Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Merkblatt für Pferdebesitzer - Hufrehe (Gelesen: 11826 mal)
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30. Oktober 2005 um 13:52
 
Merkblatt für Pferdebesitzer - Hufrehe
Obwohl Hufrehe relativ häufig vorkommt, ist es noch immer eine Krankheit, bei der viele Unklarheiten bestehen. Viele Pferdebesitzer glauben, dass nur Ponys und diese auch nur im Frühjahr betroffen sind. Tatsache ist allerdings, dass alle Pferde jederzeit erkranken können. Deshalb ist es für alle Pferdebesitzer wichtig, die Folgen eines Hufreheschubes zu (er-)kennen.

Was ist Hufrehe?
Hufrehe ist eine extrem schmerzhafte Erkrankung des Hufes, die durch Veränderungen in der normalen Durchblutung des Fußes entsteht. Dadurch kommt es zu einer Entzündung bestimmter Hufstrukturen, die dadurch geschwächt werden. In schweren Fällen kann es zu einer Absenkung oder Rotation des Hufbeines kommen. Der Knochen kann sogar durch die Sohle durchbrechen.

Die Hufrehe gibt es in zwei Formen: Akut und chronisch. Bei der akuten Form treten die Symptome plötzlich auf und sind schwerwiegend. Die chronische Hufrehe ist meist eine Folge früherer Reheschübe und ihre Symptome entwickeln sich langsam.

Woran erkenne ich, dass mein Pferd Hufrehe hat?
Anzeichen einer akuten Hufrehe:

Ihr Pferd weigert sich standhaft, sich zu bewegen.
Es nimmt eine für Hufrehe charakteristische Stellung ein: Die Vorderfüße werden so weit wie möglich nach vorne gestreckt, die Hinterfüße so weit wie möglich unter den Körper gestellt. Dadurch wird so viel Gewicht wie möglich auf die Hinterfüße verlagert und die schmerzenden Vorderfüße entlastet.
Ihr Pferd geht höchstgradig lahm, vor allem auf hartem Boden und in Wendungen. Es zeigt einen unnormalen Gang: Der Huf landet mit den Ballen bevor die Zehe den Boden berührt.
Die Hufe fühlen sich heiß an und die Blutgefäße im Zehenbereich pulsieren stark.
Ihr Pferd zeigt eine schmerzhafte Reaktion, wenn Druck auf die Strahlspitze ausgeübt wird.
Anzeichen einer chronischen Hufrehe:

Die Hufwand zeigt Ringe, die am Ballen weiter auseinander liegen als an der Hufspitze.
Blutungen in der Hufsohle
Die weiße Linie ist verbreitert, und sehr häufig entwickeln sich dort Hufabszesse.
Eingesunkene Sohlenfläche oder sehr flache Hufe
"Schnabelhuf“
Was muss ich tun, wenn mein Pferd Anzeichen einer Hufrehe zeigt?
Wenn Ihr Pferd Anzeichen einer akuten Hufrehe zeigt, sollten Sie sofort Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt rufen. Hufrehe ist ein Notfall! Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser!

Während Sie auf Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt warten, sollten Sie alles tun, um Ihrem Pferd zu helfen:

Holen Sie es von der Weide bzw. aus dem Auslauf, wenn es draußen gehalten wird.
Streuen Sie seine Box sehr tief ein, am Besten mit Sand, Papierschnitzel oder Sägespäne.
Entfernen Sie alles Futter aus dem Stall, aber stellen Sie Ihrem Pferd ausreichend Wasser zu Verfügung.
Ermutigen Sie es sich niederzulegen und vermeiden Sie jede Störung und Aufregung.
Chronische Rehe hingegen ist zwar kein Notfall, es ist dennoch sehr wichtig, dass Sie sobald wie möglich Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt rufen.

Ich dachte immer, dass nur fette Ponys an Hufrehe erkranken!
Prinzipiell kann jedes Pferd an Hufrehe erkranken. Manche Pferde sind jedoch anfälliger als andere. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko einer Hufreheerkrankung:

Rasse des Pferdes: Ponys und Kaltblüter sind anfälliger als andere Rassen.
Körpergewicht: Übergewichtige Pferde sind wesentlich anfälliger.
Futter mit einem hohen Anteil an Kohlehydrate, wie z. B. Getreide
Abrupte Futterumstellungen: Hauptsächlich bei plötzlichem Zugang zu großen Futtermengen ( frisches Gras, z. B. am Anfang der Weidesaison, oder Getreide) an denen sich das Pferd "überfrisst".
Schwere Kolik
Schwere Arbeit auf hartem Boden
Schwere Infektion oder eine andere Erkrankung, die mit hohem Fieber einhergeht, z. B. eine Lungenentzündung oder Nachgeburtsverhaltung
Verletzung des einen Vorderbeines. Um das verletzte Bein zu entlasten wird das Gewicht auf das gesunde Bein verlagert, das dadurch häufig überlastet wird
Stoffwechselstörungen, z.B. Cushing.Erkrankung
Was wird meine Tierärztin/mein Tierarzt unternehmen?
Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt wird Ihr Pferd untersuchen, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um Hufrehe handelt. Dazu wird sie/er:

Fragen zu der Gesundheit, Fütterung und Bewegung Ihres Pferdes stellen.
Die Füße Ihres Pferdes untersuchen und mit einer Hufzange den Huf ihres Pferdes abdrücken.
Röntgenaufnahmen von den Füßen Ihres Pferdes anfertigen, um die Position des Hufbeines zu bestimmen. Die Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung ab und kann folgendermaßen aussehen: Behandlung einer eventuell zugrunde liegenden Krankheit, wie z. B. Lungenentzündung, Nachgeburtsverhaltung etc.
Medikamente, um die Schmerzen zu lindern und um die Entzündung zu reduzieren (so genannte Antiphlogistika), um Infektionen vorzubeugen (Antibiotika) und um die Durchblutung des Fußes zu verbessern (so genannte Antikoagulantien und Vasodilatatoren)
Wenn sich Ihr Pferd überfressen hat, kann der Magen mit einer Nasenschlundsonde geleert und Öl eingegeben werden, um den Darm durchzuspülen.
Futterumstellung
Eröffnen von Hufabszessen
Orthopädischer Hufbeschlag, z. B. Hufkorrektur, therapeutische Hufeisen oder -schuhe. Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt wird sich mit Ihrem Hufschmied in Verbindung setzen und mit ihm darüber beraten, was für Ihr Pferd am Besten ist. Wenn Ihr Hufschmied verhindert ist, kann Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt am Huf Strahlpolster anbringen.
Es ist sehr wichtig, dass Sie sich genau an die Anweisungen Ihrer Tierärztin/Ihres Tierarztes halten und sie/ihn über die Erkrankung auf dem Laufenden halten. Unglücklicherweise, kommt es in schweren Fällen zu irreversiblen Veränderungen am Huf. Diese können dem Pferd so große Schmerzen bereiten, dass das Pferd eingeschläfert werden muss. Das ist häufig dann der Fall, wenn mit der Behandlung zu spät angefangen wurde.

Kann mein Pferd wieder geritten werden?
Die meisten Pferde, die wegen Hufrehe behandelt worden sind, können wieder geritten werden. Allerdings hängt es davon ab, wie schwerwiegend die Erkrankung war und wie gut Ihr Pferd auf die Therapie angesprochen hat. Sie sollten mit dem Reiten auf jeden Fall solange warten, bis Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt dazu "grünes Licht" gibt. Ein Pferd, das einmal an Hufrehe erkrankt war, ist wesentlich anfälliger für neue Reheschübe. Es ist deshalb umso wichtiger, dass Sie Ihr Pferd genau beobachten, und bei den ersten Anzeichen von Hufrehe sofort Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt rufen.

Was kann ich tun, um einen erneuten Hufreheschub zu verhindern?
Um einen erneuten Reheschub zu verhindern, sollten Sie am Alltag Ihres Pferdes dauerhafte Veränderungen vornehmen. Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt berät Sie gerne dabei. Folgende grundlegende Dinge sollten Sie beachten:

Stellen Sie sicher, dass Ihr Pferd vor allem im Frühjahr keinen unbegrenzten Zugang zu Gras hat. Benutzen Sie z. B. Elektrozäune.
Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, stellen Sie Ihr Pferd auf einen Sandauslauf.
Lassen Sie Ihr Pferd nicht auf gefrorenen Weiden und Ausläufe.
Reiten oder fahren Sie nicht zu lange auf hartem Boden.
Bewegen Sie Ihr Pferd täglich.
Andere Veränderungen, die Sie am besten mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt absprechen, sind:

Eine ausgeglichene Fütterung mit einem angemessenen Kohlehydratanteil. Wenn Ihr Pferd übergewichtig ist, reduzieren Sie sein Gewicht. Regelmäßige Hufpflege. Routinemäßige Entwurmungen und Impfungen, um Ihr Pferd allgemein gesund zu erhalten. Ergänzung des Futters mit Mineralstoffen und Vitaminen für gesunde Hufe.

http://www.isernhagener-tierklinik.de/page.aspx?pageid=43
mit freundlicher Genehmigung von Dr.Enno Allmers
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Antwort #1 - 30. Oktober 2005 um 13:53
 
Hufrehe.
Jeden Tag müssen Tierärzte Hunderte von Hufrehe-Fällen behandeln, eine schmerzhafte Krankheit, welche die Hufe des Pferdes befallen kann. Besonders alarmierend ist, daß einige Fälle vermieden werden können. Genauer gesagt: es ist möglich, daß wir unsere Pferde mit zuviel Liebe umbringen.
Bedenken Sie, dass ein häufiger Grund für Hufrehe die Überfütterung ist, also ein Faktor des Managements, welchen wir normalerweise kontrollieren können.

Indem Sie mehr über die Ursachen, Anzeichen und Behandlungsmethoden von Hufrehe erfahren, können Sie das Risiko einer Erkrankung Ihres Pferdes minimieren bzw. den langfristigen Schaden kontrollieren, wenn die Erkrankung auftreten sollte.

Definition von Hufrehe.

Hufrehe ist das Ergebnis der ständigen, periodischen oder kurzfristigen Unterbrechung des Blutflusses zur Huflederhaut. Diese Huflederhaut sichert das Hufbein (der keilförmige Knochen) im Fuß gegen die Hornwand. Eine Entzündung schwächt die Huflederhaut oft für immer und greift in die Hufbein/Hornwand Verbindung ein. In ernsten Fällen können sich Hufbein und Hornwand trennen. In dieser Situation kann sich das Hufbein im Fuß bewegen, sich nach unten verschieben und letztendlich die Hornsohle durchbrechen. Hufrehe kann einen oder alle Hufe betreffen, es kommt jedoch am häufigsten in den vorderen Gliedmaßen vor.

Die Bezeichnungen "Hufrehe" (Laminitis) und "Founder" werden abwechselnd benutzt. Founder wird häufiger für eine chronische, länger anhaltende Erkrankung benutzt, die mit der Bewegung des Hufbeines einhergeht. Akute Hufrehe beschreibt hingegen Symptome mit einem plötzlichen ersten Anfall des Schmerzes und der Entzündung der Huflederhaut.

Häufige Ursachen von Hufrehe.

Während die genauen Mechanismen, die zur Schädigung des Fußes führen, immer noch nicht bekannt sind, können bestimmte Stürze Hufrehe verursachen. Obwohl Hufrehe im Huf vorkommt, entsteht die Ursache dafür oftmals an anderer Stelle im Körper des Pferdes.

Die Ursachen dafür variieren und können folgende Gründe beinhalten:

Magenverstimmung wegen Getreideüberlastung oder plötzlichem Futterwechsel.

Plötzlicher Zugang zu großen Mengen saftigen Futters bevor der Pferdemagen Zeit hatte, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Diese Art der Hufrehe ist als "Gras Founder" bekannt.

In den Körper des Pferdes übertragene Giftstoffe.

Hohes Fieber oder Krankheit. Jede Erkrankung, die hohes Fieber oder ernste Stoffwechselstörungen verursacht, kann potentiell Hufrehe verursachen, z.B. Potomac Pferdefieber.

Ernste Koliken.

Nach der Geburt des Fohlens in der Stute verbliebene Plazenta.

Ein überhitztes Pferd, das kaltes Wassers trinkt.

Übermäßige Erschütterung der Hufe, oft auch "Road Founder" genannt.

Übermäßiges Tragen von Gewichten auf einem Bein wegen der Verletzung eines anderen Beines oder irgendeiner Veränderung der normalen Gangart.

Verschiedene frühere Hufkrankheiten.

Lager mit schwarzen Walnuss-Spänen.

Verlängerte Einnahme oder hohe Dosen an Kortikosteroiden.

Risikofaktoren.

Zu den Faktoren, welche die Anfälligkeit eines Pferdes auf Hufrehe zu unterstützen bzw. die Ernsthaftigkeit einer Erkrankung zu vergrößern scheinen, gehören:

Heavy breeds wie Brauereipferde.

Übergewicht.

Übermäßig nahrhaftes Getreide.

Ponys.

Unbegrenzte Futtergelage, z.B. wenn ein Pferd in den Futterraum einbricht. Wenn dies passiert, warten Sie nicht, bis sich Symptome entwickeln, um Ihren Tierarzt zu rufen. Rufen Sie ihn sofort herbei, um Maßnahmen zu ergreifen, bevor das Gewebe geschädigt wird.

Pferde, die schon früher an Hufrehe erkrankt waren.

Anzeichen akuter Hufrehe.

Lahmheit, insbesondere wenn ein Pferd in Kreisen läuft.

Hitze in den unteren Gliedmaßen.

Erhöhter Puls in den unteren Gliedmaßen.

Schmerzen in der Zehenregion bei Ausübung von Druck mit dem Huftester.

Widerstrebende oder zögernde Gangart ("auf Eierschalen laufen" ).

Ausstrecken des Vorderbeines, um den Druck von den Zehen zu nehmen und die Hinterbeine nach außen gerichtet oder weiter zurück als normal, um mehr Gewicht zu tragen.

Anzeichen chronischer Hufrehe.

Ringe in der Hufwand, die von der Wandfläche zum Hufknorpel breiter werden.

Gequetschte Sohlen oder Druckstellen von Steinen.

Erweiterte weiße Linie mit Auftreten von Bluttaschen und / oder Abszessen.

Gesenkte Sohlen oder flache Füße.

Dicker Nacken.

Konkav gewölbte Hufe resultierend aus ungleichem Hufwachstum.

Behandlung von Hufrehe.

Je früher die Behandlung beginnt, umso besser sind die Chancen einer Heilung. Die Behandlung hängt von den individuellen Umständen ab, kann jedoch folgendes beinhalten:

Diagnose und Behandlung des ursächlichen Problems. Hufrehe entsteht häufig wegen eines allgemeinen Problems an anderer Stelle im Körper des Pferdes.

Begrenzte Nahrungsmittelgabe / Diät.

Behandlung mit mineralhaltigem Öl mittels eines durch die Nase in den Magen eingeführten Schlauches, um den Verdauungstrakt des Pferdes zu entleeren, insbesondere, wenn das Pferd zu viel gefressen hat.

Verabreichung von Flüssigkeiten, wenn das Pferd krank oder dehydriert ist.

Verabreichung von anderen Arzneimitteln, wie z.B. Antibiotika, um Infektionen zu bekämpfen; Antiendotoxine, um bakterielle Giftstoffe zu reduzieren; Antigerinnungsmittel und Vasodilatataoren, um den Blutdruck zu reduzieren während der Blutfluss zu den Füßen gestärkt wird (Kortikosteroide werden bei Hufrehe kontraindiziert, da sie Hufrehe verursachen oder bestehende Fälle verschlimmern können.)

Unterbringung des Pferdes in einem Stall mit weichem Boden wie Sand oder Späne (keine schwarze Walnuss) und das Pferd ermutigen, sich hinzulegen, um den Druck von der geschwächten Laminae zu nehmen.

Öffnung und Behandlung von Abszessen, die sich entwickeln können.

Kooperation zwischen Ihren Tierarzt und dem Hufschmied. Zu den hilfreichen Techniken gehören das korrigierende Ausputzen, Strahl-Stützen und therapeutische Hufe oder Polster.

Ausblick in die entferntere Zukunft.

Viele Pferde, die an Hufrehe erkranken, gesunden ohne Zwischenfälle und erfreuen sich eines langen Lebens. Leider gibt es aber auch viele Pferde, die eine so schwere, irreparable Schädigung erleiden, dass ihnen aktive Sterbehilfe gewährt wird.

Ihr auf Pferde spezialisierter Tierarzt kann Ihnen Informationen über die Erkrankung Ihres Pferdes basierend auf Röntgenaufnahmen und Behandlungserfolgen geben. Röntgenaufnahmen zeigen, wie sehr sich das Hufbein des Pferdes bewegt hat. Dies wird Ihnen helfen, eine Entscheidung im Interesse Ihres Pferdes zu treffen und den Hufschmied bei der Anpassung von therapeutischen Hufen unterstützen.

Management.

Es ist wichtig zu wissen, dass ein Pferd gute Chancen auf Heilung hat, selbst wenn es Hufrehe hatte. Es ist nachgewiesen, dass viele Fälle chronisch verlaufen, weil das Hufbein sich im Fuß bewegt hat und weil die Laminae nie wieder ihre alte Stärke erreicht hat. Es kann auch eine Beeinträchtigung des normalen Blutflusses zum Fuß vorliegen, sowie Stoffwechselveränderungen des Pferdes. Eine besondere Pflege wird für Pferde empfohlen, die von Hufrehe betroffen waren, insbesondere:

Eine angepasste Ernährung, die auf hochwertigem Futter ohne übermäßige Energiezufuhr, z.B. durch Getreide, besteht.

Routinemäßige Hufpflege einschließlich regelmäßigem Ausputzen und in einigen Fällen therapeutischen Hufbeschlägen. (Zusätzliche Röntgenaufnahmen können zur Beobachtung der Heilung erforderlich sein.)

Eine gute Kontrolle des Gesundheitszustandes einschließlich der Kontrolle auf Parasiten, und Impfungen zur Reduzierung der Anfälligkeit des Pferdes gegenüber Krankheiten.

Eventuell eine Nahrungsergänzung zur Förderung der Gesundheit des Hufes.

Zusammenfassung.

Die beste Art, mit Hufrehe umzugehen, ist die kontrollierbaren Ursachen zu verhindern. Bewahren Sie alles Getreide sicher außerhalb der Reichweite von Pferden auf. Stellen Sie die Ernährung Ihres Pferdes auf saftiges Futter allmählich um. Seien Sie sich dessen bewusst, dass ein gestresstes oder übergewichtiges Pferd besonders gefährdet ist. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt einen geeigneten Fütterungsplan. Sichern Sie eine gute, routinemäßige Gesundheits- und Hufpflege ab.

Wenn Sie den Verdacht auf Hufrehe haben, betrachten Sie dies als Notfall: kontaktieren Sie Ihren Tierarzt sofort.
http://www.equinenaturaltherapy.com/laminitis_hufrehe.html
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Antwort #2 - 30. Oktober 2005 um 14:18
 
Aderlass

Beim Aderlass werden Mengen von 5-10 Litern abgenommen, die abhängig von Größe und Gewicht des Pferdes sind. Allerdings wird die Blutabnahme in der Regel an der mengenmäßigen Untergrenze gehalten, um das Risiko eines Kreislaufkollapses zu vermeiden. Der Zweck dieser für das Pferd nicht angenehmen Prozedur ist die Minimierung von Giftstoffen und festen Bestandteile im Blut, sowie der freigesetzten Gerinnungsstoffe. Da der Körper zuerst das Blutplasma (Blutflüssigkeit) ersetzt ehe er mit der Produktion der anderen Blutbestandteile beginnt, erreicht man eine vorübergehende Blutverdünnung. Dünneres Blut hat den Vorteil, leichter auch durch verengte Stellen geschleust werden zu können. Die Reduzierung der im Darm freigesetzten Giftstoffe, wie z.B. bei der Futterrehe unterbricht dabei das Fortschreiten der Rehe. Die entnommene Menge an Blut kann durch eine Elektrolytlösung oder physiologische Kochsalzlösung ersetzt werden.

Schmerztherapie

Es gibt unterschiedliche Ursachen für Schmerz während der akuten und chronischen Rehe. Allen ist jedoch die Notwendigkeit einer adäquaten Behandlung gleich. Mangelnde Schmerztherapie kann zu Folgeerkrankungen führen.

Schmerzarten

1. Entzündungsschmerz
Der Entzündung und die daraus resultierende Überempfindlichkeit wird mit der Gabe entzündungshemmender und schmerzlindernder Medikamente wie z.B. Penybutazon, Flunixin-Meglumin, Vedaprofen oder Meclofenaninsäure entgegengesteuert. Die Verabreichung erfolgt durch Injektion oder als Pulver zum Beimischen unters Futter.

2. Druckschmerz :
Durch Austreten von Blutflüssigkeit (Plasma) ins Gewebe entstehen im Huf Ödeme, die nicht vorhandenen Raum fordern. Es kommt zum Druckschmerz. Kommt es dann zu einer Hufbeinsenkung und -rotation, drückt also die Hufbeinspitze auf die Sohle, entsteht eine sichtbare Quetschung und zusätzlicher Schmerz. Ein Teil der Therapeuten rät hier zum Aufbau eines Gegendrucks zur Schmerztherapie.

3. Schmerz durch zerreißen der Lamella :
Reisst die lamellare Verbindung zwischen Hufbein und Hufaussenwand und damit auch die Nervenbahnen, verursacht dies Schmerzen, Fortschreiten der Entzündung, Ödembildungen bis hin zu Blutungen, was wiederum die lamellare Verbindung schädigt. Die Therapie erfolgt durch oben genannte Mittel.

4. Schmerz durch örtliche Blutleere :
Wird die Rehe chronisch, kann z.B. durch den Druck, den das Hufbein auf die darunterliegenden Gefäße ausübt dort die Durchblutung erliegen und Schmerzen verursachen.

5. Folgeschmerz :
Im Anschluss an die Rehe können Schmerzen durch Veränderung der Beanspruchung von Sehnen und Bändern, orthopädische Beschläge oder Barhufbearbeitung, Übersensibilisierung der Nervern im Rückgrat durch den vorangegangenen Schmerz usw. entstehen.

Folgeerkrankungen können Stoffwechselveränderung, Nebennierenschädigung usw. sein.

Sonstige Medikamentöse Behandlung

Durchblutungsförderung :
Um eine gute Versorgung der Zellen und den Abtransport von Abfallprodukten zu fördern, werden unterschiedlich wirkende Präparate,
wie zum Beispiel:
Acepromazin, Heparin (kann nachweislich die Entstehung von Rehe verhindern), Ginkgo biloba und Acetylsalicylsäure, eingesetzt.
Andere bei Rehe angewendete Medikamente :
Diuretika können im Frühstadium durch Entwässern Ödeme reduzieren. Begleitend können entgiftende (Lebertherapeutika) und nierenanregende Substanzen, sowie homöopathische Mittel verabreicht werden.

Röntgenuntersuchung oder Ultraschall
Zu Beginn und im späteren Therapieverlauf werden zur Feststellung von Istzustand und Veränderungen im Huf Aufnahmen erstellt. Röntgenaufnahmen können mittels tragbarem Röntgengerät, computertomographische Aufnahmen - hier sind sogar einzelne Gewebeteile der Blättchenstruktur und dessen Neubildung sowie Konturveränderungen am Hufbein sichtbar - nur in der Tierklinik angefertigt werden. Hierbei kann die genaue Lage des Hufbeins ermittelt werden. Zum einen wird die Rotation (in Grad) gemessen (Abstand zwischen Hufaußenwand und Hufbein nach Ablösung und Drehung der Hufbeinspitze nach unten), zum anderen der Abstand zwischen Hufbein und Sohle.
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