverdauenden Bakterien die Folge.

Da sie als Nebenprodukt Milchsäure ausscheiden, verändert sich der pH-Wert von 7 neutral, auf bis zu 6 in den sauren Bereich. Dies wiederum führt zu Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien, für die dieses Milieu lebensfeindlich ist. Im Inneren dieser rohfaserverdauenden Bakterien befinden sich eingelagerte Giftstoffe, so genannte Endotoxine - daher spricht man auch von toxischen Vorgängen. Diese Giftstoffe werden beim Absterben der Bakterie durch die Zellwände freigesetzt. Da die sauren Bedingungen auch die Darmwand schädigen, können Toxine und Milchsäure aus dem Darm in die Blutbahn gelangen. So tritt eine langsame Übersäuerung im gesamten Organismus ein. Diese Systematik bedingt die weiteren Vorgänge im Huf.

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