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Beitrag begonnen von Teddy am 02. Januar 2007 um 17:47

Titel: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 02. Januar 2007 um 17:47
Hier habe ich den Werdegang von Jerziba's Cushing Erkrankung aufgeschrieben.  Es ist etwas ausführlich geworden, aber ich wollte nichts unbeachtet lassen, was vielleicht für den einen oder anderen wichtig sein könnte.

Jerziba: , Araberstute, geboren 27.02.1991, 1,49 m, kompakter Typ.

Ihre Symptome:
Einmal Hufrehe,  zu fett, zu dickes und zu langes Fell, schweratmig/Kurzatmig, schwitzt schnell, ermüdet extrem schnell, pinkelt sehr viel, etwas Kotwasser, viel zu nasse Äppel, Mauke, Husten (zuletzt Verschleimung nicht auf der Lunge, sondern in den Neben/Stirnhöhlen), später Lethargie.

Ermittelte Werte:
ACTH: über 800 (Norm: bis 50)
Glukosetoleranztest: negativ
Insulinresistenz: negativ
Mangan: unterer Normbereich
TR 3+4: oberer Normbereich
Fruktosamin: oberer Normbereich
Borreliose: negativ

Hufrehe: Rotation 11°

Fotos vom akuten Zustand habe ich keine. Aktuell sieht sie aus wie ein schlanker Araber mir etwas zuviel Bauch und dickem Puschelfell, das aber glänzt und glatt ist. Alle Fettpolster sind weg. Röntgenaufnahmen von den Hufen könnte ich einscannen. Die Zehenachse ist nicht gebrochen, kaum Senkung, die Hufwand ist mehr nach vorne weggedriftet.

Vorgeschichte:
Seit 16.01.1996 bei mir. Schon immer war sie wetterfühlig und bei Tiefdruckwetterlagen sowie Hitze schlapp und kurztatmig. Meistens besserte sich das bei Bewegung an der Longe, manchmal aber nicht. Die Symptome sind wie bei einem Menschen mit niedrigem Blutdruck. Dazu scheint sie häufig Kopfschmerzen zu haben. Die Augen sind dann klein und glasig und sie zeigt ein Schmerzgesicht. Ist dann sehr still und ruhig, bewegt sich nicht gern. Manchmal wird es durch dosierte Bewegung besser.

Im Winter 2003 bekam sie plötzlich Husten, der sich mit Pausen über den Sommer hinzog und im folgenden Winter zu einer schweren, trockenen (vermutlich wegen der vielen Schleimlöser) Bronchitis mit Atemnot wurde. Nach erfolgreicher Behandlung bekam die Stute Koliken und ich ließ sie von einer Heilpraktikerin wieder aufbauen. Danach ging es ihr gut, sie wurde auch belastbarer, die Kreislaufprobleme wurden schwächer.

Im Sommer 2004 schien sie im Sommer etwas dunkler im Fell zu sein und es erschien weniger dünn und kurz. Ich schob es auf das Wetter.

Im Frühjahr 2005 bemerkte ich ebenfalls, daß sie etwas längeres und dichteres Sommerfell schob, als sonst. Da sie normal extrem kurzes Sommerfell hatte, in einem ganz hellen goldbraun, fiel das auf, aber es war maximal doppelt so lang und immer noch kurz und glatt. Sonst war sie gut drauf und belastbar. Gelegentlich hustete sie, bekam dann einige Akupunkturbehandlungen und danach war das wieder OK. Allerdings kam das Husten immer mal wieder.

Im Sommer 2005 ritten wir öfter über Stoppelfelder. Die Stute war allerdings immer sehr schnell kurzatmig. Außerdem ging sie sehr ungern über steinige Wege. Ich schob es auf Lustlosigkeit. Wunderte mich aber.

Im September 2005 verletzte sie sich auf der Weide am linken Vorderbein. Der Ta diagnostizierte Sehnenscheidenentzündung und riet, die Stute ohne Belastung nur auf der Weide laufen zu lassen. Zu der Zeit bemerkte ich auch, daß die Stute offensichtlich ungewöhnliche Fettansammlungen hatte. Besonders um das Euter herum und den Darmausgang. Der quoll regelrecht nach außen. Sie hatte einen sehr dicken Hals bekommen mit einer starken Rundung. Ich dachte auch hier erst an Fett, doch das Gewebe fühlte sich sehr fest an. Einen dicken Bauch hatte sie eigentlich immer schon. Ansonsten sei sie sehr gut und erstaunlich gleichmässig bemuskelt, sagte mein Vet-Chiro, bei der Kontrolle.

Im November 2005 trat sie sich wieder an dasselbe Bein. Ultraschall ergab eine Prellung und Entzündung am Fesselringband. Sie bekam einen Verband mit Enelbin Paste, der täglich erneuert werden mußte. Nach 7 Tagen wurde er entfernt. Leider hatte die Haut sich unter dem Verband entzündet, nässte und das Fell ging fast völlig aus. Das Bein war sehr dick angelaufen. Die Haut heilte äußerlich fast ab, aber es kamen immer wieder neue kleine entzündete Stellen und die Schwellung blieb. Der Ta verordnete 4 Tage Naquadem. Danach war das Bein ca. 3 Tage lang dünn und schwoll dann wieder an. Jetzt bekam sie zusätzlich an den hinteren Fesseln Mauke und die Beine schwollen ebenfalls dick an. Dies wurde äußerlich mit einem Antibiotikum behandelt, weil nichts anders anschlug. Diese Mauke war sehr langelebig, wollte trotz bereits trockener Witterung einfach nicht verschwinden. Ich vermutete nun schon, daß ein tieferliegendes Problem die Ursachesein müßte.

Außerdem begann sie wieder zu husten. Wurde zunächst mit Schleimlöser und als es besser war, mit flüssigen Hustenkräutern behandelt. Doch der Husten kam immer wieder. Dann bekam sie ein Antibiotikum. Es wurde besser und wieder verschlechterte es sich. Daraufhin testete der Ta erst aus, welches Ab wirken würde und dies bekam sie dann. Da die Stute immer schon empfindlich mit der Verdauung reagiert hatte, gab ich ihr in der Zeit anfangs Heilerde und später gekochten Leinsamen mit wenig Kleie. Die Verdauung überstand das scheinbar halbwegs unbeschadet, es gab keine Koliken, aber es kamen häufig einige Spritzer Kotwasser. Das hatten wir im Winter davor auch schon gehabt und ich schob es auf das viele Stroh, daß sie fraß, da es immer Strohäppel waren, die damit in Verbindung standen. Der Husten kam jedoch immer wieder. Jetzt ließ ich die Stute von der Heilprakterin durchchecken und behandeln. Doch wirklich besser wurde alles nur sehr, sehr langsam und zog sich über den ganzen Sommer 2006 hin.

Im Winter 2006 begann sie schon Ende Januar mit dem Fellwechsel und das Sommerfell war deutlich dichter und länger. Wir erwarteten deshalb einen kühlen Sommer und ich war erstaunt, daß sie sich bei den tatsächlichen Temperaturen so dickes Fell zugelegt hatte und es auch behielt.

Cushinggeschichte:
Da ich wegen des späten Frühjahres etwas ängstlich in Bezug auf Rehe war, ließ ich die Stute sehr, sehr vorsichtig angrasen. Mitte Mai kamen die Pferde auf die Sommerweide und ich holte meine Stute noch 14 Tage lang nachts in den Stall. Die Verdauung war OK.  Ab 1. Juni ließ ich sie ganz draußen. Mitte Juni verletzte sie sich wieder erneut am selben Fesselringband und mußte im Stall bwz. Paddock bleiben. Der Ta spritzte Hyaluronsäure in die Schwellung am Fesselringband. Sie durfte geführt werden, aber nicht geritten oder longiert. Tagsüber war sie mit zwei Wallachen auf dem Paddock und nachmittags 3-4 Stunden auf der kleinen Hausweide. Ende Juni war es sehr heiß. Wenn ich abends mit der Stute spazieren ging, war sie sehr schlapp. Sie schwitzte oft sehr mit dem dicken Fell. Stand teilweise abends verschwitzt in der Box. Da die Hausweide wegen des fehlenden Regens kaum nach wuchs, ließ ich sie unterwegs immer noch eine halbe Stunde grasen.

Als ich wieder anfangen durfte, sie zu arbeiten, vergaß ich einmal abends die Gamaschen an den Vorderbeinen und am nächsten Abend waren die Beine dick angelaufen durch die Hitze. Ich bewegte und kühlte sofort und ließ mir von meiner THP etwas zum Entsäuern geben. Die Schwellung ging schnell zurück. Eine Woche später, am Donnerstag, bemerkte ich abends auf einem unserer Spaziergänge, daß die Stute auf der Straße stärker fühlig ging, als vorher. Da sie jedoch ohnehin auf der Straße schon immer etwas klammer geht, machte ich mir zunächst keine Gedanken. Schob es auf die Hitze und darauf, daß sie schlapp war. Am nächsten Tag wollte sie auf dem kürzesten Weg zum Stall zurück, ohne zu grasen. Ließ sich aber sofort überreden, weiterzugehen. Am Samstag, es war extrem heiß, das gleiche, doch ich mußte sie schon etwas energischer überreden. Auf weichem Boden dagegen ging sie unauffällig. Ich begann mir Gedanken zu machen. War allerdings sehr im Streß, da ich mich seit Monaten täglich stundenlang um das Pferd kümmern mußte, damit es genug Bewegung bekam.

Als ich sie am nächsten Abend, Sonntag, (02.07.2006) aus dem Stall holte, ging sie sehr steif und klamm. Ich ging mit ihr in die Halle. Da lief sie etwas kurz, aber sie trabte. Im Stehen allerdings entlastete sie laufend abwechselnd die Vorderbeine. Im Stall am Putzplatz tat sie das nicht. Da stand sie völlig normal, auch ohne die Vorderbeine nach vorn zu stellen zum Entlasten. Ich rief dann den Ta an. Die Stute bekam einen Rehegips mit höhergestellten Trachten, Equipalazone und Heparin gespritzt. Heparin spritzte ich dann weitere 3 Tage und Equi. sollte sie 8 Tage bekommen. Doch bereits am nächsten Tag hatte sie matschige Äppel und viel Kotwasser und auf meinen Wunsch stellten wir um auf Vetprofen. Dies bekam ihr besser, doch die Verdauung war gestört. Die Stute durfte täglich die paar Meter auf den Reitplatz gehen und dort ein paar Meter gehen und eine Weile draußen sein. An Futter bekam sie viel Heu, 4 kleine Äpfel und 4-6 kleine Möhren. Dazu 9 ml Kerabol (Biotin), Ginko Biloba und einen großen Arm voll angetrockneter Berennnesseln. Sie lief bald besser und beide Ta (Gemeinschaftspraxis) meinten, das war nur eine leichte Rehe. Ihr Fell wurde wunderbar glänzend und sie sie sah gut aus. Nach 11 Tagen bekam die Stute einen Rehebeschlag mit zurückgesetztem Abrollpunkt (NBS) und verbreiterter vorderer Tragfläche zum Schutz der Hufbeinspitze. Damit lief sie bald wieder recht gut, aber etwas kurz in der Vorhand. Die Eisen waren ihr zu schwer. Sie durfte wieder mit auf den Paddock und nach ca. 14 Tagen begann ich auf Anraten des Ta wieder mit 10 Minuten Angrasen. Ich arbeitete bald täglich ein wenig in der Halle mit ihr auf dem Hufschlag auf geraden Linen, um ihren Gang wieder zu verbessern und ihr die Angst vor den Schmerzen zu nehmen. Sie sollte vor allem wieder lernen, das Gewicht nach hinten zu verlagern um die Vorhand zu entlasten und die Schonhaltung aufzugeben. Da der Paddock durch die Trockenheit sehr hart war, bewegte ich sie sonst vorwiegend auf weichem Boden. Sie erholte sich jedoch insgesamt nicht so gut, wie ich erhofft hatte. Sie pinkelte noch immer sehr viel, ihre Box war sehr naß, ihre Verdauung war immer noch matschig und mit Kotwasser. Ich ließ sie mit Reiki behandeln. Das half ihrem Bewegungsablauf, aber sie nahm anfangs sehr ab dabei.

Dann fand ich eine andere THP, die sich für die Probleme intensiv interessierte. Die Stute wurde mit Bioresonanz durchgecheckt und harmonisiert. Sie hatte starke Störungen im Verdauungsbereich und am Herz. Am nächsten Tag nach der Behandlung war die Stute seit Januar 2006 das erste mal wieder rossig und sehr heftig. Danach rosste sie regelmässig auch Ende September und Ende Oktober. Ende November und Ende Dezember habe ich wieder keine Rosse bemerkt. Die Stute lebte auf. Sie bekam verschiedene Mittel für den Darm und dauerhaft eines für das Herz. Sie wurde langsam leistungsfähiger. Die Verdauung wurde langsam trockener. Ich begann, sie wieder vorsichtig in der Halle zu reiten. Das ging sogar bald schon recht schön, die Stute machte willig mit. Da sie sich aber häufig mit den Eisen streifte und kleine Verletzungen an den Fesseln hatte, nahm der Huftechniker die Eisen ab. Er meinte, der Huf wäre normal runtergewachsen. Die weiße Linie nur minimal verbreitert, eine sehr kleine Rille im Huf, sie könnte jetzt ohne Eisen gehen. Ich begann wieder mehr zu reiten. Zunächst in der Halle und bei kühlem Wetter auch mal ein Stück im Gelände. Die Stute war begeistert. Auf Grasboden oder einem abgeernteten Rübenfeld mußte sie unbedingt galoppieren. Doch nach kurzer Zeit merkte ich, daß die Hufe wieder fühliger wurden, daß die vordere Wand ziemlich schräg nachwuchs, die Rille wuchs tiefer raus und die Sohle wurde voller, die Wölbung im Huf verschwand immer mehr. Sie ging insgesamt wieder fühliger. Nach 4 Wochen rief ich den Ta an und der riet mir, ACTH prüfen zu lassen, da bei Rehe mit so unklaren Folgen häufig Cushing im Spiel sei. Das Ergebnis war laut Ta beschissen: ACTH über 800. Normwert bis 50. Er meinte, das bekämen wir mit Pergolid aber wieder in den Griff. Die Stute sähe ja überhaupt nicht danach aus und wäre ja sonst relativ gut drauf, die Symptome eher undeutlich. Ohne die Rehe wäre er nie darauf gekommen. Ich denke, die heilpraktischen Behandlungen haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, daß der Stoffwechsel immer wieder optimiert wurde. Sonst wäre sie mit einem so hohen Wert nicht so lange in der relativ guten Verfassung geblieben.

Zusätzlich wurden die Hufe geröngt. Es fand sich eine Rotation von 11 Grad. Der Ta meinte, das wäre grenzwertig, aber in den Griff zu bekommen. Das Gute ist, die Zehenachse ist nicht verändert, die Hufwand ist nach außen gedriftet. Die Sohle ist noch dick genug. Der Huftechniker ist völlig optimistisch. Sie hat jetzt wieder einen NBS AluminiumBeschlag, mit einem Hohlraum unter der Hufbeinspitze, um diese vor Druck zu schützen. Damit lief sie sofort besser. Nach wenigen Tagen tobte sie beim Reinholen vom Paddock auf dem Reitplatz herum. Ihre Stimmung besserte sich deutlich. Sie geht nicht mehr fühlig, aber oft noch etwas stumpf. Dies könnte aber bleiben, laut Schmied. Das käme bei Rehepferden häufiger vor. Er sagte, ich sollte sie auf jeden Fall ruhig reiten. Mein Bauchgefühl sagte aber, das sollte ich lieber lassen, solange sie nicht fit und belastbar ist.

Pergolid bekommt sie seit Mitte November 2006. Wegen ihrer empfindlichen Verdauung hatte ich mich auf eine längere Eingewöhnungszeit eingestellt. Vor Beginn der Behandlung hatte meine Heilpraktikerin sie nochmal gut eingestellt. Sie war wach, munter, lebhaft. Hatte keine Atemprobleme und ging gut vorwärts. Am Tag nach der ersten Pergolid Gabe von 0,125 mg war sie extrem müde, lethargisch, schlapp, kurzatmig, wollte kaum gehen. Bekam wieder richtig Durchfall. Sie brauchte mit Hilfe meiner HP 4 Wochen, um so munter zu sein, wie vor der Pergolid Gabe. Ich erhöhte auf 0,250 mg. Am nächsten Tag hing sie sofort wieder durch. Diesmal brauchte sie 3 Wochen. Erhöhung auf 0,375. Wieder Verschlechterung, doch leichter und sie benötigte nur 14 Tage Pause. Seit 24.12.06. bekommt 0,5 mg Pergolid. Sie war nach 3 Tagen wieder wacher und gestern super hellwach und bei der Bodenarbeit kaum zu bändigen. Allerdings war sie nach der Sylvesternacht auch ziemlich aufgedreht, da alle Pferde im Stall verrückt gespielt hatten. Trotz Licht an und ständiger Anwesenheit der Stallbesitzer. Aber der Stall war von einer Truppe Jugendlicher massiv beschossen worden.

Die Verdauung hatte sich dank der HP in den letzten beiden Wochen sehr gebessert. Durchfall war weg, die Äppel oft noch sehr feucht bis naß. Kotwasser unverändert einige Spritzer. Leider hatte sie an Neujahr massiv Durchfall wegen der nächtlichen Aufregung. Ich denke aber, das war temporär.

Da ich wegen der Fütterung unsicher war, habe ich sie auch noch auf EMS und IR testen lassen. Dazu mußte sie einen Tag beim Ta verbringen. Beides ist negativ. Mangan im unteren Normbereich, TR3+4 und Fruktosamin im oberen Normbereich. Borreliose negativ.
An Futter bekommt sie jetzt:
3mal täglich Heu, 1 Kg Möhren und 3 Äpfel (auf 3mal aufgeteilt), 420 ml Pre Alpin Heucobs, 530 ml Marstall Vito, 60 ml Marstall Fortissimo, 1 Meßlöffel Dr. Schaette Kieselgur,
1 Eßlöffel CDVet Kräuterhefe, Eßlöffel Stullmisan, dies beides gegen die Durchfallerscheinungen,  
2 mal pro Woche Mash aus einer Tasse Kleie und 80 gr. Leinsamen, selbst gekocht, mal 1 Stück trockenes Brot, 2-4 mal pro Woche lasse ich sie 10-30 Minuten grasen, je nachdem wie das Wetter ist.

Kurz nachdem ich auf 0,5 mg Pergolid erhöht hatte, fraß sie häufig ihr Heu nicht auf. Ich schob es auf schlechtere Heuqualität. Als ein neuer Ballen abgefangen wurde, fraß sie wieder alles Heu. Nach 3 Tagen ließ sie wieder etwas liegen. Allerdings frißt sie derzeit ihr ganzes Stroh auf. Ich bemerkte aber, daß auch andere Pferde bevorzugt erst das Stroh fraßen. Ansonsten frißt sie alles mit gutem Apetit, was man ihr vorsetzt. Nur mit den Heucobs mäkelt sie oft rum.

Durch das Pergolid habe ich diese Verbesserungen nach ca. 4 Wochen bemerkt:

Die Stute ist wacher, die Lethargie langsam gewichen, sie frißt nicht mehr die ganze Einstreu auf, (bis auf die letzten Tage wieder. Aber es gibt auch gerade super schönes Stroh und die anderen fressen es auch) der Bauch ist nicht mehr so dick, sie pinkelt etwas weniger, schwitzt nicht mehr, die Kreislaufprobleme sind deutlich besser geworden, sie kann ohne Atemprobleme arbeiten, ermüdet nicht mehr so schnell, der Husten allerdings lebt immer wieder auf. Dann hustet sie 3-4 Tage und es kommt Schleim aus den Nüstern. Danach hört es langsam wieder auf. An manchen Tagen hustet sie dann gar nicht, dann wieder ohne Schleim einige Male. Aber das seh ich jetzt nicht mehr so eng, da es nicht schlimmer wird und auch mit Homöopathie gut zu kontrollieren ist.

Insgesamt bin ich zur Zeit optimistisch, daß wir eine Chance haben, die Rehefolgen und die Cushing Symptome in den Griff zu bekommen. Ich hoffe nur, daß sich das Freßverhalten mit dem Heu nicht verschlechtert, wenn ich die Pergolid Dosis weiter erhöhe, da die Stute zwar nicht mager, aber doch sehr rippig ist. Sie sieht sehr schlank aus, hat aber noch gut Muskeln und immer noch einen runden Bauch. Ich werde deshalb diesmal wieder etwas länger warten, bis ich erhöhe.

Zur Zeit arbeite ich sie an der Longe und mache Bodenarbeit. Das beides kombiniert über ca. 35 Minuten mit An- und Abwärmen an ca. 4-5 Tagen die Woche. Bislang nur im Schritt und ruhigen Trab. Einige Male wollte sie in der letzten Zeit auch mal galoppieren, weil sie sich so gut gefühlt hat. Ich habe ihr 2 Runden auf jeder Hand erlaubt. Sie hat vor Freude rumgebockt.  Zweimal in der Woche hat sie Pause und geht nur auf den Paddock. Am Wochenende gehen wir meistens 1-1,5 Stunden zu Fuß ins Gelände. Danach arbeite ich sie dann noch kurz im Trab in der Halle. Alles, um die Durchblutung zu erhalten. Unsicher bin ich allerdings, was das Training angeht. Der Huftechniker sagt, ich soll reiten, damit sie wieder Muskeln aufbaut. Mein Gefühl sagt, mir ein schlappes Pferd zu reiten bringt nichts, da es zu wenig Kraft hat und damit vorlastig geht und die Hufe mehr belastet. In den letzten Tagen sah es so aus, als ob sie wieder mehr Kraft hat. Ich bin mir nicht sicher, was ich mit ihr tun kann, in Bezug auf die Hufrehe mit der Rotation. Immer gradeauslaufen findet die Stute stinklangweilig und zickt dann rum. Sie will dann schon anspruchsvoller arbeiten, also auch volten, seitengänge und wendungen auf der hinterhand. Anhalten, rückwärts und tempowechsel sowie leichtes versammeln halte ich eher für unbedenklich. Aber was kann ich ihr wirklich erlauben? Bei der Bodenarbeit ist das sicher auch noch wenig belastend. Ich halte die Volten sehr groß, Seitengänge gelegentlich und nur für einige Schritte, aber wie soll ich beim Reiten vorgehen? Jetzt, wo es ihr besser geht, langweilt sie sich schon wieder bei der Bodenarbeit. Ich habe sie deshalb auch shcon mal über Stangen traben lassen oder durch die Dualgasse. Aber ich merkte, es fordert sie zu wenig. Müssen wir da jetzt durch, bis die Hufe völlig runter gewachsen sind oder soll ich mich auf den Huftechniker verlassen und wieder anfangen zu Reiten? Natürlich erstmal nur in der Halle. Unser Gelände hat ziemlich steinige und feste Wege.

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, beantworte Fragen aber gerne. (Kann schon mal ein paar Tage dauern, da ich nicht immer Zeit habe, in das Forum zu gehen. Ansonsten gerne per PM) Mein Wissen zu dem Problem habe ich größtenteils hier aus dem Forum und sonst aus dem WWW. Der Rest ist erlebt und ich habe zwei guteTä und eine klasse THP, die sich gegenseitig akzeptieren.

Danke an alle, die mit Ihrem Wissen dazu beitragen, daß anderen schnellstmöglich geholfen werden kann!

Liebe Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Januar 2007 um 17:15
Donnerstag 4.1.2007

Jerziba ist noch immer hektisch in der Box durch die Sylvesterknallerei. Das muß übelst gewesen sein und ich überlege, ob ich nächsten Sylvester mit ihr zu den Weiden hinunter gehe, damit sie weit weg ist vom Dorf und ich bei ihr bin.

Ansonsten ist sie aber wach und zickt mit anderen Pferden rum. Die Box ist patschnaß, sie hat alles Stroh weggefressen, ca. ein Drittel der drei Heuportionen ist in der Box überall verteilt. Sie stürzt sich aber sofort auf den Heuballen in der Stallgasse und sucht nach den besten Gräsern. Viele der anderen Pferde ferssen ihr Heu auch nicht völlig auf, aber doch mehr. Bekommen allerdings auch nur zwei Portionen. Sie hat immer noch überwiegend Durchfall und sieht jetzt sehr dünn aus. Schultern und Hüftknochen stehen deutlich hervor, Flanken sind eingefallen, Oberschenkel haben Muskelmasse verloren, der Schweifansatz ist deutlich abgegrenzt, die Kruppe eingefallen.
Bei der Bodenarbeit in der Halle ist sie einigermaßen willig, aber es fehlt an Energie. Sie läßt sich hängen und eiert so dahin.

Ich habe in den letzten 2 Tagen das Müslifutter ( Marstall Vito, niederglykämisch, ohne Getreide, ohne Melasse) von 0,5 kg auf 0,8 kg erhöht. Werde aber nochmal auf 0,6 kg runtergehen und langsamer erhöhen, da ich nicht weiß, ob 0,3 aufeinmal zuviel sind. Außerdem habe ich nach Rücksprache mit meiner THP gestern abend 3 Eßl. Stullmisan gegeben und dann weiterhin 2 Eßl. Sollte das bis Montag keinerlei Verbesserung ergeben, wird sie kommen und die Stute behandeln, weil es zu einer massiven Störung gekommen sein kann. Ich habe sie nach der Hallenarbeit noch 15 Minuten Gras fressen lassen, um sie psychisch zu stützen. Das Gras ist zwar kurz, aber sieht sehr grün und saftig aus. Sie hat sich richtig gierig draufgestürzt und war zum ersten Mal böse, als ich sagte, es reicht. Leider frißt sie keine eingewichten Heucobs. Trocken nimmt sie sie nicht gern, aber wenn, dann kaut sie sehr langsam und bedächtig. Ich gebe ihr abends eine halbe Dose davon, 420 ml. Manchmal sammle ich sie wieder raus wenn ich den Stall verlasse, da ich sie nur davon fressen lasse, wenn ich das überwachen kann. Frische Rüben frißt sie fast nie, selten mal, wenn sie lange genug in der Krippe liegt. Ich habe deshalb wenig Hoffnung, daß sie eingeweichte Rüschnis frißt. Sie nimmt auch keine nasses Heu. Da ist sie eigen. Alles matschige lehnt sie ab. Unter das Müsli kann ich allerdings fast alles sonst mischen. Und Mash mit wenig Wasser nimmt sie gern, wenns nicht zu oft und zuviel ist.

Ich finde es sehr schwierig, das richtige Futter zu finden, je mehr ich darüber lese. Irgendwo steht, keine Luzerne, kein Leinsamen, keine Weizenkleie und Pferde brauchen überhaupt kein Zusatzfutter. Und an andere Stelle wird wieder Luzerne empfohlen und Leinsamen als nützlich eingestuft und kleine Mengen Kleie als unbedenklich. Ebenso Fett. Ist Öl nun gut oder nicht gut? Jerziba hatte im Sommer etwas erhöhte Tryglizeride. Ist Öl dann schädlich oder nicht? Ich würde gern etwas Öl geben, da sie damit auch etwas Energie aufnehmen würde. Aber ich habe es bisher nicht gewagt. Ich glaube nicht, daß wir mit Heu und Stroh als alleiniges Futter über den Winter kommen, so, wie sie jetzt schon aussieht.

Ich wußte bisher auch nicht, wie schwierig die Haltung eines Rehepferdes sein kann. Ich kenne noch drei Rehepferde, allerdings ist nicht bekannt, ob sie weitere Erkrankungen haben. Alle werden geritten und normal ernährt und sehen gut genährt aus. Das Pony bekommt auch Getreidemüsli und ist eigentlich zu fett, der Trakehner bekommt Hafer. Diese beiden werden viel geritten. Und meine macht ewig Probleme. Ich mache mir echt Sorgen, wie wir den Winter überstehen sollen, falls es noch kalt werden sollte. Denn dann wird sie noch mehr abnehmen, wenn ich es nicht schaffe, ihr mehr Energie zuzuführen.

Viele Grüße
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 09. Januar 2007 um 13:16
Dienstag 9.1.07

Jerziba geht wieder besser, zum Göück. War wohl doch der Sylvesterstreß schuld. Ich hab mir schon Sorgen gemacht, daß ihr Zustand sich trotz Pergolid verschlechtern könnte. Die Verdauung beruhigt sich langsam. Es sind wieder Äppel zu sehen, kein Kotwasser, aber dafür noch meist zu nass. Sie bekommt weiter 2 Eßl. Stullmisan  und noch eine Woche Rescue Tropfen.

Wir waren am Wochenende wandern im Gelände. Samstag atmete sie noch kurz mit riesen Nüstern und war schnell schlapp und müde. Sonntag war sie munterer, wacher, lebhaft, aber ruhig, doch ziehen wie am Samstag mußte ich sie nicht mehr.

Gestern abend hab ich in der Halle an der Longe mit ihr gearbeitet. Sie war erst sehr ruhig, etwas lustlos. Dann ausgebunden ging sie sofort fleißig und nach einigen Trabverstärkungen begann sie dann die Sau rauszulassen. Bockte und keilte und rannte. Anfangs hab ich sie laufen lassen. Sie wurde immer schneller, typisch Araber eben, drehte immer mehr auf, rutschte einige Male. Ich habe sie dann mehrmals gegen die Bande stoppen müssen, bis sie hochzufrieden stehenblieb.  War aber klar, daß das ncoh nciht alles war. Mehrere Versuche sie wieder ruhig zu kriegen scheiterten am Rumrasen.  Ich hab sie dann an der langen Longe über die ganze Halle gehen lassen, bis sie genug hatte. Draußen ist alles matschig, da toben sie nicht. Sie brauchte das sicher mal. Hatten wir ja ewig nicht. Sie pumpte danach nicht, atmete tief und gleichmässig, schwitzte am Hals wenig, unter dem Gurt und an den Innenseiten der Hinterbeine. Ich denke, das ist OK so. Sie bekommt immer noch 0,5 mg Pergolid, weil ich wegen der schlechten Verfassung nicht erhöhen wollte. Sie ist eh immer danach erst ein paar Tage schlechter drauf und dann weiß ich nicht, woher das nun kommt. Ich werde noch eine Woche mindestens dabei bleiben, bis sie wieder stabil ist. Man sieht aber in jedem Fall schon eine deutliche Verbesserung dadurch.

Leider hat sie noch etwas abgenommen, obwohl ich ja die Müsliration erhöht hatte. Habe jetzt Mal die Heucobs mit wenig Fenchel-Anis-Kümmeltee eingeweicht. Pfefferminztee scheint mir wegen der homöopatischen Medikamente unangebracht. Erst guckte sie mißtrauisch. Doch dann hat sie es genommen. Gestern hat sie schon regelrecht drauf gewartet und alles begeistert aufgeschleckt.  Damit hätte ich nie gerechnet. Aber das riecht auch total lecker. Ich könnte mir jetzt gut vorstellen, daß sie auch Rüschnis mit Tee aufgeweicht nehmen würde. Ich werde mal sehen, ob ich eine Probe bekommen kann.

Viele Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 22. Januar 2007 um 13:53
Montag 22.01.07

Hallo zusammen,

die letzten Wochen hatte sich erst nicht viel verändert. Sie war meistens etwas müde und schlapp. Manchmal wurde sie beim Bewegen warm und wurde munterer. Aber so richtig fit war sie nicht. Dann hatte sie einen Tag, da ging es es wiederr mal richtig schlecht. Sie war extrem kurzatmig, hatte kleine trübe Augen und zeigte ein Schmerzgesicht.  Vermutlich Kopfschmerzen, da sie normal lief.

Am Mittwoch letzter Woche war sie plötzlich ganz wach. Rief ganz laut und ungeduldig, als ich kam. In der Halle bei der Bodenarbeit und an der Longe war sie ganz eifrig und ging schön locker und hatte genug Kraft für einen Galopp. Natürlich mußte sie ein bißchen durchziehen. Atmung wird wieder besser. Husten läßt auch nach. Hatte Engystol gegeben 2 Tage lang. Allerdings fraßen die Pferde seit einigen Tagen wieder ihr Heu nicht richtig und Jerziba hatte noch reichlich liegen. Allerdings hatte sie die Stengel leigengelassen. Das blattreiche Heu hatte sie genommen.

Am Donnerstag war sie genauso wach, trotz des extremen Wetters. Da ich kein Risiko eingehen wollte, ließ ich sie im Stall, wo sie sich begeistert über das Futter her machte. Heu lag noch reichlich. Sie sah sehr eingefallen aus am Bauch.

Am Freitag war sie in der Halle erst etwas träge, doch dann wurde sie wach und bockte ein bißchen rum im Galopp. Verspannte sich aber vor Aufregung und ging Kreuzgalopp. Verdauung wird immer besser. Fast überwiegend Äppel  :D. Sie sah aber sehr dün  aus. Habe die Tä angerufen. Wir haben für Montag einen Termin zum Blutabnehmen vereinbart. gemacht werden soll großes Blutbild und wichtige Mineral- bzw. Spurenelementestatus. Sie meinte, wenn die Triglyzeride wieder normal sein sollten (waren erhöht auf 80) , dann könnte ich etwas Öl zufüttern.

Samstag war sei richtig gut drauf. An der Longe fleißig, aufmerksam, arbeitete genau, kein Schlampen und im Galopp jede Hand zwei Runden eifnach perfekt. Losgelassen, rund, gut durchgesprungen. Atmung gut, pumt leicht danach, kommt aber schnell wieder runter. Kein Husten, nur beim Wälzen kurz. Es gibt einen neuen Heuballen. Alle fressen mit Appetit. Habe Hartog Luzerne geholt. Sie bekommt 2 Handvoll.

Sonntag großer Spaziergang über knapp 2 Stunden. Sie geht fleißig, nicht zu schnell, aber auch nicht träge. Atmung OK. Sie geht mühelos, federnd und raumgreifend über den steinigen Boden dank der Alus.  Hustet ledier wieder viel, aber kurz und aus der Kehle. Später kommt wenig weißlicher Schleim. Kein Rasseln in den oberen Atemwegen zu hören. Sie läßt unterwegs einen großen Kuhfladen fallen  :o. In der Box sind auch Matschhaufen. Meine Freundin meint, vom Wetter, andere Pferde hätten da auch reagiert. Erhöhe Stullmisan auf 3 Eßlöffel.

Heute morgen, Montag, sie hat ihr Heu gefressen, Bauch sieht gefüllt aus. Tä kommt, leider die Kollegin, kennt uns noch nicht. Nimmt das Blut ab. Sie findet, daß Jerzibas Futterzustand noch geht. Die Kruppe ist noch "gut gefüllt". Fell ist glatt und glänzend, Augen wach, lebhaft. Sie meint, Futterplan ist OK. Ölfütterung würde sie weglassen, das könnte den Durchfall verstärken. Was denn nun? Einer sagt so, der andere anders? Sie würde eher die Heucobs und das Müsli vorsichtig erhöhen, wenn nötig. Aber erstmal so weitermachen. Pergolid erhöhe ich die nächsten Tage auf 0,625 mg, wenn sie weiter so munter bleibt. Es sind wieder Äppel im Mist. Habe frischen Nachschub an Stullmisan bekommen. Sie frißt ihre Heucobs nicht auf, will raus. Ich bringe sie zum Paddock. Im Moment sieht es gut aus. Hoffentlich hält es mal eine Weile *aufholzklopf*


Viele Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 24. Januar 2007 um 12:19
Hallo,

eigentlich dachte ich gestern, daß Jerziba bei dem Wetter, Hochdruck, Sonne, kalt, gut drauf sein würde. Leider können unsere Pferde nicht auf den Paddock, da alles vereist und holperig gefroren ist.  Sie ging in der Halle wie eine Schnecke und ich mußte sie ständig antreiben. Sie pumpte schon nach einer Runde gehen im Schritt, als ob sie umfallen wollte.  Ich habe unerbittlich weiter gemacht, obwohl ich nie genau weiß, ob das jetzt gut oder schlecht ist und immer daran bin, mir Vorwürfe zu machen, daß ich zuviel verlange. Aber ich dachte mir, leichte Bewegung an der Hand kann doch nicht schlecht sein. Nach 15 Minuten wurde es leicht besser mit der Atmung. Doch in den Pausen stand sie da mit kleinen trüben Augen. Ich ließ sie traben und da wurde sie endlich warm und wacher.  Schließlich galoppierte sie von sich aus einige Runden. Zwar ganz übel verspannt und hektisch, aber immerhin. Sie pumpte danach sehr, aber erholte sich immer wieder ziemlich schnell. Sie schwitzte nicht wie früher immer. Danach packte sie einen Appelhaufen hin, der vom Feinsten war. Fest und glänzend. Hatten wir seit Monaten nicht. Ob die Luzerne dazu beiträgt, die sie jetzt bekommt?  Sie sieht auch wieder etwas runder aus, seit sie ihr Heu wieder frißt. Wenn sie nur nicht immer so kurztatmig und schlapp wäre. Sie hüstelte öfter aus der Kehle heraus und in der Nase blubberte Schleim. Es kam aber nur eine dünne Spur weißlicher Schleim. Ich habe daraufhin das Pergolid auf 0,625 mg erhöht. Bisher ging es ihr noch am Besten bei 0,375. Aber das ist sicher viel zu wenig, bei dem hohen ACTH Wert. Heute nachmittag bekomme ich hoffentlich das Ergebnis des Blutbildes.

Viele Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. Januar 2007 um 13:58
Hallo,

nachdem ich Jerziba vorgestern abend  die Pergoliddosis auf 0,6125 erhöht hatte, war ich doch etwas überrascht, wie gut sie das diesmal weggesteckt hat. In der Stallgasse stand sie noch mit hängendem Kopf und sah wie etwas "sediert" aus. Doch in der Bewegung war sie besser drauf, als am Abend vorher. Sie atmete etwas besser und ich mußte sie weniger treiben. Nur galoppieren wollte sie nicht so recht.  Aber mußte ja auch nicht sein. Husten war weniger, es kam kaum Schleim, das Blubbern in der Nase war auch wieder fast weg. Wir sind dann noch eine Runde durchs Dorf gegangen für den Kopf und dann wollte sie eigentlich nur noch ans Futter ;-). Ihre Äppel waren durchweg perfekt: fest, glatt und glänzend, kein Kotwasser. Solche Äppel hatten wir seit Monaten nicht. Ich füttere weiter 3 Handvoll Luzerne, weil ich das Gefühl habe, daß ihr das bekommt. Denn seitdem sind die Äppel so schön normal.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 26. Januar 2007 um 18:27
Hallo zusammen,

ich habe hier jetzt mal das Blutbild von Jerziba eingestellt:

http://www.hufreheforum.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1134084909/0#13

Wir haben heute Schnee, es ist wärmer geworden und als ich heute vormittag im Stall war, hatte Jerziba große Nüstern und sah etwas müde aus. Ich denke, der Wetterumschwung wird sie schlapp machen. Die Äppel sahen alle gut aus.
Gestern abend war sie noch ziemlich gut drauf. Ich konnte sie sogar ausgebunden longieren und sie war fleißig. Es fehlte nur mehr Kraft. Sie strengte sich ziemlich an und atmete kräftig. Aber pumpte dabei wenig.  Auf unserer kleinen Runde durchs Dorf ging sie locker und war sehr lebhaft bzw. schreckhaft :-). Was bei ihr ein gutes Zeichen ist  ;)

Bin nur mal gespannt, wie sie bei dem Schnee mit den Eisen klar kommt. Hufgrip haben wir ja drunter, aber sonst sind die Dinger glatt, da der Huftechniker noch keine Widiastifte einbringen wollte.

Verschneite Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 29. Januar 2007 um 18:27
Montag 29.01.2007

Trotz des heftigen Wetterumschwungs der letzten Tage war Jerziba erstaunlich gut drauf. Am Freitag abend konnte ich sie ausgebunden longieren und sie sie ging fleißig, trug sich schön und galoppierte sogar. Das alles ohne große Atemprobleme. Am Samstag machten wir zwei einen flotten Spaziergang über 1,5 Stunden und mein Pferd war sehr lebhaft, wach und sogar wieder etwas frech  :D. Wir sind viel dabei getrabt. Danach allerdings schien sie müde zu sein und döste am Anbinder und sah sehr entspannt und fröhlich aus. Sonntag war der Boden etwas aufgetaut und sie konnte auf den Paddock. Da es ziemlich regnete, waren alle Pferde froh, als wir sie wieder reinholten. Jerziba trabte dann in der Halle neben mir mit eifrigem Gesicht und mit normaler Atmung. Das Gehen im Schnee ging auch mit den Eisen nahezu problemlos.

Wie es aussieht, scheint das Pergolid ja endlich etwas zu bewirken. Ich denke mal, daß es bisher eher weniger Wirkung gezeigt hat, könnte an dem Durchfall gelegen haben. Möglicherweise konnte sie dadurch nicht genug Wirkstoff aufnehmen. Ich selbst hatte dies Problem auch schon mal.

Nachdem sie die Pergolidtablette bisher ohne zu Murren in Apfel oder Möhre eifrig gefressen hat, spuckte sie gestern plötzlich, als ich ihr das Apfelstück gegeben hatte. Keine Ahnung, ob sie es noch gefressen hatte, ob ob es im Stroh gelandet ist. Bisher habe ich es meistens im Anschluß an das Krippenfutter gegeben.  Mal sehen, ob das einmalig war oder ob sie plötzlich gemerkt hat, daß da was drin ist. Dann muß ich mir eine andere Strategie überlegen.

Schönen Abend
Maria




Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 30. Januar 2007 um 14:18
Dienstag 30.01.2007

Gestern abend war Jerziba ziemlich ruhig. Beim Bewegen in der Halle atmete sie stärker. Ich hab sie trotzdem gefordert und sie hat auch mitgemacht. Ist sogar einige Runden willig galoppiert und hat zweimal durchgezogen und rumgebockt. Danach war sie ziemlich still in der Stallgasse.  Äppel etwas nasser. Sie sieht aus, als ob sie leicht zugenommen hätte, wirkt nicht mehr ganz so kantig. Frißt gut ihr Heu und hat auch brav den Apfel mit der Tablette gefressen. Ich hatte ihr vorher noch eine Handvoll Luzernehäcksel gegeben. Da merkte sie nichts von Tabletten dazwischen  :)

Ich hatte bisher noch etwas Wichtiges vergessen zu erwähnen. Jerziba hatte seit Januar 2006 nicht mehr gerosst. Nachdem sie im August mit Bioresonanz behandelt worden war, rosste sie sofort am nächsten Tag heftig und das eine gute Woche lang. Danach noch 2mal abgeschwächter und seitdem hatte sie keine Rosse mehr. Das ist etwa die Zeit, seit sie Pergolid bekommt. Am Samstag nun plötzlich war sie wieder deutlich rossig. Sie bekommt ja seit einigen Wochen ihre Heucobs mit einem Anishaltigen Tee aufgeweicht. Anis ist rossefördernd, habe ich gerade gelesen. Weiß aber nicht, ob diese Teebeutel genügend Wirkung zeigen können. Wäre ja vielleicht mal interessant zu wissen, ob andere Cushing-Stuten auch nicht rossig werden. Es könnte ja sein, daß es ihr durch die Pergolidbehandlung   insgesamt besser geht und sich die Rosse dadurch wieder einstellt. Hat das noch wer beobachtet?

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 02. Februar 2007 um 14:45
Freitag 02.02.2007

Die letzten Tage war Jerziba nicht so gut drauf. Sie war ziemlich ruhig und auch kurzatmig und viel bewegen wollte sie sich eher nicht. Gestern abend war die THP da und als ich zum Stall kam, hielt Jerziba den Kopf aus dem Fenster, obwohl sie noch reichlich Heu hatte und sonst lieber frißt, als aus dem Fenster zu sehen. Ihre Nüstern waren weit geöffnet, sie sah schlecht aus  und sie atmete sehr schnell, und mit Bauchatmung und sah in den Flanken eingefallen aus. Man konnte eine Rinne am Bauch sehen. Als sie mich sah, wurde sie hektisch und wollte sie sofort aus der Box. Es war gerade mal wieder laut und hektisch im Stall. Später dachte ich, das war eher ein Hilfeschrei von ihr. Die THP war total erschrocken, als sie Jerziba sah und sagte, das muß sofort behandelt werden, das ist ein schwerer Asthmaanfall. Wenn das so aussieht, würde sie in jedem Fall einen Arzt oder THP kommen lassen. Nun hat Jerziba seit ihrer Jugend immer wieder diese wetterabhängigen Probleme mit Kurzatmigkeit und ich habe dieverse Tä und THP befragt und man sagte mir immer, manche Tiere seien eben empfindlicher als andere. Niemand sagte etwas von möglichem Asthma. Deshalb kenne ich das Bild und war nur traurig, daß es wieder mal so ein schlechter Tag für sie war. Obwohl ich manchmal, wenn es mal so shclimm war, dachte, das sieht aus wie Asthma. Als sie vor Jahren die schwere Bronchitits hatte, sah das ähnlich aus. Sie war so kurzatmig, daß sie kaum gehen konnte. Die Bronchien waren trocken entzündet und krampften, allerdings ständig bei verstärkter Bewegung. Nachdem ich den Ta gewechselt hatte, war das schnell wieder vorbei und es ging ihr nach der Aufbaubehandlung durch eine THP wieder gut. OK, in den allermeisten Fällen wird die Kurzatmigkeit durch Bewegung sehr deutlich besser, sodaß ich immer von Kreislaufproblemen ausgegangen bin und ich denke, das war auch so. So starke Atemprobleme hat sie eigentlich nicht oft. Lange Zeit hatte sie es gar nicht durch THP Behandlungen. Erst seit Winter 2006 ist es mir wieder verstärkt aufgefallen, daß sie oft sehr kurzatmig ist. Vor allem im Sommer, durch die Hitze. Allerdings selten so wie gestern, daß sie so leidend aussah.

Die THP hat sie abgehört. In Lunge, Bronchien und Trachea kein Schleim zu hören. Danach hustete Jerziba einige Male und dann nicht wieder. Sie bekam Atropinum comp. gespritzt und eine APM, die sie sehr zu genießen schien, und nach 10 Minuten wurde die Atmung ruhiger und tiefer, das Pumpen ließ nach, Jerziba wurde wieder wacher und sah zufrieden aus. Es unglaublich, wie sehr und wie schnell sich ihr Zustand und ihr Ausdruck in relativ kurzer Zeit änderten. Als die THP fertig war, drehte Jerziba ihren Kopf und sah sie lange an und hielt ihre Nase zum Kraulen hin.

Nach weiteren 30 Minuten zappelte da ein Pferd in der Stallgasse, daß total ungeduldig und mit großen Augen und freudigem Gesciht darauf wartete, spazieren gehen zu dürfen. Denn das wußte sie schon, daß wir heute rausgehen würden und nicht in die Halle. Sie atmete immer noch mit großen Nüstern, aber normal tief, so wie sonst auch, wenn sie leichte Kreislaufprobleme hat, ohne zu Pumpen und dann ging es im Rennschritt durch das Dorf und überall mußte gerochen und geguckt werden. Sie war hellwach und aufgeregt.

Heute  morgen sah ich nach ihr. Sie atmete schon wieder sehr kurz und schnell. Fraß aber gut und sah nicht leidend aus.
Sie frißt übrigens tatsächlich Rüschnis mit Hagebuttentee aufgeweicht. Das schmeckt sicher schön fruchtig. Mit Tees aromatisiert nimmt sie doch so einiges, was sie sonst nicht fressen würde. Mal sehen, wie lange. Verdauung ist OK.

Ich werde mir jetzt diese Ampullen hinlegen, für solche Fälle. Geschockt hat mich aber doch die Tatsache, daß es ihr so schlecht ging. Gehören Asthmaanfälle eigentlich auch zum Krankheitsbild bei Cushing? Oder sollte sie die Veranlagung schon gehabt haben und das wird durch die Krankheit verstärkt? Irgendwie mache ich mir jetzt darüber Gedanken, was daraus werden soll. Wie geht sie damit um? Kann sie damit umgehen? Manchmal habe ich Angst, daß sie es doch nicht mehr schafft, wieder fit zu werden. Wieso hat niemand vorher etwas gemerkt, daß sie so krank ist? Die THP sagte, weil ich es durch die ganzen Behandlungen aufgefangen habe.

Schönes Wochenende
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Februar 2007 um 18:14
Montag 05.02.2007

Am Freitag abend war Jerziba wieder wach und munter und lebhaft. Sie war etwas kurzatmig, aber das ist sie ja sehr oft in letzter Zeit. Sie pumpte aber nicht und sah fröhlich aus.  Das blieb so über das ganze Wochenende. Wegen der APM sollte sie sich nur frei bewegen  können und nichts tun. Ich hab sie an die Leine genommen und sie wollte Grasen gehen. Das hab ich ihr am Samstag und Sonntag für je 20 Minuten gegönnt.  Ansonsten war sie nicht gierig nach Futter (außer auf Gras) und auch die Box ist trockener geworden. Sie steht auf Späne und bekommt zusätzlich Stroh darüber. Ein halber Späneballen reicht jetzt für 4 Tage. Sonst maximal 3 Tage, auch schon mal 2 Tage zu schlechten Zeiten.

Allerdings hatte sie ab Samstag abend etwas Durchfall. Am Sonntag waren schon wieder Äppel dazwischen.  Sie bekommt seit einigen Tagen eine große Handvoll Rüschnis (lockerfeucht, nicht nass,  sind das ca. 1 ltr). Kann es sein, daß sie sich erst daran gewöhnen muß und daß ich mit weniger hätte anfüttern müssen?  Oder ob der Asthmaanfall Streß für sie war und dadurch zu Durchfall führt? Ihr Darm scheint da ziemlich empfindlich zu reagieren im Moment.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 15. Februar 2007 um 18:42
Donnerstag 15.02.2007

Die vergangene Woche war Jerziba nicht so gut drauf.  Hatte ständig große Nüstern und atmete kürzer. Beim Bewegen in der Halle ging sie müde und lustlos. OK, bei dem Wetter macht das auch alles weniger Spaß. Und Halle ist eh nicht so ihr Ding. Die Atmung war gar nicht so schlecht, aber sie machte nicht wirklich mit. Am Wochenende hatten wir Ostwind und das ist eigentlich immer ihr Wetter. Trotz Regen und Nässe war sie gut gelaunt und wir sind an beiden Tagen durch den Wald marschiert. Mein Pferd hatte es mächtig eilig, die Atmung war fast normal, ich mußte mich ganz schön ranhalten, um ihr Tempo zu halten :-). Ich habe mich so gefreut und ich wünschte uns so, daß es ihr öfter so gut geht.

Am Montag war wieder Süd-Westwind und ganz klar war sie wieder müde und schlapp. Solange sie im Stall war, nicht so. Da sah sie munter aus und war frech, atmete aber zu schnell und mit dem Bauch. In der Halle ging sie lange ziemlich lustlos und kam nicht so recht in Gang.

Am Dienstag atmete sie sehr über den Bauch und sah trübe aus. Ich habe ihr s.c. Atropinum comp. gespritzt und sie wollte bald wieder in ihre Box.

Gestern war die Atmung wieder besser. Und ich hab nicht ganz verstanden, warum sie so gammelig durch die Halle schlich, da sie acuh bei Bewegung nicht schlechter atmete, wie die Woche davor. Mit viel Lob, Leckerli und Antreiben konnte ich sie etwas in Bewegung halten. Doch ihr Gesicht sah trübe aus und ich hatte wieder mal das Gefühl, das eigentlich alles umsonst ist, daß sie keine Lust mehr hat. Nach ca. 20 Minuten wurde sie dann plötzlich wacher und explodierte ohne Vorwarnung. Sie galoppierte und rannte und bockte. Als sie nach ungewöhnlichen 4 Runden am Stück stehenblieb, Kopf hoch, Schweif hoch, strahlendes Gesicht, war sie wieder der feurige Araber wie in früheren Zeiten. Klar, sie pumpte ganz schön, aber das schien sie nicht zu stören. Sie rannte noch  weitere Runden und bockte und weil sie jetzt so wach war und fit schien, habe ich sie danach noch eine Weile traben lassen.  Sie überstand das locker, die Atmung kam immer ziemlich schnell  wieder runter. Danach stand sie dann in der Stallgasse und schlief mit tief hängendem Kopf, während ich die Box mistete. Sie sah dabei zufrieden und fröhlich aus.

Sie hustete am Donnerstag wieder vermehrt und in der Nase hörte man Schleim rasseln. Ich habe ihr Sinusitis Hewert gegeben über 2 Tage. Danach war der Husten fast weg. So ganz locker leicht aus der Kehle noch ein bißchen und es floß etwas sehr dünner grauer Schleim aus den Nüstern. Seitdem hat sie nicht mehr gehustet. Das hilft immer sofort bei ihr. Aufgefallen ist mir noch, daß die Atemprobleme nicht  mit dem Husten zusammen hängen, sondern ganz eindeutig mit dem Kreislauf, wie ich am Wochenende  wieder mal gesehen habe. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ob ihre Bronchien entzündet oder zugeschwollen sein könnten.  Durch dosiertes Bewegen bessert sich das in den meisten Fällen.
Seltsam ist auch, daß offensichtlich die Äppel bei Kreislaufproblemen sofort nasser sind. Dies wurde mir aber auch bei einem gesunden Pferd  berichtet. Diese Stute hatte ebenfalls die letzten Tage verstärkte Atmung und war sehr triebig. Das Wetter scheint doch sehr belastend zu sein und vielleicht ist es auch viel Streß und  macht sich über den Darm bemerkbar. Hat das noch jemand beobachtet?

Ansonsten frißt sie gut, schwitzt nicht, auch nicht bei Anstrengung, die Box ist derzeit ziemlich  trocken. Sie hat einen neuen Alubeschlag bekommen und läuft nach wie vor gut. Erstaunlich auch, wie gut sie mit dem Beschalg im Schnee gehen kann. Selbst an rutschigen Stellen war das kaum ein Problem. Ihr Rücken ist so locker wie noch nie und sie kann so schön über den Rücken gehen, wenn sie genug Kraft hat. Dann macht es ihr sogar
Spaß, anspruchsvolle Gymnastik zu betreiben. Leider kommt es im Moment nicht allzu oft vor. Sie hat zu oft diese Kreislaufpropbleme. Wir haben sooooo an den Rückenproblemen gearbeitet und jetzt, wo sie es könnte, fehlt ihr die Kraft.  Sie haart noch nicht, obwohl andere Pferde schon reichlich Fell abwerfen und hat sogar etwas zugenommen. Sieht nicht mehr so eckig aus. Allerdings schien es mir gestern, als ob das noch leicht sichtbare Fettdepot am Mähnenkamm  etwas mehr geworden wäre. Das muß ich beobachten.  Ich vermute mal, die Fettdepots sollte sie nicht wieder auffüllen, oder? Dann müßte ich sie eher dünn halten. Oder schaden leichte Fettdepots nicht?
Zur Zeit bekommt sie 0,625 mg Pergolid und ich glaube, sie braucht immer die 4 Wochen, bevor ich weiter steigern kann. Denn dann hat sie genug Zeit sich daran zu gewöhnen. Die kürzeren Abstände im Dezember sind ihr eher nicht so gut bekommen.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. Februar 2007 um 14:51
Montag 19.02.2007

Die letzten beiden Tage hatten wir Ostwind und Jerziba war wie erwartet gut drauf.  Sie atmete zwar wie immer in letzter Zeit etwas schneller, aber war gut gelaunt und lebhaft. Wir sind an beiden Tagen 1,5 Std. spazieren gegangen und Jerziba hielt gut das Tempo. Sie war nicht übereifrig, aber wir kamen sogar ohne Pausen gut voran. Ihre Atmung änderte sich dabei nicht, allerdings schnaufte sie manchmal und hustete einige Male.  Sie war wach und neugierig und wollte einige Male traben. Allerdings kam sie dabei dann bald etwas aus der Puste. Aber wenn sie so bleiben würde, könnte ich sicher auch mal wieder an kleinere Ausritte denken. Natürlich wollte sie ewig grasen. Ich habe ihr 3 mal eine Minute erlaubt. Nur so fürs Gemüt.  Sie hats nicht verstanden, nachdem ich es ihr lang und breit erklärt hatte, aber immerhin akzeptiert  ::)


Allerdings hatte sie ab Samstag wieder vermehrt matschige Äppel abgesetzt. Sonntag sah die Box ziemlich  nass aus.  Also hat sie auch ohne Kreislaufprobleme Verdauungsprobleme. Bleibt eigentlich nur noch der Wetterumschwung als Ursache oder sonstiger Streß im Stall oder auf dem Paddock.

Sie haart noch nicht, obwohl die anderen Pferde zum Teil schon heftig abhaaren. Schwitzt aber auch nicht. Futterzustand ist gut.

Da sie aber gut drauf war und einigermaßen stabil ist, habe ich jetzt nach 4 Wochen Pergolid auf 0,750 mg erhöht.  

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 26. Februar 2007 um 18:54
Montag 26.02.2007

Am vergangenen Dienstag abend hab ich mich ziemlich erschrocken, als ich Jerziba sah. Sie sah aus, als ob sie von Sonntag auf Dienstag 50 kg zugenommen hätte. Irgendwie schwammig, die Beine leicht angelaufen, das Fettdepot am Mähnenkamm dicker. Ich habe sofort das Zusatzfutter drastisch reduziert auf einige Möhren und eine Handvoll Müsli, damit sie das Mineralfutter und die Hefe frißt. Nach 2 Tagen sah sie wieder normal schlank aus und hält den Zustand. Seit der APM Behandlung hatte sie kontinuierlich zugenommen und kommt offensichtlich jetzt wieder mit weniger Futter aus. Wenn sie gut bewegt wird, gebe ich ihr noch eine Handvoll Speedys, ansonsten frißt sie fleißig ihr Heu. Komisch, daß sich die Fettdepots bei Futterüberangebot auch gleich wieder auffüllen. Leider ist der Bauch nach wie vor zu dick. Sie matschte viel mit Wasser rum und die Box war wieder nasser.
Sie bekommt jetzt seit einer Woche 0,75 mg Pergolid. Die ersten Tage war sie träger und etwas schlapp. Die Atmung unverändert.  Leider hat sie immer wieder sehr nasse Äppel oder einige Matschhaufen. Das wechselt  aber oft über den Tag hinweg, sodaß fast normale Haufen und matschige zu finden sind.  Sie matscht weniger mit Wasser rum und war die letzten 3 Tage gut gelaunt und fröhlich. Die Atmung war ab Freitag gut, 20 Atemzüge/Minute ist für sie gut. Auch in der Bewegung wurde das zwar erst stärker, aber dann nach einiger Zeit besser.

Am Samstag haben wir sie geführt auf einen Ausritt über gut 1,5 Stunden mitgenommen. Sie war nicht glücklich, daß sie hinterher laufen mußte, da ich das Pferd meiner Freundin ritt, hielt aber gut mit, war danach etwas müde, aber zufrieden. Die Atmung war danach ruhiger als vorher. Sonntag hatten wir Regen und ich versuchte herauszufinden, wozu sie aufgelegt wäre. Ich war überrascht, als ich das Gefühl bekam, sie würde mich gerne reiten lassen. Ich zeigte ihr sicherheitshalber vorher den Sattel, doch sie sah zufrieden und fröhlich aus. Ich bin dann in der Halle geritten. Sie ging ziemlich langsam, verlangte viele Pausen und es schien sie anzustrengen bzw. sie wollte sich nicht anstrengen, denn die Atmung war OK. Genau konnte ich das nicht so feststellen. Große Runden wollte sie auch nicht gehen, nur im Schritt ein bißchen was Anspruchsvolles. Sie weiß, daß ich das gerne mag. Sie ging die ganze Zeit rund in Selbsthaltung(Western geritten) und ich merkte, wie gut ihr das ständige Bodentraining bisher doch getan hat. Fast, als ob ich nie aufgehört hätte zu reiten  :D.  Ich saß ca. 25 Min auf dem Pferd mit ca. 10 Min Pausen im Stehen. Dann sagte sie, es reicht.  Sie war fröhlich, Atmung immer noch OK. Sie hatte ja nicht viel getan.
Es war schön, sie mal wieder geritten zu haben, und doch wehmütig bei dem Gedanken, ob sie je wieder fit genug zum Reiten wird oder ob es das erstmal wieder war.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 09. März 2007 um 18:47
Freitag 09.03.2007

Es war nicht das letzte Mal  :D. Jerziba war die letzte Woche relativ stabil. Die Atemprobleme besserten sich jeweils bei Bewegung. Die Verdauung: Äppel, mal nass, mal trocken. Am Sonntag hab ich den Sattel drauf getan und bin mit ihr aus dem Dorf raus gelaufen. Es war sehr warm in der Sonne und sie schnaufte ein bißchen. Ich bin dann trotzdem geritten. Sie war erst etwas unlustig und träge. Wir sind ein kleines Stückchen getrabt und dann bin ich wieder abgestiegen und wir sind weiter marschiert. Jerziba machte hinter mir gehend ein Nickerchen im Gehen. Das kann sie gut, regeneriert dabei sehr gut. Dann im Wald bin ich wieder aufgestiegen und sie war sofort da, hellwach, dann angetrabt, fleißig über den Rücken. Ein Stück nur, es fehlt die Kraft. Sie ging fleißig und vergnügt, es machte ihr Spaß. Die Atmung blieb gut. Dann bin ich weiter mit ihr zu fuß zurück gegangen. Sie schnaufte manchmal ein bißchen, aber war gut drauf. Ich habe mich so gefreut. Wir waren wieder ein Team. Hoffentlich bleibt es so!

Dann habe ich Pergolid auf 0,875 mg erhöht. Wie erwartet war sie am nächsten Tag ziemlich daneben.  doch schon am Mittwoch ging es ihr viel besser und gestern war die Atmung wieder gut, sodaß ich sie wieder gesattelt habe und 20 Min. in der Halle geritten bin. Sie war vorher schon vom Paddock über den Reitplatz getobt und war fröhlich und frech. Wollte aber nicht vorwärts gehen. Luft war wahrscheinlich schon raus. Sie ging sehr langsam, schnaufte immer mal, aber brauchte wenig Pausen und war wach. Atmung war voll OK. Danach stand sie zufrieden und nachdenkend am Anbinder.

Wenn sie so weitermacht werde ich das Pergolid bald auf die Zieldosis von 1 mg  erhöhen können und dann schauen wir mal, wie sich das weiter entwickelt. Ich will dann in 4 Wochen ACTH und die auffälligen Blutwerte nochmal kontrollieren lassen.

Jerziba bekommt das Pergolid jetzt seit November. Ich habe seitdem sehr langsam gesteigert, teilweise nach 4 Wochen, aber nie unter 2 Wochen, weil sie meist erneut ziemlich mit Durchfall, Kotwasser, Lethargie, Müdigkeit und Atemproblemen reagierte. Da ich selber Medikamente nehmen muß, die massiv in den Hormonstoffwechsel eingreifen, weiß ich, wie schlecht man sich nach einer Dosisteigerung fühlen kann. Ich habe nach der ersten Dosis auch 6 Wochen gebraucht, um mich normal zu fühlen. Deshalb habe ich Jerziba ebenfalls aus dem Bauchgefühl heraus diese recht lange Gewöhungszeit gegeben, weil ich ihn bei dem hochsensiblen Pferd langfristig für erfolgversprechender halte. Denn das Problem, das ich sehe, ist, daß die Nebenwirkungen den Nutzen eines Medikamentes leicht überlagern können. Und dann nützt auch die volle Dosis gegen die Krankheit nichts. Hat man ja leider sehr oft bei Chemotherapie. So mancher Krebspatient würde ohne die Chemo noch länger leben.

An Futter gebe ich ihr noch zusätzlich 2 Handvoll Speedy Beet mit 2 Beuteln Anis/Fenchel/Kümmeltee aufgegossen. Mir scheint, daß die Verdauung besser ist, wenn sie den bekommt. Sie hat die Fettdepots wieder etwas abgebaut und hält ihr Gewicht jetzt.

Die Hufe wachsen schnell nach. Das Horn über dem Rehering kommt viel schmaler herunterund ich hoffe, es ist damit auch wieder fest mit dem Hufbein verbunden. Es ist aber seltsamerweise nicht völlig glatt, sondern hat auch ein paar leichte Wellen um den Huf herum. Sie läuft gut und mit dem Alubeschlag völlig unempfindlich.
Vielleicht kriege ich es hin, mal ein paar Fotos zu schießen.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 10. April 2007 um 15:08
Dienstag, 10.04.2007

Jerziba bekommt jetzt seit 4 Wochen 1 mg Pergolid und es geht ihr den Umständen entsprechend gut.
Die Kurzatmigkeit hat weiter nachgelassen. Oft ist die Atmung normal, sonst etwas schnellere Atemfrequenz. Wenn ich sie dann bewege und der Kreislauf in Gang kommt, wird die Atmung und die Belastbarkeit besser. Probleme hat sie noch bei stärkeren Wetterwechseln.  Dann kommt sie auch schon mal etwas ins Pumpen. Ist dabei aber wach und jammert nicht. Beim Reiten ist sie belastbarer geworden. Am Sonntag waren wir im Gelände und ich konnte eine gute halbe Stunde (2x 15 min) reiten, auch Trab und ein kurzer Galopp, das wollte sie unbeding, ohne daß Jerziba eine große Verschnaufpause gebraucht hätte. Lediglich zum mal tief Luftholen blieb sie stehen beim Traben. Am Montag war sie etwas kurzatmig, das Wetter wechselte. Aber ich konnte sie in der Halle 20 Minuten Gymnastik im Schritt reiten. Sie geht dann allerdings sehr langsam und läßt sich auch nicht aus der Ruhe bringen. Zur Zeit reite ich maximal 2 mal die Woche bis 30 min. um die Hufe noch zu schonen. Das lose Hufhorn von der Rehe bricht jetzt auf den letzten Zentimetern leicht weg. Noch zwei Beschläge und der Huf dürfte fast völlig einmal nachgewachsen sein. Auf dem Weg vom Paddock zum Stall tobt sie nun schon mal eine Weile auf dem Reitplatz rum und läßt die Sau raus.  Sie wehrt sich wieder gegen höherstehende Pferde, wenn sie ihr Druck machen wollen.

Die Verdauung ist zur Zeit völlig normal. Die Box relativ trocken. Sie frißt nur noch wenig Stroh, kommt mit 3 Portionen Heu, 3 Handvoll Rübenschnitzel und 1 kg Möhren aus. Ist dabei sehr schlank, fast dünn. THP meint, sie sollte lieber etwas rippig sein, da sie dann keine Fettdepots hat.

Die Atemwege sind noch etwas zu empfindlich.  Eine leichte Infektion ist Dank THP am Abklingen. Sie wird noch weiter mit Akkupunktur behandelt.

Das Winterfell verliert sie nur langsam. Aber sie schwitzt nicht, auch beim Reiten nur noch unter dem Gurt.

Jerziba hat sich gut an das Pergolid gewöhnt, auch wenn es sehr lange gedauert hat. Wie man aber wieder sieht, sollte man nicht zu früh aufgeben (ich hattedoch so einige Durchhänger...). Ich hoffe, daß sich ihr Zustand noch weiter verbessert. Ihre Laune ist bestens.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 20. April 2007 um 16:28
Freitag 20.04.2007

Jerziba gehts weiterhin gut. Die sehr warmen Tage hat sie sich bestens  gefühlt. Den Wechsel nach kalt fand sie nicht so klasse. Hat wieder etwas große Nüstern gehabt und die Laune war nicht so gut. Aber wenn bei Bewegung der Kreislauf in Gang kommt, wird das schnell besser.

Der Husten hat nachgelassen. Mal gar nicht, dann wieder ein Anfall mit 5mal  husten aus der Kehle und irgendwann kommt ganz wenig zäher hellgrauer Schleim aus den Nüstern. Heute bekommt sie wieder Akkupunktur.

Die Verdauung ist bestens. Ganz normale Äppel. Die Box ist trocken.
Sie frißt sehr gut. Bekommt 3mal reichlich Heu und 1 Liter (aufgeweicht) Rübenschnitzel. Doch seit ich das Zusatzfutter größtenteils weggelassen hatte, weil sie das Wunschgewicht hatte,  nimmt sie wieder ab. Ist jetzt wieder sehr dünn. Stallbesitzerin meinte, Jerziba sieht schlecht aus.  Also kommt sie mit Heu alleine einfach nicht aus. Habe jetzt Luzernecobs (Derby Quattro) geholt und werde auch das Müsli wieder erhöhen. Grasen lasse ich ich sie zur Zeit maximal 20 Minuten ca. 3mal die Woche, da ich einfach Angst habe, das könnte nach hinten losgehen. Sie kommt damit aber klar, auch wenn sie immer wieder bettelt.

Das Tränen des linken Auges hat nachgelassen. Nur das Winterfell ist noch immer drauf. Sie haart zu langsam. Da sie an den warmen Tagen auf dem Paddock in der Sonne geschwitzt hat (Hals unter der Mähne, Brust, Gurtlage, zwischen Hinterbeinen) habe ich den Hals seitlich und unten und Brust geschoren.  Das ist das erste Mal, daß sie so schlecht abhaart. Bisher klappte das immer noch normal. Nur das Sommerfell war länger und dichter als normal.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 23. April 2007 um 14:44
23.04.2007

Am Samstag war Jerziba sehr gut drauf. Wir sind eine große Runde zusammen gelaufen und wir waren sehr flott unterwegs. Als sie Pferde auf einer Weide sah, wollte sie unbedingt hin und wieherte und war ganz aufgeregt. Am Sonntag bemerkte ich dann, daß sie rossig war. Das ist seit Monaten das erste Mal wieder. Ich denke, das ist ein gutes Zeichen. Sie schnaufte am Sonntag etwas. Ich habe sie trotzdem gesattelt und in der Halle geritten. Sie ging sehr langsam und lustlos und ich habe ihr viel Zeit im Schritt gelassen. Nach 20 Minuten habe ich sie etwas gefordert und dann wurde sie wach und motiviert und trabte fleißig einige Runden. Der Kreislauf war in Gang gekommen und die Atmung war dann ganz normal. Geschwitzt hatte sie kaum. Sie haart jetzt etwas stärker.

Die THP meint, daß das Abnehmen auch mit der Behandlung und natürlich dem Haarwechsel zusammen hängt. Durch die Behandlung wird der Stoffwechsel sehr aktiviert und das führt zu besserer Verbrennung. Wenn die Behandlungen durch sind, normalisiert sich das wieder.

Die Luzernecobs frißt Jerziba nur ungern in aufgeweichtem Zustand. Ich gebe sie ihr daher trocken aus der Hand. Auch die Rübenschnitzel mag sie jetzt sehr ungern. Läßt viel liegen.  Sie würde viel lieber Gras fressen...

Normalerweise sind bei uns Stuten und Wallache getrennt auf dem Paddock oder der Weide. Da es unter den Stuten aber einige unverträgliche gibt und wegen des Angrasens beide Stutengruppen zusammen rausgehen, habe ich Jerziba jetzt zu den Wallachen gestellt. Das sind alles ganz nette und hier hat sie es ruhiger und weniger Streß. Gleich beim ersten Mal hatte sie zwei Verehrer, die beschützt haben und die tragende Ponystute leistete ihr auch Gesellschaft. Das bessert gleich ihre Stimmung und hilft ihr hoffentlich darüber weg, den anderen beim Grasen zusehen zu müssen. Da muß sie erstmal wieder mit fertig werden.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 26. April 2007 um 14:41
Donnerstag 26.04.2007

Anscheinend geht es Jerziba jetzt gleich wieder zu gut. Die Stallbesitzer haben sich am Wochenende noch einen Wallach gekauft.  Der ging erstmal mit den Wallachen zum Kennenlernen eine Stunde auf die Weide und heute morgen mit auf den Paddock. Erst war alles friedlich, doch dann hat Jerziba plötzlich aufgedreht und ist auf ihn losgegangen und wollte nach ihm beißen.  Er ist geflüchtet und sie hat ihn über den ganzen Paddock gejagt. Da dieser wegen des Lehmbodens sehr hart ist und zudem stellenweise sehr holperig getrocknet ist, wurde Jerziba dann erstmal auf den Nachbarpaddock verbannt, da es für ihre Hufe ja auch nicht gerade förderlich ist, da so rumzutoben, ohne darauf zu achten, wo sie hintritt. Die Pferde gehen Mitte Mai auf die Sommerweide und wenn Jerziba sich nicht beruhigt, muß sie bis dahin alleine auf dem Nachbarpaddock stehen.

Dies Pferd ist unglaublich. Vor nicht allzu langer Zeit wollte sie noch fast sterben und jetzt will sie anderen ans Leben.  Sie war gerade seit Monaten wieder mal rossig und ist damit durch. Vielleicht sind Stuten danach ja etwas zickiger?

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. Mai 2007 um 18:21
Freitag, 11.05.2007

Jerziba hat den doch heftigen Wetterwechsel erstaunlich gut mitgemacht. Am Donnerstag sah ich, daß beide Hinterbeine etwas angelaufen waren. Nach einem langen Spaziergang, bei dem sie keine Atemprobleme hatte und fleißig mit ging, waren die Beine wieder normal. Also Kreislauf etwas lahm. Das Gleiche am Samstag und Sonntag. Das rechte Bein erschien mir am Sonntag etwas dicker. Am Momtag war es völlig angelaufen, vom Kronrand bis zum Sprunggelenk prall. Das linke Bein erschien dünner als am Tag davor. Ich dachte, das kann ja kaum vom Kreislauf kommen, befragte meine THP und habe Jerziba dann eine halbe Stunde in der Halle geführt und etwas traben lassen. Sie ging sehr träge und sah müde aus. Also noch etwas wetterfühlig. Ansonsten ging sie sehr losgelassen, eher schon schlaff. Ich habe dann 2x täglich Dolobene draufgetan und am Donnerstag war das Bein dann sehr deutlich schlanker. Mittags kam die Ta und machte Röntgenaufnahmen der Hufe vorn und nahm Blut ab zur ACTH Kontrolle. Sie meinte, ich sollte das Bein so weiterbehandeln. Das sähe schon wieder gut aus.

Nachmittags bekam ich den Befund der Röntgenaufnahmen: die Rotation ist deutlich zurückgegangen. Die Rehe wurde ja am 2. Juli 2006 diagnostiziert. Im Oktober begann sie wieder so steif zu gehen. Die Röntgenaufnahme zeigte eine Rotation von 11°. Nun, jetzt sind es links noch 2-3° und rechts geringfügig mehr. Ich vermute, daß sie rechts im Herbst doch nochmal einen leichten Reheschub hatte, denn der rechte Huf zeigt über den fast rausgewachsenen Reheringen noch einen leichten Ring. Die Ta war sehr zufrieden und ich hab mich echt gefreut. Gleich meinen Huftechniker angerufen und gelobt! Er sagte, daß ich selbst ja den größten Anteil an dem Erfolg habe, weil ich so konsequent alle notwendigen Maßnahmen durchgezogen habe und mir dazu im Internet (in diesem Forum! Das ist ein Lob von ihm an das Forum!) immer die neuesten Infos geholt habe. Er sagt, besser als 2° werden wir das wahrscheinlich nicht schaffen, aber das wäre doch Spitze.

So, und Fotos hab ich auch endlich:

Die Fotos kommen nicht, muß ich noch ein bißchen probieren. Hat doch schon mal geklappt...

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. Mai 2007 um 18:37
So, da ist Jerziba im Sommer 2005. Schon sehr fett. Obwohl alle Fachleut sagten, sie wäre sehr gut bemuskelt, da das Gewebe fest war.

http://img266.imageshack.us/img266/3103/jerziba051ass6.jpg


Von 2006 habe ich leider keine Fotos. Da hatte ich zuviel Stress.

Das ist Jerziba am Sonntag 06.05.2007. Sie war ein bißchen müde von der Wärme und außerdem haßt sie Fotografieren und sieht dann immer sehr leidend aus. Also bitte nicht denken, sie sei leidend. Ist sie nicht.

http://img521.imageshack.us/img521/839/jerziba052007jb2.jpg

Sie ist ganz klar sehr schlank. Die Ta meint aber, sie sollte nicht viel mehr zunehmen, da sich dann sofort wieder die Fettdepots füllen. Sie hat überall noch genügend Muskeln. Wenn sie wieder mehr gearbeitet wird, dann wird das auch noch besser. Leider paßt der Sattel nun nicht mehr. Braucht jemand einen guten Circle L Custom Made Sattel?


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. Mai 2007 um 18:41
Den Hals hab ich geschoren. Das restliche Fell ist dünn, die Unterwolle ist raus, nur noch das Deckhaar ist da und stellenweise schon sehr dünn. Sie schwitzt damit nur etwas bei 28° im Schatten in der Sonne stehend an der Schulter. Ich warte noch ab, wie der Sommer wird, bevor ich ganz schere.


http://img66.imageshack.us/img66/3065/hals052007yo5.jpg


http://img338.imageshack.us/img338/2429/kruppe052007bv0.jpg

http://img263.imageshack.us/img263/1817/rcken052007ol2.jpg






Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. Mai 2007 um 18:51
Und hier noch die Hufe.  Sie wurden 3 Tage vorher am 3.05.2007 neu beschlagen.

Das der rechte Huf (hier links) etwas schief wirkt, liegt an der Perspektive.

http://img263.imageshack.us/img263/4592/vorderhufe052007io2.jpg



http://img523.imageshack.us/img523/7043/vornelinks052007pf5.jpg



Der untere nur leicht erkennbare Ring auf Hufnagelhöhe ist die Rehe im Juli. Der Ring darüber könnte vom Herbst sein. Huftechniker meint, kann Reheschub sein, muß aber nicht. Das damals erneute Lahmen deutet aber, meine ich, darauf hin.

http://img253.imageshack.us/img253/2844/vornerechts052007ei5.jpg



Und die Gruben über den Augen. Die werden sofort wieder flacher, wenn ich sie auffüttere.

http://img341.imageshack.us/img341/3506/kopf052007dj8.jpg



Die Blutwerte bekomme ich hoffentlich nächste Woche. Bin ja echt gespannt...
LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 21. Mai 2007 um 18:32
Montag 21.05.2007

So, jetzt hab ich auch die Blutwerte. Ich werde sie noch unter den Blutbildern eintragen. Am Donnerstag rief mich die Ta zu Hause an und sagte, der ACTH Wert liegt bei 19,2 (VetMed Labor. Eine Referenz ist nicht angegeben, habe aber gesehen, daß einige 6,5-30,8 geschrieben haben). Ta sagte, das wäre super, wenn man bedenkt, vorher über 800 (im November 06). Ein bißchen skeptisch bin ich aber, da die Ta, welche das Blut abgenommen hat und ich wegen schneller Weiterverarbeitung fragte, sagte, sie gäbe das jetzt in die SpermaKühlung, da wäre das kein Problem. Ich könnte mir vorstellen, daß die Verarbeitung nicht so schnell ging. Weiß ich aber nicht. Die kennen sich aber gut aus. Selbst, wenn der Wert zum Abnahmezeitpunkt höher war, ist der Wert noch gut, denke ich. Auch alle Leberwerte sind normal, Trigyceride ebenfalls von 55 auf 38 (-50). Harnstoff und Cholesterin sind noch immer etwas erniedrigt und Hämoglobin ist auf 10,9 (11-17) gesunken.

Jerziba geht es auch entsprechend gut zur Zeit. Sie hat Vorwärtsdrang (hatten wir ewig nicht), Verdauung ist super, Husten noch ab und an mal, linkes Auge tränt noch öfter und das Fell geht zwar aus, aber zu langsam. An den geschorenen Stellen ist aber schon neues Fell, auch an den Beinen teilweise. Gestern hat sie beim Reiten sehr geschwitzt. Hat ihr aber nichts ausgemacht. Das neue Fell ist noch immer etwas länger, als normal, aber schon wieder heller.

Wir waren im Gelände und sie wollte eigentlich nur laufen. Das hab ich mit Rücksicht auf die Hufe aber gelassen und sie etwas im gesetzten Trab gehen lassen und einige Male ein bißchen vorwärts. Ansonsten bin ich viel gelaufen auf dem teilweise harten Boden ohne Grasbewuchs. Sie war nach 2 Stunden noch frisch und munter und ging fleißig.

Leider frißt sie im Moment die Speedies ungern, auch von dem bißchen Müsli läßt sie viel liegen. Die Luzernecobs mag sie gar nicht mehr. Sie frißt Heu und Stroh und will Gras. Ist doof, denn wie soll ich so Energie ins Pferd bekommen? Jetzt, wo die Triglyceride normal sind, etwas Öl zufüttern? Oder Leinsamenkuchen? Ich kann auch kleine Luzernepellets bekommen. Die geb ich so häppchenweise zu. Hatte ich zum Probieren gekauft. Ich mag aber auch nicht säckeweise Futter rumstehen haben. Ein bißchen Muskeln könnte sie aber noch gebrauchen.

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 22. Mai 2007 um 15:13
Und hier sind noch Röntgenaufnahmen vom Oktober 2006,                         und Aufnahmen jetzt von Mai 2007 (mit Eisen).
4 Monate nach der Rehe

http://img508.imageshack.us/img508/9974/vornelinks1106pz2.jpg       http://img519.imageshack.us/img519/6848/vornelinks0507dd2.jpg



http://img527.imageshack.us/img527/1766/vornerechts1106by8.jpg   http://img519.imageshack.us/img519/2102/vornerechts0507bb2.jpg

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 07. Juni 2007 um 14:03
Donnerstag 07.06.2007

Ich lerne, daß ich mich daran gewöhnen muß, daß Jerziba jetzt doch ziemliche Hochs und Tiefs hat, die auch schon mal sehr überraschend kommen können. Am Pfingstmontag waren wir im Gelände und sie war supergut drauf. Wir trafen eine Bekannte, die Jerziba ganz überrascht ansah und meinte, die sieht aber wieder gut aus  :). Wir sind knapp 15 Minuten sehr flott getrabt, dann 20 Minuten Gras fressen und zurück wieder 13 Minuten getrabt in ganz gleichmässigem zügigem Tempo. Ich war schwer begeistertt von meinem fleißigen Pferd.
Am nächsten Tag regnete es und sie fraß schon mittags schlecht. Abends lag sie viel und fraß immer mal ein Häppchen. Ta diagnostizierte Verstopfungskolik und holte eine Handvoll total matschige Äppel aus dem Darm und meinte, wenn man das sieht, kann man sich die Verstopfung gar nicht vorstellen. Sie bekam 3 Liter Öl eingegeben und mußte fasten.
Ursache dafür war wahrscheinlich, daß sie fast nur noch Stroh gefressen hatte. Seit die meisten Pferde auf der Sommerweide sind, war sie schon ganz gierig nach Gras. Dann hatten wir einen Rundballen Heu, der den Pferden nicht schmeckte. Und Jerziba ist da ganz rigoros und frißt kaum noch was davon. Hatten wir ja im Januar schon mal. Da ist es gut gegangen. Diesmal nicht. Ich seh sie ja nur abends und weiß nicht so genau, was sie am Tag alles frißt oder auch nicht.
Am nächsten Tag war sie ziemlich aufgedreht und sehr wütend, daß sie auf unserem Spaziergang kein Gras fressen durfte. Fraß aber sonst wenig. Am folgenden Tag war sie noch immer so nervig und fraß gierig das zugekaufte Heu vom Bauern. Das riecht so richtig lecker und schmeckt ihr super gut. Dann gabs einen neuen Rundballen und sie fraß wieder gern das Heu. Sonst wollte sie nur Gras oder Möhren. Leider hatte sie aber sehr abgenommen und sah sehr dünn aus. Ihr Kreislauf war schlecht und die Atmung auch. Am Montag war sie richtig asthmatisch. Mit Atropinum und dosierter Bewegung besserte sich das aber bald.  Ich hab mir ohne Ende  Sorgen gemacht und noch mit Jumanji (huhu) ;) telefoniert. Sie hat mich erstmal beruhigt, so schnell verhungert sich das nicht... Jerziba bekommt 3 große Portionen Heu und von mir noch eine 4te zugekaufte. Aber nur ganz wenig Stroh. Das Müsli frißt sie mal ja, mal nein, die Rübenschnitzel ebenso. Wobei mir scheint, daß sie ihr mit Salz drin besser schmecken. Dann versuch ich noch mal die Probe vom Fiber Beet, wenn sie da ist. Und das Grasen werde ich von 20 Minuten langsam erhöhen. Obwohl sie gestern nach 20 Minuten von selbst in die Box ging und sich über das schöne Heu hermachte. Ich muß in Zukunft darauf achten, daß sie immer genug Heu frißt.

Auf jeden Fall sah sie gestern wieder besser aus. Der Bauch war gut gefüllt und rund, die Atmung war wieder fast normal und sie wollte tatsächlich was tun. An der Longe ging sie fleißig und hatte sogar genug Kraft zum Galoppieren.
Zudem haart sie jetzt ganz extrem. Das Fell geht massenhaft aus. Kaum Husten und das Auge tränt nicht mehr.
Also geht es wieder aufwärts  :). Aber ich müßte solche Attacken nicht unbedingt haben. Man weiß ja nie, wie das ausgeht.

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. Juni 2007 um 19:01
Montag 25.06.2007

Die Überraschungen reißen nicht ab... Nach der Kolik hatte Jerziba sich wieder gut erholt. Sie machte an der Longe fleißig mit. Ein kurzer Ausritt am 17.06. war nicht so der Hit. Sie war etwas schlapp. Einige Tage später habe ich sie auf dem Platz mal in der Halle geritten. Da war sie fleißig und gut drauf. Hält aber noch nicht so lange durch. Auch an der Longe war sie immer fleißig, nachdem sie sich warmgelaufen hatte.  Also alles ganz easy.

Doch dann merkte ich am letzten Freitag, daß sie ihr Heu aus dem aktuellen Rundballen wieder nicht fraß. Das heißt, sie fraß gar nichts! War total ausgehungert und stürzte sich aufs Gras. Das Heu ist aber absolut OK. Es ist sehr halmreich und scheint nicht zu schmecken, da alle Pferde dran rummäkeln. Nur daß ein Pferd dann gar nichts frißt und lieber hungert, ist mir etwas unverständlich. Ich bekam gleich erstmal die volle Panik und dachte an die Kolik und überlegte, was ich tun könnte. Habe erstmal sofort meine Reserven mobilisiert und größere Mengen von meinem Heu vom Bauern mitgebracht, daß sie mir schon aus der Hand riß. Zusätzlich habe ich dann noch Rübenschnitzel und Heucobs eingeweicht, alles mit etwas Salz gewürzt und siehe da, das was sie jetzt im Sommer nicht mehr mochte, fraß sie nun mit großem Appetit  :D . Das Salz in der Suppe machts  ;).
 BTW: Wieviel Salz pro Tag darf ein Pferd? Halben Teelöffel?

Sie bekommt jetzt 3 mal 1 Liter (aufgeweicht) Rübenschnitzel und einmal halben Liter Heucobs sowie ca. 200 gr Cover Up. Dazu 3 mal Heu aus den kleinen Ballen und von dem Heu aus dem ungeliebten Rundballen versuche ich immer etwas unterzumogeln, damit die Portion größer ist und sie nachts vielleicht doch noch dran geht, sowie kleine Menge Stroh. Ein paar Möhren und halben Apfel für die Tablette und die Weide hab ich auf 50 Min gesteigert. Jetzt hoffe ich, daß sie mit der Futterzusammenstellung klarkommt, ohne daß was passiert und wir bald wieder anderes Heu haben.  Die Beine waren klar und auch sonst scheint sie fit zu sein, wenn auch etwas schlapp durch das sehr schwülwarme Wetter. Aber an der Longe gestern war sie willig, wenn auch nicht sehr eifrig.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von horsedancer am 25. Juni 2007 um 19:07
Hallo MAria,
mein Pferd wurde durch solches Heu damals krank.
Der Rundballen sah toll aus und roch auch gut, aber alle Pferde ließen das Heu liegen.
Der Stallbesitzer mischte es damals mit anderem heu und versuche fast eine Woche lang unsere Pferde mit den Heu zu füttern- schließlich wurde es an einen Ponyzüchter verschenkt -- die frassen es aber auch nicht.
Etwa einen Moant später erst kamen die Symptome bei Toby zum vorschein er war fast schon apathisch , lag extrem viel und dann kam die Hufrehe.
beim BB kam dann raus das er eine Lebervergiftung von Schimmeligen bzw. verdorbenen Heu hat.
Tue Dir einen Gefallen und schmeiß das Heu weg - wenn alle Pferde dran rummäkeln dann stimmt sicher etwas nicht damit.
LG
Susanne

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 06. August 2007 um 18:46
Montag, 06.August 2007

Hallo,

nachdem nun eine Weile vergangen ist, mal wieder was von uns. Jerziba hat die Kolik problemlos überstanden. Das Heu, daß sie nicht gefressen hat, ist offensichtlich alle. Bis jetzt hat sie ihr Heu immer gut gefressen. Ich gebe aber abends weiter eine zusätzliche Portion von den kleinen Ballen, auch wenn ich sie mühsam und teuer heran schaffen muß. Aber Jerziba wartet jeden Abend schon darauf und es ist eine Freude zu sehen, mit welchem Appetit sie es frißt. Sie frißt weiterhin noch immer ihre Rübenschnitzel mit Salz gewürzt, dazu gibt es Cover Up, sowie reine Luzernepellets, einige Möhren und Apfel für die Medikamente, mal ein Stück Brot und zum Arbeiten Leckerli sowie ca. 1 Stunde Weide. Sie hat wieder gut zugenommen nach der Kolik und fühlt sich wohl.

Die Hufe sind nun ein Jahr nachgewachsen seit der Rehe und ich habe das Training wieder langsam verstärkt. An der Longe langsam wieder normal gearbeitet in allen Gangarten. Reiten zweimal die Woche und langsam die Zeit und das Tempo gesteigert. In der Halle liebt sie das leider nicht so, der Platz ist entweder zu tief und rollig oder naß und hart, aber im Gelände, da kommt der Ferrari wieder zum Vorschein  :). Wir reiten meist aus, ich reite ca. 20-40 Minuten und laufe viel, da ihre Kondition noch nicht reicht. Aber wenn der Boden gut ist, dann rennt sie, daß ich sie bremsen muß, weil sie sich sonst zu früh verausgabt. Die Stoppelfelder sind in diesem Jahr sehr schön griffig und wir haben endlich wieder Freude daran und Jerziba will laufen. Wenn ich daran denke, wie sie vor 2 Jahren noch im Gelände gekrochen ist  :o

Ihre Hufe sehen völlig gesund aus. Die weiße Linie ist so schmal, daß man nichts mehr sieht, wenn man es nicht weiß, daß es Rehehufe sind. Seit einer Woche hat sie jetzt einen völlig normalen Beschlag aus Aluminum. Damit läuft sie jetzt genauso gut, wie vorher mit dem NBS Alu Beschlag. Nur an das Profil dieser Alus mußte sie sich etwas gewöhnen. Der NBS Beschlag war völlig glatt an der Unterseite. Leider gammelte der Huf diesmal unter dem Beschlag an den Nagellöchern ziemlich stark. Der Huftechniker hat eine Paste darunter gestrichen. Ich werde zusätzlich noch versuchen, das mit Wasserstofperoxid zu unterstützen. Seine Empfehlung. Ich wunder mich eigentlich etwas. Die Box ist immer trocken, sie läuft von morgens bis abends auf dem Paddock auf Lehmboden herum, der fast immer trocken ist. Kann mir nur vorstellen, daß das Hufhorn durch die Stoffwechselstörung nicht so gut ist. Meine THP hat mir Silicea empfohlen, nachdem Kieselerde nichts gebracht hat.

Das Fell ist völlig zum Sommerfell durchgehaart. Es ist minimal länger als früher. Inzwischen schwitzt sie beim Arbeiten nur noch bei hoher Luftfeuchtigkeit etwas oder wenn sie sich aufregt. Wenn sie draußen in der Hitze viel in der Sonne ist, dann ist sie schon mal in der Gurtlage und zwischen den Hinterbeinen verschwitzt.

Ihre Kreislaufprobleme haben sich deutlich gebessert, sind aber nicht weg. Sie ist noch immer recht wetterfühlig. Das schwülwarme und ständig wechselnde Wetter in diesem Sommer läßt sie immer wieder kurzatmig und mal schlapp sein. Allerdings konnte ich sie bisher bis auf ein Mal immer arbeiten bzw. reiten und mit der Bewegung wurde es immer besser bis gut. Die Kurzatmigkeit verschwand dadurch zwar nicht völlig, störte sie aber nicht, sie verlangte nur nach Pausen und sie verstärkte sich dadurch nicht, sondern regelte sich immer wieder schnell runter. Sie rannte trotzdem über die Stoppelfelder und sah glücklich aus.

Die Verdauung reagiert ebenfalls noch immer auf Störungen. Ich vermute da auch das Wetter, denke aber, da spielen mehrere Faktoren mit. Zeitgleich mit starkem Wetterwechsel bekamen wir neues Stroh, sehr staubiges Weizenstroh. Das wunderschöne Gerstenstroh vorher hatte sie nicht angerührt. Aber das Weizenstroh fraß sie gern. Wir gaben es in sehr kleinen Portionen abends. Nach einer Woche bekam sie Kotwasser und dann gleich Durchfall. Ob nur vom Stroh, kann ich nicht nachvollziehen. DAs WEtter war wie gesagt, gerade sehr turbulent. Stroh wurde sofort gestrichen, ebenfalls der Weidegang. Auf der Weide ist sehr viel Klee jetzt. Die Verdauung besserte sich erst kaum, Jerziba nahm sofort wieder ab. Nach einer Woche wurde es besser und ich ließ sie wieder 10 Minuten grasen. Die Verdauung bessert sich weiter, die Äppel sind aber oft noch zu naß, manchmal auch matschig, dann wieder fast OK. Inzwischen grast sie wieder 40 Minuten, aber nciht mehr auf der Kleeweide, sondern an der Hand an Wegrändern.

Einige Zeit vorher hustete sie auch wieder stärker, besonders in der Bewegung. Nach Rücksprache mit der THP bekommt sie jetzt Bronchalis Heel und Lachesis zusätzlich, weil sie links stärker belastet ist. Schleim ist nicht zu hören und sie hustete auch nur wenig hellen bis klaren Schleim ab. Inzwischen hustet sie nur noch wenig, sie hustet nichts oder wenig klaren Schleim ab. Hauptsächlich wenn sie sich anstrengt zu Beginn beim Reiten im Trab oder Galopp.

Gestern waren wir spazieren im Gelände und sie ist zügig gegangen, trotz der Hitze und schwülen Luft. Die Atmung war eher unauffällig. Am Donnerstag waren wir abends spät auf einem Stoppelfeld und sie ist eifrig vorwärts gegangen. Ich mußte nicht treiben, sie hat richtig angezogen, obwohl es sehr schwül war. Das kenne ich gar nicht mehr von ihr.

Seit ich sie wieder mehr arbeite, hat sie wieder Muskeln aufgebaut, nur leider die Kruppe ist noch immer wenig bemuskelt. Der Sattel liegt gut im Moment. Der Bauch ist nicht mehr so dick, die Beine sind klar, alle Folgen der Bänderprobleme sind nicht mehr sicht- oder spürbar, keine Mauke mehr, keine Hautprobleme, etwas Fett hinter dem Schulterblatt, das Fettpolster am Mähnenkamm ist unauffällig. Im Moment baut sie eher Muskeln auf, als Fett, wenn sie zunimmt. Das linke Auge tränt manchmal noch ein wenig. Sie sieht zufrieden aus und hat gute Laune.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 07. August 2007 um 15:03
Hab noch vergessen, zu erwähnen: am Donnerstag letzte Woche war die THP da und hat noch eine Akkupunktmassage gemacht. Da Jerziba gerade am Husten bekämpfen war, dachte ich, eine Unterstützung könnte ihr gut helfen. Und es hat geholfen.

Gestern waren die Äppel wieder ganz normal, gehustet hat sie zweimal ganz leicht, dafür einige Male normal abgeschnaubt. Die Atmung war hitzemässig etwas verstärkt. Sie war ganz groggy von der Hitze, als ich sie vom Paddock holte. In der Gurtlage und zwischen den Hinterbeinen gut feucht geschwitzt. Nachdem sie etwas Heu gefressen hatte, die Rübenschnitzel ignorierte sie mal wieder, vom morgen lag noch ein Rest da, hab ich sie zum Longieren angezogen. Danach hab ich mit meiner Freundin geredet und Jerziba stand vor uns. Schloß die Augen, ließ den Kopf hängen und schlief ganz seelenruhig. Nach ca. 15 Minuten machte sie die Augen auf, rechte den Hals wie ein Seepferdchen ganz gewölbt nach oben, machte einen Katzenbuckel und sagte, können wir dann? Das macht sie gern, daß sie ein ganz entspanntes Nickerchen macht, wenn ich da bin und anschließend sich so richtig dehnt und räkelt. In meiner Nähe fühlt sie sich offensichtlich richtig sicher.

An der Longe macht sie dann immer erstmal so ein bißchen Gezöger, muß erstmal gucken, nach evtl. Stechtieren Ausschau halten, sucht nach Gründen, warum es heute nicht so geht. Der Kreislauf ist unten. Und dann ganz langsam gesteigert, kurze Verschnaufpausen und nach dem zweiten Trab war sie dann da. Im Galopp zog sie dann ein paar Mal richtig durch. Die Atmung war OK. Allerdings braucht es auch reichlich Motivation durch viel Lob und Verständnis für ihre schlappen Phasen. Ihre Kondition ist eben nicht wie bei einem gesunden Pferd und oft machen wir halt alle 2 Runden 30 Sekunden Pause. Zu Anfang auch mal alle halben Runden. Ich baue das dann einfach ins Training ein und verlange beim Anhalten einen schönen Stop, später auch mit Rückwärts und einer Hinterhandwendung und lobe das dann. So macht ihr das dann Spaß und sie bleibt trotzdem im Training, auch wenn sie mal nicht so gut drauf ist.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 13. August 2007 um 18:07
Montag, 13.08.2007

Hallo,

irgendwie ist die Verdauung etwas sensibel zur Zeit. Seit Samstag hat sie zeitweise wieder sehr feuchte Äppelhaufen. Auch mal ein Spritzer Kotwasser, allerdings nur wenig. Das kommt umso mehr vor, je wärmer es ist. Ich habe Jerziba deshalb weiterhin nur 15-30 Minuten grasen lassen und nicht auf gestreßten Weiden.

Seit ca. einer Woche bemerke ich, daß die Beine über dem Fesselkopf oft nicht so sehr trocken sind, wie sonst in der letzten Zeit. Nicht angelaufen, aber leicht schwammig. Sehnen sind aber deutlich abgezeichnet. Dazu sind manchmal die Augengruben weniger tief. Wobei das etwas seltsam ist. Wenn sie frißt und den Kopf tief zum Boden nimmt, dann sieht man, daß die Augengruben fast gefüllt sind und beim Kauen wölben sich leichte Beulen nach außen. Nimmt sie den Kopf dann hoch, werden die Gruben wieder etwas tiefer, bleiben aber eine Weile so leicht gefüllt und werden dann wieder zu leichten Gruben. Wenn ich sie dann bewege, am Besten im Gelände, dann werden die Gruben wieder normal tief und trocken. Nimmt sie dann mal den Kopf tiefer zum Grasen, füllen sich die Gruben wieder um einige Zeit später, wenn der Kopf wieder oben ist, wieder tief und trocken zu sein. Nach längerer Bewegung (Ausritt) scheinen die Gruben dann trockener zu werden, denn sie entleeren sich immer schneller bzw. füllen sich offenbar weniger, auch wenn sie den Kopf tief nimmt. Ich war letzte Woche mit ihr spazieren und nach ca. 30 Minuten waren die Gruben wieder klar. Aber beim Grasen und Kopf runter waren sie wieder gefüllt. Die Beine sind nach ca. 20 Minuten Bewegung wieder klar. Wobei das Ganze bei mehr Wärme deutlicher auffällt. Könnten wetterbedingt Kreislaufprobleme sein. So sehr tiefe Augengruben wie manche Pferde hat sie grundsätzlich nicht. Dadurch ist der Unterschied nicht sehr groß.

Hat jemand schon mal sowas beobachtet? Wenn das Fettbeulen wären, dann dürften die sich doch nicht bei Bewegung bzw. höherer Kopfhaltung verkleineren oder verschwinden? Ich denke da an Kreislaufprobleme.

Insgesamt hat Jerziba weiter etwas zugenommen. Die Rippen sind noch immer deutlich zu sehen, die Kruppe ist eckig, die Wirbelsäule zum Schweifansatz steht sehr hervor (arabertypischer hoher Schweifansatz), Beine, Schultern sind bemuskelt, Hals geht so. Die Fettbeule am Mähnenkamm hat sich nicht gefüllt, ist aber immer zu sehen und zu fühlen (siehe Fotos). Der Mähnenkamm fühlt sich fest an. Die leichten Fettplacken hinter dem Schulterblatt sind auch so geblieben. Die waren auch noch da, als sie nach der Kolik halb verhungert aussah. Insgesamt sieht sie so zwar dünn bis sehr schlank, aber gesund aus.

Ich habe das Zusatzfutter ein wenig reduziert. Alles etwas weniger und werde das beobachten und weiter reduzieren, wenn es was bringt. Weide gibts weiterhin dosiert. An manchen Tagen auch gar nicht, z.B. bei Regen.

Wie soll ich das denn jetzt einschätzen? Was bedeuten diese komischen Veränderungen der Augengruben? Sollte sie wieder dünner werden? Dann hat sie keine Reserven. Oder nur das Gras weiter reduzieren? Oder alles vorsichtig reduzieren und beobachten? Ob das an der Jahreszeit liegt? Auch daß die Verdauung wieder etwas feucht ist? Die Box ist aber trocken. Sie pinkelt normal.

Es geht ihr sonst gut. Wir hatten es gestern sehr warm und sie ging erst etwas lustlos ins Gelände und versuchte permanent Gras zu fressen. War schon richtig wütend, weil ich es immer verboten habe. Nachdem ich sie dann habe 25 Minuten im Wald grasen lassen, wurde sie wach und eifrig und düste 2mal mit einem Power und Affenzahn über ein Stoppelfeld und war ganz aufgeregt und nervig. Sie war da richtig gut drauf und hatte Spaß dran.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 31. August 2007 um 18:16
Freitag, 31.08.2007

Hallo,

also die zeitweise gefüllten Augengruben und ganz leicht angelaufenen Beine sind Wassereinlagerungen. Nach ca. 45 Minuten intensiver Bewegung sind die Beine klar und die Augengruben wieder deutlich sichtbar. Bei kühlerem Wetter sind sie von selbst trockener. Bei schwülwarmem Wetter wieder gefüllter. Ich habe daraufhin mal das Futter per Bioresonanz testen lassen. Seltsamerweise reagierten alle Futter,  welche Luzerne enthielten mit Nein, Rübenschnitzel und Pre Alpin Heucobs mit Ja. Leider frißt sie nicht genug Rübenschnitzel und eingewichte Heucobs mag sie gar nicht. Ich könnte noch Wiesengraspellets beschaffen.  Aber die bestehen aus heißluftgetrocknetem Gras und nicht aus Heu. Sind ganz dunkelgrün und sehr eiweißhaltig. Evtl. reagiert Jerziba ja auf das Eiweiß, wie auch in der Luzerne enthalten.

Zur Zeit bekommt sie 2x 1/2 Ltr Cover Up, 2x 1/2 Ltr Luzerne, 2x 1 Ltr (nass) Rübenschnitzel und reichlich Heu, 4 Möhren 1-2 Äpfel, 1-2 kleine Birnen, 30 Minuten Grasen, nicht jeden Tag, je nach Wetter. Damit hält sie eben gerade so ihr Gewicht.

Gestern war meine THP da und hat akkupunktiert, speziell gegen die Wassereinlagerungen. Es war sehr schwierig, die Nadeln reinzukriegen, da an den Innenseiten der Hinterbeine je 3 Stück gesteckt werden mußten und da ist die Haut extrem empfindlich.

Den Husten konnten wir mit Bronchalis Heel, Ferrum phosphoricum und Lachesis sehr gut in den Griff bekommen. Sie hustet nur noch wenig und wenn, dann in der Bewegung.

Ansonsten gehts ihr recht gut. Sie ist allerdings noch immer überwiegend etwas kurzatmig. Wenn es kühl ist, ist die Atmung auch mal normal, so wie gestern. Ich hab sie in die Halle genommen zum reiten und sie wollte nur rennen. Am Tag davor rannte sie an der Longe nur begeistert herum. Von konzentriert Arbeiten keine Spur. Das ist jetzt schon seit einiger Zeit so, daß sie nach ca. 20 Minuten aufwärmen richtig lebhaft und gehfreudig wird. Am Sonntag ist sie mir im Gelände richtig abgegangen. Sie war total aufgedreht.

Ich habe im Internet die Infomation gefunden, daß Nebenwirkungen von Pergolid niedriger Blutdruck beim Stehen und morgens, trockene Schleimhäute, Husten und Kreislaufprobleme allgemein sein können.

Hier noch mal ein paar Bilder von Mai/Juni. Da war sie sehr dünn. Inzwischen sieht sie deutllich besser aus. Hat mehr Muskeln. Die Rippen sieht man immer noch und die Kruppe ist noch eckig. Insgesamt sieht sie sehr sportlich aus. Auch das Fell ist schön kurz, glatt und glänzt sie poliert. Neue Fotos gibts demnächst.

LG
Maria

http://img113.imageshack.us/img113/4073/jerzibagesichtav4.jpg

http://img159.imageshack.us/img159/7110/jerzibakruppeyl7.jpg


http://img180.imageshack.us/img180/261/jerzibaseite1wm2.jpg

http://img204.imageshack.us/img204/660/jerzibaseite2jg9.jpg

http://img208.imageshack.us/img208/6196/jerzibavonvornfk4.jpg






Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 12. September 2007 um 18:45
Mittwoch 12.09.2007


Hallo,

die ersten 2 Tage nach der Akupunktur hat Jerziba wieder viel gehustet und es kam etwas grauer Schleim aus den Nüstern. An den beiden Tagen danach ließ der Husten nach, dafür pinkelte sie stärker. Die Beine und die Augengruben sind immer mal ganz trocken und dann wieder leicht gefüllt, aber insgesamt etwas besser. Dafür hat sie aber abgenommen. Sie fraß einige Tage ihr Heu nicht ganz auf. Da sie reichlich bekommt, dachte ich mir nichts dabei. Mir fiel es auf, weil der Sattel nicht wie gewohnt lag. Dann verweigerte sie plötzlich das Heu fast völlig und an dem einen Tag nahm sie rapide ab. Unglaublich, wie schnell das geht. an dem Tag war sie extrem nervig und zappelig. Klar, weil sie massiv Hunger hatte. Wir hatten zum glück einen neuen Ballen im Stall und das Heu fraß sie dann wieder heißhungrig. Irgendwie muß das aber wieder drauf und ich werde erstmal Pre Alpin Senior bestellen. Das kann ich zu den Rübenschnitzeln geben und sie frißt es gern. Die Grundlage sind die Pre Alpin Cobs, kleingebröselt. Und die verträgt sie.
Die Atmung ist zur Zeit sehr gut. Gleichmässig und tief. Beim Reiten oder an der Longe verändert sich die Atmung auch bei Anstrengung nicht groß. Verdauung ist nahezu normal. Ich denke, der Wasserhaushalt war mal wieder durcheinander. Die Akupunktur hat recht gut angeschlagen. Sollte das nicht ausreichen, werden wir das wiederholen.
Sie schiebt normal Winterfell, es ist bisher nur etwas dicker und länger, als im Sommer, aber kein dickes Teddyfell wie im letzten Jahr um diese Zeit.
Rechts vorn hatte sie sich ein Eisen krumm getreten. Als es ab war konnte ich sehen, daß die weiße Linie hier ca. 4 mm breit ist. Links 2mm. Der Huf wächst von oben steiler herunter und der Huftechniker ist optimistisch, daß durch die steilere Stellung die weiße Linie wahrscheinlich noch schmaler werden wird.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 14. September 2007 um 13:58
Donnerstag, 14.09.2007

Hallo zusammen,

ich habe gestern mein absolutes Traumpferd geritten :-). Wir sind ca. 19.30 los in die Feldmark. Jerziba war gierig auf Gras und ich habe sie 5 Minuten fressen lassen und dann drehte sie auf. Sie weiß, daß am Ende des Weges wieder Gras ist und sie da manchmal fressen darf. Sie startete durch im Trab, raumgreifend, federnd und ganz starker Trab. Sie mußte noch zweimal eine kurze Schrittpause machen, bevor sie richtig warmgelaufen war. Da war dann die Grasstelle, sie durfte nochmal 5 Minuten grasen und dann ging es weiter und jetzt wurde sie richtig Klasse. Die Tritte wurden immer länger, wie bei einem großen Pferd, sie dehnte sich leicht an die Hand über den Rücken und wir schwebten im starken Trab über den Grasstreifen in der Mitte des Feldweges. Kurze Schrittpause, durchatmen und sie startete wieder durch. Es wurde nun schon ziemlich dunkel und wir mußten umkehren, da der Weg in eine Landstraße mündet. Auf dem Rückweg ganz klar, zog sie noch mal richtig durch und war immer noch nicht am Ende ihrer Geschwindigkeitgrenze angelangt, da sie auf Schenkeldruck immer noch mal sich steigerte.

Es war einfach traumhaft schön  :D. So habe ich sie in den fast 12 Jahren, die wir jetzt zusammen sind, noch nicht erlebt. Sie war hellwach, voller Energie, ging unglaublich weich und federnd und stand dabei voll an den Hilfen. So habe ich mir einen Araber immer vorgestellt...

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. Oktober 2007 um 18:53
Freitag, 19.10.2007

Jerziba gehts soweit gut. Da sie im September weiter abnahm, und wie die Futteraustestung mit Bioresonanz ja ergab, daß sie Luzerne nicht verträgt, mußte ich das Futter ändern und habe das Mühldorfer Low Glycaemic bestellt. Die Probe fraß sie schon mal sehr gern. Sie bekommt es jetzt seit 4 Wochen und mit zunehmendem Fellwuchs, den tiefer sinkenden Temperaturen und der erhöhten Anforderung durch mehr Training hatte sie einen hohen Energiebedarf und ich mußte die Futtermenge insgesamt erhöhen. Sie bekommt jetzt 450 gr (trocken) Rüschnies, 350 gr Pre Alpin Senior, 400 gr Low Glycaemic und reichlich Heu.

Zusätzlich bekommt sie das Gladiator Plus, weil sie mir nicht ausreichend stabil vorkam  für den Winter und sich der Husten sich immer wieder mal wieder verstärkte und vor allem sie häufiger Kotwasser hatte.

Im Laufe der letzten zwei Wochen hat sie nun endlich leicht zugelegt. Besonders die Kruppe rundet sich leicht und der Hängebauch ist zurückgegangen. Dabei hat sich auch der Rücken leicht angehoben. Ihre Beine und Augengruben, die sich vor der Futterumstellung alle paar Tage wieder füllten, sind seitdem permanent mehr oder weniger trocken, aber nie mehr gefüllt. Sie hat nach wie vor die orthostatischen Kreislaufprobleme und braucht ca. 15 Min Anlaufphase. Dann wird sie richtig fleißig und zeigt viel Gehlust, bleibt dabei aber ruhig und cool, wird nicht nervig oder dreht auf, wie früher. Allerdings reicht die Dauer ihrer Leistungsfähigkeit nicht an ein gesundes Pferd heran. Sie ermüdet schneller, besonders im Gelände,und nach einer Pause, in der ich laufe, geht sie noch mal ein Stück um dann klar zu sagen, es reicht, steig bitte ab. In der Halle reite ich eh nur max.  40 Minuten. Das reicht ihr dann.

Sie ist nach wie vor wetterfühlig, was sich jetzt bei den häufig wechselnden Temperaturen bemerkbar macht. Dann hat sie schon mal wieder einige matschige Äppelhaufen oder selten mal Kopfschmerzen. Ansonsten ist die Verdauung etwas feucht, aber halbwegs stabil und nur selten Kotwasser. Ca. 1 Woche nach der ersten Gabe des Gladiator machte sie sehr matschige Haufen und vermehrt Kotwasser. Allerdings war es da gerade sehr warm und das löst es auch leicht aus. Zu der Zeit war sie insgesamt für ca. 3 Tage nicht gut drauf und ziemlich schlapp. Sie hat jetzt auch deutlich mehr Appetit und frißt seitdem ihre Rüschnies und das Heu immer komplett auf.
Der Husten verschlimmerte sich am 4 Tag der Gabe von Gladiator extrem und hat sich seitdem deutlich gebessert. Sie hustet nur noch sehr wenig zu Bewegungsbeginn. Die Atmung hat sich gut verbessert. Sie atmet nicht mehr so schnell und nicht mehr so über den Bauch. Die Nüstern sind nicht mehr so gebläht.  

Das Fell ist nicht länger als bei anderen Pferden. Sie hat bisher nur Deckhaar geschoben, noch keine Unterwolle. Wir haben Pferde im Stall, die jetzt schon dickeres Fell haben. Es glänzt und ist glatt und seidig.

Was sich noch geändert hat und wahrscheinlich mit dem Eintritt der dunklen Jahreszeit zu tun hat: Sie rosst nicht mehr seit August, sie wurde öfter mal depressiv, das kann ich aber mit den Bachblüten sehr gut auffangen und sie hat am Mittwoch in der Gurtlage etwas geschwitzt. Wir hatten sehr hohe Luftfeuchtigkeit und es war nicht sehr kalt. Jerziba war eingedeckt. Kann sein, sie ist über den Reitplatz getobt, beim Reinlaufen lassen vom Paddock. Aber dann hätte sie eher am Hals und zwischen den Beinen geschwitzt. Gurtlage kenne ich eher als cushingtypisch. Das war das erste Mal seit langem. Ich habe sie danach longiert und sie war sehr gehfreudig und hatte nicht ein feuchtes Haar, wurde kaum richtig warm. Auch beim Reiten schwitzt sie sonst nicht.

Auf hartem steinigem Boden ging sie in der letzten Woche manchmal etwas vorsichtig. Der Boden war sehr hart und trocken. Die Steine bzw. der Schotter war allerdings auch dicker als ihr Beschlag. Die Hufe zeigen noch immer leichte Wellen. Der Stoffwechsel ist noch nicht optimal. Aber durch Silicea konnte ich das Wachstum der Hufe immerhin etwas verbessern. Grasen gibts nur noch nach warmen Nächten für ca. 20 Min. Bei Regen gar nicht und nach kalten Nächten mal ein paar Minuten. Ich versuche dann Stellen aufzusuchen, wo das Gras im Baumschatten wächst. Vielleicht hat dies dann durch weniger Sonne auch weniger Fruktan einlagern können?

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. November 2007 um 18:49
Montag, 19.11.2007

Jerziba ist immer noch gut drauf. Sie hat jetzt 2 Flaschen Gladiator bekommen. In der 5 Tage-Pause bekam sie am 3ten Tag leichten Durchfall und vermehrt Kotwasser. Hatte etwas Kreislaufprobleme und war etwas müde. Kann aber auch am Wetter gelegen haben. Laut Aussage des Herstellers reagieren etliche Pferde so in der Pause. Das ließ erst wieder deutlich nach, nachdem ich die 2te Flasche bereits 2 Wochen gegeben hatte. Ich werde noch eine 3te Flasche geben. Diese aber auf Anraten des Herstellers nicht täglich, sondern erst alle 2 Tage, dann alle 3 Tage. Ansonsten wurde empfohlen, 2mal im Jahr eine 3 Monatskur zu machen. Ich entscheide das, wenn ich sehe, ob sie wirklich deutlichen Nutzen davon hat. Im Moment ist sie nicht deutlich besser drauf, als vorher. Es ging ihr ja schon vorher recht gut. Und Husten und Kotwasser hat sie immer noch häufig.

Sie ist wie gewohnt wetterfühlig. Reagiert oft auf kommendes Regenwetter mit Lustlosigkeit und es fehlt ihr dann an Kraft. Ist dabei aber häufig motivierbar, wenn sie warm wird. Die Atmung ist überwiegend gut. Der Husten ist jetzt bei dem naßkalten Wetter wieder häufiger, aber erträglich.
Sie frißt meist gut. Manchmal aber läßt sie noch Heu und Rübenschnitzel liegen. Die Rübenschnitzel mußte ich vor 10 Tagen auf 2 Portionen a' 1Ltr. (naß) verringern. Sie fraß sie einfach nicht. Ihr Futterzustand ist aber stabil. Offensichtlich hat sie keinen Hunger und braucht sie auch nicht unbedingt. Gras gibts nur noch selten für einige Minuten, da es zu kalt ist. Sie hat es akzeptiert ohne großes Gemecker.

Vor 3 Wochen habe ich noch einmal gegen die "innere Nässe" akupunktieren lassen. Seitdem sind ihre Beine absolut trocken, ebenso die Augengruben.
Das Fell hat sich bisher nicht weiter verändert. Es ist noch immer nicht sehr dicht und glänzt. Sie schwitzt nie und wird oft nicht mal richtig warm.
Beim Reiten im Gelände ist sie gehfreudig und ich muß sie meist zurückhalten, da sie im Trab oder Galopp begeistert rennen will. Einmal ist sie im starken Trab vorne in ein kleines Loch getreten und hat sich etwas vertreten. Sie lahmte nicht, aber das Bein war etwas angelaufen. Ta war gerade mal im Stall und meinte, ist die Sehnenscheide, die ist gefüllt. Habe sie dann 4 Wochen geführt und dann langsam wieder anlongiert. Ist alles abgeheilt. Seitdem bin ich vorsichtiger mit ihren Temperamentsausbrüchen und halte sie mehr unter Kontrolle.
Reiten in der Halle ist ja nicht so ihr Ding. Aber wenn sie Lust hat, ist sie sehr übereifrig. Es darf nur nie zu lange dauern.

Sie roßt nach wie vor nicht. Insgesamt macht sie einen munteren und gut gelaunten Eindruck. Sehr selten mal, daß sie ganz daneben ist. Wir gehen auch immer noch viel zu Fuß durchs Gelände in zügigem Tempo. Sie ist richtig flott geworden.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 18. Januar 2008 um 17:39
18.01.2008

So, einen Teil Winter haben wir ja nun schon überstanden.  :DIm Dezember hatten wir lange Frost und leider war ich die ganze Zeit mit einer nicht enden wollenden Grippegeschichte beschäftigt. >:( >:( Denn Jerziba war sehr gut drauf und leider konnte ich sie meist nur in der Halle frei oder an der Longe bewegen. Doch sie war sehr bewegungsfreudig und arbeitseifrig und machte die ganze Zeit gut mit und ich bedauerte es sehr, daß ich nicht reiten konnte. Auch bei einigen Spaziergängen war sie sehr lebhaft. Sie zeigte nur selten mal wenig Wassereinlagerungen und ihr Kreislauf und damit ihre Atmung waren gut und sie war belastbarer. Sie frißt nach wie vor gut, brauchte aber viel Energie wegen der Kälte, sodaß ich bis zu einer halben Tasse Öl ins Futter gegeben habe. Ihre Verdauung hat sich im Laufe dieser Zeit immer weiter verbessert und ist jetzt völlig normal. Kein Kotwasser mehr. Nur einmal am Freitag letzte Woche produzierte sie plötzlich jede Menge Kotwasser, aber ohne Durchfall. Dies war auch bei einem weiteren Pferd im Stall so. Am nächsten Tag war es wieder vorbei. Wetterbedingt? Ich füttere seit Anfang November morgens und abends eine Handvoll Ringelblumenblüten zu. Ob diese die Verdauung beinflußt haben? Gelesen habe ich, daß Ringelblumen auch bei Verdauungsproblemen helfen können. Gegeben hatte ich es wegen der gelben Farbe zur Stimmungsaufhellung, auf Anraten einer THP, die Farblichttherapie macht. Ihre Stimmung ist gut. Hängt aber auch vom Wetter ab. Und da ist wieder das Problem.  :o

Während der Frostperiode war der Stall vor allem nachts geschlossen. Dann wurde es wärmer und regnerisch und sofort bekam Jerziba wieder deutliche Probleme mit der Atmung, die sich bis jetzt nicht gebessert haben. Sie atmet kurz, schnell und meist mit leichtem Pumpen. Dazu fing sie an, vermehrt trocken zu husten. Einmal sah ich an den Nüstern klaren aber etwas zähflüssen Schleim. Und natürlich sind die Beine und die Augengruben wieder häufig wässrig. Ich versuchte es mit Bronchikum Tropfen, ihr zu helfen, da diese mir immer sehr gut helfen abzuhusten. Das ging leider nach hinten los. Sie hustete nun sehr viel und man hörte das Schleimrasseln in der Kehle. Jerziba scheint gegen Thymian allergisch zu sein. Das hatten wir kurz vor der Rehe schon mal. Da bekam sie wegen akutem Husten Antibiotikum und im Anschluß einen Hustensaft aus Kräutern und fing sofort wieder an zu husten. Der Ta meinte damals, ich sollte ihr diesen Saft nicht mehr geben, wegen möglicher allergischer Reaktionen. Dann kam die THP und machte wieder die Akupunktur gegen innere Nässe und dazu den Lungenpunkt. Beim Abhören fand sie Schleim in den Bronchien und der Luftröhre. Es gab was Schleimlösendes und was für die Leber ( Der Gamma GT war wieder grenzwertig. Das neue Blutbild stelle ich demnächst noch ein.) zum Regenerieren. Das Öl sollte ich trotzdem weiterfüttern, das würde den Gamma GT nicht beeinflußen, laut TA und THP. An den nächsten Tagen besserte sich der Husten sofort und seitdem ist es wieder wie vorher. Mal hustet sie etwas, mal nicht. Gestern kam wohl etwas heller Schleim wurde mir gesagt. Gesehen hab ich es nicht. Ich hatte ja eigentlich gedacht, daß die Hustenprobleme mit den anderen Symptomen zusammen verschwinden würden, aber vielleicht dauert es ja auch noch. So ganz durch ist sie eben noch nicht. Und ich weiß auch nicht, ob nicht was zurück bleibt, nach dem hohen ACTH Wert. Ich bin mit Jerziba gestern abend draußen durch die Feldmark gelaufen und da ist ganz klar der Anreiz zu gehen größer, als nach Wochen in der Halle. Sie hat nicht gehustet, die Atmung hörte sich frei an (Ohr an die Nase gehalten) und sie ging nach 20 Minuten Warmlaufen zügig vorwärts, trotz der Atemprobleme, die ich auch nicht so gravierend fand. Vielleicht hatte sie einen besseren Tag. Ein bißchen schwankt das auch. Die Atmung war vor und nach der Bewegung gleich, wie in den letzten Tagen oft. Teilweise war sie danach aber tiefer und gleichmässiger. Allerdings ist sie draußen deutlich gehfreudiger und verlangt keine Pausen, wie sie das in der Halle tut. Allerdings ist das Gehen in dem Sandboden auch sicher anstrengender, langweiliger allemal. Einmal bin ich geritten in der Halle und sie war sehr eifrig und hätte gern mitgemacht. Doch sie mußte ständig stehen bleiben um wieder zu Atem zu kommen. Am Wochenende soll es noch wärmer werden. Ich fürchte dann wird sie noch schlapper sein.  :(

Jetzt haben wir einen großen Teil der Cushingprobleme in den Griff bekommen und die blöden Atemprobleme kommen immer wieder. Dazu muß ich sagen, daß Jerziba diese Kurzatmigkeit in Verbindung mit dem Wetter bereits mit 5 Jahren zeigte. Vor allem im Sommer kroch sie in den folgenden Jahren bei Ausritten im Schritt hinter dem Pferd meiner Freundin her und kein TA konnte mir sagen, was das Problem ist. Alle meinten, sie wäre halt wetterfühlig. Jetzt im Zusammenhang mit dem Cushing wurden die Atemprobleme aber deutlich stärker und häufiger. Bereits im Sommer vor der Hufrehe, also etwa ein Jahr vorher war es schon sehr störend. Da stand sie auf der Weide und atmete kurz und schnell, sodaß ich oft nur mit ihr spazieren ging, statt sie zu reiten. Im Sommer war sie dank der Weide dann auch bald schon zu gut genährt. Ich frage mich, ob es nicht auch mit der Ernährungssituation zusammen hängen könnte. Im Moment hat sie wieder etwas zugenommen. Man sieht die Rippen noch immer, aber insgesamt sieht sie runder aus. Das hatten wir ja im Sommer schon mal. Als sie runder wurde, kam das Wasser in den Beinen. Und dies ist ja oft eine Folge von Kreislaufproblemen. Und sie zeigt Symptome von zu niedrigem Blutdruck, reagiert meist, wenn auch ich mit meinem niedrigen Blutdruck Schwierigkeiten habe. Braucht lange, bis der Kreislauf hochgefahren ist. Insgesamt ist sie aber meist wach und neugierig im Umgang und kommt auch mit den anderen im Galopp vom Auslauf zurück.

Ich habe ein Blutbild machen lassen, um jetzt im Winter zu sehen, sie sich das darstellt. ACTH ist bei 14,9, im Mai bei 19,2. Mangan 1,9 Mai 1,6, die anderen Werte unauffällig, endlich auch Harnstoff normal, war imemr zu niedrig, Spurenelemente OK,Gamma GT auf 30. Das müssen wir im Auge behalten, Glucose minimal über dem Referenzwert. Allerdings wurde das Blut ca. 2 Std. anch dem Füttern genommen, das wäre dann noch Ok, sagen Ta und HP. Wie gesagt, das stelle ich demnächst unter Blutbilder ein.

Eine dritte Flasche Gladiator habe ich ihr noch gekauft und alle 3 Tage gegeben. Insgesamt kann ich nach Durchsicht meines Tagebuches aber keine wirkliche Veränderung feststellen. Es ging ihr ja auch vorher schon besser und ich hatte eigentlich gehofft, daß ich den Zustand stabilisieren könnte. Die versprochene Energie und Ausdauerfähigkeit haben sich nicht eingestellt. Die Vertriebsfirma kann sich das nicht erklären und wir haben besprochen, deshalb im Mai noch eine Blutanalyse zu machen, um dabei herausfinden zu können, wo das Problem wirklich liegt. Ich hoffe auch auf die warme Jahreszeit. Da ging es ihr letzten Sommer ja doch deutlich besser.

Den Gladiator habe ich aber versuchsweise mal meinen Kaninchen gegeben. Teddy ist knapp 7 Jahre alt und man sieht ihm an, daß er ein älterer Herr ist. Lotte ist knapp zwei und war endlich aus ihrer Flegelphase raus. Beide haben nach 2 Wochen positiv reagiert. Teddy ist energischer und setzt sich wieder voll als Chef durch und sieht zufriedener und energiegeladener aus und Lotte weiß leider nicht wohin mit ihrer Energie. ;D

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 01. Februar 2008 um 18:42
01.02.2008

Hallo,

ich hab endlich mal wieder Fotos eingescannt. Die Fotos sind vom Spätsommer. Sie ist zur Zeit vielleicht etwas dicker. Leider nimmt mit dem Auffüttern sofort das Fettpolster am Mähnenkamm wieder zu, sodaß da Grenzen gesetzt sind. Das Fell ist winterlich länger, aber sehr deutlich weniger lang und dicht, als vor der Pergolid Behandlung. Sonst kein großer Unterschied.

LG
Maria






















Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 15. Februar 2008 um 17:17
Freitag, 15.02.2008

Jerziba blieb weiterhin schlapp, müde, kraftlos und atmete häufig zu schnell und über den Bauch, obwohl es ihr sonst eigentlich gut ging. Einmal war sie sogar asthmatisch. Beim Bewegen wurde das zwar fast immer besser, aber an Reiten war nicht zu denken und oft hatte sie nicht mal Lust, sich überhaupt zu bewegen. Und sie fühlte sich so nicht richtig wohl. Da die letzte Akupunktur auch nichts gebracht hat, habe ich sie nun von einer TCVM Ärztin behandeln lassen.

Sie wird jedes Mal komplett durchgecheckt und bekommt eine spezielle auf ihre jeweiligen Störungen abgestimmte Akupunktur mit nur einer Nadel (nach Christian Torp) und dazu Laserakupunktur. Zunächst nur, um sie zu stärken, da sie für Ausleitungen noch zu schwach ist. Außerdem soll ich drei Punkte akupressieren. Sie reagierte extrem heftig mit Erstverschlimmerung und ist jetzt nach der zweiten Behandlung deutlich besser drauf. Sie ist Kräftiger, ausdauernder, die Atmung ist deutlich besser, der Husten hat deutlich nachgelassen. Dafür kommt jetzt manchmal wenig cremfarbener Schleim aus den Nüstern, sogar ohne zu Husten. Sie schnaubt sogar wieder mal, statt zu husten.

Dabei ist mir deutlich aufgefallen, daß sie ganz besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und nassem Wetter schlechter drauf ist, was laut Ta typisch für ihren Zustand ist. Sie braucht viel Wärme und ich lege ihr abends unter die Decke eine Wärmflasche in die Lendengegend. Alles Nasse bekommt ihr nicht. Selbst Beine abspritzen haßt sie und soll sie auch nicht haben. Bei trockenem Wetter mit trockener Luft ist sie sofort besser drauf. Ihre Laune ist seit einer Woche wieder besser drauf bis euphorisch. Außer Montag ist sie seit Sonntag richtig gut drauf. Gestern hat sie bei der Bodenarbeit und an der Longe wieder ihr Bestes gegeben und wollte richtig arbeiten und natürlich toben. Klar braucht sie noch viele Pausen, aber sie war eifrig. Dabei blieb die Atmung fast normal. Kein Husten.

Sie ist trocken an Beinen und Augengruben. Allerdings scheint sie noch so einiges abzubauen. An zwei Tagen hatte sie plötzlich dick angelaufene Hinterbeine und leichte Schorfstellen, wie bei Mauke. Die Ta sagte, sie würde sicher anfangen, nach dem Zwiebelprinzip der Reihe nach alle nicht wirklich ausgeheilten Probleme noch abzuarbeiten. Am dritten Tag waren die Beine völlig trocken und blieben es auch.

Heute hat sie die dritte Akupunktur bekommen. Wegen der starken Reaktion darauf will die Ta den Abstand auf 3 Wochen erhöhen, damit Jerziba genug Zeit hat, um zu regenerieren. Bis jetzt bin ich mit der Behandlung zufrieden und optimistisch, daß auch die längere Tageshelligkeit dazu beiträgt, daß sie wieder fit wird.

Sie fängt leicht an zu haaren. Seit der Akupunktur hält sie ihr Gewicht besser. Verdauung ist OK, nach der Aku ein paar Tage Kotwasser. Bin am letzten wochenende im Gelände eine paar Mal kurze Strecken geritten. Dabei war gehfreudig, aber nur kurz. Dann mußte ich wieder absteigen. Wir waren aber 3 Stunden unterwegs und sie war nicht müde.  

Am dritten Tag nach der ersten Aku bin ich ein kleines Stück im Gelände geritten und Jerziba stolperte öfter und war schlapp und hustete und trabte an, Nase tief und lag dann plötzlich auf beiden Karpalgelenken. Bevor ich das zu Ende denken konnte stand sie wieder. Keine Ahnung, ob ihr einfach die Beine weggeknickt sind oder sie am Boden irgendwo gestolpert war, hab nichts bemerkt. Bin dann zu Fuß weitergegangen und sie wirkte wach und munter. Deshalb soll sie jetzt die ersten drei Tage Arbeitspause haben, nur Bewegung.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Pony am 17. Februar 2008 um 10:58
Blutbilder

http://www.hufreheforum.de/bilder/blutbild-jerziba-01.pdf

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 21. Februar 2008 um 15:31
Donnerstag, 21.02.2008

Hallo,

die ersten drei Tage nach der Akupunktur ging es Jerziba diesmal deutlich besser. Sie war vor allem müde, aber sonst deutlich weniger Reaktion. Aber wir waren trotzdem am Wochenende je 2,5 Stunden unterwegs zu Fuß. Und sie ist fleißig gegangen. Wir sind weit gekommen :-). Hatten noch ein zweites Pferd dabei, das zieht ja ein bißchen mit.

Am Montag war sie richtig gut drauf an der Longe und bei der Bodenarbeit. Hat ein bißchen gebockt und ist gut vorwärts gegangen. Und ich hab mich gefreut, daß es nun doch langsam besser wird.

Ja, und dann seh ich gestern abend eine deutliche Schwellung innen am Vorderbein. War noch weich und etwas warm. Sie hat sich offenbar wieder mal angeschlagen. Das macht sie, wenn sie sich hastig auf der Hinterhand wegdreht. Mir hat sich gleich der Magen zusammen gekrampft. Ich seh sie schon mit Sehnenschaden monatelang in der Box stehen   :'(:(. Hatte das Pferd meiner Freundin gerade. Heute morgen war die Schwellung kleiner, dafür so gelartig, so zwischen Fesselträger und Röhrbein. Der Ta kommt heute abend und ich hoffe, daß es harmlos ist.

Meine Freundin meint, ich sollte Jerziba nur noch mit Gamaschen auf den Auslauf stellen. Doch das ist ja so harmlos auch nicht, denke ich. Was ist, wenn die richtig naß werden? Matsch darunter kommt? Wir haben ziemlich tiefe und matschige Ausläufe, wenn es länger  regnet. Scheuert das? Wird die Haut irgendwann wund? Auf jeden Fall leidet doch die Durchblutung hab ich gelesen. Ist das bei Rehepferden dann überhaupt angebracht? Macht hier jemand sowas, Pferd mit Gamaschen in den Auslauf?  Unsere Stallbesitzerin macht das zwar, aber das Pferd ist maximal zwei Stunden draußen und in einem extra kleineren Auslauf, der trocken ist.
Irgendwie müßte das nicht auch noch haben, jetzt wo das Wetter besser wird  :(

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 27. Februar 2008 um 15:46
27.02.2008

Hallo,

was für ein Glück, der Ta hat an dem verletzten Bein nichts Negatives gefunden. Traumeel und Dolobene war genau richtig. Nach 5 Tagen sollte die Schwellung zurück gegangen sein. Ist sie auch, aber noch nicht völlig. Aber das Bein ist unauffällig.

Am Wochenende war Jerziba gar nicht gut drauf. Das Wetter muß sehr belastend gewesen sein. Es war auch zu feuchtwarm. Wir haben am Samstag eine kleinere Runde genommen und ich hatte den Sattel aufgelegt. Sie ging anfangs sehr langsam und ich bin erst wieder gelaufen und dann ein Stück Schritt geritten, wobei sie sehr triebig war. Später an einem Hügel bin ich noch mal geritten und sie wollte gerne laufen. Stolperte aber im Trab mehrfach und brauchte einige Pausen. Ich fand sie zu schwach zum Reiten und bin sehr bald abgestiegen.
Am Sonntag ging sie noch langsamer im Schritt. Ich bekam sie kaum in Gang, mußte direkt ziehen. Die Atmung war nicht schlecht, etwas kurz, aber nicht so über den Bauch. Hab sie dann immer mal antraben lassen, indem ich schneller ging. Das machte sie willig und überholte mich sogar noch. Zur Motivation hab ich sie dann ein bißchen Trab-Halt-Rückwärts-Schritt-Trab Wechsel gehen lassen und sie war gut gelaunt bei der Sache. Dafür ging sie danach noch langsamer im Schritt und irgendwie schlapp und wackelig und ich hörte sie atmen. Das schien sie doch angestrengt zu haben. Ich beobachtete sie, fand aber nichts wirklich Auffälliges. Auf dem Rückweg durchs Dorf, sah ich dann, daß sie lahmte. Sie zog das linke Hinterbein nach, winkelte es kaum an, als ob sie es nicht heben könnte. Im Stall dann, schlief sie am Anbinder, das Bein angewinkelt. Es war an dem Bein oder im Rücken nichts zu finden. Sie fraß dann auch ihre Schüssel mit dem Trofu nicht leer. Am nächsten Tag hörte ich dann, daß sie sich wohl gleich hingelegt hatte, nachdem ich weg war (bloß gut, sonst hätte ich mir wieder mega den Kopf gemacht)  und ca. eine Stunde geschlafen hatte. Sie ließ sich auch von der Frau, die sich neben sie hockte, nicht stören und zum Glück hat sie sie auch liegen lassen. Danach hatte sie dann alles aufgefressen.
Ich habe sie an den folgenden Tagen nicht mit den anderen in den Auslauf gelassen, damit das Bein und sie Ruhe bekommen und am Montag abend war sie ziemlich zapplig, als sie mich sah. Wir sind dann 20 Minuten um das Dorf gegangen und sie war munter und lief unauffällig. Gestern war sie schlecht gelaunt. Die Rosse war vorbei und sie wollte nicht angefaßt werden. Anfangs war sie wieder lustlos unterwegs, doch nach 15 Minuten Gehen wurde sie wacher und ihre Laune wurde besser. Die Atmung war danach gleichmässig.
Heute abend werde ich sie an die Longe nehmen und sehen, ob sie normal geht und dann kann sie morgen wieder in den Auslauf.
Es scheint so, als ob sie am Wochenende eine heftige Schwächephase gehabt hat. Anders kann ich mir das nicht erklären. Allerdings ist mir auch unklar, warum sie sich überhaupt seit Januar in diesem Zustand befindet, da sie bis Ende Dezember richtig gut drauf war. Denn eigentlich geht es ihr grundsätzlich gut. Am Samstag hat sie das erste Mal seit September 2007 Jahr wieder gerosst. Das funktioniert also auch wieder. Und sie nimmt endlich wieder zu. Ich reduziere langsam das Zusatzfutter. Sie will unbedingt grasen und ich hab ihr ab und an mal 5-10 Minuten erlaubt und hoffe, daß ihr das nicht schadet. Es fehlt ihr so.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 06. März 2008 um 18:06
Donnerstag, 06.03.2008

Irgendwie haben wir die Arschkarte gezogen. Einen Tag war Jerziba wieder normal mit auf dem Paddock und abends kam der Huftechniker. Beim Ausschneiden hinten passierte es dann, ein dicker Blutstrahl floß und es bildete sich schnell eine Blutlache. Er sagte, sie hätte gezuckt, als er das Messer angesetzt hatte. Sie bekam einen dicken Verband und der Ta kam am nächsten Tag und sagte, da ist ein großes Stück der Huflederhaut freigelegt. Er hat ein Pulver draufgetan, was die dünne Haut schneller härten soll. Kriegt man alles wieder hin, aber, sie muß in der Box bleiben. Laufen geht gar nicht, eh schon nicht, wegen dem Verband. Der wurde heut zum dritten Mal gewechselt (ist heute genau eine Woche her) und am Samstag abends gibts dann hinten auch Beschlag mit einer Platte zum Schutz der Sohle bzw. des Strahls. Jerziba trug es mit Fassung, behielt ihr gute Laune, war ruhig und vertrieb sich die Zeit mit Fressen. Das Müsli hatte ich aber reduziert. Sie hat wieder abgenommen, aber das hatte sie in Reserve.
Gestern war sie nicht gut drauf, etwas depressiv und kurzatmig. Klar, der Wetterumschlag macht ihr zu schaffen.
Sie hat immer noch mehr oder weniger angelaufene Hinterbeine, vorne nicht und die Augengruben reagieren auch auf das Wetter. Gestern waren sie weniger trocken. Das liegt nach Aussage der TCVM Tä alles an ihrer Schwierigkeit mit dem Wasserhaushalt. Die Box ist sehr naß jetzt, da sie ja auch den ganzen Tag drin steht. Und sie bekommt nasses Heu. Evtl. trägt das auch dazu bei.
Das noch immer leicht tränende linke Auge ist besser geworden.
Sie hustet sehr wenig. Allerdings bei feuchter Luft etwas mehr.
Wegen der Verletzung hat ein AB gespritzt bekommen. Am Dienstag hatte sie deutlich Kotwasser, Verdauung etwas feuchter, als normal. Ist aber oft so. Hab ihr dreimal Nux vomica gegeben. Gestern kein Kotwasser mehr. Dafür hat sie ihr P A Senior nicht gefressen. Vielleicht, weil das Müsli fehlt.
Sie haart jetzt stärker. Da ihr Fell aber ziemlich dünn ist, sie hat keine Unterwolle, ist ja immer eingedeckt, hält es sich noch in Grenzen, eigentlich so, wie bei den meisten Pferden. Das Fell sieht glatt und glänzend aus. Eine andere Stute mit sehr dickem Fell, haart schon heftig.
Morgen bekommt sie wieder eine Akupunkturbehandlung.
Hoffentlich hört das wieder auf mit den blöden Beinproblemen. Jetzt, wo der Winter bald vorbei ist.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 10. März 2008 um 18:56
Montag, 10.03.2008

Hallo,

am Freitag gabs wieder die Akupunktur. Die TCVM Tä fand, daß Jerziba schon stabiler ist. Sie reagierte deutlich schwächer bis gar nicht. Bekam drei Nadeln gesetzt und reagierte auf den Lungenpunkt mit einmaligem Husten. Sehr erfreulich war, daß sie diesmal danach nicht so extrem müde und schlapp war, wie die letzten Male.

Am Samstag war ich mit Jerziba das erste Mal wieder draußen, bin über den Reitplatz in die Halle gegangen. Da war es laut, hinter der Halle wurde gearbeitet. Das nahm sie zum Anlaß, den wilden Araber raushängen zu lassen  :D. Nach dem zweiten Mal Wälzen schien sie kaum hochzukommen. Doch das täuschte, sie mußte sich nur richtig spannen um dann aus dem Liegen senkrecht in die Luft zu gehen und zu bocken. Kam allerdings nur bis zum Strickende  ;D. Später hat sie dann hinten auch einen Beschlag bekommen, um die Sohle zu schützen. Aus Sicherheitsgründen müssen wir hinten mit Kunststoff beschlagen. Wir haben nun das Neueste vom Markt. Ca. 12 mm fester, elastischer, klarer Kunststoff mit einer dünnen Stahlseele. Dadurch bekommen die Nägel mehr Halt, das Teil kann sich nicht verziehen, aber der Hufmechanismus bleibt voll erhalten. Dadurch eignet es sich auch für Pferde, die beim Gehen nicht ganz regelmässig auffußen. Außerdem haben wir die geschlossene Variante.

Am Sonntag ging es dann zu Fuß nach draußen ins Gelände. Sie war völlig begeistert. Als ob sie Jahre nicht draußen gewesen wäre. Wollte immer wieder traben. Nach zwei Stunden, in denen sie zügig und gehfreudig gegangen war, wollte sie eigentlich noch nicht zurück. Es war so schön zu sehen, wie wohl sie sich fühlte  :) :) :) Leider ist sie im Trab einmal böse gestolpert. Ich befürchtete schon, sie legt sich wieder auf die Nase. Komisch, das hatten wir so bisher eigentlich sehr selten. Ich hoffe doch, das wird nicht schlimmer.
Heute nachmittag hat sie beim Reinlaufenlassen vom Paddock alle überholt und auf dem Reitplatz aufgemischt. Wollte gar nicht wieder aufhören. Dabei habe ich gestern auf dem Barometer gesehen, daß der Luftdruck stark gefallen ist. Sie ist trotzdem ziemlich gut drauf. Wie belastbar sie dabei ist, weiß ich aber nicht. Das werde ich morgen bei der Bodenarbeit  ausprobieren. Bin mal gespannt, wie lange das nun so bleibt.
Gestern hatte sie eine ziemlich breite Spur Kotwasser am Bein und sehr matschige Verdauung. Ich denke, daß es wieder die Folge der Akupunktur sein wird. Ebenso hustete sie einige Male. Aber kein Vergleich zu vorher, besonders, nachdem sie ja fast zwei Wochen gestanden hat. Die Hinterbeine waren weniger angelaufen und nach der Bewegung fast völlig klar.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 17. April 2008 um 17:53
Donnerstag, 17.04.2008

Jerziba ist immer noch stabil  :). Bei der letzten Akupunktur reagierte sie wieder leicht mit Nasenausfluß und etwas Kotwasser. Aber auch mit deutlichem Energieschub. Dies und der Beschlag an den Hinterhufen haben sie zur Rennmaus mutieren lassen  ;). Wir reiten oft aus. Dabei sind wir bis zu 2,5 Std unterwegs. Davon reite ich 30 bis 40 Minuten. Danach schwächelt sie und will, daß ich absteige. Aber solange ich draufsitze geht die Post ab. Ich muß mein Pferd zurückhalten!!!!! Der Boden ist so naß, daß wir nur im Jog traben können. Das geht auch, wenn ich mich durchsetze. In der Halle zeigt sie deutlich weniger Gehwillen, aber das kennen wir ja schon.

Ich war ja immer gegen Beschlag. Aber ich habe eingesehen, daß es auf unseren Schotterwegen dauerhaft nicht geht. Die Vorderhufe unter den Eisen sind in 6 Wochen richtig schön nachgewachsen. Die Hinterhufe ohne Eisen sind zwar steinhart. Aber die Sohle war so abgelaufen, daß sie ganz dünn war und keine Wölbung mehr im Huf. Dazu die äußere Hälfte kürzer als die innere. Da blieb nichts mehr zum Korrigieren. Jetzt mit Beschlag ist die Sohle wieder dicker und hat eine leichte Wölbung und wächst gleichmässig runter. Sie läuft mit dem Rundumbeschlag auf jedem Boden wie auf Gras. Barhuf hielt sie sich immer im Rücken fest, sodaß ich auf hartem Boden grundsätzlich absteigen mußte. Ich kann jetzt auf jedem Boden reiten und sie geht locker und viel schwungvoller als früher. Sicher hat auch die Akupunktur dazu beigetragen.

Der Husten hat deutlich nachgelassen. Bei trockenem Wetter haben wir oft eine Atemfrequenz von 16  :D. Bei sehr nassem Wetter hat sie aber noch immer Probleme mit dem Wasserhaushalt. Die Verdauung ist bestens. Kein Kotwasser. Sie hat abgelehnt, weiterhin Pre Alpin Senior zu fressen. Sie bekommt noch 1 Liter Low Glycaemic verteilt auf 3 Mahlzeiten und sonst nur Heu und je 2 Möhren, einen halben Apfel für Schüssler Salz und Pergolid und 1-2 Eßlöffel Apfelessig Damit hält sie ihr Gewicht genau zwischen dünn und schlank und fühlt sich wohl dabei. Sie reagiert viel weniger auf das Wetter. Und wenn wir zu Fuß gehen, komme ich im Trab oft kaum noch mit.
Leider hat sie seit einer Woche Mauke an den Hinterbeinen und muß im Stall bleiben. Der Schorf ist aber abgefallen und ich denke, ab Montag kann sie wieder raus. Sie hat immer noch gute Laune. Die Beine waren die letzten Wochen normal schlank. Jetzt sind sie natürlich wieder etwas angelaufen, aber schon besser. Leider haben wir Lehmboden und da hält sich das Wasser extrem lange. Der Paddock ist total schlammig. Am Tag als der Huftechniker da war, hatte sie morgens dort bereits einen der hinteren Beschläge verloren.

So, jetzt gehts auf zu einer großen Runde durch die Botanik und hoffentlich ohne Regen!

LG
Maria



Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 18. April 2008 um 16:45
Freitag, 18.04.2008

Heute morgen gabs wieder Akupunktur. Jerziba machte eindeutig ein ablehnendes Gesicht, als die die Tä sah.  ::) Sie wußte ganz klar, was auf sie zukam  ;D. Reagierte anfangs auch überall erstmal ablehnend. Doch dann zeigte sich, daß nur noch ein Punkt schmerzhaft reagiert  :D :D. Der, welcher für Niere und den Wasserhaushalt zuständig ist. Und da hängt auch die Lunge mit drin. Das Wasserproblem ist angeboren, damit hat sie schon immer Probleme, aber durch das Cushinggeschehen ist das halt sehr verstärkt. Die TCVM Tä macht demnächst Fortbildung in chinesischen Kräutern. Dann will sie die Akupunktur damit unterstützen. Bin ja mal gespannt.

Gestern abend bin ich dann doch lieber in der Halle geritten. Es war draußen sehr kalt und die Luft bestand eigentlich nur aus Wasser. Extrem ungemütlich. Jerziba hatte hörbar viel Schleim in den Atemwegen durch die feuchte Luft. Die Atmung war insgesamt aber nicht schlecht und ich dachte, ein guter Test zu sehen, wie sie geht, wenn sie nicht so gut drauf ist. Sie hatte weniger Kraft, aber war sehr willig und fleißig. Wir haben überwiegend Aufgaben im Schritt geritten. Sie wollte keine Pause  :D. Leider hustete sie sehr viel und konnte sich daher nicht so gut konzentrieren und schlampte etwas. Das ärgerte sie selbst  ;). Ich war aber trotzdem zufrieden, weil sie 25 Minuten durchgehalten hat, bevor sie sagte, es reicht jetzt, kann nicht mehr. Denn das ist für dies Wetter schon richtig gut.

Und hier noch Fotos vom 28.02.08, ein Tag nach ihrem 17ten Geburtstag und hochrossig :)

LG
Maria











Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 21. April 2008 um 16:38
Montag, 21.04.2008

Hallo,

am Freitag abend hat Jerziba zusammen mit der Stute meiner Freundin auf dem Reitplatz die Sau rausgelassen. Die beiden haben alles gegeben  :D. Sie hat wenig gehustet und nicht besonders gepumpt. Geschwitzt gar nicht. Am Samstag waren wir zu Fuß eine große Runde und ich mußte mein Pferd ein paarmal energisch zur Ordnung rufen, weil sie mich zog. Bisher war es öfter umgekehrt  ;D. Danach war ich doch etwas geschafft, mein Pferd nicht...
Sonntag war es warm und sonnig und ich hab schon mal den Sattel mitgenommen. Solange ich nebenher lief, war sie ruhig. Doch nachdem ich drauf saß, ging es ab wie der Wind. Wir sind anfangs im starken Trab, später im Renntrab über die Wege geflogen und es war schöner als Fliegen :D :D. Zwischendurch gabs immer mal einen Happen Gras und sie wußte, wenn sie sich beeilt, ist das Gras am nächsten Stopp auch noch da ;).
Auf den Fotos seht ihr sie bei der letzten Freßpause, bevor wir zum Stall zurück gingen. Sie sieht so jung und glücklich aus, wie in unseren ersten gemeinsamen Jahren.  :)

LG
Maria






Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 28. April 2008 um 18:11
Montag, 28.04.2008

Hallo,

in der letzten Zeit nimmt Jerziba wieder ab. Ich vermute, daß das Heu nicht genügend Energie enthält, da auch einige andere Pferde abgenommen haben.  Dazu kommt der Haarwechsel und daß ich wieder mehr reite. Leider hat sie im Winter nach der Ölzufütterung ein Ansteigen der Lerberwerte gezeigt, sodaß ich das nicht wieder einsetzen möchte. Im Moment nimmt sie wieder etwas Rüschnis mit Apfelessigwasser aufgeweicht. Mal sehen, wie lange. Blöd, wer arbeitet, braucht ja auch Energie. Aber es bleibt uns kaum was, was sie verträgt. Von Luzerne bekam sie Probleme mit Wassereinlagerungen. Das Einzige, was wir noch nicht hatten, ist Sojaextraktionsschrot. Den kann ich hier leider nur sackweise kaufen    >:(. Im Moment hab ich das Low Glycaemic etwas erhöht.

Da es ihr sonst gut geht,  haben wir am Sonntag den Anhänger rausgeholt und sind mit den zwei Pferden ein Stück in die Heide gefahren. Jerziba war schon bei der Ankunft an Hals und Brust verschwitzt.   :-? Sie war also innerlich aufgeregt, zeigt das aber äußerlich nicht. Sie schien ruhig zu sein. Aber ich kenne sie. Sie geht gern in fremde Umgebung, aber natürlich ist das immer mit etwas Aufregung bzw. Anregung verbunden, wenn auch positive. Beim Reiten war sie erst ganz euphorisch, doch durch die Wärme hatte sie nicht so viel Kraft, wie sie erst dachte. Im Schritt ging sie aber zügig und ich bin ca. 40 Minuten geritten, jeweils ca. 20 Minuten und dazwischen gelaufen. Insgesamt waren wir knapp zwei Stunden unterwegs. Sie hustete einige Male anfallsweise und produzierte etwas dünnflüssigen, aber gelben Schleim. Ich vermute, sie hat sich nun doch noch angesteckt. Dabei blieb es aber und heute zeigt sie diesen Husten nicht mehr und auch keinen Schleim. Die Atmung ansich war gut, kein Pumpen. Sie war sonst gut drauf und gehfreudig.

Sie äppelte sehr häufig, die Äppel wurden matschig, sie pinkelte zweimal und auf dem Rückweg merkte ich, sie wurde etwas nervös, guckte viel umher und verspannte sich. Da der Sommer erst noch kommt und wir eigentlich gern noch einige Male fahren wollten, mach ich mir jetzt Gedanken, ob diese Art von Streß für ein Cushing Pferd schädlich sein kann. Jerziba hat keine Angst, aber sie regt sich doch etwas auf, was man am Schwitzen sieht und an der Anspannung. Sie hatte am Hals, an der Brust und unter dem Sattel geschwitzt. Bei unserem Ausritt am Samstag war sie dageben völlig trocken geblieben. Die Verdauung war heute wieder normal. Sie verhielt sich normal. Da sie das von vor der Rehezeit kennt, da sind wir öfter gefahren, ist das nichts Neues für sie, nur jetzt eben ungewohnt. Ich könnte mir vorstellen, daß sie sich wieder dran gewöhnt, denn es hat ihr immer Spaß gemacht.

Wie seht ihr das? Könnte diese Art von gelegentlichem Streß ihr schaden? Wenn ja, was kann das auslösen?

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 06. Mai 2008 um 15:34
Dienstag, 06.5.2008

Am Sonntag bin ich ausgeritten. Wir hatten Sonne pur und es war trockene, frische Luft. Ideales Wetter für Jerziba. Der Husten schien besser zu sein und sie war gut drauf. Nachdem sie wach war, lief sie fleißig und kraftvoll. Sie ließ sich gut versammeln und ging sehr losgelassen. Galoppierte gut gelaunt einen Hügel hoch.  :D
Sie pumpte nicht und bekam gut Luft. Hustete allerdings viel Schleim ab. Und sie hatte abgenommen. Sie haarte auch sehr.

Am Montag hustete sie weniger. Dafür röchelte und stöhnte sie vorher viel rum, bei dem  Versuch, den Schleim loszuwerden, der jetzt weniger, aber zähflüssiger wurde. Atmete gut und pumpte nicht.

Die TCVM Ärztin war heute da und sagte, Jerziba ist sehr verschleimt. Sie hat einige Nadeln gesteckt und einige Stellen gelasert. In den nächsten 3 Tage wird Jerziba viel husten und abschleimen. Nach einer Woche will sie sie nochmal abhören. Ich hoffe, daß es dadurch wirklich bald wieder besser wird.

Die anderen Pferde im Stall gehen seit dem 1. Mai auf die Hausweide zum Angrasen und Jerziba wußte es sofort, ohne daß sie es gesehen hätte und will ebenfalls immer sofort grasen, wenn ich mit ihr rausgehe. Sie denkt an nichts anderes. Longiere ich sie auf dem Reitplatz, bleibt sie leicht stehen, um am Rand zu fressen oder  driftet zum Ausgang Richtung Weide.
Seitdem frißt sie schlechter ihr Heu. Gestern hatte sie ihr Müsli kaum angerührt. Das Heu verstreut sie in der ganzen Box, aber frißt nur wenig. Gestern abend fraß sie immerhin noch das schöne Heu aus den kleinen Ballen, die ich extra kaufe.  
Heut mittag, als ich sie nach der Akupunktur verließ, fraß sie lieber das Heu aus dem Rundballen. Später sagte meine Freundin, sie steht in der Box und frißt gar nichts. Das Futter liegt nur rum.  :o >:(

Ich frage mich wieder mal, ob ich Jerziba wirklich einen Gefallen tue, wenn sie so leben muß. Einerseits will sie leben, aber andererseits nicht so. Es macht ihr was aus, daß sie nicht mit den anderen grasen kann, sondern zusehen muß. Ich denke, sie dachte, in diesem Jahr wird das anders sein, daß sie wieder mit raus darf. Denn in den letzten Wochen war sie zufrieden mit der Welt, wenn sie ihre 15 Minuten Gras bekam.
Kaum, daß es mal gut läuft, geht wieder was schief. Keine Ahnung, wie ich sie diesmal wieder ans Fressen kriegen soll. Alles, was wir schon mal hatten, lehnt sie ab. Es ist wirklich nicht leicht, wenn das Tier nicht mitspielt.  :'(

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 28. Mai 2008 um 19:01
Mittwoch, 28.05.2008

Vor zwei Wochen war unser Haustierarzt da. Jerziba war sehr verschleimt. Aber noch schlimmer war das Pfeifen in den Bronchien.  :o. Sie hatte einen Bronchospasmus. Bekam ein Antihistamin gespritzt und eine Dose VentiPlus. Das hat sie gut vertragen. Ich habe ihr Nux vomica dazu gegeben, damit ihr Darm mitspielt.
Sie hustete an den folgenden Tagen locker und feucht und viel Schleim ab. Die spastische Atmung verbesserte sich aber nicht genug. Bei feuchter Luft atmete sie wieder vermehrt über den Bauch.
Die Schleimprobe ergab keine pathogenen Keime. Ta sagte, wir könnten von einer Allergie ausgehen. Im Moment hat er viele Pferde mit Pollenallergie. Wäre dies Jahr sehr schlimm.
Am vorletzten Wochenende bin ich mit ihr durchs Gelände gegangen und ein Stück geritten. Sie war sehr gut gelaunt und wollte rennen. :D. Doch alle 50 meter bekam sie einen heftigen Hustenanfall und ich stoppte sie. Danach rannte sie freudig wieder los bis zum nächsten Hustenanfall. Schließlich atmete sie laut und keuchend :o. Nach einiger Zeit hörte sie auf zu husten und ging sehr flott vorwärts.  :)
Atmete aber immer noch hörbar. An den folgenden Tagen bin ich nur noch mit ihr gegangen, da die Luftfeuchtigkeit hoch war und sie schon dabei hörbar atmete  :( >:(.
Als das Venti nach 13 Tagen zu Ende war, das war am Montag, kam der Ta wieder zum Abhören. An dem Tag war gerade wieder extrem hohe Luftfeuchtigkeit und er meinte, sie hat immer noch bzw. wieder den Bronchospasmus  >:(. Die Lunge ist angegriffen, aber die Lungenbläschen sind noch intakt. Das wäre jetzt so grenzwertig. Als Cushingpatient kann er ihr ja kein Cortison geben, das hier Mittel der Wahl wäre, um sie da rauszuholen  >:(. Er hat ihr ein Antihistamin gespritzt, kann frühestens nach 8 Wochen , wiederholt werden. Die optimale Wirkung tritt nach 5 Tagen ein. Das ist am Freitag.  Wenn das hilft, könnte man das alle 8 Wochen spritzen, solange es nötig ist. Wenn nicht, tja, dann müssen wir uns was überlegen... Was, hat er nicht gesagt...  :(
Danach bin ich mit ihr eine gute Stunde zu Fuß gegangen und sie hat die ersten 40 Minuten nahezu ununterbrochen gehustet. Danach wurde es deutlich besser, als der Schleim draußen war. Es tut mir in der Seele weh, sie so zu sehen. Wir haben ja schon einiges durch, aber das ist echt schlimm  :'(.

Heute auf dem Paddock hustet Jerziba tiefer und schwerer, als bisher. Aber in Ruhe nicht besonders oft. Mal sehen, wie das nachher beim Bewegen ist.

Ich mache mir echt große Sorgen. Jerziba hat während der Ventigabe sehr abgenommen. Sieht auf Rücken und Kruppe extrem eckig aus, hat da kaum noch Muskeln. Hals, Schultern, Beine, Oberschenkel sind sehr schlank, aber geht noch. Ta sagt, dünner sollte sie jetzt nicht mehr werden. Natürlich frißt sie auch jetzt ihr Low Glycaemic nicht mehr. Also habe ich Eggersmann Revital Cubes geholt. Die nimmt sie gern. Ich mische beides und gebe dazu doch wieder etwas Öl. Weide habe ich auf 25-30 Minuten erhöht. Und Luzernepellets bestellt. Nützt nix. Es muß wieder was drauf auf das Tier. Heu frißt sie wieder meistens auf. Sie bekommt reichlich zu fressen. Deshalb wundert es mich, daß sie trotzdem so mager ist. Wo bleibt das ganze Futter? Sie glänzt wunderbar, hat jetzt Sommerfell, das allerdings etwas länger als früher ist, die Beine sind absolut trocken, die Mauke fast abgeheilt, die Verdauung ist super, sie pinkelt normal und hat gute Laune, will laufen. Aber hat Asthma und kriegt schlecht Luft  :'(. Mußte das auch noch sein? Das arme Tier hat doch ihr ganzes Leben lang schon ewig was. Ich fasse es nicht.

Ich dreh echt am Rad. Ständig hat dies Tier eine neue Baustelle. OK, Atemprobleme hat sie, seit ich sie kenne. Also scheint sie mit Asthma geboren zu sein bzw. es sehr früh erworben zu haben. Alle dachten, sie hat Kreislaufprobleme und ist wetterfühlig. Nun hat das Tier all die Jahre wohl schon Asthma und kein Ta bzw. THP merkt das. Da hätte man doch viel früher schon was gegen unternehmen können, daß es gar nicht so schlimm wird. So schlimme Spasmen wie in den letzten zwei Jahren hatte sie früher nie. Möglich, daß es durch das Cushing verstärkt wird, oder/und auch das Pergolid dazu beiträgt.

Keine Ahnung, ob und wie wir das wieder in den Griff bekommen. Die TCVM Ärztin will sie jetzt gezielt 5mal im Abstand von einer Woche akupunktieren. Sie meint, die Pollenbelastung hört ja irgendwann wieder auf. Dann müßte das wieder besser werden. Ihre anderen beiden Patienten wurden zusätzlich mit Cortison behandelt. Denen geht es wieder gut.
Klar, man könnte sicher noch so Einiges tun. Mit genügend großem finanziellem Hintergrund gar kein Thema. Leider ist das bei mir ziemlich ausgeschöpft. Es entstehen daneben ja leider auch an anderen Stellen Kosten. Besonders die uneingeplanten   >:( >:( >:( >:(. Und lange abwarten geht auch nicht. Jerziba hat jetzt die Probleme.

Ich hoffe so sehr, daß Antihistamin hilft ihr...
LG
Maria



Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 30. Mai 2008 um 18:50
Freitag, 30.05.2008

Gestern war ich nicht am Stall, hatte Pferdefrei  ;). Ich muß es einfach sagen: es war sehr entspannend, mal kein Cushing Pferd zu sehen und sich keine Gedanken machen zu müssen  ::)

Heute morgen bekam sie einen neuen Rundumbeschlag. Die Hufe sind OK. Keine Fäule, alles trocken und hart.

Als ich sie vom Paddock holte, hustete sie auf dem Weg zum Stall nicht ein Mal, auch beim Beschlagen nicht. Die Nüstern waren nicht sehr gebläht, sie atmete ganz minimal über den Bauch. Auf dem Weg zurück zum Paddock wälzte sie sich auf dem Reitplatz und hustete beim Aufstehen 4mal locker, eher feucht.

Ta sagt, gut so! Völlig beschwerdefrei werden wir sie kaum kriegen, aber so ist das OK. Die Wirkung des Antihistamin kann 6 Wochen halten oder auch 3 Monate oder... Oft reicht es schon, das Pferd mla aus dem Schub rauszuholen, daß es wieder klar kommt. uff, vielleicht haben wir ja auch damit ein bißchen Glück. Ich bin sooooooo froh, daß es überhaupt wirkt und hoffe, es hält wenigstens 6-8 Wochen an. Ansonsten könnte ich bei Bedarf mit ACC inhalieren, was anderes braucht sie nicht, meinte er.
Ich wollte ja eigentlich nochmal Akupunktur machen lassen. Ob ich mir das erstmal schenken sollte? Wenns doch erstmal gut so ist? Vielleicht etwas später dann? Werd mal hören, was die TCVM Ärztin dazu sagt. Irgendwie hat man doch immer das Bedürfnis, man müßte noch was tun, um den Zustand noch mehr zu verbessern oder einen höheren Level zu erreichen oder was auch immer.

Erstmal kann ich mich hoffentlich wieder für eine Weile entspannen. Lange hält es ja meist nicht an. Diese Cushingtiere sind doch ständig für Überraschungen gut.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 06. Juni 2008 um 17:13
Freitag, 06.06.2008

Am Mittwoch abend sind Jerziba Ferrari und Maria durchs Gelände gezischt. Es war voll cool, wieder mal das Rennpferd zu reiten  8-)

Wir haben Glück, es geht ihr immer noch gut  :D. Je nach Wetterlage, ob feuchte oder trockene Luft oder was auch immer hustet sie mal wenig oder etwas mehr, aber kein Vergleich zu vorher. Nach 40 Minuten Bewegung hört es dann meist auf. Am Mittwoch hustete sie etwas zäh. Gestern schnaubte sie mehrmals Wasser ab, hustete aber nicht. Beim Rumstehen hustet sie so gut wie nicht. Das asthmatische hat auch sehr nachgelassen. Selbst bei extrem schwüler Gewitterluft schnauft sie nicht. Sie ist wach und frech und rennt im Affenzahn durch die Gegend  ;D.

Am Fotowettbewerb "wer hat das magerste Pferd" können wir uns locker auch beteiligen  ::). Das eine Foto im Gegenlicht, das andere mit Blitz sieht weniger dramatisch aus.
Ich hatte sie deshalb auf 30 Minuten Grasen hochgesetzt. Nach wenigen Tagen waren ihre Augengruben wieder mit Wasser gefüllt  :o :o. Natürlich hab ich mir nen Kopp gemacht, was nun wieder falsch läuft :-?.  TCVM Ärztin riet, sofort wieder auf 15 Min. gehen. Nichts riskieren. Nach wenigen Tagen sah man wieder sowas wie Gruben und gestern waren sie wieder da  :). Wenn sie den Kopf tief nimmt, füllen sie sich etwas, ist der Kopf eine Weile oben bzw. sie bewegt sich ca. 40 Minuten am Stück, dann sind die Gruben wieder fast trocken. Naja, hatten wir ja letzten Sommer auch. Die Beine waren die ganze Zeit völlig trocken. Dafür kommt zeitweise viel Wasser aus den Nüstern. Sie hat ganz klar ein Problem mit Wasser.

An Futter bekommt sie Revital Cubes 2x400 ml, Low Glycaemic 2x400 ml, 1 Handvoll (trocken) Rüschnis mit Zimt nimmt sienur abends (nachts) und 2x1 Handvoll Luzernepellets sowie abends zusätzlich zum normalen Heu noch 1-1,5 kg von meinem Premium Heu. Das bringt mehr, als das teuere PA Senior, daß sie nicht mehr will. Inzwischen hat sie wieder etwas zugenommen. Sieht nicht mehr ganz so verhungert aus. Allerdings ist sie dünn weit leistungsfähiger, als zu ihren gut genährten Zeiten. An Kraft mangelt es ihr dadurch nicht.
Das Fell glänzt wie poliert, ihre Augen glänzen auch und das Tränen des linken Auges hat aufgehört.
An den ersten beiden heißen Tagen, ca. 30°, hatte sie an Brust, Gurtlage und Innenseiten der Oberschenkel geschwitzt. An den folgenden Tagen bei 28° schwitzte sie nur an den Innenseiten der Oberschenkel. Der Paddock liegt in praller Sonne. Sie hält maximal den Kopf in den Unterstand. Darin ist es auch noch heißer. Die gesunden Pferde haben teilweise auch geschwitzt. einer sogar noch viel mehr. Beim Reiten war unter dem Sattel und dem Gurt und zwischen den Oberschenkeln alles geschwitzt. Ich denke, das ist bei den aktuellen Temperaturen nicht ungewöhnlich.

Am Freitag letzter Woche hat sie sich an Schöllkraut vergriffen und zwei Stengel samt Blättern gefressen, bevor ich es ihr wieder weg nehmen konnte. Ob es daran lag oder am Gewitter, sie hatte am nächsten tag etwas nasse Verdauung und minimal Kotwasser. Das ist jetzt wieder vorbei.

Ich lasse sie abends oft für die 15 Minuten zu ihrer Wallachgruppe auf die Sommerweide. Sie sieht dann so glücklich aus  :). Läßt sich aber willig wieder holen. Das Gras dort ist in voller Blüte, sehr hoch und hat dicke Stengel. Das scheint ihr aber besser zu bekommen, als das kurze, blattreiche Gras an den Wegen, daß erst noch Blüten schiebt. Und obwohl sie dadurch viel mehr Masse an Stielen aufnimmt, als bei dem kurzen Gras.
Ansonsten lehne ich mich erstmal zurück und warte ab, wie sich das weiter entwickelt. Wenn die Pollenzeit abflaut, wird es ja auch weniger  Auslöser für den Husten geben. Und im Frühjahr fange ich dann eben früh genug an mit der entsprechenden Behandlung. Schaun wir mal  8-) (den Smilie wollt ich auch schon immer mal benutzen)

So und hier die Bilder von vor der Antihistaminspritze:

Im Gegenlicht:


Mit Blitz von vorn:


LG
Maria



Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 15. August 2008 um 18:45
Freitag, 15.08.2008

Leider war mein Urlaub wieder viiiiel zu kurz, um all das zu tun, was ich gern getan hätte.
Dafür hab ich viel Zeit mit Jerziba verbracht. Wir sind viel durchs Gelände geritten. Sie ist voller Power und Bewegungsdrang und war Dank einer weiteren Antihistaminspritze auch atemtechnisch belastbar. Ich wußte gar nicht mehr, daß ich ja eigentlich ein Vollblut habe. Wir sind so im Renntempo durch den Wald und vor allem über die Stoppelfelder gefegt, daß ich sie teilweise zurückhalten mußte, damit sie sich nicht verausgabt.

Nachdem die Antihistaminspritzen immer genau 30 Tage anhielten und dann die Wirkung schlagartig vorbei war und wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen, sind wir vor 3 Wochen auf Inhalationen mit Kortison umgestiegen. Zur Zeit ist sie fast hustenfrei und kaum zu bremsen, wenns auf ein Stoppelfeld geht.

Sie ist fit wie lange nicht mehr, belastbar und gehfreudig. Ich reite ca. 3-4 mal pro Woche und mache an der Longe Bodenarbeit. Ihr Fell ist etwas länger und lockt sich leicht, wenn es naß wird. Der Bauch etwas dicker. Ansonsten ist von Cushing eigentlich nichts mehr zu sehen. Sie ist noch immer sehr schlank, aber bemuskelt und läuft flott und leichtfüßig, die Hufe sind OK. Der rechte schiebt an der Zehe ein wenig flacher als früher. Sie frißt meist sehr gut. Nur manchmal hat sie so Phasen, wo sie das Trockenfutter liegen läßt. Seit sie Luzerne bekommt, baut sie auch die Muskeln auf der Kruppe wieder etwas auf. Ich muß aber aufpassen. Als sie wegen der Atemprobleme nicht gearbeitet wurde, polsterte sie sofort wieder die Fettpolster auf. Bei genügend Arbeit passiert das nicht.

Futtermenge wie gehabt, Luzernepellets 1 ltr., Grasen Juni-Juli 30 Minuten, jetzt wieder 15-20 Minuten. Ich habe bemerkt, daß die Augengruben sofort Wasser einlagern, wenn sie zuviel Gras bekommt. Nach 3 Tagen reduzieren werden die Gruben wieder trocken. Daran halte ich mich jetzt und so funktioniert ihr Stoffwechsel gut.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. August 2008 um 17:12
Montag, 25.08.2008

Ich hab mal ein paar neue Fotos auf den Weg gebracht.

Hier der Futterzustand. Die Fotos hab ich abends bei Sonnenuntergang gemacht. Daher ist die Qualität etwas bescheiden.







Hier vor dem Ausritt





Nach dem Ausritt auf dem Weg von den Weiden zum Stall




Im Stall Muskelaufbau






Sie war gerade lange und sehr heftig rossig. So kannte ich das noch gar nicht von ihr. Beim Reiten schon kaum zu bremsen. Sie wollte auf dem kürzesten Weg zur Weide zu ihren Freunden und hat alles gegeben   ::). Inzwischen ist sie wieder entspannt und das schwüle Wetter belastet sie etwas. Aber beim Reinholen vom Paddock kam sie im Wettlauf mit dem Pony angaloppiert und spielte auch auf dem Reitplatz und bockte ein bißchen herum. Pony mogelte sich neben Jerziba durch das Tor und dann buckelten beide übermütig durch den Obstgarten, als ich versuchte sie einzufangen  ;D. Sie hat neuerdings ne Menge Unsinn im Kopf und versucht auch schon mal, energisch ihren Willen durchzusetzen  8-). Am Freitag gibts wieder eine Akupunktur zum Auffrischen.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 29. August 2008 um 16:18
Freitag, 29.08.2008

Nach der Rosse war Jerziba zwei Tage deutlich ruhiger und weniger gehfreudig. Doch am Mittwoch und gestern kam die Rennmaus wieder zum Vorschein. Ich mußte sie im Galopp an der Longe ausbremsen, weil sie sich mal wieder in die Geschwindigkeit reingesteigert hatte. 8-)

Seit Mittwoch sind ihre Äppel deutlich wasserhaltig. Meistens sehen sie noch aus wie Äppel. Aber an den letzten drei Abenden hat sie mir jeweils zwei Matschhaufen mit etwas Kotwasser hingesetzt. Dazu waren am Mittwoch die Hinterbeine etwas angelaufen, was nach dem Reiten dann weg war. Die Augengruben sind ziemlich trocken und auch die Lunge gibt weniger Wasser ab.

Heute morgen war die TCVM Ärztin da und hat sie durchgecheckt. Der Zustand vom Frühjahr hat sich großenteils gehalten. Nur ihre Schwachpunkte, Leber, Milz reagierten etwas. Dazu war wieder eine leichte Schwäche im rechten Hinterbein. Das war mir nach der Rosse schon aufgefallen. Ansonsten ist sie im Yang recht stabil geblieben. Die hochgradige Schwäche ist bisher nicht wieder aufgetreten. Auch die Schleimhäute sind gut durchblutet, besser als im Frühjahr. Die Zunge ist nicht mehr so dick. Nach der Behandlung reagierte sie an keinem der Punkte mehr. Zusätzlich soll sie noch chinesische Kräuter bekommen, welche die Akupunktur langfristig unterstützen. Die Tä war überrascht und erfreut über Jerzibas Aussehen  ;)

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 09. Oktober 2008 um 17:10
Mittwoch, 08.10.2008

So, hier kommt mal wieder ein etwas längeres Update ;). Ist ja auch schon eine Weile her.

Am Tag nach der Akupunktur gab es einen Wetterwechsel von kühl zu sehr warm und schwül. Die Reaktion auf das Wetter und eine heftige Erstverschlimmerung nach der Akupunktur, die letzte Behandlung lag ja schon Monate zurück, kamen unglücklicherweise gerade zusammen. Jerziba war am Wochenende etwas schlapp, sehr ruhig und atmete verstärkt. Am Montag setzte dann die Reaktion auf die Akupunktur voll ein. Sie hing richtig durch, atmete sehr über den Bauch, hustete wieder mehr, hatte Durchfall, die Beine waren angelaufen und beim Abhören giemte es überall in der Lunge und es war viel Wasser oder dünner Schleim zu hören.
Ich ließ sie wieder täglich mit Cortison inhalieren und ging täglich ein Stunde mit ihr zu Fuß ins Gelände. Sie war erstaunlich gehfreudig, obwohl man sie beim Gehen atmen hören konnte. Trotzdem machte ich mir Sorgen und fragte ich mich, ob ich ihr zuviel zugemutet
hatte mit der Akupunktur zu diesem Zeitpunkt  :o. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Es ist ja immer noch wieder schwülwarm. In der ersten Woche hustete, schnaubte und nieste sie in den ersten 20 Minuten jede Menge Wasser ab. Anschließend dann zwar kaum noch, aber atmete halt hörbar beim Gehen. Anfang der zweiten Woche ließ das langsam nach, die Atmung hörte sich beim Abhören immer noch grausig an, wurde aber doch leicht besser. Ich begann wieder zu hoffen und zu reiten. Anfangs 20 Minuten und ein Stück gelaufen. Sie kam gut damit klar. Sagt, wenn ich absteigen soll.

Nach genau 15 Tagen war der Spuk vorbei. Von einem Tag auf den anderen wurde die Lunge freier, sie atmete ruhiger, wurde insgesamt wieder belastbar. Ich reduzierte das Inhalieren mit Cortison auf jeden zweiten Tag und an den freien Tagen je nach Abhörbefund ACC oder nur Kochsalzlösung, da sich immer noch mal leicht Schleim bildet. Auf Schleimlösergaben möchte ich aber verzichten, um ihre Verdauung zu schonen. Na, und dann kam so richtig der Energieschub durch die Akupunktur an. Sie sprühte vor Gehfreude, wurde wieder heftig rossig und wir düsten wieder im Affenzahn durch den Wald um an die Sommerweide zu kommen, wo ihreGruppe steht  ::). Einige Male bin ich abgestiegen und zu Fuß weiter gegangen, weil sie sich so aufregte, daß sie hektisch und verspannt wurde, sobald ich versuchte, sie im Tempo zu drosseln. Doch auch das ging vorbei.

Seitdem geht es ihr ziemlich gut  :). Sie reagiert nach wie vor auf Wetterwechsel von kalt zu warm und auf feuchtwarme Luft oder viel Nebel mit etwas schlapp sein und auch mal leicht angelaufenen Beinen. doch lange nicht so, wie früher. Die Atmung wird dann leicht kürzer. Zeitweise sammelt sie Wasser an. Sie hustet manchmal einige Male, wenn ich sie aus der Box oder vom Paddock hole und schnaubt oder niest anschließend mehrmals große Mengen an Wasser ab. Danach kann ich sie reiten oder longieren und sie schnaubt manchmal noch einige Male Wasser ab. Sonst nichts. Die Atmung wurde im Laufe der Zeit immer besser. Es ist jetzt kein Giemen und kaum ein rauher Ton mehr zu hören. Auch das Asthmatische ist zur Zeit weg. Allerdings bildet sich immer wieder Wasser oder dünner Schleim in der Lunge, je nach Luftfeuchtigkeit
und Wetter. Sie atmet gleichmässig und pumpt auch bei größerer Belastung nicht mehr. Dabei hat sie noch zugenommen. Ich reduziere das Kraftfutter leicht, je nach Belastung, damit sie
kein Fett ansetzt. Wobei das Fettpolster am Hals schon noch da ist. Das kriegen wir leider nicht weg. Grasen habe ich auf 10 bis 15 Minuten reduziert. Je nachdem wie die Augengruben aussehen und sie belastet wird. Seit der letzten Woche bis jetzt sind sie ziemlich trocken. Äppel sind wieder trockener, Spuren von Kotwasser manchmal.

Eigentlich sollte sie schon längst die chinesischen Kräuter bekommen für ihre Probleme im Nieren- und Milzkreis. Aber leider waren sie bei der Lieferung aus USA nicht dabei. Müssen wir also weiter abwarten. Dafür gibts jetzt wieder Hagebutten. Die liebt sie sehr.

An einem Sonntag sind wir ein Stück rausgefahren und in fremdem Gelände ausgeritten. Sie war voll begeistert. Ging nur vorne und in einem Tempo, daß meine Freundin mit ihrer durchtrainierten Stute kaum mitkam  8-). Allerdings hat sie sich dabei innerlich so aufgeregt, daß sie laufend äppeln mußte. Natürlich Matschäppel. Sie ging dabei locker und nervenstark. Da merkte man nichts von Aufregung. Die letzten Wochen bin ich oft 50 bis 70 Minuten am
Stück geritten und zusätzlich ca. 1 Stunde gelaufen. Das steckt sie ohne Probleme weg. Wollte dann aber, daß ich absteige. Sie übernimmt sich nicht gern.

In der vergangenen Woche war sie etwas ruhiger. Die Rosse ist wieder vorbei und ich bin gespannt, ob sie bei den deutlich kürzeren Tagen weiter rossig wird. Mir wäre es recht, wenn nicht, da sie soviel Energie dabei aufbringt, die dann fehlt. Im Schritt ging sie schnell
wie immer in letzter Zeit. Aber viel traben mochte sie nicht. Verspannte sich auch mal, wenn ich es forderte. Wir waren trotzdem lange unterwegs, aber sind viel Schritt geritten. Die Luft war ja auch etwas feucht und die Tage sind schon ziemlich kurz. Ich denke, da reagiert sie nun doch drauf. Hatte schon befürchtet, sie würde weiter so hektisch rennen. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Sie hat gute Laune, die anderen Pferde sind jetzt wieder im Stall, sodaß sie in ihrer Gruppe auf den Paddock geht und wieder genügend Gesellschaft hat. Über den Sommer hat sich bei unseren Besuchen auf der Weide eine Sympathie zu einem Wallach aufgebaut. Sie hat einige Tage gewiehert, wenn wir in den Stall kamen und er antwortete. Dabei kannten sie sich ja schon länger.

Vorgestern war es ja schlagartig wieder sehr warm und sie reagierte auf den Wetterwechsel wie gewohnt. War etwas schlapp und ich ging mit ihr die Runde zu Fuß. Atmung war lautlos, Lunge beim Abhören freier Durchzug, aber etwas Schleimbildung. Bei dem Wetter kann sie das Wasser schlecht abatmen. Sie ging extrem entspannt mit Riesenschritten. Alles easy.

Gestern hatten wir extreme Luftfeuchtigkeit. Abends bei 100%. Das Atmen fiel allen schwer. Doch ich hab gesattelt, da sie fröhlich aussah und bin kurz nach Sonnenuntergang bis es fast dunkel war eine kleine Runde durch die Feldmark geritten. Sie ging sofort fleißig, gut über den Rücken. Im Trab sehr raumgreifend und schwebend. Danach pustete sie etwas. Zurück im Stall dann war die Atmung entspannt und leicht. Die Lunge beim Abhören gut frei, kaum Flüssigkeit. Dementsprechend auch kein Husten  :) :).

Es ist so schade, daß jetzt die dunkle kalte Jahreszeit losgeht. Wir sind gerade so schön im Training. So könnte es noch lange weitergehen. Der Herbst ist unsere beste Jahreszeit. Mit Ausreiten in der Woche wird das dann bald nix mehr, weil zu früh dunkel. Und
in der Halle geht Jerziba sowas von lustlos. Tja, da müssen wir wohl durch...

LG
Maria  

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 13. Oktober 2008 um 18:33
Montag, 13.10.2008

Das allseits warme Spätsommerwetter ist superschön, aber für Wetterfühlige doch auch belastend. Jerziba ist seitdem ruhiger, etwas weniger belastbar. Die Beine sind etwas angelaufen, die Augengruben trocken.
Wir waren am Samstag in Gesellschaft im Gelände. Jerziba ging fleißig, das Begleitpferd kam nicht mit, aber schwächelte nach einer Weile. Ich bin dann ca. 15 Minuten gelaufen und dann war sie wieder frisch und düste im Galopp einen Hügel hoch. War ihr Wunsch  ;D. Die Lunge war frei, kein Asthma, kein Husten. Aber sie atmete etwas stärker als sonst und schnaufte einige Male tief durch. Die Luft ist extrem feucht zur Zeit und auch ich war nicht so ganz fit. Mit Blick auf die leicht angelaufenen Beine denke ich doch, daß sie doch wie früher schon angenommen, auch Kreislaufprobleme hat. Wenn sie nicht zu lange belastet wird, steckt sie das aber locker weg. Ich muß nur reagieren, wenn sie was sagt. Gestern meinte sie nach ca. 50 Minuten, jetzt könnte ich aber mal absteigen, nachdem sie einen Grasweg im fleißigen Renntrab entlang gedüst war.
Trotzdem steckt sie dies plötzlich warme Wetter aber richtig gut weg. Immerhin hat sie schon einen dicken Winterpelz. Da rennt sich das auch nicht so gut.

Eigentlich müßte sie jetzt wieder rossen. Aber ich denke, daß die kürzere Tageslichtzeit sich jetzt bemerkbar macht. Sie ist weniger temperamentvoll, als noch vor 4 Wochen. Allerdings auch weniger lange im Paddock.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 22. Oktober 2008 um 18:16
Mittwoch, 22.10.2008

Am Dienstag letzter Woche war das Frollein mal wieder so gut drauf, daß sie mir nach dem Longieren, ich hatte sie kurz vor der Halle auf den Platz gestellt, abgedüst ist in den Obstgarten und im Dunklen mit dem rechten Vorderhuf in ein Loch gerutscht oder getreten ist  :o. Mir ist fast das Herz stehen geblieben, als ich das im Dunklen mit Taschenlampe recherchiert habe.  Zum Glück war es im Schritt! Es war einige Tage danach etwas gelartig über dem Fesselgelenk, aber sie lahmte nicht und inzwischen ist es wohl vergessen. Ich wußte nicht, daß ich sie jetzt überwachen muß. Das hat sie seit Jahren nicht mehr gemacht und ich dachte immer, sie ist altersgemäß vernünftig geworden. Weit gefehlt  ;D

Das schwülwarme Wetter am Wochenende war wieder sehr belastend für Jerziba. Wir sind wirklich nur spazieren gegangen. Kein Rennschritt. Sie wollte es gemütlich. Atmete etwas kurz und schnaufte ab und an mal. Aber ehrlich gesagt, ging es mir genauso. Ich hatte Kreislaufprobleme und fühlte mich matschig. Dazu hat sie ja ihren Winterpelzmantel an.
Husten zur Zeit nur bei Bewegungsbeginn ein paar Mal und dann nicht mehr. Beim Abhören ist die Lunge frei von Giemen, aber man hört dünnen Schleim bzw. Wasser.
Am Montag sah sie schon wieder frech aus dem Fell, aber ich war zu kaputt, um was mit ihr zu machen. Dafür war sie gestern richtig gut drauf. Hat an der Longe wieder ihr Bestes gegeben. Atmung belastbar. Kein Pumpen, keine Geräusche, kaum Husten. Dafür schwitzte sie in ihrem langen Fell und ich hab die Unterseite des Halses geschoren auf 0,5 cm. Damit sieht sie nicht nackich aus, aber es reicht zum Abkühlen  ;). Futterzustand ist bestens. Sie sieht richtig knackig aus. Die Hinterhand ist wieder gut bemuskelt. Vor allem die Oberschenkel. Besser, als bei vielen gesunden Pferden. Man sieht, daß sie was tut. Futtermenge habe ich nicht erhöht. Sie setzt es offenbar besser um. Im letzten Winter habe ich noch literweise Öl zugefüttert. Aber vielleicht ändert sich das, wenn es kälter wird. Mal sehen.

Sie rosst noch immer nicht. Und ich denke, sie hat sich wieder auf Winterzeit eingestellt. Die kürzeren Tage scheinen doch viel Einfluß auf die Hormonlage auszuüben. Sie ist auch insgesamt meist deutlich gemütlicher. Diese überschäumende Hektik und Temperamentslage hat sich beruhigt.  ;)

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 23. Oktober 2008 um 13:28
Donnerstag, 23.10.2008

Hab ich gestern wirklich gesagt, Jerziba ist gemütlich zur Zeit?  ::) Wir sind in der Halle geritten (15x30m) und sie hat versucht, alles zu geben. Ein Rennpferd in der kleinen Halle... Einmal konnte ich die Explosion gerade noch abfangen. Danach war ich auf der Hut  ;D. Für einen Rennaraber ist eine Halle eindeutig zu eng  ;)

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 04. November 2008 um 15:00
Dienstag, 04.11.2008

Wir hatten ein komisches Wochenende. Da Jerziba ja sehr stabil war die letzte Zeit, sollte der Freitag mein erster pferdefreier Abend seit Monaten werden  8-). Meine Freundin und ich waren gerade mit dem Essen beim Griechen fertig und wollten zu gemütlichen Teil übergehen, da klingelte um 20.29 Uhr das Handy: ganz aufgeregt meine andere Freundin: Jerziba liegt und atmet so schwer. Und sie hat am Nachmittag auch schon mal gelegen. Alles klar. Ich sah sie schon mit schwerer Kolik in der Box liegen, stellte mich auf einen langen, kalten, ungemütlichen Abend ein, rechnete meinen Kontostand durch...  :o
Als ich im Stall ankam, stand sie und schaute aus dem Fenster und meinte, äääääääh, was willst Du denn auch noch hier  :-?? In der Box lag noch das Heu. Mein Brot nahm sie gerne, mein Premiumheu auch sofort  ::) :). Sie sah nicht nach krank aus, nur schläfrig. Ich hatte mit einer Mitreiterin abgemacht, daß sie Jerziba spät abends beim Gehen nochmal von meinem Heu etwas gibt. Das hatte sie getan, aber schon gegen 19,30, sodaß Jerziba erstmal satt war. Dazu muß das Wetter sie belastet haben. Ich habe sie abgehört. Weder Darm, Blinddarm noch Lunge waren auffällig. Doch sie atmete etwas kurz. Ich habe sie noch eine Weile beobachtet. Sie fraß jetzt langsam, doch stetig an dem Heu. Habe ihr noch Cosmochema Koliktropfen auf Brot gegeben und in die Futterschüsseln für den nächsten Tag. Also erstmal Entwarnung  :)
Am Samstag morgen kam kein Anruf vom Stall, also ist sie OK. Um 14 Uhr sah sie noch immer sehr schläfrig aus, atmete kurz und ich überlegte, was ich mit ihr tun sollte. Bekam dann aber gesagt, das macht sie doch oft und dann im Gelände dreht sie auf. Also gesattelt und raus in die Feldmark. Erst ging sie etwas träge, doch dann normal zügig vorwärts. Nur Traben wollte sie nicht so. Den Hügel hoch ging sie dann zügig im Trab. Wirkte nicht kraftlos. Auch sonst war sie jetzt wach und neugierig. Atmung jetzt gut.
Am Sonntag sah sie etwas wacher aus, hatte aber ihr Heu wieder nciht aufgefressen. Im Gelände war sie aber fleißiger und düste im maximalen Renntrab den Hügel hoch. Atmung danach war richtig gut.

Sieht alles nach den altbekannten Kreislaufproblemen aus, die sie häufig bei Wetterwechseln hat. Sowie der Kreislauf hochdreht, dann ist sie wach. Durch das Asthma bemerkte man das nur nicht mehr, weil sie da ohnehin schwerer atmete. Ich habe ihr noch bis Sonntag die Koliktropfen gegeben. Insgesamt hat sie das Kreislaufwetter aber besser durchgestanden, als beim letzten Mal.
Am Montag abend sah sie wach und munter aus und beim Inhalieren spielte sie mit der Maske rum und wollte sie loswerden.  Es war hier abends sehr neblig und sie hatte rechts einen leicht rauhen Ton auf den Bronchien. Atmete aber nicht auffällig und hatte alles Heu aufgefressen.
LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 14. November 2008 um 18:26
Freitag, 14.11.2008

Die vergangenen 8 Tage hatten wir hier ziemlich belastendes Wetter. Jerziba atmete stärker und wirkte etwas schlapp. Wenn sie sich warm gelaufen hatte, wurde es besser. Ihre altbekannten Kreislaufprobleme.
Am vergangenen Wochenende auf unseren Ausritten machte es sich deutlich bemerkbar. Jerziba brauchte erstmalig seit Wochen wieder mal zwischendurch eine Pause, wozu ich absteigen und 15 Minuten laufen mußte. Währenddessen trottelt sie neben her und schläft.
Am Samstag wurde sie dann wieder wach, als wir an unsere Rennstrecke kamen und zerrte an meiner Jacke: nun steig doch wieder auf! Kaum war ich oben, ging es los wie der Wind, den Hügel hoch, erst Renntrab, dann Galopp und dann im ungestümen Galopp den Waldrand entlang. Danach war sie hellwach und atmete völlig entspannt.
Am Sonntag ging es ihr schlechter. Sie war nicht so begeistert, als ich wieder aufstieg. Zog aber immerhin im Renntrab den Hügel hoch. Sie atmete danach noch eine Weile angestrengter.

Von Montag bis Mittwoch war sie dann sogar asthmatisch. Auf der Lunge konnte ich leichtes Giemen und Schleim hören. Sie wurde auch beim Warmlaufen nur langsam wach und die Atmung verbesserte sich dadurch nicht. Sie pumpte sogar etwas und hatte zwischen den Hinterbeinen und an der Brust leicht geschwitzt. Die Beine waren teilweise leicht angelaufen. Die Augengruben aber fast trocken. Da auch völlig gesunde Pferde mit auffälliger Atmung, Leistungsabfall und Schwitzen reagierten, habe ich mir erstmal keine Sorgen gemacht.

Mein HP meinte gestern, wir hatten Fön und das Wetter war extrem belastend. Dafür hat sie das gut weggesteckt. Hatten wir ja schon ganz anders.
Sie wirkte dabei auch etwas depressiv und ich gebe ihr seit Montag wieder ihre bewährte Bachblütenmischung. Ihre Laune ist dadurch wieder gut.

Donnerstag abend war der Spuk dann vorbei. Die luft war kühl und trocken und sie sah lebhaft aus und das Giemen war nicht mehr zu hören.
Heute morgen war die TCVM Ärztin da. Sie war insgesamt ziemlich zufrieden mit Jerziba, bis auf das Problem der inneren Nässe. Dafür bekommt sie jetzt endlich die chinesischen Kräuter und wir hoffen, daß sich das Problem dann noch bessert. Sie fand, daß Jerziba etwas empfindlich an den Lymphknoten wäre. Auch hatte sie etwas weißen Schleim in einer Nüster. Etwas klaren Schleim hatte ich schon die letzten Tage beobachtet. Sonst war bisher nichts deutlich Auffälliges zu merken. Bei sehr feuchter Luft hustet sie auch schon mal. Es könnte aber sein, daß sie sich bei dem verrückten Wetter eine leichte Infektion geholt hat. Ich gebe ihr die nächsten Tage mal Engystol.
Heute haben wir wieder den ganzen Tag Regen, aber es ist kalt. Mal sehen, wie sie heute abend und die nächsten Tage drauf ist. Nach der Akupunktur dürfte sie wieder ein paar Tage durchhängen.

Futterzustand ist weiterhin stabil. Ihre leicht angewachsenen Fettpolster hat sie wieder gut abgebaut, dabei aber an Muskelmasse eher zugenommen. Seltsam. Sie bekommt jetzt außer Heu 0,8 ltr E. Revital, 0,5 ltr M. Low Glycaemic, 0,5 ltr Luzernepellets, und staun: sie nimmt 1 ltr (naß) Rüschnis, 60 ml Schwarzkümmelkuchen, 1 Apfel, 2-3 Möhren, bei Temperaturen über 5°  10 Minuten Grasen 3-4 mal die Woche.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Dezember 2008 um 17:21
Freitag, 05.12.2008

Scheint so, als ob Jerziba tatsächlich eine leichte Infektion hatte. Das hielt genau eine Woche an und danach kam noch mal dünnflüssiger klarer Schleim mit etwas milchigem vermischt aus einer Nüster. Seitdem ist das vorbei. Sie hustet kaum noch, hat keinen Nasenausfluß. Ich freue mich, daß sie die Infektion alleine so gut bewältigt hat. Es zeigt ja, daß das Immunsystem wieder arbeitet.

Die Akupunktur hat sie trotzdem gut vertragen. Sie hing nicht durch, war ein paar Tage etwas ruhiger. Danach ging sie wieder extrem federnd und losgelassen.

Die Atmung ist gut und sie ist meist gut belastbar. Das trübe Wetter schlägt ihr manchmal ein bißchen auf die Stimmung. Dann bekommt sie ihre Bachblüten und es geht wieder. Vor zwei Wochen hat sie an der Longe zweimal die Sau rausgelassen und sprühte vor Begeisterung. Stallbesi erzählte später, Jerziba wäre hochgradig rossig gewesen und hätte ihren Wallach ohne Ende belagert  ;D. Das erste Mal seit langem, daß sie im Winter rossig wird.

Futterzustand ist stabil geblieben. Kaum Fettansatz, viele Muskeln. Luzerne und Low Glycaemic auf 0,8 ltr erhöht, da sie die Rüschnis denn doch nicht mehr täglich mochte.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 08. Dezember 2008 um 19:16
Montag, 08.12.2008

Das komische Wetter, feucht, etwas wärmer geworden, kaum Wind, belastet Jerziba. Aber auch die anderen Pferde sind auffallend ruhig. Auch Menschen klagen. Ich vermute Kreislaufprobleme bei Jerziba. Die hat sie leider schon immer, auch als junges Pferd. Durch die Cushing Symptome ist das aber verdeckt gewesen.

Ich bin am Samstag ins Gelände geritten, weil sie im Stall munter aussah und gut atmete. Doch sie ging kaum vorwärts, ließ sich auch nicht antreiben. Blieb immer wieder stehen, atmete schnaufend einmal aus und jammerte. Atmete sonst unauffällig. Ich bin mal hart geblieben und weiter geritten. Natürlich nur Schritt. Sie stolperte öfter und ging kraftlos. Nach 20 Minuten hatte sie dann genug und ich stieg ab. Eigentlich war nichts anders als sonst. Sie wirkte schlapp und angestrengt, von kaum was tun. Atmete etwas angestrengt, aber nicht asthmatisch. Ihr Gesichtsausdruck war mißmutig. Beim Abhören der Lunge alles viel besser sonst.
Am Sonntag sah sie schon fröhlich aus im Stall und ich unternahm einen neuen Versuch. Sie ging ebenfalls langsam und träge, aber sie schien sich etwas mehr Mühe zu geben. Ich ließ sie oft stehen bleiben und sie tat das sehr oft und guckte viel. Als sie wieder schlapp wurde, nahm ich sie stärker an die Hilfen und sie ging mit mehr Spannung. Nach einer Weile ließ ich sie wieder lang und sie fiel total auseinander. Da hab ich sie zum Traben aufgefordert und sie tat es. Für 5 Schritte. Doch sie machte weiter, Traben, Schritt und dehnte die Trabphase aus. Dann noch Rückwärts und Seitengänge eingebaut und sie trabte eine großes Stück fleißig und es machte ihr Spaß. Danach stieg ich ab, um sie zu belohnen. Sie atmete tiefer und gleichmässiger als vorher. Ging allerdings noch immer langsam und schwerfällig.
Dies Problem mit dem Wetter hatten wir ja heftigst im Frühjahr. Da war ja gar nichts mehr möglich. Deshalb finde ich, ist es ein großer Fortschritt, daß in dem Zustand überhaupt Reiten im Schritt für eine kurze Zeit möglich ist.

Sonst gehts ihr gut. Sie hat doch etwas abgenommen. Kann aber auch daran liegen, daß ich weniger reite wegen des Wetters. Da bauen sich doch die Muskeln ab.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. Dezember 2008 um 18:36
Freitag, 19.12.2008

Am letzten Wochenende war Jerziba wieder so träge und langsam. Dabei aber nicht kraftlos. Nur schwerfällig. Am Sonntag bin ich trotzdem ausgeritten und hab sie gleich an die Hilfen gestellt. Dadurch wurde sie vorne leichter und bekam tatsächlich etwas Gehfreude :). Wir sind ein Stück ganz langsam getrabt. Dann bin ich ein Stück gelaufen, weil sie sehr kurzatmig war. Dabei hörte sich die Lunge aber gut an, als ich vorher noch abgehört hatte. Als wir an unsere Rennstrecke kamen, bin ich wieder aufgestiegen, da es ihr auch nicht anders ging, als ich zu Fuß neben ihr war. Und siehe da, sie ist angetrabt, kaum, daß ich im Sattel saß. Kraftvoll, energisch, in fleißigem Tempo. Nach einer 3 Sekunden Durchatmen-Pause gings im energischen Renntrab weiter und noch ein Stück im fleißigen Schritt. Sie hatte keine Atemnot und atmete auch deutlich ruhiger. Dann meinte sie, es reicht und ich stieg ab. Von da an war sie wieder kurzatmiger. Allerdings frei von Husten. Sie hatte gute Laune und war sonst gut drauf.

Am nächsten Tag kam in den Nachrichten die Auflösung des Rätsels: Im Süden gabs Schnee und im Norden war Fön. Alles klar.

Montag kam ein Tiefdruckgebiet und seitdem hat sie nun wieder etwas rauhen Ton auf der Lunge, am Mittwoch sogar etwas Giemen. Ich habe daher wieder täglich mit Cortison inhaliert. Dabei ist sie munter und lebhaft. An der Longe rennt sie, freilaufend läßt sie die Sau raus und bockt ab  ;D. Sie hustet nach wie vor nur einige Male, wenn die Bewegung anfängt und dann nicht wieder. Sie bekommt einmal täglich Bachblütenmischung für gute Laune  ;D

Heute morgen war die TCVM Ärztin da. Sie hat sie durchgecheckt. Etliche der empfindlichen Stellen sind ohne Befund, der Rücken, die Hinterhand, o.B., sie ist viel wärmer als im letzten Winter, friert auch nicht, die Beine sind warm, die Schleimhäute sind gut durchblutet, das Herz hört sich kräftig und normal an, die Verdauung ist wieder fast normal trocken, kein Kotwasser mehr, die Box ist wieder trocken, Futterzustand gut, kaum Fett und das Fell glänzt sehr  :D.

Sie hat einige Nadeln für die Lunge und für die Niere gesteckt und eine fürs Gemüt  ;) und einige Stellen an den Hinterbeinen für Niere und Milz gelasert. Die sind extrem empfindlich. Da läßt J keine Nadeln ran. Dann hat sie nochmal die chin. Kräuter für die Niere und zusätzlich für die Milz bekommen. Die Ta sagt, die Trägheit wird bei ihr durch schwere Beine ausgelöst. Und genauso sah das auch aus. Als ob sie die Beine nicht vom Boden bekommt. Und das kommt von der Milz, chinesisch gesehen. Weiterhin bekommt sie die Kräuter für die Lunge.

Damit sind wir erstmal richtig gut versorgt und dann hoffen wir, daß sie diesmal besser über den Winter kommt. Im Anschluß an die Kräuterkuren werd ich dann ein Blutbild machen lassen.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 09. Februar 2009 um 18:50
Montag, 09.02.2009

Jerziba hat gestern beschlossen, daß die Winterschlafzeit beendet wird.  :D Wir sind das erste mal seit unserem letzten Eintrag wieder ausgeritten. Die Wege sind endlich wieder aufgetaut, die Sonne schien und es wirkte frühlingshaft. Sie hatte super gute Laune, ging aber gemütlich, wir sind nur ein bißchen getrabt, es fehlt ihr noch an Energie, wird aber mit der Tageslänge besser. Der Winter ist nicht so ihre Zeit.

Die letzten Wochen war ihr Zustand stabil. Es gab *aufholzklopf* keine Höhen und Tiefen  ::). Sie ist gut gelaunt und sehr frech, solange sie nichts tun muß. Arbeit in der Halle strengt sie manchmal an, der tiefere Boden ist schwerer zu gehen, als die Feldwege. Mit Arbeit hat sie es nicht so, Reiten mochte sie gar nicht. Dafür aber alle 2 Tage die Sau rauslassen in der Halle, das findet sie spaßig und macht ihr auch keine Mühe  :D. OK, bei dem kalten Wetter hatte ich keine Probleme damit. Unsere stundenlangen Wanderungen durch den Wald sind ihr eigentlich im Moment auch zu öde. Kein Gras darf man fressen und auch sonst gibts da nix, was einen anzieht. Wozu das also  ;)?

Ihr Futterzustand ist gut, ich mußte das Kraftfutter nach unten dosieren. Sie hat gut Muskeln angesetzt, aber keine Fettpolster aufgebaut. Verdauung ist perfekt zur Zeit, Beine sind trocken,
Augengruben mal mehr, mal weniger trocken, meist mehr, die Box ist meistens OK. Allerdings reagiert sie noch immer sehr auf Wetterwechsel zu feucht und wärmer. Dann niest und hustet sie immer  mal Wasser ab, die Äppel werden feuchter, aber nicht mehr matschig und manchmal/selten ist dann die Box auch naß. Dabei wirkt sie dann auch etwas müde. Allerdings nie mehr so, wie im letzten Winter. Ich kann sie immer longieren oder mit ihr durch den Wald laufen, ohne daß sie ständig Pausen braucht. Sie verliert schon mal ein paar Haare. Die Hufe sind auch hinten wieder beschlagen, da sie die auf den steinigen Wegen abgelaufen hatte. Also unsere Kilometer gehen wir immer, egal, was Jerziba davon hält  ;). Die Wurmkur hat sie auch gut weggesteckt.

Es wird Zeit, daß der Frühling kommt.

LG
Maria




Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 12. Februar 2009 um 17:14
Donnerstag, 12.02.2009

Seit Samstag bekommt Jerziba die Globuli von Harry. Am Montag hustete sie viel und es kam etwas heller Schleim aus den Nüstern. Am Dienstag morgen bekam sie auch noch Akupunktur. Und ich soll die nächsten 6 Wochen regelmässig die Punkte lasern. Sie atmete da aber noch ruhig. Am Abend atmete sie sehr angestrengt, hustete häufig und sah sehr angeschlagen aus. Wir hatten auch sehr belastendes Wetter. Der kolikoperierte Nachbar sah auch sehr schlecht aus.  Ich habe sie mit sehr vielen Pausen in der Halle bewegt. Es strengte sie sichtlich an, sie war sehr kurzatmig. Danach noch inhaliert und sie sah bettreif aus  ;).
Harry meint, das könnte schon die Erstverschlimmerung gewesen sein. Mittwoch sah sie munter aus, war frech, nervte mich, hustete kaum noch, kein Schleim mehr in den Nüstern, aber in Bronchien und Luftröhre noch Giemen zu hören. Also 1 Stunde draußen laufen. Heute sagt meine Freundin, gehts ihr gut. Kein Husten, keine Atemprobleme  :). Sie spielen gerade zusammen in der Halle.

Und hier noch ein paar neue Fotos. Wegen der mangelnden Lichtverhältnisse leider keine gute Qualität.

Sonntags später Nachmittag im Wald. Fotografieren ist soooo öde:




Rückansicht:





Kurz vor Sonnenuntergang schaut Jerziba verträumt über die Felder. Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen:






Am Hals Unterseite sieht man das auf ca. 7 mm  geschorene Fell. An den Rändern habe ich es angeglichen, damit man den Übergang nicht so sieht. Es ist nur wenig nachgewachsen. Zum Kühlen reicht es.




Danach sind wir im Renntrab nach Hause. Jerziba hatte dabei eindeutig die Nase vorn  8-)

LG
Maria







Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 03. März 2009 um 14:41
Dienstag, 03.03.2009

Man merkt jetzt schon deutlich, daß es Frühling wird. Es ist ja deutlich länger hell und Jerziba verliert schon mal eine Handvoll Haare. Am Sonntag war sie in Gurtlage linke Seite naß verschwitzt unter ihrer Decke. Wenn das so weiter geht, muß ich den Hals nochmal scheren.

Wir arbeiten jetzt viel und intensiv an der Longe. Ich habe den Longenkurs gekauft und wir biegen jetzt viel und Jerziba zeigt viel Interesse und bringt dabei gut Energie ein. Wenn sie warm wird, dann dreht sie jetzt gerne auf. Abhängig vom Wetter ist sie lebhaft und belastbar oder ermüdet eher. Aber das ist ja nichts Neues.

Sie hat wieder etwas abgenommen. Ich hatte ja das Kraftfutter reduziert. Und sie läßt im Moment öfter mal was übrig. Luzernepelltes und Rüschnis sind gerade mal nicht so der Hit. Dafür lieber das Low Glycaemic. Klar,ssit ja auch am teuersten  >:(. Durch den Haarwechsel braucht sie vielleicht nun doch wieder mehr. Schwer abzuschätzen.

Am Sonntag wirkte sie im Stall noch etwas träge und atmete etwas kurz. Ich bin trotzdem mit Sattel losgezogen und nach 20 Minuten laufen dann aufgestiegen und sie marschierte sofort los. Da ich ihr am Samstag das erste Mal wieder 5 Minuten Grasen erlaubt hatte, stiefelte sie nun gleich super eifrig zu unserer ersten altbekannten Pausenstelle  8-) ;D. Ich bin ca. 1 Stunde geritten und dann noch 20 Minuten zurück gelaufen. Sie war die ganze Zeit über lebhaft, wach und gehfreudig und auch anschließend nicht müde  :D. Seit Samstag hustete sie mal wieder und es kam leicht weißlicher Schleim aus den Nüstern. Ich vermute, sie hat sich wieder eine leichte Infektion eingefangen und gebe ihr deshalb Engystol. Gestern abend war sie hellwach und lebhaft und ich hab mir dann mal einen freien Abend gegönnt  8-).

Sie wirkt fitter als in den letzten Monaten und viel fitter als im letzten Jahr um diese Zeit, was durch die längere Helligkeit kommen kann, aber auch von Harry's Globuli oder den Laserstrahlen oder vielleicht von den chinesischen Kräutern. Ist mir eigentlich jetzt egal. Wenn sie so weiter macht, ist sie bald kaum zu bremsen  ::).

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. März 2009 um 18:32
Montag, 16.03.2009

Jerziba ist frisch verliebt.  :D 8-)
Wir haben einen neuen Wallach im Stall, in Jerzibas Größe. Nachdem er erst zum Angewöhnen auf dem Nachbarpaddock stand, habe ich Jerziba gestern zu ihm gelassen. Sie stand schon eine Weile am Zaun in seiner Nähe. Die beiden begrüßten sich und vergaßen die Welt um sich her. Jerziba roßte sofort und sie beschäftigten sich mit Schmusen, Mähnekraulen, Beschnuppern, Kennenlernen. Das war einfach nur schön.  :) Beim Reinholen liefen beide Schulter-an-Schulter und ließen sich nicht aus den Augen. Die anderen Pferde existierten praktisch nicht mehr. So hab ich Jerziba noch nie erlebt. Sonst ist sie eher zurückhaltend und schließt sich nicht so eng an. Mal sehen, wie das nach der Rosse aussieht.  ;)

Sonst ist sie gut drauf, hat beste Laune. Sie hatte wieder eine Infektion. War im HNO Bereich total verschleimt, hustete vermehrt. Laut Harry kann das im Zuge der Behandlung öfter vorkommen. Die Infektion klingt langsam ab. Sie frißt wieder mit großem Appetit: hier ein Appetitanregerrezept: (das schmeckt ja soooooooooooo gut)  :D 80 Gramm Leinsamen über Nacht in Wasser quellen lassen und dann ca. 5 Minuten kochen lassen. 200 ml Rübenschnitzel (trocken) in warmem Wasser aufquellen lassen und mit dem Leinsamen vermischen. Das gibt einen dicken schleimigen Brei. Sie mag es nicht flüssig. Dafür läßt sie fast alles andere liegen. Zusätzlich bekommt sie auf Harrys Rat noch Majoran und Holunderblüten mit heißem Wasser aufgebrüht unter den Brei. Lecker. Unterwegs gabs mal 5 Minuten Grasen. Welch eine Freude. :D

Auch beim Wandern ist sie sehr flott und munter unterwegs. Die Nase ist noch verschnupft, der Husten hat nachgelassen, die Atmung ist noch etwas kurz, aber kein Giemen mehr.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 17. März 2009 um 18:26
Dienstag, 17.03.2009

Dies Tier macht mich echt fertig. Kaum gehts ihr ein bißchen besser, dreht sie gleich mal wieder richtig auf :o.
Heute mittag rief meine Freundin an: Jerziba und die anderen drei Pferde standen mittags, als die Stall-Besi ihr Pferd holen wollte, auf dem Weg vor den Paddocks und fraßen gemütlich Gras. Der dreifache E-Zaun hing in Fetzen davor  >:(. 10 Minuten vorher war sie auf der Straße noch vorbei gefahren und da war noch alles OK. Keiner weiß, was passiert ist. Jerziba geht nicht durch den Zaun. Ihr neuer Freund hat das auch noch nie gemacht. Der Zaun ist nigelnagelneu. Da ist richtig Saft drauf.  :-? Jerziba wollte sich nicht fangen lassen und ihr Freund nicht ohne sie und so tobten sie auf dem Acker rum. Die Sonne schien und es weht ein frischer Wind. Das richtige Wetter um die Sau rauszulassen  ::).

Lange gefressen haben kann sie ja nicht. Aber hoffentlich hat sie sich die Sehnen nicht überlastet.
Da keiner weiß, was die Ursache ist und wer durch den Zaun gegangen ist, werde ich Jerziba wohl vorerst in die Stutengruppe einreihen müssen. Auf jeden Fall, solange sie rossig ist. Nur merkt man das da nicht und ob es daran liegt, weiß auch keiner. Es könnte sich also wiederholen, wenn sie wieder zu ihrem Freund auf den Paddock gehen würde. Könnte natürlich auch sein, daß er durch den Zaun zu den Stuten geht. Schade, ich hätte es beiden echt gegönnt. Sie fühlt sich halt bei den Wallachen wohler. Sind ja eh nur noch zwei und eine andere Stute in der Gruppe. Und die Stuten sind am Wochenende nachmittags draußen. Dann, wenn ich auch Zeit für Jerziba habe  :(.

Es ist doch echt ewig was neues mit diesem Tier. Wenn sie nicht krank ist, stiftet sie zur Abwechslung Unfug. Kann ich nur hoffen, sie geht nicht durch den Zaun, wenn der Wallach auf der Sommerweide ist und läuft dahin  ::). Hatten wir mit einer anderen rossigen Stute auch schon. Oder er kommt zum Paddock gelaufen.

Hat eigentlich einer ein Rezept, wie man im Notfall ein Pferd entsäuern kann? Wenn die Hufe irgendwie reagieren? Hab mal sowas gelesen, aber weiß nicht mehr wo. Würde doch Sinn machen, sich so ein Notfallmittel bereit zu legen.

Genervte Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 18. März 2009 um 18:28
Mittwoch, 18.03.2009

Was gestern auf dem Paddock passiert ist, können wir nur ahnen. Spaßig war es jedenfalls nicht. Die zweite Stute auf dem Paddock beobachtete das Spiel der beiden Verliebten mit angelegten Ohren. Bisher waren die beiden Stuten und der Ponywallach immer eine Gruppe gewesen, die meist alles gemeinsam taten. Da sie Stuten gegenüber als Schläger gilt, außer gegen Jerziba, nehmen wir an, daß sie vielleicht eifersüchtig wurde. Denn von dem neuen Wallach wurde sie weggeschickt, denn sie stand immer alleine herum und Jerziba lief hinter dem Wallach her. Bisher hat sie Jerziba immer freundlich behandelt. Gestern hat sie dann vermutlich gefrustet auf Jerziba eingeschlagen, die dann panisch durch den E-Zaun gegangen ist.

Am Abend fand ich Jerziba in schlechter Verfassung vor. Sie giemte und sah gestreßt und ängstlich aus. Sie schonte die beiden linken Beine.
Links vorne hat sie eine große, dicke, weiche Schwellung zwischen Beugesehne und Röhrbein innen, etwas weiter oben. Das Bein war aber insgesamt auch angelaufen. Die Sehne war beim angehobenen Bein in ganzer Länge sehr druckempfindlich.
Links hinten eine dicke, sehr schmerzhafte Beule auf dem Röhrbein von vorne-seitlich innen, sowie eine lange blutige Schramme. Das Bein ist heute komplett prall angelaufen.
Rechts vorne innen über dem Fesselgelenk am Röhrbein eine weiche Schwellung wie ein frisches Überbein.

Beide Hinterbeine sind zudem vom Kronrand bis Fesselgelenk angelaufen. Da ist auch seit kurzem Schorf an der Haut. Ich vermute, sie reagiert da auch auf die neuen Globuli. Da ist Natrium Sulf. drin. Darauf hatte sie ja schon im letzten Frühjahr mit Mauke und Schwellung an den Hinterbeinen reagiert.

Auf der rechten Seite hat sie über der Schulter und auf den Rippen 2 größere und eine kleine kahle Stelle im Fell. Das Fell ist praktisch abgeschabt. Unter der Decke.

Tierarzt riet zu Kühlen und Dolobene Gel und in einigen Tagen, wenn die Beine nicht mehr so angelaufen sind,  Ultraschall.
Ich habe ihr gestern noch Traumeel gespritzt.

Meine Freundin hat die Beine heute vormittag zweimal gekühlt und ist mit Jerziba eine Stück Straße gelaufen. Sie ging sehr schnell und war wieder guter Laune. Das Vorderbein links war danach gut abgeschwollen. Das Hinterbein links unverändert.

Jetzt mache ich mir halt große Sorgen, daß vorne links wieder die Sehne Schaden genommen hat. Da hatte sie in 2003 eine Sehnenscheidenentzündung an der gleichen Stelle. Vorerst darf sie nicht mit  in den Auslauf. Evtl. am Wochenende alleine auf den Minipaddock. Ich werde sie 20 Minuten führen und hoffen, daß es glimpflich ausgeht.

Was für ein Pech, daß sowas passieren muß und gerade jetzt, wo das Wetter besser wird und Jerziba neue Energie entwickelt.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. März 2009 um 13:56
Donnerstag, 19.03.2009

Gestern abend hab ich die Beine wieder gut gekühlt. Danach war das Vorderbein dünner. Das Hinterbein war prall wie gehabt und man darf es nicht anfassen. Es scheint sehr weh zu tun. Das angehende Überbein war flacher. Jerziba hatte wieder gute Laune und sah munter aus. Hatte aber immer noch Atemprobleme, hustete aber wenig. Ich vermute wieder Erstverschlimmerung durch die neuen Globuli von Harry.

Heute morgen hat meine Freundin auf die Beine wieder
Dolobene drauf getan und findet, daß die Sehne wieder freier liegt und die Schwellung zurückgeht. Hinten wäre auch etwas dünner.
Schauen wir doch mal. So wie das vorgestern aussah, wäre es das absolute Wunder, wenn das glimpflich ausginge und ich käme mir vom Schicksal bevorzugt behandelt vor ;-)

Ich werde trotzdem am Montag einen Ultraschall machen lassen. Vorbeugen ist besser als heilen. Dann weiß ich, woran ich bin.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 24. März 2009 um 15:08
Dienstag, 24.03.2009

Hallo ihr Lieben,

allerbesten Dank für das Daumendrücken!  :) Ihr könnt wieder aufhören  ;). Das Schicksal verwöhnt uns!  :D Die Sehne ist OK!   8-)

Konnte es doch nicht abwarten und hab den Ta am Freitag noch kommen lassen. Er sagt, das ist eine Bindegewebsschwellung durch eine Prellung. Vermutlich selber angeschlagen mit dem anderen Huf. Soll normal bewegt werden. Uff, bin ich erleichtert! Hoffentlich macht sie jetzt mal eine Pause. Solche Schocks brauche ich im Moment gar nicht.  ::)

Ansonsten hat das Schätzchen gute Laune, geht flott vorwärts. Bis auf so Tage, wenn sich das Wetter uneins ist. Am Sonntag hing sie mal wieder etwas durch. Ich hab gedacht, sie sieht ja ganz gut aus, nehm ich mal den Sattel mit auf unsere Wanderung. Aber nach 20 Minuten reiten schnaufte sie angestrengt und ich bin auch aus Rücksicht auf die Verletzungen (sicher ist sicher) dann zu Fuß die weitere Strecke gelaufen. Obwohl sie auf dem Rückweg schon wieder frech aussah und ganz normal atmete.

Gestern hab ich sie in der Halle an der Hand bewegt und sie war gut belastbar. Wollte aber noch nicht zuviel machen. Die Beine sind noch immer etwas geschwollen. Aber die Wasseransammlungen sind insgesamt weniger geworden und nach der Bewegung erst recht.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 01. April 2009 um 16:28
Mittwoch, 01.04.2009

Hallo Ihr,


Letzte Woche war Jerziba munter, atmete gut und war wieder gut belastbar. Die Beine hinten waren immer noch mal etwas angelaufen. Nach der Bewegung aber immer trocken. :)
Die Box ist zur Zeit relativ trocken, die Augengruben sind seit der zweiten Version der Globuli richtig trocken. So waren sie ewig nicht. Leider setzt sie immer noch zeitweise Kotwasser ab. Habe versucht, das mit Nux vomica homaccord zu regeln. Tat sich aber nicht wirklich was. Mit CDvet Darmvital wurde es eher schlimmer. Die Äppel sind aber nahezu normal. Am Sonntag und Montag nach der Akupunktur rochen sie aber sehr streng. Nicht direkt säuerlich, aber kaum nach Pferd. Also hab ich einfach nichts mehr gemacht und abgewartet.
Am Freitag war die TCVM Tä da und wollte Jerziba nochmal checken, ob die Punkte zum Lasern noch passen.
Sie fand nur 3 Punkte Milz, einen Punkt Niere. Alle anderen Punkte ohne Befund. Sie zeigte mir noch einige Punkte speziell für die Milz, die ich lasern soll.
Am Freitag abend ging Jerziba an der Longe richtig fleißig. Wollte gar nicht aufhören. Am Samstag ebenso. 8-)
Deshalb dachte ich, kann ich am Sonntag auch ausreiten. Sonst mußte ich ja immer drei Tage Pause einlegen, weil sie zu sehr reagierte.
Sie bemühte sich, aber ging langsam. Dafür hustete sie ohne Ende.
Am Montag hustete sie kaum und da die Luft sehr frisch war, dachte ich, eine kleine Runde durch die Felder reiten wird ihr gut tun. Sie war schlapp, ging in ruhigem Schritt, stolperte und war völlig verschleimt. Bin zu Fuß weiter. Etwas klarer weißlich vermischter Schleim lief aus beiden Nüstern. Beim Abhören war richtig Schleimrasseln in der Lunge zu hören. Engystol gespritzt. Schade, hätte doch besser die Pause gemacht  :(
Am Dienstag sah sie munter aus. Schleim war so gut wie kaum zu hören, auch nur wenig rauher Ton und sie hustete nicht. Schnaufte ein bißchen wegen der warmen Luft. Äppel rochen wieder nach Pferd  ;)

Find ich schon seltsam, wie schnell diese Reaktionen wechseln. ::)
Bin ja schon gespannt, wie sie heute drauf ist.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 02. April 2009 um 14:39
Donnerstag, 02.04.2009

Hier noch mal fürs Tagebuch, weils so schön ist, der neueste Zwischenbericht von Harry:

Hallo Maria, habe mal geschaut,
Jerziba 40000 Bovis
Reizung/Störung Dünndarm und Nieren, sonst ok.

Ist das geil?  ;D :D ;D :D

Dachte mir schon, daß Niere und Darm was haben, wegen dem Kotwasser. Sie kriegt weiter Akupunktur und wird von mir gelasert. Von der vielen Energie merkt man zwar noch nicht so viel, aber das braucht halt alles seine Zeit. Wenn ich dran denke, wie schlecht es ihr damals ging, im Herbst nach der Hufrehe. Ich hätte nie zu hoffen gewagt, daß es ihr noch mal so gut gehen würde.

Bei dem guten Wetter hab ich gute Laune  8-) und deswegen hat es mich auch gestern abend nicht geschockt, daß Jerziba natürlich schon wieder verschleimt war.  Ich denke, das arbeitet ganz schön in dem Pferd. Sie atmete nicht schlecht, kein Asthma. Bei dem Wetter ein Wunder  ;). Lunge etwas verschleimt, aber kein Schleimrasseln, etwas rauher Ton, wenig Husten. Sie atmete schneller, die Luft war extrem dick und feuchtwarm. Auch die gesunden Pferde waren träge und unlustig.

Ich habe Jerziba einfach an die Longe gehängt und bin auf den Reitplatz. Ihre Energie reicht aber immerhin schon, daß sie wieder auf dem Reitplatz mit dem schwereren Boden sich normal bewegen kann. Das ging in den letzten Jahren kaum. Das strengte sie viel zu sehr an. Der Hallenboden ist leichter und federt mehr. Sie ging ohne zu klagen Schritt und Trab. Mußte sie erst etwas treiben, aber sie ging flott. Wirkte nicht angestrengt. Aus einer Nüster kam fast klarer Schleim. Ich denke, sie baut jetzt ihr Immunsystem neu auf. Das kann dann noch eine Weile so weiter gehen. Das hatte ich auch schon mal nach einer chronischen Bronchitits.

So im Nachhinein ist mir klar, daß viele Probleme einfach ein viel zuwenig an Energie war/ist. Man geht ja immer davon aus, daß Energie einfach zur Verfügung steht. Bei sich und anderen. Aber das ist eben nicht selbstverständlich.

Der Maukeschorf an den Hinterbeinen ist fast weg. Die Verletzungen schmerzen sie auch nicht mehr. Allerdings trägt sie den Schweif noch ein wenig schief. Beim Reiten merkt man aber nichts.
Habe gestern mal das Fell ausgiebig geschrubbt. Ein ganzer Mistboy voll kam raus. Hätte sicher noch einen voll rausholen können, aber keine Lust mehr. Alleine von der Stirn hab ich jede Menge abgeschrubbt. Da sind jetzt ein paar fast kahle Stellen. Das neue Fell ist noch millimeterkurz. Das muß Jahre her sein, daß sie so viel Fell auf einmal verloren hat. Wie man sieht, kann man Jahre später nach Pergolidstart noch Verbesserungen haben.

Gutgelaunte Grüße  ;)
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 03. April 2009 um 18:25
Freitag, 03.04.2009

Wie gesagt, es bleibt spannend. Gestern abend war Jerziba munter und ich ging eine Stunde mit ihr zu Fuß. Sie war gehfreudig und guckte viel. Hustete etwas zäheren Schleim ab, der sich bildet, wenn ein Infekt im Abklingen ist. Der verstopfte entsprechend die kleinen Atemwege, sodaß stellenweise ein leichtes Giemen beim Abhören zu hören war. Aus den Nüstern kam nur wenig klarer Schleim. Sie trabte neben mir energisch und raumgreifend. Atmete etwas stärker danach, beruhigte sich aber schnell. Danach war die Lunge freier.

Äppel wieder fast normal, kein Kotwasser mehr. Ist gierig nach Gras, habe sie 6 Minuten fressen lassen, läßt etwas von dem wenigen Trockenfutter noch liegen. Aber sie muß eh noch ein bißchen Nackenspeck loswerden.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 24. April 2009 um 18:46
Freitag, 24.04.2009

Auf Anfrage bei Harry bekommt Jerziba noch
Lungenformula von Sunsplash, das sind Ayurvedische Kräuter,
von Harry auf Globuli gezogen sowie Bronchialis Heel, Pulmo suis und
Cralonin (bei Herzproblemen speziell bei Lungenemphysem).

Da die Mittel bestellt werden mußten, lagen jeweils einige Tage zwischen der ersten Gabe und es zeigte sich jedesmal eine Erstverschlimmerung. Dadurch schnupfte sie wieder vermehrt herum. Irgendwie geht das immer rauf und runter.

Insgesamt ist sie gut drauf, geht gut vorwärts bei unseren Wanderungen. Beim Reinholen vom Paddock tobt sie mit den anderen herum und ist fröhlich. Leider hustete sie dann wieder mehr und atmete gepreßt. Ich habe daraufhin das Lasern weggelassen, da ich den Eindruck hatte, daß sie erstmal mit all den Mitteln arbeiten muß.

Zusätzlich hatte ich noch eine Zahnärztin da, welche die Zähne korrigieren mußte. Wellengebiß und vorne Überbiß. Danach fraß Jerziba eine Woche lang schlecht und verlor dabei die Fettpolster, was ja auch nützlich ist. Inzwischen schmeckt es wieder.

Da neben unseren Paddocks ein riesen Rapsfeld liegt und alle Hustenpferde letzte Woche Atemprobleme hatten, habe ich Jerziba am 16.04. zur Sicherheit auch eine Antihistaminspritze geben lassen.
Obwohl sich die Lunge beim Abhören noch immer rauh anhört und sie noch immer Schleim abhustet, atmete sie am 3 Tag danach bereits ruhig und entspannt. Dies ist noch immer so und beim Reiten oder Longieren ist sie fleißig und gut belastbar. Ich denke, ich werde ihr vorerst weiterhin das Antihistamin spritzen lassen, wenn sie damit besser atmen kann. Das Inhalieren mit Cortison habe ich seitdem abgesetzt. Werde es aber für den Übergang zwischen zwei Spritzen einsetzen, um den Wirkungsabfall auffangen zu können. Wenn nötig, kann ich aber Schleimlöser oder NA CL einsetzen. Bisher kommt sie aber alleine klar.

Kotwasser hat fast aufgehört, Äppel sind meist OK. Die Beine sind super trocken, die Augengruben ebenfalls, das tränende linke Auge hat nachgelassen. Oft ist es trocken.

Sie hat noch etwas Winterfell, speziell am Bauch. Ist sehr schlank, aber gut bemuskelt. Nur der Bauch ist ziemlich prall und rund.

Wenn wir unterwegs sind, darf sie bis 10 Minuten grasen.

In diesem Frühjahr sind die Hinterhufe 6 Wochen nach Abnehmen der Beschläge noch nicht abgelaufen, obwohl wir viel unterwegs sind. Erstaunlich.

LG
Maria  :)


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 08. Mai 2009 um 19:05
Freitag, 08.05.2009

Jerziba ist gut drauf. SB sagt, sie piaffiert und galoppiert neben ihr, wenn sie Jerziba vom oder zum Paddock bringt   ::)

Beim Reiten ist sie gehfreudig, wie nur in unseren ersten Jahren. Ich kann reiten, wann ich will, sie ist immer belastbar. Die Atmung ist noch immer etwas über den Bauch, beim Abhören noch rauher Ton und auch mal Schleim zu hören und sie hustet manchmal einige Male ab. Sie reagiert immer noch etwas auf Wetterwechsel, doch weniger stark.
Je nach Wetterlage reite ich 3-4 mal pro Woche und longiere 1-2 mal. an zwei Tagen hat sie frei. Das will sie so und mir ist das recht  ;).

Sie frißt gut, habe das Zusatzfutter wieder leicht reduziert. Durch das Arbeiten wachsen die Muskeln wieder und der Bauch ist straffer geworden und sieht dadurch weniger prall aus  ;D. Manchmal noch Spuren von Kotwasser. Meist bei Gewitterluft. Insgesamt gesehen läuft sie besser, wenn sie dünn ist. Das lasse ich dann auch so. Grasen darf sie 5 mal die Woche 10 Min.
Sie wirkt sehr zufrieden und ausgeglichen. Aber das täuscht. Beim Reiten rennt sie und ich muß oft bremsen, weil sie es übereilig hat zur Wiese zum Grasen zu kommen. An der Longe rast sie im Galopp in Schräglage herum. Das muß besser werden  ;D. Und nerviger ist sie wieder geworden. Guckt viel, ist sehr aufmerksam, erschreckt sich mal oder will umdrehen. Ansonsten bin ich froh, meinen Vollblüter wieder zu haben. Sie geht super locker und weich fließend zu sitzen. Die Akupunkturen haben bei ihren Muskelproblemen durch Verspannungen Wunder gewirkt. Rückenprobleme und die Schwäche im rechten Hinterbein sind vergessen. In dieser Hinsicht hatten die Atemprobleme sogar einen Nutzeffekt. Ohne diese hätte ich die Akupunkturen von der TCVM Ärztin wohl nicht machen lassen. Hinterher wundert man sich oft, wozu der ganze Streß gut war.  ::)

Sie hat fast durchgehaart, ohne weitere Hilfe meinerseits. Das heißt, ich putze selten gründlich. Sie streift das Fell beim Wälzen ab und das tut sie täglich ausgiebig. Das Fell ist glatt und glänzend. An den Hinterbeinen hat sie noch einige Stellen, an denen sich Schorf gebildet hatte nach Beginn der Globuli von Harry. Das Fell läßt sich da Büschelweise auszupfen. Aber darunter ist bereits neues Fell.

Von der TCVM Ärztin hatte sie mehrmals chinesische Kräuter bekommen. Unter anderem Rehmannia 14. Dies war speziell gegen die Cushing Probleme. Sie sagte, sie hat von Kollegen gehört, daß es vielen Cushing Pferden geholfen hat. Jerziba sieht man das Cushing nicht mehr an und ich werde immer wieder mal kurweise ihr das geben um den Zustand so lange wie möglich zu halten. Besonders im Winter denke ich, macht das Sinn. Denn Jerziba ist ja im Winter immer schlechter drauf.
Ich denke, die Kombination der verschiedenen Therapieansätze und Harrys Globuli haben da viel bewirkt. Schauen wir mal, ob wir das halten können.

LG
Maria  :)


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 17. Mai 2009 um 23:33
Sonntag, 17.05.2009

Also eigentlich wollte ich heute nur davon berichten, daß ich endlich einen DSL Anschluß habe und wie gut es uns geht. Daß wir am letzten Wochenende in die Heide gefahren sind und daß Jerziba super mitgehalten hat. Sie ist im Renntrab gegangen, daß meine Freundin nur gestaunt hat und nebenher im Arbeitsgalopp geritten ist. Schließlich ist Jerziba angaloppiert und wir sind eine lange Strecke am Stück renngetrabt und galoppiert ohne daß Jerziba Atemprobleme bekam  8-). Sie hat ganz entspannt geatmet und nicht gepumpt oder gehustet. Dabei war es sehr warm. Auch an den folgenden Tagen war das so.

Am Donnerstag veränderte sich das Wetter zu feuchtwarm und Regen und sie produzierte deutlich Kotwasser. War aber sonst fit. Im Nachbarhof war ein Polterabend mit Spielmannzug. Das war sehr aufregend. Vielleicht trug das dazu bei. Ab Freitag gab ich ihr dann Nux vomica. Heute war weniger Kotwasser zu sehen.

Und dann bekam ich heute morgen einen Anruf, daß Jerziba und ihre beiden Kumpel eine Stunde auf der Weide gefressen haben  :o >:( :o  >:(. Zur Erinnerung, Jerziba war an 10 Minuten gewöhnt und mehr war auch vorerst nicht geplant, da sie auf mehr immer mit gefüllten Augengruben reagiert hat. Habe sofort das Internet und das Forum durchsucht und Maeja (Danke an Dich)  befragt, nach Notfallplan bei zuviel falschem Futter. War sonst kaum wer da und dann entschieden,  Basica (hatte ich noch im Schrank) in doppelter Menschendosis zu geben, dazu Nux vomica 3mal im Stundentakt sowie Natrium sulfuricum und Ferrum phosphoricum. Morgen und übermorgen das Gleiche.

Dazu gabs eine Stunde Marschieren durch die Feldmark und danach eine halbe Stunde im Jog auf dem Reitplatz. Und nix anderes zu fressen außer Heu und nun heißt es Daumen drücken und hoffen...

Also sowas muß ich eigentlich nicht dauernd haben  >:(. Hoffentlich hört sie mal damit auf. Anschließend an die Weidewirtschaft stand sie fordernd wiehernd am Zaun. War ziemlich säuerlich unterwegs, daß ich sie nicht grasen ließ. Sie nimmt das persönlich, daß die anderen Pferde gestern auf die Sommerweide durften und sie nicht. Auf dem Rückweg von unserem Ausritt gestern war sie noch sicher, ich würde sie an der Weide lassen und ausgeprägt erwartungsfroh und aufgeregt und entsprechend enttäuscht, als das nicht eintrat. Sie wird sich nie damit abfinden, auch wenn sie es im Laufe des Sommers hinnimmt. Aber betteln tut sie jedesmal  :-[

Die Atmung war super trotz extrem schwülwarmer Gewitterluft  :D. Kein Husten. Das Pferd super entspannt und locker  ::).  Sieht super sportlich aus  8-). Der Bauch wird weniger, die Muskeln an der Oberlinie wachsen  ;).

Ich hoffe sehr, es geht gut. Es darf einfach nicht schlecht ausgehen...

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. Mai 2009 um 18:42
Dienstag, 19.05.2009

Gestern abend ist es leider wieder sehr spät geworden...  ::)

Jerziba sah etwas mißmutig aus und nachdem ich sie aus der Box geholt hatte und sie sich bewegte, hustete und nieste sie sehr viel. Es kam allerdings überwiegend Wasser und wenig klarer Schleim aus den Nüstern. Beim Abhören war Schleim, etwas Giemen und etwas rauher Ton zu hören. Die oberen Atemwege waren stärker betroffen. Ich vermute, daß das Natrium sulfuricum das Ausleiten angeschoben hat und sie nun vermehrt Wasser ausgeschieden hat. Sie reagiert da immer ziemlich deutlich. Evtl. aber hat nun doch die Antihistaminspritze nachgelassen. Dafür waren dann aber die Äppel wieder normal, nicht mehr so naß. Aber die Hinterbeine hatten an den Fesseln ziemlich gefüllte Gallen. Hatten wir ewig nicht. Nach dem Bewegen waren sie deutlich trockener. Kenne ich nur noch von der Weidezeit. Die Augengruben waren danach sehr trocken.

Bin mit ihr 45 Minuten durch die Feldmark im Rennschritt gegangen. Die Atmung war dabei teilweise leicht hörbar, weil die Nase verschleimt war, aber sie hatte es mächtig eilig, denn sie hoffte, daß sie doch noch an einem unserer Pausenplätze grasen dürfte. Sie tat mir echt leid. Freute sich jedesmal und es gab nichts. Sie ist so gierig nach Gras. Aber sie hatte trotzdem ihre gute Laune wieder gefunden  ;). Danach hab ich sie noch 15 Minuten an der Longe im Jog gehen lassen.

Harry schrieb, er hätte ihr nichts gegeben. Vom ihrem Zustand her dürfte nichts passieren. Ich setze dann mal alles ab und und warte ab, wie sie sich weiter entwickelt.

LG
Maria  :)


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 21. Mai 2009 um 02:14
Mittwoch, 20.05.2009

Dienstag abend waren wir wieder eine Runde unterwegs. Jerziba lief gut, raumgreifend und locker. Der Husten war wesentlich weniger, die Atmung aber wie gehabt asthmatisch. Kein Kotwasser. Mit der TCVM Ärztin telefoniert. Sie empfahl die Antihistaminspritze beizubehalten, da Jerziba sie gut verträgt und es ihr damit gut geht. Die Lunge wird dabei ebenfalls entlastet. Auch hält sie es für wichtig, daß Jerziba immer wieder das Rehmannia 14 gegen die Cushingsymptome bekommt. Wir sind so verbleiben, daß Jerziba vorerst weiter das Antihistamin bekommt und ab September wieder das Rehmannia und Akupunktur.

Mittwoch abend gleiches Spiel. Sie war leicht verschwitzt hinter den Ellbogengelenken in der Gurtlage. Eine Runde spazieren. Kaum Husten, wenig Schleim zu hören. Atmete anfangs hörbar, nach ca. 40 Minuten Bewegung war nichts mehr zu hören, Atmung ruhiger und entspannter. Danach noch mit ACC inhalieren lassen. Der Ta war da und hat das Antihistamin gespritzt. Habe sie 5 Minuten grasen lassen und zwei Handvoll Revital gegeben.

Sie steht seit Sonntag 2/3 des Tages auf dem Paddock mit einem Wallach zusammen und die restliche Zeit mit einer Stute und einem Ponywallach, nachts in der Box mit offenem Fenster und hat fast rund um die Uhr Heu zur Verfügung. Sie sieht rippig aus, aber ist gut bemuskelt. Sie frißt gut, langsam, mit Pausen, aber läßt nichts über.

Außer Pergolid bekommt sie vorerst keine Medikamente. Ich warte mal ab, wie sie sich entwickelt. Werde nochmal Harry befragen  Evtl. gebe ich ihr mal Alkatop Basenpulver. Allergiker sind ja oft ü
übersäuert.

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 22. Mai 2009 um 01:52
Donnerstag, 21.05.2009

Sieht so aus, als hätte sie die kritische Zeit überstanden  8-). Sie läuft gut. Füße tun ihr nicht weh. Also alles im grünen Bereich  :). Wir haben mal wieder Glück gehabt.

Heute sah sie gut aus. Atmung ganz ruhig, entspannt. Kaum was zu hören auf der Lunge, außer etwas dünnem Schleim. Ich habe sie ca. 45 Minuten auf dem Reitplatz bewegt und longiert. Davon 20 Minuten im Trab. Atmung war dabei unauffällig, obwohl es sehr schwülwarm war. Sie schwitzte sogar etwas dabei, was selten vorkommt. War gut gelaunt. Zum Schluß im Renntrab hustete sie einige Male. Da sie so schnell auf das Antihistamin reagiert, denke ich, daß sie gut drauf ist.   Leider wieder etwas Kotwasser danach. Kann an der Gewitterluft liegen. Hatte sie im letzten Jahr auch im Sommer. Habe sie 5 Minuten grasen lassen. Seltsamerweise frißt sie seit einiger Zeit außer Gras am liebsten Heu. Ihre Futterschüssel frißt sie erst ganz zum Schluß.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. Mai 2009 um 18:18
Montag, 25.05.2009

Wir waren am Wochenende im Gelände unterwegs und Jerziba war wieder megaschnell  8-). So kenne ich mein Pferd gar nicht mehr, nachdem sie jahrelang immer Pausen wollte und eher triebig war. Jetzt zeigt sie sich endlich mal wie ein Araber. Ist gehfreudig, ausdauernd (in Grenzen natürlich), hart im Nehmen, mutig und kämpferisch. Wenn wir zu zweit ausreiten, will sie die Nase vorn haben  ::). In ihrer Gruppe allerdings läßt sie lieber die anderen vor um sie zu beschützen. Wenn die Angst haben, geht sie aber vor  ;)

Beine, Augengruben, alles trocken. Aber immer noch Kotwasser und teilweise zu nasse Äppel.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Juni 2009 um 18:39
Freitag, 05.06.2009

Wie gesagt, mit Jerziba bleibt es spannend...

Es ging ihr echt richtig gut  ;), bis sie am Dienstag vergangener Woche zweimal einen Gewitterschauer abbekommen hat. Abends dann noch schön mit Hagel. Danach stand sie dann patschnaß mit kaltem Wind im Rücken  >:(, bis ich kam. Habe sie trockengelegt und noch 20 Minuten auf dem Reitplatz im Schritt bewegt. So weit alles gut.

Am Freitag dann, genau 3 Tage später beim Ausritt, Husten ohne Ende und gelber Schnodder aus der Linken Nüster.  >:( Auch war sie etwas weniger eifrig beim Reiten.  Das hinderte sie aber nicht daran, mit den Ponnies auf der Weide an unserem Weg um die Wette zu laufen. Na klar hatte sie die Nase vorn.  8-) Also  wieder sofort mit ACC inhaliert über 3 Tage. Und Engystol gespritzt. Dann kam nur noch weißlicher dünner Schleim. Komisch, die ganze Zeit kam nur aus der linken Nüster was. Dafür war auf der Lunge immer deutlicher Giemen zu hören. Also wieder Cortison inhaliert. Bewegt habe ich sie nur zu Fuß im Gelände. Trotz dem üblen Giemen in der Lunge war sie mega schnell unterwegs. Klar, das Gras lockte  ;D Die Luft wurde ihr dabei nicht knapp. Früher hätte sie hierzu nicht die Kraft gehabt.
Der Husten ließ nach, aus den Nüstern kommt nichts mehr raus, aber die Lunge pfeift noch überall. Das Gras blüht auch gerade überall, die Pollen fliegen weit. Möglicherweise spielt das eine Rolle. Gestern habe ich sie wegen Regen in der Halle longiert. vorsichtig angefangen, wurde sie bald warm und eifrig und hatte Spaß dran. Hat kaum gepumpt, einfach stärker über den Bauch geatmet. Dies ließ aber sehr schnell wieder nach. Danach war die Lunge sehr schön frei, kaum noch Giemen zu hören. Gehustet hatte sie dabei zweimal.  

Das war ein ziemlich heftiger Infekt, aber ich denke, es sieht schon gut aus. Wenn die Schleimhäute abgeschwollen sind, wird es wieder gut.

Das Kotwasser haben wir mit Heilerde im Griff. Erst täglich, dann alle 2 Tage, dann mal nach 3 Tagen und im Moment nach Bedarf. Aber die Verdauung sieht gut aus  :). Die Beine und Augengruben sind trocken.
Das Pferd ist ziemlich sehr schlank, aber glänzt wie ein Spiegel  :D. Gestern in der Halle unter den Halogenstrahlern war ich fast geblendet  ;D. Sie hatte richtig metallic Glanz wie frische Kupfermünzen im Fell. Da ist kaum Fett drauf, aber man sieht alle Muskeln. Und der Bauch ist straffer geworden.

LG
Maria  :)


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 03. Juli 2009 um 16:17
Freitag, 03.07.2009

Jerziba hatte noch gut zu tun mit dem Infekt nach dem Gewitterregen. Das war leider eine hartnäckige Bronchitis, die erst nach 3 Wochen endlich durch war. Dann war sie ein paar Tage lang gut drauf und schon war auch die Wirkung der Antihistaminspritze wieder vorbei. Doch es gab noch reichlich Gräserpollen und sie reagierte auch gleich darauf.
Bereits einen Tag nach der neuen Spritze war sie wieder gut drauf und wir konnten wieder im Gelände unsere Runden drehen. Dabei bin ich dann auch wieder angefangen seit der Hufrehe, bis 1,5 Stunden am Stück zu reiten, ohne daß Jerziba geschwächelt hätte oder um absteigen gefragt hätte. Danach war sie noch gut drauf und ich hätte weiter reiten können. Doch ich kenne sie und weiß, daß sie gern aufdreht und es ihr dann doch zuviel ist.

Vor zwei Wochen waren plötzlich über Nacht ihre Augengruben angefüllt. Keine Beulen, nach Bewegung eine kleine Vertiefung, aber mir völlig unerklärlich so plötzlich, nachdem sie vorher lange Zeit immer frei waren. Die Beine sind immer trocken, meist so trocken wie noch selten vorher. Auch Kotwasser haben wir Dank Heilerde kaum noch. Ich habe darum das Grasen von 15 auf 10 Minuten wieder reduziert und von den 1 ltr Revital 2 Handvoll gekürzt. 10 Tage später sind nun wieder Gruben zu sehen. Besonders nach dem Bewegen sieht man etwas. Bisher hat sie ja jeden Sommer mit gefüllten Augengruben reagiert. Allerdings nie schon bei 15 Min Grasen. Der Futterzustand ist sehr gut. Sie kommt mit weniger Futter aus, als im letzten Jahr und sieht sportlich schlank und ausreichend bemuskelt aus. Ich achte darauf, daß sie kein Fett ansetzt, was ziemlich schnell passiert, wenn sie zu wenig Training hat.

Leider waren auch die Lymphknoten zwischen den Ganaschen seit dem Infekt noch immer etwas größer als normal und sie hustet seit ca. 10 Tagen immer mal wieder vermehrt. Ich hoffe nicht, daß sie schon wieder an einem Infekt brütet. Die Hitze mit der hohen Luftfeuchtigkeit macht ihr sehr zu schaffen. Sie sieht abends meist ganz geschafft aus. Dabei steht sie im Schatten unter großen Bäumen oder sogar in der Hütte und etwas Wind streicht immer darüber. Ich dusche sie jeden Abend kalt ab und dann gehen wir eine Runde zu Fuß. Sie geht normales Tempo, kriecht nicht, atmet dann auch freier, der Kreislauf kommt in Gang, abends ist es ja schon kühler. Mittwoch mußte ich nachmittags mit ihr gehen. Das war aber kaum erträglich. Hoffentlich normalisiert sich das Wetter bald wieder.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 17. August 2009 um 18:56
Montag, 17.08.2009

Die vergangenen Wochen waren wie gewohnt sehr wechselhaft. Das anhaltend schwülwarme Wetter machte Jerziba doch deutlich zu schaffen. Sie nahm wieder ab, fraß aber auch oft schlechter. Besonders an sehr warmen Tagen mit Gewitterluft stand sie dann abends geschafft in der Box vor ihrem Heu und schlief. Sie hatte dann auch öfter etwas angelaufene Beine, die Augengruben wurden nicht mehr so trocken, wie noch im Frühjahr und sie hatte vermehrt Wasser in der Lunge.

Wenn das Wetter mal ein paar Tage trocken war, konnten wir eine größere Runde reiten. Sie schafft locker 1,5 Stunden reiten am Stück ohne zu schwächeln. Das war im letzten Jahr noch unmöglich. Dabei ist sie danach noch munter und nicht geschafft. Dann kam eine Woche mit schönem trockenem weniger warmem Wetter und ich bin jeden Tag abends eine Stunde durchs Gelände geritten. Die ersten Stoppelfelder gabs auch schon. Jerziba war sehr gehfreudig und kaum zu bremsen. Besonders wenn ich auf dem Rückweg an unserer Sommerweide vorbeiritt. Da es ihr so gut ging, ließ ich sie am Ende dieser Woche akupunktieren, um die Wasseransammlungen los zuwerden. Zusätzlich bekam sie wieder chinesische Kräuter gegen die Veränderungen durch das Cushing und gegen das Wasser in der Lunge. Doch genau 2 Tage später setzte wieder eine Hitzewelle mit sehr feuchter Luft ein. Zusammen mit der Erstverschlechterung nach der Akupunktur wurde Jerziba das nun doch zuviel. Sie bekam Durchfall und  hing ziemlich durch. Sie ist halt sehr wetterfühlig und reagiert sofort. Die Tierärztin stellte einen schlechten Kreislauf und viel Wasser in der Lunge fest. Dies führt zu ständigen Reizungen der Schleimhäute. Sie bekam eine Spritze zum Entwässern und bekommt seitdem Equipulmin (wie Ventipulmin, anderer Hersteller). An den sehr heißen Tagen kommt sie ab Mittag in den kühlen Stall, damit der Kreislauf nicht schlapp macht. So kommt sie zur Zeit gut zurecht. Ist abends dann nicht so schlapp und ist munter. Die Wasseransammlungen durch die Cushingveränderungen sind ihr Hauptproblem, werden aber spürbar weniger. Kreislaufprobleme hatte sie ja immer schon. Auch mit Wasseransammlungen hatte sie schon immer Probleme. Die Beine sind nur an sehr kreislaufbelastenden Tage noch leicht angelaufen. Die Augengruben sind häufig wieder deutlich sichtbar. Kein Kotwasser, Verdauung perfekt.

Um sie aufzufüttern bekommt sie zum Revital Rüschnis mit gekochtem Leinsamen, da sie sie pur nicht frißt. Außerdem habe ich das Grasen auf 25 Minuten erhöht, was sie bisher gut verträgt und Brennnesseln gibts täglich.
Ich reite wieder fast täglich bei dem trockenen Wetter. Sie ist dann sehr gehfreudig. Hustet und niest aber noch Wasser ab. Hat wieder zugenommen und war gerade hoch rossig. Ich habe sie dann zum Grasen zu der Stutenherde gestellt, die ebenfalls alle anfingen zu rossen. Jerziba war der Star in der Gruppe. Alle drängten sich um sie und betüddelten sie. Sie sah sowas von glücklich aus. Ich hätte es ihr so gegönnt, sie dort zu lassen. Als artiges Mädchen läßt sie sich problemlos wieder einsammeln. Aber sie bettelt sehr intensiv, ich sollte sie dort lassen und der Abschied dauert.

Insgesamt geht es ihr gut. Das Cushing sieht man ihr nicht mehr an. Nur das Fell ist etwas länger als beim gesunden Pferd. Da sie bei unseren Ritten so rennt und dann doch etwas ins Schwitzen kommt, habe ich das Fell an der unteren Halshälfte mit einem Haarschneider getrimmt auf ca. 5mm. Am Samstag hatte sie dann nur noch unter dem Sattel geschwitzt. Selbst am Sonntag, bei heißen 31 Grad war sie unter der dicken Mähne trocken.

Jetzt hoffen wir auf einen schönen sonnigen, aber trockenen Herbst    8-).

LG
Maria   ;)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Oktober 2009 um 18:49
Montag, 05.10.2009

Das sehr warme Wetter Ende August/Anfang September war für Jerziba nochmal eine anstrengende Zeit. Mit dem langen Fell in der Mittagssonne war das ganz schön belastend, auch wenn sie im Schatten stand. Sie schwitzte zwar nicht so sehr, hauptsächlich am Hals unter der Mähne und zwischen den Hinterbeinen. Ich habe aber den Hals nochmal kurz rasiert, um ihr Erleichterung zu verschaffen. Ende September war es ja schon kühler. Da schwitzte sie immer erst wenn sie abends in die Box kam, zwischen den den Hinterbeinen und hinter den Ellbogen in der Gurtlage. Holte ich sie raus und bewegte sie, hörte das sofort auf. Da das Fell schon wieder gewachsen war, habe ich an Hals und Brust das Fell großzügig rasiert und hinten innen und an der Hinterseite der Oberschenkel und an den Flanken in Kniehöhe. Um den Kreislauf zu stützen, gab ich ihr Cralonin von Heel. Auch jetzt bei dem kühlen Wetter ist sie öfter an den Stellen warm bis feucht, wenn sie rein kommt. Und sie ist nicht mehr fröstelig wie früher, wenn es eher naßkalt ist.

Ansonsten gehts ihr richtig gut  :D. Anfang September bemerkte ich, daß, je nachdem wer füttert, das Heu nicht immer komplett naß war. Ich dachte, das könnte ja die wechselnden Zustände ihrer Hustenprobleme in der letzten Zeit ausgelöst haben und krempelte die Ärmel hoch und legte ihr bereits nasses Heu für die Morgenfütterung vor die Box. Für Abends machen es meine Freundin oder ich ohnehin selbst naß. Im Winter dann stellen wir ihr das auch fertig hin. Nach ca. einer Woche merkte ich, daß Jerziba seltener hustet und frei atmet. Das machen wir jetzt seit ca. 4 Wochen so und Jerzibas Atemprobleme haben sich extrem gebessert  :D. Husten höre ich kaum noch, gepresstes Atmen gar nicht, allerdings atmet sie noch immer etwas zu schnell.

Gestern waren wir im Gelände und waren 1,5 Std unterwegs, 1 Stunde geritten. Für diese Strecke brauchten wir sonst 2-2,5 Stunden, wobei ich nur eine Stunde ritt und den Rest gelaufen bin! Sie war nervig bei dem Sturm, der uns um die Ohren fegte, ging sehr schnellen Schritt und wollte fast nur traben und hatte dabei keinerlei Atemprobleme bis auf den Rückweg, da regte sich mal sehr auf und wollte heizen. Nur wenn sie längere Zeit schnelles Tempo geht und/oder sich aufregt, hustet sie noch mal ab. Die Antihistaminspritze ist zur Zeit überflüssig geworden, Inhalieren mit Cortison soll ich noch 1-2 mal die Woche, damit sich der Zustand der Schleimhäute hält, laut TCVM Tä. Bei sehr kreislaufbelastendem Wetter wird sie schon noch mal etwas kurzatmiger und leicht schnaufig. Durch Bewegung bessert sich das aber schnell. Das Wasser in der Lunge ist dank Akupunktur und den chinesischen Kräutern größtenteils wieder weg. Sollte Jerziba im Winter wieder anfangen zu frieren, bekommt sie ihre Kräuter wieder, da dies auch die innere Wärme bringt.

Wenn wir "spazierengehen", dann haben wir ein echtes Renntempo drauf  8-). Manchmal begleitet uns eine Freundin und dann muß ich Jerziba und mich ständig bremsen. Normales Gehtempo kommt mir dann wie Schneckentempo vor  ;D. Und geht Jerziba mal langsamer, weil sie nicht so Renndrang hat, dann denk ich, wir kriechen, also muß sie wohl krank sein.

Vor einigen Wochen bekam sie zu den zwei Wallachen weibliche Gesellschaft auf ihrem Paddock. Eine Ponystute kam dazu. Sie war schon mal hier, die beiden kannten sich. Doch als erstes machte Jerziba der Kleinen gleich klar, daß sie die Chefin auf dem Paddock ist und das auch zu bleiben gedenkt  8-). Einige Tage später hatte sie eine dicke weiche Beule und eine Schramme innen am rechten Vorderbein. Ich dachte gleich wieder an unsere Zeit der Sehnenprobleme  :(. Aber es war bis jetzt einmalig und ist fast verheilt. Sie hatten wohl Streit.

Ansonsten sind die Beine und Augengruben trocken, das linke Auge tränt wieder manchmal leicht, seit es kühler ist, die Verdauung ist allerbestens. Seit Beginn der Weidesaison lehnte sie bis auf das E.Revital jegliches Zusatzfutter ab. Besonders an sehr heißen Tagen fraß sie nicht mal das auf. Seit es kühler ist, frißt sie alles auf und nimmt auch wieder gerne etwas M.Low Glycaemic dazu. Sie hat wieder gut zugenommen, sodaß ich das Zusatzfutter wieder leicht reduzieren konnte. Ich halte sie aber möglichst schlank. Die meisten finden sie noch dünn. Mineralfutter gebe ich nicht dazu, da beide Futtersorten genug enthalten. Zusätzlich bekommt sie getrocknete Brennnesseln. Seitdem glänzt ihr Fell wieder besonders schön. Das beobachte ich jetzt schon den dritten Sommer. Grasen habe ich reduziert auf 10-15 Minuten. Anfangs prostestierte sie dagegen. Jetzt sagt sie nichts mehr dazu. Ich kann sie zu den Stuten auf die Weide stellen und nach zehn Minuten wieder wegholen, ohne daß sie meutert. Selbst bei der letzten Rosse im August nicht. Das finde ich sehr beachtlich.

Ansonsten muß ich mein Pferd mal richtig loben  :D. Sie geht so entspannt mit ihrer Krankheit und den ganzen Problemen um, da kann man nur staunen. Ta sagt, die hat ihre Probleme völlig akzeptiert und macht das Beste draus  8-). Da kann man nur von lernen. Sie hat fast immer gute Laune (außer mal bei extremem Kreislaufwetter), will immer vom Hof runter und was sehen. Ist aber auch geduldig, wenn es nicht geht. Sie bleibt problemlos alleine im Stall oder Auslauf, sie erträgt mit guter Miene jede Behandlung, sie streckt einem das offene Maul entgegen, damit man die Spritze mit Medizin reinstecken kann (die Stall Besi ist sowas von begeistert davon). Sie versucht immer ihr Bestes zu geben beim Reiten oder sonstwie Bewegen, im Umgang, beim Ta, auch wenn sie nicht so gut drauf ist. Sie ist einfach ein richtig gutes Pferd, eine Kämpfernatur, die nur für mich und nicht mehr gegen mich kämpft, wie die ersten Jahre, ein echtes Verlaßpferd, eine echte Freundin, ein tolle Teamkameradin, mein Traumpferd  :) ;)! Genau so ein Pferd wollte ich immer haben. Das war nicht immer so, das haben wir hart erarbeitet. Sie versucht heute oft, rauszufinden was ich will und es dann zu tun und weiß auch genau, womit sie mir Freude machen kann. Als ich sie bekam, war sie nahezu roh, sie kannte nichts, war extrem ängstlich, konnte nicht alleine in der Stallgasse stehen, nicht alleine auf dem Auslauf direkt am Stall, alleine ausreiten war unmöglich und sie nahm mir lange übel, daß ich sie von ihrer Familie weggeholt hatte. Wir haben bisher die (zahlreichen) Schwierigkeiten und Krankheiten gemeistert. Das muß ja nun mal gut werden. Ich hoffe, sie bleibt noch sehr lange bei mir  :).

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. Dezember 2009 um 17:57
Freitag 11.12.2009

Merke gerade, daß ich ja schon länger keinen Bericht mehr abgegeben habe. Bin zeitlich ziemlich ausgelastet. Arbeiten und Pferd bewegen geht nunmal vor  ::).

Mit Ende der Weidesaison, als alle Pferde wieder in den Stall kamen, ließ bei Jerziba auch spürbar das Tempo auf unseren Ausritten nach. Der Drang, die anderen Pferde besuchen zu wollen, entfiel ja nun. Sie wurde gemütlicher, wollte nicht mehr so gern große Runden gehen. Als ich dann auch noch das Grasen verbieten mußte, weil die Temperaturen zu niedrig waren, da begann sie zu streiken. Wollte tatsächlich durchsetzen, grasen zu dürfen oder umzudrehen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie das halbwegs akzeptierte. Als dann mit den deutlich kürzer und dunkler werdenden Tagen auch noch schlechte Laune, Mißmut und allgemeine Lustlosigkeit einsetzten, kramte ich meine Bachblüten hervor und stellte ihr wieder unsere bewährte Mischung zusammen. Die bekommt sie seit ca. 5 Wochen und nach einigen Tagen ging es mit der Laune wieder steil aufwärts.

Bei aufziehendem Tiefdruckwetter hängt sie schon noch mal durch. Kreislauf sackt dann ab und sie sieht müde aus, schnauft, wenn sie sich bewegen muß und will nur ihre Ruhe. Allerdings bewege ich sie gerade dann gezielt, weil der Kreislauf dann meist wieder in Gang kommt. Insgesamt aber viel besser, als noch vor einem Jahr. Beim Wechsel vom Sommer zum Herbst kam dann der Stoffwechsel etwas durcheinander. Sie pinkelte wieder viel, beide Augen tränten, das Fell war struppig, sie hatte öfter Durchfall, mäkelte am Futter rum. TCVM Ärztin sagte, abwarten. Und es stabilisierte sich nach kurzer Zeit wieder.

Ansonsten hat sie jetzt gleichbleibend gute Laune, frißt alles, was man ihr vorsetzt in Ruhe, macht auch mal eine Pause dabei, Beine und Augengruben sind nahezu konstant trocken, bis auf einige wenige Tage mit extremem Kreislaufwetter. Das linke Auge tränt wenig, das rechte nicht. Bei häufigem Wechsel zu Tiefdruckwetter neigt sie zu geringen Kotwasserspritzern und mal zu Durchfall oder einigen Matschhaufen. Ein Eßlöffel voll Heilerde wirkt meist sofort. Wir kommen mit 1-2 Löffeln durch die Woche. Bei stabilem Wetter auch ohne.

Sie hat keine Mauke, die Hufe wachsen gut. Der Huftechniker ist hochzufrieden.

Der Futterzustand ist stabil. Bei der vielen Arbeit setzt sie kein Fett an. Braucht aber auch genügend Kraftfutter. Alles, was im Sommer nicht schmeckte, wird jetzt wieder gerne genommen. Hat nur am Mähnenkamm das kleine Polster und ganz leicht hinter dem Schulterblatt. Alles wie gehabt.
Bis letzten Winter fror sie immer sehr schnell. Mußte teilweise auch im Sommer, bei schlechtem Wetter eine Decke haben. In diesem Jahr zeigt sie keinerlei Frösteln. Ist besser durchblutet, die Beine sind immer angenehm warm, sie ist locker und nie verspannt. Eher wird es ihr bei milden Temperaturen leicht warm und sie schwitzt unter der Decke leicht in der Gurtlage, Brust und zwischen den Hinterbeinen. DAs hört aber sofort auf, wenn man den Stall verläßt und sie bewegt. Ich hab sie darum lange ohne Decke gelassen. Nur tagsüber auf dem Paddock bekommt sie eine leichte Decke auf, da es dort sehr kalt und windig ist und ja ständig Regengefahr. Bei den doch niedrigen Temperaturen im Moment lasse ich die Decke auch nachts drauf. Das Fell ist zwar lang, aber fast nur Deckhaar, kaum Unterwolle.

Seit ich das Heu seit Mitte September selber gründlich wasche bzw. meine Freundin (dickes Dankeschön!!!!), gehört Asthma im Moment nahezu der Vergangenheit an und ich hoffe, das bleibt auch so. Sie hatte seitdem einmal sichtbar und schwach hörbar leichtes Asthma an einem wettermässig sehr belastenden Tag. Ansonsten ist auf der Lunge nur Atmen und ein mehr oder weniger rauher Ton zu hören. Auch etwas dünner Schleim ist mal an Nebeltagen leicht zu hören. Aber alles kein Vergleich zu vorher. Zweimal pro Woche inhaliert sie zum Zustand unterstüzen Cortison. Sie atmet nach wie vor schnell und wenn sie aus dem Box kommt bzw. beim Losgehen hustet sie noch öfter ab. An Regentagen auch mal in der Box. Die Lunge hat nun mal einen Schaden. Aber wir arbeiten weiter dran.

Und sie ist belastbar, kommt nicht mehr ins Keuchen, wenn sie mal richtig aufdreht. Ich reite und longiere sie, wie früher auch. Gymnastiziere sie viel und fordere sie auch, wenn ich sehe, sie kann es ab. So einmal die Woche läßt sie an der Longe die Sau raus. Beim Reiten bevorzugt sie schwierige, auch anstrengende Lektionen, wenn es ihr richtig gut geht und freut sich wie ein Kind, wenn sie dann groß gelobt wird  ;D. Ich reite in der Halle viel Schritt im Wechsel mit Trab, da sie das doch mehr anstrengt, als durchs Gelände zu rennen. Manchmal aber dreht sie richtig auf, wie am letzten Sonntag. Dann fliegen wir im Trab durch die Bahn und es fühlt sich an, als ob die Hufe den Boden nicht berühren  :D. An der Longe üben wir wieder intensiv an dem Longenkurs. Das klappt schon recht gut. Sie hat das Gehen in Stellung jetzt schon verstanden. Es muß noch gefestigt werden. Zwischendurch gehen wir abends zu Fuß im Rennschritt ins Gelände und zweimal pro Woche haben wir beide wieder frei.  

Jerziba und ich sind sehr zufrieden, wie es jetzt läuft. Hoffentlich bleibt es ganz lange so, am Besten für immer  ;).

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 03. Februar 2010 um 20:34
Mittwoch, 03.02.2010

Bei uns hat sich nichts geändert. J hat noch immer ihre gute Laune, Dank der Bachblüten  :D

Mit dem frostigen Wetter kommt sie gut zurecht. Ist stabil im Befinden. Die Atmung ist auch recht stabil, bis auf einige wenige belastende Tage. Die ersten Haare fallen aus und man sieht ihr an, sie ahnt den kommenden Frühling. Sie hat so eine besonders frohe Erwartung im Blick und ganz große, hellwache Augen  :D. Das Futter schmeckt ihr, sie frißt sehr gut. Ist gut bemuskelt, besonders an der Hinterhand. Dabei sehr schlank, bis auf den Bauch  ::), aber nicht mehr dünn. Obwohl sie viel Kraftfutter bekommt, hat sie kaum Fett am Körper. Sie setzt alles in Muskeln um durch unser Trainingsprogramm. Ich arbeite sehr viel in der Halle an der Longe mit ihr, reite auch, wenn es mir nicht zu kalt wird und einige anstrengende Wanderungen durch den tiefen Schnee haben wir auch gemacht. Dabei ist sie oft recht munter. Gestern an der Longe hat sie mal wieder die Sau raus gelassen  ::). Das passiert manchmal mehrmals die Woche  ;D. Da sie sich bei einer dieser Attacken am Hinterbein verletzt hat, muß sie hinten jetzt auch Gamaschen tragen. Früher brauchten wir sowas nicht...  8-).

Von Cushing sieht man ihr fast nichts mehr an. Auch das ziemlich lange Fell wellt sich nicht mehr, wenn es naß wird. Das einzig noch störende sind ihre Kreislaufprobleme bei Wetterwechsel. Diese hatte sie jedoch schon immer und sie sind in diesem Winter deutlich schwächer ausgefallen.

Demnächst fange ich wieder mit Akupunktur an, damit ihr System wieder ausgeglichen wird und sie den Pollenflug im Frühjahr gut übersteht. Ein Blutbild wurde ebenfalls gemacht. Eine Kopie der Werte bekomme ich mit der Rechnung. Den ACTH Test habe ich in Absprache mit dem Ta vorerst nicht machen lassen, da es ihr gut geht und keine Veranlassung dafür besteht. Sollten sich im Blutbild Anlaß dafür finden, holen wir das noch nach.

An Futter bekommt sie in diesem Winter wieder
0,9l Eggersmann Revital Cubes, 0,5l Luzernepellets, 0,5l Mühldorfer Low Glycaemic, 3 Möhren, 1 Apfel, gewaschen eine Handvoll Stroh und genug Heu,
dazu die Bachblütenmischung, je 4 Tabl. der Schüsslersalze 2,3,4,8 gegen Allergien und 17 gegen Manganmangel. Mehr wage ich ihr nicht zu geben, da die Grundlage der Tabletten Kartoffelstärke ist. Und Globuli sind mir ehrlich geasgt zu fummelig in der Anwendung. Möglicherweise liegt ihr guter Zustand an den Schüsslersalzen. Mein Kaninchen Teddy reagiert da auch sehr positiv drauf  ;).

Verdauung ist bestens. Beine, Augengruben, alles trocken. Das linke Auge tränt nur noch selten bzw. wenig. Die Hufe wachsen sehr reichlich durch den Beschlag, mit dem sie super gut läuft. Interessant ist auch, das sie duchr den Beschlag einen deutlich besseren Bewegungsablauf entwicklet hat. Sie shcleift sich hinten nciht mehr die Außenseiten der Hufe bzw. der Beschläge ab. Ich konnte die Duplos deshalb 5mal !!! verwenden. Normal wäre maximal 2mal. Der Huftechniker ist schon ziemlich geschockt, daß er bei uns kaum noch was verdienen kann  ;) ;). Beim nächsten Mal müssen sie aber wegen Materialermüdung ersetzt werden  ::).

Wir freuen uns schon riesig auf den Frühling und daß wir endlich bald wieder durch den Wald schweben können. Und Jerziba freut sich, natürlich  ;D, besonders auf das Grasen.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 02. März 2010 um 18:59
Dienstag, 02.03.2010

Alles wie gehabt.
Vor 10 Tagen war die TCVM Ärztin da und hat Jerziba durchgecheckt.  Sie fand die bekannten Punkte wie Niere, Milz, Lunge und das rechte Hinterbein schwächelte wieder mal. Das wußte ich aber. Sie hat die Akupunktur diesmal super gut überstanden. War nur 3 Tage müde und schlapp. Im Gegensatz zu bisher  bis zu 2 Wochen.  :D

Die Werte vom Blutbild sind nahezu alle im grünen Bereich. Glucose ist auf 98, normal 94, da es relativ kurz nach dem Füttern war. Den Zeitpunkt hatten wir aber immer so, deshalb hab ich das so beibehalten, wegen dem Vergleich und der Stand war schon mal 104. Magnesium ist etwas erniedrigt. Da sie gerade einen Infekt hatte, war die Abwehr etwas erhöht. Ich stelle die Werte noch ein. ACTH hab ich nicht machen lassen, weil es keine Veranlassung dafür gab. Sie sieht gut aus und die anderen Werte sind gut.

Wir hatten einige Huster im Stall und na klar, Jerziba war an vorderster Front. Ich habe 5 Tage mit Cortison inhaliert. Schüsslersalze bekommt sie ja eh. Und ja, nach exact 7 Tagen war sie damit durch. Sie hatte keinen Schnupfen, hustete keinen Schnodder ab, hatte keine tränende Augen, kein Fieber, fühlte sich nicht matt. Nichts. Hustete häufig, und schluckte auch ab. Und das wars. Und sie hat nebenbei immer mal an der Longe rumgebockt.  8-)

Bei dem Wetter ist sie etwas kreislaufbelastet. Schnauft ein bißchen beim Arbeiten in der Halle. Aber ich kann sie im Schritt arbeiten und ein bißchen auch im Trab.
Kein Asthma. Verdauung bestens. Alles trocken. Kaum Fett. Aber reichlich Muskeln. Viel gute Laune. Noch mehr Neugierde und Tatendrang.  :D

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 17. Mai 2010 um 01:28
Montag, 17.05.2010

Es wird mal wieder Zeit für ein Update.

Jerziba ist immer noch gut drauf bzw. noch viel besser  8-).

Die Pollenzeit war nach dem langen Winter plötzlich da und Jerziba sprach zwar gut auf die Akupunktur an, aber trotzdem reagierte sie bei der Hasel- und der Birkenblüte mit weißlichem Schleim aus der Nase und vermehrtem Husten, jedoch schon ohne die Atemprobleme. Daher habe ich aufgrund der so guten Erfahrungen mit der Resonanzbehandlung durch Günter, zur Auffrischung eine ResonanzBehandlung von Simba1604 durchführen lassen. Sie fand überwiegend psychische Probleme, die bekannten Störungen an Niere, Milz, Dünndarm sowie wahrscheinlich ältere Informationen an einigen Brustwirbeln, welche vermutlich noch aus ihrer Zeit der Kissing Spines herrühren. Jerziba bekam dann über einige Wochen Globuli. Es ist immer wieder verblüffend für mich zu sehen, wie so drei kleine Kügelchen am Tag ein Lebewesen so unglaublich positiv verändern können  :o  :D. Ich habe sie für mich selber auch anfertigen lassen und war wirklich sehr überrascht über die so deutliche Wirkung. Daneben ließ ich Eigenblut nach Immhäuser anfertigen in drei Potenzen, um das Immunsytem zu regulieren und zu normalisieren. Das bekommt sie täglich als Tropfen auf Brot. Da sie zeitweise vermehrt Schleim produzierte und ich selbst mit Hewallergia sehr gute Erfahrungen bei Heuschnupfen gemacht hatte, bekam/bekommt sie die auch noch. Und weiterhin ihre Schüsslersalze. Das hört sich jetzt alles ziemlich viel an. Ist aber gut durchdacht. Die Produkte setzen an unterschiedlichen Stellen an, die alle für sich optimiert werden. Die deutliche Wirkung dieser Kombination hat mich selbst überrascht  :D. Die Akupunktur wurde fünfmal wiederholt, so wie es vorgesehen war. Ich wollte es diesmal wissen, da Jerziba insgesamt so energiegeladen und stabil ist, daß sie gut reagieren konnte. Außerdem lasse ich sie zur Zeit statt zweimal wöchentlich, alle 3 Tage mit Cortison inhalieren. Sie soll die Pollenzeit so unbelastet wie möglich hinter sich bringen.

Das Ergebnis ist wirklich größer, als ich erwartet hatte bzw. hatte ich es gehofft  8-). Jerziba hat kein Asthma mehr. Auf der Lunge ist nur wenig rauher Ton zu hören. Selbst die Luftröhre hat sich extrem verbessert.  Sie hustet meistens beim Verlassen der Box oder beim Putzen noch einige Male ab. Manchmal zu Bewegungsbeginn. Später schnaubt sie oft ab wie ein gesundes Pferd. Das hatten wir ewig nicht. Ich habe sie den ganzen Winter in der Halle geritten. Während der Birkenblüte hustete sie etwas öfter. Hatte jedoch keine Atemprobleme. Ich kann immer reiten. Wenn der Platz feucht genug ist, dann mache ich dort mit dem Longenkurs weiter. Da sie wegen ihrer fehlenden Energie und der Atembelastung so lange Zeit nicht so gut belastbar war, fehlt es natürlich sehr am Training. Die Stellung und Biegung an der Longe klappt nun schon gut, so daß wir auch schon mal  am Galopp arbeiten können. Sie bekommt genug Luft, um 20-30 Minuten Trab-Galopp Training mit kurzen Belohnungspausen zum Durchatmen problemlos und ohne müde zu werden, locker durchzuhalten. Im Anschluß läßt sie dann ihre Power im Renntrab oder flotten Galopp raus  ::). Im Gelände hält sie so lange durch wie schon lange nicht mehr. Wir sind vor zwei Wochen im Gelände gewesen und ich bin 2 Std davon am Stück geritten, was absoluter Hit ist und am Schluß ging sie noch im Renntrab neben der im Mittelgalopp gehenden Stute meiner Freundin und war total euphorisch  :D  8-). Selbst die Kreislaufprobleme haben deutlich nachgelassen. Womit ich nicht gerechnet hatte, da sie diese schon als junges Pferd hatte.

Ihre Beine und Augengruben sind völlig trocken. Ebenso ihre Äppel. Sehr selten mal bei Wetterwechsel gibts mal ein paar Matschhaufen. Die TCVM Ärztin ist jedes Mal begeistert. Jerziba läßt auch noch viel weniger Wasser. Wir konnten den Späneverbrauch fast halbieren. Ich hatte zwischendurch futtermässig das Revital auf 1,2l erhöht, da ich den Heuverbrauch etwas kürzen mußte. Doch dadurch setzte sie wieder am Mähnenkamm und neben dem Schweifansatz etwas Fett an. Also hab ich es wieder verkürzt und die Luzernepellets erhöht. Nun hat sie das Fett wieder abgebaut und baut mehr Muskeln auf, da sie auch mehr trainiert wird. Ich lasse sie, nicht täglich, 10 Minuten grasen. Mehr wage ich noch nicht. Sie frißt gut und alles auf und mäkelt nicht am Futter.

Ihre Hufe verbessern sich noch immer. Der Schmied sagte am Freitag, daß die weiße Linie sich noch zurückgebildet hat. Wer nicht weiß, daß Jerziba Rehe hatte, würde es jetzt nicht mehr sehen.

Dann zeigte Jerziba unerwartet eine Störung im Blasenmeridian, welche durch Akupunktur wieder behoben werden konnte  :o. Da in letzter Zeit im Stall leider oft alle Türen offenstehen und es zu durchziehender Luft kommt, besonders bei Wind oder naßkalter Luft, vermute ich, daß sie da zu kalt geworden ist. Sie hatte ja bis vor einem Jahr noch Probleme mit Kälte. Nun friert sie zwar nicht mehr, aber kalte Luft, die länger über ihren Rücken streicht, schadet ihr doch. Daher trägt sie wieder ihre Decke, bis es wärmer wird.

Wenn ich so zurück blicke, bin ich jetzt sicher, daß eine Behandlung allein mit Pergolid für ein Cushing Pferd in vielen Fällen wahrscheinlich nicht ausreichend ist. Jerziba auf jeden Fall ginge es nur mit Pergolid nicht annähernd so gut wie heute. Denn die Verbesserungen traten immer ein, wenn ich zusätzliche Behandlungen machen ließ. Pergolid senkt zwar den ACTH Spiegel, aber es regeneriert nicht aktiv die Schäden bzw Störungen an den beteiligten Organen. Zumindest nicht dann, wenn diese schon sehr weit fortgeschritten sind. Jerziba hat Cushing im Endstadium. Sie hatte einen ACTH Wert von über 800. Es ging ihr bereits extrem schlecht. Ihre Energie war am Nullpunkt. Es hat 3,5 Jahre gedauert, um an den Punkt von heute zu kommen. Und ein Ende der Bessserung ist noch nicht abzusehen. Es bleibt spannend! Ich werde weiter alles tun, was dazu beiträgt.

Hier sind noch die Blutwerte, welche nicht im Normbereich waren (das war noch im Januar vor all den Behandlungen):  (Normwerte in Klammern)

Harnstoff-N: 8,8  (10-20) 
Glucose: 98 (50-94) 2 Std nach dem Füttern
Magnesium: 0,66 (0,7-0,9)
Thrombozyten: 84 (90-300)
Segmentkernige(absolut): 2530 (3000-7000)

Im Vergleich mit dem Blutbild zu Beginn und im Verlauf ist das gigantisch, und wenn man bedenkt, daß Jerziba in Günters Studie in der ersten Hälfte die schlechtesten Werte hatte ...

Ich wünsche uns allen einen super schönen Sommer und gesunde bzw gesund werdende Pferde!

Liebe Grüße
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 02. Juni 2010 um 19:01
02.06.2010

Was soll ich sagen? Hab ich doch glatt den Termin für die nächste Antihistaminspritze vergessen...  ::) Eine Woche später reagierte Jerziba mit sichtbaren Atemproblemen und hustete vermehrt. Ich kam immer noch nicht drauf, denn das Wetter war gerade mal wieder warm und schwül geworden. Im Kalender sah ich es dann. Mit Cortison inhalieren und einer Gabe Ventipulmin tägl. konnte ich das dann überbrücken.
Am Tag nach der Spritze ging es ihr schon wieder gut und ich konnte einen gemütlichen Ausritt machen. Am nächsten Tag dann hustete sie wieder ziemlich viel und das Wetter war sehr feuchtwarm. Mein Tagebuch sagte, das hatte sie im letzten Jahr um fast genau die Zeit auch einige Tage lang. Die Gräserblüte hat ja voll eingesetzt und sie scheint darauf noch zu reagieren. Wenn ich das weiß, kann ich aber locker damit umgehen.

Nachdem die anderen Pferde nun zum größten Teil auf die Weide gehen und Jerziba dies auch beobachten kann, hat sie beschlossen, daß sie auch in diesem Jahr im Sommer am Trockenfutter rummäkeln wird. Warum soll sie es mir denn einfach machen? Luzernepellets bitte nur in geringer Menge, wenn überhaupt, Revital bitte auch nur wenig, dafür von dem natürlich teuersten Futter, dem Low Glycaemic kann ruhig die doppelte Menge im Futter sein.  >:( ::)

Beim Reiten, Longieren oder zu Fuß gehen denkt sie zu 99,99 % nur an Grünfutter. Es ist schon ziemlich nervig, das Tier im Gelände ständig vom Schnappen nach Grünzeug abzuhalten. Im Laufe des Sommers wird sie sich wieder dran gewöhnen. Verstehen kann ich sie auch. Es ist im Moment alles so lecker grün.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 07. Juni 2010 um 18:42
07.06.2010

Nachdem Jerziba sich selbst das Trofu reduziert hat und auf dem Paddock nicht genug Heu abbekommt, weil sie zu langsam frißt, bzw. Pausen einlegt, hat sie natürlich wieder abgenommen. Das Fett war ja eh schon weg und jetzt verliert sie auch Muskeln und klar, die an der Kruppe.
Mein Futtermittelhändler hat mir 2 kg normalen Sojaschrot mitgeliefert. (kein Sojaextraktionsschrot. Oder muß der sein oder ist der besser?) Ich weiche eine kleine Portion Rübenschnitzel ein und mixe 100 gr Sojaschrot trocken darunter. Das gibts, bevor ich was mit ihr mache. Schmeckt gut, sagt Jerziba (noch  ::)). Vielleicht kommen die Muskeln ja dann wieder.

Am Wochenende war es hier ja gut warm und Jerziba hatte schon vom Nichtstun geschwitzt. Am Freitag mochte sie gar nicht gehen, solange es warm war. Erst als es kühler wurde, wurde sie wach. Sie hat in diesem Jahr ziemlich langes Sommerfell geschoben. Vielleicht weil es so kalt war? im letzten Jahr war das Fell auch etwas länger als im Jahr davor. Dies Jahr nun noch länger. Dafür hat sie aber das nicht so lange und dichte Winterfell schnell und gut abgehaart. Also hab ich erstmal die vordere Hälfte vom Pferd geschoren  8-). Hals, Schulter, Brust, bis da, wo der Sattelgurt liegt. Danach beim Reiten ging sie flott vorwärts. Hatte dann nur an den Hinterbeinen leicht geschwitzt. Also war die Aktion schon mal erfolgreich  :D. Heute ist es wieder kühl und wenn es wärmer wird, dann kommt die untere Hälfte vom Pferd noch dran.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. Juni 2010 um 18:46
Freitag, 25.06.2010

Jerziba hats sich überlegt und frißt nun doch wieder, was geboten wird.  Revital Pellets konnte ich wieder etwas erhöhen. Dazu gibts weiter die Rüschnis mit Soja und Gras habe ich auf 15-20 Min. erhöht. Dabei beobachte ich ihre Augengruben genau. Denn die sind Anzeiger dafür, wanns zuviel wird. Im Moment sind sie etwas weniger trocken, als in den letzten Monaten. Aber immer noch OK. Das war jetzt jeden Sommer so.

Das Fell habe ich komplett geschoren, bis auf eine Decke unter dem Sattel bis über die Kruppe. Da sie im Rücken leicht empfindlich reagiert, ist das ein wenig Schutz. Nun schwitzt sie nur noch unter dem Sattel beim Reiten. Der Rest ist schön luftig und das Pferd gleich deutlich belastbarer. Allerdings wächst das geschorene Fell schon wieder. Deshalb habe ich mich entschlossen, eine eigene Schermaschine anzuschaffen. Bei der Suche nach etwas Günstigem, evtl. Gebrauchtem, bin ich auf die Seite von Hauptner gestoßen. Dort werden einige neue Maschinen zum Sonderpreis verkauft und ich habe gleich eine bestellt. Im Versandhandel kosten sie sonst teilweise weit über das Doppelte.
Damit kann ich Jerziba dann nackich machen, wann immer es nötig ist  8-).

Ansonsten ist Jerziba gut drauf. Von Cushing ist außer dem langen Fell nichts mehr zu sehen. Sie hat wieder etwas zugenommen. Reagiert wie gehabt auf Wetterwechsel mal mit Atemproblemen oder mehr Husten oder Müdigkeit und Kopfschmerzen. Die Grasblüte ist immer noch an manchen Tagen belastend. Aber alles im kontrollierbaren Bereich. Selbst wenn sie nicht so gut drauf ist, gehts ihr im Vergleich zu den Vorjahren noch sehr gut. Rennschritt geht fast immer. Trab ist im Moment bei dem harten Lehmboden und der Hitze nicht sooo unbedingt nötig.  Auf dem Reitplatz geht auch Trab immer eine Weile. Nur staubt der gerade wie doll. Gestern waren wir draußen wieder im Rekordtempo unterwegs. So langsam nimmt sie auch die Hilfen gut an, um trotz Rennschritt über den Rücken zu gehen und auf den Zügel zu reagieren. Vergißt es nicht mehr ständig  ;).

Heute gibts neuen Beschlag und dann geht das Laufen wahrscheinlich gleich noch eine Spur besser  ;).

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Juli 2010 um 18:04
16.07.2010

Die Hitze hat uns voll im Griff  :o
Und Jerziba läßt den waschechten Araber raushängen: Hitze? Na und? Endlich mal Wüstenklima  8-). Die ist fit wie ein Turnschuh bei der Hitze. Ich reite allerdings erst abends, um mich etwas zu schonen  ;). Ich brauche nur sagen, wir gehen dann mal zur Wiese. Dann wirft sie den Turbo an und es geht los. Die Bremsen wirken trotz Antispray dann noch leicht als Beschleuniger. (Da ich kein Unmensch bin, habe ich eine Fliegendecke mit Halsteil zum Ausreiten bestellt. Will ja mein Pferd nich quälen)
Sie hat derzeit keine Atemprobleme, hustet sehr wenig, das Wetter macht ihr nicht zu schaffen und seit sie vom dicken Fell befreit ist, hat sie Energie ohne Ende. Das Scheren war die beste Idee seit langem. Sie frißt zwar gut, aber ist trotzdem ziemlich schlank, eher etwas dünn.

Gestern hatte ich sie auf dem Reitplatz an der Longe, weil der nach dem Gewitterregen feucht war und sie hat erstmal ihre Energie im Galopp abgelassen.  :D  ::).

Liebe Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 01. Oktober 2010 um 17:38
Freitag, 01.10.2010

Nach längerer Zeit mal wieder ein Beitrag von uns. Obwohl, Neues gibt es nicht  ::).

Bei uns ist alles im grünen Bereich. Meine Rennmaus läuft und läuft und läuft und hat so richtig viel Spaß dran  8-) :D.

Seit sie rundrum beschlagen ist, hat sie weder Probleme an den Hufen noch am Rücken. Sie frißt sehr gut. Futterzustand ist wie immer jetzt: etwas zu dünn, aber doch gut bemuskelt, wo nötig. Aber damit geht es ihr gut. Der Ta ist zufrieden damit: besser so als zuviel drauf. Verdauung ist gut. Beine und Augengruben sind fast immer klar. Sie ist voll Energie und hat reichlich Reserven. Die starke Wetterfühligkeit ist fast weg. Bei sehr deutlichem Temperaturanstieg mit Regen macht sie schon mal ein paar Matschhaufen, die sich aber mit Heilerde kontrollieren lassen. Manchmal ist sie dann etwas ruhiger und läßt vielleicht mal nicht die Sau raus an der Longe. So, wie gestern. Da konnte sie plötzlich ruhigen gesitteten Galopp gehen. Sogar linke Hand, wo sie lieber Kreuzgalopp geht. Das Programm ist also doch drin im Pferd  ::).

Das einzige deutliche Symptom, daß vom Cushing über geblieben ist, ist das lange Fell. In diesem Jahr war es noch länger, als im letzten Jahr. Wirklich kürzer war es nur im ersten Jahr nach Beginn der Pergolid Gabe. Aber sie schwitzt trotzdem wenig. Und nachdem ich sie geschoren hatte, war es gar kein Problem. Im Moment ist das Fell wieder etwas nachgewachsen. Der ungeschorene Teil auf dem Rücken ist schon sehr lang (ca. 4cm)  und dicht und am Wochenende hatte sie beim Longieren etwas geschwitzt, nachdem sie sich ausgiebig abgetobt hatte. Evtl. schere ich nochmal in kleinerem Rahmen, wenn die Temperaturen es hergeben. Eindecken möchte ich sie noch nicht. Seit es wieder kühler und nasser geworden war, pinkelte sie zeitweise etwas mehr. Dafür hustet bzw. niest sie kein Wasser mehr über die Lunge ab.

Die Atmung hat sich unglaublich regeneriert  8-). Meine Beobachtung sagt, daß die Hauptbelastungszeit während der Haselnußblüte und während der Gräserblüte ist. Besonders, wenn das Getreide blüht. Dann gibt es ja reichlich Pollenflug. Während dieser Zeit lief die Wirkung der Antihistaminspritze zweimal 2 Tage früher ab und ich habe zur Überbrückung 3 Tage Ventipulmin gegeben, da sie etwas kurzatmig war. Ansonsten hat sie die Pollenzeit problemlos überstanden. Ich konnte immer und zu jeder Zeit reiten. Sie hatte in diesem Jahr kein Asthma. Ihre Atmung ist nahezu normal belastbar. Sie hustete insgesamt auch während der Pollenflugzeit wenig. Seit Ende der Gräserblüte hustet sie nur noch zu Bewegungsbeginn ein paar Mal ab. Bei sehr viel Regen zwischendurch nochmal. Sie niest kaum noch. Der Ta war bei seinem letzten Besuch sehr erstaunt, wie gut Jerzibas Lunge sich anhört. Die TCVM Tä glaubt, daß die Lunge dann offensichtlich noch keinen so großen Schaden genommen hat, wie mal angenommen. Wo sonst sollte Jerziba sonst die viele Luft herbekommen?

Ich bin so froh, daß ich in diesem Frühjahr auf mein Bauchgefühl gehört habe und nicht auf die bewährten Ratschläge und alle Behandlungen, von denen ich mir Erfolg versprach, in kurzen Abständen nacheinander gestartet habe, sodaß praktisch alle Wirkungen nahezu zeitgleich eintreten konnten. Damit habe ich das Problem Allergie und Asthma von vielen Seiten aus angepackt und vielleicht war dies genau der richtige Weg, der letztlich zu dem durchschlagenden Erfolg geführt hat. Natürlich ist Jerziba nicht geheilt. Man hört noch immer einen mehr oder weniger rauhen Ton auf der Lunge. Aber es grenzt an symptomfrei. Dabei sollte dies bei ihr aufgrund der zeitweise schlechten Verfassung der Lunge ja eigentlich nicht mehr möglich sein. Mit dem Ta ist vereinbart, daß Jerziba jetzt die Antihistaminspritze über das ganze Jahr bekommt. Damit geht es ihr richtig gut und sie benötigt vorerst keine weiteren Behandlungen. Der Vorteil dabei ist zudem, daß wir keine Symptome behandeln müssen, da sie gar nicht erst auftreten. Die Histaminbildung wird verhindert und die negativen Reaktionen der Atemwege treten gar nicht erst auf. Zudem ist das preiswert und spart mir jede Menge Geld und Zeit. Trotzdem inhaliert Jerziba zur Sicherheit noch zweimal pro Woche Cortison, um jede mögliche Entzündungsreaktion zu verhindern. Nach Weihnachten starten wir dann wieder mit Akupunktur und dann schauen wir mal, was sonst noch nötig wird.

Ich bin den ganzen Sommer 3-4 mal pro Woche geritten. Dazwischen haben wir lange, sehr schnelle Fußwanderungen gemacht und wenn der Platz feucht war, auch intensives Longentraining mit viel Galopp. Jerziba pumpt nicht, keucht nicht, die Atmung beruhigt sich so schnell wie bei einem Pferd bei sehr guter Kondition. Die Atemwege krampfen auch bei großer Belastung nicht. Denn Jerziba läßt gerne an der Longe ausgiebig die Sau raus bzw. reagiert auf schon geflüsterte Galopp Kommandos mit Powerstarts und dreht Runden um Runden voller Freude und Hochgefühl. Sie genießt es so sehr, sich wieder wie ein gesunder Rennaraber bewegen zu können, so daß ich ihr den Spaß so oft es geht gönne.

Unsere Ausritte dehnen sich inzwischen wieder bis zu 2,5 Std aus mit teilweise anschließendem Fußweg bis zu 30 Minuten (meines Rückens wegen). Zweimal haben wir aufgeladen und sind mit zwei Pferden in die Heide gefahren. Jerziba war kaum zu bremsen, wollte gleich los, gab den ganzen Weg das Tempo an. Sie geht von sich aus ein sehr flottes Schritttempo, ihr Komfort-Tempo. Unser Begleitpferd kam dabei ganz schön ins Schwitzen. Jerziba war kaum feucht unter dem Sattel. Sie liebt es so, in fremdem Gelände den Indianerscout zu spielen. Das kommt ihrer Wißbegier und Neugierde so entgegen.
Meistens reite ich jedoch alleine aus. Dann kann Jerziba ihr Tempo richtig ausspielen  :D. Im Schritt geht sie ein extrem schnelles Tempo. Dabei genügen jetzt kleine Ermahnungen und sie geht dabei am losen Zügel schön über den Rücken und die Hinterhand. Den Trab hat sie so zum Renntrab ausgebaut, daß meine Freundin daneben locker Arbeitsgalopp reiten kann  8-). Da Jerziba im Galopp gerne sehr aufdreht und dann zum Kreuzgalopp tendiert, einer Schwäche im rechten Hinterbein wegen, und weil die Wege hier sich für Galopp kaum eignen, lassen wir den meist weg und machen auch so noch genügend Tempo. Trotzdem baue ich immer wieder Gymnastik ein, um den Trainingszustand zu verbessern.

Umso trauriger sind wir, daß die Sommersaison zu Ende geht und das Reiten dann immer mehr in die Halle verlegt werden muß. Jerziba haßt es und der Winter ist lang.

Wir hoffen noch auf einen schönen Herbst für uns alle  :D.

LG
Maria









Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 04. Oktober 2010 um 14:44
Hier gibt es mal wieder ein paar aktuelle Fotos.


Hier gehts los zum großen Sonntagsausritt. Wir hatten 32 Grad im Schatten. Meine Freundin sagte noch, müßt ihr etwas schneller laufen, dann kühlt der Fahrtwind. Jerziba hat es dann wörtlich genommen  ;). Sie hatte es mega eilig  ::)









Nach dem Haarschnitt: Sommerfrisur 2010





Nach einem abendlichen Ausritt mit anschließendem Grasen an der Sommerweide




LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 22. Dezember 2010 um 16:31
22.12.2010

ja, der Winter hat uns alle fest im Griff. Wir konnten aber noch lange im Herbst schöne Ritte machen. Jerziba hatte sich in ihrer kleinen gemischten Gruppe sehr gut eingefunden, wird respektiert und traut sich, sich gegen Belästigungen zu wehren. Auch die Leitstute hat schon ihre Hufe von unten gesehen. Jetzt durch das frostige Wetter müssen wir Pferdebesitzer uns selbst organisieren und Jerziba ist mit den beiden Stuten einige Stunden im Schnee draußen. Dann aber wollen alle wieder in den Stall  :o ::).

Da unsere Trainingseinheiten jetzt nicht mehr wie im Sommer mit dem anschließenden Grasen dürfen gekrönt werden, ist Jerziba beim Training eindeutig weniger motiviert, sich zu beeilen, um an das Gras zu kommen. Das ist allerdings jeden Winter so. In diesem aber doch deutlich weniger. Sie hat immer noch genug Energie. Was aber heißt, ich muß sie manchmal erst daran erinnern, daß sie etwas mehr Action zeigen soll. Sie beginnt mit langsamem Tempo und wenn sie warm wird, arbeitet sie entweder konzentriert mit oder aber  an der Longe läßt sie nur noch die Sau raus. Beim konzentrierten Reiten will sie gefordert werden. Das heißt allerdings, daß ich meinen Einsatz dazu bringen muß. Sie strengt sich nicht gerne ohne nutzbringende Motivation (Grasen) an. Dafür aber kann ich eine Menge Druck ausüben, den sie meist kommentarlos erträgt und dafür dann auch gute Leistungen zeigt, wenn sie dann nachgibt. Dazu braucht es aber gute Nerven meinerseits.Dressurmässiges Arbeiten war noch nie ihr Ding. Sie ist einfach kein Arbeitstier, sondern ein Renner. Da spielt ihr Rennblut ein bißchen mit. Aber da muß sie durch, denn sie kann jetzt Leistung bringen und dann soll sie das auch. Schlafen kann sie dann ab 30  ;).

Sie ist in gutem Futterzustand, gut bemuskelt, sieht sportlich aus, der Bauch ist flacher geworden. Die Atmung ist sehr belastbar,  bei sehr feuchter Luft hustet sie etwas Wasser oder dünnen Schleim ab. Atmet dann vorher gelegentlich etwas angestrengt. Während des Bewegens wird die Atmung dann frei. Bei trockener Kälte hustet sie selten.
Sie bewegt sich elastisch und federnd, kann gut 40-50 Min. sehr intensiv gearbeitet werden. Ihre Beine sind klar. Seit ca. 3 Wochen pinkelt sie etwas mehr. Die Energie ist etwas kälter geworden. Sie reagiert auf Wetterwechsel mit leichten Kreislaufproblemen, das rechte Hinterbein schwächelt manchmal wieder ein wenig, der Schweif ist in kaltem Zustand zeitweise anfangs nicht so frei getragen. Aber alles nur bemerkbar, wenn man sie sehr gut kennt.  Sie bekommt daher wieder ihr Cushingmittel aus der chinesischen Medizin, Rehmannia 14, um diese Symptome wieder auf Reihe zu bringen. Immerhin war das 1,5 Jahre nicht nötig. Da finde ich das absolut OK.

Zur Zeit habe ich einen verknacksten Fuß und kann nicht schnell gehen. Erstaunlich, wie Jerziba sich dran gewöhnt hat, ein hohes Grundtempo im Schritt zu gehen. Sie zieht mich doch tatsächlich hinterher  ::). Sonst war das immer umgekehrt  ;)

Wir freuen uns schon auf den Frühling. Ab heute werden die Tage wieder länger und es nicht nur eine Frage der Zeit. Im neuen Jahr werde ich wieder mit dem Aufbauprogramm für die Energie und die Atemwege beginnen, damit wir wieder kraftvoll loslegen können, sobald der Schnee und Frost weg sind.

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 14. Januar 2011 um 17:28
14.01.2011

Tatsächlich hat Rehmannia 14 die Energie und damit Wärme zurück gebracht. Der Schweif wird wieder getragen und pendelt ganz locker und entspannt. Das rechte Hinterbein ist wieder normal belastbar. Die Bachblüten für Ihre Laune haben wir diesen Winter so gut wie gar nicht gebraucht. Sie hat einfach gute Laune und wenn mal nicht, dann liegts am Wetter.

In einer Woche beginnt das Programm Akupunktur wieder. Und die Energiebehandlung will ich nun starten. Zusätzlich lasse ich wieder potenziertes Eigenblut herstellen. Zudem habe ich mal Alkatop bestellt. Ich möchte das Pferd mal grundlegend entsäuern, nachdem ich intensiver danach geforscht habe. Ich denke, da könnte man bei den Symptomen noch einiges mit erreichen. Hewallergia werde ich diesmal gleich zu Beginn der Haselblüte geben. Vielleicht verhindert es diesmal den akuten Ausbruch der Allergie durch die Haselpollen.  Schüsslersalze bekommt sie eh durchgängig. Cralonin für das Herz bekommt sie schon seit 2 Wochen wegen der leichten Kreislaufprobleme bei dem anstrengenden Wetter. Damit sollte sie dann für den Start in die Pollensaison wieder voll ausgestattet sein.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 18. März 2011 um 17:47
18.03.2011

Die Haselpollen waren in diesem Jahr lange unterwegs. Die sonnigen Tage und kalten Nächte haben die Haselblüte lange gehalten. Dementsprechend zeigte Jerziba lange eine Reaktion, besonders bei trockenem Wetter. Häufiger leicht asthmatische Atmung und lockerfeuchten Husten mit klarem Schleim. Aber nicht wie sonst den starken Schnupfen und gelblichen Schleim.

Inzwischen ist sie damit durch. Die Atmung OK, aber hustet noch etwas und vor allem niest noch Wasser ab.
Die Medikamente bekommt sie noch alle und auch die Akupunktur ist noch im Programm. Große Störungen wurden allerdings nicht gefunden. Alles etwas aufgefrischt. Auch das Blutbild war eher unauffällig. Das Alkatop verschmähte sie nach einigen Wochen samt dem Futter, welches daran haftete. Deshalb mach ich da erstmal eine Pause. Ansonsten frißt sie sehr gut. Die Verdauung ist Bestens,  der Futterzustand gut. Beine, Augengruben, Augen, alles trocken. Oberlinie ist gut bemuskelt. Ich konnte eine Unterlage unter dem Sattel weglassen.

Aber sie ist zur Zeit etwas lustlos und weniger gehfreudig. Ich brauche manchmal etwas mehr Geduld, um sie zur halbwegs willigen Mitarbeit zu bewegen. Zeitweise zeigt sie dann schon mal schlechte Laune oder wird bockig, wenn sie nicht das Programm bekommt, daß sie sich vorstellt. Aber immer nur spazieren gehen bringt nicht wirklich was. Da ich sie auch mit anschließendem Grasen nicht ködern kann, bleibt nur überreden bzw. Beharrlichkeit. Ich habe sie aber mit etwas Nachsicht den ganzen Winter intensiv in der Halle arbeiten können. Der Trainingszustand ist entsprechend gut. Durch die Akupunktur ist sie extrem losgelassen und entspannt und zeigt dabei sehr raumgreifende Gänge, sehr gut über den Rücken gegangen. Nachdem wir am Montag ziemliche Differenzen hatten, war sie gestern bemüht, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Geht doch. Im Gelände zeigt sie oft mehr Gehfreude. Dies hängt aber alles auch viel vom Wetter ab. Vielleicht auch etwas Kreislauf belastet. Allerdings ist sie während der grasfreien dunklen Jahreszeit seit langem nicht so sehr arbeitseifrig. Sie läßt dann lieber mal die Sau raus. Werde wohl doch mal wieder meine "gute Laune Bachblüten einsetzen".

Sie verliert einige Haare vom Winterfell. Schwitzt nicht unter ihrer Decke, aber ich kann nicht ausschließen, daß ihr in dem langen Fell trotzdem zu warm ist beim Arbeiten. Der Hals und die komplette Unterseite sind schon lange geschoren. Wenn der Frost nachläßt, werde ich sie nackig machen. Das erhöht die Leistungsfähigkeit enorm.

Ansonsten ist eigentlich alles wie gehabt  :)

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. März 2011 um 18:34
Freitag, 25.03.2011

Tja, nachdem es lange Zeit nichts besonders neues gab, kam es dann ganz plötzlich und unerwartet  :o. Am Sonntag ritten wir ins Gelände und Jerziba war munter und gehfreudig. Am Montag an der Longe ein ganz fleißiges Pferd. Der Winterschlaf war wohl endlich beendet. Es machte einfach nur Spaß, zu sehen, daß ihre Lebensgeister nun wieder wach wurden  :D.

Dann, am Dienstag abend ein Anruf, Jerziba lahmt deutlich. Komisch. Irgendwie war mir sofort ziemlich mulmig  :o. Sie kam mir in der Box nicht entgegen. Konnte sich schwer drehen. Mochte auch die Box nicht verlassen. Sie lahmte nicht, sie humpelte mühsam heraus. Belastete das linke Vorderbein kaum. Ich dachte gleich an Hufabszess. Der Fesselkopf war minimal wärmer, aber kein Puls zu fühlen. Minimal schwammig. Konnte vom Entlasten sein. Enge Wendungen konnte sie auf dem schmerzenden Bein halbwegs schaffen, um auf dem gesunden Bein zu wenden, konnte sie das schmerzende Bein nicht vor dem gesunden Bein kreuzen. Sie kreuzte hinter dem gesunden Bein. Das paßte nicht zum Hufabszess. Das angewinkelte kranke Bein konnte ich aus der Schulter nicht nach hinten führen. Das blockierte sie bzw. sie zog nach vorne. Aber auch nicht wirklich nach vorne führen. Die Bewegung war sehr eingeschränkt. Den Huf mochte sie ungern belasten, hob immer wieder hoch bzw. stellte den Huf auf die Spitze. Das diagonale Hinterbein winkelte sie ebenfalls an. Beim Abtasten der Schultermuskulatur schien sie ein wenig zu reagieren. Sah für mich eher nach Schulterproblem aus. Ich fuhr ziemlich geschockt nach Hause  :-[.

Ta wollte am nächsten morgen (Mittwoch) kommen. Die Tä, die dann kam,  sah sich das Ganze beim aus-der-Box kommen an und sagte, die tritt ja kaum auf, das ist ein Hufabszess. Huf abgedrückt, sie reagierte sehr heftig an der äußeren Trachte. Alle waren erleichtert. Eisen runter, aufgeschnitten. Es fand sich aber nur ein winziger Kanal, nichts sonst. Also Hufverband zum Naßhalten. Am abend dann humpelte sie übelst. Belastete das Bein kaum. Durch das Abdrücken war wohl  alles in Aufruhr geraten.

Am Donnerstag fragte ich, ob ich ihr ein Schmerzmittel geben könnte. So quälen muß ein Tier sich ja nicht. Ich hatte auch Sorge, daß sie das gesunde Bein überlastet und womöglich eine Belastungsrehe entwickelt. Weiß man ja nie. Ja, durfte sie haben. Aber an dem Tag lief sie besser. Zeigt gute Laune. Klar, wenn der Schmerz nachläßt. Brauchte kein Schmerzmittel mehr. Morgens hatte sie in der Box randaliert, als die anderen alle rausgingen  ::).

Hufschmied angerufen. Er sagte, er macht das schon. Heute morgen kam er, war eh dran. Er fand keinen Hufabszess. Konnte den winzigen Kanal komplett rausschneiden. War auch nur noch wenig Puls. Fessel minimal wärmer. Vielleicht vom Verband. Sie geht auf festem bzw hartem Boden deutlich besser. Aber lahmt noch deutlich. Auf weichem, tiefem Reitplatzboden humpelt sie übelst. Habe sie dem Schmied vorgeführt, auch in der Wendung. Er sagt, sie müßte ja auf dem kranken Huf schlechter wenden. Aber so sieht es stark nach Schulter aus. Toll. Klasse. Jetzt, wo der Frühling da ist. Nachdem wir den ganzen Winter mit hartem, huckeligem Paddockboden überstanden haben und endlich wieder loslegen könnten.

Vor dem Schmied bekam sie noch Akupunktur und die Tä fand einige Verspannungen. Kein Wunder, bei dem gestörten Bewegungsablauf. Dazu war tief in der Lunge Schleimansammlung. Auch klar. Es fehlt die Bewegung zum Abhusten.

Ich habe ihr auf dem Paddock wieder, wie im Winter, ein kleines Stück abgeteilt. Dort kann sie in Ruhe stehen und ist draußen. Ob das richtig ist, weiß ich nicht. Aber groß schaden wirds wohl auch nicht. Besser als die enge Box vielleicht. Ta angerufen. Chef wollte selber kommen, da ein anderes Pferd noch behandelt werden sollte. Aber weiß nicht, ob er es heute noch schafft. Es gibt viele Geburten zur Zeit. Bisher noch kein Anruf, daß er kommt. Dann werden wir wohl über das Wochenende weiter Rätsel raten und ich mir einen Kopp machen. Rumstehen müssen ist für ein gesundes Pferd schon nicht ungemütlich, aber für ein CushingPferd mit Asthma schlicht weg ganz schlecht.

Vielleicht haben wir ja doch ein nochmal ein bißchen Glück und es ist nicht so was ganz Schlimmes... Auch wenns gerade so aussieht.

LG
Maria   :-[

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 28. März 2011 um 15:09
Montag, 28.03.2011

Entwarnung  :)

Der Ta kam am Freitag abend doch noch. Hat sich das Bein gründlich angesehen. Sehnen OK. Nochmal Huf abgedrückt. An beiden Trachtenecken leichte Reaktion. Beim Gehen geradeaus deutlich besser. Lahmen, aber kein Humpeln mehr. Auch im Trab nicht deutlich stärker. Dann Beugeprobe des Fessel- und der Hufgelenke. Deutliche Verschlechterung. Er sagte, eindeutig Stützbeinlahmheit, nicht Hangbeinlahmheit (Schulter). Daß sie so schlecht kreuzen kann, könnte daher kommen, daß dabei der Huf bzw. die Gelenke in Schrägstellung kommen und seitlicher Zug ausgeübt wird. Dies könnte vermehrt Schmerzen verursachen. Wahrscheinlich hat sie sich übelst vertreten und sämtliche Hufgelenke haben was abbekommen.

So schön es für sie ist, auf dem Ganztagspaddock in der gemischten Gruppe zu sein. Aber das Risiko für Verletzungen ist da doch einfach größer. Sie ist noch immer die Rangniedrigste und muß sich immer wieder mit dem Frust  der anderen auseinandersetzen bzw. davor flüchten.

Sie soll weiterhin noch auf das abgetrennte Paddockstück, 20 Minuten Führen pro Tag und bekommt als Entzündungshemmer Quadrisol statt Phenylbutazon. Nach 5 Tagen sollte sie lahmfrei sein. Schauen wir mal ;).

Sie hatte am nächsten Tag schon Durchfall, obwohl sie dies Präparat besser verträgt. Und frißt auch gleich ihr Krippenfutter nicht mehr auf, sodaß ich die Rübenschnitzel ganz weggelassen habe samt dem Soja. Schade das alles, sie ist so gut bemuskelt zur Zeit. Dafür lief sie schon um Klassen besser. War sogar richtig munter  ::).

Gestern lief sie auf gerader Strecke schon richtig gut. OK, mit Schmerzmittel. In der Wendung immer noch steif und kreuzt hinter dem anderen Bein.

Aber OK. Das scheint dann soweit nicht dramatisch zu sein. Jetzt gehen wir mal eine Weile zu Fuß und dann wird sich das mit der Zeit wieder geben, denke ich.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 15. April 2011 um 16:45
Freitag, 15.04.2011

Nun ja, 1tens kommt es anders, 2tens als man denkt...
Leider!

Nachdem das Quadrisol abgebaut war, genau eine Woche nach Beginn, lahmte Jerziba wieder deutlich und es war deutlich Puls auf dem Bein. Ta war am nächsten Tag mittags im Stall und meinte, da muß sie sich wohl nochmal vertreten haben. Sie nickte nur minimal im Trab und nicht bei jedem Schritt, nur gelegentlich. Aber zu 90 % wäre es OK. Aber es war deutlich besser als am Abend. Diesmal gabs 3 Tage Metacam. Danach sollte sie damit durch sein. Bewegung wieder zurück auf 20 Minuten. Wir waren schon bei 45.

Sie lief mit dem Metacam gleich wieder locker und entspannt. Nach 4 Tagen war abends der FEsselkopf deutlich angelaufen und unterhalb des Karpalgelenkes ca. 10 cm nach unten verlaufend in der Rinne zwischen den Sehnen eine weiche Schwellung. Kein Puls. Am nächsten morgen war das Bein normal sagte meine Freundin. Am Abend sah es aus wie am abend zuvor. Ich ließ sie unterwegs kurz neben mir traben. Sie schien manchmal minimal zu ticken. Aber das kann auch vom Bewegungsablauf so ausgesehen haben. Schwer zu beurteilen. Am nächsten morgen war sie stocklahm beim Führen zum Paddock über den Reitplatzboden. Ta kam mittags. Als ich sie reinholte lahmte sie auch auf dem harten Boden im Schritt und das gehen fiel ihr schwer. Ta fühlte die Sehen ab und in der Mitte zwischen Karpalgelenk und Fesselgelenk reagierte sie sehr heftig bei Druck auf dem Fesselträger. Ich hatte da nach dem 2ten erneuten Lahmen schon mal im Stand etwas gedrückt udn meinte eine minimale Empfindlichkeit zu spüren. Aber ich bin kein Ta, um das Beurteilen zu können. Das ist für Jerziba jetzt nicht so wirklich gut, sagte ich und er bestätigte dies. Sie bekam eine Spritze und einen Verband, denn durch die Schwellung wäre der Ultraschall nicht optimal beurteilbar. Und sie hat Boxenhaft. Samstag früh klären wir telefonisch, ob an dem Tag noch der Ultraschall gemacht wird, oder vielleicht doch erst Montag. Gestern abend stand sie in der Stallgasse und schonte das Bein. Sie belastet es auch im Stand nur eingeschränkt. Als ich kam, lag sie in der Box und schlief noch lange. Sah danach müde aus. Der Kreislauf geht ohne Bewegung natürlich runter.

Ich frage mich, woher diese Sehnenprobleme plötzlich kommen. Ihre Beine waren immer absolut belastbar. Ob das Cushinggeschehen dafür verantwortlich ist? Trotz der Behandlung? Im Vorfeld hatte sie ja eine Weile Fesselringbandprobleme. Die traten aber nie wieder auf.

Für Jerziba wäre ein Sehnenschaden der absolute GAU. Denn sie braucht den Aufenthalt und die Bewegung an der Luft wegen ihrer Pollenallergie, welche gerade jetzt ihre Blütezeit hat. Bei Asthma und vermehrter Schleimbildung ist das genau das Gegenteil von dem was sie braucht.

Jerziba tut mir unendlich leid. Ihr Leben ist eh schon eingeschränkt im Vergleich zu einem gesunden Pferd und dann noch ein solcher Einschnitt. Sie ist so ein freundliches nettes Pferd. Sowas hat sie nicht verdient. Sie ist doch eh schon ihr ganzes Leben immer wieder krank gewesen. Und gerade nach dem langen Winter im Winterschlaf ist sie jetzt munter und gehfreudig. Den Winter über hätte das weniger ausgemacht, als den Sommer eingeschränkt verbringen zu müssen. Zum Winter hin gehts dann vielleicht gerade wieder. Bisher hat sie geduldig mitgemacht, wenn sie auch immer wieder zeigte, daß sie ein "normales" Pferdeleben auf der Weide vermißt. Über Monate muß sie wahrscheinlich täglich inhalieren. Vorausgesetzt, das reicht überhaupt aus, um die Lunge halbwegs frei zu bekommen. Dazu ewig lange Boxenhaft, denn auf dem kleinen Paddock turnt sie auch ab und an rum, wenn die anderen Herden reinlaufen. Das Risiko ist da einfach zu hoch. Wir wissen daher nicht, ob sie diese lange Zeit physisch und psychisch überstehen kann und ich mache mir Gedanken, ob ich ihr dies überhaupt zumuten kann. Denn sie kennt den Ausgang nicht und weiß nicht, daß diese Zeit irgendwann vielleicht ein Gutes? Ende hat. Ich weiß nicht, ob sie damit klar kommt. Sie quängelt so schon gerne rum, wenn sie nicht genug Freiheit bekommt. Ich mach mir echt große Sorgen. Abgesehen von dem Zeitaufriß und der finanziellen Seite, das auf mich zukommt. Das wird echter Streß.

Ich hoffe sehr, daß beim Schallen kein allzu großer Schaden entdeckt wird. Obwohl ich Schlimmes befürchte, so wie sie lahmt. Aber sie gehört auch zu den Pferden, die zwar nicht jammern, aber Schmerz sehr früh und deutlich anzeigen.

Traurige Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 29. April 2011 um 18:45
Freitag, 29.04.2011

Beim Schallen des Beines wurde nichts gefunden  :D. Überbleibsel der Sehnenscheidenentzündung von 2005 und den Fesselringbandentzündungen. Aber dies unauffällig und OK. Sehnen ansonsten völlig OK. Sie bekam einen neuen Verband, der 2 Tage drauf bleiben sollte. Und durfte 20 Min gehen auf Straße.

Als ich dann den Verband abnahm, sah ich gleich, daß das Bein wieder dicker war. Innerhalb kurzer Zeit lief es an und am nächsten Morgen war es prall wie ein Ballon. Dazu durfte ich es nicht berühren, die Haut war geschwollen und dick, beim Gehen lahmte sie :(. Ich wartete einen Tag ab und rief den Ta, als es sich nicht änderte.

Wir hatten so eine Entzündung schon mal wegen eines Verbandes während der Fesselringbandentzündung. Unter dem Verband wird die Haut feucht und damit kommt sie nicht klar. Ta sagte, er versteht es nicht wirklich. In dem Verband war ein Antihistamin, welches sowas verhindern sollte. Aber als Allergiker kann sie halt auch dagegen allergisch sein. Kann man nicht ausschließen. Nun sollte Perkutin Paste aufgetragen werden und nach 3 Tagen sollte es OK sein. Es war nach 5 Tagen annähernd OK.

Dazu kam durch das anhaltende warme trockene Wetter der extreme Pollenflug und Jerziba reagierte ziemlich mit Asthma. Ich entschied daher, daß sie nun komplett im Stall blieb, auch nicht an den Anbinder gestellt wurde im Hof. Denn dort blühte alles was konnte und es flogen Wolken von Pollen durch die Luft. Alles war gelb, einschließlich der Nüstern von Jerziba. Menschlichen Allergikern wird ja auch empfohlen, im Haus zu bleiben. Die Tä, welche selber Erfahrung mit einem Allergiker hat, gab mir noch Salbutamol zum Inhalieren, zusätzlich zum Cortison. Das war die Lösung. Es wirkt innerhalb von Sekunden. Die Lunge ist frei und der Schleim kann abfließen. Durch den Regen ist die Luft wieder freier von Pollen und sie atmet nun wieder frei und ohne Inhalieren.

Zwar hatte sie jetzt vom Stehen angelaufene Beine, aber das war eher das kleinste Übel. Die allergische Reaktion ließ etwas nach, das Bein wurde wieder dünn. Wir laufen inzwischen 30 Minuten, insgesamt 10 Tage lang. Dann sehe ich weiter, ob sie wieder auf den kleinen Paddock alleine kann. Auf dem Rückweg gehen wir an einer kleinen Wiese vorbei. Dort darf sie 5-10 Minuten grasen. Dadurch hat sie eine Motivation und Freude.
Dank der Frequenzbehandlung von Simba ist sie super entspannt, klagt nicht, ist ruhig in der Box, macht mittags ein Schläfchen, frißt gut und vor allem, sie ruft nicht, wenn ich komme. Da sie das macht, wenn sie unzufrieden ist, weiß ich, daß es für sie OK ist.

Da wir nur Straße gehen können und sie zu wenig Bewegung hat, schont sie wieder mal rechts hinten seit einigen Tagen. Da ist der Energiefluß gestört. Dies läßt sich aber mit einer Akupunkturbehandlung schnell lösen.
Durch das chinesische Kraut Rehmannia 14 sind ihre Cushingsymptome wieder deutlich weniger geworden. Über den Winter pinkelte sie wieder mehr, war etwas zu ruhig, und die Augengruben waren nicht so ganz trocken. Die Augengruben sind jetzt völlig trocken und das Pinkeln hat deutlich nachgelassen. Sie verwertet das Futter besser, sodaß ich die Müsli Ration kürzen konnte. Dadurch nimmt sie weniger Fett auf, was ja auch besser ist.

Jetzt müssen wir nur den Übergang auf den Paddock wieder schaffen und dann hoffe ich, daß das Bein endlich Ruhe gibt  ::).

Liebe Grüße von
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 09. Juni 2011 um 18:34
Donnerstag, 09.06.2011

Irgendwie ist das mal wieder nicht unser Jahr...

Das Bein wurde zwar besser, sie lahmte nicht mehr. Aber es war nicht klar. Immer noch leicht angelaufen. Nach zwei absolut asthmafreien Wochen begann das Gras zu blühen und Jerziba reagierte natürlich wieder. Allerdings ohne Husten, Schnupfen, sondern nur mit Asthma, was aber auch unschön war. Sie lief mir trotzdem unterwegs fast davon. Mein eigener Aua Fuß quietschte ganz schön bei dem Tempo, daß sie vorlegte, um an Gras zu kommen. Seltsamerweise scheint sie das Asthma auszublenden. Mit Husten ärgert es sie schon, ohne scheint sie es zu ignorieren.

Sieben Wochen nach dem Beginn des Lahmens und dem letzten Hufschmied Termin war wieder Hufbeschlag fällig und leider konnte ich nicht dabei sein. Aber es kam die Info: es war doch ein Hufabszeß! Allerdings nicht wie von Jerziba anfangs angezeigt, an der Eckstrebe außen, sondern an der Zehe innen vorn. Direkt in der weißen Linie. Möglicherweise war es Bluterguß, der ja auch sehr schmerzhaft ist und der hat sich irgendwann entzündet. Schmied meinte, der Abszeß wäre erst maximal eine Woche alt und war schon schön reif. Das
Bein war zwei Tage später völlig klar, vier Tage später wieder leicht angelaufen und wechselt jetzt mit dem Wetter, mit der Tendenz zum klaren.
Kosten für das Projekt: runde 800 Teuronen. Wobei die einzige gesicherte Diagnose der Hufabszeß ist! Und mein Auto quietscht und heizt nicht mehr...

Eine Woche habe ich ihr noch Einzelpaddock gegeben, dann durfte sie geführt zu der Gruppe auf den Paddock und da sich nichts Auffallendes tat, ein Woche später ganz normal freilaufend mit raus.

Die Atmung wurde wieder besser. Seit Wochen kein Husten. Doch dann fing sie letzte Woche an zu husten und viel klarer Schleim kam aus den Nüstern. Vermutlich hatte sie sich doch mit einen Infekt angesteckt. Ich gab ihr Engystol und sie mußte wieder öfter Cortison inhalieren. Inzwischen ist es deutlich besser. Aber wetterabhängig. Am Dienstag war es mega trocken, aber feuchte Luft und der Weizen nebenan blühte. Sofort war sie wieder asthmatisch und hustete. Gestern nach einem Tag Regen null Probleme. Ich hoffe, daß nun bald mal alles abgeblüht hat und die Pollen weg bleiben.

Dann habe ich auch wieder mal den Sattel drauf gelegt, und bin neben dem Laufen eine Strecke geritten. Ca. 20 Min. Schritt. Und wir freuten uns, daß es nun wieder langsam Abwechslung im täglichen Einheitsbrei geben würde. Doch das war zu früh gefreut.

Am Freitag letzter Woche hatte sie hinten rechts einen dick angeschwollenen Hufabdruck auf dem Röhrbein und über Sehnen. Zwei offene, blutige Wunden, wobei an einer noch ein Hautlappen klebte. Denn mußte ich mühsam lösen, was Jerziba zu zweimaligem Keilen veranlasste. Die Wunden versorgte ich mit Braunovidon und tagsüber bekommt sie eine Bandage drauf, wegen des Staubes draußen. Die Schwellungen behandele ich mit Heparin-Gel. Die Wunden sind sauber, nicht entzündet, die Schwellung geht beim Bewegen zurück. Sie lahmt nicht, geht aber zu Beginn etwas staksig. Das Ganze scheitn sehr schmerzhaft zu sein.  Da ich nicht weiß, ob die Sehnen was abbekommen haben, bzw. ob durch das Ödem die Sehnenfasern unter Wasser stehen und dadurch weniger belastbar sind, gehen wir also weiter täglich eine Stunde im Rennschritt.

Sie hat super schön abgehaart. Sehr schönes glattes, glänzendes Fell. Wobei ich meine, daß das Abhaaren bei geschorenem Fell deutlich schneller geht. Das Fell ist im Vergleich zum letzten Jahr wieder auffallend kurz und auch das geschorene Fell war kaum nachgewachsen. Im letzten Jahr mußte ich alle drei Wochen scheren. Bisher haben wir erst einmal im April geschoren. Ich nehme an, daß hier das Rehmannia wieder seine Wirkung gegen das Cushing zeigt.

Sie verwertet das Futter weiterhin sehr gut. Rübenschnitzel und Soja habe ich auch weggelassen. Sie tut zu wenig und setzt dadurch Fett an. Ist gut im Futter, aber die Kruppe ist eckig. Da fehlt Trab und Galopp bzw. Reiten überhaupt.

Ich weiß, ich kann froh sein, daß ihr nichts Ernstes fehlt. Aber es ist gerade darum auch frustig, nichts weiter tun zu können, als zu Fuß rumzueiern. Das ist auch Jerziba langsam zu öde, denn sie möchte endlich wieder laufen.

LG
Maria  :)


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 10. Juni 2011 um 16:12
Freitag, 10.06.2011

Gestern abend war Jerziba richtig gut drauf. Atmung war völlig frei nach dem Regen. Sie hat also nur noch Probleme wegen der blöden Pollen. Leider kann man die nicht abstellen und auch die Behandlung mit Cortison bringt keinen dauerhaften Erfolg, weil die Pollen ständig da sind und die Allergie am Leben halten. Das ist frustrierend. Aber wir werden damit leben müssen. Ich frage mich auch, warum Cortison so megateuer sein muß  >:(. Weil es so oft benötigt wird? Verdient die Pharmaindustrie doch richtig Geld dran.

Dafür kam mir aus dem Wunde mit Hautlappen drüber ganz neu Eiter entgegen gelaufen  >:(. Auf der Wunde klebten immer noch Haare und der Hautlappen ist zu ca. 3/4 noch durchblutet. Das konnte man nun gestern gut erkennen. Das der also von alleine abfällt, ist unwahrscheinlich, solange da Blut drin fließt. Wenn er denn so verheilt, dann steht er immer ab und kann zu weiteren Verletzungen führen. Also Ta angerufen und gefragt, was nun. Muß er sich ansehen. War heute mittag da. Hat die Wunde gereinigt und zugeklappt und Verband drum. Abwarten, daß es doch irgendwann noch anwächst, der trockene Teil fällt ab. Ich war nicht dabei, weil arbeiten, bekomme aber noch einen Rückruf. Mich beruhigt das jetzt erstmal, denn ich hab wegen sowas schon üble Entzündungen gesehen bzw. gehabt und Einschuß und das kostet dann richtig Geld. Trotzdem werde ich jetzt wieder belächelt, daß ich wegen so einem Kleinkram gleich den Ta hole. Muß ja richtig Geld über haben. Hab ich nicht und gerade deshalb möchte ich, daß es gleich richtig abheilt, um Folgekosten zu sparen.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 20. Juni 2011 um 17:32
Montag, 20.06.2011

Die Wunde war die ganze Zeit unter Verband. Seit gestern ist sie trocken. Deshalb Verband ab, damit Luft dran kommt. Das Bein ist seit einer guten Woche aber klar. Schaun wir mal, inweit das Ganze anwächst.

Gestern nachmittag regnete es und Jerziba atmete danach völlig frei. Ich bin ins Gelände geritten, bei Sturmwind und sie sah sowas von fröhlich und und frech aus. Wollte von sich aus einen Umweg gehen. Ging fleißig und flott vorwärts. Bin zwischendurch ein Stück gelaufen, weil ich sie nicht gleich überfordern wollte. Auch im Trab ging sie schön raumgreifend und gut gelaunt. Sie war danach super fröhlich  :D. Endlich mal normales Pferd sein können. Das war auch für mich super entspannend.

Ich wünsche uns öfter mal Regen, damit die Luft sauber bleibt. Ein Bekannter hat auch schon seit Monaten heftig mit Allergie zu kämpfen. Also sind überall so deutliche Reaktionen in diesem Jahr.

Das Fell war dann wieder zu warm geworden und ich habe  sie geschoren und eine superschöne Designerdecke auf dem Rücken stehen gelassen  ;). Habe schon eine Bestellung. Foto kommt.

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 24. Juni 2011 um 18:03
Freitag, 24.06.2010

So, hier ist das versprochene Foto mit der schicken Designerdecke  ;):





Bin diese Woche 3mal geritten und 1mal hab ich longiert. Das war ihr dann doch etwas zu viel Arbeit. Sie war dann entsprechend weniger fleißig auf dem Weg vom Stall weg. Der Rückweg entsprechend flott. Am Mittwoch abend war sie leider in einen heftigen Gewitterschauer auf dem Paddock gekommen und trocknete im Stall dann wohl nur langsam ab, obwohl sie 20 Min in der Abschwitzdecke stand zum Wasser aufsaugen. Gestern ging sie dann ziemlich verspannt im Rücken unter dem Sattel. Mal schauen, wie wir das bei dem Wetter wieder locker kriegen  >:(.
Dafür hat sie kein Asthma und atmet frei.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 14. Juli 2011 um 18:11
14.07.2011

Dies Tagebuch kann öffentlich bleiben.

Der verkühlte Rücken war am nächsten Tag noch etwas fest, doch danach war alles wieder locker.
Die Verletzungen am Bein hinten sind fast abgeheilt. Nur der Hautlappen ist noch verschorft. Der Vorderhuf ist nach dem gefundenen Hufabszeß wieder ohne Befund. Die Hufe sind insgesamt Top. Es gab ein großes Lob von der Huftechnikerin.
Die Atmung ist jetzt besser, nur selten minimal asthmatisch. Es fliegen weniger Pollen und es regnet öfter. Dafür bildet sich durch die sehr feuchte Luft eher mal Schleim.
Am Sonntag war sie topfit und wir waren lange im Gelände, wo sie recht schnell war. Seit Montag ist hier sehr hohe Luftffeuchtigkeit und sie ist ruhiger, dafür konnten wir an der Longe gut was tun, denn der Boden war noch feucht vom Regen. Ganz langsam wachsen auch wieder ein bißchen mehr Muskeln an der Hinterhand.

Das geschorene Fell wächst langsamer, als im letzten Jahr. Und der ungeschorene Teil ist deutlich kürzer. Ich werde ab jetzt wieder einmal im Jahr das Rehmannia geben, denn dadurch werden die Cushing Symptome eindeutig reduziert.

Mit Grasen bin ich sehr vorsichtig. Trotzdem es nur 15 Minuten sind, sind die Augengruben nicht trocken. Aber es sind leichte Gruben erkennbar.

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 22. August 2011 um 18:30
22.08.2011

Nichts Neues an der Front.
Je nach Wetter reiten wir oder gehen zu Fuß oder es wird longiert. Die Atmung ist öfter noch immer nicht ganz frei. Aber wir können doch einiges mehr tun. Dadurch verbraucht sie deutlich mehr Energie und ich habe das Futter um Rübenschnitzel und mehr Revital erhöht. Trotzdem hat sie abgenommen und sieht wieder recht dünn aus. Doch eigentlich geht es ihr damit immer besser. Sie ist belastbarer und hat wieder richtige Augengruben. Muskeln sind auch da. Ober auf der Kruppe ist sie etwas eckig. Aber geht noch und Ober- und Unterschenkel sind gut bemuskelt. Rückenmuskeln sind auch OK. Der Mähnenkamm und die Fettpolster hinter dem Schulterblatt sind deutlich reduziert. Sieht so aus, als ob sie besser ohne Fett, aber eben dünn durchs Leben gehen sollte.

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 08. September 2011 um 18:18
08.09.2011
Dies Wetter ist zeitweise belastend für Jerziba. Diese drastischen Wetterwechsel stressen sie doch. Es fehlt ihr dann etwas an Kraft, sie geht langsamer. Zusätzlich ist ja das Tageslicht deutlich weniger geworden. Und diese extrem feuchtschwüle Luft belastet die Atmung. Dazu pinkelt sie zur Zeit deutlich mehr und zeitweise hustet sie bzw. niest Wasser ab und ist auch leider wieder etwas verschleimt. So anhaltend feuchte Luft kann sie nicht gut ab.

Ansonsten schmeckt das Futter, ihre Augengruben sind fast völlig trocken, trotz 20 Minuten Grasen.
Die Umstellung auf den Winter ist aber schon ziemlich belastend, gerade für Cushingpferde.

Ich habe sie noch einmal zum Teil (Hals, Brust, Vorderbeine, Bauch) geschoren, weil das Fell schon sehr nachgewachsen war. Das hilft ihr schon etwas, wenn es ihr nicht so warm wird, in der Sonne. Und bei kälterem Wetter ist sie doch genug geschützt. Aber bisher zeigt sie sonst weiter keine Cushingsymptome. Verdauung ist auch gut.

Die Verletzungen am Hinterbein sind abgeheilt. Nur ein dicker Knubbel ist noch da, wo der Hautlappen nachträglich angewachsen ist.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 18. Oktober 2011 um 15:10
18.10.2011

Keine besonderen Vorkommnisse, zum Glück.

Atmung ohne Pollen ist OK. Das Wetter scheint ihr aber deutlich zu schaffen zu machen. Immer wieder gibt es Tage, an denen sie sich vor der Arbeit zu drücken versucht und einen auf schlapp macht. Allerdings höre ich das auch von gesunden Pferden. Dazu kommt, daß Training auf dem Platz oder in der Halle ohnehin ihre Motivation nicht erhöht. Sie schnauft immer mal demonstrativ und ich brauche eine Menge Lob und Leckerli (der Masse wegen Kaninchenleckerli) , um sie so weit zu motivieren, daß sie etwas Fleiß zeigt und mitmacht.
Im Gelände dagegen geht sie fleißig und interessiert vorwärts. Die Euphorie jedoch, welche sie im letzten Sommer zeigte, hatten wir dies Jahr so nicht. Sie ist insgesamt ruhiger, ausgeglichener. Nicht mal einen Tag am Rumheizen und dann wieder am Kriechen. Sie geht eher gleichbleibend entspannt, ohne Streß zu machen, ich muß sie schon mal treiben, damit sie sich richtig trägt. Aber dafür hält sie viel länger durch. Sie braucht wenige bis keine Pausen und hat auch nach einer Stunde noch genügend Kraftreserven, weil sie sich nicht schon am Anfang verausgabt. Endlich können wir wieder, ohne groß zu überlegen, die großen Runden reiten, was sie ja lange nicht mehr geschafft hat.

Sie hat wieder ein wenig zugenommen. Frißt gut. Die Verdauung war den ganzen Sommer über bestens. Kaum Kotwasser, kein Durchfall. Demnächst muß der Zahnarzt mal wieder ran. Die Schneidezähne werden zu lang. Das Fell glänzt sehr schön. Im Fellwechsel fällt mir aber jetzt auf, daß sie an den Beinen großflächig dicke Schuppen produziert. Das dauert eine ganze Zeit und hört dann wieder auf.

Ein bißchen beunruhigt mich, daß sie so ruhig ist, ihr Temperament nicht so zeigt, oft schlecht gelaunt oder mißmutig wirkt. Allerdings ist sie in den letzten Jahren im Herbst meistens eher ruhig gewesen. Ich gebe ihr wieder ihre Bachblütenmischung, damit sich ihre Stimmung wieder aufhellt. Denn eigentlich scheint es ihr gut zu gehen, es funktioniert alles. Auch pinkelt sie wieder normal. Hustet nicht. Augengruben und Beine sind trocken. Ende Februar wird sie auch schon 21. Wie schnell ist bloß die Zeit verflogen. Sie war doch gerade erst 10... Und schon 5 Jahre bekommt sie Pergolid.
Aufgefallen ist mir: als sie begann das Cushing Syndrom zu entwickeln, begannen sich am Widerrist die kurzen Mähnenhaare extrem zu kräuseln. so ca. eine Handbreit den Mähnenkamm entlang. Seit einigen Monaten merke ich, daß sie sie sich wieder glätten. Im Moment sind sie fast glatt.

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. November 2011 um 17:48
11.11.2011

Weiterhin nichts Besonderes los bei uns.

Zwischendurch hatte Jerziba mal wieder ein paar Tage Husten und es kam Schleim aus den Nüstern. Dies war aber nach wenigen tagen vorbei. Ich denke, sie hatte einen leichten Infekt. Jetzt ist die Atmung frei, kein Husten und kaum Schleim zu hören.

Dann fand ich vor ca. 3 Wochen mittig zwischen den Ganaschen einen kleinen runden Knoten, ca. 5mm groß. Könnte ein Lymphknoten sein. Ein paar Tage vorher war da eine schorfige Stelle. So ein gelblicher Schorf wie nach einem Insektenstich. Als ich an dem Schorf zog, ging das Fell mit ab. Die Stelle war naß, aber nicht blutig. Heilte aber schnell ab. Es blieb noch eine verdickte Stelle in der Haut. Vielleicht ein Infekt durch einen Insektenstich? Ta soll sich das heute mal ansehen, wenn er die Antihistaminspritze gibt. Der Knoten hat sich seitdem nicht verändert.

Das warme Wetter hatte ihr nochmal deutlich zu schaffen gemacht. Sie war sehr schlapp und beim Reiten im Gelände mußte ich viel treiben. Zwar ging sie dann, war aber danach eine Weile ziemlich müde. Andererseits erholte sie sich auch schnell wieder. Die niedrigen Temperaturen verträgt sie deutlich besser. Der Nebel hat ihr atemtechnisch nichts ausgemacht. Aber sie hat immer noch etwas fehlende Leistungsbereitschaft. Mit viel energischem Antreiben und viel Lob meinerseits wird sie dann irgendwann doch noch wach und dann dreht sie wieder auf und rennt und an kontrolliertes Training ist nicht zu denken. Aber ich bin im Moment schon froh, daß sie dann aufdreht. Das zeigt immerhin, daß Leben drin ist  ;).

Ihre Laune hat sich wieder grundlegend normalisiert, seit sie die Bachblüten bekommt. Ich gebe ihr sie daher über den Winter weiter, wie früher auch schon. Das dunkle Wetter drückt ihr aufs Gemüt.


Ein paar Fotos habe ich noch:

Das war im Mai, kurz nachdem ich ihr den Sommerhaarschnitt verpaßt hatte  :D





Dies war dann das erste Mal frisch nach der Winterfrisur





Hier war das Fell schon wieder gewachsen und in der Sonne hatte sie es aufgestellt und sah ganz puschelig aus. Wegen der Wärme habe ich es dann einige Tage später nochmal geschoren. Da das Winterfell schon lang und dicht ist, hat sie nun eine schöne braune Winterdecke aus Fell.





Das war am letzten Sonnenwochenende am Schluß unseres langen Ausrittes



Was mir auf den Fotos auffällt, ist, daß ihr Bauch deutlich flacher geworden ist.

Liebe Grüße
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Dezember 2011 um 18:23
Freitag, 16.12.2011

Eigentlich gehts Jerziba gut. Eigentlich. Was mir nicht gefällt, ist, daß sie seit einiger Zeit so müde und schlapp bzw. schlaff ist. Und klar, ich mache mir mal wieder Sorgen  :-/.

Sie frißt gut, Verdauung ist gut, hat kein Kotwasser, keine Matschäppel, Beine und Augengruben sind trocken, sie hat kaum Fett am Körper, Mähnenkamm hat wenig Fett, dafür überall gut Muskeln, sie hustet sehr selten, hat kein Asthma, aber gute Laune Dank der Bachblüten. Also eigentlich alles im grünen Bereich.

Aber sie läßt oft den Kopf hängen, hat dann kleine Augen, sieht müde aus und beim Reiten oder an der Longe muß ich sie energisch antreiben. Wenn sie sich warmgelaufen hat und er Kreislauf anläuft, gehts dann meist besser. Sie pumpt nicht, aber schnauft anfangs angestrengt durch, wenn sie stehenbleiben darf. Auch das läßt zwar bald nach. Sie geht auch gleich wieder weiter, aber kriecht im Schneckentempo. Sie ist dabei extrem entspannt und losgelassen, macht dabei lange Schritte, läßt sich aber auch versammeln und immer kurze Reprisen intensiv arbeiten. Aber meistens ohne echten eigenen Vorwärtsdrang. Ich muß schon oft sehr energisch werden. Dabei zeigt sie ein gut gelauntes Gesicht und sieht noch wach aus. Zeigt auch oft den Willen etwas zu tun, aber es fehlt dann die Kraft. Gestern wollte sie immer wieder traben, aber bitte eine Runde auf Tempo und lang gestreckt.
Dazu kommt leider, daß wir neuen Hallenboden haben, der sehr tief und fluffig war. Da konnte kein Pferd drin gehen. Inzwischen wurde etwas Sand wieder herausgefahren. Aber der Boden verfestigt sich einfach nicht. Jerziba kann auf dem Hufschlag, wo sich der Unterboden mit dem Sand vermischt hat und dadurch fester ist, einigermaßen gehen. Aber findet außerhalb vom Hufschlag schlecht Grund im Sand und läuft wie in tiefem Matschboden. Das strengt ein müdes Pferd natürlich noch mehr an. Auch der Reitplatz hat schweren Boden, wenn er naß ist. Am besten ging sie auf dem alten Hallenboden, unter dem noch Späne war und der schön federte. Leider war der stellenweise schon sehr fest und wurde darum ausgetauscht. Keine Ahnung, ob der neue noch mal fester wird. Das heißt, sie hat da schon keine Chance, mal zu rennen oder Gehwillen zu zeigen, da es ihr einfach zu schwer fällt.

Daß sie auf dem Platz oder in der Halle Lustlosigkeit zeigt, ist auch nicht ungewöhnlich. Da hat sie eher nicht viel Lust zu Gymnastikarbeit. Aber auch im Gelände muß ich sie sehr treiben. OK. Ich verlange im Moment auch jetzt´etwas mehr von ihr. Sie soll immer über den Rücken und in Selbsthaltung gehen. Ich reite eine volle Stunde ohne Pause und abzusteigen, weil sie das aushält. Das strengt schon etwas mehr an, als nur vorwärts zu gehen. Aber es ist so von Anfang an kein Power drin im Pferd. Selbst, wenn wir zu Fuß gehen, geht sie still neben mir her, in normalem Tempo zwar, aber nicht wie gewohnt ein bißchen frech und guckig oder nervig.
Sie ist zu oft zu ruhig, zu still und sieht zu müde aus. Dafür, daß die Atmung bestens ist für Ihr Asthmaproblem, erscheint es ungewöhnlich.
Wir hatten das in anderen Wintern ja auch schon, sagt das Tagebuch. Aber es ist jetzt doch wieder ungewohnt. Ich hoffe sehr, es ist nur das Wetter, daß ja schon etwas ungewöhnlich ist, diesen Herbst.

Der Ta hat sich den geschwollenen Lymphknoten dann doch nicht angesehen, da meine Freundin vergessen hatte, es ihm zu sagen. Ich habe daraufhin 4mal Echinacea Comp. gespritzt und bereits nach der zweiten Spritze war er deutlich kleiner und nun ist er wieder so gut wie weg, bzw. nicht fühlbar. Hab ich die Ta Kosten dafür gespart und doch ein optimales Ergebnis. Seitdem sind auch die Atemwege gut drauf. Ich lasse sie vorbeugend zweimal pro Woche mit Cortison und Salbutamol inhalieren und geben ihr täglich abends 2 Hübe (halbe Dosis)  Equipulmin. Das ist optimal und sie kann dadurch immer frei atmen und ich kann sie ohne Bedenken auf die Atmung arbeiten. Atemtechnisch ging es ihr sehr lange nicht so gut.

LG
Maria


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 07. Februar 2012 um 18:33
Dienstag, 07.02.2012

Jerziba ist wieder besser drauf, nicht mehr so müde. Das kalte trockene Wetter macht munter. Geht bei unseren Wanderungen besser vorwärts, sieht wacher aus, nicht mehr so verschlafen. An der Longe rennt sie schon mal. Macht  meist gut mit, wenns nicht zu oft ist. Allerdings möchte sie viel gelobt werden, viel belohnt werden und neben all der Arbeit und Pflege auch viel Zuwendung.

Kürzlich war unsere TCVM Ärtzin da und hat sie im Rahmen ihrer Ausbildung zum Chiro zweimal durchgecheckt und fand, daß Jerziba etwas weniger beweglich ist in der Lende (ist aber bekannt), aber sonst keine Blockaden oder Verspannungen aufweist und erstaunlich losgelassen ist, im Vergleich zu ihren anderen Testkandidaten. Für ein Pferd mit Kissing Spines ein sehr gutes Ergebnis. Sie bekam noch ein paar Stellen gelasert. Akupunkturtechnisch waren die bekannten Stellen wie Leber, Niere, Milz unauffällig. Das erste Mal seit Jahren. Danach ließ das Tränen der Augen sehr deutlich nach. Ein Behandlungspotential ist demnach doch vorhanden und so bekommt Jerziba Ende dieser Woche ihre erste Akupunkturbehandlung in der neuen Saison.

Eine Frequenzbehandlung durch Simba haben wir ebenfalls wieder durchgeführt. Ergebnisse dazu kann ich noch nicht sagen, da Jerziba immer eine Weile braucht, bis sie das umgesetzt hat. Aber da sie besser drauf ist, scheint es gut zu laufen.

Ansonsten bekommt sie noch eine Weile Echinacea comp., um das Immunsystem zu stärken. Später soll sie das mit Eigenblut zusammen bekommen. Ich will in diesem Jahr mal Eigenblutspritzen versuchen, nachdem die leichtere Variante nach Imhäuser schon gut getan hat. Da sollte sie den stärkeren Reiz der Spritzen locker wegstecken können.

Atemtechnisch ist sie gut drauf. Kein Asthma, kaum Husten, kein Schleim. Zweimal pro Woche inhalieren mit Cortison und Salbutamol und abends 2 Hübe Equipulmin.


Durch die Kälte nimmt sie gerade ziemlich ab. Ist aber eingedeckt. Und das nicht geschorene Fell, daß unter der Decke rausschaut, ist stellenweise extrem lang. Besonders an den Hinterbeinen sieht sie aus wie ein Mammut. Obwohl man vom Cushing eigentlich nichts groß bemerkt, wird das Fell doch scheinbar immer länger. Schon seltsam. Ich gebe ihr daher mal Mönchspfeffer in homöopathischer Form als Agnus castus Dxx. Mal sehen, ob wir damit etwas verändern. Außerdem bekommt sie jetzt gegen das Cushing wieder das chinesische Rehmannia 14, daß ihr immer sehr hilfreich war.

Liebe Grüße
Maria  :)


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 27. März 2012 um 18:03
27.03.2012

So, und mal wieder ein Update von uns.

Jerziba hatte nun 3mal Akupunktur. Da die Tä keine Störfelder gefunden hat  8-), wurde einfach das akupunktiert, was am meisten gefordert ist. Niere, Leber, Lunge. Beim 2ten Mal war sie erst total griffig und zickig. An dem Tag reagierte sie ein wenig am Leberpunkt. Nachdem die Nadel drin steckte, war sie sofort ruhig und entspannt. Tä meinte, daß jetzt ihr wahrer Typ wieder zum Vorschein kommt. Durch die Cushing Symptome war sie zum Milztyp mutiert. Nun kommt der ursprüngliche Typ wieder hervor und das ist der dominante Lebertyp  ::). Dominant war sie schon immer gerne bzw. jetzt wieder  ::).

Weiterhin hat unsere Tä auf dem Ausbildungsweg zur Chiropraktikerin Jerziba 3mal zum Üben benutzt. Sie fand keine Blockaden. Beim 2. Mal war Jerziba etwas fester am 2. und 3. Lendenwirbel. Beim 3. Mal war das wieder weg.

Das Rhemannia hat ihr sehr gut getan. Die Entscheidung, es vor der Akupunktur zu geben  war sehr positiv.

Auch die Frequenzbehandlung hat offensichtlich was gebracht. Sie ist wach und munter, ein bißchen frech. Hat neulich eine Stute angedroht, die kurz mit auf dem Reitplatz stand, als noch Frost war.

An der Longe macht sie sehr schön mit, ist meistens sehr motiviert, wenn sie denn ihren Kreislauf hochgefahren hat. Bis auf die Kreislaufwettertage, an denen das nicht so klappt. Zum Ende hin wird sie dann immer schneller und läßt das Rennpferd raushängen  8-). Beim Reiten fehlt es irgendwie noch etwas an Energie bzw. Ausdauer. Denn da variiert die Leistungsbereitschaft noch deutlich. Allerdings steht am Ende des Weges auch nicht das Grasen als Belohnung an. Und da ist sie sehr genau  ;). Und auf dem Platz ist es ihr eh langweilig. Evtl. hänge ich noch eine weitere Frequenzbehandlung dran.

Da es ihr leicht zu warm wurde, beim Arbeiten, habe ich sie nun teilgeschoren, so daß sie nun wieder mit ihrer Fellübergangsdecke da steht. Sie sah währenddessen richtig zufrieden und froh aus. Endlich runter mir dem dicken Pelz. Obwohl es ja der noch spät geschorene Teil war, der nicht mehr so ganz lang nachgewachsen war, waren es gefühlte 2 Kilo, die da runter kamen. Der Mistboy war bis zum Anschlag voll  ;D

Beim letzten Mal Abhören vor der Aku konnte die Tä kaum was hören auf der Lunge. Links wie ein gesundes Pferd, rechts leicht rauher Ton. Sie hustet sehr selten, Atmung ist frei, kein Asthma, kein Schleim, nicht mal Wasser kommt aus den Nüstern. Atemfrequenz an dem Tag coole 14! Bisher reagiert sie noch nicht bis kaum Pollen, obwohl Haselnuß und Erle voll blühen. Nur am Samstag war nicht so ihr Tag. Da hustete sie vermehrt. Dies war gestern jedoch wieder vorbei. Durch die Wärme atmete sie etwas kürzer.

Sie bekommt zur Zeit wieder eine Sammlung an Schüsslersalzen. Dreimal hatte sie auch eine Eigenblutspritze. Ansonsten genieße ich noch die allergiefreie Zeit  8-).

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 23. Mai 2012 um 16:07
23.05.2012

inzwischen hatten wir die Zahnärztin zur Behandlung. Sie fand im Unterkiefer beidseitig jeweils eingeklemmte Futterreste zwischen zwei Backenzähnen, welche schon eine Entzündung des Zahnfleisches hervorgerufen hatten. Daß dies zu starken Schmerzen führen kann, weiß sicher jeder, der das schon mal hatte. Mir war manchmal schon aufgefallen, daß Jerziba einen Mundgeruch hatte. Aber zu selten, um der Sache nachzugehen. Die Zahnzwischenräume wurden aufgefräst, damit sich kein neues Futter einklemmen kann und die Zahnfleischtaschen abheilen können.
Kurz nach der Behandlung war der Lymphknoten zwischen den Ganaschen wieder angeschollen. Da wußte ich, woher das im Herbst schon gekommen war. Tä und Hufschmied bestätigten mir, daß diese Entzündung den Körper sehr beinträchtigen kann. Ich vermutete, daß Jerzibas unerklärliche Trägkeit damit in Zusammenhang stehen könnte. Ich behandelte wieder mit Echinacea Compositum und ziemlich schnell ging die Schwellung zurück.
Nachdem nun auch noch die Weidesaison eingeläutet wurde und Jerziba wieder grasen darf, ist sie hellwach und rennt im Gelände, um möglichst schnell an die erlaubten Graspausenplätze zu gelangen. Wenn es ihr nicht schnell genug geht, regt sie sich auch schon mal richtig auf. Bei einem 2 Std Ausritt am letzten Feiertag konnte es ihr gar nicht schnell genug gehen. Auf dem Reitplatz an der Longe ist sie nach wie vor sehr entspannt, macht gut mit, aber läßt sich schon auch treiben.
Sie hustete wenig bis gar nicht. Gerade die letzten 2 Wochen aber etwas mehr, da die Gräser blühen. Asthma hatten wir in diesem Jahr erst 5 mal und auch eher leicht.

Futterzustand ist gut, sehr schlank, aber genug Muskeln, kaum Fett. Selbst die letzte Fettreserve am Mähnenkamm ist fast weg. Die Box ist trocken, Verdauung top.  Und ganz neu, die Augengruben sind wieder völlig trocken. Ich könnte mir vorstellen, daß dazu das Agnus Castus beigetragen hat. Vielleicht aber auch nur die wiederholte Gabe des Rehmannia 14.
Das Fell habe ich am Wochenende mal wieder geschoren, weil die Winterfelldecke noch zu groß war. Wäre aber sonst noch nicht nötig gewesen.
Insgesamt ist sie wieder so fit, wie im Sommer vor 2 Jahren und ich hoffe sehr, daß es noch lange so bleibt.

LG
Maria :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 18. Juli 2012 um 14:54
18.07.2012

Im Großen und Ganzen ist alles wie gehabt. Seit 2 Wochen hustet Jerziba mal wieder vermehrt, in der Lunge hört man mehr Schleim. Wohl durch das nasse Wetter kann sie die Feuchtigkeit schlechter loswerden. Dies verstopft dann auch mal die kleinen Atemwege, sodaß in den letzten Tagen einige Male etwas Giemen zu hören war und sie über den Bauch geatmet hat. Mit Inhalieren geht das schnell wieder weg. Wetterbericht sagte aber Gräserpollenbelastung an. Das ist halt ihr Schwachpunkt. Ich dachte, damit sind wir im Juli durch. Sie ist auch sehr dünn geworden im Haarwechsel, besonders an der Hinterhand, sodaß ich das Kraftfutter noch erhöhen mußte. Dadurch, daß wir viel gemacht haben, Reiten und Longieren, brauchte sie wohl mehr Energie, als sie bekam. Inzwischen hält sie das Gewicht bzw. nimmt auch mal etwas zu.
Was mir auffällt, ist, daß sie seit einiger Zeit vermehrt stolpert. Einige Male so übel, daß ich dachte, wir stürzen. Am Sonntag war meine Freundin dabei und sagte, das sah echt fies aus. Jerziba ist mir dem Huf nach hinten umgeknickt. Der Kronsaum und um das Krongelenk herum ist es seitdem leicht schwammig. Sie lahmt aber nicht und geht raumgreifend und locker. Nach 30 Min Gehen ist es eigentlich normal trocken. Ich habe Arnica gegeben und pappe Heparin Gel drauf und habe noch Traumeel Ampullen bestellt zum Spritzen. Und nun hoffe ich nur, daß sie sich nicht ernsthaft verletzt hat. Das brauche ich ich diesem Katastrophenjahr nicht auch noch. Habe mir Hufe und Bewegungsablauf dann genauer angesehen. Ich finde die Zehe viel zu lang und den Huf zu flach. Bei Vorziehen des Hufes bleibt sie mit der Spitze hängen, da sie eine extrem flache Bewegung hat und auch nicht dran denkt, den Huf höher zu heben, wenn das Horn nachwächst. Ohne Eisen hat sie sich die Spitze immer komplett gerade abgelaufen. Mit Beschlag geht das natürlich nicht mehr so gut. Das war schon immer so. Bisher hat der Schmied das berücksichtigt. Aber seit einiger Zeit macht das die Kollegin, die mitfährt und die muß ich damit anscheinend erst noch instruieren. Denn so ist Reiten echt gefährlich. Immer wieder was Neues und ich mach mir auch immer wieder einen Kopp drum.
Ansonsten sieht sie gut aus, alles ist trocken, Fell glänzt, ist dies Jahr auch wesentlich kürzer, als im letzten Jahr, da war es extrem lang, und wächst auch langsamer nach, nach dem Scheren. Habe erst 3mal geschoren seit März. Die aktuelle Therapie scheint gut zu wirken.

Zur Zeit ist sie aber weniger fit, das Wetter macht ihr wieder mal zu schaffen. Sie zeigt dann schon mal wieder Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen und ist schlapp. Aber das haben Menschen zur Zeit ja auch.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 31. Juli 2012 um 17:38
01.08.2012

So, beide Hufschmiede waren sofort hochmotiviert dran an dem Thema Stolpern. Durch den nassen Boden sind die Hufe extrem stark gewachsen. Und weiterhin schiebt dann die Zehe (gemäß EX-Rehehuf) stärker. Möglicherweise auch wegen der Trachtenfußung, die beim Rehehuf selten wieder weg geht. Die Hufe wurden extrem gekürzt, stärker als sonst in der letzten Zeit,  besonders im Zehenbereich soweit wie möglich, damit sie schneller vom Boden kommt mit dem Huf. Dazu bekam sie einen NBS Beschlag, diesmal aus Stahl, da der kostengünstiger ist und sich weniger schnell abläuft bzw. ein zweites Mal genutzt werden kann und damit die zusätzlichen Kosten minimiert. Mein Einwand, daß ihr der beim ersten Versuch damals nach der Rehe schon zu schwer war, wurde entkräftet mit dem Hinweis: nun warte doch erstmal ab. Der Beschlag soll keine Dauerlösung sein, sondern wird dann je nach Jahreszeit und Hufwachstum gewechselt mit dem normalen Aluminiumbeschlag.

Und tatsächlich, diesmal hat sie anscheinend doch kein Problem mit dem schwereren Stahlbeschlag. Sie läuft wie mit Siebenmeilenstiefeln, macht Riesenschritte, daß ich kaum nachkomme und hat es mega eilig  :D. Ich gehe jetzt die dritte Woche mit ihr zu Fuß. Der Kronrand scheint wieder normal trocken zu sein. Keine Schwellung mehr. Sie hat kein Problem mit dem Huf bisher. Zum Wochenende fange ich dann mal mit Bodenarbeit an.

In der Cavallo ist gerade ein Artikel über das Thema, wieviel Reiten ist gut fürs Pferd? Nach dem Lesen war mir einiges klarer. Ich habe Jerziba überforder  :ot. Weil ich dachte, sie hat kein Asthma und es geht ihr ja gut, dann kann sie auch was tun. Aber ihre Energie reicht nicht für 5 Tage intensives Arbeiten. Seit ich nur mit ihr spazieren gehe, hat sie deutlich zugenommen, sie ist sehr wach und munter, hat super gute Laune und freut sich wenn ich komme. Ich werde in Zukunft wieder auf sie hören, wenn sie sagt, sie kann nicht mehr. Sie gehört zu den Pferden, die weiter machen, wenn ich es verlange, weil sie weiß, daß ich das gerne hätte und sie will gefallen und mich nicht verärgern. Und dabei geht sie über ihre Kräfte, zeigt es aber nicht. Sie ist nun mal schwer krank und ihre Energie ist einfach begrenzt. Wenn ein Pferd soviel Kraftfutter bekommt und abnimmt, dann muß ich mir halt Gedanken machen. Jetzt ist es mir klar geworden und damit kann ich aber leben, denn ich möchte, daß sie gerne mitmacht und Spaß am Reiten bzw. Training hat.
Ansonsten geht es ihr gut. Die stärkeren Atemprobleme lagen daran, daß ich die Antihistaminspritze glatt vergessen hatte. Es ging ihr eben zu gut  ;). Klar, sie wirkt bei ihr oft nur genau 28 Tage. so bekam sie die Spritze erst 5 Tage später. Am Abend nach der Spritze war sie wieder voll OK und die Atmung unauffällig und so ist es bisher geblieben.

Vor der vergangenen Woche mit den heißen Temperaturen bekam sie plötzlich etwas Kotwasser und setzte einige Matschhaufen bis Kuhfladen ab. Das zog sich dann die ganzen heißen Tage hin. Zusätzlich hatte sie vorher einige Tage angelaufene Beine. Keine Ahnung, wieso. Es wurde nichts geändert. Ich gab ihr ab dem zweiten Tag, als ich sah, das reguliert sich nicht von allein, Heilerde, mit diesmal leider ungewohnt mässigem Erfolg. Also bekam sie noch Basenpulver dazu. Daraufhin ließ es nach und die Äppel waren nach einer Woche wieder völlig Ok, die Beine komplett trocken. 

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 31. Juli 2012 um 17:45
Gerade noch eingefallen: die Verdauungsprobleme traten etwa zeitgleich damit auf, daß ich mit Prascend angefangen hatte, weil meine Original Pergolide Tabl. zu Ende waren.

Ob das die Ursache dafür war, weiß ich natürlich nicht. Aber schon komisch, daß es genau zu dem Zeitpunkt anfing. Beim Start des Pergolide hatte sie ja auch lange und massiv Probleme mit der Verdauung gehabt.

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 04. September 2012 um 18:43
Dienstag, 04.09.2012

Mit dem neuen Hufbeschlag ist Jerziba grundsätzlich deutlich flotter und leichtfüßiger unterwegs. Sie kommt einfach besser vom Boden weg, die Hufe  rollen viel schneller ab. Allerdings an den Tagen, an denen das Wetter sie belastet, neigt sie wie gehabt zum Stoplpern. Jedoch deutlich weniger dramatisch. Es ist mehr ein leichtes Stocken beim Abfußen, da sie mit der Zehenspitze dann schon mal an einem Grasbüschelchen hängenbleibt. Das Ganze aus Aluminium wäre dann wohl der absolute Hit an Leichtigkeit. Kann ich mir aber nicht mehr leisten. Jerziba kostet so schon ein kleines Vermögen jeden Monat.
Ansonsten scheint es ihr gut zu gehen. "Scheint" deshalb, weil sie einerseits gut aussieht, das Fell glänzt, kein Fett, trockene Augengruben, frißt meistens gut, geht an der Hand gut vorwärts, sieht auch wach aus dann, Beine sind trocken, Verdauung ist wieder OK, rossig wird sie auch. Sie hustet im Moment wenig bis nicht und hat kein Asthma, bis auf sehr seltene Ausnahmen. Auf der Lunge hört man weniger rauhen Ton als im letzten Sommer. Je nach Luftfeuchtigkeit aber schon mal etwas dünnen Schleim, der kurz abgehustet bzw. abgeschluckt wird.
Auch an der Longe und beim Reiten im Gelände hat sie gute Tage, da dreht sie auf und zeigt Temperament. Aber sie reagiert oft deutlich auf das Wetter bzw. auf etwas, was ich nicht weiß.  Seit einiger Zeit atmet sie schnell, kurz, aber über den Bauch. Besonders fällt es auf, wenn sie vom Paddock in den Stall kommt. Da schwitzt sie dann auch öfter ein wenig zwischen den Hinterbeinen, abhängig von der Außentemperatur. Beim Reiten oder Longieren draußen schwitzt sie dagegen kaum bis wenig oder gar nicht. Aber speziell während der ersten 10-15 Min hört man sie öfter immer mal durch die Nase schnaufen. Wenn sie sich warm gelaufen hat, läßt es oft nach und sie kommt dann ins Rennen. Atmet dann kurz etwas schnell und über den Bauch, das läßt aber meistens schnell nach. Nur das schnellere Atmen geht nicht ganz weg, aber es wird bei Bewegung bsser. Also Kreislauf? Ich gebe ihr daher wieder mal Cralonin.
Und sie wirkt oft so, als ob ihr einfach die Kraft fehlt. Da ist oft irgendwie nicht so richtig Power im Pferd, wie ich das von früher her von einem Araber gewohnt bin. Klar, so energiegeladen wie ein gesunder Araber ist sie schon lange nicht mehr. Aber nach der Behandlung durch Günter war da doch einiges mehr.
Mir ist jetzt auch aufgefallen, daß sie abnimmt, wenn ich sie 4 mal pro Woche reite und longiere. Das scheint sie doch ziemlich zu belasten, auch wenn sie es nicht so zeigt (vielleicht reagiere ich auch zu wenig darauf) oder wie die letzte Woche von selber gerne rennt. Sie weigert sich aber nciht zu gehen, bzw. wenn es nicht geht, bleibt sie stehen und fordert mcih auf, abzusteigen. Mit den neuen Eisen hatte ich das aber nicht mehr. Scheint sie demnach wohl zu entlasten.
Sie frißt meistens gut, bis auf einige Tage, an denen es ihr offensichtlich zu warm war oder der Kreislauf zu belastet oder was auch immer. Da ließ sie schon mal Heu oder Kraftfutter liegen. Dann nimmt sie natürlich erst recht ab. Und das geht im Moment sehr schnell. Andererseits ist ihr Bauch gut gefüllt, da sie ja irgendwo ihre Energie herziehen muß. Mir scheint auhc, daß die Bemuskelung schon deutlich besser war und der Bauch scheint auch mehr zu hängen.
Ich persönlich finde, sie könnte etwas mehr auf den Rippen haben. Sie sieht so eckig und dünn aus. Aber mir wurde auch schon gesagt, daß Jerziba ja so proper aussieht, hat doch einen dicken Bauch und sieht gar nicht dünn aus. Findet ihr auch, daß sie gut genährt aussieht oder gar zu dick ist? Sehe ich das falsch? Man selber sieht das ja oft nicht so richtig aus der Nähe. Ich lasse sie zur Zeit auch oft 20-35 Minuten grasen, da es ihr das Liebste ist und sie es gut verträgt, da ihre Augengruben nicht wie sonst darauf reagieren und sich füllen.

Hier gibt es mal neue Fotos. (Daß sie hier zum Teil so einen leicht negativen Gesichtsausdruck zeigt, liegt daran, daß sie fotografieren haßt. Davor und danach sah sie ganz anders aus  ::)



















Und die Augengruben:


LG
Maria  :)




Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Oktober 2012 um 15:32
Freitag, 04.10.012

Bei uns läuft es wie gehabt. Jerziba hat aber wieder etwas Muskeln zugelegt. Die Oberlinie ist nicht mehr ganz so knochig. Vielleicht hat ihr ja Eiweiß gefehlt. Durch etwas mehr Soja kann sie vielleicht besser aufbauen. Oder es liegt daran, daß der Haarwechsel größtenteils durch ist. Jetzt bei dem kühlen Regenwetter ist sie richtig wach und dreht schon mal auf. Die Atmung ist gut und sie hustet nicht. Auch hat sie etwas mehr Energie, wenn es kühl ist. Sie macht sogar beim Reiten auf dem Platz schon mal motiviert mit. Insgesamt aber ist die Belastbarkeit meistens niederiger als vor 2 Jahren. Möglicherweise kostet die Krankheit ja grundsätzlich schon viel Energie. Und obwohl sie nicht schwitzt, bzw. eigentlich überwiegend ein wenig zwischen den Hinterbeinen wenn sie vom Paddock in den Stall kommt oder beim Reiten unter dem Sattel und Gurt, macht sie doch öfter den Eindruck, als ob ihr zu warm ist. Zumindest scheint es so, wenn sie schnauft. Und bei kaltem Wetter macht sie das auch nicht so. Auf jeden Fall ist ihr kalt und windig zur Zeit deutlich angenehmer.

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 19. November 2012 um 15:30
Montag, 19.11.2012

Nun ist es genau 6 Jahre her, daß die Cushing Erkrankung bei Jerziba diagnostiziert wurde und sie mit Pergolid behandelt wird. Damals ging es ihr schon sehr schlecht. Ich hatte echt nicht mehr viel Hoffnung. Aber ich dachte, ich versuche es, ob ich sie wieder "hin" kriege.
Und heute geht es ihr gut. Von den Cushing Symptomen ist außer dem etwas längeren Fell bei konsequenter Behandlung nichts mehr zu spüren. Neben dem Pergolid bekommt sie diverse Naturheilmittel, Homöopathie, Akupunktur. Ausschließlich mit Pergolid ist ihr guter Zustand nicht so zu halten. Die Schäden bzw. Funktionsstörungen durch die Hormonstörung müssen immer wieder zusätzlich aufgefangen werden, um den Optimalzustand zu halten.
Aktuell hat sie noch etwas zugenommen. Ihre Oberlinie und Hinterhand ist gut und an den richtigen Stellen bemuskelt. Am Mähnenkamm hat sie ein winziges Fettpolster angesetzt. Das heißt, jetzt wird das Futter genau nach Leistung bemessen, damit sie kein Fett ansetzt.
Im Moment reiten wir am Wochenende im Gelände, zwei-dreimal pro Woche intensiv Bodenarbeit und Longieren und ein-zweimal pro Woche 1 Stunde zu Fuß nach draußen. Sie geht an der Hand und an der Longe normales Tempo. Ich muß da wenig am Tempo treiben. Aber ich muß schon die Hinterhand herantreiben, um Spannung aufzubauen, da sie sonst immer noch mehr als gewohnt stolpert. Das gefällt ihr nicht immer und sie schnauft dann schon noch mal. Immer mal so einmalig.
Beschlagen ist sie jetzt wieder mit dem normalen ST. Croix aus Aluminium. Die Zehe wird extrem kurz geschnitten, der ganze Huf sehr kurz gehalten, das Eisen leicht zurück gesetzt. Seitdem bleibt die Stellung erhalten und sie läuft damit wie mit dem NBS Eisen. Aber leichter in der Vorhand, da diese fast nichts wiegen. Jerziba hat eine sehr flache Hufaktion, die anscheinend mit fortschreitendem Alter noch flacher wird oder weil sie einfach so extrem entspannt läuft. Früher hatte sie oft mehr Anspannung drauf. Sie geht jetzt sehr raumgreifend und sehr losgelassen. Früher hatte sie noch mit Rückenproblemen zu kämpfen. Das ist heute Schnee von gestern. Dafür schlurft sie gerne mit den Hufen.
Bei den aktuellen NovemberTemperaturen um 7 Grad herum ist sie wieder etwas munterer drauf, als bei dem warmen Wetter zuvor und etwas belastbarer. Es gibt wieder mehr Tage, an denen sie ins Rennen kommt und auch fleißig und konzentriert mitarbeitet. Gestern Sonntag hatte sie es richtig eilig im Trab auf dem Weg der zu den Weiden führte. Im Schritt war sie dann hektisch. Leider mußte ich sie wegen der niedrigen Nachttempreaturen entäuschen. Sie durfte nicht grasen.
Bisher hat sie immer noch gute Laune, sie brauchte daher ihre Gute-Laune-Bachblüten noch nicht.
Atemtechnisch ist sie so gut drauf, wie seit Beginn des COPD noch nicht. Sie hat keinerlei Asthma, so gut wie keinen Husten. Allerdings merkt man bei Belastung, daß die Atemwege krank und verändert sind. Wenn sie sich aufregt und rennt und dabei verspannt, dann hustet sie schon mal trocken, weil die Atemwege dann schon mal krampfen. Nach einigen Atemzügen im Stehen ist das sofort vorbei. Aber man muß es berücksichtigen. Es hängt immer auch vom Wetter ab und wie fit sie drauf ist.
Sie reagiert wie eigentlich schon immer, auf das Wetter. Ist dann deutlich ruhiger.
Wir hoffen, daß der Winter wenig Frost bringt und wir dadurch die Pferde viel draußen bewegen können.

LG
Maria ;)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. März 2013 um 18:23
Montag, 25.03.2013

Nun mal wieder Nachrichten von Jerziba.
Sie ist grundsätzlich gut drauf, hat gute Laune und ist mit einiger Rücksicht, je nach Wetterlage,  gut trainierbar.
Ich habe wieder mal ein neues großes Blutbild machen lassen. Alle Werte sind jetzt in der Norm. Das ist das erste Mal seit der Hufrehe vor 6,5 Jahren und der Diagnose Cushing. ACTH Wert 12,9. Ta sagt, sie ist optimal eingestellt. Daneben wird sie weiter konsequent alternativ behandelt, passend zu den Symptomen.
Sie ist nun 22 Jahre alt  geworden und man sieht schon, daß sie nicht mehr jung ist, auch wenn sie ihren jugendlich-frechen Ausdruck im Gesicht wieder oft zeigt. Der Rücken scheint sich ein wenig gesenkt zu haben. Im Moment sieht sie auch aus wie ein Esel. Das im Herbst geschorene Fell ist ganz ungewohnt kaum nachgewachsen unter der Decke. Da ist sie graubraun mit einigen langen Deckhaaren dazwischen. Am Hals und Bauch, wo die Decke nicht hinkommt,  ist das Fell länger und wie immer im Winter etwas struppig. Aber im Gesicht ist das Fell wieder fast so kurz wie bei einem gesunden Pferd. Sie hat fast immer gute Laune, ist auch mal frech und übermütig. In diesem Winter haben wir die Gute-Laune-Bachblüten seit sehr langer Zeit nicht einmal gebraucht. Die Minustemperaturen gefallen ihr besonders gut. Beim Longieren hält sie da lange durch, versucht gerne mal die Sau rauszulassen. Beim Reiten wird sie leicht heizig, wenn der Kreislauf auf Temperatur kommt. Konzentrierte Schrittarbeit ist ihr auf einmal zu öde, sie will rennen. Allerdings muß sie sich dabei auch nicht groß anstrengen, wie bei den gymnastizierenden Übungen. Hier macht sie zwar willig mit, aber ich muß doch sehr energisch treiben, damit sie nicht einfach nur schlampt. Es scheint sie öfter ziemlich anzustrengen. Nach 30 Minuten hat sie allerdings dann genug und schleicht dann eher zum Abwärmen hinter mir her, was ganz im Gegensatz zum vorhergehenden Rennen steht. Irgendwie hab ich dann schon ein schlechtes Gewissen und frage mich, ob ich ihr vielleicht zu viel zumute. Sie wirkt allerdings nicht überfordert. Läßt sich willig satteln und wirkt meistens dabei fröhlich. Dafür ist ihre Oberlinie nun wieder sehr gut bemuskelt, besser als bei manch gesundem Pferd. Ich kann sie zwei-drei mal pro Woche in der Halle reiten. Das macht sie willig mit. Vom Nichtstun wird sie aber auch nicht fit und bekommt keine Kondition. Nur durch Training kann man dies erhalten bzw. verbessern. Immerhin macht ihr nun der etwas tiefe Boden nicht mehr viel aus.  Z
Bei Wetterwechsel zu Schnee oder Regen hat sie immer mal Probleme und ist matschig drauf. Insgesamt fehlt es ihr aber einfach an der Energie. Für einen Araber ist sie oft etwas schlapp, statt temperamentvoll. Gibt sich zwar Mühe, wenn sie warm wird, aber hält das nicht so lange durch. Sie hatte den ganzen Winter kein Asthma und kaum Husten und schon dadurch kann ich gute 30 Minuten zufriedenstellend intensiv mit ihr arbeiten. Das hatten wir ja schon ganz anders. Bei  steigenden Temperaturen, dem Haarwechsel und der beginnenden Pollenzeit zeigt sich schon manchmal, daß sie da weniger fit ist. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Eigenblutbehandlung hat sie auch schon erhalten. Die Schüsslersalze haben wir gerade wieder angefangen. Ich hoffe, daß sie für die Pollenzeit gut gerüstet ist, denn dies ist ihr Hauptproblem.
Sie hat immer trockene Beine und Augengruben, kaum Fettansatz. Bekommt aber reichlich zu fressen, um ihr Gewicht zu halten und setzt das Dank des Trainings in Muskeln statt in Fett um. Die Box ist relativ trocken, sie frißt mit sehr gutem Appetit. Die Verdauung ist sehr gut.
Vor Weihnachten ist sie im Gelände ausgerutscht und auf die Seite gerollt. Danach war sie in der Lendengegend etwas fester. Nach zwei Akupunkturbehandlungen und etwas Chirotherapie war das einige Zeit später wieder gut. Aktuell ist sie sogar beweglicher als vorher in dem Bereich. Eines abends kam sie nur schwer aus der Box. Konnte das linke Hinterbein nur schwer nach vorne holen. Da sie an der Innenseite an den Muskeln druckempfindlich war, denke ich, sie hatte sich irgendwie was gezerrt . Aber es hätte auch ein Kreuzverschlag sein können, den Symptomen nach. Zum Glück ging sie am nächsten Tag dann doch wieder viel besser und weitere 2 Tage war alles wieder OK. Man muß ja auch mal Glück haben. Die Tä, die kurz darauf im Stall war, sagte dazu, daß Jerziba einen eher unempfindlichen Rücken hat. Sie zeigt beim Abtasten weniger Reaktion, als andere gesunde Pferde. Das ist ja auch mal ein Highlight, nachdem sie angeboren Kissing Spines hat.

LG
Maria :)





Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 25. April 2013 um 16:59
Donnerstag, 25.04.2013

Jerziba ist wieder nackig, bis auf die kleine Felldecke auf dem Rücken. Ich habe aber beschlossen, daß ich diese im Sommer auch scheren werde, da bei Regen das Fell zu lange zum Trocknen braucht. Und nach dem Schwitzen beim Reiten ebenfalls.

Leider hat sie durch den Haarwechsel wieder ziemlich abgenommen, sieht eckig aus und rippig. Einzig der gut gefüllte Bauch ist rund. Sie braucht sehr viel Futter, um genügend Energie zu bekommen. Ich füttere daher ncoh Luzerne zusätzlich.
Seit es Gras gibt, hat sie es beim Reiten im Gelände oft wieder recht eilig. Hofft sie doch, am Ende gibt es Gras für sie. Leider ist es ja nachts doch oft noch kalt und es regnet kaum. Daher bin ich da sehr unsicher, ob ich ihr das Grasen erlauben kann. Mal so 2 Minuten nach dem Reiten habe ich sie gelassen.
Beschlagen ist sie vorne jetzt wieder mit NBS Eisen. Damit kommt sie leichter vom Boden weg und stolpert nicht.
Dies Jahr reagiert sie sehr auf die Birken- und Erlenpollen. Die Haselpollen hat sie ausgelassen. Sie zeigt kein Asthma, wie die letzten Jahre, aber ist auf den Bronchien ziemlich verschleimt und hustet mehr. Ich gebe Echinacea comp. um zusätzlichen Bakterieninfekt zu minimieren. Es müßte dringend mal regnen.
Vorgestern wurde sie von einem Mitbewohner durch Bisse attackiert und ging in Panik durch den E-Zaun in den Obstgarten. Zum Glück wurde dies beobachtet und sie konnte rechtzeitig eingefangen werden, bevor sie sich den Bauch mit Gras vollschlagen konnte.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 03. Juni 2013 um 14:39
Montag, 03.06.2013

Jerziba ist seit ca. 3 Wochen komplett nackig und sieht für einen Cushi richtig schick aus. Nur der Bauch könnte etwas schlanker sein. Aber irgendwo muß ja das Futter zwischengeparkt werden, welches die Energie liefern soll. Nachdem das Fell nun nahezu durch ist, hat sie wieder etwas zugelegt. Am Mähnenkamm ist ein kleines Pölsterchen. Aber die Augengruben sind ziemlich trocken. Das ist bei ihr immer der Anzeiger für den Stoffwechsel. Wenn sie sich nicht gerade im Dreck gewälzt hat, glänzt das Fell auch sehr schön.

Sie ist fit und munter, hustet wenig und hat kein Asthma. Die leichte Verschleimung ging mit Echinacea comp. innerhalb von wenigen Tagen weg.

Leider fand ich gestern eine Verletzung im Genitalbereich. Da sie in letzter Zeit ab und an mal Bißwunden an der Hinterhand hatte, nehme ich an, daß der streitlustige Mitbewohner wieder nach ihr gebissen hat. Die Haut war abgeschürft und verschorft und alles dick angeschwollen. Mein Freundin sagte, Jerziba wäre am Abend vorher sehr langsam und schwerfällig und erst nach persönlicher Anrede vom Paddock gekommen. Wahrscheinlich war das erst vorher passiert und sowas tut übelst weh. Nach dem Versorgen der Wunde, wofür sie sich mit einem Kuscheln bedankte, sah das Ganze weniger schlimm aus.


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 05. Juli 2013 um 14:57
Das Pferd ist munter und gehfreudig. Klar, vor allem, wenn es ins Gelände geht, weil sie da grasen darf. Aber sie ist dabei jetzt gleichbleibend fit. Wenn wir beide zu Fuß gehen, muß  ich schon sehr zügig gehen, um ihr Tempo zu halten und das kontinuierlich über eine Stunde.
Sie hält ihr Gewicht, das Fettpolster am Mähnenkamm ist wieder etwas weniger geworden, dafür sind da etwas mehr Muskeln. Ihr Fell wächst weniger schnell und weniger lang nach. Im Gesicht ist das Fell deutlich kürzer als im Winter und kaum länger, als bei manchem gesunden Pferd. Diese haben ja auch unterschiedlich langes Sommerfell. Ich schere sie trotzdem, da sie mit kürzerem Fell einfach leistungsfähiger ist, weil ihr nicht warm wird und sie schwitzt nicht so leicht beim Training. Auch das Schwitzen, wenn sie abends in den Stall kommt, beobachte ich dann nicht.
Sie darf jetzt 30 Minuten Grasen. Ihre Augengruben sind trotzdem und erstmals seit Jahren, so trocken, wie bei einem gesunden Pferd. Dies beobachte ich sehr deutlich, seit sie Agnus  castus als Dx (Mönchspfeffer homöopathisch) bekommt. Ich habe den Eindruck, daß ihr Gesamtzustand sich dadurch um Einiges noch verbessert hat. Sie bekommt es daher dauerhaft. Zudem ist es preisgünstiger, als die diversen Zusatzfuttermittel für Cushingpferde.
Vor 2 Tagen bekam sie wieder Akupunktur. An dem Tag war sie wetterbedingt gerade mal wieder weniger gut drauf. Die Tä fand blasse Schleimhäute und Reaktion an Lungen- und Milzpunkt. Die Lunge war etwas verschleimt. Ganz klar ihre drei Schwachpunkte. Sie wurde dafür genadelt und reagieret innerhalb von Sekunden. Gestern war sie super gut gelaunt, hellwach, ging in sehr schnellem Tempo vorwärts, hustete nicht ein Mal und die Atmung war frei und ruhig.
Die Verletzung ist schnell und problemlos abgeheilt.

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 24. März 2014 um 17:29
Eine längere Zeit ist vergangen. Es war mal wieder nicht ganz einfach...

Einen Tag nach der zweiten Akupunkturbehandlung im Sommer 2013 trabte Jerziba an der Longe so voller Stolz und Energie, federnd und locker, wie noch nie und ich war so stolz auf mein Pferd und freute mich so, daß immer noch Fortschritte in ihrem Bewegungsablauf möglich waren. Doch dann, beim Übergang vom Galopp zum Trab, stockte sie ganz plötzlich und humpelte ganz jämmerlich weiter  :o :o. Es wurde besser, doch das Lahmen blieb. Ta diagnostizierte ein Vertreten, Verstauchung, etc. klinisch war nichts zu finden. Sie bekam Quadrisol und nach 5 Tagen und Ta Kontrolle ging sie lahmfrei und konnte wieder trainiert werden. Ich schonte sie noch 3 Wochen und ging zu Fuß bzw. machte leichte Bodenarbeit, da ich weiß, daß Verstauchungen nicht in 5 Tagen verschwunden sind.

Durch das Quadrisol bekam sie Durchfall.  Dann gab es durch Wetterwechsel zu warm und schwül immer mal Matschkot und Spritzer an Kotwasser. Heilerde half diesmal nicht wie sonst. Sie fraß ihr Heu nicht auf, nahm stark ab. Ich fand keine Erklärung. Daraufhin gab ich Stullmisan, sie fraß wieder mit gutem Appetit, nahm leicht zu. Die Verdauung wechselte mit dem Wetter. Es gab eine Woche normale Äppel und dann wieder Durchfall.
Es wurde immer öfter Durchfall, leicht Kotwasser immer öfter. Dann gab es die Wurmkur und danach war die Verdauung voll daneben. Auch Stullmisan brachte nichts mehr. Geritten bin ich die ganze Zeit nur noch sehr selten, das Pferd war schlapp und kroch eh nur noch, wenn sie etwas belastet wurde.  :-/ Solange sie nichts tun mußte, war sie aber wach und munter.

Ich ließ eine alles umfassende Kotprobe machen mit dem Ergebnis: Streptococcus equi im Darm. Nicht übermässig viel, aber doch genug, um die Verdauung völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Jerziba bekam 3 Wochen ein Antibiotikum nach Antibiogramm. In der Zeit war sie völlig schlapp und kraftlos.   :-[
Anschließend bekam sie über mehrere Wochen ein Darmaufbaupräparat. Zusätzlich bekommt sie immer noch EMH direkt von Eggersmann. Es dauerte noch lange Zeit, bis sie merklich aufbaute. Der erste Ausritt vor 14 Tagen war bereits vielversprechend. Der zweite Ausritt am letzten Wochenende war schon wieder sehr schön. Die Wiese am Ende des Ausrittes lockte natürlich zusätzlich. Und es war so schön, ein Pferd zu reiten, daß den Kopf trug, statt ihn tief hängen zu lassen und in die Ferne schaute und ungeduldig war, wenn es nicht schnell genug ging und daß nun wieder schneller lief, als das Begleitpferd, was während der letzten Monate genau anders rum war.

Mit dem Frühling und dem Gras kam die Energie wieder und ich hoffe auf eine tolle Sommerzeit mit vielen flotten Ausritten auf einem gehfreudigen Pferd.  8-)

Und genau das wünsche ich Euch auch!  :)

Ansonsten geht es ihr gut. Cushingmässig ist nur noch das lange Fell geblieben. Selbst das Pinkeln hat sie um ca. 30-40% reduziert und ist damit im Bereich der Normalos. Ihr Futterzustand ist gut, sie ist sehr gut bemuskelt, der Rücken sieht aus, wie zu ihren besten Zeiten. Gut, daß ich den alten Sattel behalten habe. An Futter bekommt sie viel Luzerne, das tut ihr gut, sie baut leicht Muskeln auf, aber kaum Fett. In die Pollensaison mit Haselnußblüte ist sie sehr dezent gestartet. Sie hustet kaum, zweimal war sie etwas schweratmig. Einmal kam weißer Schleim, der am nächsten Tag Dank Echinacea compositum bereits wieder verschwunden war. So darf es weitergehen.

LG
Maria  :)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. August 2014 um 15:50


Nunja, irgendwie gehts doch nicht immer ganz so, wie man sich das denkt.

Jerziba gehts aber gut. An der Longe und zu Fuß unterwegs geht sie flott vorwärts. Beim Reiten scheint es ihr jedoch an Kraft zu fehlen. An manchen Tagen will sie Renntrab, dann wieder geht sie schleppend, stolpert und ich muß sie treiben. Reiten auf dem Platz ist ihr dann schon mal angenehmer, weil das endet früher, als ein Ausritt.

Mit Beginn der schwülwarmen Zeit fing sie wieder an, etwas Kotwasser und nasse Äppel zu produzieren. Zwischendurch hatte sie auch noch immer mal einen Matschhaufen abgesetzt. Ich war mir daher nicht sicher, ob die Darminfekltion überhaupt völlig ausgestanden war. Trotz Stullmisan-Gabe ging es dann mit Be ginn der Hitze und Gewitterluft Juni-Juli relativ schnell in Durchfall über. Da ich nicht zwingend wieder den teuren Aufwand wie im letzten Jahr betreiben wollte, wenn er denn ohnehin nicht absoluten Nutzen brachte, überlegte ich und ich dachte mir, bei bakteriellem Infekt hilft ja das Echinacea compositum immer so zuverlässig. Da es sich hier auch um Bakterien handelt, das AB möglicherweise doch nicht vollständig gewirkt hat, versuche ich es doch noch mal mit den Selbstheilungskräften. Ich spritzte es ihr 3 Tage in Folge und danach war schon direkt eine Besserung zu sehen. Seitdem  spritze ich 3mal die Woche. Anfangs verschlechterte es sich immer noch bei Wetterwechsel, wenn es feuchtschwül und heiß wurde. Seit ca. 1 Woche ist die Verdauung trotz Gewitterluft und belastendem Wetter ziemlich stabil. Solange das Wetter noch so ist, gebe ich es ihr weiter und werde es dann zum Herbst ausschleichen.
Leider frißt sie zeitweise schlecht, wie oft im Sommer. Das Wetter belastet sie oft, das Heu von bestimmten Weiden schmeckt ihr nicht, sie will lieber Gras. Nachdem ich das Krippenfutter wieder mit dem Mühldorfer Müsli aufgepeppt habe, frißt sie die Krippe wieder leer. Heu mußte ich leider reduzieren, da sie es untergetreten hatte. Sie ist daher ziemlich dünn im Moment. Daher habe ich sie die letzten Wochen bei der schwülen Hitze auch nicht geritten.

Dafür ist ihre Atmung sehr gut. Kein Asthma, sehr selten mal ein paar Huster. Das Fell wächst wenig nach. Im Gesicht ist es knapp 1 cm lang. So kurz, wie am Anfang im Übergang zum Cushing. Die Augengruben sind ziemlich trocken, manchmal völlig trocken. 
An Medikamenten bekommt sie im Moment außer Prascent nur noch Agnus castus gegen das Cushing, Cralonin für das Herz, Equipulmin Gel für die Atemwege sowie Pulmicort und Salbutamol zum Inhalieren gegen das COPD. Demnächst fange ich dann wieder mit Rehmannia 14 an gegen das Cushing. Das hilft ihr einfach mega gut. Daher bekommt sie es jetzt 2mal im Jahr als Kur.

Im Juli gab es dann auch wieder 2mal Akupunktur. Jerziba reagierte auf dem Rücken an verschiedenen Stellen. Nachdem ein Punkt am hinteren Kronrand des Hufes gelasert wurde, waren sämtliche Reaktionen sofort verschwunden! Sie wurde dann einfach noch an ihren bekannten Schwachpunkten genadelt. Beim zweiten Besuch der Tä waren keine Reaktionen mehr festzustellen. Sie wurde einfach nochmal gegen ihre Schwachstellen genadelt.
Danach wurde sie auch langsam etwas fitter und reagiert nun viel weniger auf den Wetterwechsel und der Darm besserte sich spürbar. Außerdem war der urplötzlich wieder mal aufgetretene Gurtzwang wieder völlig weg.
Insgesamt hat sich ihr Gesamtzustand offensichtlich noch weiter verbessert. Sie ist munter und im Umgang ein bißchen frech, wie früher und zur Abwechslung sogar mal wieder rossig.

LG
Maria

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 20. Januar 2015 um 18:16
Nun gibts hier doch mal was Neues, leider nichts Gutes  :(

Beim Hufbeschlag Mitte November fand der Schmied bei Jerziba plötzlich eine weiße Linie von ca. 1 cm Breite, wo vorher immer 3-4 mm waren. Sie muß demnach ca. August einen Reheschub gehabt haben. Sie zeigte keine Schmerzen, lief aber dann schon irgendwie total tiefenentspannt. Sie ging langsam, mit großen raumgreifenden Schritten, ließ oft den Kopf tief hängen dabei. An der Longe ließ sie sich dann aber wieder motivieren und ging locker flott vorwärts. Weite Strecken wollte sie aber nicht so gerne gehen, ließ sich ziehen.

Da sie inzwischen 23 war und man halt schon merkt, daß sie nicht gesund ist, habe ich sie etwas mehr in Ruhe gelassen und die Spaziergänge auf kürzere Strecken reduziert, aber auch bis 30 Minuten grasen lassen, wie sonst auch und danach oft noch mal für 20 Minuten an die Longe gehängt. Ihre Augengruben und Beine waren immer trocken, es gab keine Symptome für verstärktes Cushing. Allerdings hatte sie ja immer wieder mit Durchfall und Appetitmangel Probleme. Sie stand neben den anderen Pferden auf einem Einzelpaddock, weil in der Gruppe ein großer Wallach ist, der sie gejagt hat. Mehr Bewegung wäre gut gewesen, aber jagen und beißen ging leider gar nicht, da sie in Panik geriet.

Ich habe dann ein Blutbild machen lassen incl. ACTH. Im Blutbild ist AST und LDH deutlich erhöht, CK und Triglyzeride leicht, Selen deutlich zu niedrig.  ACTH war immer unter 20, ist jetzt bei 63 pg/ml. Da sie soviele Darmprobleme in den letzten beiden Jahren hatte und auf Veränderung bei Pergolid immer heftig reagiert hat, auch mit Durcfall, Kotwasser, Appetitmangel, sind die Tä und ich übereingekommen, daß wir die Dosis zunächst so lassen, beobachten und nach 6 Monaten erneut testen. Denn grundsätzlich fühlt sie sich wohl. Die Müdigkeit und das schlappe kann von dem Selenmangel kommen. Sie erhält daher aktuell Selen und Vitamin E hochdosiert.

Leider kam dann eine Lahmheit hinten rechts dazu. Es fand sich eine mittegradige Verkalkung im Bereich der Gleichbeine an der oberflächlichen Beugesehne. Ich ließ noch den Chiro kommen, der in der Lende Blockaden fand, zusätzlich gabs noch 2mal Akupunktur.

Insgesamt wirkt sie aktuell gehfreudiger. Im Schritt geht sie auch normal, im Trab tritt sie hinten nach wie vor deutlich kürzer und schont häufiger. Tä sagt, nicht zwangsbewegen, aber Paddock wäre gut. In Ruhe lassen und in 6 Monaten könnte sich das erholt haben. (Wobei die Aussichten bei Verkalkung nicht so rosig sind) Leider ist der Paddock eine Schlammlandschaft, was für Sehnen gerade Gift wäre. Sie kommt aber häufig mit einer anderen verletzten Stute für einige Stunden nach daußen, aber die beiden stehen auch nur rum. Ich bewege sie 5mal die Woche. Auch mal an der Longe oder frei auf dem Hufschlag. Das macht sie gern, wenns nicht zu häufig ist. Trabt auch von sich aus. An Reiten ist jedoch schon lange nicht mehr zu denken. Da sehe ich auch keine Zukunft mehr. Wenn sie irgendwann mal wieder locker an der Longe trabt, würde ich mich schon sehr freuen.

Eines Tages sagte dann der Stallbesi, sie kommt morgens schwer hoch, die Vorderhufe rutschen oft weg und sie braucht mehrere anläufe. Also habe ich nun noch gummimatten mit dicken Noppen gekauft und auf die schon mal gekauften Stallmatten, welche leider zu glatt sind, noch obenauf gelegt. Scheint bisher besser zu sein, die Späne rutscht nicht mehr so an den Rand. Gab auch keine Meldung mehr.

Sie ist sonst munter, wach und frech, wie sonst auch. Aber man sieht halt, daß sie nun alt wird. Ende Februar wird sie 24, was für einen Araber natürlich kein Alter ist. Aber sie hat halt zuviele gesundheitliche Probleme und seit 8 Jahren wird sie gegen den hohen ACTH Wert behandelt. Die Symptome waren schon mindestens 3 Jahre vorher zu bemerken, wenn man es gewußt hätte. Sie lebt also seit ca. 12 Jahren mit Cushing. Ihr halbes Leben. Anfangswert ACTH war über 800. Einstieg auf 1 mg Pergolid und ACTH sofort unter 20.
Wenn ich das Geld hätte, würde ich sie nochmal komplett durchchecken lassen. Aber sie kostet jeden Monat eine riesige Summe Geld, die ich leider nicht weiter aufstocken kann, weil ich es einfach nicht habe, selber Behandlungen bräuchte und bei mir deshalb schon einspare. Es tut mir nur in der Seele weh, daß man vielleicht noch mehr machen könnte, aber nicht bezahlen kann. Ich hoffe nur, sie erlebt noch einen schönen Sommer ohne erneuten Reheschub und dann muß ich sehen, wie es ihr weiterhin geht.

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 02. Februar 2015 um 17:33
Sie lahmte wieder stärker und ich fand, daß um das Kreuzdarmbeingelenk alles sehr schmerzhaft war. Sie ging richtig runter, wenn man da drückte. Und sie konnte das Bein ganz schwer anheben. Es ging die ganze Hüfte mit hoch und sie kippelte auf den restlichen Beinen. Im Moment behandele ich mit Wärmflasche, Ruhe, nur kurze, langsame Spaziergänge und Massagen. Und es wird besser. Sie reagiert kaum noch auf Druck. Daher gab es mal 3 Tage Schmerzmittel. Vielleicht kommt das Problem generell aus dem Rücken, wie schon am Anfang gedacht und gar nicht aus der verkalkten Stelle in der Sehne.

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 30. März 2015 um 17:20
Leider ging es ihr wetterbedingt immer wieder schlechter. Das Schmerzmittel hat gar nichts bewirkt.  Irgendwann konnte sie das rechte Bein gar nciht mehr anheben, nur auf viel Druck. Und dann winkelte sie das Hüftgelenk nicht an, sondern hob die ganze Kruppe seitlich an. Habe dann das Bein aufgenommen und anwinkeln lassen und halten. Danach ging es etwas besser, hielt sich aber nur kurz. Ich ging nur noch auf festem Boden zu Fuß. Aber es wurde eher schlechter.

Da keinerlei Besserung in Aussicht war, im Trab iauf Hallenboden starkes Lahmen zu sehen war, wird sie nun seit 2 Monaten von einer Physiotherapeutin behandelt. Diese sagte, das ganze Pferd ist total fest, alles tut ihr weh. Sie kommt nirgends so richtig rein. Konnte den Ursprung der Schmerzen gar nicht finden. Und ein Halswirbel war noch/wieder blockiert. Nach der dritten Behandlung wurde es lockerer und sie stellte dann fest, daß das Problem in der rechten Hinterhand sitzt und von oben, Hüfte/Kreuzdarmbeingelenk ausgeht. So wie ich schon die ganze Zeit vermutet hatte. Sie wurde jetzt 4 mal behandelt und es geht ihr deutlich besser. nach der zweiten Behandlung konnte sie das Bein besser anheben, nach der vierten Behandlung hebt sie das Bein wieder von selbst an und kann es auich halten. Wenn sie es sehr hoch hebt, geht aber die Hüfte noch etwas mit hoch. Sie läuft im Schritt flüsssig, im Trab rechts noch ein wenig steifer. Wir sind bisher nur zu fuß gegangen. Nun soll sie wieder lernne, daß sie keine Angst vor Schmerzen haben muß und etwas Bodenarbeit machen, auf festem Boden und langsam steigern bis mal über eine Stange steigen. Wir gehen davon aus, daß die Ursache eine grobe Verletzung ist. Sie wurde im Sommer, während sie am Boden lag und sich wälzte, von einem anderen Pferd mehrfach übel geschlagen. Sie hatte mehrere Platzwunden und Prellungen, genau auf der Seite, wo sie jetzt die Probleme hat. Und danach fing es auch an, daß sie unsauber lief und dies sich immer mehr verschlechterte. Sie mußte lange in der Box stehen und nun steht sie alleine auf einem kleinen Paddock. Ich hoffe, daß ich sie irgendwann mal wieder an der Hand normal arbeiten kann. Reiten wird wohl eher der Vergangenheit angehören.

Sie ist sonst munter und wach. Doch sobald sie sich bewegen soll, wirkt sie müde und kraftlos und ich muß sie antreiben. Auch nach unseren Spaziergängen ist sie dann oft müde und muß erstmal eine Runde schlafen. Da sie nicht grasen darf, fehlt ihr auch jegliche Motivation sich vorwärts zu bewegen.

Noch konnte ich mich nicht dazu durchringen, die Prascend Dosis wegen des erhöhten ACTH Wertes (63) zu erhöhen, da sie so extrem schnell auf Veränderungen reagiert und mit 1 mg schon hoch dosiert ist, bei ca. 420 kg KG. Was mir auch nicht gefällt, ist, daß sie ein sehr dickes Euter hat, ich nehme an Fetteinlagerung. Auch der Mähnenkamm ist dicker als sonst und an der rechten Seite am Hals, unterhalb des Mähnenkammes und direkt vor dem Widerrist hat sie eine dicke feste Beule, so hoch, wie meine Handfläche und so lang wie meine ganze Hand. Physio weiß nicht, was es ist. Tut auch nicht weh. Fettbeule unterhalb des Mähnenkammes? Sonst ist sie eher dünn, Rippen gucken raus. Hinterbeine sind dünn, Kruppe hohl, da sie ja kein Training hat. Wenn ich sie schere, sollte das Wetter mal besser werden, dann sieht sie wieder ziemlich verhungert aus. Aber das war um diese Jahreszeit eigentlich immer so, seit sie Cushing hat.

Atemtechnisch geht es ihr gut. Sie hat kaum Husten, keinen Schnupfen und nur ganz selten mal etwas angestrengte Atmung. Auch die Verdauung war den ganzen Winter über gut. Letzte Woche gab es mal etwas Kotwasser und Matschhaufen zwischendurch. Dank Echinacea comp. ist dies schon wieder deutlich besser. Dies wechselhafte, anstrengende Wetter ist nichts für sie.

LG
Maria  :-/

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 07. Mai 2015 um 16:47
Donnerstag 07.05.2015

Wir sind viel zusammen gelaufen und Jerziba läuft dabei nun schon besser und flotter. Manchmal schon richtig zügig. Hängt noch immer auch vom Wetter ab. Auch das Bein und die Möglichkeit der Belastung sind noch wetterabhängig.

Bei der letzten Behandlung war die Physio nicht so zufrieden, da sie bei Jerziba nicht spürbar weiter kam. Sie ist immer noch recht fest und sie kam auch nicht weiter in die Tiefen Muskelschichten als vor 4 Wochen zuvor. Vorher hatte sie sich angesehen, wie Jerziba auf dem Reitplatzboden läuft und war doch überrascht, wieviel besser es geht. Auf der rechten Seite, da wo das kranke Bein ist, trat sie noch etwas kürzer, vor allem im Trab. Aber insgesamt war ein deutlicher Fortschritt zu sehen. Ich soll sie nun vermehrt auffordern, fleißiger zu gehen, sie zu biegen, viel Rückwärts, Schulterherein, über Stangen treten und wenn sie mag, auch mal Traben. Aber  alles nach Bauchgefühl, wie sie gerade kann.

Am 3. Tag nach der Behandlung ging leider noch gar nichts. Sie hüpfte im Trab mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig über die Stange, weil sie sie nicht auseinander bekam. Ich habe dann aufgehört. Es ging einfach gar nicht. Seitdem gehen wir nur noch mit Gerte raus und ich ticke sie immer wieder an, wenn sie schlurft, um sie zu erinnern und aufzufordern, das Bein wieder mitzubenutzen. Es war, als ob sie dachte, sie soll weiter ihre Schonhaltung behalten und im Schneckentempo weiter so kriechen. Als dann die Erstverschlechterung durch die Physio wieder nachließ, stellte sie dann fest, daß es doch geht, schneller zu laufen, das Bein zu heben und lang nach vorne zu strecken. Und offensichtlich auch alles, ohne daß es groß weh tut. Nachdem sie das erkannt hatte, wurde sie mutig und ließ am WE an der Longe dann schon mal wieder etwas von ihrem Temperament erkennen. Renntrab ging schon ganz gut und dann ging sie in Galopp, also Karnickelgalopp, beide Beine hinten gleichzeitig und total verspannt. Aber sie freute sich total. Vor 2 Tagen waren wir wieder auf dem Platz und sie konnte über 3 Stangen traben, bißchen stacksig noch, aber richtiger Trab. Und danach im Galopp zeigte sie schon richtigen Dreitakt. :D Sieht so aus, als ob ein Teil der Blockade in ihrem Kopf ist, Angst vor Schmerz. Nächste Woche kommt die Physio und ich bin gespannt, was sie sagt.

Auch ihre Gehfreude ist wieder da. Sie darf zwar noch nicht grasen, aber Sträucher lasse ich sie fressen und so hat sie immer ein Ziel, wenn wir draußen gehen und geht gut vorwärts. Sie sieht wach und freudig aus und viel jünger im ganzen Ausdruck. Hoffentlich geht es weiter so gut aufwärts mit der Omi.  ;)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 12. Juni 2015 um 18:40
Hier ging es weiter langsam bergauf.  :D Ich habe dann schon angefangen, 30 Minuten auf dem Platz zu üben, da sie dann besser durchtrainiert war, als wenn ich vorher mit ihr spazieren war und dann nur 15 Minuten auf dem Platz. Sie hatte an Kondition zugenommen und  konnte 30 Minuten Bodenarbeit und Longenarbeit mit viel Trab, auch Galopp und viel Pausen gut durchhalten. Sogar über die Stangen springen machte ihr richtig Spaß.  Danach war das Bein lockerer als vorher und sie ging kraftvoll über den Rücken. Insgesamt lief sie sehr flott und beweglich vorwärts, wenn wir spazieren gingen.

Leider hat dann jemand alle Pferde zusammen von den verschiedenen Paddocks zusammen zum Stall laufen lassen und Jerziba wurde gebissen und gejag, ging durch die Absperrung und was noch alles, weiß ich nicht.  :o  >:( Auf alle Fälle lahmt sie danach wieder deutlich. Bein heben und nach vorne geht wieder schwer und sie sagt, es tut richtig weh. Laufen macht weniger Spaß, Bodenarbeit geht eigentlich gar nicht und auf dem Rückweg vom Spazierengehen sieht man, daß sie schont. Am Dienstag kommt nun wieder die Physio und ich hoffe, sie kann es kurzfristig wieder in den Griff bekommen, sonst ist der Erfolg von monatelangem Üben einfach weg. Vorerst gehen wir nur wieder Spazieren. Es ist extrem frustrierend sowas  :-[. Nur weil jemand aus reiner Faulheit nicht nachgedacht hat  >:(

Zum ersten Mal seit sie Cushing hat, hat sie den ungeschorenen Rücken bis Ende Mai selbstständig fast völlig abgehaart. Das Fell ist sommerlich dünn, aber stellenweise 2-3 cm lang. Da es hier überwiegend kühl ist, lasse ich es vorerst so, da sie kaum schwitzt. Es ist besser für den Rücken. Seltsam ist nur, daß immer größere Teile im Haarwechsel fettig und schuppig sind. Sie ist sehr dünn auf der Kruppe, die Rippen sehen durch. Aber das ist im Frühjahr eigentlich immer so. Fotos kommen noch  ;).

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Oktober 2015 um 18:20
Freitag, 16.10.2015

Endlich mal ein Update von uns...  ;)

Jerziba bekam nach der Angriffsattacke 2mal in kurzen Abständen Physiotherapie und danach ging es langsam wieder aufwärts. Anschließend noch 2 mal Akkupunktur. Nach der zweiten Behandlung lief sie ganz leicht, wie eine Feder. Ein paar Tage pieselte sie viel, da die Nieren aktiviert wurden. Die Tä hatte aber nicht viel gefunden, ihr Gesamtzustand war recht stabil geblieben. Sie hatte dann das Bein gezielt behandelt, viel mit Laser. Sie sagte, daß es sich ihrer Meinung nach um einen großen alten Bluterguß handelt, der zu Narbenbildung und Verklebungen im Gewebe geführt hat. Man spürt deutlich, daß man erst nicht in die Muskelschichten rein kommt und nach einer Weile lösen geht es besser. Das war ja genau das, was ich die ganze Zeit schon gesagt hatte, man spürt die Narbe ja auch. Aber die vor Ort behandelnde Tä hatte dies wegen der leichten Kristallbildung im Fesselbereich nicht weiter verfolgt. Diese Kristalel scheinen sie aber überhaupt nicht zu beeinträchtigen. Und deswegen sollte ich sie in Rente schicken!  >:( Nach der Aku bekam sie erneut eine intensive Physiobehandelung, nach der sie ca. 10 Tage schlecht lief. Danach besserte es sich stetig. Insgesamt ist es aber noch sehr wetterabhänging. Wenn sie kalt wird, liegt sofort Spannung drauf und sie tritt kurz und mag nicht traben. Warm halten ist also angesagt. Physiotherapie macht erstmal Pause, da ich sie zunächst mit Training weiter bringen möchte.

Ich habe das MSM im Sommer dann eingeschlichen. Sie frißt es im normalen Müslifutter problemlos mit. Ich habe von 5 Gramm auf 10 Gramm gesteigert. Nach einigen Wochen fand ich, daß das noch nicht reicht und bin versuchsweise auf 15 Gramm gegangen, die sie noch immer bekommt. Nach einiger Zeit wurde sie immer lebhafter und voller Energie. Das Selen trug sicher auch dazu bei, damit ging es ihr ja schon immer besser. Sie wirkt um Jahre jünger, ist oft übermütig und frech, auf unseren Spaziergängen komme ich manchmal kaum mit wegen Problemen im Fuß.  :D

Aktuell arbeiten wir 2-3mal pro Woche an der Longe, ganz normal wie vorher auch, mit dem Schwerpunkt, Losgelassenheit und Belastbarkeit zu verbessern, aber immer mit Rücksicht bei schlechten Tagen. Sie ist im Moment sehr motiviert, temperamentvoll und ziemlich lauffreudig. Sie will immer wieder rennen und bockt auch schon mal ab. Also ein echter Araber. :D   Ihr Bewegungsablauf ist recht gut. Es fehlt noch ein wenig an Losgelassenheit, sie hat noch oft Angst vor Schmerzen, tritt dann etwas zögerlicher mit dem Bein. Wenn es so bleibt und ihr Zustand stabil wird, dann werde ich mal wieder den Sattel drauf legen und zu Fuß ins Gelände gehen und einfach mal ein paar Minuten reiten. Mal sehen, was passiert. Ich glaube, sie hätte Spaß dran, denn mit mir am Strick kommt sie oft nicht schnell genug voran.  ::)

Seit keine Pollen mehr fliegen ist sie atmungstechnisch gut drauf, ich lasse sie 1mal pro Woche inhalieren oder nach Bedarf. Sie hustet kaum.

Seit das neue Heu gefüttert wird, frißt sie wieder viel besser und nimmt sie wieder gut zu. Dadurch ist die Oberlinie an Hals und Rücken wieder fast normal bemuskelt. Nur die Kruppe ist noch eckig. Das Fett am Euter ist deutlich zurück gegangen. Die seltsame Beule an der rechten Halsseite ist deutlich zurück gegangen und fast weg. Ich denke, das war doch eher ein übermässig falsch belasteter Muskel durch die Schonhaltung. Ich habe sie nur 15 Minuten Gras fressen lassen täglich und es ist kein Anzeichen einer erneuten Rehe aufgetreten. Jerziba akzeptiert dies relativ gelassen. Bleibt ihr ja auch nichts anderes über.  ;)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 06. April 2016 um 18:02

Mittwoch, ´6. April 2016

Ich denke, es ist nun mal wieder Zeit, das Tagebuch auf den neuesten Stand zu bringen  ;)

Jerziba wurde am 28. Februar 25 Jahre alt und hat den Winter wieder gut überstanden  :D.

Seit 9 Jahren wird sie nun gegen Cushing behandelt, seit mindestens 12 Jahren hat sie Symptome.
Das Blutbild Ende Dezember ergab einige leicht verschobene Werte und ACTH von 83   :o :(. Das war dann schon ein Schocker. Wir haben nach 6 Wochen kontrolliert und er lag bei 19  :D. In der Zwischenzeit hatte sie ihre chinesischen Kräuter gegen Cushing bekommen und die Tä sagte, das dürfte daran liegen. Weiter haben wir daher nichts unternommen. Sie zeigt auch keine Symptome. Im August prüfen wir den ACTH erneut, da der Wert in dieser Zeit in der Regel den höchsten Stand hat. Ich hatte von der Tä noch zwei Proben von Corticosal erhalten, welches sie ebenfalls ca. 6 oder 8 Wochen bekommen hat. Eine Veränderung dadurch habe ich nicht gesehen. Sei braucht es daher wohl nicht. Die chinesischen Cushing Kräuter halte ich auch für wirkungsvoller. Denn die Micronährstoffe im Corticosal finden sich auch im Rehefutter. Da fehlt ihr nichts dran. Und Mönchspfeffer bekommt sie kurweise als Agnus castus homöopathisch.

Wir haben den Winter über viel trainiert, so wie Jerziba es vom Bein her vertragen konnte. Bodenarbeit und Longe. Je nach Wetterlage lief sie gut oder staksiger. Es wurde aber immer besser. Aber wir haben auch viele Spaziergänge gemacht.
Atmungstechnisch war sie sehr gut drauf, wir konnten bis Anfang Januar das Inhalieren ausfallen lassen. Ich fütterte viel eigenes Heu zu und sie baute muskeltechnisch wieder gut auf und sieht fast aus wie ein gesundes Pferd. (Ich weiß, Fotos. Kommen bestimmt noch...) Die komische Beule am Hals ist wahrscheinlich laut einer dritten Tä ein Biß, ein alter vernarbter Bluterguß. Pferde beißen sich gerne gegenseitig am Widerrist in den Mähnenkamm, meinte sie. Damit könnte sie recht haben, da diese Beule innerhalb von 14 Tagen gewachsen war. Zudem nur auf einer Seite und am Mähnenkamm ist nur mittig wenig Fett. Es war die Zeit, als wir sie aus der Herde genommen haben wegen ständigem Mobbing. Man sieht auch, daß die Beule eher rund ist. Das würde also passen. Zudem verändert sie sich doch nicht, wie ich vermutet hatte. Das lag eher am langen Winterfell.

Im November fiel mir eines Tages auf, daß sie in der Biegung nach rechts mit dem Kopf schlug. Habe dann nochmal Physiotherapie machen lassen. Die Physiotherapeutin war aber überrascht, wie gut es ihr wieder geht. Gerechnet hatte damit auch keiner mehr. So richtig gut war es mit dem Kopf danach aber noch nicht. Im Januar fing ich wieder mit Akupunktur an. Diese Tä macht auch Chiropraktik. Sie fand, daß das Zungenbein blockiert war und schief und der erste Halswirbel saß schief. Das Zungenbein konnte sie sofort lösen, der Halswirbel benötigte 3 Behandlungen. In Kombination mit Akupunktur lief sie danach beser. Durch intensives Biegen wurde sie immer gelöster und geht heute wieder problemlos in Rechtsbiegung.
Mit den wärmeren Temperaturen geht sie auch flüssig und locker, schön über den Rücken. Selten mal ist ein Tag dabei, wo das Bein etwas hakt. Seit wir den Reitplatz wieder nutzen können, statt der kleineren Halle, hat sie auch wieder große Freude am Bewegen entwickelt und vor allem am Rennen. Mal rennt sie Runde um Runde, mal bockt sie und läßt die Sau raus. Da denk ich manchmal, sie sieht aus wie 6 und nicht wie 25.  :D 8-) ;)

Dann kamen die Pollen und sie hatte plötzlich angelaufene Beine, Kotwasser und Durchfall, der auch auf Stullmisan und Echinacea comp. nicht wirklich wie gewohnt reagierte. Auch nieste sie viel Wasser ab. Ich wartete nicht lange und ließ erneut Akupunktur machne. Am morgen während der Behandlung kam noch Kotwasser und die Beine waren dick.  Am Abend kein Kotwasser mehr und die Beine waren trocken. Auch die Atmung war freier. Sie spricht so deutlich an auf Akupunktur. Das ist sowas von genial. Bisher ist alles wie es sein soll. Sie bekommt nun noch chinesische Kräuter für den Stoffwechsel und erhielt eine zweite Akupunktur gestern. Und nun hoffen wir, daß es alles wieder weiter rund läuft. Der Sattel und das Zubehör sind schon geputzt und ich longiere jetzt mit Longiergurt, nur damit sie sich an den Druck wieder gewöhnt. Mit Gurt hat sie es ja nicht so. Und dann werd ich sehen, was sie zum Sattel und wieder mal Reiten sagt  ;).



Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 03. Juni 2016 um 15:42
03.06.2016

Ca. 14 Tage nach der letzten Akupunkturbehandlung fing sie wieder an, Matschhaufen und nasse Äppel zu produzieren und auch etwas Kotwasser. Die Beine liefen ebenfalls wieder an und sie begann mehr zu pieseln.  :-?
Ich habe abgewartet, ob es eine kurzfristige Reaktion auf die Akupunktur und die neuen chinesischen Kräuter sein könnte. Doch es blieb dabei. Auf Anraten meiner Freundin ließ ich dann mal die Handvoll Weizenstroh weg. Innerhalb von 3 Tagen war das Kotwasser weg und die Äppel wurden trockener. Ohne weitere Unterstützung ist das bis jetzt so geblieben. Die Beine sind wieder klar und die Box ist trocken. Die TCVM Tä riet vor Jahren schon das Weizenstroh mal wegzulassen. Damals sahen wir keine Veränderung. Wenn man sieht, wie oft bis zur Ernte Weizen auf dem Feld vergiftet wird, wundert es mich nicht wirklich, daß empfindliche Tiere darauf reagieren. Menschen wahrscheinlich auch... Aktuell hat sie bei Wechsel zu sehr nassem und schwülem Wetter mal einen Matschhaufen, aber das wars dann auch.

Atmungstechnisch ist sie im Moment ziemlich gut drauf, eher selten mal, daß sie etwas gepreßt atmet. Nur einmal bisher konnte ich Giemen hören. Gelegentlich kommt Schleim aus der Nase, der sie aber nicht behindert. Dagegen gibts dann mal Echinacea comp.

Nach den Eisheiligen habe ich dann komplett geschoren. Bis dahin hatte ich den Rücken noch lang gelassen, um der Kruppenmuskulatur noch etwas Schutz zu geben. Leider zeigen sich in dem langen Fell jetzt immer mehr dicke fettige Schuppen, das Fell läßt sich dort büchelweise auszupfen, was ich auch getan habe. Nach dem Scheren war dies vorbei und das neue Fell schnell nachgewachsen. Jetzt sieht sie wieder metallisch glänzend schick aus und sie hat wieder oft den frech-lustigen Gesichtsausdruck, der sie jugendlich und übermütig aussehen läßt und man sieht noch kaum ein weißes Haar. Meine Alte  :-*

Am Himmerfahrtsfeiertag habe ich sie longiert und dann den Sattel aufgelegt. Sie sah sehr zufrieden und fröhlich aus, lächelte und wollte gleich hinten vom Hof zu den Weiden gehen und natürlich grasen. Wir blieben aber 5 Minuten auf dem Reitplatz und sie lief kraftvoll untertretend und tragend und federnd in der Hinterhand und schön über den Rücken. Man spürte nichts davon, daß sie dort so eine schwere Verletzung gehabt hat. Sie bot von sich aus Bahnfiguren an.

Am letzten Sonntag habe ich sie dann wieder gesattelt, wobei sie noch immer gut gelaunt war und sehr angeregt. Sie wußte es, heute gehts raus. Wir ritten in Gesellschaft aus, das heißt, ich lief die ersten 15 Minuten und stieg dann auf. Sie ging sofort sehr zügig vorwärts, ganz anders als an der Hand und hatte es eilig.  :D Ging dabei wieder sehr schön über den Rücken und mit lockerer aktiver Hinterhand. Es war so, als ob ich nie 2 lange Jahre Pause gemacht hätte. 8-)  Sie reagierte auf alle Hilfen so fein wie gewohnt und konnte die Lektionen wie täglich geübt. Es ist überaus faszinierend, was Pferde für ein gutes Gedächtnis haben. Nach 15 Minuten lief ich weiter und auf dem Rückweg stieg ich nochmal für ca. 8 Minuten auf, dann meinte sie, ich sollte nun absteigen und sie grasen lassen. Sie war danach fit und munter und verdrückte später mit großem Appetit ihr Heu.
Am Dienstag an der Longe war das Bein etwas hakelig und sie insgesamt eher lustlos. Das extrem feuchte, schwüle, gewittrige Regenwetter ist für alte Verletzungen halt nichts. Meine Arthrose macht auch Schmerzen. Gestern war sie aber eifrig zu Fuß unterwegs um zu grasen. Wenn das Wetter nicht zu belastend ist, werden wir am Sonntag wieder ausreiten. Niemand hätte je gedacht, daß dies alte Tier jemals wieder reitbar werden würde. Aber Jerziba ist das beste Beispiel dafür, daß gezielte Behandlung sowie Beharrlichkeit und Geduld sich langfristig auszahlt  8-)

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Juni 2016 um 14:07
16.06.2016

Hier kommen nun erste Fotos.

Mai 2015
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2210_zpsuwin9put.jpg

Kruppe und Rücken mit zurückgebildeter Muskulatur.
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2212a_zpsxpyksogu.jpg

Die Beule am Hals auf der Mähnenseite
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2182a_zpsstewda9v.jpg

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Juni 2016 um 14:10
Weiter gehts mit

Mai 2015
nochmal die Beule am Hals
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2214a_zps7xussyun.jpg

Gesamtbild
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2215a_zpsfthlgpwx.jpg

Fotos machen ist sowas von öde  ::)
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2218a_zpspo309urk.jpg


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Juni 2016 um 14:15
Und nun Oktober 2015 nach 14 Physiotherapiebehandlungen und 2mal Akupunktur

http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2292a_zps3bfhpin9.jpg

Langsame Verbesserung

http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2294a_zps5xrnaiwy.jpg


Rechts Kruppe, mitten in der tiefsten Stelle war die Trittverletzung
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2303a_zpsjxrqal8p.jpg

http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2301a_zpsa70jl7wl.jpg

Auch die Beule nun schon wesentlich flacher
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2015/IMG_2289a_zpsizbxxxqm.jpg

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 16. Juni 2016 um 14:25
Und nun aktuell

2016

Anfang April, mein Stinki  :-*,   frisch geschoren und endlich wieder mit Muskeln   :D
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2016/IMG_2337a_zpshpoplcz4.jpg

Ende April
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2016/IMG_2349a_zpsfvgungma.jpg


http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2016/RZCCJ1B_zpsofbcrayl.jpg

Die Beule
http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2016/IMG_2352a_zpsmkykzztk.jpg


Hallloo, können wir jetzt endlich aufhören und raus gehen?!?!?!?!  ;D ;)

http://i274.photobucket.com/albums/jj250/teddy124/Jerziba/2016/IMG_2350a_zpsozavm1te.jpg

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 15. August 2016 um 14:49
Montag, 15.08.2016

Habe jetzt den aktuellen ACTH Wert bekommen: 48. Das ist im Rahmen der Norm und für diese Jahreszeit absolut OK. Wir sollen so weiter machen  :D

Ansonsten gehts ihr gut. Selten mal wetterbedingt etwas Kotwassser und/oder zu nasse Äppel. Im Moment frißt sie sehr gut, in der heißen Wetterphase war das nicht so gut, weswegen sie etwas abgenommen hat. Ihre Beine sind klar und trocken und die Box ebenfalls. Sie läuft gut. Die wetterbedingten Steifigkeiten in dem verletzten Bein sind selten geworden.
Leider aber hat sie diesen Sommer wieder häufiger Asthma, durch dies belastbare Wetter. Meistens ist sie dabei trotzdem belastbar, oft wird es gerade durch die Bewegung deutlich besser. Einige Male jedoch waren neben Inhalieren mit Pulmicort und Salbutamol noch Injektionen mit Spascupreel bzw. Atropinum nötig. Dadurch habe ich nicht weiter versucht, sie zu reiten. Sie sollte sich entspannen und erholen von den Asthmatagen und Spaß haben, wenns ihr gut geht. Wir haben dann oft longiert und Bodenarbeit gemacht oder sind abends ganz entspannt durch das Dorf gegangen. Das liebt sie sehr, da bleibt sie überall stehen und guckt und lauscht.
Leider hatte sie gerade wieder eine Bindehautentzündung im linken Auge. Die dritte seit dem Winter. Nun ist mir aufgefallen, daß innen in der Pupille weiße Wolken sind. Ich bin 100% sicher, daß sie die noch nie hatte. Sie hat so wunderschöne, große, dunkle Augen, die ich immer gern anschaue. Das wäre mir aufgefallen, mindestens beim Augensalbe geben. Ta sagt aber, das wäre von Geburt an, das wäre harmlos und wäre so eine Art Verbindung zwischen den Ebenen oder so. Eine Woche später sehe ich aber, daß die Wolken jetzt eher die ganze Pupille ausfüllen. Mir wurde auch schon gesagt, daß Jerziba sich in letzter Zeit öfter erschreckt beim Führen. Ich habe es selbst einige Male erlebt. Das würde ja schon auf eine Sehbehinderung deuten. Meine Gerte beim Longieren erkennt sie aber noch. Außerdem hat sie im rechten Auge eine leichte, angeblich altersbedingte Trübung. Dies habe ich auch noch bei keinem Pferd erlebt.

Jetzt mache ich mir Sorgen, daß sie erblinden könnte. Sie hat eh schon so viele Baustellen. Sie tut mir echt leid. Es bleibt ihr auch fast nichts erspart  :-?


Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 31. März 2017 um 17:26
Ist ja schon wieder eine lange Zeit vergangen...  ::)

Die Augenentzündungen häuften sich leider, die Abstände verkürzten sich auf 4-6 Wochen. Ich hatte nochmal einen Termin für eine Augenuntersuchung gemacht. Insgesamt haben drei Tä aus einer Praxis drauf geschaut. Wahrscheinlich hatten sie sich abgesprochen, alle sagten, das ist keine periodische Augenentzündung. Tja, was soll man da als Laie zu sagen.
Das Auge ist jetzt zwar blind, aber sie kann Licht und Schatten, nahe Bewegungen und vielleicht dunkle Umrisse sehen. Auf jeden Fall bewegt sie sich freier,wenn das Auge nicht völlig abgedeckt wird.

Ich habe weiter AB rein gemacht und die Schübe kamen dann regelmäßig fast alle 4 Wochen, im Winter auch mal sechs, manchmal dauerte es lange, bis die Entzündung raus war. Im Winter war dann gerade die ZahnTä da und genau an dem Morgen hatte sie innerhalb von zwei Stunden einen richtig schlimmen Schub.  :o. Für diese Tä war klar, das ist periodische. Sie gab mir eine Cortisonsalbe, hat Atropin reingetan und kam nach zwei Tagen, um den Augenhintergrund zu sehen. Aber da gabs nichts zu sehen, alles dicht voll mit den weißen Narbenstrukturen. Nach der Cortisonsalbe war das Auge bereits nach drei Gaben wieder normal unauffällig. Also war AB die falsche Behandlung, denn das wäre bei einer Bindehautentzündung so eher nicht gewesen. Ich habe daher bei meinem Ta mit dem Hinweis auf falsche Behandlung eine Cortisonsalbe eingefordert ohne Besuch und mir Fluorescin in der Apo beschafft. Damit bin ich jetzt immer notfallmässig ausgerüstet.

Dann das Inet durchforstet und das Ergebnis war, das Auge muß gegen Wind und Sonne geschützt werden. Daher trägt sie jetzt draußen immer eine UV Schutz Maske. Zum Spazierengehen und für Bodenarbeit habe ich eine billige, aber gut passende Fliegenmaske gekauft und an dem anderen Auge eine Öffnung reingeschnitten, damit sie damit freier sehen kann. Denn das andere Auge hat grauen Star und sie sieht damit nur noch unscharf. Insgesamt ist das Augenlid innen seitdem nicht mehr so rot und es tränt kaum. Sie bewegt sich  recht gut, verläßt sich drauf, daß man auf sie aufpaßt, wenn man sie führt. Wenn sie unsicher ist, zögert sie oder bleibt stehen und wartet, daß man ihr genau sagt, wo es langgeht. Sie vertraut und geht locker mit spazieren. Da sie wenig bzw. unscharf sieht, bleibt sie oft stehen und hört, was um sie rum passiert. An der Longe und bei Bodenarbeit bewegt sie sich ziemlich sicher. Man muß nur achten, daß kein Hindernis in ihrem Weg liegt. Sie akzeptiert es, wie alle anderen Behinderungen auch.

Es macht mich nur so traurig, weil es so unnötig ist.   :-[  Rechtzeitig mit Cortison behandelt müßte das Auge so blind jetzt noch nicht sein.

Aber das war wohl noch nicht genug für die Omi, die im Februar 26 geworden ist. Im Oktober fand ich im Gesicht und praktisch in der linken Achselhöhle am Körper und am Bein oben alles voll dick geschwollener Stiche, die stark nässten.  :o  Das Fell war total verklebt. Eine seltsam gemusterte große Zecke fand ich lose im Fell, nicht festgesogen. Ich gab sofort Echinacea compositum. Nach 14 Tagen wollte sie ganz plötzlich nicht mehr laufen. War extrem schlapp, müde und null belastbar. Ta nahm Blut ab. Das Blutbild war gut, aber der Borrelientiter lag bei 25, Norm 8. Da wir dagegen schon einmal eine superteure AB Behandlung in der Tierklinik gemacht hatten, als sie 1999 Borreliose hatten und das Ergebnis nicht befriedigend war, habe ich davon abgesehen. Ich behandele mit Echnincea comp. und den FSME und Borrelia Nosoden. So ganz langsam geht es ihr besser. Sie ist wieder wacher, geht besser vorwärts, macht an der Longe motiviert mit. Ich hoffe, das kriegen wir nochmal in den Griff. Blöd nur, daß schon die ersten Zecken wieder unterwegs sind und die Gefahr erneut lauert. Auf Nachfrage habe ich gehört, daß dieser Ta mit AB Tabletten behandelt. Soll angeblich helfen, vor allem wenn man noch eine Borreliose Impfung obendrauf setzt. Naja.

Aber auch das war noch nicht ausreichend. Das Immunsystem war nun wohl so überlastet, daß die Streptokokken im Darm sich wieder zahlreich vermehren konnten und sie Durchfall bekam mit Appetitmangel. Sie fraß schlecht, daher auch der Zahnarztbesuch, wobei nichts gefunden wurde, und nahm dann schnell ab. Mit Stullmisan kam zwar der Appetit wieder, aber die Verdauung wurde nicht stabil und sie produzierte immer etwas Kotwasser. Eine große Kotuntersuchung brachte dann Gewissheit. Nun bekommt sie dagegen noch ein AB und nach 4 Tagen war der Durchfall samt Kotwasser vorbei.

Letzten Sonntag habe ich ihr die Frühjahrsfrisur geschoren und sie kommt mit der Wärme nun besser zurecht.

Leider habe ich gerade gehört, daß das Auge heute wieder mal tränt, nach sieben Wochen wieder.  :-? Mal sehen, ob es wieder dick und schmerzhaft wird. Dann muß Cortison rein. Hatte eigentlich gehofft, daß es länger ohne geht. Sie war heute auch schon spazieren und mit der Wärme hat es sie doch ziemlich angestrengt.
Sie ist halt ein altes Öhmchen inzwischen.

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 07. April 2017 um 17:00
Ich habe das Auge angefärbt mit Fluorescin. Das zu kaufen war eine der besten Entscheidungen in letzter Zeit, obwohl es sehr teuer ist. Es zeigte sich, daß sie keinen neuen Schub hatte, sondern eine leichte Verletzung auf der Hornhaut. Vermutlich hatte sie sich gestoßen. Es gab mehrmals täglich eine Augensalbe mit Vitamin A und Dexpanthenol und nach wenigen Tagen war das Anfärben o.B.  :) 8-). Diese Salbe bekommst sie täglich ein Mal ins Auge, um Reizungen zu verhindern. Die Salbe ist super. Und das Tollste, ich konnte den Ta Besuch sparen  :D. Damit hab ich die Kosten schon wieder raus.

Aktuell ist es hier sehr kühl und das alte Mädchen ist recht munter  :D

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 11. Mai 2017 um 18:40
Mein Öhmchen  :-*
Gut gehts ihr. Sie wurde von Woche zu Woche fitter. Jetzt läuft sie wieder flott neben mir her, weil sie denkt, es geht auch ans Gras. Tuts aber nicht. An der Longe geht sie fleißig und motiviert und kann normal belastet werden und läßt auch gern mal die Sau raus.  :D  Auch einen 2 Stunden Spaziergang haben wir schon wieder geschafft. Gute Laune hat sie. Und das alles mit Homöopathie.   8-)

Das Auge ist mit der Maske nicht mehr entzündet gewesen bisher. Sie sieht auf dem gesunden Auge zwar auch nicht mehr viel, halt unscharf, aber vertraut mir völlig und verläßt sich auf meine Führung.

Die Verdauung ist meist Ok, bei Wetterwechsel zu Regen gibts schon mal nasse Äppel, an manchen Tagen auch einige Spritzer Kotwasser.  Außerdem hat sie einen 5 kg Salzleckstein übermässig bearbeitet, sodaß der nach 3 Monaten hinüber war. Ich hatte ihn neben die Tränke gehängt, da sie sich sonst leicht daran stößt (natürlich am Auge), wenn er irgendwo frei hängt, da sie ihn nicht wahrnimmt, wenn sie nicht dran denkt. Und da sie ein bißchen töffelig ist, ist das oft so. Das ist vielleicht nicht der richtige Ort. Werde einen neuen jetzt nochmal knapp über dem Boden aufhängen, weit entfernt von der Tränke. Möglicherweise hat sie zuviel Salz aufgenommen und daher zwischendurch die Störung im Darm. Das Essen schmeckt ihr aber sehr gut und sie frißt gut und gern und nimmt zu.

Wenns so bleibt, dann lege ich bald mal wieder den Sattel drauf und schaue mal, wie ein bißchen Reiten funktioniert. Lust drauf hat sie, das merke ich.

Titel: Re: Jerziba's Cushing Geschichte
Beitrag von Teddy am 31. August 2018 um 16:48
Oh, ich hab ja lange nichts geschrieben   :o

Letzten Sommer hatten wir kein Asthma, dank des vielen Regens. Das heißt, ich hab von September 2016 bis Juni 2018 nicht inhalieren müssen  :D. Sie war munter und fit und wir haben Bodenarbeit gemacht und longiert. Lange Spaziergänge will sie nicht mehr so, lieber durchs Dorf gehen, da hört sie viel, sie sieht ja nichts.

Im Winter fing sie wieder an mit viel Matschkot, Durchfall und leicht Kotwasser. Eine große Kotprobe brachte nur, dass ihre Darmflora sehr vielfältig und reichlich vorhanden ist. Das Labor hatte wieder ein Antibiogramm auf Streptokokken gemacht und ich hatte entschieden, es mal mit Enrofloxacin zu versuchen, da dies auch passend getestet wurde. Leider brachte das so gut wie keine Verbesserung, wie schon im Jahr davor mit Synutrim. Also habe ich erstmal nur beobachtet. Leider wurde es dadurch nur schlimmer und schließlich kam überwiegend Durchfall und vor allem, sie fraß schlechter und nahm sehr ab, wo sie eh schon zu dünn war. Also habe ich wieder mit Stullmisan und Heilerde experimentiert. Dadurch konnte ich einen halbwegs stabilen Zustand erreichen mit Äppeln, die oft einfach nur zu naß waren. Doch dann gabs ein anstrengendes Gewitterwetter und danach war wieder überwiegend Matschkot angesagt. Zusätzlich hat sie in diesem Jahr durch die Trockenheit seit ca. Mitte Mai durchgehend Asthma. Sie inhaliert täglich. Die Hitze belastet zusätzlich sehr und so nahm sie weiter ab, weil sie das alles zuviel Energie kostete. Ta fand das alles noch nicht bedrohlich, ich langfristig gesehen schon. Sie bekommt nun seit 5 Wochen wieder Almazyme und langsam wird die Verdauung besser. Meistens finden sich etwas nasse Äppelhaufen, 1 -2 sind mal eher Matschkot, aber kaum mal Kotwasser. Auch bei Wetterwechsel nicht. Ich werde dann das Stullmisan langsam ausschleichen, Heilerde lasse ich ganz weg und dann sehen, ob die Verdauung mit Almazyme halbwegs stabil bleibt. Dann wird sie das weiter bekommen müssen, entweder kurweise oder vielleicht reicht auch halbe Dosis tägl. Das Futter habe ich auf Rat der Hufschmiedin noch mit HeuCobs aufgewertet, da sie zu wenig Heu frißt. Das heißt, sie sit viel mit Heufressen beschäftigt, aber sie frißt langsam und schafft nichts weg. Ihr Zähne sind gut, werden regelmäßig von einer Zahnärztin gemacht, sie sagt aber, altersbedingt sind bei einigen Zähnen die Wurzeln schon kurz, da wächst nicht mehr viel nach. Optisch sind aber alle Zähne noch gleich hoch. Trotzdem könnte das beim Fressen stören. Nachdem Jerziba früher keine eingeweichten Heucobs auch nur anrührte, frißt sie die nun gerne auf, aber erst nach den Rübenschnitzeln und wenns nicht zuviel sind ;)
Nun ist die große Hitze vorbei, das Asthma läßt nach, sie hat auch schon wieder asthmafreie Tage, die Verdauung klappt besser und man sieht, sie nimmt wieder gaaanz langsam ein wenig zu  :).

Ein großes Blutbild war absolut in Ordnung, der Ta sagte, sie hat Werte wie ein gesundes Pferd, sowas sieht er selten mal. Lediglich ein Wert bei Allergie war ein wenig erhöht. ACTH 63.
Es geht ihr sonst gut, sie ist munter, wach und aufmerksam. Ihre Bewegungsfreude ist unterschiedlich, an kühlen Tagen geht sie gut vorwärts, an heißen Tagen eher gemütlich. Im Frühjahr bin ich ein paar Mal geritten, aber wegen der Hitze mußte ich das lassen.
Aktuell hat sie wieder vermehrt etwas Probleme mit dem Bein nach der Trittverletzung. 2mal Physiotherapie brachte eine Verbesserung, aber da wird nochmal Akupunktur und Chiro nötig, da das Kreuzdarmbeingelenk wohl wieder fest ist. Sie lahmt aber nicht und und aufstehen geht wieder locker wie ein junges Mädchen.  Ihr linkes Auge ist nahezu blind, das rechte Auge läßt sie im Nahbereich noch etwas erkennen, kann sich draußen noch gut zurecht finden, wenn sie sich konzentriert und drauf achtet, wo sie hingeht. Hell und Dunkel erkennen kann sie noch gut, ebenso Schatten, die plötzlich auftauchen. Wenn man sie führt, verläßt sie sich drauf und rempelt einen schon öfter mal an. Arbeiten an der Longe geht problemlos in allen Gangarten, solange sie im Gebüsch keinen Säbelzahntiger vermutet. Denn den kann sie ja nicht sehen, nur hören  ;). Entzündungen am Auge sind nicht mehr aufgetreten, sie trägt draußen immer eine Maske. Gelegentlich stößt sie sich mal am Auge, wodurch es dann auch schon mal dick wird. Ist aber mit der Augensalbe schnell wieder Ok. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass grauer Star durch Cortison entstehen kann. Und über eine anderes krankes Pferd habe ich auch erfahren, dass Jerziba Cortison Spritzen bekommen hat, wegen des zeitweise schlimmen Asthmas, trotz der Rehegefahr. Daneben inhaliert sie ja häufig mit Cortison. Möglicherweise ist das ja die Ursache für das schnelle Fortschreiten des grauen Star.
Ihre Box ist trocken, ihre Beine sind immer schlank und trocken, ihr Fell wächst nicht übermäßig, ist aber sehr dicht, fast wie Winterfell, an einigen Stellen. Sie schwitzt auch nicht. Dies Jahr habe ich erst 3mal scheren müssen. Insgesamt ist sie halt ein altes Öhmchen, ist jetzt 27,5 Jahre alt. Ta sagt, er hätte nie geglaubt, dass sie überhaupt je so alt werden würde. Ich wünsche uns, dass sie noch lange bleiben und ihren Lebensabend geniessen kann  :)

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