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Beitrag begonnen von Jumanji am 01. Oktober 2007 um 14:24

Titel: Alomed
Beitrag von Jumanji am 01. Oktober 2007 um 14:24
 
Seit einiger Zeit gibt es in der Borreliose-Diagnostik beim Mensch eine Diskussion über die Rolle eines neuen Borrelien-Antigens. Dieses sogenannte VlsE-Antigen, ein Oberflächenprotein findet sich in den Borrelien nur in vivo, d.h. wenn sie sich im Säugetier, oder einer Zecke befinden, nicht aber, wenn sie in einer Zellkultur angezüchtet wurden. Aus diesem Grunde wurde es auch erst kürzlich entdeckt.
VlsE ist in der Humandiagnostik als ein guter diagnostischer Marker beschrieben, insbesondere dann, wenn ein Antigen-Gemisch aller Genospezies verwendet und es im Westernblot zusätzlich zu den bisher bekannten hochspezifischen Borrelien-Antigenen eingesetzt wird.

Seinen Niederschlag hat diese Entwicklung auch in der Veterinärdiagnostik gefunden. Es werden Praxistests angeboten, die ausschließlich mit einem von diesem Antigen abgeleiteten, synthetisch hergestellten Peptid (mit der Bezeichnung „C6“) arbeiten und damit „Lyme-positive Hunde identifizieren“ wollen.

Mit einer Antikörper-Bestimmung kann in der Borreliose-Diagnostik jedoch nur der Kontakt des Tieres zu dem Erreger nachgewiesen werden, die Diagnosestellung Borreliose’ ist allein serologisch nicht möglich. Dies ist unabhängig von Art und Zusammensetzung der in dem Test verwendeten Antigene, denn diese Tests sind und bleiben indirekte Verfahren. Ein Ergebnis „Lyme-“ oder „Borreliose-positiv“ aufgrund eines Antiköpertestes ist also in der Borreliose-Diagnostik genauso wenig wie in der FIP-Diagnostik zu erhalten.

Zusätzlich bestehen gravierende Unterschiede zwischen den verfügbaren Verfahren in deren diagnostischer Sensitivität und Spezifität des Nachweises Borrelien-spezifischer Antikörper. Aus diesem Grunde führen wir seit 5 Jahren nur noch den rekominanten Westernblot als Erstuntersuchung durch. Ob und inwieweit die Hinzunahme des VlsE-Antigens bei der AK-Bestimmung mittels Westernblot beim Hund von diagnostischem Nutzen sein kann, ist bisher noch nicht bekannt. Wir haben dazu eine Untersuchung begonnen und werden Ihnen auf unserem Kolloquium am 28. Mai dazu erste Ergebnisse liefern können.


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