Hufrehe, Cushing, EMS ? ... was jetzt ???

 
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Mein Pferd ist an Hufrehe erkrankt und wie kann ich ihm jetzt helfen ???
 
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Infoblätter - Metabolisches Syndrom zum Ausdrucken (Gelesen: 13560 mal)
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30. Oktober 2005 um 13:12
 
...


Das Metabolische Syndrom

Das Metabolische Syndrom wird normalerweise erst dann vermutet, wenn das Pferd chronische, ständig wiederkehrende Hufrehe hat ohne erkennbaren Grund, durch den Rehe ausgelöst werden könnte.
Betroffene Pferde sind oft äußerst fett, mit auffälligen Anhäufungen von Fett im Mähnenkamm, am Rumpf, rund um den Schweifansatz und in unmittelbarer Nähe des Schlauches beim männlichen Pferd.

Es gibt keinen Einzeltest, mit dem eine genaue Diagnose erfolgen könnte, aber eine Reihe von Tests sind äußerst hilfreich, um das Problem einzugrenzen.
Das beinhaltet die Messung des Insulins und der Glukose im Blut.,den intravenösen Glukosetoleranztest und den Cushingtest (Dexa., ACTH).
Mitunter ist es äußerst wichtig, Fälle des Metabolischen Syndroms von denen des frühen Cushings zu unterscheiden, denn bei der letztgenannten Erkrankung kann das Pferd von einer Therapie mit Pergolide profitieren, während das bei dem Metabolischen Syndrom nicht der Fall ist.

Zusammenfassend:

1) Vorgeschichte:
- vorwiegend leichtfuttrige Rassen (Ponyrassen, Spanische Mustangs, Morgans, Araber, etc.)
- Alter zwischen 6 und 20 Jahren

2) Klinisches Erscheinungsbild:
- zumeist Übergewicht und/oder
- Fettdepots an bestimmten Stellen: vor dem Euter bzw. im Schlauchbereich, um die Schweifwurzel, am Mähnenkamm, über den Augen
- Anzeichen schleichender Rehe können vorhanden sein: abgeflachte Sohle, verbreiterte weiße Linie, Ringbildung
- später klinisch manifeste Reheschübe
- vermehrter Appetit
- gelegentlich gesteigerter Durst und häufiges Harnlassen (Polydipsie, Polyurie)
- Lethargie
Die Entstehung des EMS ist ein allmählicher Prozeß. Der Übergang von gesund nach krank ist fließend und wird deshalb auch oft nicht frühzeitig wahrgenommen. Die charakteristischen Beschwerden, wie z. B. vermehrtes Wasserlassen oder Durst, treten beim EMS oft nicht auf. Sie können auch so schwach ausgeprägt sein, daß sie gar nicht bemerkt werden.
Oft werden erste Anzeichen mißgedeutet, sowohl von den Betroffenen, als auch von ihren TA.
Die Symptome werden meistens als Alterserscheinungen aufgefaßt und nicht näher untersucht.

3) Laborwerte:
sollten nach einer zwölfstündigen Fastenperiode erhoben werden.
(Normwerte sind z.T. laborabhängig, bitte dort erfragen)
- Insulin (Norm = 70 - 140 pmol/l) ist erhöht: kann bei MS über 300 pmol/l ansteigen

- Glukose (Norm = 55 - 95 mg/dl) ist zumeist leicht erhöht: liegt bei MS zumeist bei 110 - 140 mg/dl

- Triglyzeride (Norm = unter 50 mg/dl) sind ebenfalls meist leicht erhöht: steigen auf über 50 mg/dl. Bedenklich wird es etwa ab 200 mg/dl (Hyperlipidämie)

- Cortisol (Norm = 3 - 6,7 µg/dl) und ACTH (Norm = 20 - 50 pg/ml) sollten normal sein, können jedoch bei schmerzbedingten Streßsituationen (akute Hufrehe!) leicht ansteigen und daher falsch positiv sein.

- Mangan Werte überprüfen lassen

- Dexamethasontest (Blutabnahme, 40 µg Dexamethason/kg Körpermasse intramuskulär, neuerliche Blutkontrollen nach 15 und 19 Stunden) dient dem Ausschluß des ECS: beim gesunden Pferd erfolgt Absinken des Cortisolwertes unter 1 µg/dl

- Schilddrüsenwerte T 3 (Norm = 0.3 - 0.9 µg/l) und T 4 (Norm = 1.3 - 4.1 µg/dl) können fälschlicherweise zu niedrig sein ("Euthyroid Sick Syndrome" ) , die Schilddrüse lässt sich jedoch mit einem TRH - Stimulationstest normal stimulieren.

- intravenöser Glukosetoleranztest: 0,5 g Glukose/kg Körpermasse wird in 50%iger Lösung rasch intravenös infundiert und der Zuckerspiegel in kurzen Abständen kontrolliert. Beim gesunden Pferd erfolgt eíne Rückkehr in den Normbereich nach etwa ein bis zwei Stunden. Beim MS bleibt der Spiegel auch nach drei Stunden noch erhöht (Insulinresistenz)

Die Ernährung eines EMS Pferdes
Heu oder Heu und aufgeweichte UNMELASSIERTE Rübenschnitzel. Vorzugsweise stengeligeres Heu, nicht das weiche,feine, welches wir als gutes Heu bezeichnen. Das Pferd benötigt mindestens 1,5% des Körpergewichtes als Minimum. Wenn das Pferd zu dick ist, bemisst sich die Menge nach dem Zielkörpergewicht. Das Heu sollte vor der Fütterung mind. eine halbe Stunde gewässert werden, besser eine Stunde und warmes Wasser wäre das optimalste.

Die meisten Pferde mögen unmelassierte Rübenschnitzel, sollte das nun aber einmal nicht der Fall sein, versuche mit etwas Tee oder Zimt, Pfefferminz zu aromatisieren.

Was im Falle einer Insulin-Resistenz vermieden werden sollte
-keine Getreide oder Pellets füttern, oder Futtermittel die solche Bestandteile beinhalten
- kein frisches Gras
-keine Karotten oder Äpfel da sie Zucker enthalten
-keine Mineral- und Vitamin-Zusatzfutter
-Ein zu Hufrehe neigendes Pferd sollte keine Steroide erhalten.
-Antibiotika der Sulfa-Familie sollten wegen der Wirkung auf den Glukose Stoffwechsel nicht verabreicht werden.
-Glukosamine weder oral noch als Injektion verabreichen.
-Keine roten Mineral-Salz-Lecksteine verwenden (zu hohe Eisengehalte).
-Keine Mineralien zur freien Verfügung.
-Kein Dicalcium Phosphat zufüttern (kann den Insulinwert erheblich ansteigen lassen)
-Hohe Fettgehalte und abrupte Änderung der Rohproteingehalte  in der Ernährung vermeiden.

Bitte das Heu überprüfen auf die Inhaltsstoffe,
bis das geschehen ist bitte den unmelasierten Rübenschnitzel einen halben TL Speisesalz, 1 TL Zimt pro 125kg Körpergewicht,
Chrom
(zur Zeit nicht Handelsfähig in Deutschland, als Ersatz Bierhefe in entsprechender Menge)
Jod 2,5 mg/250 kg Körpergewicht, Magnesium 1,5g / 250kg Körpergewicht und Vit. E 1000 IE/ 250 kg Körpergewicht (alles Apotheke) zu.


Stelle das Pferd auf Sägespäne, das ist besser als Stroh.
Verwende KEINE Zusatzfutter die Glukosamine oder Yukkaextrakte enthalten.
Auch sollte auf die Gabe von Gingko Biloba überdacht werden (Es wurde darauf hingedeutet, dass Ginkgo Probleme für Menschen mit Typ II Diabetes verursachen könnte, und zwar erstens durch Veränderung des Blut-Levels von Medikamenten sowie durch direkte Beeinflussung des Blutzucker-regulierenden Systems im Körper)

Diese Diät ist ein Notfallprogramm, nach Auswertung der Heuanalyse sollte dann ein entsprechendes Vitamin-Mineralpräperat ausgewählt werden

Kosten

N E U
Besonders in Anfangsstadien können sich die Symptome von ECS und EMS sehr ähneln:
Insulinresistenz, Hyperinsulinämie sowie klinische oder subklinische Hufrehe begleiten beide
Erkrankungen. Vor allem ältere Pferde und Ponies mit regionaler Adipositas und Hufrehe sollten darum
auf beide Syndrome getestet werden. Da jüngere Tiere, die an EMS erkrankt sind, ein ECS entwickeln
können, empfiehlt sich in diesen Fällen ein regelmäßiges Monitoring.
Das neue EMS/ECS-Profil von biocontrol umfasst die Bestimmung von ACTH, Insulin, Glukose,
Fruktosaminen, Triglyceriden und γ-GT. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft bietet diese
Kombination aus hormonellen und klinisch-chemischen Parametern bei einmaliger Blutentnahme die
größtmögliche Aussagekraft bzgl. einer Differenzierung zwischen EMS und ECS.
Dieses Profil ging aus einer Studie hervor, die an der Klinik für Pferde der Justus-Liebig-Universität
Giessen durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Studie wurden die Methoden validiert und ein Stabilisator
getestet, der es erlaubt, die ansonsten instabilen Peptidhormone ACTH und Insulin ungefroren an ein
Labor zu senden.
Bei der Bestimmung von ACTH gilt es allerdings zu beachten, dass es in den Wintermonaten auch bei
gesunden Pferden zu deutlichen Überschreitung des Normalwertbereiches kommen kann.
Untersuchungsmaterial: 1 ml stabilisiertes EDTA-Plasma und 1 ml Serum. Die Blutentnahmeröhrchen mit
Stabilisator sind vorab bei biocontrol erhältlich.
Die Untersuchungskosten belaufen sich auf EUR 42,00 zuzüglich MwSt.

42 Euro bei Rechnungstellung den 1,4fachen Satz.
42 x 1,4 =
58,80 Euro
.

Weitere Informationen bei:
biocontrol, Labor für veterinärmedizinische Untersuchungen, Postfach 1630, 55006 Mainz, Tel.:
06132/781234, Fax: 06132/781385, e-mail: info@biocontrol.de

Quelle
http://www.bioscientia.com/biocontrolDeDe/De/home.htm

bitte Preis beachten

http://www.bioscientia.de/biocontrolDeDe/De/abrechnung.htm

oder

Insulin Wert Bestimmung
ca. 22 - 30 Euro nur Labor plus Mwst  plus TA
bitte erfragt die Kosten vorher denn sie können von Labor zu TA schon unterschiedlich sein

Eine weitere Sammlung an Informationen u.a. von betroffenen Pferdebesitzern unter:
www.hufreheforum.de


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Antwort #1 - 30. Oktober 2005 um 13:13
 
die Diagnostik des Equinen Metabolischen Syndromes
sollte nach einer mindestens fünf-, besser zwölfstündigen Fastenperiode erfolgen.
Bestimmt werden: Glukose, Triglyzeride, Fruktosamin, T3, T4, Cortisol, ACTH und Insulin. Weiters werden ein sogenannter Glukosetoleranztest und bei Indikation ein TRH - Stimulationstest durchgeführt.

Die Parameter Glukose, Triglyzeride, T3, T4 und Cortisol werden von den meisten Labors angeboten.
Hier wäre neben den richtig gewählten Blutröhrchen (Li - Heparin, Serum- und Natriumfluoridröhrchen) vor allem auf eine nicht allzu lange Transportzeit zu achten, da ansonsten Glukose abgebaut wird.

Komplizierter ist die Bestimmung der Werte ACTH und Insulin.
Beim Insulin genügt es laut Aussage unseres Labors, wenn das Serum (rotes Röhrchen) sofort abzentrifugiert wird und mit Kühlakkus gekühlt innerhalb weniger Stunden per Kurierdienst einlangt.
Ist ein derart rasches Einlangen nicht gewährleistet, so muß das Insulin (abzentrifugiertes Serum) ebenso wie das thermolabile ACTH (abzentrifugiertes Plasma aus EDTA - Röhrchen) bei - 20°C tiefgefroren verschickt werden.

Dies ist in der Praxis kaum durchzuführen, aber möglich!!

Hier wäre eine Bestimmung somit sinnvoll, wenn das Labor ganz in der Nähe ist.
Wir schlagen unseren Tierärzten daher drei Möglichkeiten vor:

a) das Pferd zu einem kompletten Check an die Klinik zu überweisen,

b) alternativ einen overnight Dexamethasonsuppressionstest zu machen, um wenigstens das ECS diagnostisch ausschließen zu können,

c) in Einzelfällen, wenn die Besitzer ihre Pferde nicht an der Klinik vorstellen wollen und bei ansonsten eindeutigen klinischen und labordiagnostischen Befunden (junges Pferd, typische Fettverteilung und Übergewicht, Hufrehe, erhöhte Glukose-, Triglyzeridwerte, pathologischer Glukosetoleranztest, Cortisol im Normbereich) auf die Bestimmung von ACTH und Insulin zu verzichten und managementtechnisch von einem EMS auszugehen.

zu der Fastenzeit:

Die lange Fastenzeit wird einerseits international empfohlen, um Einflüsse des Futters auf den Kohlenhydrat- und damit indirekt den Insulinstoffwechsel auszuschließen und andererseits benötigt, um den oralen Glukosetoleranztest durchführen (Futter im Magen kann den Test beeinflussen) zu können.
Die Interpretation der Werte ist von den Referenzwerten des Labors abhängig.
Allgemein gilt: Glukose, Fruktosamin, Triglyzeride, Insulin sind zumeist erhöht, T3 und T4 sind zumeist erniedrigt (der TRH - Stimulationstest ist allerdings normal), Cortisol und ACTH liegen im Normbereich (im Unterschied zum ECS), der Glukosetoleranztest zeigt einen diabetogenen Typ (d.h. übermäßigen Anstieg und nur langsamen Abfall der Glukose im Blut) an.
Individuelle Varianzen bestehen natürlich und müssen immer in Zusammenhang mit den klinischen Symptomen gebracht werden.

Quelle:
mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung in diesem Forum
ein  Danke an

Dr.med.vet. Sonja Wlaschitz
Klinik für interne Medizin und Seuchenlehre
Veterinärplatz 1, A-1210 Wien, Österreich
Telefon: +43-1-25077-5101
fax: +43-1-25077-5190


Hier noch eine Bildergalerie EMS Pferde vorher und nachher
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1144781766
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Antwort #2 - 30. Oktober 2005 um 13:08
 
wodurch entsteht das Metabolische Syndrom

Sowohl beim Menschen als auch beim Pferd scheint Fettleibigkeit die Neigung zum Metabolischem Syndrom auszulösen. Allgemein geht man davon aus, daß Körperfett eine neutrale Substanz ist, die einzig und allein als Energiespeicher dient, dies ist weit von der Wahrheit entfernt.
Körperfett (speziell das am Bauch, Leber und an den skeletären Muskeln) enthält Zellen, die stoffwechseln und hormonell sehr aktiv sind. Und wenn sie dann zu zahlreich vorhanden sind, können sie durch ihre Aktivitäten eine Kaskade an Stoffwechselproblemen auslösen bis hin zur Insulinresistenz oder zur anhaltenden Hyperglykemie. Diese Abnormalitäten üben eine Vielfalt an Auswirkungen auf das Cardiovasculäre System und Knochen aus. Einer dieser Effekte ist eine gesteigerte Synthese und Ausschüttung von Cortisol in die peripheren Gewebe des Körpers, dies kann verantwortlich sein für die Anfälligkeit dieser Pferde zur Hufrehe

Diagnose
Das Metabolische Syndrom wird normalerweise erst dann vermutet, wenn das Pferd chronische, ständig wiederkehrende Hufrehe hat ohne erkennbaren Grund, durch den Rehe ausgelöst werden könnte. Betroffene Pferde sind oft äußerst fett, mit auffälligen Anhäufungen von Fett im Mähnenkamm, am Rumpf, rund um den Schweifansatz und in unmittelbarer Nähe des Schlauches beim männlichen Pferd.
Es gibt keinen Einzeltest, mit dem eine genaue Diagnose erfolgen könnte, aber eine Reihe von Tests sind äußerst hilfreich, um das Problem einzugrenzen. Das beinhaltet die Messung des Insulins und der Glukose im Blut.,den intravenösen Glukosetoleranztest und den Cushingtest (Dexa., ACTH). Mitunter ist es äußerst wichtig, Fälle des Metabolischen Syndroms von denen des frühen Cushings zu unterscheiden, denn bei der letztgenannten Erkrankung kann das Pferd von einer Therapie mit Pergolide profitieren, während das bei dem Metabolischen Syndrom nicht der Fall ist.
In dicken Pferden mit fortgeschrittenem Metabolischen Syndrom ist der Insulinwert meistens erhöht und die Blutglukosekonzentration könnte ebenfalls zeitweise erhöht
sein. In einigen, wenigen Fällen könnte der intravenöse Glukosetoleranztest hilfreich sein, um eine Insulinresistenz festzustellen. Dieser Test beinhaltet eine Reihe von Messungen der Blutglukose und des Insulins, gefolgt von einer intravenösen Gabe einer üblichen Dosis von Glukose. In normalen Pferden werden Insulin und Glukose einfach abgebaut und siew kehren innerhalb von 2 Stunden zu den normalen Werten zurück. Im Gegensatz dazu haben Insulinresistente- Pferde wesentlich höhere Glukose und Insulinwerte. Diese höheren Werte bestehen über eine längere Zeit bevor sie sich wieder einigermaßen einpendeln.


Symptome
- Auftreten im Alter von 6 - 20 J - häufiger bei Ponyrassen, prinzipiell können aber alle Pferderassen betroffen sein - zumeist Übergewicht mit Ausbildung charakteristischer Fettdepots (Speckhals, Fettpölster über den Augen, Fett in der Vorhaut bzw. vor dem Euter, Fett rund um den Schweifansatz, Hängebauch - Pferde nehmen trotz Diät kaum ab und sind extrem leichtfuttrig - in Einzelfällen eher dünne Pferde (in diesem Fall ist die Ursache des metabolischen Syndromes Streß durch chronische Schmerzen), aber mit lokalen Fettpölstern - gelegentlich Zyklusstörungen - "Laminopathie", d.h. rehetypische Huferänderungen (Hornringe, abgeflachte Sohle, Veränderung der weißen Linie, ev. sogar röntgenologische Veränderungen), die aber nicht immer mit klinischen Symptomen einhergehen (Pferde sind häufig lahmfrei)

Laborparameter
- Nach einer 12-stündigen Fastenperiode leichte Erhöhung des Blutzuckers, der Triglyzeride und des Insulinspiegels - ACTH ist normal, kann bei Streß aber grenzwertig (falsch positiv) erhöht sein - Cortisolwert ist normal - Dexamethasonsuppressionstest (DST) normal - Schilddrüsenwerte und/oder TRH - Stimulationstest normal - intravenöser Glukosetoleranztest (IVGTT) zeigt langsamen Abfall des Glukosespiegels - bitte Mangan Werte überprüfen lassen

Ernährung Die Notfall-Diät

Heu oder Heu und aufgeweichte UNMELASSIERTE Rübenschnitzel.
Vorzugsweise stengeligeres Heu, nicht das weiche,feine, welches wir als gutes Heu bezeichnen.
Das Pferd benötigt mindestens 1,5% des Körpergewichtes als Minimum. Wenn das Pferd zu dünn ist, bemisst sich die Menge nach dem Zielkörpergewicht.
Das Heu sollte vor der Fütterung mind. eine halbe Stunde gewässert werden, besser eine Stunde und warmes Wasser wäre das optimalste.
Wenn das Heu z.B. wegen Frost nicht gewässert werden kann, sollte ein Teil der Heuration durch unmelassierte Rübenschnitzel z.b Kwick Beets ersetzt werden. Die meisten Pferde mögen Rübenschnitzel, sollte das nun aber einmal nicht der Fall sein, versuche mit etwas Zimt oder Pfefferminz zu aromatisieren.
Bitte keine Getreide oder Pellets füttern, oder Futtermittel die solche Bestandteile beinhalten
-kein frisches Gras
-keine Karotten oder Äpfel da sie Zucker enthalten
-keine Mineral- und Vitamin-Zusatzfutter
-einen halben TL Speisesalz,
-1 TL Zimt pro 125kg Körpergewicht,
-Chrom 2,5mg je 250kg Körpergewicht,
-Jod 2,5 mg/250 kg Körpergewicht,
-Magnesium 1,5g / 250kg Körpergewicht
-und Vit. E 1000 IE/ 250 kg Körpergewicht (alles Apotheke) zu. Stelle das Pferd auf Sägespäne, das ist besser als Stroh. Verwende KEINE Zusatzfutter die Glukosamine oder Yukkaextrakte enthalten.
Diese Diät ist ein Notfallprogramm,

hier ein Foto - Beispiel Name: Angel of Mind geb. 16.06.1993 Rasse Vollblutaraber (Crabbet-Park Linie) Farbe: Schimmel (mit "Rotstich" ) Gewicht Anfang 2005 ca. 480 kg

...
Angel heute (02.04.05) in der Klinik - der Speckhals ist ganz deutlich zu sehen.

...
Auch die Augenbeulen sind zu sehen.

...
Angel auf der Weide im Juni 2003.

...
Ich finde, man sieht, daß sie abgenommen hat. 23.07.05


...

Insulin bei 33,0 uU/ml   -   Norm: 7 - 51
(Mai 2005 - Insulin bei 248 mU/l  -  Norm: 10 - 20)

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Antwort #3 - 27. April 2006 um 18:00
 
Wie funktioniert die Diagnostik bei EMS/IR?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1140222712

Wie soll die Fütterung für ein EMS/IR-Pferd aussehen?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1170403466

Notfall Plan für EMS Pferde

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1168601062

Welche Symtome bei EMS/IR?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1180777795
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1144781766

Was ist der Unterschied zwischen ECS und IR?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1150782125/5#5


Warum erhöhtes Kortisol? (Erhöhtes Kortisol = Auslöser für Rehe!)

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1138694486
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1130863888

Wie ist der Ablauf zur Bestimmung des Insulin-Wertes?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1148453654
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1133286950

Fettplacken - Warnzeichen?, Panik? oder Hilfe?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1133291242

EMS und ECS - beides zusammen möglich?!?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1133097762

Alles über Insulin und Glukose und diverse Zuckerarten:

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1138868122
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1141206591
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1140025064
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1139438932

Diabetes beim Pferd!?!

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1133291190
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1136134652

Prä-Cushing = EMS ?

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1136674766
http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1141726839
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